ZEIT DER KETTENHUNDE?

Ein Kommentar von Axel Kutsch

Rezensionen von Lyrik-Anthologien findet man eher selten in den Medien – und wenn doch, dann kommt es einem mitunter so vor, als hätten Redaktionen Kettenhunden freien Lauf gelassen. Das ist jedenfalls der Eindruck, den einige in den vergangenen Wochen veröffentlichte Kritiken mit Vernichtungspotenzial vermitteln. Fast schon geifernd stürzen sich da Rezensenten auf Gedichte, die nach ihrer Ansicht missraten sind, klopfen sie mit Vehemenz in die Tonne und erwähnen gerade mal am Rande, dass die besprochenen Sammlungen auch gelungene Texte enthalten. Es ist eine billige Masche, das vielleicht weniger Geglückte in den Mittelpunkt zu rücken und damit zu suggerieren, dass die gesamte Anthologie eigentlich wenig bis nichts taugt.

Das Beispiel eines Verrisses, der offenbar von einer Wollust am Vernichten beflügelt worden ist, konnte man unlängst in der „Zeit“ lesen, wo die 2015 erschienene Ausgabe der renommierten Anthologiereihe „Jahrbuch der Lyrik“ regelrecht zerfleischt worden ist. Da heißt es unter anderem, dass man lieber einen Einkaufszettel lesen solle und einem angst und bange werden könne, wohin die Reise geht, wenn man das neue Jahrbuch als Kursbuch der Literatur verstehe. Es werden eifrig angeblich misslungene Passagen aus Gedichten zitiert und immerhin marginal „noch kleine Oasen in diesem geistigen Brachland“ gesichtet. Nun gehört das Jahrbuch 2015 nicht zu den stärksten Ausgaben dieser Reihe, bietet aber mit so manchem lesenswerten Gedicht wenig Anlass, in eine von Langeweile und Empörung angetriebene Schnappatmung zu verfallen, wie es in der Rezension heißt.

Kaum glimpflicher kommt die vor kurzem veröffentlichte Anthologie „Lyrik von jetzt 3 – Babelsprech“ mit Beiträgen junger deutschsprachiger Autorinnen und Autoren im Deutschlandradio davon. Auch hier wird genüsslich das Negative ausgerollt, ist von „Metaphernsalat“, „poetischem Packpapier“, freien Rhythmen, „teilweise im freien Fall“ die Rede. Eher nebenbei wird erwähnt, dass diese Sammlung auch Geglücktes enthält – weitaus mehr jedenfalls, als diese Kritik vermuten lässt.

Nicht einmal einen Hinweis auf die gelungenen Beiträge in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Das Gedicht“ enthält eine Rezension, die jetzt in der „Welt“ erschienen ist. Stattdessen werden Verse, die dem Kritiker missfallen haben, herausgepickt und in einem Fall gar als „furchtbar“ abqualifiziert. Angesichts der Thematik „Götterspeise & Satansbraten – Gedichte vom Essen und Trinken“ kam es ihm offenbar darauf an, mit Tunnelblick auf sein süffisantes Fazit „ziemlich halbgar“ zuzusteuern. Da passt es halt nicht ins Konzept, auch auf vorhandene Leckerbissen hinzuweisen.

Es ist gewiss keine einfache Aufgabe, Lyriksammlungen mit Beiträgen zahlreicher Verfasser und unterschiedlichen Schreibweisen differenziert und seriös zu beurteilen. Man kann da nicht auf alles eingehen. In jeder Anthologie gibt es zwar ein qualitatives Gefälle, aber das angeblich Missratene so in den Mittelpunkt zu stellen wie in diesen drei Rezensionen und den vielen gelungenen Gedichten bestenfalls eine Randnotiz zu widmen, zeugt von einer Mentalität, die man als pure Lust am Niedermachen bezeichnen kann. Seriöse Kritik, die auch das Negative nicht ausschließt, geht anders.

Gelobt und kämpferisch

Hochgelobt* heißt längst noch nicht vielgelesen. Das ist die Diskrepanz, die momentan** die Lyrik der Gegenwart umtreibt. Monika Rinck, 1969 geboren, in Berlin lebend, ist eine der herausragenden Protagonistinnen*** der Gegenwartslyrik, hochgradig anerkannt, vielfach ausgezeichnet, aber das Risiko, „ungelesen oder missverstanden zu bleiben“, ist ihr, wie sie selbst schreibt, durchaus bekannt. 2004 veröffentlichte Rinck ihren ersten Gedichtband „Verzückte Distanzen“ im kleinen, feinen Entdeckerverlag zu Klampen!.

