Es war an der Zeit, diesen Lyriker kennenzulernen. Seit über vierzig Jahren hat er, auf erfrischend unakademische Weise und in Personalunion von Dichter, Übersetzer, Herausgeber und Kritiker, der amerikanischen Poesie höchst lebendige Impulse gegeben, dabei immer auf Abstand zu den Moden des Augenblicks bedacht. Eine gelungene Auswahl des Whitman-Übersetzers Jürgen Brôcan stellt ihn nun im Rahmen der reizvollen Edition Lyrik-Kabinett bei Hanser erstmals dem deutschsprachigen Publikum vor. Und bei der Lektüre wird klar: Clayton Eshleman hat es in sich. …
Die Höhle selbst, Tor zu den Mysterien des Unbewussten, Zugang zur verleugneten Macht des Weiblichen, den eine in Stein gravierte Vulva bezeichnet, wird denkbar körperlich erfahren. Ihre Gänge sind wie mit Tierhaut ausgekleidet, einmal geht ein Liebesakt ihrem Betreten voraus; ihre Enge erlöst von der Enge moderner Existenz. Das Eindringen in diesen Temenos oder heiligen innersten Bezirk bedeutet für den Dichter die endgültige Befreiung aus dem Gefängnis des (puritanischen) Ich, Teilhabe an jener Kraft, «die uns die Cro-Magnons hinterliessen: / um einen Altar aus unseren Kehlen zu machen.» Es ist eine erotisch-poetische Kraft, die gerade beim Sich-Versenken in ein weibliches Bewusstsein – so bei Betrachtung der schlafenden Frau des Dichters oder des Lebens der tragischen Unica Zürn – eine grossartige, surreale Bildflut entfesselt. Solche Dichtung versteht sich als dionysische «Groteske». / Werner von Koppenfels, NZZ 19.1.
Clayton Eshleman: Die Friedhöfe des Paradieses. Ausgewählte Gedichte 1974–2010. Aus dem Amerikanischen von Jürgen Brôcan. Edition Lyrik-Kabinett bei Hanser, München 2011. 98 S., Fr. 22.90.
(und Rez. moniert die Einsprachigkeit und plädiert entschieden mit schlagenden Beispielen für zweisprachige Ausgaben, wie wahr!)
20.1. – 19.2.2012
Die Ausstellung „Text und System“ beinhaltet eine Gegenüberstellung von Arbeiten bildender Künstler und Literatur.
Dabei geht es nicht um motivische Ähnlichkeiten, sondern um eine ähnliche gedankliche Struktur, die Literatur und Kunst gemeinsam haben können. Die Ausstellung selbst zeigt eine Reihe konzeptioneller Arbeiten, die sich im weitesten Sinne mit der Erforschung von Wirklichkeit und deren Untersuchung beschäftigt. Dahinter steht auch die Tatsache der unzulänglichen Erkenntnisfähigkeit des Menschen bzw. der Erkenntnis, dass weniger die Welt als vielmehr die Kontruktion von Welt existiert. Verschiedene Künstler begeben sich also auf die Suche nach Wirklichkeit oder untersuchen die Konstruktionsprinzipien von „Wirklichkeit“. Künstlerisches Handeln wird also nicht als die Verfertigung eines Kunstwerks gesehen, sondern als eine Untersuchung mit den Mitteln der Bildenden Kunst. Die Medien, die die Künstler dabei benutzen, sind vielfältig (Zeichnung, Video, Installation).
Der beschriebene Forschungsaspekt spielt ebenso in der Literatur von z. B. Bertram Reinicke eine Rolle. Geplant ist daher auch eine Publikation, die diese Haltung sowohl im literarischen, als auch im Bereich der bildenden Kunst zusammenführt.
Vernissage: Fr., 20. Januar 2012, 19 Uhr
Einführung: Christoph Klein
Autorenlesung: Bertram Reinecke, Leipzig
Finissage: So., 19. Februar 2012, 14-18 Uhr
Mit Programm ab 18 Uhr: Texte im Dialog zwischen Systemen und Ansichten.
Künstler.innen noch geheim.
