36. Jochen Kelter

Die Eleganz seines Stils, das Verblüffende seiner Bilder beherrschen auch Kelters Lyrik, die meist selbstreflexiv von Befindlichkeiten (häufig eines „wir“) angesichts von Ereignissen, Landschaft, Heimat und Fremde spricht. Von Trauer und Hoffnung, knapp und sinnlich, in einer oft berauschenden Satzmelodie. Zwischen 1978 und 2009 hat Jochen Kelter mehr als zehn Gedichtbände publiziert. Jochen Kelter ist ein verlässlicher Freund.

Der geborene Kölner, nun Schweizer, kümmert sich um seine Freunde dies- und jenseits der Grenze. Er führt sie zusammen, gern in jener Weinstube, in der man weiß, was ein Kelter ist: ein trockener Weißer und ein Mineral. Lieber Jochen: So soll’s noch lange bleiben. / Hermann Kinder zum 65. Geburtstag von Jochen Kelter, Südkurier 8.9.

35. Freude an Kleinigkeiten

Oder man freute sich an den Kleinigkeiten des Literaturbetriebs: Auf der Nacht der Poesie von Bayern 2 las unter anderem die Berliner Lyrik-Hoffnung Nadja Küchenmeister, die gleich einer Renaissance von Gedichten (in Form von Absatzsteigerungen) eine Abfuhr erteilte. Zu viele schrieben sie, zu wenige wollten sie lesen. Und F.C. Delius übte auf einer Wutbürger-Podiumsdiskussion für seine baldige Büchner-Preisrede ein wenig das Provozieren, indem er Nicht-Wähler als Feinde der Demokratie bezeichnete. Ein wenig Zeit ist ja noch. / Matthias Waha in einem Bericht über das Erlanger Poetenfest, Süddeutsche Zeitung 31.8.

34. Haus bauen

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr – heißt es in Rainer Maria Rilkes Gedicht „Herbsttag“. Kühle Rechner sollten sich von der Melancholie der Lyrik jedoch nicht anstecken lassen und eine Immobilie zumindest jetzt finanzieren. „Die erneut aufgeflammte Angst an den Märkten hat dazu geführt, dass sich Kredite für Immobilien weiter verbilligt haben“, sagt Kai Oppel vom Baugeldvermittler HypothekenDiscount. / presseportal

33. Defekt

Ein Gedicht beginne nicht dort, «wo tiefer Nebel über Kuhwiesen wabert», hält der Dichter dabei in seinem poetologischen Essay «Die Lust zu verschwinden im Körper der Texte» mit der ihm eigenen, nur von einem haarfeinen Hauch von Ironie durchzogenen Akkuratesse fest. Das Wesen von Gedichten sei es vielmehr, so der Autor, einen Überschuss an Sinn zu erzeugen, was jedoch nur dann gelänge, wenn die Texte einen Defekt aufweisen – wenn sie «das Organisationsniveau jener Gegenstände» über- oder unterschreiten, die sie durch die Sprache in sich aufnehmen wollen. / NZZ 1.9.

Kurt Drawert: Idylle, rückwärts. Gedichte aus drei Jahrzehnten. C. H. Beck, München 2011. 272 S., Fr. 29.90

32. Théophile Gautier

Wenig später katapultierte er sich selbst in den Mittelpunkt des literarischen Interesses; weniger mit seinem ersten Gedichtband «Poésies» (1830) als mit dem 53-seitigen Versepos «Albertus», das nicht zuletzt seines Vorworts wegen erwähnenswert ist. Bereits hier legte Gautier sein Konzept einer nicht utilitaristischen Kunst nieder, die er bündig unter dem Begriff l’art pour l’art zusammenfasste. (Darüber, ob es nicht doch der Philosoph Victor Cousin war, der diesen Begriff als Erster verwendete, wird man sich wohl noch lange streiten.) / Alain Claude Sulzer, NZZ 27.8., über Théophile Gautier, der am 30.8.1811 geboren wurde. Überschrift: „Der Sultan des schmückenden Beiworts“

Fragen der sexuellen Identität verhandelt Théophile Gautiers Werk sehr offen. Zum 200. Geburtstag des Dichters ist einiges daraus neu oder zum ersten Mal übersetzt worden – und wirkt auffallend modern. / Thomas Laux, NZZ 27.8.

