13. Bender und seine Vierzeiler

Mit den „Akzenten“ errichteten Höllerer und Bender 1954 gleichsam die Zentralstation für die Literatur der Nachkriegszeit. Danach widmete sich Bender vorwiegend der Arbeit als Herausgeber und Förderer junger Autoren. Mit legendären Textsammlungen wie „Mein Gedicht ist mein Messer“ (1955) und „Was alles hat Platz in einem Gedicht?“ (1978) prägte er das Lyrikverständnis von zwei Dichtergenerationen.

Später fand er in „Aufzeichnungen“ und Vierzeilern die literarischen Genres, die ihm die Konzentration auf das Wesentliche ermöglichten. „Ich schreibe kurz“, notiert er in einer dieser Aufzeichnungen, „denn bevor ich sterbe, will ich schlafen.“ Bei Elias Canetti, Cesare Pavese und Julien Green fand er das Stilideal der konstatierenden, chronikalen Grundhaltung, die seine lakonische Knappheit den Weisheitssätzen alter Philosophen verwandt erscheinen lässt.

In seinen Vierzeilern, von denen jetzt der aktuelle Band „Wie es kommen wird“ erschienen ist, konzentriert sich Hans Bender ohne jede stilistische Ornamentik auf die Essenzen unserer Existenz. Diese Miniaturen sind in einer Beiläufigkeit geschrieben, die den inhärenten Humor fast übersehen lässt. Der schönste Vierzeiler des Bandes blamiert die Bemühungen der legendären Gruppe 47: „Behaltenswert die Orte, wo sie / Jahr um Jahr sich trafen. / Sie lasen vor. Sie kritisierten. / Sie wollten mit der Bachmann schlafen.“
/ Michael Braun, Tagesspiegel 5.7.

Hans Bender:
Wie es kommen wird. Meine Vierzeiler.
Carl Hanser Verlag,
München 2009.
80 Seiten, 12,90 €.

12. Graz engagiert kongolesischen Lyriker als Stadtschreiber

Als erster Afrikaner wird der aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Lyriker, Erzähler und Dramatiker Fiston Mujila Mwanza 2009/10 als Grazer Stadtschreiber fungieren. Wie Kulturstadtrat Wolfgang Riedler am Freitag mitteilte, habe die Jury unter 64 Bewerbungen aus 24 Ländern jene des 28-Jährigen ausgewählt. … „Kunst und Literatur aus Afrika wird zurzeit hohes kreatives Potenzial zugeschrieben“, sagte Riedler, der sich von der Entscheidung „spannende Interaktionen mit der Grazer Szene“ erwartet.

Der 28-jährige Lyriker, der aus Lubumbashi, der zweitgrößten Stadt des Kongo, kommt, machte Ende 2008 mit dem Gedichtband „Poemes et revasse-ries“ auf sich aufmerksam. Sein Studium der Literaturwissenschaften hat er mit einer Arbeit über die Identitätskrise und neue Schreibweisen in der frankophonen Literatur abgeschlossen. Seit vergangenem Herbst lebt Mwanza als Stipendiat des Böll-Fonds des Landes Nordrhein-Westfalen in Köln, zurzeit hält er sich für ein Projekt in Paris auf.  / Der Standard 3.7.

