Gérard de Nerval
(eigentlich Gérard Labrunie; * 22. Mai 1808 in Paris; † 26. Januar 1855 ebenda)
NACH GÉRARD DE NERVAL
DIE HIMMELSBRÄUTE
Où sont nos amoureuses
Wo sind unsre Bräute?
Sie sind in der Gruft!
Sind glücklicher heute,
In blauerer Luft!
Bei Engeln sind sie
In himmlischem Kreise
Und singen zum Preise
Der Mutter Marie!
O Bleiche, o Bräute,
Ihr Blumen der Frühe,
O nicht mehr betreute:
Die Klage verblühe!
Im Blick hat gelacht euch
Das Ewige Werde . . .
Erstickte der Erde:
An Himmeln entfacht euch!
Aus: Alt- und neufranzösische Lyrik in Nachdichtungen von Alfred Neumann. 1. Band. München: O.C. Recht, 1922, S. 181
OÙ sont nos amoureuses?
Elles sont au tombeau!
Elles sont plus heureuses
Dans un séjour plus beau!
Elles sont près des anges,
Dans le fond du ciel bleu,
Et chantent les louanges
De la mère de Dieu!
Ô blanche fiancée!
Ô jeune vierge en fleur!
Amante délaissée,
Que flétrit la douleur!
L’éternité profonde
Souriait dans vos yeux…
Flambeaux éteints du monde,
Rallumez-vous aux cieux!
Tudor Arghezi
(* 21. Mai 1880 in Bukarest; † 14. Juli 1967 ebenda)
Eın Tag
Der Tag von gestern ist mir nachgelaufen,
ich hörte ihn gehetzt und hungrig schnaufen,
er glaubte wohl, er sei gleich andren Hunden
mit einer Kette an mein Ich gebunden.
An einem Kreuzweg vor Statuen blieb er stehn.
Da merkte er, er muß nicht mit mir gehn.
Er verlor sich, ohnmächtig, heimatlos verwirrt —
Denn all die Zeit ist er mir nachgeirrt,
hat mich verfolgt bei jedem Schritt und Tritt,
bis in den Mittag lief er mit mir mit.
Wer einen Tag verlor, vielleicht ein Leben,
der suche schnell, weil Nacht kommt und die Nebel sich erheben.
Deutsch von Heinz Kahlau
Aus: Lyrik aus Rumänien. Hrsg. Eva Behring. Leipzig: Reclam, 1980, S. 110
Otokar Fischer
Herbst 1914
Wie Blätter auf verwaisten Boden fallen,
so fallt, ihr Brüder, tot zum Schollengrund;
aus allen Kehlen stumme Schreie hallen,
mit einem Fluch schließt sich so mancher Mund.
Laub sinkt zur Witwenerde müd und müder,
und in die wehe Brust fällt Trän auf Trän
um euch, die in der Ferne ihr, o Brüder,
irgendwo sterben müßt – wofür? für wen?
Durch welke Blätter höhnt ein Windgerassel.
Zu ihm, für den jung euer Leben schloß,
ersticken wir in einem stummen Hasse.
In Liebe doch zu dem, der auf euch schoß.