31. SIC-Literaturverlag

Die Initiatoren der Literaturzeitschrift SIC, Christoph Wenzel und Daniel Ketteler, haben sich auf ein Wagnis eingelassen und einen Independent-Verlag gegründet. Gestartet haben sie den SIC-Literaturverlag mit Werken des Lyrikers Achim Wagner und von Jürgen Ploog, Urgestein der unabhängigen deutschen Literaturszene. / Enno Stahl sprach mit Christoph Wenzel und Jürgen Ploog, DLF

30. Unsicherheit

Unsicherheit (Bobrowski)

(Lyrikwiki Labor

  • Die Unsicherheit in manchen Gedichten der Annette von Droste beweist die Legitimität ihres dichterischen Ansatzes. Es ist nicht gewiß, wohin es mit den Versen geht.
  • Das Gedicht entsteht in der radikalen Unsicherheit.

Aus: Bemerkungen. In: Johannes Bobrowski: Gesammelte Werke in sechs Bänden. Vierter Band. Die Erzählungen. Vermischte Prosa und Selbstzeugnisse. Berlin: Union Verlag 1987, S. 206

29. Nimm den langen Weg nach Haus

Unter dem Titel „Nimm den langen Weg nach Haus“ legt der Verlag C.H.Beck nun eine Sammlung mit Petersdorffscher Lyrik vor, die aus bereits veröffentlichtem Material und neuen Texten besteht. Angesichts des eingangs erwähnten, wirft das natürlich die Frage auf, ob es sich dabei um die haltbarsten Texte früherer Produktionen handelt, oder wenigstens um Texte, denen der Autor und der Verlag Haltbarkeit ansinnen, zumindest wünschen. Zuweilen scheint mir ein solches Vorhaben eitel, vor allem wenn sich die Texte so etwas wie ein tiefes Gedankentum zu borgen scheinen, wenn sie, wie vor allem im ersten Teil durch die individuelle Bildungsgeschichte des Autors spazieren und mit ausgestelltem Wissen nicht geizen. „wo der Berg ragt/ und die Sprache dünn wird,// wie an Mister Shelley zu studieren ist./…“ (40)

… Diese Texte sind mir zu klug. Zu durchdacht. Der Autor scheint an jeder Stelle genau zu wissen, was er tut, und stellt sich so zuweilen vor die Gedichte.

Hin und wieder aber, in dem Sonetten-Zyklus „Die Vierzigjährigen“ vor allem, durchbrechen Petersdorffs Texte ihre selbst auferlegte akademische Distanz. Dann rücken sie mir auf die Pelle, und ich stelle mich ihnen gern. / Jan Kuhlbrodt, Fixpoetry

Dirk von Petersdorff: Nimm den langen Weg nach Haus. Verlag C.H. Beck, München 2010.

28. Zwei Dresdner in concert

Es sind wohl auch Fragen von Haltung, hellwachem Geist und einer besonderen Art von Widerspenstigkeit, die Braun und Sommer in eine künstlerische Verwandtschaft rücken. Höchste Zeit also, dass sie sich mal aufeinander einlassen sollten!

Ausgerechnet zur Bardinale, dem nun zum 10. Mal ausgerichteten Treffen der Poesie im sehr selbstbewusst als Dresdner Literaturhaus apostrophierten Alfred-Kästner-Museum am Albertplatz, ist dies nun am ersten September-Sonntag geschehen. Vor vollem Haus im Roten Salon gab es Musik und Text, Jazz und Lyrik, Rhythmus und Wort. Weil Sommer ja nicht nur seine Maschinerie aus Becken, großer Trommel, Gongs und kleinen Trommeln zu bedienen hatte, sondern Brauns Texte auch mitlesen musste, machte er ein „Brillenkonzert“ daraus. Normalerweise konzertiert er ja ohne Sehhilfe. Doch auch hier nutzte er nicht nur das „klassische“ Instrumentarium, sondern ging zu einem sehr melodiösen Ausflug ans Hang und nutzte für einen 360-Grad-Rundumschlag alles, was sich irgend betrommeln oder mit dem Trommelbesen bestreichen ließ. Da musste selbst der Körper des Dichters für rhythmischen Klang herhalten. Volker Braun nahm es mit Vergnügen.

Das Spektrum seiner Texte war ähnlich breit wie der Einfallsreichtum dieses musikalischen Giganten, der das gemeinsame Publikum auch mal zu einem ausgedehnten Solo mitnahm. Braun erinnerte sowohl an seine frühesten Kindheitserinnerungen und musste dazu nur ein Wort wie „Trümmerflora“ bedienen. Er zitierte Texte, die im philosophischen Reibungsprozess am untergegangenen DDR-Staat entstanden – aber beim Wiederhören von beachtenswerter Gültigkeit geblieben sind. Natürlich sezierte der kluge Kopf auch die sogenannte Wende mit all ihren Folgen, schilderte eine Begegnung von Künstlern und Politik im Sächsischen Landtag, tummelte sich gedankenreich über den Dorotheenstädtischen Friedhof von Berlin, brachte die aktuelle Krise ins Spiel, angesichts derer zu fragen wäre, wo all der Mut und das Aufbegehren von 1989 denn hin sind?

