Pressemitteilung, Darmstadt, 2. Dezember 2015
„Das ist ein Todesurteil gegen ein Mitglied des deutschen PEN“
PEN verurteilt Todesstrafe gegen Dichter Ashraf Fayadh in Saudi-Arabien – Fayadh Ehrenmitglied des deutschen PEN – Brief an saudischen Justizminister
Mit aller Schärfe verurteilt das deutsche PEN-Zentrum die Todesstrafe gegen Ashraf Fayadh, die von einem saudischen Gericht vor wenigen Tagen verhängt wurde. Fayadh soll sich mit seinem Gedichtband „Instructions Within“ der Apostasie schuldig gemacht haben. Um seine Solidarität mit dem Dichter zu demonstrieren, hat das Präsidium des deutschen PEN Fayadh mit sofortiger Wirkung zum Ehrenmitglied ernannt. „Dies ist nun nicht mehr nur ein Todesurteil gegen einen Kollegen, der weit entfernt lebt, es ist ab sofort ein Urteil gegen ein Mitglied des deutschen PEN“, betonte der Vizepräsident der Autorenvereinigung und Beauftragte für „Writers-in-Prison“, Sascha Feuchert. In einem Brief an den saudischen Justizminister verlangte das deutsche PEN-Zentrum zusammen mit über 70 anderen Autorenverbänden und Menschenrechtsorganisationen, dass „Ashraf Fayadh unverzüglich und bedingungslos freizulassen ist, ebenso alle weiteren Menschen, die in Saudi-Arabien gegen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung festgehalten werden.“ Die Unterzeichner stellen fest, Saudi Arabien verhalte sich in absolutem Widerspruch zu den Rechten, die es als Mitglied des UN-Menschenrechtsrats zu schützen versprach. Der Wortlaut des Briefes in deutscher Übersetzung und im englischen Original.
Für das PEN-Zentrum Deutschland
Josef Haslinger Regula Venske
Präsident Generalsekretärin
Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter SchriftstellerInnen.
Die National Book Awards 2015 (USA) gingen in 4 Kategorien an
FICTION
Adam Johnson, Fortune Smiles: Stories
NONFICTION
Ta-Nehisi Coates, Between the World and Me
YOUNG PEOPLE’S LITERATURE
Neal Shusterman, Challenger Deep
POETRY
Robin Coste Lewis, Voyage of the Sable Venus
Zusätzlich wurde in diesem Jahr die Medaille für einen hervorragenden Beitrag zur amerikanischen Literatur an Don DeLillo für sein Gesamtwerk vergeben.
Im Detail zum Lyrikpreis
Robin Coste Lewis, Voyage of the Sable Venus (Alfred A. Knopf)
– Interview >

Sherman Alexie, Willie Perdomo, Katha Pollitt, Tim Seibles, Jan Weissmiller
Im altehrwürdigen Kaffeehaus Trianon in der Mittelmeermetropole Alexandria, seiner Heimatstadt, erzählt Omar Hazek jetzt seine Geschichte. Eigentlich hätte er das in den letzten Wochen auf Einladung des Österreichischen PEN-Clubs in Wien und Graz tun sollen, aber die österreichischen Behörden haben seinen Visumsantrag abgelehnt und ihm zu verstehen gegeben, dass ihre Zweifel ob er auch sicher wieder nach Ägypten zurückkehrt, nicht ausgeräumt werden konnten.
Hazek ist erst seit dem 23. September wieder auf freiem Fuß. An dem Tag kam er zusammen mit etwa 100 anderen politischen Häftlingen im Rahmen einer Amnestie frei, die Präsident Abdelfattah al-Sisi zum islamischen Opferfest verkündet hatte. Diese Geste hatte ihm zwei Monate der zweijährigen Haft erspart.
Im Dezember 2013 war er bei einer Solidaritätskundgebung für die Familie des zu Tode geprügelten Bloggers Khaled Said verhaftet und zu zwei Jahren Gefängnis und einer Buße von 50.000 Pfund (rund 6000 Euro) verurteilt worden. (…)
Die Zeit im berüchtigten Gefängnis von Borg al-Arab, wo die politischen Gefangenen unter sich sind, habe sein Leben und ihn als Person tiefgreifend verändert, er sei demütig geworden, sagt Hazek. In der Zelle, wo bis zu 28 Männer auf 5,5 mal drei Metern zusammengepfercht gewesen waren, habe er über alle weltanschaulichen Grenzen hinweg viel Solidarität und Mitmenschlichkeit erfahren. / Astrid Frefel, Der Standard 1.12.