Erstes „Wort-Gast-Spiel“ (vom LiteraturBeTRIEB der www.wortbinderei.de).
Öffnungszeiten:
Zentrifuge Auf AEG
Muggenhofer Str. 141, 90419 Nürnberg
www.zentrifuge-nuernberg.de
Wie erst jetzt bekannt wurde, ist die Lyrikerin Astrid Claes (Gehlhoff-Claes) bereits am 1. Dezember 83jährig in einem Pflegeheim gestorben. Die Rheinische Post schreibt in ihrem Nachruf:
Wer an Astrid Gehlhoff-Claes denkt, muss sogleich an Gottfried Benn denken. Das ist ungerecht gegenüber dem sehr eigenständigen Werk der Lyrikerin; aber diese Beziehung ist eben auch ein Markstein ihrer literarischen Entwicklung. Als erste in Deutschland hatte Gehlhoff-Claes über Benns Sprachstil promoviert. Der Dichter suchte die Nähe der jungen Forscherin, las ihre Gedichte und geriet in Verzückung. „Ich wollte, es wäre von mir“, urteilte er ziemlich pompös über eins ihrer Gedichte. / Lothar Schröder, Rheinische Post online
Eintrag bei Wikipedia / Rheinallee / Rezension von Benns Briefen an Astrid Claes, FAZ / Googles Vorschau mit Gedichtbeispiel
Wieder einmal wurde um ein Gedicht gestritten, das unerlaubt verwendet wurde – diesmal in einem Gemeindeblättchen, das zudem als PDF-Version im Internet hinterlegt war. …
Hinsichtlich des Schadensersatzes hat das Landgericht Potsdam auf die Honorartabelle des DJV zurückgegriffen, Abschnitt “Kurzgeschichten”, was in diesem Fall zu einer fiktiven Lizenzgebühr in Höhe von 200 Euro führte. Die Ansicht erscheint durchaus vertretbar, wobei Verfasser von Gedichten die Wahl haben – die Lizenzanalogie macht jedenfalls dann Sinn, wenn man keine konkreten Verträge vorlegen kann. Wer dagegen regelmäßig Gedichte veräußert, wird eher seine üblichen Gebühren verlangen, was sich bei einem “professionellen” Verfasser von Gedichten auch eher lohnen wird …
Der Streitwert wurde in der Sache überraschend hoch angesetzt mit 28.000 Euro. / Rechtsreferendar Jens Ferner
Der chinesische Dissident Zhu Yufu wurde verhaftet, weil er ein Gedicht schrieb, das die Behörden zu subversiv finden, teilte am Dienstag sein Anwalt mit. In dem Werk ruft er die Chinesen auf, ihre Freiheit zu verteidigen. „Es ist Zeit, chinesisches Volk! Der Platz gehört jedem! Diese Füße gehören euch. Benutzt eure Füße und geht auf den Platz, um eine Wahl zu treffen“, heißt es in dem Gedicht mit dem Titel „Es ist Zeit“. Man wirft ihm „Anstiftung zur Untergrabung der Staatsmacht“ vor.
Der 60jährige ist nicht zum ersten Mal in Haft. Zusammen 9 Jahre verbrachte er in chinesischen Gefängnissen, wo er mißhandelt und geschlagen wurde und Zwangsarbeit leisten mußte. / Clémentine Rebillat – Parismatch.com
Von hier aus sind die Stuttgarter Juden und Sinti und Roma in die KZs der Nazis transportiert worden. Ich bin zum ersten Mal an diesem Ort. Er berührt mich tief.