11. Werkausgabe Ernst Blass

Krank und pflegebedürftig verbrachte Blass die letzten Lebensmonate und starb am 23. Januar 1939 im Jüdischen Krankenhaus. Das bewahrte ihn vor dem Schicksal seiner jüngeren Schwester, die ins KZ deportiert wurde. Keine deutsche Zeitung durfte seinen Tod melden. Sein Grabstein auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee ist nicht mehr aufzufinden.
Lange verschollen blieb auch das Werk von Ernst Blass. Zwar hielten sich einige seiner Gedichte in den Anthologien, aber erst 1980 erschien eine Gesamtausgabe seiner Lyrik. Ihre Resonanz blieb bescheiden. Doch ihr Herausgeber Thomas B. Schumann gab nicht auf. In seiner Edition Memoria legt er jetzt in drei Bänden das gesamte Œuvre des Autors vor. Zu den sämtlichen Gedichten treten die Erzählungen und Feuilletons sowie die literarischen Aufsätze; darunter viel Verschollenes oder Nachgelassenes. Vielleicht kann diese Gesamtausgabe die fast vergessene Figur des Dichters in unserem Bewusstsein befestigen.
Ohne Zweifel ist es die frühe Lyrik, deren Charme noch immer zu bezaubern vermag. In ihr hat Blass den Lynkeusblick auf die große Stadt: „Da unten rollen meine Autobusse!“ Auch in den 1915 erschienenen „Gedichten von Trennung und Licht“ finden sich schöne, stimmungsvolle Verse, so die wunderbare „Süddeutsche Nacht“: „Vorgärtennacht! Mit Sträuchern an den Straßen, / Wo Bäume neben Gaslaternen stehn.“ / Harald Hartung, FAZ 4.7.

Ernst Blass: „Werkausgabe in drei Bänden“. Hrsg. von Thomas B. Schumann. Edition Memoria, Köln 2009. Zus. 654 S., geb., 68,- €.

10. Meere frei

Deutsches Literaturfernsehen, das klingt interessant. Wenn ich aber dann lese,

Dienstanbieter des Deutschen Literaturfernsehens ist die Brentano-Gesellschaft Frankfurt/M. mbH

meldet sich Skepsis. Brentano, ist das nicht…? Ja, das sind die Leute, die mit großen Namen viel Wind machen und vermutlich auch einige Kohlen. Nicht gerade ein Ruhmesblatt der Literaturstadt Frankfurt. (Suhrkamp geht ja da weg). So stellen sie sich dar:

Die Brentano-Gesellschaft Frankfurt/M. mbH ist eine im berühmten Großen Hirschgraben am Frankfurter Goethe-Haus ansässige Literatureinrichtung. Sie fördert Autoren durch eine Vielzahl von Dienstleistungen.
Die Brentano-Gesellschaft verwaltet die Cornelia-Goethe-Akademie mit dem staatlich zugelassenen Fernstudium „Literarisches Schreiben“, aus dem Literaturpreisträger hervorgegangen sind und das vom Arbeitsamt gemäß Schreiben vom 29.11.04 als förderungswürdig anerkannt wurde. Die Absolventen der Akademie sind vereinigt in der „Gemeinschaft der Absolventen und Literaturpreisträger der Cornelia Goethe Akademie“. 2009 feiert die Cornelia Goethe Akademie ihr zehnjährigen Jubiläum und den 1000. Absolventen ihres staatlich zugelassenen Fernstudiums „Literarisches Schreiben“.
Die Brentano-Gesellschaft verfügt über einen Buchverlag, in dem u.a. die „Frankfurter Bibliothek“ erscheint. Die „Frankfurter Bibliothek“ geht jährlich neu aus einem Gedichtwettbewerb hervor. Sie präsentiert die Lyrik und Poesie der Gegenwart. Die Frankfurter Bibliothek ist eine der weitverbreitetsten Lyriksammlungen der Nachkriegszeit.

Nun nun, viel Rauch und wenig Feuer. „Eine der weitverbreitetsten Lyriksammlungen“, aha. Und wo? Sicher bei den tausenden Hobbyautoren, die darin abgedruckt sind. Aber auch in den Bibliotheken? Im Feuilleton? Nein, ein Weg in die Literatur ist das nicht. Noch einmal die Selbstdarstellung:

Das Deutsche Literaturfernsehen (www.deutsches-literaturfernsehen.de) ist ein Forum für neue deutschsprachige Literatur. Die Redaktion fördert insbesondere die Newcomer, von denen der Markt der Zukunft wichtige Impulse zu erwarten hat.

