110. Neuer Wort Schatz 2

Die immer wieder aufflackernden Minidebatten über neue Lyrik in diversen Print- und Internetorganen (wie im August über Gerhard Falkners Jackson- und gerade eben über Meschs Poetenladenschelte) erzeugen so regelmäßig wie rasch Überdruß. Manche monieren da ganz zu recht, statt über „die Lyrik“ solle man doch lieber über einzelne Gedichte sprechen. Warum geschieht es so selten? Und: Welche verschiedenen Arten gibt es, über einzelne Gedichte zu reden? Untersuchungsmaterial bieten mehrere neuere Anthologien, die Gedichte mit Selbstkommentaren der Dichter versehen (jüngst „Laute Verse“ von Thomas Geiger und „An Deutschland gedacht“ von Axel Kutsch), und andererseits Gedichte mit Fremdkommentaren wie soeben „Der gelbe Akrobat“ von Braun/Buselmeier. Das ist nicht neu („Klassiker“ der Gattung in der neueren deutschen Lyrik waren Hans Benders „Mein Gedicht ist mein Messer“ und Hilde Domins „Doppelinterpretationen“), aber es könnte doch weiterführen als das Gezwitscher so mancher aufgeregten Debatte, die meist kaum über literatursoziologischen Wert hinauskommen.

Einen hervorragenden Beobachtungsplatz für Sprechweisen neuer Lyrik bot letztes Jahr das Hamburger* „Titel“-Magazin mit der Reihe „Neuer Wort Schatz„.  Jetzt begann eine neue Staffel der wunderbaren Serie:

Gedichte mit Neugier und Genuss zu lesen – das ist das Ziel der Reihe Neuer Wort Schatz II, die jede Woche einen zeitgenössischen Text vorstellt. Zusammengestellt wird sie von Gisela Trahms und Daniel Graf.

Heute:

Christian Filips
Zur Strafe: jetzt ein paar Stunden irrwitzige Übernahmen an die Wand malen

Vorgestellt von Angela Sanmann. Auszug:

In dem über die ersten zweieinhalb Strophen sich entfaltenden Bildkomplex zeigt ein unbeteiligt, ja spöttisch wirkender Sprecher an den kurzzeitig „vom Staatsgeld am Leben erhaltene[n] /Sterne[n]“ die Vergeblichkeit politischer Interventionen auf. Die Gestirne stürzen und müssen stürzen (scheint hier nicht auch Hyperions Schicksalslied durch?), da die sie umgebenden Konstellationen schon lange aus den Fugen geraten sind. In das Protokoll des fortschreitenden Zusammenbruchs mogeln sich die falschen Versprechen der Manager hinein: Die künstlich betriebenen Sterne am Himmel der freien Marktwirtschaft werden, so heißt es, das All erleuchten, „wie kein Auge je gesehen“. Eignen sich die Manager hier den prophetischen Ton der Verkündigung Jesajas von Gottes Einzigartigkeit an („Was kein Auge je gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben“), so entlarven sie damit ihre eigene prätentiöse Unbelehrbarkeit, die die Krise überhaupt erst ausgelöst hat.

*) Ja, Hamburger: nicht wie ich in einem Schnellschuß schrieb, österreichische. Bei meiner Wertung bleibe ich dennoch: „Überhaupt ist Österreichs Lyrikszene – Südtirol miteingeschlossen –  gründlicher und unideologischer als die des großen Kleindeutschland, ich vermute: weil der Betrieb nordseits der Alpen näher an Macht- und Verteilungskämpfen hängt als in dem kleineren und auch staatsseits besser alimentierten des kleineren Nachbarn.“ (Denn das sollte ja nicht heißen, daß es in Deutschland nicht wirkliche Enthusiasten und wunderbare Poesieoasen gibt.)

Jan Karsten schreibt:

Lieber Michael Gratz, ich möchte mich sehr für die Vorstellung der zweiten Staffel des NWS bedanken, die uns natürlich gerade vor dem Hintergrund des seltsamen Zeit-Artikels viel Wert ist.
Ganz schüchtern – und bei aller Zustimmung zu Ihrer Einschätzung der österreichischen Lyrik-Szene – möchte ich aber darauf hinweisen, dass „Titel“ ein deutschstämmiges Magazin ist (mit Publikationsort Hamburg).
Herzliche Grüße von der Elbe
Jan Karsten

109. Aufenthaltsstipendien für junge deutschsprachige Autorinnen und Autoren im LCB 2010

Bis zum 31. Oktober 2009 (Poststempel) können sich junge deutschsprachige Autorinnen und Autoren um ein dreimonatiges Aufenthaltsstipendium im LCB im Jahr  2010 bewerben. Bewerber (wichtig: bis 35 Jahre alt, nicht in Berlin lebend) müssen über erste Publikationserfahrungen verfügen. Die Stipendien sind mit 1.100 Euro pro Monat dotiert.