Inge Auerbacher ist eine der wenigen Überlebenden dieser Stuttgarter Transporte. Das Gedicht „Ich bin ein Stern“ ist ihre Aufarbeitung des Grauens der Nazizeit. / Kontext: Wochenzeitung
Mittwoch, 18. Januar 2012, 19:30 Uhr
alles offen
Es lesen Brigitte Struzyk, Peter Wawerzinek und Ulrich Koch
Eintritt 5,-/4,-€
Im letzten Jahr hat die Lyrikerin Brigitte Struzyk im FIXPOETRY Verlag ihren neuen Gedichtband alles offen herausgebracht, aus dem sie an diesem Mittwoch lesen wird. Hellmuth Opitz fasste ihr lyrisches Werk in seiner Rezension mit folgenden Worten zusammen: „Die Gedichte von Brigitte Struzyk sind Energiefelder, sie verfügen über den unbedingten Willen zur Gegenwärtigkeit, haben keine Scheu vor aktuellen Bezügen. Hinzu kommt das kompositorische Geschick, auch disparate Dinge unangestrengt miteinander zu verknüpfen.“
Zu ihrem literarischen Abend mit musikalischer Untermalung bringt Brigitte Struzyk noch ein paar Gäste mit: Peter Wawerzinek und Ulrich Koch werden aus eigenen ausgewählten Werken lesen, für die musikalische Begleitung sorgt Janni Struzyk.
Mehr zu allen Veranstaltungen unter www.lettretage.de.
Lettrétage / Methfesselstr. 23-25 /10965 Berlin / Tel. 030 – 692 45 38
Der Autor und Musiker Piko Be (Kamerakino/Das Weiße Pferd u.a.) präsentiert zum ersten Mal “Kein Land für alte Dichter” in Berlin. Zum Eröffnungs-abend hören wir junge syrische Lyrik mit Fares Albahra (Damaskus/Berlin) und Sandra Hetzl (Napoli/Berlin).
Eine deutsch-syrische Lesung mit Gespräch samt revolutionären Drehungen und Wendungen.
Lyrikwache diesmal: Hank Schmidt in der Beek.
Details
Der schottische Dichter John Burnside gewann den in diesem Jahr heftig umstrittenen TS Eliot-Preis für seinen Band „Black Cat Bone“. Zwei Dichter, Alice Oswald und John Kinsella, hatten sich aus Protest gegen die Finanzierung durch einen Hedge Fond von der Shortlist des Preises zurückgezogen.
Burnside hat bereits den Whitbread poetry prize gewonnen. „Black Cat Bone“ ist sein elfter Gedichtband. Auf der Auswahlliste für den £15,000 schweren Preis standen u.a. die gegenwärtige Poet laureate Carol Ann Duffy, Sean O’Brien, der vor 4 Jahren gleichzeitig den Eliot- und den Forward-Preis gewann, und David Harsent, ebenfalls ein früherer Forward-Gewinner.
Die walisische Dichterin Gillian Clarke als Juryvorsitzende sagte, unter der außerordentlich reich bestückten Shortlist rage Burnsides Band als ein Buch von betörender Schönheit hervor, getrieben von Liebe, Kindheitserinnerungen, Sehnsucht und Einsamkeit. In einem Ausnahmejahr sei es ein herausragendes Buch, das für die Juroren mit jeder Lektüre stärker geworden sei.
Valerie Eliot, die Witwe des Dichters, überreichte Burnside den Scheck bei einer Feierstunde in London. Sie hat den Preis vor 18 Jahren gestiftet und hält immer noch den größten Anteil an der Finanzierung. Doch war die Poetry Society, die den Preis organisiert, in Schwierigkeiten geraten, weil der Arts Council die bisher gewährten Zuschüsse zurückgezogen hat. Auf der Suche nach Ersatz war sie an den Hedge Fonds Aurum geraten, der einen Dreijahrvertrag unterschrieb. Der [kann man sagen:] Deal wurde gleichzeitig mit der Shortlist auf dem Höhepunkt der Londoner Occupy-Proteste bekanntgegeben. Auch das Sponsoring der Tate Gallery und anderer großen Museen durch die Erdölgruppe BP wird heftig debattiert.
Alice Oswald, die für den Band „Memorial“ nominiert war, eine Nacherzählung der Ilias, zog sich zurück und sagte, die Lyrik solle solche Institutionen nicht moralisch unterstützen, sondern in Frage stellen. Der australische Dichter John Kinsella schloß sich prompt an. Er beschrieb sich als Anarchist, Pazifist und Antikapitalist und sagte, Hedgefonds seien die Speerspitze des Kapitalismus.