Seit 2006 publiziert sie im Berliner kookbooks-Verlag****. Vier große Gedichtbände hat sie seither dort veröffentlicht. Für ihre 2012 erschienenen „Honigprotokolle“ erhielt sie mit dem Peter-Huchel-Preis die höchste Anerkennung, die eine Dichterin innerhalb der deutschsprachigen Lyrik erhalten kann.***** An diesem Wochenende wird ihr in Berlin der renommierte Kleist-Preis verliehen. In diesem Jahr allerdings sorgt Rinck nicht etwa mit ihrer Lyrik, sondern mit ihrem neuen Essayband für Furore. „Risiko und Idiotie“, heißt er, und er trägt den kämpferischen Untertitel „Streitschriften“. / Christian Metz, FAZ

*) In meiner Jugend unterschied man zwischen „zu recht hoch gelobt“ und „zu unrecht hochgelobt“. Im Neusprech kann man das gar nicht mehr ausdrücken.

**) Wenn das mal nicht immer so war. Die sogenannten Klassiker: „Wer wird nicht einen Klopstock loben? Doch wird ihn jeder lesen? Nein. Wir wollen weniger erhoben und fleißiger gelesen sein.“ (Lessing sagt „Wir“, statt auf den „schwierigen“ Klopstock zu zeigen.)

***) Wenn man in Deutschland die weibliche Form verwendet, klingt immer die Einschränkung mit: „Naja, unter den Dichterinnen bedeutend“. Dann wäre es schon gleich besser, zu sagen: „eine der herausragenden Protagonisten“. (Dickinson is a great poet, Droste eine große Dichterin.)

****) Auch ein kleiner feiner Entdeckerverlag.

*****) Wenn auch nicht in finanzieller Hinsicht. Huchel (Freiburg): 10.000, Ernst Meister (Hagen): 13.000, Ringelnatz (Cuxhaven), Mörike (Fellbach): 15.000, Hölty (Hannover): 20.000, Rainer Malkowski (München): 30.000

Schwieriger Dialog mit Gellert

Ganz so einfach war es dann offensichtlich doch nicht, sich auf die Fabeln, Erzählungen, Gedichte und Briefe des 1715 in Hainichen geborenen Christian Fürchtegott Gellert einzulassen. „Als poetische Impulsgeber versagten sie allerdings: beim ersten Lesen, beim zweiten Lesen“, schreibt der Lyriker Jürgen Nendza unumwunden. Und auch Norbert Hummelt gesteht: „Dennoch wäre es ja nicht ausgeschlossen, dass ich mich von einem Gellert-Gedicht angesprochen, von einem seiner Verse dennoch gemeint und befeuert fühlen könnte; dies, muss ich gestehen, hat sich … aber nicht ereignet.“

Fünf seiner „Lieblingsdichter“ hatte der ebenfalls in Hainichen geborene Lyriker Andreas Altmann anlässlich des 300. Geburtstages von Christian Fürchtegott Gellert eingeladen, sich mit dem Werk des zu seiner Zeit beliebten Dichters und Lehrers auseinanderzusetzen, in einen poetischen Dialog zu treten. Womit er auch einen Wunsch von Angelika Fischer, der Leiterin des Hainichener Gellert-Museums, erfüllte. Am Sonntag wurden die Ergebnisse des Zwiegesprächs präsentiert, begleitet von rasanten Gitarrenimprovisationen des Chemnitzers Helmut „Joe“ Sachse, in denen man etwas vom furiosen Briefstil Gellerts wiederfinden konnte.

(…)

Mutig haben alle fünf Dichter im Werk Christian Fürchtegott Gellerts gegraben – Andreas Altmann hat die Fundstücke und die poetischen Reflexionen dazu in einem kleinen Buch versammelt, ergänzt um stimmungsvolle Bilder von Daniel Lorenz, der im Archiv der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig Schreib- und Druckgerätschaften aus Gellerts Zeit fotografierte.

Für Altmann ist so ein „bisher einzigartiger“ Dialog entstanden. „Und auch dort, wo der poetische Faden nicht leicht aufgenommen werden konnte, knüpfen sich Netze, die bei der Lektüre über sich hinausreichen. Die gedankliche Schärfe und Klarheit der Dichtung Gellerts hat nichts an Bedeutung verloren“, merkt Altmann an. / Matthias Zwarg, Freie Presse

Das berühmte kleine Ungarnland

Das „berühmte kleine Ungarnland“, das böse ist, bekommt den Marsch geblasen aus alter Anhänglichkeit, und auch die Eltern, die Juden beschimpfen, werden sanft und unmissverständlich korrigiert und weiter geliebt. Auf ein wenig Distanz zum eigenen Kleinmut hofft der Dichter auch, passend kleinmütig. Von der Gegenseite, vom König und von Gott, ist ja nichts zu erwarten: Auf die Frage nach dem Sinn des Lebens ertönt seit jeher nur Schweigen. Seine Enttäuschung darüber spricht Kemény in gleich drei Gedichten aus.

