63. Skácels Art zu gehen

Oft fragte ich mich (und ich frage mich weiterhin) wie Jan Skácel zu einem Meister des Landschaftsgedichts werden konnte, da er doch Feld und Wald überhaupt nicht zu beachten schien; da er kaum je den Blick hob, kaum je innehielt, um sich irgend etwas genauer anzusehen. Seine Art zu gehen und im Gehen den Blick zum Boden gesenkt zu halten, machte auf mich den Eindruck, als würde er die Landschaft gleichsam von Grund auf … vom Erdboden her einlesen, um sie später in der Kneipe oder daheim in der Küche in seinem Heft niederzuschreiben. – Aufgefallen ist mir auch, dass Skácel, dessen feiner Humor und subtile Melancholie einen Großteil seiner Lyrik unverwechselbar imprägniert haben, nie gelacht, auch nie gelächelt hat. Seine schönes, kraftvoll geschnitztes Gesicht war beherrscht von tiefen, fast schwarzen Augen unter ungewöhnlich buschigen Brauen; es ließ keine momentanen Regungen erkennen, wirkte insgesamt eher düster, jedenfalls sehr ernst und hellte sich – soweit ich mich erinnere – niemals auf. Skácels zarte Gestalt gewann durch den dominanten, wie wohl fast immer gesenkten Kopf einen gravitätischen … einen Respekt heischenden Ausdruck, zu dem es in seiner Art zu reden und zu schreiben keine erkennbare Entsprechung gab. – Nach weiteren Besuchen während der 1970er, 1980er Jahre traf ich im Sommer 1989 anlässlich der Verleihung des Petrarca-Preises in Lucca ein letztes Mal mit Jan Skácel zusammen. Dutzende von Menschen – Dichterkollegen, Übersetzer, Kritiker, Verleger – bemühten sich um ihn, befragten ihn, feierten ihn. Nur ein einziges längeres Gespräch konnte ich bei jener Gelegenheit mit ihm in einem Straßencafé führen. Es war ein strikt privates Gespräch. Er berichtete mir von gemeinsamen Freunden, von seiner bedrängenden Wohnsituation, von seinen zunehmenden gesundheitlichen Problemen. Fast ebenso viel, wie er sprach, hustete er. Als auf der anderen Straßenseite der Dichter Handke schlendernd vorüberging, rief er ihm zu und verschluckte sich dabei, was einen neuen Hustenanfall auslöste. Handke hatte den Ruf wohl überhört und ging, ohne sich umzuwenden, weiter, derweil Skácel, noch immer hustend, die nächste Zigarette ansteckte.

Felix Philipp Ingold: Leben & Werk. Berlin: Matthes & Seitz, 2014, Seite 218-219.

62. Aufforderung zu einem (fröhlichen) Verriß

Bei Signaturen Hendrik Jacksons

Aufforderung zu einem „Verriss“ von F.P. Ingolds Buch
„Leben und Werk“

Felix Philipp Ingold: Leben & Werk. Berlin (Matthes & Seitz) 2014. 1020 Seiten. 49,90 Euro.

61. Lyrikwerkstatt für junge Autoren

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leute,

um es gleich zu sagen: Kunst wie Literatur kann man nicht lehren. Doch wer schreibt, hat viel zu lernen: Die Potentiale des eigenen Textes erkennen, neue Wagnisse eingehen, sich des Handwerks versichern, Erwartungen und Bedingungen des Betriebs kennenlernen. All das wird in der Bayerischen Akademie des Schreibens ermöglicht. Das ist kein Studium, kein fester Ausbildungsgang, sondern ein flexibles Angebot von Seminaren, das Autoren auf verschiedenen Stufen ihres Schreibens begleitet, den Schreibprozess mit professioneller Rückmeldungen und Kritik verbindet und Netzwerke schafft.

Erstmals bietet die Bayerische Akademie des Schreibens nun vom 14.-19. Februar 2015 im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg eine Lyrikwerkstatt für junge Autoren an. Sie wird geleitet von den Lyrikern Karin Fellner und Nico Bleutge, worüber wir uns sehr freuen!
Anmeldeschluss ist der 8. Dezember.