Der formlosen, an das LCB zu richtenden Bewerbung sind neben Angaben zur Person und zum literarischen Werdegang Arbeitsproben im Umfang von etwa 20 Seiten sowie eine Buchpublikation (oder ein Theaterstück bzw. ein Hörspiel, aber keine Anthologien) beizufügen.

Weitere Auskünfte erteilt Corinna Ziegler, Tel. 030 – 81 69 96 20 oder ziegler@lcb.de.

108. VERStransfer Kairo-Berlin: Das Übersetzen von Dichtung und Welt

Mi 14.10. 13:30

In Lesung und Gespräch: Girgis Shoukry (Autor, Kairo), Michael Roes (Autor, Berlin)  Moderation: Christiane Lange (Literaturwerkstatt Berlin)

Beim Übersetzen geht es vordergründig um Worte, aber mehr noch um die Welten dahinter, um die Passage von einer Sprachenwelt in die andere. Besonders abenteuerlich ist das Übersetzen von Gedichten. Michael Roes und Girgis Shoukry haben die Reise angetreten und sich übersetzt. Wie ist es gelungen, die fremde Welt mitzunehmen in die eigene Sprache?
Michael Roes’ (*1960) Werk umfasst Romane, Gedichte, Theaterstücke und Filme. Zentrale Themen sind die Begegnung mit dem Fremden und die Verständigungsschwierigkeiten bei solchen Begegnungen. Es umkreist in immer neuen Variationen das Thema der Grenzen, an der sich Fremdheit und Vertrautheit, die Unzugänglichkeit und Unerbittlichkeit des Anderen treffen mit dem Bestreben, diesen Abstand zu überwinden.
Der Dichter Girgis Shoukry (*1967 als Sohn einer koptischen Familie) arbeitet auch als Theaterkritiker für Radio- und Fernsehmagazine in Kairo und ist Mitherausgeber der Zeitschrift „Aswaat adabiyya“ (Literarische Stimmen). Seine Gedichte erzählen kurze  Begebenheiten aus einer verschobenen Perspektive. Er vergleicht sie gern mit den Bildern von Magritte.
Mit freundlicher Unterstützung durch das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut
Ort: Frankfurter Buchmesse, Internationales Zentrum, Halle 5.0

107. Alexander von Bormann gestorben

Nach langer schwerer Krankheit starb, wie erst jetzt bekannt wurde, am vergangenen Mittwoch der Germanist und Publizist Alexander von Bormann in Worpswede. Aus einer alten baltendeutschen Familie stammend, wurde er 1936 auf dem Gut Menzlin in Vorpommern geboren. Von 1971 bis zu seiner Emeritierung 2001 hatte er eine Professur für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Amsterdam inne, die nach seinem Ausscheiden nicht mehr besetzt worden ist. Die moderne Lyrik war sein Spezialgebiet. / Die Welt 21.9.

Mehr: Freitag (Michael Braun)

106. Gerald Zschorsch in Plauen

„Die Stadt hat eine Schuld abzutragen“, liest Bürgermeister Uwe Täschner mit belegter Stimme von einem Blatt Papier ab, während der Mann, dem diese Worte gelten, seine Sonnenbrille selbst im schattigen Saal des Vogtlandkonservatoriums nicht abnehmen mag.

Gerald Zschorsch ist der Protagonist dieses Samstagnachmittages. Und Schriftsteller – einer der vielen vergessenen der DDR. Hier, in der Stadt Plauen hat das Leben des gebürtigen Elsterbergers 17 Jahre vor dem Mauerfall seine ganz eigene, bittere Wende erfahren.

Es ist der Sommer 1972, das Jahr des Vierländertreffens in Plauen, als Zschorsch nach dem Rezitieren von regimekritischen Gedichten aus dem Plauener Theater heraus verhaftet wird. Zweieinhalb Jahre später wird der damals 23-Jährige in die BRD ausgewiesen. Seine Freikaufsumme kennt er. Und er schweigt darüber.

Dass die Stadt Plauen damals, nach seiner Verhaftung als Nebenkläger auftrat, hat er lange Zeit nicht verwunden. Erst letztes Jahr kehrte er nach 36 Jahren das erste Mal in seine Heimat zurück. Heute will er seinen neuen Gedichtband „Zur elften Stunde“ vorstellen und sie hören, die Entschuldigung der Stadt, die ihm damals zweieinhalb Jahre seines Lebens geraubt hat. …

„Gedicht“ war der Stasi-Name von Gerald Zschorsch. Dumm ist, wer sich da geschmeichelt fühlt. Nach der Festnahme im Theater nennt ihn der Richter „Schwein“, bevor er ihn zu fünf Jahren Haft verurteilt. /  Ulrike Nimz, Freie Presse 20.9.