Omar Hazek, „In der Liebe des Lebens. Kassiber aus der Haft.“ € 19,80 / 101 Seiten. Löcker, Wien
Zwölf arabische Autoren und Journalisten aus dem Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten, mehrheitlich Frauen, nehmen am 2. und 3. Dezember auf Einladung des PEN-Clubs Austria an der ersten europäischen Tagung für arabische Literatur in Wien teil. Eröffnet wird diese am 2. Dezember um neun Uhr mit einer Pressekonferenz in den Räumen des PEN-Clubs (1., Bankg. 8).
„Parodie & Poesie“ heißt die Video-Reihe, die die FAZ von heute an in acht Folgen bis kurz vor Weihnachten immer montags und donnerstags auf FAZ.NET ausstrahlt. Dahinter verbirgt sich zunächst ein Lyrik-Rätsel: Zu Parodien auf einige der beliebtesten Gedichte der Deutschen sollen die Originale, die Vorlagen, geraten werden. Die Gewinner erhalten ein digitales Jahresabonnement von F.A.Z. und Sonntagszeitung.
Die 30 Gedichte in minmal sind in ihrer inhaltlichen und motivischen Bandbreite vielfältig und sind geprägt durch kurz angeschnittene Sprachbilder: deskriptiv, impressionistisch und „ehrlich“. Tanikawas Verse entziehen sich gekonnt einer hermetischen und überladenen Metaphorik. Gepaart wird diese „offene“ Art des Dichtens in drei grob zusammenhängenden thematischen Blöcken aus je zehn Gedichten, jedoch mit einer strikten formalen Gestaltung in vier bis fünf Strophen aus jeweils drei Zeilen, was Tanikawas Selbstversuch als Dichter der modernen Schule mit der klassischen japanischen Kurzdichtung (Haiku) darstellt, wie dieser im kurzen Nachwort selbst konstatiert. Dem Resultat mangelt es trotz der Kürze jedoch nicht an Kunst: Das Gedicht „Lumpen“ zum Beispiel, das den Band eröffnet, schildert auf prägnante, ja fast „minimale“ Weise das Dichten selbst als eine flüchtige wie nie den Abschluss findende Tätigkeit, als Flicken. In die sprachliche Gestalt des Lumpengewands gesetzt gibt Tanikawa Einblicke in seine musische Beziehung zur Lyrik, seine lange und fast zehrende Liebe zur Dichtung und setzt den Ton für den gesamten Band.
Lumpen
Vor Tagesanbruch
kam
das Gedicht
in schäbige
Wörter
gehüllt
es gibt nichts
was ich ihm schenken könnte
werde nur selbst beschenkt
sein nackter Körper
flüchtig erspäht
durch die gerissenes Naht
wieder und wieder
flicke ich
an seinem Lumpengewand
/ Christian Chappelow, literaturkritik.de
Tanikawa Shuntarō: minimal. 30 Gedichte. Deutsch und Japanisch. Übersetzt aus dem Japanischen von Eduard Klopfenstein. Zürich: Secession Verlag für Literatur, 2015. 100 Seiten, 42,00 EUR. ISBN-13: 9783905951226
In der arabischen Welt ist Poesie beliebt wie kaum wo anders. Die erfolgreiche Fernsehsendung Sha’iral-Milyoon (was soviel bedeutet wie „Millionär-Poet“ oder aber auch „Poet des Volkes“) haben 2014 weltweit mehr als 70 Millionen Menschen verfolgt. Die Sendung ist ein Talentwettbewerb für junge Dichter—ähnlich wie DSDS, nur eben für Lyrik. Der Gewinner bekommt umgerechnet bis zu 1,2 Millionen Euro. Zum Vergleich: Für den Literaturnobelpreis gibt es derzeit ein Preisgeld in Höhe von ungefähr 865.000 Euro.
