Wer sich heute nach Literaturzeitschriften umsieht, die eine strenge Poetik des sprachreflexiven Schreibens favorisieren, der muss zuallererst zur „Mütze“ greifen, zu der auf anregende Weise unberechenbaren Essay- und Poesie-Zeitschrift des Schweizer Lyrik-Editors Urs Engeler. Die Nummer 4 der „Mütze“ ist ein Wunderwerk an erzählerischer und lyrischer Sprachempfindsamkeit, die sich in diesem Fall mit Extremformen visueller Poesie verbindet. Der französische Dichter Jean-René Lasalle präsentiert hier einige faszinierende „Quadratgedichte“, die historisch bis in die frühe römische Antike zurückreichen und bis zu Gegenwartspoeten wie Oswald Egger führen. Besonders eindrucksvoll ist hier die Gegenüberstellung eines Figurengedichts von Hrabanus Maurus, eines Mönchs aus dem frühen Mittelalter, mit einer quadratisch-labyrinthisch konstruierten Sure aus dem Koran. / Michael Braun, Poetenladen
Mütze 4 (2013)
![]()
c/o Urs Engeler, Obere Steingrubenstrasse 50, CH-4500 Solothurn. 50 Seiten, 6 Euro.
Ein Dichter wie Rainer Schedlinski, der in den späten 1980er Jahren als kritischer Kopf der sogenannten „Prenzlauer Berg-Connection“ galt, hat in den Jahren nach der Wende seinen literarischen Kredit vollkommen verspielt. Seit 1992 ruchbar wurde, dass er als inoffizieller Mitarbeiter den Staatssicherheitsdienst der DDR mit brisanten Informationen über seine Dichterkollegen versorgte, hat er innerhalb der Dichter-Community keine Freunde mehr. In der Zeitschrift „Zonic“, einem ketzerisch aufgelegten Periodikum für dissidente Subkulturen aus Osteuropa, ist nun ein höchst lesenswerter Beitrag zur bizarren Neupositionierung Schedlinskis erschienen. Henryk Gericke analysiert in der aktuellen Ausgabe No 20 von „Zonic“ die Lebenswende Schedlinskis, der sich Mitte der 1990er Jahre aus dem Galrev Verlag zurückzog und anschließend eine Firma für thermoelektrische Generatoren gründete. Schedlinski, einst ein bekennender Strukturalist, beschäftigte sich fortan mit Kühlkörpern, Wärmeleitmitteln, Messgeräten und sonstigem Zubehör der thermoelektrischen Gerätschaften. Als Dichter kultivierte Schedlinski einst eine kühle, bis zur Tonlosigkeit und Indifferenz ausgenüchterte Gedichtsprache. Nun ist aus dem Stasi-Spitzel nicht nur ein abgeklärter Einzelhändler geworden. Nun stehen wir auch dem schönen Paradoxon gegenüber, dass sich „der Dichter eines kühlen Sprechens dem Handel von Wärmeleitmitteln widmet.“ Auch wenn er sich nicht mehr auf Poesie versteht, so doch zumindest auf Business.
Michael Braun, Zeitschriftenlese
Zonic, No. 20 (2013) Almanach für kulturelle Randstandsblicke & Involvierungsmomente.
Ventil Verlag, Mainz 2013, Boppstr. 25, 55118 Mainz. 224 Seiten, 18 Euro.