Gerald Zschorsch: Zur elften Stunde. Suhrkamp 2009. 19,80 Euro.

In L&Poe:

2004    Dez    #7.    Zschorsch: Ordnungsschelle mit Folgen
2004    Dez    #67.    Grenzübertritt
2005    Feb    #94.    Sogenannte Gedichte
2006    Aug    #37.    Gernhardts Rat
2008    Mrz    #50.    Aller guten Jahrbücher sind drei … oder Des Guten zuviel?
2008    Sep    #28.    Einzelgänger

(alle alten Seiten sind unter „Archiv“ erreichbar – einfach Jahr, Monat und Nummer suchen)

105. Flügelzeug – ein lyrisch-lautmalerisches Wechselspiel

Lesung mit Lars-Arvid Brischke & Rainer Stolz

am Freitag, den 25. September 2009 um 20:00 Uhr

Schwartzsche Villa, Kleiner Salon
Grunewaldstr. 55, 12165 Berlin-Steglitz
(U + S Rathaus Steglitz)
Eintritt: 5 / 3 €

Als erprobtes lyrisches Doppel – gespeist aus textlichen Resonanzen einerseits, aus freundschaftlicher Verbundenheit andererseits – möchten wir Sie / Dich zu einem speziellen Programm einladen:
Intro: In zwei kurzen Soli stellt sich jeder von uns mit einer Auswahl neuer Gedichte vor.
Impro: Danach lesen wir in spontaner Reaktion abwechselnd Gedichte aus unseren Büchern und Manuskripten, wobei jeder jeweils eines seiner Gedichte wählt, das ihm als passender Anschluss an das vorherige des anderen erscheint.
Combo: Im dritten Teil schließlich präsentieren wir erstmals eine Auswahl aus unserem gemeinsamen, noch unveröffentlichten Manuskript „Flügelzeug. Klang-, Tüftel- und Raubgedichte“. Hierin sind die Texte, die an verschiedene Traditionen sprachspielerischer und lautmalerischer Poesie anknüpfen, wiederum im Wechsel nach inhaltlichen und formalen Bezügen oder Korrespondenzen komponiert und zum Teil auch in gegenseitiger Inspiration entstanden.

104. «Naked Lunch» – Erstfassung

Wenn zum 50. Jahrestag der Erstveröffentlichung nun die deutsche Übersetzung der originalen Fassung erscheint, wird damit ein wichtiges Dokument der Underground-Literatur abermals erschlossen. Die Übersetzung von Michael Kellner ist oft etwas präziser als die alte, bei Zweitausendeins erschienene Übersetzung von Carl Weissner, löst aber auch gelegentlich manche harte, bissige Fügung in allzu betuliche Syntax auf, die den typischen beat vermissen lässt. Was jedenfalls heute noch an «Naked Lunch» beeindruckt, sind die Textform, die Protokoll, Erzählung und Traktat schroff nebeneinanderstellt, und die Radikalität, mit der Burroughs‘ Stil von sachlicher Sprache unvermittelt in einen obszönen Slang wechselt. Als literarisches Kunstwerk kommt es allerdings stellenweise allzu zeitgebunden daher, die gewaltsamen Tabubrüche können kaum mehr schockieren, vielleicht, weil der Mythos der wilden Sechziger inzwischen nostalgisch verklärt wurde. / Jürgen Brôcan, NZZ 19.9.

William S. Burroughs: Naked Lunch. Die ursprüngliche Fassung. Aus dem Englischen von Michael Kellner. Nagel & Kimche im Carl-Hanser-Verlag, München 2009. 378 S., Fr. 42.90. Jürgen Brôcan lebt als Lyriker, Übersetzer und Publizist in Dortmund.

103. Chinesische Lyrik im Yinyang Media Verlag

Sprechen wir über China, und über Poesie. Regina Berlinghof tut es, voilà:

Die Frankfurter Buchmesse mit China als Gastland steht vor der Tür. Der YinYang Media Verlag heißt Sie dabei vom 14.-18. Oktober 2009 an seinem Stand in in Halle 3.0, A 147 herzlich willkommen.

Vier Titel klassischer chinesischer Literatur (s.u.) erwarten Sie dort neben den übrigen Verlagserscheinungen zum Stöbern und Kennenlernen.