In ihrem Nachwort erklären die Übersetzerinnen und Lyrikerinnen Orsolya Kalász und Monika Rinck das Nichts zum „Totemtier“ Keménys: Er bedichte es. Tatsächlich findet sich das Nichts in den frühen Poemen öfter. In den neuen aber wird es nur zweimal erwähnt, einmal gar als „Stützknochen“. Kemény ist sicher nicht hoffnungsvoller geworden, aber der Spagat gelingt ihm besser: der Spagat über den Abgrund. / Jörg Plath, DLR

István Kemény: „Ein guter Traum mit Tieren“
Aus dem Ungarischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Orsolya Kalász und Monika Rinck
Matthes & Seitz, Berlin 2015
144 Seiten, 19,90 Euro

Gaston Salvatore ist tot

Der deutsch-chilenische Schriftsteller Gaston Salvatore ist am Freitag in Venedig im Alter von 74 Jahren gestorben. Er wurde am 29. September 1941 in Valparaiso / Chile geboren. 1965 kam er nach Berlin und studierte an der FU Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaften. Während der Studentenzeit lernte er Hans Magnus Enzensberger kennen, der ihn ermunterte, in deutscher Sprache zu schreiben. Nach dem Militärputsch in Chile 1973 wurde ihm der chilenische Paß entzogen. Er war mit Rudi Dutschke befreundet und einer der Aktivisten der „68er“ Studentenbewegung. 1969 wurde er wegen Landfriedensbruchs – gemeint waren Proteste gegen den Vietnamkrieg – zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Zu einer Anklage gegen Dutschke war es wegen des Attentats auf Dutschke nicht gekommen. Salvatore floh ins Ausland, wurde aber 1972 bei einer Veranstaltung im Hessischen Staatstheater in Darmstadt verhaftet, „weil die Amnestie, die der damalige Bundeskanzler Willy Brandt für die verurteilten Mitglieder der Studentenbewegung erlassen hatte, nur für deutsche Staatsbürger galt. Salvatore schlug den Polizisten vor, den Bundespräsidenten Gustav Heinemann, der den Feierlichkeiten beiwohnte, persönlich zu diesem Zwischenfall zu befragen. Daraufhin erhielt Salvatore umgehend eine unbefristete Arbeitserlaubnis in Deutschland.“ (Wikipedia)

„Am 7. November 1983 wird der chilenische Dichter und Revolutionär Gaston Salvatore, ein Mann großbürgerlicher Herkunft und allerbester Manieren, aus dem deutschen Kulturleben verbannt. Eine Hassschrift, wie man sie nur selten liest, erscheint an diesem Tag im Spiegel. Sie trägt den Titel Ein Papagallo der Prominenz und hat die rufmörderische Absicht, den aufstrebenden Schriftsteller als Irrtum der deutschen Zeitgeschichte, als Parvenü des Betriebs zu deklarieren. Über 20 Jahre später ist das Projekt vollbracht: Den Jüngeren ist heute der Chilene, einer der schillerndsten Intellektuellen der Achtundsechziger, kein Begriff mehr. Nach Erscheinen des Spiegel-Artikels, der Schmähungen überdrüssig geworden, zog Gaston Salvatore sich ganz nach Venedig, wo er seinen Zweitwohnsitz hatte, zurück.

Ja, sagt Gaston, während er sich energisch eine Zigarette anzündet, er wolle nicht klagen, aber was hätte er schon werden können in einem Land, das, etwas grob betrachtet, nur eine einzige Klasse herausgebildet habe: das Kleinbürgertum.“ (Adam Soboczynski, DIE ZEIT Nr. 8/2011)

Nachruf auf Spanisch

Tomášeks Goethelieder

Václav Jan Tomášek wird zum führenden Komponisten in Prag. In Kontakt steht er unter anderem mit Haydn und Beethoven, aber auch mit dem Dichterfürsten Goethe. 1815 beginnt Tomášek damit, Goethes Gedichte zu vertonen. Dass zeitgleich Schubert dasselbe tut, scheinen beide nicht zu wissen. 41 Gedichte bearbeitet der böhmische Komponist für Klavier und Stimme. Aber anders als der etwas jüngere Schubert hat er auch das Glück, sie Goethe sogar vorspielen und vorsingen zu können. (…)

In seinen Memoiren beschreibt der Komponist nicht nur die Begegnungen mit Goethe sehr genau, sondern auch die Lieder, die er vorträgt. Darunter „Schäfers Klagelied“, „Am Flusse“ und in der Zugabe auch den „Erlkönig“. Goethe, so schreibt Václav Jan Tomášek, habe die Vertonungen seiner Gedichte sehr gelobt – und sich hingegen schlecht geäußert über dasselbe Unterfangen Beethovens. Der Dichter bittet daher Tomášek um die Zusendung der Noten zu den Stücken, was dieser gerne auch macht.