Klicke, um auf AkademieFolderLyrik.pdf zuzugreifen

Literaturhaus München,
Katrin Lange und Sandra Hoffmann

»alles dicht«
Ein Schreibseminar im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg
Leitung: Karin Fellner (Lyrikerin), Nico Bleutge (Lyriker)
14. bis 19. Februar 2015
Bewerbungsschluss: 8. Dezember 2014

Die Kosten für den Seminarplatz, Hotel und Verpflegung betragen 200.- Euro
Bewerbung bitte in vierfacher Kopie mit:
• ausgefülltem Bewerbungsformular
• tabellarischem Lebenslauf
• Publikationsliste
• 5 – 10 Gedichte
http://www.literaturhaus-muenchen.de/akademie-stufe-2.html

Sandra Hoffmann

Stiftung Literaturhaus
Salvatorplatz 1
80333 München
Tel. 089-29 19 34-37
Fax 089-29 19 34-19

http://www.literaturhaus-muenchen.de
Literaturhaus München auf facebook:
http://www.facebook.com/literaturhausmuenchen

60. „Wir und Europa“

„Es gibt kaum Berührungspunkte zwischen uns, der Ukraine und Europa“,

sagte Juri Andruchowytsch kürzlich in Wien bei der Eröffnung der inzwischen schon wieder zu Ende gegangenen dortigen Buchmesse. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG druckt die Rede des ukrainischen Schriftstellers ab.

„Aus meinen unzähligen Gesprächen im Westen, in Europa, geht hervor, dass man uns nicht nur nicht versteht, sondern, schlimmer noch: dass man gar nicht versucht, uns zu verstehen. Stattdessen treffe ich viel zu häufig Leute, die Putin verstehen. Es bleibt eine schmerzhafte Frage, warum dem friedlichen, politisch korrekten Europa der Aggressor näher und daher verständlicher erscheint als das Opfer seiner Aggression.“

Mehr

59. Der frühe Papenfuß

Jede Lyrik, der man zwischen oder auf den Zeilen ansah, daß sie nur geschrieben wurde, um dem Staat die Leviten zu lesen, haben wir ignoriert oder verspottet. Allem, was uns allzu bekannt vorkam, allem, was behauptete, ein Ausdruck oder eine Spiegelung der absurden Realität zu sein, versuchten wir die Maskerade des Unbekannten oder Rätselhaften entgegenzusetzen. Warum sollte man dieses Verhalten nach so langer Zeit neu deuten? Es war, was es war, und zwar ein gesunder Reflex der Abwehr von fremden Ansprüchen auf unser Leben. „Die da oben wollen nur unser bestes. Aber sie kriegen es nicht“. Der alte Spontispruch hätte ein Motto für das gerade in vager Entstehung begriffene Selbstverständnis abgeben können. Und das ironisch abweisende Verhältnis zu den mißtrauisch-neugierigen oder verärgerten Autoritäten aus Kunst, Kultur und Politik wäre auch mit dem alten Dylan-Refrain: „Something is happening here, but you don’t know what ist is, do you, Mr. Jones.” andeutbar gewesen. Der die Jugend von den Vorzügen der DDR überzeugen sollende Ostrock übrigens, der heute vielen dem Vernehmen nach als eine herzerfrischende Nostalgie-Mucke gilt, stand uns äußerst fern, etwa so fern, wie, sagen wir mal, die Idee, an Wahltagen den Helfern mit der Urne die Tür zu öffnen. Wir bevorzugten den Subterranean Homesick Blues. Quirliges Englisch, das wir nur halb verstanden, war uns lieber als rührendes Rockvereinsdeutsch. Doch zurück zum Thema. Mag vieles, vielleicht allzuvieles jener sich vielsagend in sich selbst einspinnenden lyrischen Erstabsonderungen nach seriösen Kritierien der Kunst-Beurteilung auch nur knapp bis völlig verfehlt gewesen sein – das spielte für den inneren und äußeren Wert der damals in unseren zerklüfteten Zirkeln behaupteten und zelebrierten Zensurfreiheit keine Rolle. Es spielte auch keine Rolle, daß unsere Auffassung von Zensurfreiheit in ihrer schwarz-weiß-malerischen Einfalt nicht gerade eine ausgereifte war. Was sollte man denn mit Fehlerkorrekturen, wenn man sich einig war, daß das System der Fehler ist. Nicht etwa „Der Fehler liegt im System“, nein, „Der Fehler ist das System“, wie das allgemeine Unbehagen in den frühen 80er Jahren von einem Slogan auf den erschütternden Nenner gebracht wurde. (…) Nur bei dem dichterischen Konzept von Bert Papenfuß fand sich fast von Anfang an ein ausgetüftelter Ansatz, mittels sprachalchemistischer Zersetzungsprozesse den eigentlichen Kern der Dinge hervorscheinen zu lassen.