Ebenso möchte ich Sie zu zwei Vorträgen/Lesungen in Frankfurt einladen:

Samstag, den 17.10.2009, 19:00 Uhr in der Matthäuskirche (nahe Messe)*)
„Worte erfassen es nicht“ – Die Dichtung des Chan(Zen)-Buddhismus
Vortrag und Lesung von Hans-Günter Wagner, dem Verfasser von „Wie die Wolken am Himmel“:

*) Friedrich-Ebert-Anlage 33,
zu erreichen:
U-Bahn: Linie 4
Straßenbahnlinie 16 und 17
Haltestelle: Hohenstaufenstraße

Freitag, den 23.10.2009, 20:00 Uhr im Künstlerclub-Frankfurt im Nebbienschen Gartenhaus **)

„Wenn nur ein Traum das Dasein ist“ – Klassische chinesische Lyrik
Vortrag und Lesung von Regina Berlinghof

**) Bockenheimer Anlage, beim Hilton-Hotel
zwischen Alter Oper und Eschenheimer Turm
U-Bahn: Eschenheimer Tor, Alte Oper
Park-Häuser: Alte Oper, Schillerpassage, Börse

Hans-Günter Wagner: Wie die Wolken am Himmel
Die Dichtung des Chan-Buddhismus
Mit zahlreichen Versen, aus dem Chinesischen übersetzt von Hans-Günter Wagner
217 Seiten, kt., ISBN  978-3-935727-13-6, Euro 14,00

Was im Westen unter dem Namen Zen-Buddhismus bekannt ist, stammt ursprünglich aus China und wird dort Chan genannt. Im Chan wird das Augenmerk auf das unmittelbare Erleben als Quelle des Erwachens gelegt. Das bewusste Ausführen einer jeden Alltagshandlung ist der Kern einer erleuchteten Lebensweise. Da der Chan in gewöhnlichen Worten kaum zu erklären ist, gilt der lyrische Ausdruck als die angemessene sprachliche Form, um meditative Einsichten und spirituelle Erfahrungen sowie ihre Integration in den Alltag zu beschreiben und anderen zugänglich zu machen. Die Chan-Dichtung bietet einen eigenständigen Zugang zum Verständnis der buddhistischen Lehre. Nicht nur in China, sondern auch in den angrenzenden ostasiatischen Ländern, hat diese Lyrik auf die Entwicklung von Poesie und Malerei, Kalligraphie und Kampfkunst, sowie die Lebensweise im Allgemeinen, einen prägenden Einfluss ausgeübt.

Alle Chan-Poesie ist stets nur eine Annährung, ein flüchtiges Streifen des Unberührbaren. In unzähligen Gedichten, die das Erkennen des eigenen Weses und das Eingebettetsein in die Natur widerspiegeln, haben chinesische Chan-Meister das Erleben des bewußten Augenblicks ausgedrückt. Hans-Günter Wagner führt an Hand zahlreicher Beispiele in das Denken und Fühlen chinesischer Chan-Dichter ein und zeigt auch die sozialen Aspekte dieser Dichtung.

Hell ein Vogelruf ertönt. Altchinesische Volkslyrik
Aus dem chinesischen Buch der Lieder und Gedichte (Shijing – Guofeng)
Aus dem Chinesischen neu übersetzt von Hans-Günter Wagner, 213 Seiten, kt.,
ISBN  978-3-935727-12-9, Euro 14,00

Entstanden zur Zeit der Homerischen Epen und des Rigveda der Inder gehört das chinesische Buch der Lieder und Gedichte (Shijing) zu den ältesten literarischen Erzeugnissen der Menschheit. Der Abschnitt der Volkslyrik (das Guofeng), spiegelt in einem buntschillernden Mosaik das Alltagsleben und die Facetten menschlicher Sehnsüchte, Leidenschaften,  Ängste und Versagungen wider: Verse, die die Liebe verewigen stehen neben Spottgedichten auf den Herrscher und seine Vasallen. Hochzeitslieder reihen sich an Schilderungen der Schrecken des Krieges und der Trauer der Witwen. Klagen über die Not armer Bauern finden sich neben Beschreibungen des Lebens bei Hofe. Die Klagen verstoßener Frauen und die Qual unerfüllter Liebe werden abgelöst von Zeugnissen glücklicher Liebe.
Der ungekünstelte Stil der Lieder und Gedichte, ihre bilderreiche Sprache haben die Jahrtausende überdauert und sind auch heute noch aktuell. Zahlreiche Verse finden sich bis heute als Redensarten in der chinesischen Gegenwartssprache.

Hundert Jahre „Chinesische Flöte“
Wiederauflage der ersten Ausgabe von 1907,
150 Seiten, EUR 12,50 br., ISBN 3-9806799-5-0