Radio Prag

Sidonia Hedwig Zäunemann

Sidonia Hedwig Zäunemann – selbst in ihrer Heimatstadt Erfurt kennt heute kaum jemand den Namen dieser preisgekrönten Dichterin. Sie trat Anfang des 18. Jahrhunderts für die Gleichberechtigung der Frauen ein – zu einer Zeit, als es das Wort noch gar nicht gab. Sie war eine erfolgreiche, geistsprühende junge Dichterin, als sie am 11. Dezember 1740 vor 275 Jahren starb.

(…)

Nicht nur zur Welt der Wissenschaft forderte Sidonia Zäunemann Zugang, sondern auch zu der anderen großen Männer-Sphäre, nämlich der Arbeitswelt, und zwar da, wo sie am härtesten ist: Unter Tage. Wie sie es schaffte, die Genehmigung zu bekommen, weiß man nicht genau. Jedenfalls fuhr sie am 23. Januar 1737 in das damals florierende Kupfer- und Silberbergwerk Ilmenau ein.

Sie kroch und kletterte und rutschte stundenlang durch die Stollen, sprach mit Hauern und Steigern und machte sich Notizen. Daraus hat sie ein Gedicht geformt, das in der deutschen Literatur bis heute einzigartig ist, auch weil sie aus der kräftigen Sprache der Bergleute eine eigenwillige und sozialkritische Poesie schuf. Da ist die Rede von

„nassen Kitteln, Müh und Schrecken,
Und Karren übern Arsch zu drecken
Von Noth und Kümmerniß, von Jammer-vollen Tagen;
Von Elend, Angst und Schmerz kan uns ein Bergmann sagen.“

/ Christoph Schmitz-Scholemann, DLR

Poetopie

die ganze Nacht hindurch stehen Pkws am Straßenrand Schlange – warten nur darauf, von uns bedient zu werden

Hansjürgen Bulkowski

Algerischer Preis für syrischen Dichter

Der Moufdi-Zakaria-Preis für arabische Poesie, der vom algerischen Kulturverein El Djahidia vergeben wird, geht in diesem Jahr an den syrischen Dichter Ahmed Mahmoud Amich für sein Werk „Zweimal von derselben Mutter geboren“.

Der Preis, der im Rahmen einer Feier am Freitagabend an der Universität von Ghardaïa überreicht wurde, ist eine Anerkennung für das humanistische Werk des syrischen Dichters. Ein Großteil der bei dem Anlaß vorgetragenen Gedichte waren seinem geschundenen Land gewidmet.

Die Jury aus algerischen und arabischen Professoren und Dichtern war beeindruckt von der intensiven Reflexion des Dichters, der seine Mutter, seine Wohnung und seine Heimat verloren hat. / Radio Algérienne

Im Lesen bin ich verstrickt

Laudatio von Daniela Seel zur Verleihung des Spycher: Literaturpreises Leuk an Katharina Schultens am 27. September

(c) Thomas Andenmatten
(c) Thomas Andenmatten

Katharina Schultens schreibt: „ich habe das verklärt was du nicht bist / rauschen: du bist ein anderes geräusch // du bist ein unerkannter susurrus / du blendest für mich alles andre aus // sprichst du über den bienenschwarm hinaus / so summt darin mein denken (bienenhaus) // ich kann dir sagen was die bienen sehen / ich kann notieren welche zeichen / der schwarm verwendet hat // dein bienengeist: er dunkelt unter licht / verlässt du weiterhin den stock nicht / muss ich erinnern was du weißt // ich sammle dir ereignisse / sobald ich sie verwandelt habe / bringst du das zuckerwasser: tausch // du füllst den imkeranzug susurr / du hast den schleier nie verloren / du bist hier eigentlich die braut“

Susurrus, ein so lautplastisches Murmeln, Summen, Seufzen, Rascheln, Wispern, wir müssen kein Lateinwörterbuch fragen, um etwas davon zu verstehen. Und während ich noch lesend am Tisch sitze, blenden Susurrus und Surren ineinander, verwandeln sich zu etwas Drittem, dem ich keinen Namen geben kann als eben „ich habe das verklärt was du nicht bist / rauschen“. Ist doch auch Katharina Schultens im Zimmer? Wer wäre dieses „du“, mit dem nicht nur das Gedicht, sondern der ganze Gedichtband schließt, wo dieses „hier“, als „braut“? Bin ich es, Leserin, dem Gedicht in der Lektüre vermählt? Sind Sie es, zu denen ich rede? Oder ist es noch immer Katharina, die spricht? Muss ich Sie nicht verfehlen, indem ich aufschreibe, was ja Rede sein soll? Muss ich nicht Sie, die sie mir jetzt, hier, zuhören, und muss ich nicht Katharina und ihre Gedichte verfehlt haben, wenn ich gar nicht aus diesem Moment zu Ihnen spreche, sondern aus einer Vergangenheit, die uns vielleicht gar nicht meint? Gar nicht meinen kann, weil und solange Sie nicht hier sind. Sind Sie, sind wir, jetzt hier?