Übersetzt von Otto E. Babler
Aus: Die Sonnenuhr. Tschechische Lyrik aus 11 Jahrhunderten. Teil 3: 1900-1950. Hrsg. Ludvík Kundera. Leipzig: Reclam, 1987, S. 92
Ada Christen
(* 6. März 1839 in Wien; † 19. Mai 1901 in Inzersdorf)
Letzter Versuch Ich habe mich zu erhängen gesucht: Der Strick ist abgerissen. Ich bin in's Wasser gesprungen: Sie erwischten mich bei den Füßen. Ich habe die Adern geöffnet mir: Man hat mich noch gerettet. Ich sprang auch einmal zum Fenster hinaus: Weich hat der Sand mich gebettet. Den Teufel! ich habe nun alles versucht, Woran man sonst kann verderben – Nun werd' ich wieder zu leben versuchen: Vielleicht kann ich dann sterben. Aus: Ada Christen: Lieder einer Verlorenen, Hamburg: Hoffmann & Campe, 1868, S. 48
Omar Khayyam
(Ghiyath al-Din Abu l-Fath Omar ibn Ibrahim Jayyam Nishapurí, pers.: غیاث الدین ابو الفتح عمر بن ابراهیم خیام نیشاپوری ) auch Chayyām, Chajjam, Jayam, al-Jayyamu Omar ibn al-Jayyam, DMG ʿOmar-e Ḫayyām oder ʿUmar-i Ḫayyām; arabisch عمر الخيام, DMG ʿUmar al-Ḫayyām, * 18. Mai 1048 in Nischapur, Chorasan, heute in Iran; † 4. Dezember 1131 ebenda)
118
Nachdichtung in Reimen
Man sagt, Wein sei verboten im Scha’bān,
im Radschab auch, da sie dem Musulmān
als Gott geheiligt gölten. Ei, so trink ich
in unsrem „heiligen“ Mond, im Ramaḍān!
Aus: ‚Omar Chajjām und seine Vierzeiler nach den ältesten Handschriften aus dem Persischen verdeutscht von Christian Herrnhold Rempis. Mit 8 Bildern von Wilhelm Vogel. Tübingen: Verlag der deutschen Chajjām-Gesellschaft, 1935, S. 78
Wörtlich verdeutscht
Es heißt: Trink nicht Wein, es ist im Scha’bān nicht erlaubt,
auch nicht im Radschab, da dieser heilige Mond Gottes ist:
Scha’bān und Radschab sind die Monate Gottes und des Profeten!
Wir trinken Wein im Ramaḍān, da er unser Vorrecht ist.
(1457-5-51)
Ebd. S. 128

Moses Rosenkranz
(* 20. Juni 1904 in Berhometh am Pruth, Bukowina; † 17. Mai 2003 in Kappel, Deutschland)
Erklärung der Judenmartern
Jesus, Herz der Legenden,
in deine ewigen Wunden
stoßen sie hart ihre Hände
an deinem Schmerz zu gesunden.
Aber sie sind schon Millionen
zu wenig sind deiner Bresten:
So können dein Volk sie nicht schonen
und tun an ihm sich zum besten.
Aus: Moses Rosenkranz: Visionen. Gedichte. Hrsg. Doris Rosenkranz. Aachen: Rimbaud, 2007, S. 38
Jakob van Hoddis und Erwin Loewenson
Der Bindfaden
Rainer Maria Rilke gewidmet
Du bist der Zage, bist der Blasse,
Du bist der Nervigte und Krasse,
Du bist, der ohne Unterlasse
Dem Dienst der Völker sich geweiht.
Du bist der Hehre und Fürbasse,
Du bist der Ritter ım Kürasse,
Du bist die feuchte Kaffeetasse
In dieser fingerwunden Zeit.
Du bist der Fluß und bist die Gasse,
Du bist der Blitzstrahl allem Hasse,
Der Sturm bist du, du bist die Masse,
Schwer schallt dein Bett, dein Fuß trıtt breit.