Der Medienmarkt ist gesättigt von den immer neuen Vorstellungen derselben amerikanischen Serienschriftsteller und ihren stark industriell geprägten Produktionen. Das Deutsche Literaturfernsehen versteht sich dagegen auf die Entdeckung und Darbietung der substantielleren Literaturen, die aus deutscher Sprache erwachsen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob ein Autor, wie Martin Walser, Günter Grass oder Durs Grünbein, bereits sehr bekannt ist oder ob ein Autor gerade sein schriftstellerisches Debüt vorgelegt hat und mit Engagement vorstellt.

Treffender beschreibt es diese Leserrezension:

Ich finde es eine gute Idee , dass ein Sammelwerk enstanden ist , in dem die breite Masse sich äussern kann. Man sieht hier , dass in der Basis viel Potential vorhanden ist. Dies soll unbedingt gefördert werden.

Ja, warum auch nicht? Man sollte den darin hoffnungsfroh Gedruckten aber nicht einreden, hier sei ein Tor in die Literatur. Kein Kritiker wird diese dicken Bände lesen, und welche Leser außerhalb der Freundes- und Familienkreise der Dichter selber? Wenn man in die Literatur hineingehen oder auch -sehen will, dann muß man andere Bücher lesen.
Das „Deutsche Literaturfernsehen“ aber ist sicher interessant für Leser, die Freude an solchen Metaphern haben:
„Frei wie das Meer ist mein Herz“

9. Ungefährlich

Billy Collins ist lustig, jeder stimmt dem zu. Die Vögel stimmen zu, die Bienen stimmen zu, selbst die Fische im Meer stimmen zu: Billy Collins ist sehr lustig. Aber woher kommt, eine halbe Stunde nachdem ich sein Buch zu Ende gelesen habe, das Grummeln in meinem Magen, als hätte ich ein Stück überlagerte Obsttorte gegessen? Seine sarkastischen, selbstironischen Gedichte tun keiner Fliege weh – aber sie könnten auch keine töten, selbst wenn sie es versuchten. / William Logan, The New Criterion , in einer Sammelrezension über:

On Ballistics by Billy Collins; Selected Poems by Thom Gunn, edited by August Kleinzahler; Substrate by Jim A. Powell; The Mind-Body Problem by Katha Pollitt; Sonata Mulattica by Rita Dove; and It Is Daylight by Arda Collins.

8. Schockhafte Offenbarungen

In seinem Rückzugsort, einem Lokal oder Panorama-Restaurant weit über der Stadt, registriert Ziebritzkis Protagonist fantastische Dinge: zunächst sind es vorbeischwirrende „Model-Schönheiten“, danach die seltsame Choreographie schwankender, sich nie berührender Kräne. Schließlich kommt es zur mystischen Begegnung mit dem Unbekannten: Fetzen der religiösen Ursprache Aramäisch wehen heran und das Ich gleitet hinüber in den „anderen Zustand“ beziehungsweise „in ein anderes Reich“.

Solche Momente des Übergangs, in denen die zweckrationale Vernunft aussetzt und die Dinge in einem neuen, nie gesehenen Licht erscheinen, sind auch in den übrigen Gedichten festgehalten. Es sind mystische Momente, die Ziebritzki hier eingefangen hat, Augenblicke des Heraustretens aus den Routinen unserer Lebenswelt, schockhafte Offenbarungen, in denen plötzlich die eigene Existenz zur Disposition steht. / Michael Braun, Freitag 24

Schöner Platz Henning Ziebritzki. Gedichte. Zu Klampen, Göttingen 2008, 48 S., 17 €

7. Textgalerie

Michael Buselmeier interpretiert in seiner Lyrikkolumne „textgalerie“ Harald Hartungs Gedicht „Die heiße Ofenplatte“ / Freitag 27

6. Langpoem: Fredy Neptune

Szenische Aufführung

Poesiefestival Berlin
Art:
Musik/Kunst – Aufführung

Sonntag, 5. Juli 2009
20:00 – 22:00
Ort:
Akademie der Künste
Hanseatenweg 10
Berlin, Germany

Karte anzeigen
Les Murrays Geschichte vom deutschstämmigen Australier Fredy Neptune wird von vier Schauspielern auf die Bühne gebracht.
Auf der Suche nach Empfindung befindet Fredy sich auf einer Odyssee durch Deutschland, Amerika und Nordafrika, um in Australien anzukommen.