(…)

Das sich naiv Stellen wiederum als eine Strategie des Subversiven oder auch nur der Verzögerung von Unannehmlichkeiten war in der DDR so etwas wie eine Volkstradition. Es war kennzeichnend für die allgemeine Mentalität im Verhalten gegenüber den Obrigkeiten. Das Naive als sprachliches Kunstkonzept läßt sich durchaus auch als Ableitung aus jener allgemeinen Bevölkerungsgemütslage verstehen. Ein ohnehin auf der Straße liegendes Reaktionspotential wurde lyrisches Aufführungselement. Der rauhe Ton der Umgangssprache verschmolz mit der Idee, so zu tun, als wäre man gerade vom Mond gefallen, zu einer Novität von silbenrätselhafter und dennoch widerspruchsbewußter und aussagestolzer Anmutung. Das beste und gleichzeitig einzige Beispiel für ein Gelingen solcher (kon)fusionären Schreibweisen stellten die Gedichte des frühen Bert Papenfuß dar, wie seine erst viel zu viele Jahre nach ihrer Entstehung auch gedruckt erhältlichen Lyrikmanuskripte „Till“, Naif“, „Harm“ und „Soja“ auch heute noch belegen dürften. Es war auch im weiteren Verlauf der 80er Jahre immer wieder dieser geniale Kollege, der mit seinen findigen Abschöpfungsfeldzügen durch vermeintlich brachliegende Bereiche der Literatur- und Mythengeschichte sowie einer besonderen Begabung für das Abklopfen, Zerlegen und Reformulieren aller nur denkbaren Sprüche den Löwenanteil der Aufmerksamkeit für die ganze umstrittene Neutönerei auf sich lenken sollte, und dies nicht nur deshalb zu Recht, weil er auch in quantitativer Hinsicht der wahrscheinlich produktivste Lyrikbandschreiber gewesen ist. Niemand sonst schrieb damals derartige Texte von gleicherweise zum Lachen wie zum einträglichen Sinnieren anstiftenden Konstruktivität, und es gab auch keinen Zweiten, der den Bruch zwischen den Generationen mit seinen einfallsreichen Brechungen von Sprachmustern und Sinngefügen so interessant formulierte, daß sich auch die Neugier von viel Älteren nicht verprellt fühlen mußte. Etwas, das der Zeitgeist als fortwährender Spalter von grundlegenden Lebenszusammenhängen nicht einsehen kann – den wesentlichen Versöhnungs- und Trostcharakter von echter Kunst, schien selbst bei einem Dichter durch, der nach außen hin eher dafür bekannt war, daß er die Leserreaktionen stark polarisierte. Sein Stil war ansteckend wie eine seltene Krankheit, oder wie die, medizinisch gegenstandslose, Krankheit des Seltenen schlechthin. Als solche glänzte sie auch mit Symptomen einer alternativen Jugendmodekrankheit, aber man hätte sich mit solchem Befund nur über die mythischen Abgründe hinweggetäuscht, die in der frühen Papenfuß-Poesie wie sorgfältig zu Papier gebrachte Puzzleteile eines Ursprungs zum Selberbasteln durchschienen.

Andreas Koziol, aus:

Lügen und Wahrheiten – Erinnerungen an ein paar Dachschäden und Freiräume im alten Prenzlauer Berg