Ich zitiere aus Michael Brauns Zeitschriftenlese:
Der scharfsinnigste und unversöhnlichste Beitrag in „Text+Kritik“ stammt indes von dem Dichter Gerhard Falkner, der in sehr undiplomatischer Weise die „Infantilisierung“ und den „Vampirismus“ in Kunst und Literatur attackiert. Nach einer überaus schroffen Einleitung zur Anschmiegsamkeit, mit der sich gestandene Künstler und Dichter von einschlägigen Förderinstitutionen durchfüttern lassen, benennt Falkner zwei elementare Merkmale der nach seiner Ansicht substantiell geschwächten Literaturproduktion. Da ist zum einen „das Versiegen des inneren Monologs“, der einst die Kraftquelle der schöpferischen Phantasie war. Als Ursache für diesen Verlust sieht Falkner die Dominanz des Internets und die Herrschaft der „superkurzen Einsatz- und Bereitschaftssprachen“. Das Subjekt, so Falkner, wird heute in einem ständigen Stand by-Modus gehalten, es wartet ununterbrochen auf Nachricht. Der Mensch existiert auf Abruf und ist keine Minute mehr bei sich selbst. Sein geschrumpfter Lebensraum ist der „mediale Vollkontakt“, er bewegt sich im öffentlichen Raum durch eine riesige „Kommunikationstoilette“. Da sich das Subjekt im dauernden Alarmzustand befinde, vollziehe sich eine pausenlose „Ich-Entleerung“ – und der innere Monolog werde stillgelegt. Das Versiegen des inneren Monologs wird nach Ansicht des Polemikers Falkner flankiert durch eine markante „Insuffizienz“ der Literaturkritik, die sich mit der „Selbstherrlichkeit von Sultanen“ gegenüber Gedichten oder Romanen aufspreize. Am Beispiel einer Kritik seines Gedichtbands „Pergamon Poems“ moniert Falkner die Verkürzung des kritischen Vermögens auf „die Plakativität eines Weinflaschenetiketts“. In einer Nebenbemerkung verweist Falkner spöttisch auf die Eilfertigkeit, mit der speziell jüngere Dichter „mit DDR-Hintergrund“ um Stipendien buhlen.
Naja, vielleicht wäre scharfzüngig das treffendere Adjektiv gewesen?
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
One of the first things an aspiring writer must learn is to pay attention, to look intently at what is going on. Here’s a good example of a poem by Gabriel Spera, a Californian, that wouldn’t have been possible without close observation.
Grubbing
The jay’s up early, and attacks the lawn
with something of that fervor and despair
of one whose keys are not where they always are,
checking the same spots over and again
till something new or overlooked appears—
an armored pillbug, or a husk of grain.
He flits with it home, where his mate beds down,
her stern tail feathers jutting from the nest
like a spoon handle from a breakfast bowl.
The quickest lover’s peck, and he’s paroled
again to stalk the sodgrass, cockheaded, obsessed.
He must get something from his selfless work—
joy, or reprieve, or a satisfying sense
of obligation dutifully dispensed.
Unless, of course, he’s just a bird, with beaks—
too many beaks—to fill, in no way possessed
of traits or demons humans might devise,
his dark not filled with could-have-beens and whys.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2012 by Gabriel Spera from his most recent book of poems, The Rigid Body, Ashland Poetry Press, 2012. Poem reprinted by permission of Gabriel Spera and the publisher. Introduction copyright © 2013 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Die Simpeldichter
Die Simpeldichter hör ich ewig flennen,
Sie tuten alle in dasselbe Horn
Und nie packt sie der dreimal heilge Zorn,
Weil sie das Elend nur aus Büchern kennen.
Arno Holz

Google meldet einen Artikel über Ron Winkler:
Die Welt 02.10.13
Junge Lyrik
Ron Winkler und die „Bloodymaryness des Abends“
Zwischen Schmetterling und Untergang: Der Berliner Lyriker Ron Winkler hat einen neuen Band vorgelegt. Darin erweist er sich als eleganter und kluger Flaneur über den Prospekt der Poésiephilie. Von Herbert Wiesner
Aber kenn ich das nicht schon? Rein ins Archiv, Ron, Ron Winkler, ah da:
Die Welt 31.08.13
Hier fällt der Regen himmelwärts
Ron Winkler flaniert über den Prospekt der Poésiephilie Von Herbert Wiesner
Vom ersten zum letzten Satz identisch, nur die Überschrift wechselt. Und das Datum. Wahrscheinlich machen dort längst Computer selbständig Zeitung, nur der Autor scheint noch echt. Aber, sagt sich der Computer, warum den Content nur einmal verwenden? Hat doch eh nicht jeder gelesen und wenn doch, wer merkt sich denn alles? Und die Funktion, Klicks auf die Werbeträger zu lenken, erfüllt er allemal. Drunter steht ohnehin immer dasselbe:
© Axel Springer AG 2013. Alle Rechte vorbehalten
Einschließlich des Rechts auf Wiedervorlage. Wetten daß er Anfang November wiederkommt.