Bei vielen, vielen Sentenzen horchten die Gäste zustimmend auf, schmunzelten bei trefflichen Feststellungen („Das Sein und bestimmt das Bewusstsein im Eimer“) und mochten sich mit Volker Braun gefragt haben, wieso angesichts zerfallender Banken im Volk denn nicht mehr Zorn aufkommen möge? „Am Ende des Tages bist du ein Produkt“, resümierte der Dichter bitter, doch ohne verbittert zu sein. / Michael Ernst, Musik in Dresden

27. Aufwartungen im Gehäus

Nach fast fünfzehn Jahren der planvollen Abwesenheit meldet sich Ulrich Zieger mit seinen „Aufwar­tungen im Gehäus“ zurück. Und seine Beschwö­rung einer bibli­schen Urszene, die in der lyrischen Adres­sierung „an den Vater von Sem“ anklingt, nimmt ein Motiv aus „Große beruhigte Körper“ wieder auf. Dort gibt es ein Gedicht, in dem ein im späten Mittel­alter ausgestorbener Vogel, die Dronte, ins Leere fliegt und dabei von einem Engel begleitet wird. Diesen Flug ins Leere scheinen auch die beiden „turtel­tauben“ des vorliegenden Gedichts zu absol­vieren. Dass diese beiden Turtel­tauben offenbar verletzt und blutig ihren Flug über den Köpfen vollziehen, darf man wohl als apokalyp­tisches Zeichen verstehen. / Michael Braun, Poetenladen

Ulrich Zieger, geboren 1961 in Döbeln, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Montpellier und Berlin. Sein Gedicht ist dem Band Aufwartungen im Gehäus entnommen, der in der Edition Rugerup (Berlin/Hörby, Schweden 2011) erschienen ist.

26. Gernhardt-Preis für Gsella und Göritz

Komisch ist die Lyrik von Thomas Gsella (53), auch wenn die Pointen des ehemaligen Chefredakteurs des Satiremagazins „Titanic“ manchmal dafür sorgen, dass das anfangs laute Lachen schnell leiser wird, wenn der Leser sich dabei ertappt, dass er sich über politisch Unkorrektes freut. …

[Er und Matthias Göritz] erhielten gestern im Hessischen Literaturforum den mit insgesamt 24 000 Euro dotierten Gernhardt-Preis, den das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst gemeinsam mit der Helaba und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen-Thüringen vergibt.

Die beiden so unterschiedlichen Autoren erhielten gestern im Hessischen Literaturforum den mit insgesamt 24 000 Euro dotierten Gernhardt-Preis, den das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst gemeinsam mit der Helaba und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen-Thüringen vergibt. Da der Preis hessischen Schriftstellern die Realisierung eines „größeren literarischen Vorhabens“ ermöglichen soll, sind die gekürten Werke noch im Entstehen begriffen. …

Der Lyriker und Satiriker Thomas Gsella wurde für sein Lyrikprojekt „Tiere & Reime“ prämiert, dass sich auf Zeichnungen der Karikaturisten Greser & Lenz bezieht. „Beide Kunstformen bereichern sich gegenseitig, sie kommentieren einander, sie kommunizieren miteinander“, urteilte die Jury. / Thomas Scholz, Frankfurter Neue Presse 6.9.

25. Landsberger Poesieautomat

Im Marbacher Literaturmuseum der Moderne (LiMo) entsteht große Lyrik auf Knopfdruck. In der hohen Eingangshalle wird der Gast von einer großen Anzeigetafel empfangen, die der eines Flughafens nicht unähnlich ist. Doch statt profane Abflugzeiten anzuzeigen, spuckt die schwarze Tafel Gedichte im Akkord aus. Es ist der „Landsberger Poesieautomat“, entwickelt vom Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger. Ein beherzter Druck auf den schwarzen Buzzer, danach 40 Sekunden Bedenkzeit für die Maschine – und mit einem Rattern bilden die Buchstabentafeln immer wieder neue Sechszeiler. „Einstweilen noch zähflüssige Schlussrunden. Grundsätzlich sparen!“, heißt eine Zeile. / Christoph Neethen, Leonberger Kreiszeitung