Der Himmel verfärbt sich, es wird Herbst. Ich lese: „unausweichliche schwebe: / zu sagen ich brauche etwas.“ So konkret und zugleich offen gesagt, dass ich sofort ins Schweifen gerate, in Eigenes. Ist das schon Abschweifen oder noch Teil des Gedichts, das mich in diesen Gedankenraum hinein geöffnet hat, Teil dieser Rede, einer Realität, vermählt. Der Text fährt fort „ich muss haben: diesen einen blick / auf meine stiefel. kurve. zittern. wahn. das auge muss für uns / imaginäres leder abtasten an dem wir nachher festmachen / was wir begehren. wichtig: kenne dabei nie den preis / wenn du den preis kennst setzt die spannung aus. du spielst / doch auch. du gibst doch aus. du wirfst als ob an jenem tisch.“ Angenommen, das Gedicht wäre der Ort, wo alles – alles Sprachliche – zusammenkommen und synthetisiert werden kann, eine letzte Utopie, die weit Entferntes in Beziehung setzt und zurück in die Gemeinschaft trägt, angenommen, es wirkte in alles hinein, was schon da ist. In die Körper, Gedanken, Spiele, die Situation, derer es zuteil geworden ist, in die es eingreift und sie verschiebt. Verstrickt. Wie es meine Wahrnehmung verstrickt. Fortführt. Beginnt.

Ich beginne noch einmal zu lesen, von vorn. „mein projektleiter stützt abends den kopf in die hände reibt / seine wimpern: er habe mich tagsüber verbrannt ohne not / mein projektleiter erklärt mich zu lots weib.“ Ist das nicht entsetzlich? Schon mit den ersten Zeilen von „gorgos portfolio“, Katharina Schultens jüngstem Band, bin ich, und sind nun wir, mitten im Dilemma. In den Schrecken einer Gegenwart, die weiterhin hierarchisch organisiert ist, wo Männer erklären und Frauen verbrannt werden. Über die Gorgonen wird gesagt, sie seien Schreckensgestalten mit Schlangenhaar, deren Blick in Stein verwandle. Wenn mich nun friert, was kann das Gedicht dafür? Muss ich mich wappnen, um Katharina Schultens‘ Gedichten zu begegnen? Wie viel Kälte braucht es, um in der Welt zu bestehen? Wie viel Demut? Monstrosität? Am Telefon, als wir im Gespräch über Ansprüche an Gedichte und den heutigen Vormittag nachdenken, sagt Katharina: „Trost ist nicht im Text, Trost kann nur in der Welt sein, wenn du dich bewegst.“ Und so sind es gerade das heruntergekühlt Unbehauste der Gedichte, ihr scharfer Blick für Kalküle und Grausamkeiten, für die fatale Erotik von Machtspielen, die Bewegung anregen, Auf-Begehren. Braucht es Aufbegehren? „zu sagen ich brauche etwas. ich muss haben“, stellt mich infrage, stellt fundamentale Fragen an die Annahmen unserer Existenz und gesellschaftlichen Verfasstheit. „du brauchst immer einen kugelschreiber / der sich zum schwert ausfahren lässt / töten wäre drastisch formuliert / ich spreche gern von auslagern / der minderleister im modell. ok?“ Katharina Schultens dichtet ohne Schonung. Indem sie intime Figurenrede engführt mit Begriffen etwa aus der Finanz- und Wirtschaftswelt, infiziert sie das Denken zwischenmenschlicher Beziehungen mit Verwertungslogiken und legt zugleich frei, welche auch poetischen Potenziale in Fügungen liegen, die wir als rein technische zu lesen gewohnt sind. Gewinnwarnung. Nachtdienst. Überschuss. Eigenkapital. Goldstandard. Insider Trading. Dark Pools. Preis. Zitat: „klar habe ich büromethoden übertragen / aber was du mir vorwirfst ist ein versehen: / es ging mir nie um irgendeinen kopf / es ging mir auch nicht um den sieg / ich habe eine differenz gelöst“. Durch die Ich-Form habe ich mir beim Lesen etwas kaum Verdauliches einverleibt, noch bevor ich mich hätte wappnen können. Sprachkritik, Gesellschaftskritik, Selbstkritik gehen ineinander über. Die Konflikte finden nicht irgendwo entfernt statt, im Abstrakten, in der Fremde. Sie sind längst in mir, in der Intimität des eigenen Körpers. Niemand hier ist ohne Verantwortung. Im Lesen bin ich verstrickt in Welt wie Gedicht. Das kein Unterstand ist, das die eigene Grausamkeit freilegt. Und wohin stelle ich mich damit, um weiter zu reden. Um Lob zu reden.