Am kommenden Freitag gibt es eine ganz besondere Lesung in unserer Lesereihe „Poetische Wahlverwandtschaften“ mit Jan Kuhlbrodt und Martina Hefter!
Über die Lesereihe:
Autorinnen und Autoren des Verlagshaus J. Frank | Berlin laden ihre Wunschautor_innen ein, mit deren Literatur sie eine besondere Beziehung verbindet. Diesseits ihrer Schreibtische ergibt sich so für jeden Abend ein neues poetisches Paar, findet in der intimen Atmosphäre der Z-Bar eine literarische Begegnung statt: Die Autor_innen stellen sich einander und dem Publikum in Lesungen vor, lassen ihre Gedichte miteinander in Austausch treten. Sie sprechen über ihre Poetiken, über das, was ihrem Schreiben zugrunde liegt, diskutieren über Gegenwartslyrik und Lyrik in der Gegenwart, über Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Sprache, kurz: sie gewähren einen Blick hinter die Kulissen und zwischen die Zeilen.
Jan Kuhlbrodt und Martina Hefter
Freitag, 4.10., 21:00 Uhr
Z-Bar, Bergstr. 2, Berlin-Mitte
Eintritt: 5,- €
Jan Kuhlbrodt
Geboren 1966 in Chemnitz, lebt als Autor und Herausgeber in Leipzig. Er studierte Ökonomie, Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaften in Leipzig und Frankfurt/Main sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.
Jan Kuhlbrodt hatte verschiedene Lehraufträge und Gastdozenturen für Literatur und Kreatives Schreiben und war Redakteur bei EDIT und Ostragehege.
Von Kuhlbrodt erschienen mehrere Prosa- und Lyrikbände (u. a. die Romane Schneckenparadies, 2008, und Vor der Schrift, 2010).
Auszeichnungen u.a.: Arbeitsstipendium der Kulturstiftung Sachsen; Autorenförderungsprogramm der Stiftung Niedersachsen.
Zuletzt erschienen:
Geschichte. Essay (Band 1 der Edition Poeticon), Verlagshaus J. Frank 2013
Stötzers Lied. Gesang vom Leben danach, Verlagshaus J. Frank 2013
Martina Hefter
Geboren 1965 in Pfronten/Allgäu, lebt als Dichterin und Performerin in Leipzig. Neben ihrer literarischen Arbeit beschäftigt sich Martina Hefter mit Projekten, die Text und Bewegung zusammenbringen. Zuletzt veröffentlichte sie die Gedichtbände „Nach den Diskotheken“ (kookbooks, Berlin 2010) und „Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch“, (kookbooks, Berlin 2013). 2012 war sie Initiatorin und künstlerische Leiterin von „Bewegungsschreiber. Dichtung trifft Tanz“ am Dock 11, Berlin. Martina Hefter zeigte in der Lofft-Werkstatt Leipzig die Tanz-Gedicht-Performance „Vier Gedichte mal vier Tanzsequenzen“ (2010) und hielt am Deutschen Literaturinstitut Leipzig sowie im offenen Programm der Scala Leipzig den Vortrag in Bewegung „Im Liegen lesen“ (2009/10).
Im August 2013 gestaltete sie im Rahmen des Projekts „Sprechende Gänge. KOOKwalks durch Berlin“ ein choreografisches Spiel, in dem Meinungen und Haltungen zu Gedichten eine räumliche Installation bilden.
Zuletzt bei KOOKbooks erschienen:
Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch · Gedichte
DAS AMORTISIERT SICH NICHT · 10 Jahre kookbooks. Das Jubelprogramm.