24. Michael Lentz über Scherstjanoi

Die Vergangenheit hat Begriffe und Namen: russischer Futurismus, Saum’-Sprache; David Burljuk, Welimir Chlebnikow, Alexej Krutschonych, Wladimir Majakowski und – für die jüngste Vergangenheit – Carlfriedrich Claus, den Scherstjanoi 1982 kennenlernte. Ohne die Freundschaft mit Scherstjanoi wäre Claus’ künstlerische Rezeption des russischen (Kubo-)Futurismus auf der (fremd-)sprachlichen Ebene sicher nicht so komplex verlaufen. Auch an Übersetzungsprojekten haben die beiden Künstler zusammengearbeitet. So hat Scherstjanoi im Auftrag von Rudolf Mayer für den Verlag der Kunst (Dresden) Rohübersetzungen der Deklaration der saumnischen Sprache von Alexej Krutschonych angefertigt, die Carlfriedrich Claus seiner Nachdichtung zugrunde legte. Die erstmalig ins Deutsche übersetzte Deklaration wurde 1982 im Katalog figura 3 auf der IBA Leipzig veröffentlicht. (…)

Valeri Scherstjanoi ist der letzte Futurist. Er ist vom Stamme der Lautpoeten mittlerweile einer der Dienstältesten und sicherlich einer der ganz Großen. Er ist kein Stimmartist im Sinne eines stimmlichen Exorzismus, wie ihn Carlfriedrich Claus, Bob Cobbing, François Dufrêne oder Gil Joseph Wolman betrieben haben oder Jaap Blonk betreibt. Seine »extended vocal techniques« schlagen keine Wurzeln in der Neuen Musik. Valeri Scherstjanoi würde nie behaupten, singen zu können wie Diamanda Galas, Meredith Monk oder David Moss. Die Singstimme wäre mit dem Granulat, der Rauheit der lautpoetischen Stimme geradezu unvereinbar. Was Scherstjanois Mund- und Atemwerk fabriziert, besitzt geistigen Tiefgang. Das in die Schrift Eingefaltete, das Überkommene und von ihm erfindungsreich Angereicherte faltet Scherstjanois Stimme wieder aus. In seinem Atem ist die Schrift gegenwärtig – eine Schrift, deren Strich quer durch die Jahrhunderte geht. Auch die »Schrift von keinerlei Sprache«, wie es bei Henri Michaux heißt.

Mehr

Michael Lentz, Nachwort zu: Valeri Scherstjanoi: Mein Futurismus. Matthes & Seitz 2011 

Lyrikwiki Labor über den figura-Katalog (ein entlegener und doch bedeutender Fundort für Grafik- wie Lyrikfreunde!)

23. Das Sa-umnische als sozialer Dialekt der russischen Futuristen

Von Kai Pohl, junge Welt 6.9.

Der soziale Dialekt Sa-um war die Ausrufung einer neuen Sprachpraxis. Nicht die Bedeutung der Worte, allein ihr Lautbild, der Klang zählte: »Ausdruck von Begeisterung!«, »Rebellion, Gewitter, Wirbel, Kampf, Skandal, Brand …« – »Die Gedichte sollen nicht den Frauen ähneln, sondern einer fressenden Säge.« Krutschonychs Gedichte tragen Titel wie »Kriegsruf«, »Die feuchte Scham« oder »Das Gedröhn des Kaukasus«. Die Phonetik des Sa-umnischen ist keine Laut nachahmende; sie baut auf eigenständige und unerwartete Lautverbindungen.

Krutschonych, der nach seiner Aussage »vergessen hatte, sich aufzuhängen«, zog sich 1930, nach dem Freitod von Wladimir Majakowski, aus allen literarischen Tätigkeiten zurück. Seiner Poesie blieb er allerdings treu. Mit der von ihm deklarierten sa-umnischen Sprache war er der Mitbegründer einer »Phono-Logik«, die den Unsinn als den »einzigen Hebel der Schönheit«, den »Feuerhaken des Schöpfertums« ansah. Denn: »Nur der Unsinn gibt der Zukunft den Inhalt.«

* Alexej Krutschonych: Phonetik des Theaters. Herausgegeben von Valeri Scherstjanoi. Verlag Reinecke & Voß, Leipzig 2011 120 Seiten, 10 Euro. ISBN 978-3-9813470-5-0

22. American Life in Poetry: Column 336

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

This week’s column is by Ladan Osman, who is originally from Somalia but who now lives in Chicago. I like “Tonight” for the way it looks with clear eyes at one of the rough edges of American life, then greets us with a hopeful wave.

Tonight

Tonight is a drunk man,
his dirty shirt.

There is no couple chatting by the recycling bins,
offering to help me unload my plastics.

There is not even the black and white cat
that balances elegantly on the lip of the dumpster.

There is only the smell of sour breath. Sweat on the collar of my shirt.
A water bottle rolling under a car.
Me in my too-small pajama pants stacking juice jugs on neighbors’ juice jugs.

I look to see if there is someone drinking on their balcony.

I tell myself I will wave.

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2010 by Ladan Osman, and reprinted by permission of the poet. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.