Im Herbst 1907 gab der Lyriker Hans Bethge im Insel-Verlag einen Band mit Nachdichtungen chinesischer Lyrik heraus: „Die Chinesische Flöte“. Die Resonanz war außerordentlich. Der liedhafte Ton, die musikalisch-rhythmische Sprache Hans Bethges hat nicht nur die Leser bezaubert, sondern viele Komponisten zu Vertonungen seiner Gedichte angeregt. Herausragendes Beispiel ist Gustav Mahler, den sieben Gedichte aus der „Chinesischen Flöte“ zu seinem „Lied von der Erde“ inspiriert haben.
„Alma, Gustav Mahlers Frau, erzählt in ihrem Buch „Mein Leben“:
„Er“, (Dr. Pollak), „brachte mir die kostbarsten Leckerbissen, Bücher, Noten. Und so kam er einmal mit Bethges „Chinesischer Flöte“, einer Sammlung von Gedichten, vor allem von Li-Tai-Pe. Die Gedichte entzückten mich, und ich las sie Gustav Mahler immer wieder vor, bis er daraus … „Das Lied von der Erde“ machte.“

Der große Erfolg der „Chinesischen Flöte“ veranlaßte Bethge, weitere Nachdichtungen aus anderen orientalischen und fernöstlichen Kulturen zu veröffentlichen, auch einen zweiten Band mit klassischer chinesischer Lyrik:

Hans Bethge: Pfirsichblüten aus China
3. Auflage seit 1920
136 Seiten, Eur. 12,50, br., ISBN 3-935727-06-2

So entstand eine Reihe von zwölf Bänden, die seit 2001 allesamt im YinYang Media Verlag neu aufgelegt wurden (z.T. aus Bethges Nachlaß).
Ich freue mich auf Ihren Besuch!

Mit freundlichen Grüßen
Regina Berlinghof
_______________________________

YINYANG MEDIA VERLAG
Regina Berlinghof eKfr.
Im Tal 1
D-65779 Kelkheim / Ts.
Germany

102. Ach, zeig mir den Punkt

Ach, zeig mir den Punkt, wo sich alles trifft
wer denn kann sagen: Ich  besitze, ich habe gehabt!
Eine Klause hast du dir geschaffen, eine Zelle für  dich,
deinen Rückzug
In der Stube steht auch ein Lager,
eine  Möglichkeit, zehn Minuten zu verweilen,
still zu sein
den Druck der Waden  zu spüren auf kühlem Laken
Du hebst den Tüll beiseite, dieses schräge Stück  Gardine
und blickst in die Landschaft
auf den Feldern stehen die  Raben
in Furchen, die leer sind, die Helle der Sonne
schräg aus dem  Weltall täuscht dich über die Zeit
Nebelmonat November, wenn alles  verschwebt,
die Gedanken, das Gedächtnis der Toten
höchsten ein Schrillen  weckt dich,
ein Ruf von Ferne, jemand am Telefon
der dich erreicht, der  dich einbezieht

Es gibt dir ein Dasein und ein Erinnern
eine Woche bedenken, atemlos  drüben
zwischen Wupper und Duisburg
An welches Haus, an welchen Hügel  gelehnt
richtet sich dein Gedanke auf
der so klar, der so lupengenau  ist
als wäre ein Dichter dabeigewesen
Reporter der nackten Dinge

Einmal so außer sich sein – dann weiterleben
wie unerkannt
Nun trägst  du Blumen in die Stube
Astern so knirschend kühl und herb wie du  selbst
wenn du dich nicht traust, die Wimpern zu öffnen
die Lider ganz  hochzuschlagen, mit deinen Augen zu sehen
deine Kraft, dein  Eigenstes
dich, im Spiegel oder im blinkenden Fensterglas
der Stube oder  im Echo des Freundes
der dich sieht und hört, wie du wirklich bist
dann  hast du alles Störende beiseite geschoben,
den Stuhl von der Tenne, die  schwere Schabracke
die dem Zimmer das Licht nimmt,
dann leuchtest du, du  bist du selbst
deine Stube bist du

Ich lege meine Hand in deine Seele
fühle mich gut dabei
Wir machen  beide eine Ausnahme
sie gefällt uns gut
Einmal
den Schwarm hochfliegen  lassen der nistenden Vögel
die alle ihr Heim hatten ihr Nest und ihre  Beköstigung
ihr zieht fort, Vögel und Schwärmer
und mir fällt das  Aufsegeln zu
wo von Küsten weg alles ins Blau, ins stürmische Meer
in die  Weite strebt
Zu deinem Traum fährst du
zum Nordkap
Annäherung und  Ferne, wer denn weiß, wann wir treulos
frank und frei uns hingeben, alles  fahren lassen
was uns bindet, uns hält
mit geschlossenen Augen
das  Schönste sehen
darüber still zu sein
wenn dich Unheimliches berührt
wie  ein Mund, der nicht da ist

(Wilhelm Fink)