Nach den Diskotheken · Gedichte
Die Rückert-Gesellschaft lädt anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens zu einer Tagung in das Museum Otto Schäfer ein. Thema sind Friedrich Rückerts „Kindertodtenlieder“, die 1872 von dessen Sohn Heinrich anonym aus dem Nachlass herausgegeben wurden. Friedrich Rückert selbst hatte diese mehr als 400 Gedichte in dem Jahr nach dem Tod seiner beiden jüngsten Kinder Luise und Ernst verfasst und sie nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Hans Wollschläger, der die „Kindertodtenlieder“ 1988 wieder herausgegeben hat nannte sie eine „Schmerzsprache eines Schicksals über den Schicksalen, jetztlos und nie endend“. / Mainpost
Wie gehen heute Lyrik, Herzlichkeit und Bewahrung der Schöpfung zusammen. Auf eine franziskanische Spurensuche begeben sich die Teilnehmer einer Veranstaltung am Freitag um 20 Uhr im Kelheimer Orgelmuseum … / Donaukurier

In einem Nachruf von Zwerenz auf Erich Loest im Poetenladen
Immer, wenn Peter Handke übersetzt, will er uns auch einen Autor, den er schätzt, ins Bewusstsein bringen; es sind in einem guten Sinne «Freundschaftsdienste». Das gilt auch für Dimitri T. Analis, den 2012 verstorbenen griechischen Dichter, der französisch schrieb; Handkes Analis-Auswahl heisst «Präludium zur neuen Kälte der Welt» (Jung und Jung), Handke las sie zusammen mit seiner französischen Frau Sophie Semin. Er könne Analis‘ Gedichte ganz ernst nehmen, es gebe «nichts Herrlicheres». René Char zum Beispiel sei ein «herrischer Dichter», Analis dagegen spreche mit sich selbst, vielleicht seien seine Selbstgespräche an «verlassene Zimmer» gerichtet, um einen Roman von Hermann Lenz zu nennen.
Schliesslich las er noch mit seinem serbischen Übersetzer Žarko Radaković (der ausdrücklich sagte, er übersetze ins Serbokroatische, es sei eine Sprache) das Gedicht «Vielleicht schläft sie» des serbischen Symbolisten Vladislav Petrović Dis (1880–1917), ein Gedicht, das sich selbst strukturiere, weil es keine rhythmischen und seelischen Grenzen kenne; Radaković und Handke haben es zusammen ins Deutsche übertragen. / Peter Urban-Halle, NZZ 25.9.
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
To capture an object in words is a difficult chore, but when it’s done exceptionally well, as in this poem by A. E. Stallings, I’d rather read the description than see the object itself. A. E. Stallings is an American poet living in Greece.
The Pull Toy
You squeezed its leash in your fist,
It followed where you led:
Tick, tock, tick, tock,
Nodding its wooden head.
Wagging a tail on a spring,
Its wheels gearing lackety-clack,
Dogging your heels the length of the house,
Though you seldom glanced back.
It didn’t mind being dragged
When it toppled on its side
Scraping its coat of primary colors:
Love has no pride.
But now that you run and climb
And leap, it has no hope
Of keeping up, so it sits, hunched
At the end of its short rope
And dreams of a rummage sale
Where it’s snapped up for a song,
And of somebody—somebody just like you—
Stringing it along.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2012 by A. E. Stallings, whose most recent book of poems is Olives, Northwestern University Press, 2012. Poem reprinted from Five Points, Vol. 14, no. 3, by permission of A. E. Stallings and the publisher. Introduction copyright © 2013 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
DIE VIRTUELLE AUSSTELLUNG UND DAS NETZWERK KÜNSTE IM EXIL
Material zu Bertolt Brecht, Jo Mihaly, Herta Müller, Kurt Schwitters, Liao Yiwu und vielen anderen
Künste im Exil ist eine Ausstellung im virtuellen Raum, die sich den Künsten unter den Bedingungen des Exils zuwendet. Ihr Anliegen ist es, das Exil von Künstlern in seiner ganzen Vielschichtigkeit zu zeigen und in der gegenwärtigen deutschen Erinnerungskultur zu verankern.