Kostenloses e-Buch hier

58. Was Journalisten einfällt

Peter Praschl von der Zeitung Die Welt ist dies eingefallen

Was ihnen eigentlich einfällt, würde man von Lyrikern manchmal gerne wissen – weil ihnen immerzu Gedichte einfallen, ob sie nun einen Baum oder eine Frau sehen oder einen von Granaten aufgerissenen Körper. Dieses hier zum Beispiel, es heißt „Dulce et Decorum est“, der Engländer Wilfred Owen hat es 1917 geschrieben, als der Erste Weltkrieg schon längst zu erkennen gegeben hatte, was von der moralischen und zivilisatorischen Sendung Europas zu halten ist: nichts. Owen beschreibt einen Giftgasangriff, es geht darum, rechtzeitig eine Schutzmaske vor die Nase zu bekommen. Einer schafft es nicht mehr. Und dann sieht das lyrische Ich, wie man so sagt, dabei zu, wie der Frontkamerad stirbt, „die weißverdrehten Augen, auf dem Gesicht den Schaum / Sein hängendes Gesicht wie eines Teufels krank von Sündenschorfen / […] wie ihm das Blut bei jedem Stoß / Gurgelnd aus schaumverstopften Lungen quillt / Obszön wie Krebs und bitter wie ein fetter Kloß / Aus Rotz, wie Schwären auf reinen Zungen, die nichts mehr stillt.“

Wunderbare Verse sind das. Und schrecklicher als die YouTube-Videos des Islamischen Staates, die einen dabei zusehen lassen, wie ein Mann in Schwarz einen Mann in Orange zuerst ein Mea maxima culpa aufsagen* lässt, um sich dann seine Kehle vorzunehmen**. Bei diesen Videos hält ja bloß einer mit der Kamera drauf und macht sich keine Gedanken darüber, was sich auf „quillt“ reimt.

Ein mit Verlaub dämlicher und obendrein schrecklicher Einfall; denn der Dichter, der am Krieg teilnahm und trotzdem weiter Gedichte schrieb, hat sich nicht mit der Schreibfeder in den Schützengraben gestellt, um einen Reim auf quillt zu finden, während der Hobbyfilmer Mitglied einer Mörderbande und Kumpan und Mittäter eines Mörders ist, der seine Kamera draufhält, um mit schrecklichen Bildern Schrecken zu verbreiten und dämliche Kommentare zu provozieren. Übrigens jede Wette, daß der Filmer, der Mörder oder irgend ein anderes Mitglied der Bande auch Gedichte mit viel Gefühl darüber schreibt. Aber das kann ein Journalist wohl nicht wissen, der ja nur an seinem Redaktionscomputer Snuffvideos schaut, um sich für seine Arbeit zu konditionieren.

*) Aha, das sagen Katholiken wenn sie ein Mordvideo ansehen.

**) Der Kommentar ist übrigens selbst ein Gedicht, ein schlimmes Gedicht in Prosa, also ungereimt, aber nicht ohne Anstrengung der Sprache. Man lese nur, wie beiläufig-blumig der in der Sprache der Mörder Enthauptung*** genannte Mordakt beschrieben wird.

** sie denken bei dem Wort gewiß an Saladin, wenn nicht an den Propheten, dem sie zu dienen glauben oder vorgeben und dessen Namen sie nicht nur mit sondern auch ausdrücklich bei ihren Mordtaten besudeln.

Geistige Gummibärchen ist eine Kolumne zur, naja, Poesie des Medienspeak.

57. Dreierlei

Hubert Schirneck* aus Gera, Moritz Gause, der in Jena studiert hat und dort lebt, sowie die 1990 in die alten Bundesländer gezogene Bärbel Klässner trugen ihre Texte mit Bezug zu Thüringen vor. Uraufgeführt wurde ein Musikstück zum Gedicht mit dem Titel „Salza“ vom in Ilfeld lebenden Verfasser Thomas Spaniel, der 1963 in Nordhausen geboren wurde. (…)

„Dreierlei“ ist nur die Vorhut für ein Projekt mit dem Titel „Thüringen im Gedicht“. 2015 zur Leipziger Buchmesse soll die Anthologie fertig werden. Gesammelt sind darin Gedichte, die einen Bezug zu Thüringen haben. (…) Eine Ausstellung und ein Lesekonzert mit allen Beteiligten sind geplant. / Martin Wiethoff, Thüringer Allgemeine 17.11.

*) berichtigt, siehe Kommentar

56. Fitzgerald Kusz wird 70

Seit fast 50 Jahren ist er als Lyriker und Dramatiker erfolgreich und zählt mit seiner Dichtung in fränkischer Mundart zu den „modernen Klassikern“: Fitzgerald Kusz ist ein Mensch, der den Dialekt in die Welt hinausträgt. Rundfunkbeitrag von Jürgen Lassauer, BR1

55. Preis für Hartwig Mauritz

Floriana Biennale für Literatur – Zweiter Preis (3 500 Euro): Hartwig Mauritz

Der zweite Preis geht an ein lyrisches Werk. Auf Spurensicherung in von der Geschichte kontaminierten Landschaften begegnen wir starken Bildern für Gewalt und Krieg. In einer Natur, die sich die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs zurückerobert, bleiben Narben zurück. Persönliche Erinnerungen an die Eltern, die diesen Krieg miterlebt haben, mischen sich mit düsteren Metaphern. Wir gratulieren Hartwig Mauritz.