101. Lyrik-Taschenbücher der Woche

Der Leser der Gedichte des Iain Crichton Smith (1928-1998) findet sich unversehens in einem Brueghel-Bild wieder: das knochige Pferd, das einen Karren voller Schädel zieht, senkt den Kopf. Was bewegt einen schottischen Autor des 20. Jahrhunderts, der in seinem Land als einer der wichtigsten Dichter seiner Generation gilt, mit den Bildern der Renaissance zu korrespondieren? Der Sturz des Engels, die tanzenden Bauern, der Tod in Kapuzen findet sich wieder in Gedichten, die Motive aus der jüngeren Geschichte der gälisch sprechenden Minderheit der Hochlandbewohner aufgreifen. Deren Exodus begann Ende des 18. Jahrhunderts. Den Vertriebenen und Auswanderern und den gebliebenen Alten, die die gälische Sprache und ihre Kultur zu bewahren suchen, hat der Schotte seine Gedichte gewidmet. In ihnen beschwört er die Schönheit und den Glanz des Alten. Den Exilanten aber halten Hoffnung und Erinnerung am Leben. Smith umreißt dessen Elend in Hunger und Alkohol. Seine Verse spüren den Veränderungen nach, die Vertreibung und Emigration bei Menschen bewirken. Die Metaphern und Vergleiche, die an der Bildoberfläche als Schiffe, Segel und Meer aufblitzen, bewegen sich zwischen Hoffnung und Trauer. Obwohl die lyrischen Figuren der Gedichte als Individuen einer aussterbenden Kultur definiert sind, scheinen die Verse allen Heimatlosen, Verbannten und Ausgestoßenen gewidmet zu sein. Heimkehrer aber kommen in eine Welt zurück, die sich gewandelt hat. Sie sind Fremde geworden. Die sogenannten Kleinen Leute kommen in Monologen zu Wort. Das lyrische Ich ergänzt ihre Rollenreden mit Imaginationen und Symbole von schmerzlich schöner Klarheit. Es sympathisiert mit Außenseitern, die die gälische Sprache und die Traditionen zu bewahren suchen. / Dorothea von Törne, Die Welt 19.9.

Segel aus Salz.
Von Iain Crichton Smith. A. d. Engl. v. Elmar Schenkel.
Edition Rugerup, Hörby. 160 S., 19,90 Euro.

Über den dritten Gedichtband des Göttinger Literaturprofessors Heinrich Detering schreibt die Autorin:

Nie kommen die Verse moralisierend oder belehrend daher. Das unterscheidet sie wohltuend von anderen zur Poetenzunft wechselnden Dozenten. Dieser denkt auf heitere Weise nach über das kulturelle Klima oder „famous last words“

Wrist.
Von Heinrich Detering. Wallstein, Göttingen. 80 S., 15,40 Euro.

Außerdem  in der Sammelrezension über

Bernsteinherz.
Von Christoph Klimke. Mit Zeichnungen von Johann Kresnik. Eremiten, Düsseldorf. 67 S., 17 Euro.

Sämtliche Gedichte.
Von Hilde Domin. Hrsg. von Nikola Herweg und Melanie Reinhold. S. Fischer, Frankfurt/M. 351 S., 16 Euro.

100. Schall der Debatte

Gerrit Wustmann über das aktuelle „Poetenladen-Debättchen“:

Stefan Mesch streift durch die Lyrik im Onlinezeitalter, die eben dieses Gemisch aus Dichtung und Diskussion präsentiert, das vielleicht manchen Leser abschreckt. Da mosert Mesch, zugegeben nicht zu Unrecht, darüber, dass die Benutzerführung des Poetenladens suboptimal ist. Ja, und was bringt uns das? Richtig, schon wieder nichts. Und der durchschnittliche Zeitleser hat noch weniger davon, denn anstatt zum lyrischen Stöbern und Entdecken wird er eher dazu angeregt, angesichts des Gemäkels Abstand zu wahren. Iris Radisch hat das Publikum im Sommer 2007 schon mit einem selten unnkenntnisgeladenen Artikel davon abgehalten, Zugang zur Lyrik zu finden. Man hätte meinen sollen, dass einer, der aus der Szene kommt, es besser macht. Er hätte ja stattdessen über Lyrik schreiben und ein paar der wirklich herausragenden jungen Talente vorstellen können. Aber der Schall der Debatte scheint ihm wichtiger zu sein.

Und über „Bella triste“:

Damals hatte diese kleine aber beachtliche Redaktion erstmals in den überregionalen Feuilletons auf sich aufmerksam gemacht, als sie eine wirklich hervorragende Ausgabe mit Schwerpunkt Lyrik und Lyrikdebatte herausgab. Was so hoffnungsvoll begann wurde zu eben jenem lahmen Tanz um die eigene Achse. Selbst das wäre verzeihbar, würde der Truppe nicht inzwischen etwas Elitäres anhaften (ich lasse meinen Eindruck, sollte ich mich irren, gerne korrigieren). Das spürt man daran, dass es in der „Community“ inzwischen zwei Debattenlager gibt: Das „offene“ und das „Bellalager“, das sich weitestgehend auf Autoren aus dem Dunstkreis der Hildesheimer beschränkt. Dieses Lager debattiert nicht „mit den Anderen“, sondern allerhöchstens über sie, eine Haltung, die auch in Meschs heutigen Einwurf spürbar ist. Man kann sich nichtmal drüber ärgern – nur wundern. Bis heute lese ich die Bella gerne, aber sie ist im Vergleich mit anderen „jungen“ Literaturzeitschriften nichts Besonderes. Man kann darin großartige Entdeckungen machen (bezogen auf Lyrik und Prosa), man findet aber auch vieles, das mit Wasser gekocht ist.

