Schlagwort: Dadaismus

An Anna Blume

Anna Blume! Anna, a-n-n-a, ich träufle deinen Namen.
Dein Name tropft wie weiches Rindertalg.
Weißt du es, Anna, weißt du es schon?
Man kann dich auch von hinten lesen, und du, du Herrlichste von allen,
du bist von hinten wie von vorne: „a-n-n-a“.
Rindertalg träufelt streicheln über meinen Rücken.
Anna Blume, du tropfes Tier, ich liebe dir!

Die Nase Tristan Tzaras

85 Wörter, 1 Minute Lesezeit. Tom Nisse FREUND ICH STELLE FESTEs gibt Abende wo ich es vorzieheüber Revolutionen statt über Hunde zu sprechen man beschnuppert sich und eines Morgens stelle ich verdutzt fest die Nase die Nase Tristan Tzarasragt aus den Regalen und mein Wunsch… Continue Reading „Die Nase Tristan Tzaras“

Der insgesamte Augustin

Das P. P. Tit. und auch die Po
Posaune ohne Mund und Loch
das große Herkulesgeschirr
der linke Fuß vom rechten Koch.

Hygiene des Halses. Ein Einwand zum 150. Geburtstag Aleister Crowleys

Für ihn war Enochianisch nicht bloß eine Erfindung, sondern ein Instrument zur Kontaktaufnahme mit transzendenten Bewusstseinsebenen – eine poetisch-magische Sprache zwischen Offenbarung und Erfindung. Jedenfalls hat er das behauptet. Für mich aber ist das poetische Glossolalie, wie sie die russischen Futuristen oder später die Dadaisten und andere Klangpoeten praktizierten.

Die Geheimen Botschaften von Erik Satie

die poesie glaubt man novalis
ist ziemlich blau blüht der
enzian singen die vom berg
wenn das glas leer ist enden
auch die verse.

Grabinschriften

Die Straßenhändler sind nach Mexiko ausgewandert
Alter Boxer du bist dort gestorben
Du weißt nicht einmal warum
Du hast lauter geschrien als wir in den Palästen Amerikas
und in allen Pariser Kneipen

Mamy ist im Gedicht

Mamy, du verstehst das alles nicht!
Aber in einem Gedicht zu sein ist schön

Zum 100. Todestag von Erik Satie (1866–1925)

Hier bringt der Dichter seine ganze Hingabe und Konzentration zum Ausdruck. Er zweifelt an seinen eigenen Fähigkeiten und offenbart große Angst.