Eintritt 14/8 Euro

5. Salli Sallmann in der «Verschwiegenen Bibliothek»

Als zehnter und abschließender Band der Reihe «Die Verschwiegene Bibliothek» ist jetzt das Werk «Badetag» des Lyrikers und Musikers Salli Sallmann in der Edition Büchergilde erschienen. Sie stellt Texte vor, die in der DDR entstanden sind, dort aber nicht veröffentlich werden durften.

Die bislang umfangreichste Edition verbotener DDR-Literatur bedeutet mehr als ausgleichende Gerechtigkeit. Endlich erhalten bisher kaum bekannte Autorinnen und Autoren Namen und Stimme. Zu den Zeitdokumenten widerständiger Literatur im Osten zählen Gedichte, Romane, mitunter als Fragment, Erzählungen, Tagebücher und Briefe. Die DDR-Literatur sei «vielfältiger, ambivalenter und vor allem gegensätzlicher, als wir aufgrund des Publizierten anzunehmen bereit sind», loben Literaturkritiker das 2004 begonnene Projekt.
Wer sich tristen DDR-Alltag mit unumstößlichen Regeln, Kleinkariertheit, Ängsten und Repressalien nicht vorstellen kann, findet in Sallmanns autobiografischen Berichten, Gedichten und Prosa- Miniaturen viele Antworten. Nach einem ersten Auftritt Anfang der 70er Jahre als Liedermacher im Chansonclub Leipzig haftet ihm der Makel an, «feindlich-negative Texte» in die Welt zu setzen. Tatsächlich ging es in seinem Lied zu Gitarrenmusik lediglich um eine zu enge Küche und um Liebe in der Badewanne. / Irma Weinreich, m&c

Vgl. L&Poe 2008 Okt #103. Salli Sallmann

4. WortKunstTöne: in Leipzig

3. Juli im Lindenfels Westflügel

Freitag, 3. Juli, 21.00 Uhr
WortKunstTöne. Ein Lyrik-Klang-Projekt

Der zweite von Simone Weißenfels (Leipzig) kuratierte Konzertabend in  Zusammenarbeit mit Studenten des Literaturinstitutes Leipzig

Worte: Mara Genschel, Lyrikerin (Berlin), Tobias Amslinger, Lyriker  (Leipzig)
Musik: Das Ikarische Ensemble (Frankfurt) mit Martin Tanšek, Stefan Berger, Fabian Hönes (www.ikarisches-ensemble.de) Komposition: Mathias Monrad Møller

Musik ist mehr als die Summe von Rhythmus und Klang – das Wort ist mehr  als die Summe von Klang und Bedeutung. Junge Lyriker aus Berlin und  Leipzig und junge Musiker aus Frankfurt am Main sind an diesem zweiten  Konzertabend von Simone Weißenfels im Westflügel zu erleben. Gemeinsam  sind sie auf dem Weg, die Grenzen zwischen Dichtung und Musik abzutasten, zu überschreiten und zu sprengen! Komposition und Lyrik,  Töne und Worte verdichten sich zu einem Klangraum, der weder Lesung noch Konzert im konventionellen Sinne sein will.

Lindenfels Westflügel
Karl-Heine-Str. 50
04229 Leipzig
Tel: 0341 / 2609006
http://www.westfluegel.de

3. Musen

Woher kommt das Gedicht? Von den Musen, wußte Hesiod, und Robert Graves ergänzt: “No poet grows conscious of the Muse, except by experience of a woman in whom the Goddess is to some degree resident.”