Auch dieser Akt ist nicht frei von Gewaltförmigkeit. Ich rede und Sie sollen, ja müssen zuhören. Denn die Ohren sind ein Sinnesorgan, das man nicht schließen kann. Das selbst in der Nacht auf Hab-Acht bleibt. Und wer hat bestimmt, wer reden darf, und wer schweigt? Liebe Zuhörende, machen Sie Gebrauch vom Aufbegehren durch Abschweifen! Oder besser noch, durch Bewegung in der Welt. Angeregt von Katharina Schultens‘ Texten.

Es sind nicht nur Gedichte. In diesem Herbst etwa erscheint in der Edition Poeticon im Verlagshaus Berlin ein Essay zum Thema „Geld“, aus dem ich eine längere Passage zitieren möchte, um die Frage nach der Gewaltförmigkeit noch aus einer anderen Richtung zu beleuchten. Zitat: „Ein Gedicht operiert, inzwischen, unter einer modifizierten Logik der zeremoniellen Gabe, und damit unter einer Logik der tatsächlichen Gabe. Das bedeutet, es gibt mir etwas, und verlangt keine Gegengabe, erwartet nichts außer Offenheit. Es verlangt keine Gunst, keine Entscheidung, keine Hilfe bei der Ernte oder in der Liebe. Es verlangt weder Verständnis noch Interpretation. Es erpresst nicht, es hat diese Option nicht, es kann seine Gabe nicht wiederholen, denn sie ist einmalig und andauernd. Könnte es vergelten, wenn eine Gegengabe ausbleibt? Eine, die zudem noch keinen Adressaten hätte? Ach.

Absichtslos nichts außer Offenheit zu erwarten, ist allerdings eine Zumutung. Offenheit bedeutet, sich jederzeit tatsächlich auf die Gabe einzulassen, egal, was sie eventuell bewirkt. Sie könnte Gift sein oder Heilmittel. Sie könnte mich noch weiter öffnen. Sie könnte ein Messer sein oder ein Kissen, beides im Wechsel, ein Vogel, ein Frachter, eine Summe oder meine Liebe.

In der Öffnung kann mir etwas zustoßen. In der Öffnung kann ich, da ich sie nicht gewöhnt bin, auf Voraussetzungen zurückfallen, die in ihr nicht gelten. Es kann sein, dass ich panisch werde und sie sich schließt. Es kann sein, dass ich mich der vermeintlich geltenden Voraussetzungen wegen unzureichend fühle, dieses Gefühl aber im Nachhinein der Öffnung oder ihrem Auslöser zuschreibe. Es kann sein, dass es mir auffällt – dass ich mich geöffnet, aber nicht von anderweitigen Voraussetzungen gelöst habe. Es kann sein, dass ich wütend werde.“ Zitatende.

Wenn wir nun aber das Gedicht als Gabe annehmen, wie verhält es sich, wie verhalten wir uns zu dem oder derjenigen, die es gibt? Schon die Beziehung von Autorin oder Autor zum „eigenen“ Text ist eine mehrfach verwickelte. Indem er veröffentlicht wird, sei es als Text oder Vortrag, verlässt er zudem den Raum des Privaten und wird eben dies: öffentlich, geht über in die Vergemeinschaftung, das Kollektiv, das Sprache ist. Können wir die Person, die dies geschrieben hat, von hier aus überhaupt noch erreichen? Wenn der Raum, in dem gegeben wird, dazu noch ein zeremonieller ist, handeln darin überhaupt Personen? Wer bin ich, wenn ich hier rede? Eine Funktion, eine Sprechakteurin, der ein Ort im Zeremoniell zukommt, ein Amt, nicht Person, obwohl ich doch vordergründig von mir selbst dargestellt werde. So wie auch der Körper des Autors, der Autorin ein öffentlicher ist, der im öffentlichen Auftritt, auf kaum zu begreifende Weise, vom Privatkörper gedeckt wird, und doch Amt ist, Persona. Wir sehen Katharina Schultens und möchten sie loben für die Gedichte, die sie uns gab. Aber indem sie hier, im Raum der Zeremonie, unter uns ist, müssen wir die, die diese Gedichte schrieb, für die wir sie auszeichnen möchten, verfehlen. Man könnte verrückt werden darüber.