Man erwartete weitere Rücktritte, doch die restlichen acht blieben im Rennen. Clarke verteidigte den Preis und das Sponsoring und kritisierte den Arts Council, der „ohne vernünftigen Grund“ seine Zuschüsse zurückgezogen habe, um die Poetry Society zu zwingen, sich um Zuschüsse der Stadt zu bemühen. „Nehmt es von den Reichen, gebt es einem Dichter und dem Leser“, schrieb sie. Der Eliotpreis wasche das Geld.* / Maev Kennedy, Guardian
[* Uff, das dachten sich die Heckenschützen, äh Heckenfondler doch auch!]
1956 erschien Allen Ginsbergs Gedicht „Howl“, 1957 Jack Kerouacs „On the road“ und 1959 William S. Burroughs „Naked Lunch“. Eine aufregende Zeit muss das gewesen sein, als die später „Beat Generation“ genannte Bewegung entstand – doch ob sie schön war? Die 50er-Jahre seien „schrecklich“ gewesen, sagt etwa John Waters, einer der Menschen, die der Regisseur Yony Leyser für seinen Dokumentarfilm „William S. Burroughs – A man within“ befragt hat.
„A man within“ ist kein wirklich kritischer Film. Über William Burroughs ließe sich durchaus böseres sagen als Leyser es tut – schließlich hat dieser verrückte Mann nicht nur unzählige Künstler beeinflusst, die noch heute von ihm schwärmen – er hat sein Leben auch unter fortwährendem Drogeneinfluss geführt und in einem seiner furiosen Exzesse seine Frau erschossen. Versehentlich, beim Wilhelm-Tell-Spielen und, natürlich, unter Drogen. / Frank Heindl, Die Augsburger Zeitung
In der englisch-amerikanischen Literatur hat sich im Laufe der letzten rund zweihundert Jahre ein Genre entwickelt, für das es im deutschsprachigen Raum weder eine Entsprechung noch einen Namen gibt: das nature writing . …
Emersons Ideen hatten Einfluss auf Walt Whitman und Henry David Thoreau. Ersterer feierte in seiner Dichtung exzessiv die Phänomene der Welt, Letzterer stellte die Natur in den Mittelpunkt philosophischer Betrachtungen vom «Wesentlichen des Lebens», und sein zwei Jahre dauerndes abgeschiedenes, nicht jedoch vollkommen isoliertes Hüttenleben («Walden», 1854) hat später zahlreiche Nachahmer gefunden, etwa Henry Beston («The Outermost House», 1928) oder Helen Hoover («A Place in the Woods», 1969). Allerdings sind Thoreaus hierzulande kaum bekannte Essays, etwa «A Week on the Concord and Merrimack Rivers», «A Winter Walk», «The Maine Woods» oder «Cape Cod», für das Nature-Writing von grösserem Interesse, weil gesellschaftskritische, persönliche Reflexionen hinter die Naturschilderungen zurücktreten. …
Die Natur ist in der amerikanischen Literatur allgegenwärtig – meist nicht nur als szenische Staffage. Der Romancier Rick Bass beschreibt in «Winter» (1991) und «The Book of Yaak» (1996) das Leben in einem kleinen Tal mit dreissig Einwohnern in Montana, und der Lyriker John Haines reflektiert in «The Stars, The Snow, The Fire» (1989) seine Aufenthalte in einer abgelegenen Hütte in Alaska. Nicht die Zivilisation grundsätzlich zu verdammen, sondern tieferen Einblick in die eigene Existenz zu bekommen, ist das Motiv solcher Texte. Kaum noch zu überschauen sind die Gedichte, die verschiedene Landschaften samt Flora und Fauna und vor allem das Meer beschreiben. Für Robinson Jeffers stellte die unberührte Natur der kalifornischen Küste das Richtmass gegen die menschlichen Torheiten dar, John Hall Wheelock besang «The Divine Insect», und Wendell Berry pries das Farmerleben. / Jürgen Brôcan, NZZ 14.1.