Der amerikanische Lyriker Michael Hickey  beginnt ein Gedicht so:

POETRY HAPPENS

By Michael Hickey

Poetry happens:
It begins sometime when
I stare glassily out a window,
Or while strolling by the seashore, seeing
God’s hand wave to me from the surf.
Occasionally I even hear
God’s silent, creative voice;
Today God sounds a lot
Like Shakespeare…

/ mehr bei marconews

2. Leipziger Lyrikbibliothek

Grüneberger, 1951 in Leipzig geboren, ist vielen besser bekannt als Lyriker. Anfang Juni wurde er als Erster Vorsitzender der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e. V. im Amt bestätigt. Er steht dem Verein seit 1996 vor und sichtbarster Erfolg der Arbeit ist der Aufbau der Leipziger Lyrikbibliothek, die in der Stadtbibliothek Leipzig ihr Domizil gefunden hat. Und noch weiter ausgebaut werden soll und bekannter werden soll. So hat es der Verein gleich mit entschieden und zwei Arbeitsgruppen gegründet. / Leipziger Internet-Zeitung

1. Austriakisch: St. Haider

Dass Österreich ein Kuriositätenkabinett von Staat ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Massenblätter, in denen auf Knopfdruck des greisen Eigentümers schlatztriefende Gedichte und Artikel zuerst für den (die) einen Politiker, dann gegen sie und für andere erscheinen – zu diesem austriakischen Phänomen fügt sich nun harmonisch das Auftreten einer „Gebetsliga“, die für die Heiligsprechung von Jörg Haider eintritt. / Hans Rauscher, DER STANDARD 29.6.

100. GOING NEGATIVE

Why poetry reviews should be more skeptical.

Jason Guriel
Poetry Media Services

Two Men Fighting with a Knife, Story Line Press. $14.95.

The negative review is a curiosity, unique to anxious enclaves like the poetry world. It’s not that people who review movies don’t say harsh things—they do. But when a book of poetry receives a tough verdict we often label the review „negative“ and speculate about the reviewer’s motives, the agenda behind the takedown. Indeed, behind words like „negative“ and „agenda“ and „takedown“ lurks the sense that the reviewer is the one making the trouble, and the book of poetry—whether it deserved a kicking or not—is being bullied.

Maybe poetry is so marginal, so fragile a commodity, we worry about kicking it when it’s already pretty clearly down. Whatever the reason for our anxiety, the negative review is often more of an event than it ought to be. But negativity, I’m starting to think, needs to be the poetry reviewer’s natural posture, the default position she assumes before scanning a single line. Because really, approaching every new book with an open mind is as well-meaning but ultimately exhausting as approaching every stranger on the street with open arms; you’ll meet some nice people, sure, but your charming generosity won’t be reciprocated most of the time. When braving any new book of poems—particularly by an author you’re not too familiar with—it’s best to brace yourself and expect the worst. This needn’t involve cynicism. Indeed, you probably shouldn’t be opening the book in the first place if you aren’t, on some deep level, already hoping for the best—that is, the discovery of a great poem. But hope should remain on that deep level, well-protected, until the shell that shields it is genuinely jarred.

If you’re frequently having the top of your head taken off—Emily Dickinson’s description of what authentic poetry does—I’m glad for you. But you’re reading better books than I am. And Emily, too. After all, the gist of her metaphor, it seems, is that such head injuries are by definition exceptional.

John Poch’s second collection contains the sort of poetry that confronts most reviewers most often: poetry that’s not especially bad but not especially good either—poetry, in other words, that should be guarded against at all costs.

And yet: there are some fine moments in Two Men Fighting with a Knife, and if I have reservations with the bulk of the book—and I do—they aren’t meant to mitigate my praise. The opening sonnet, „The Ghost Town,“ appeared in the Paris Review and probably deserved to, which surely can’t be said of most poems composed in any given quarter:

It need not be a desiccated
wreck of boards, completely uninhabited,
adobe bricks regressed to mud, hay. Heck,
It might be verdant and jackrabbited.