/ Neue Rheinische Zeitung 19.9.

Zur Debatte siehe die Leserkommentare bei der Zeit und hier

Beim Poetenladen lese ich:

Der urspüngliche Zeit-Text von Stefan Mesch wurde aufgrund der Kritik geändert: Die Wendung „blöd versteckt“ musste Stefan Mesch streichen.

99. Gedichteland

Stellen Sie sich vor, es gäbe ein Land, in dem jede überregionale Zeitung, die etwas auf sich hält, jede Woche eine ganze Seite voller Gedichte publiziert. Gedichte, die von einer Expertenjury aus 3.000 bis 4.000 Einsendungen ausgewählt wurden, die Leserinnen und Leser jeden Alters, aus allen sozialen Schichten stammend, eingesandt haben.

Malen Sie sich dazu eine tausendjährige Tradition des Gedichteschreibens aus, eine Tradition, die dieses Land so durchdrungen hat, dass alle in der Schule das Gedichteschreiben lernen, dabei einen Sinn für jedes einzelne Wort, einen Zugang zur Welt und eine Ausdrucksmöglichkeit für ihre Gedanken und Gefühle gewinnen. Stellen Sie sich jetzt noch Gedicht-Gesellschaften vor, mit zehntausenden von Mitgliedern, die regelmäßig Gedichtwettbewerbe abhalten. Wenn das Ihre Vorstellungskraft übersteigt, fahren sie einfach mal nach Japan. Da gibt es das alles. Nachzulesen in dem im Reclam Verlag erschienen Band „Gäbe es keine Kirschblüten… Tanka aus 1300 Jahren“. / Deutsche Welle 17.9.

98. Klaus Wagenbach über DDR-Literatur

Die 50er Jahre waren voller Hoffnung, selbst für einen Dichter wie Reiner Kunze, und man vergisst immer, dass eine Reihe von Autoren vom Westen nach dem Osten gewechselt sind – Stephan Hermlin, Wolf Biermann, Peter Hacks, Adolf Endler, um nur einige zu nennen. Ihre Hoffnungen galten einem Staat, in dem jedes Kuhkaff ein Klubhaus und jede Kleinstadt ein eigenes Theater hatte, in dem jeder größere Betrieb und jede Kaserne über eine Bibliothek verfügte und in dem es sogar ein Literaturinstitut gab. Und es gab – das war mein besonderer Neid – das „Poesiealbum“.

Ein monatliches Lyrikheft, das man für 90 Pfennige an jedem Kiosk kaufen konnte.

Das war natürlich ein Traum für mich! Jetzt haben wir dieses ganze Erbe am Hals, jetzt sind wir die Erben. Ob wir es wollen oder nicht, das ist deutsche Literatur … Kurz und gut, wir haben gewartet, und es kam nichts. Und diese DDR-Anthologie, die wir jetzt gemacht haben, war ein Lieblingsprojekt von mir. Ich hatte doch angefangen mit DDR-Literatur, 1960, als ich noch Lektor beim S.Fischer-Verlag war. Damals habe ich Peter Huchel zum ersten Mal gedruckt, Hermlin, das erste Buch von Christa Reinig. Also, das Gelände war mir vertraut. Es ging uns, wie wir es auf der Rückseite des Schutzumschlags zum Ausdruck bringen, darum, die schönsten, charakteristischen, vergessenen oder verbotenen Gedichte in Erinnerung zu bringen. Zum Beispiel „Schwarze Bohnen“ von Sarah Kirsch. Ein wunderbares Gedicht, ganz bescheiden, ganz einfach, ganz unpolitisch – und trotzdem tobende Reaktionen! Es erschien damals bei mir im „Tintenfisch“, dem Jahrbuch für Literatur, und hat in der DDR furchtbare Reaktionen ausgelöst.

Weil es „dekadent“ war?