(…)
Es verwundert daher nicht, dass Lyrik auch ein wesentlicher Bestandteil derPropaganda dschihadistischer Gruppen ist. „Die Terrorismus-Forschung hat das bisher zu großen Teilen ignoriert“, meint Professor Lohlker. „Das Hauptproblem dürfte die mangelnden Sprachkenntnisse in weiten Teilen der Forschung sein.“ Auch in der Propagandamaschinerie der IS-Miliz spielt Poesie eine wesentliche Rolle, wie der New Yorker bereits im Juni umfangreich berichtete. „Für die dschihadistischen Subkulturen sind gerade die klassischen Formen bedeutsam, da dadurch die Beherrschung der älteren arabischen Sprache demonstriert werden kann. Diese Beherrschung verstärkt den Anspruch, das einzig wahre Verständnis des Islams zu haben“, erläutert Lohlker.
Während Propagandavideos von Enthauptungen und anderen öffentlichen Hinrichtungen in erster Linie für die westliche Welt produziert werden, gibt es eine weitere große PR-Sparte der IS-Miliz für die arabische Welt: Videos von dschihadistischen Kämpfern, die gut gelaunt im Kreis sitzend Gedichte rezitieren und Lieder singen, sind beinahe genauso einfach auf YouTube zu finden wie Videos vom „heroischen“ Kampf der Mudschahedin. / Paul Donnerbauer, VICE
Iraqi Performance Art: „Poets‘ Militia“ Relives Victims‘ Plight While Reciting Anti-ISIS Poetry
Iraqi poets have taken the saying that art imitates reality to a whole new level: the „Poets‘ Militia“ travels from one place to another, reciting poetry from within a prisoners‘ cage, an ambulance, or a body bag. Wearing orange jumpsuits, the members of the „militia“ aim to expose „the hideousness [of ISIS practices] through poignant texts of theatrical poetry.“ This report on the „Poets‘ Militia“ aired on Mayadeen TV on November 24, 2015. / memritv
Es lesen und diskutieren eine Auswahl:
Bernhard Albers
und Heinrich Detering
Mittwoch, den 2. Dezember 2015
um 20 Uhr
Veranstaltungsort: Lyrik Kabinett
Eintritt: € 7,- / € 5,-
Mitglieder: freier Eintritt
Seit mehr als drei Jahrzehnten prägt der Aachener Rimbaud-Verlag die deutsche Veröffentlichungslandschaft zur Lyrik entscheidend mit. Vom Gespür des Verlegers Bernhard Albers zusammengeführt finden sich in seinem hochkarätigen Programm: Erich Arendt, Rose Ausländer, Gottfried Benn, Hans Bender, Elias Canetti, René Char, Peter Huchel, Oskar Loerke, Ernst Meister, Dagmar Nick, Nelly Sachs, Ilana Shmueli, Immanuel Weißglas, Federico Garcià Lorca, César Vallejo und viele andere Namhafte – zudem Studien zu Goethe, Heine, Büchner, Celan und Pound und ein eigener Schwerpunkt mit Texten und Anthologien aus der Bukowina. Zur Feier des 35. Verlagsjubiläums hat Albers 100 Gedichte von Rimbaud-Autoren ausgewählt. Zusammen mit Heinrich Detering, der seinerseits als Dichter bei Rimbaud veröffentlicht, stellt er die Sammlung in Lesung und Gespräch vor: Die persönliche Auswahl wirft einerseits Schlaglichter auf einige der Zentralbereiche deutscher und internationaler Lyrik des 20. Jahrhunderts und erhellt andererseits die innere Vielfalt des Mikrokosmos Rimbaud-Verlag.
Nil-Sein
Im Lande Licht, im Lande Leer,
Einödegebunden,
Liegen sie verstreut umher,
Die Sterne, die Stunden.
Cheopsfriede,
Nilblaues Sein,
Zeitpyramide
Aus Sonne and Stein.
Immanuel Weissglas,
aus: Die Welt kennt keine Poesie. 100 Gedichte von 100 Autoren, hg. von Bernhard Albers (Rimbaud 2015), S. 63;
vorher in: I. W.: Der Nobiskrug. Gedichte (1972); Nachwort von Bernhard Albers (Rimbaud 2011).