The wind might not lament; the gift shop door
could jingle bells, the jasmine candles wafting.
Beyond some seniors at the convenience store,
you might observe a fisherman shoplifting.

But say it’s vacant and bunch grass gray. Then torch
an image, scent, or song from your present life
to reconstruct the step, the stairs, the porch,
the house, town, two men fighting with a knife.
Much like the architecture of a sonnet:
a step, and suddenly you die upon it.

The robust alliteration („hay. Heck“) and chewy imagery („bunch grass gray“) offer instant pleasures, but the self-reflexive payoff—a risky move for a formal poem—succeeds in running the reader through on its final line.

Most of Poch’s poems, though, aren’t up to these standards. There are no out-and-out disasters; Poch’s commitment to craft—to ensuring that his lines scan and rhyme—guarantees that the slightest of his works are always readable, even enjoyable (an advantage that mediocre formal verse has over mediocre free verse). However, it’s this same commitment to craft, to satisfying a pre-imposed pattern, that can lead Poch’s verse into subtle but costly contortions. The resulting limbo never falls on its face but nevertheless looks awkward, as demonstrated by the opening of „John Poch“:

A smaller Jackson Pollock, my polar blues
in cursive curse and scratch. A wasted fire
to write myself lies scribbled, smolders. Moods
instead of house-high flames‘ emotion mire
a vision. Ink, they lie.

Frost’s great innovation—a voice so natural you don’t notice the iambs—remains much impersonated but, as Poch proves, rarely possessed. Poch simply doesn’t make it look easy.

But finally, the real failing of Two Men Fighting with a Knife—a failing, to be fair, shared by most of the collections which smart, well-meaning editors, even now, are FedExing to their rosters of reviewers—is the lack of game-changing metaphors. Pan the verse of John Poch long enough and you’ll uncover glints of gold like his description of a fork lying in „the shadow of a napkin’s knee.“ But in the absence of such brilliant images, Poch’s clever quatrains are just that—clever:

Dear Doctor, don’t get me wrong. I adore my wife,
but you looked inside me. Maybe it’s the morphine
talking, but love abounds in the surgeon’s knife.
Expect a card on February Fourteen.

Certainly Poch’s subjects—desiccated Americana, the stepladder at the Strand Bookstore, spinal surgery—brim with potential, but his actual language—“I’m dead / yet want to open, close, and surprise / like a heart or sunset“—is business as usual.

„I sometimes think there is no good news about translation, ever,“ wrote Michael Hofmann recently. I sometimes think there is no good news about poetry, ever. Or today, anyway. That’s negative, maybe, but that’s how I know poetry exists: when I’m least expecting it, when everything’s dross, when I’ve given up hope and have my head down—that’s when the real stuff, like so much low-hanging plumbing, clocks me. Or takes the top of my head off. Or whatever poetry does to us, those rare, rare times we run into it. Stay positive

Jason Guriel’s new collection of poems is Pure Product (Véhicule Press). He lives in Toronto. This article first appeared in Poetry magazine. Distributed by the Poetry Foundation at www.poetryfoundation.org.

© 2009 by Jason Guriel. All rights reserved.

99. Mittelyrik

Wenn die gefühlte Mitte von Lyrik spricht, klingt es so:

Auf Lyrik statt Prosa haben CDU und CSU sich in ihrem Wahlprogramm geeinigt. Feierlich ist es am Montag beschlossen worden, besiegelt mit dem Deutschlandlied. „Wir haben die Kraft“ heißt das Werk geradezu autosuggestiv. Die Vorsitzenden Merkel und Seehofer wissen, dass sich darin vieles nicht reimt. Doch wer das in den eigenen Reihen laut sagt, gilt als Abweichler. „Gemeinsam für unser Land“ ist die Losung der Union; „Einzelmeinung“ das Bannwort. / Wulf Schmiese, FAZ.net