Viel lieber als das aber möchte ich uns in der Welt bewegen. Von diesem Katheder abtreten und hinübergehen zum Tisch. Das Reden über, in dem der andere fremd und beinahe monströs als anderer steht, umkehren in ein Reden mit.

Hölderlinpreis für Herta Müller

Die Schriftstellerin Herta Müller wurde am Freitagabend mit dem diesjährigen Friedrich-Hölderlin-Preis der Universität und der Universitätsstadt Tübingen ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der Literaturwissenschaftler und Autor Professor Jürgen Wertheimer, der den Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik bis 2015 an der Universität Tübingen innehatte. Der mit 10.000 Euro dotierte Friedrich-Hölderlin-Preis wird gemeinsam von Stadt und Universität seit 1989 alle zwei Jahre verliehen. Die sechsköpfige Jury besteht aus je zwei Vertretern der Philosophischen Fakultät der Universität, des Deutschen Literaturarchivs Marbach und der Hölderlin-Gesellschaft.

Herta Müller erhält den Preis für „ihre virtuose Sprachgenauigkeit, Unbestechlichkeit und ihr Gefühl für Fremdheitserfahrungen“, teilte die Eberhard-Karls-Universität Tübingen am Donnerstag mit. Diese Eigenschaften und die „zunehmende Intensitätssteigerung ihrer Lyrik“ verbinde Müller mit Hölderlin.

Fünf Dichter

Die Mullahs mochten Rumi nicht, es gab sogar mal gegen Rumis „Mathnawi“ eine Fatwa, man sollte es nicht mit bloßen Händen anfassen. Es gibt aber fünf Dichter, die tief verwurzelt sind in der iranischen Haltung: Chayyam, Saadi, Firdousi, Hafis und Rumi. Die Geschichte hat viele Lektionen parat, man muss sie aber kennen. / Der iranische Schriftsteller Amir Hassan Cheheltan im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, 4.12.

Worldwide Reading for Ashraf Fayadh on 14th January, 2016

Life and Freedom for Ashraf Fayadh

Appeal for a worldwide reading on 14th January, 2016

Poster Worldwide Reading Ashraf FayadhOhne Titel 4

The international literature festival Berlin (ilb) calls on all individuals, institutions, schools and media outlets that care about justice and freedom to participate in a worldwide reading of selected poems and other texts in support of Ashraf Fayadh, on 14 January 2016.

Ashraf Fayadh, a 35 year-old Palestinian poet and art curator, who lives in Saudi Arabia, has been sentenced to death by a Saudi court on 17 November 2015 for the “crime” of apostasy. He was denied access to a lawyer throughout his detention and trial.

Fayadh has been a key figure in taking Saudi contemporary art to a global audience. Chris Dercon, the director of Tate Modern, and a friend of the poet, described him as “someone who is outspoken and daring.”

Besides renouncing Islam, Fayadh also stands accused of blaspheming and promoting atheism through his collection of poetry, Instructions Within, published in 2008. Fayadh has asserted that the poems are “just about me being [a] Palestinian refugee … about cultural and philosophical issues. But the religious extremists explained it as destructive ideas against God.”

The charges, coupled with the lack of due legal process, show that it is
not Fayadh who is guilty but rather Saudi Arabia that is once again guilty
of disregarding human rights and the rule of law. In various surveys the kingdom continually ranks as one of the least free countries in the world. According to Human Rights Watch, Saudi Arabia’s ever more repressive laws now criminalize free expression and give the authorities excessive police powers that are not subject to judicial oversight.

Ashraf Fayadh’s case is not the story of one man, but a symbol for all
the victims of a deeply repressive regime that is supported by Western governments who claim to value freedom and democracy above all. Right now Saudi Arabia sits on the UN Human Rights Council, a body whose members are supposedly those who uphold the highest standards of civil liberties. Saudi Arabia is there since 2013 thanks to secret vote-trading deals conducted with the UK, as revealed by Wikileaks. Other Western countries keep weapons and legitimacy streaming towards Saudi Arabia in order to keep oil flowing towards themselves. Caught in the current are ordinary people like Ashraf Fayadh, whose rights go unheeded in the kingdom and abroad.

Amidst all the recent outrage expressed by Western leaders against IS, in the rhetoric of war and threats of retribution, there has not been a word about Saudi Arabia’s role in helping to promulgate the virulent form of Islam practiced by IS. There is no doubt about the overlaps in their ideology: both certainly endorse lashing or beheading (on the latter front Saudi Arabia actually outdid IS in the last year) anyone who does not share their views.

With this worldwide reading, we demand that the UK and US governments intervene on behalf of Ashraf Fayadh as a first step towards pressuring Saudi Arabia to raise its human rights standards.