Stiftung Lyrik Kabinett
Amalienstr. 83 a / 80799 München
nun explodieren an den Fenstern wieder die knallroten Blüten der Amaryllis
Hansjürgen Bulkowski
In seiner Rede vom 11. November 2015 tritt Ulf Stolterfoht konsequent „als Experte der Euphorie“ auf und erzählt aus der eigenen Erfahrung heraus vom Unverständlichen. Auf seine leichte und amüsante Art gibt Stolterfoht seine eigene Initiation preis, die er bei Oskar Pastior erfahren hat. Ähnlich einer Transzendenzerfahrung in der Musik tat sich für den Dichter ein ganz neuer Horizont auf: Das Nicht-Verstehen von schwierigen Gedichten. Und damit meint Stolterfoht in seiner Rede keineswegs hermetische Gedichte.
Denn Unverständlichkeit ist etwas ganz anderes als Schwerverständlichkeit: Das schwer verständliche, hermetische Gedicht fordert mich als Leser zu hermeneutischen Bestleistungen auf, es ist klüger als ich und hält etwas von mir verborgen, aber ich, wenn ich nur intelligent genug, belesen genug und dazu noch beharrlich bin, kann mir Einlass verschaffen in die geheimen Kammern der Schwerverständlichkeit. Wenn das schwer verständliche Gedicht das aristokratische, elitäre und hierarchische Gedicht ist, denn genau so hatte ich diese Gedichte im Deutschunterricht erlebt – der nebenbei ein sehr guter war –, dann waren diese Gedichte demokratisch und unhierarchisch. Dass ich sie tatsächlich auch für nicht elitär halte, genau darum geht es ja in dieser Rede.
So spricht Stolterfoht dem Unverständlichen eine grosse Befreiung zu – eine Befreiung vom Zwang des Verstehens und somit auch eine Befreiung des Denkens. Erst so stellt sich für den Dichter Euphorie ein, die nur schwer vom Gefühl der Freiheit zu trennen ist. Oder wie er selbst ex negativo formuliert: „Plan-und Pflichterfüllung sind schlechte Euphorieproduzenten“. Damit meint Stolterfoht aber keineswegs ausschließlich anarchische Schreibweisen, die ganz offensichtlich auf das Unverständliche setzen oder mit einer leeren, „heruntergekommenen Sprache“ kommunizieren, wie Ernst Jandl das bezeichnen würde. Ulf Stolterfoht interessiert sich vielmehr für das komplex Arrangierte, die hochgradig konzipierten Strukturen und Formen, welche das Verständnis erkenntniskritisch übersteigen. Deswegen ist auch Oulipo und ihre auf den ersten Blick strenge, regelgeleitete Schreibweise für ihn eine Befreiung. (…) / Walter Fabian Schmid im Poetenladen (dort auch die Rede zum Nachhören)
Münchner Reden 14
Ulf Stolterfoht
Wurlitzer Jukebox Lyric FL – über Musik, Euphorie und schwierige Gedichte
Münchner Reden zur Poesie
32 S., Broschur
Herausgegeben von Holger Pils und Frieder von Ammon
Lyrik Kabinett, November 2015
ISBN I 978-3-938776-40-7, 12,00 EUR
Wer einem Weltdichter folgen will, schlage das Buch auf und lese:
„Wenn in der ersten Phase des Verliebens einer stirbt, steht Gott nicht mehr allein da…“
Feridun Zaimoglu: Naturgewalt. Eine Feier des Lebens: Der Gedichtband „Kunst Gedichte 1984-2014“ von Thomas Kunst, Edition Azur, Dresden, 144 Seiten, 20 Euro, in: Spiegel Literatur, Dezember 2015 (Die Bücher des Jahres)
Zaimoglus Text beginnt so: „Thomas Kunst, Deutschlands bester und verkanntester Dichter“
Man wird diese herrlich überspannten „Streitschriften“, wie der Untertitel des Buches lautet, nicht auf eine Formel bringen können. Sagen wir es so: Monika Rinck gelingt das Kunststück, mit kulturkritisch streng geprüften Parametern und Begriffen ein intellektuelles Großgedicht zu schreiben. Der Essay als Literatur zweiten Grades oder auch: die Lust am Text, gerettet für das Unrettbare. Der Essay aber auch als geistiges Hinterland der Lyrik. Das alles ist ungeheuer turbulent, atemberaubend klug, auch mal überkandidelt, dabei immer anregend, gebildet, stolz, überschwänglich und traurig. Früher hieß das dialektisch – heute: Diva. Bleibt nur, dem Idioten, der Diva und der Dichterin ein schönes Fest zu wünschen. / Ina Hartwig über „Risiko und Idiotie“, Süddeutsche Zeitung 20.11.