by CRAIG MORGAN TEICHER
Craig Morgan Teicher ist überzeugt, daß 2012 ein gutes Lyrikjahr wird. Wie Musik und Mode beschaue sie oft Dinge der Vergangenheit und richte sie neu her für die Gegenwart. Das durchschnittliche Gedicht von heute (wenn es sowas gebe) nehme uns mit an die Grenzen der Sprache, borge von Twitternachrichten, zufällig mitgehörten Gesprächen, Klassikern oder schlechten Spielfilmen. „Nicht gerade die Gedichte eurer Eltern oder gar der Eltern eurer Eltern.“
Teicher stellt Bücher von Lucille Clifton (The Collected Poems of Lucille Clifton) („wenn man nur ein Buch liest, sollte es dieses sein“), D.A. Powell (Useless Landscape, Or A Guide For Boys), Jorie Graham (Place), Jack Gilbert (Collected Poems), Lyn Hejinian (The Book Of A Thousand Eyes), James Tate (The Eternal Ones Of The Dream. Selected Poems 1990 – 2010), Lucia Perillo (On The Spectrum Of Possible Deaths) und Inferno. A New Translation by Dante Alighieri, Mary Jo Bang and Henrik Drescher.
Über den letztgenannten Titel schreibt er:
Where do the Rolling Stones belong in Dante’s Hell? In Canto XII of Bang’s contemporary reinvention of Dante’s epic, in which Dante and Virgil are summoned by hell’s denizens with a quote from „You Can’t Always Get What You Want“: „Each had a bow and well-chosen arrow. / One called across the distance, ‚Are you two coming down / To get your fair share of abuse?‘ “ But it ain’t all rock lyrics. Bang uses anachronisms when they’ll add some punch — hell’s hot wind is like a „massive crimson camera flash“ — but it’s still Dante, wordy, guilty and full of splinters that don’t come out. Hell is where Bang went after her National Book Critics Circle Award-winning Elegy, about the death of her son, and her Inferno is a classic recast for our age, a hell we’ll find ourselves in, an old poem made new by one of our most surprising and innovative poets.
/ npr January 13, 2012
Auf Deutsch:
Mary Jo Bang:
Eskapaden. Gedichte. Zweisprachige Ausgabe. Aus dem Amerikanischen von Barbara Thimm.
Luxbooks, Wiesbaden 2011. 220 Seiten, 22 €.
D. A. Powell: Cocktails
Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Christian Lux. Mit einem Nachwort von Kevin Prufer & Illustrationen von Mahendra Singh.
Luxbooks, Wiesbaden 2008.
– Irritierend Die Welt:
Die Schriftstellerin werde mit der 10 000 Euro dotierten Auszeichnung in erster Linie für ihren Band «Sommer vor den Mauern» geehrt, der eine herausragende Neuerscheinung des Jahres 2011 sei. Das teilte die Jury des vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk SWR gestifteten Preises am Samstag in Freiburg mit.
(In erster Linie? Na wofür denn sonst noch? Der Preis zeichnet „eine herausragende Neuerscheinung des Jahres“ aus und sonst garnix. Fällt mirn Zitat ein: „also Sie ganz besonders, in erster Linie…“ Wer kennts? Fortsetzung folgt)
Zu Beginn erklingen fünf der „Six Chansons“ von Paul Hindemith. Die weitgehend homophone Stimmführung ermöglicht ein hohes Maß an Textverständlichkeit, welche durch die vorbildliche Artikulation der Sänger noch unterstützt wird. …
Bei der wunderbaren Vertonung des jungen amerikanischen Komponisten Joshua Shark von „Autumn“ trifft Rilkes Text über den Herbst auf großes musikalisches Einfühlungsvermögen. …
Solistische Sopranstimmen über wortlosen Akkorden und getragene Rhythmik verdeutlichen den Entzug der Freiheit: „Der Panther“ zählt zu den berühmtesten Gedichten Rilkes. In den drei von Julian Wachter (*1960) vertonten Strophen gelingt es den Sängern eindrücklich, über die äußere Beschreibung des Tieres sein stummes Inneres offen zu legen. / Schwäbische Post 15.1.
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