Nein, weil die Kulturpolitiker entsetzlich dumm waren. Ich nenne nur Alfred Kurella und die Kafka-Konferenz 1963 in Liblice. Er hat es nicht verstanden. Und sie haben auch bei Sarah Kirsch nur gesehen, da beschreibt eine Autorin, wie sie Kaffeebohnen kleinmacht und hinterher die Bohnen wieder zusammensetzt. Ein sehr merkwürdiger, schöner Vorgang. Es war dieses Unverständnis, was dann ganz klar in dem berüchtigten Plenum im Dezember 1965 zutage trat, wo Ulbricht wörtlich gesagt hat, die DDR ist ein sauberer Staat. Sauberer Staat – da habe ich mir immer vorgestellt, wie einer an dem Staat rumschrubbt. Und dann fiel der fatale Ausdruck, wir dulden keine Anarchisten. Wenn das Wort „Anarchist“ fällt, sage ich als Verleger, sind die Lyriker immer vorgewarnt. Denn Dichter sind geborene Anarchisten, denen fällt, wenn der Tag lang ist, viel ein und sehr viel Divergierendes. …

Manche sagen, aus der DDR würden höchstens zehn, zwölf Dichter bleiben.

Zehn, zwölf? Das ist viel! Da muss ich auch im Westen ganz ordentlich zählen, bis ich zwölf zusammenkriege.

(…)

Hilbig ist ein klassischer Fall. Der wäre im Westen wahrscheinlich kein Lyriker geworden. Der ist in der ganzen Ambivalenz ein echtes DDR-Produkt. Eddie Endler auch. Die haben sich zu Tode gesoffen – eine Art stiller Freitod.
/ Frank Quilitzsch, Thüringische Landeszeitung 18.9.

100 Gedichte aus der DDR. Hrsg. v. Christoph Buchwald und Klaus Wagenbach, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin, 160 S., 16,90 Euro

97. Beim ilb wird gefeiert

Daniela Danz, gefeiert als die „neue Stimme der deutschen Lyrik“, liest Prosaminiaturen aus ihrem Gedichtband „Pontus“. Bei ihr ist die antike Mythologie nicht nur Referenz, sondern Grundlage der Poetik. In „Helles Meer“ etwa beschreibt die Dichterin den Ritt der Helle und des Phrixos über den späteren Hellespont, es ist eine Grenzüberschreitung zwischen Europa und Asien. Gleichsam überschreitet Danz in ihren Gedichten die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Mythos und Realität, denn immer wieder kollidieren in den Zeilen antike Motive und Formen mit Verweisen auf aktuellste Thematiken.

Anders als Daniela Danz hat sich der gefeierte Nico Bleutge ganz vom lyrischen Subjekt verabschiedet. Die vorgestellten Gedichte seines Bandes „Fallstreifen“ sind mehr Kollektor von Wahrnehmungen als Reflexion von Gelebtem oder Phantasiertem. Sein Thema ist das visuelle Abtasten der Welt und ihrer Beschaffenheit, die er mit klirrend klaren Worten beschreibt. …

Volker Sielaff unterdessen liebt die große Geste nicht. Er habe Schwierigkeiten mit Mythen, sagt der Dichter bei „New German Poetry“. Stattdessen besinnt er sich in seinen Poemen auf oftmals ganz alltägliche Momente, die in präzisen Beobachtungen zu erstaunlicher Prägnanz gebracht werden. / Frauke Fentloh, Berliner Morgenpost

9. Internationales Literaturfestival Berlin , Haus der Berliner Festspiele, Schaperstr. 24, Wilmersdorf, Tel. 25 48 90 sowie an weiteren Spielorten. Das Festival geht am Sonntag um 20 Uhr mit dem HipHop-Musical „Die vergessenen Befreier“ im Haus der Festspiele zu Ende.

96. Hermann Hesse Literaturpreis

Der Schweizer Schriftsteller Alain Claude Sulzer wird mit dem von der Stiftung Hermann Hesse Literaturpreis Karlsruhe, die von der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe betreut wird, vergebenen Hermann Hesse Literaturpreis 2009 ausgezeichnet. Der 1953 in Basel geborene Autor erhält den mit 15.000 Euro dotierten Preis für seinen Roman „Privatstunden“, der gerade bei Suhrkamp als Taschenbuch erschienen ist.

Der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis geht in diesem Jahr an den 1978 in Wiesbaden geborenen Autor Christophe Fricker für „Das schöne Auge des Betrachters“. Der Lyriker zähle mit seinem Gedichtband zu den großen Hoffnungen der zeitgenössischen Dichtung, begründete die Jury: „In bewusster Anknüpfung an die Gedankenlyrik Stefan Georges“ sprächen Frickers Texte „von Freundschaft und Liebe, kurzum von den Erschütterungen des Herzens in einer Zeit, in der für schöne Seelen wenig Platz ist“. Die Jury lobte Fricker als „hellen Beobachter“, der in „kontrastreichen Denkbildern in musikalischem Duktus und von bilderreicher Wucht die Gefühlskultur stets im Widerstreit mit dem schnöden Materialismus der Epoche“ zeige. Die Preisverleihung findet am 26. November um 17 Uhr im Karlsruher Rathaus statt. / hermann-hesse-preis.de