In Deutschland steht das Thema Exil unter ganz besonderen Vorzeichen, denn Exil bedeutet hier sehr gegensätzliche Phänomene: waren in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft zwischen 1933 und 1945 tausende von Künstlern gezwungen, sich ins Exil zu flüchten, so wurden die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik nach 1945 zu Ländern, in denen verfolgte Künstler – teilweise sogar vom einen ins andere Deutschland emigrierend – Zuflucht suchten. Bis heute suchen auch in der Bundesrepublik Deutschland verfolgte Künstler Zuflucht.
Künste im Exil widmet sich vor diesem facettenreichen Hintergrund Künsten und Künstlern im Exil. Die Ausstellung orientiert sich in ihrem konzeptionellen Aufbau nicht an historischen Epocheneinteilungen, sondern wendet sich vielmehr den Gemeinsamkeiten und den Unterschieden des Phänomens Exil zu. Es sind gerade die unerwarteten Verbindungslinien zwischen historisch spezifischen Exil-Situationen, die das Thema Exil so spannend machen. Die Ausstellung nimmt mit dieser Herangehensweise auch aktuelle Positionen der Exilforschung auf. Sie stellt die Frage danach, was Exil ist, und daran anschließend die Frage, was ,Exil-Kunst‘ sein könnte, neu.
Auf Wunsch des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann, hat das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek im Jahr 2012 die Federführung und Koordination der virtuellen Ausstellung übernommen. Gemeinsam mit den Agenturen Iglhaut + von Grote und ]Init[ AG wurde das inhaltliche und technische Konzept der virtuellen Ausstellung erarbeitet. An der Entwicklung des inhaltlichen Konzepts war zudem von Anbeginn an das Deutsche Literaturarchiv Marbach beteiligt, das auch den museumspädagogischen Bereich der virtuellen Ausstellung konzipiert hat.
Das Vorhaben versteht sich ganz ausdrücklich als ein Netzwerkprojekt: in die virtuelle Ausstellung fließen die Inhalte und Ergebnisse von Forschungseinrichtungen, Archiven, Ausstellungshäusern und Initiativen im In- und Ausland ein. Die am Netzwerk Künste im Exil beteiligten Partnerinstitutionen treffen sich in regelmäßigen Abständen zu Netzwerktreffen, um aktuelle Forschungspositionen zu diskutieren und sich über die konzeptionelle Ausrichtung der virtuellen Ausstellung auszutauschen.
Das Projekt Künste im Exil wird zudem von einem Beirat begleitet, dem Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, Prof. Doerte Bischoff, Prof. Dan Diner, Prof. Burcu Dogramaci, Abbas Khider, Dr. Ursula Langkau-Alex, Prof. Michaela Melián und Volker Weidermann angehören.
Darüber hinaus steuern die Netzwerkpartner Objekte aus ihren Archiv-Beständen sowie inhaltliche Beiträge und Anregungen bei. Damit das Projekt Künste im Exil in eine lebendige und stetig wachsende Ausstellung mündet, ist die kontinuierliche Bestückung mit Objekten und Beiträgen für die kommenden Jahre vorgesehen.
Warum eine virtuelle Ausstellung?
Das Ausstellungskonzept macht sich die technischen Möglichkeiten des Internet zu eigen und verknüpft über kuratierte Galerien Objekte miteinander, die von den unterschiedlichsten Orten stammen und unterschiedlichen Kunstsparten, Material- und Medientypen zuzuordnen sind.
Den Besuchern der Ausstellung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Sie folgen keinem festgelegten Weg durch die Ausstellung, sondern jede Nutzerin und jeder Nutzer legt einen eigenen Klickweg durch die Ausstellung zurück und kann dabei eine eigene Vorstellung von Künsten im Exil ,erklicken‘.
bei Lyrikwiki u.a. Artikel über César Vallejo, Hafis, Kuno Raeber, Marion Poschmann, Paul Günter Krohn, Salomon Geßner, Uwe Kolbe, Walt Whitman
Neueste Kommentare