Gewinner: Jürgen-Thomas Ernst, Marlen Schachinger, Karin Peschka, Hartwig Mauritz Foto: foto-kerschi.at

54. American Life in Poetry: Column 503

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

As a writer and reader, there’s hardly anything I enjoy more than coming upon fresh new ways of describing things, and here’s a sparkling way of looking at an avalanche, by Marty Walsh, who lives in Maine.

The snow’s/feet slip

out from
under it
and down
the mountain
slope it comes
flat on its back
white skirt
and billowy
petticoats
blowing
back over
its head,
whiplashing
rickety
pine sapling
as it passes,
bowling boulders
left and right
until it comes
to a juddering
sudden heart-
thumping stop
just shy
of the little village
in the valley far below.

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2013 by Marty Walsh, whose most recent book of poems is Furniture Out in the Woods, Marty Walsh, 1999. Poem reprinted from Plainsongs, Vol. XXXIV, No. 1, by permission of Marty Walsh and the publisher. Introduction copyright © 2014 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

53. Ich, bitte antworten

Der Lyriker Daniel Falb über das Gedicht „Ich, bitte antworten“ von Gerhard Falkner
http://www.lyrikkritik.de/falb_ueber_falkner.htm

52. Einsame Insel

[…] Nie ist die Rede von der Epochalität eines Gedichts, seinen literaturgeschichtlichen Bezügen, seinem Umgang oder Nicht-Umgang mit ihnen. Jeder Text steht anscheinend am Nullpunkt der Literatur, ihrer Ur-Szene entsprungen wie Athene dem Haupt des Zeus.

Nie ist die Rede vom politischen und sozialen Kontext, in dem jeder literarische Text a priori steht, insofern er sich als veröffentlichter an eine wie immer geartete Öffentlichkeit richtet. Die Subjekte, die diese Rede führen, scheinen auf einer einsamen Insel zu wohnen, wo 30- bis 40jährige Lyrikerinnen und Lyriker niemandem begegnen als 30- bis 40jährigen Lyrikerinnen und Lyrikern. […]

Aus einer Glosse von Wolfgang Malte Fues in signaturen

51. Noch ein Preis

Preissegenjahr 2014: Nach dem Pastior- (40 000) und Kleist-Preis (20 000) ein weiterer Preis für Marcel Beyer. Er erhält den mit 20 000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2015 für seinen Gedichtband «Graphit».

Das Buch sei eine von Sprachzauber und Rhythmusgefühl geprägte Erkundung innerer und äußerer Landschaften, schreibt die Jury.

Der mit 6000 Euro dotierte Förderpreis geht an Nadja Küchenmeister für ihren Gedichtband «Unter dem Wacholder». Beyer und Küchenmeister nehmen den Literaturpreis am 26. Januar im Bremer Rathaus entgegen.

Die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung vergibt den Bremer Literaturpreis seit 1954.

50. Echo des Bastards

Martin Piekar schreibt Gedichte, die die Unmittelbarkeit der Momentaufnahme und Zufälligkeit des gewählten Ausschnittes in sich tragen. Es sind kleine impressionstische Vers Werke [sic], die das Echo des Bastards mit großer poetischer Kraft transportieren. „Zombiewalk in Tabubezirken“, „Wie Kernschmelze tanzen“ und „Nachtjahre im Kaleidoskop“- Lyrik, die asymmetrisch in die Oberflächenwelt gehauen wurde und bemüht ist, deren Tiefenstruktur zu erkunden. Ob das gelingt, muß der Leser entscheiden. Spannend und genussvoll zu lesen ist das Echo in jedem Fall. / Matthias Ehlers, WDR

Martin Piekar: Bastard Echo. Gedichte
Illustrationen: Michael Zander
Verlagshaus J. Frank, 138 Seiten, 13,90 Euro

49. Poetopie

bin ich nun die Spinne, die das Netz webt, oder die Fliege, die darin gefangen ist?

Hansjürgen Bulkowski