Der „Kärntner Lyrikpreis der Stadtwerke Klagenfurt Gruppe 2015“ geht an die Klagenfurterin Gabriele Russwurm-Biró.
Die Klagenfurter Journalistin, Fotografin und Autorin erhält bei der feierlichen Übergabe am 3. Dezember um 18 Uhr im Klagenfurter ORF-Theater 4.000 Euro Preisgeld, eine Urkunde und eine Glastrophäe. (…)
Auf Platz zwei (1.500 Euro Preisgeld) schaffte es die Klagenfurter Werkslehrerin Elisabeth Hafner. (…)
Der mit 3.000 Euro dotierte Preis des Landes Kärnten (Kulturabteilung) geht heuer – auf Antrag der Jurymitglieder Winkler und Gerhardt – an den Klagenfurter Autor Alexander Widner für dessen Lebenswerk. Ebenfalls für seine Leistungen „auf dem Gebiet der Kärntner Kultur“ wird der in Köflach geborene und in Klagenfurt lebende Josef K. Uhl (Herausgeber der „Unke“) ausgezeichnet. Uhl veröffentlichte u. a. den Lyrikband „Rock´n´Roll des Herzens“. Der engagierte „Literatur-Detektiv“ wird mit dem Preis der Landeshauptstadt Klagenfurt (Kultur, 1.500 Euro) gewürdigt. / Kleine Zeitung
Die 1946 in der Slowakei geborene Autorin Ilma Rakusa erhält den mit 8.000 Euro dotierten Manès-Sperber-Preis (…) Die Verleihung findet am 4. Dezember im Bundeskanzleramt statt.
Rakusa kam als Kind in die Schweiz und besuchte in Zürich die Volksschule und das Gymnasium, danach absolvierte sie ein Studium der Slawistik und der Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg.
(…)
Der mit 8.000 Euro dotierte Preis wird vom Bundeskanzleramt gestiftet und alle zwei Jahre von der Manès-Sperber-Gesellschaft in Wien vergeben. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, deren literarisches und essayistisches Werk in einem sichtbaren thematischen Zusammenhang mit dem Oeuvre von Sperber steht. Dabei spielen die transnationale europäische Orientierung sowie das intellektuelle und zivilgesellschaftliche Engagement eine wesentliche Rolle. Frühere Preisträger waren Péter Esterházy (2009), Jiří Gruša (2011) und Régis Debray (2013).
Am Abend des 4. Dezember findet in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur eine Podiumsdiskussion mit Rakusa, Iris Radisch und Wolfgang Müller-Funk statt. / Der Standard 12.11.
Dichterkollegen aus der ganzen Welt drücken ihre Solidarität mit dem in Saudiarabien wegen Abfall vom Glauben zum Tode verurteilten Dichter Ashraf Fayadh aus. Heute hat PEN International einen Brief an die saudischen Behörden veröffentlicht, in dem es heißt: „Ein Gedanke ist kein Verbrechen, wie unpopulär er sein mag, ebensowenig ist die friedliche Äußerung einer Meinung ein Verbrechen. Jeder Mensch hat das Recht zu glauben oder nicht zu glauben. Freiheit des Gewissens ist eine Grundfreiheit des Menschen.“ Unterzeichnet haben u.a. der aus Syrien stammende Dichter Adonis, der Ire Paul Muldoon, die britische Poet laureate Carol Ann Duffy, der serbisch-amerikanische Dichter Charles Simić, John Ashbery (USA), Ghassan Zaqtan (Palästina), Amir Or (Israel) und George Szirtes (Ungarn). / Alison Flood, Guardian
Unter den über 200 Unterzeichnern sind auch Mohamed Bennis, Caroline Bergvall, Peter Cole, Henri Cole, Najwan Darwish, Hélène Dorion, Marilyn Hacker, Robert Hass, Michael McClure, Gregory Orr, Ruth Padel und Arnau Pons.
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