We further demand that the United Nations suspend Saudi Arabia from the Human Rights Council until its abysmal record on upholding civil liberties improves.

We also call on Western governments, especially in the UK and the US, to acknowledge the problems inherent in maintaining cozy, unquestioning relations with a country renowned for systematic human rights abuses.

Please contact the ilb if you would like to participate.

worldwidereading@literaturfestival.com

The appeal is signed by:

Algeria Yahia Belaskri, Rachid Boudjedra, Yasmina Khadra, Mohamed Magani, Habib Tengour | Argentina Gabriela Cabezón Cámara, Oliverio Coelho, Diego Fonseca, Mariana Chiesa Mateos, Alberto Manguel, Sylvia Molloy, Samanta Schweblin, Luisa Valenzuela | Australia Brian Castro, Peter Goldsworthy, Gail Jones, Thomas Keneally | Austria Josef Haslinger, Gerald Jatzek, Elfriede Jelinek, Peter Stephan Jungk, Peter Pabisch, Robert Schindel, Raoul Schrott | Bahrain Fareed Ramadan | Belgium

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Saudi-Arabien wird sich eines Tages dafür verantworten müssen

Der marokkanische Dichter Tahar Ben Jelloun über das Urteil gegen Ashraf Fayadh:

Am 17. November verurteilte ein saudisches Gericht Ashraf Fayadh, einen palästinensischen Dichter, der in Saudi-Arabien lebt, zum Tode. Er ist 37 Jahre alt. Tod wegen Apostasie. Seine Poesie ist nicht nach dem Geschmack des wahhabitischen Scharia. Es stimmt,  in diesem Land ist es nicht gut, ein Künstler, ein Schöpfer, viel weniger ein Dichter zu sein, denn die Dichtung stört, stiftet Zweifel oder Rebellion.

Ich kannte Ashraf Fayadh nicht. Ich habe ihn nie gelesen. Aber dieses Urteil informiert uns über seine Dichtung, seine Stärke, seine Gewalt. Er wird verurteilt, weil er „Atheismus verbreitet“ und weil sein Text blasphemisch sei. (…)

Dichter sind die Aufständischen, die Feuerträger, Begleiter der Wahrheit und Evidenz. (…) Die Gerichte hassen sie. Die Staaten fürchten sie. Die Ordnung verfolgt sie. Die Religionen mißtrauen ihnen und stellen sie an den Pranger. (…)

Die Dichtung hat einen Pakt mit der Ewigkeit. Man erinnert sich an die Dichter, nicht an ihre Richter. Al Halladsch, der große mystische Dichter, wurde 910 in Bagdad hingerichtet. Seine Gedichte sind immer noch bei allen Generationen lebendig. (…)

Wenn Ashraf Fayadh hingerichtet wird, wenn Saudi-Arabien das Urteil trotz der weltweiten Proteste vollstreckt, wird das ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sein. Dieser Staat wird sich eines Tages vor der internationalen Justiz dafür verantworten müssen. / Le Point

Ausgezeichnet

Die Schriftstellerinnen und Übersetzerinnen Esther Kinsky und Uljana Wolf erhalten beide den mit 15.000 Euro dotierten Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung 2016. Esther Kinsky wird für ihr bisheriges Gesamtwerk geehrt, insbesondere für ihren Roman „Am Fluss“ (Matthes & Seitz 2014). Mit ihrem Werk habe sie sich „als sprachsensible Beobachterin menschlicher Existenz im 21. Jahrhundert erwiesen“, so die Jury. Uljana Wolf erhält den Chamisso-Preis für ihr bisheriges Gesamtwerk, insbesondere für ihren Lyrikband „Meine schönste Lengevitch“ (kookbooks 2013). „Ihre Annäherungen an das Fremde durch spielerische Reflexion sprachlich vermittelter Realität sind gelungene Beispiele für eine zukunftsweisende kosmopolitische Literatur“, urteilt die Jury.

„Das literarische Werk der beiden Autorinnen ist so eindrucksvoll, dass sich die Jury in diesem Jahr für zwei gleichberechtigte Hauptpreisträger entschieden hat“, sagt Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. „Wir freuen uns daher sehr, dass wir mit Esther Kinsky und Uljana Wolf zwei herausragende Schriftstellerinnen ehren dürfen.“

Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung herausragende auf Deutsch schreibende Autoren, deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist. Die Preisträger verbindet zudem ein außergewöhnlicher, die deutsche Literatur bereichernder Umgang mit Sprache. Damit ist der Preis der einzige seiner Art in Deutschland. 2016 wird er zum 32. Mal verliehen.

Die Preisverleihung findet am 3. März 2016 in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz statt. Am 4. März lesen die Preisträgerinnen im Literaturhaus München aus ihren Werken. / Robert Bosch Stiftung