Du bist die Klasse mit dem Basse,
Du bist das Walten und die Rasse,
Du bist Diogenes im Fasse
Von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Aus: Jakob van Hoddis, Dichtungen und Briefe. Hrsg. Regina Nörtemann. Göttingen: Wallstein, 2007, S. 162
Anna Griva
(* 1985 Athen)
die kinder hatten niemals märchen gehört hatten nicht gelernt gerüche zu unterscheiden und farben auszuwählen im frühling in blühenden gärten sie hatten auch nie getanzt im gold des weizens in einem frühen sommer hatten nie beere für beere die trauben des augusts gepflückt die füße nie tief tief in den schnee versenkt und hatten niemals die blätter des novembers am boden und in die luft wirbeln lassen sie gaben ihnen eine farbe so etwas ähnliches wie silber aber niemand kann sie benennen und sie sagten ihnen es reicht um zu leben wie du es siehst ausgebleicht auf den mülltonnen auf den uniformen der söldner auf den falschen schmuckstücken am draht des zaunes die kinder haben nie märchen gehört sie haben nur ein leben verbraucht damit sie die nacht schlaflos auf ihren armen halten können und diese hat eine hand und vorn an der hand einen haken ein überbleibsel geschenk eines piraten der zieht ungeborene menschen und tote eingeweide herauf
Aus: Anna Griva: Glaub den Wörtern nicht. Sieh hin. Gedichte. Übersetzt von Jorgos Kartakis und Dirk Uwe Hansen. Leipzig: Reinecke & Voss, 2019, S. 44
Fuad Rifka
(* 28. Dezember 1930 in Kafroun bei Tartus, Syrien; † 14. Mai 2011 in Beirut)
13. MAI 1983
Welch ein Fieber
am Himmel von New York!
Fleisch siedet in Fleisch,
Schatten gleich
irren die Menschen in Kellern
und stürzen ineinander
wie Buchstaben, die keine mehr sind.
Aus: Fuad Rifka, Das Tal der Rituale. Ausgewählte Gedichte. Arabisch-deutsch. Hrsg. Stefan Weidner Aus dem Arabischen von Ursula u. Simon Yussuf Assaf u. Stefan Weidner. Straelen: Straelener Manuskripte, 2002, S. 14
Paul Ernst
(* 7. März 1866 in Elbingerode (Harz); † 13. Mai 1933 in Sankt Georgen an der Stiefing, Steiermark)
Der Bürger tadelt meistens den vom Adel,
Der Arbeitsmann den Bürger tadelt meist.
Der Redliche verfällt des Schuftes Tadel,
Der Mann, der Nichts weiß, den Gelehrten beißt.
Bei jedem Vorwurf forsche, wer ihn sagt.
Er wird ja wohl vielleicht ganz richtig sein.
Doch was bedeutets, wenn den Metzger fragt,
Ob er ein Massenmörder ist, das Schwein.
Aus: Paul Ernst, Gedichte und Sprüche. München: Langen / Müller, 1935, S. 26
Peter Huckauf
(* 12. Mai 1940 in Bad Liebenwerda)
waldwebel
trüppchen ins feld gepurzelt
schon viel feind gehübscht
brav sei der endsieg
und der hustende schrot
vorwärts mit kümmel
und komm
kriegs
kotzen
Aus: Peter Huckauf: lautraits. Berlin: Rainer, 1981, S. 23
Rose Ausländer
(* 11. Mai 1901 in Czernowitz, Österreich-Ungarn; † 3. Januar 1988 in Düsseldorf)
Ins Nichts gespannt
Fäden ins Nichts gespannt: wir liegen wund
verwoben in das Material der Qual,
ein Muster lückenlos auf grauem Grund
wie es ein schwarzer Wille anbefahl.
Das Rot, das Blau, Orange, das Grün versagt.
Zäh fügt sich Zug um Zug ins Bild der Schmach
und wenn ein Faden sich zu röten wagt,
wird doppelt dunkel unser Ungemach.
So sorgt die vielgeübte Henkershand
für einen starken Stoff, aus Gram gewebt,
ein Kleid, dem jeder Körper widerstrebt.
Und der einst Bruder schien, steht abgewandt
und trägt das Zerrbild der verruchten Zeit
in seinem Blick der Unbekümmertheit.
[zwischen 1942 und 1944]
Aus: Fäden ins Nichts gespannt. Deutschsprachige Dichtung aus der Bukowina. Hrsg. Klaus Werner. Frankfurt/Main, Leipzig: Insel, 1991, S. 93
Sebastian Brant
(1457 Straßburg – 10. Mai 1521 ebd.)
Aus dem Narrenschiff
Im Narrentanz voran ich gehe
Da ich viel Bücher um mich sehe,
Die ich nicht lese und verstehe.
Ein dürrer Büchernarr mit Brille, Schlafmütze und zurückgestreifter Narrenkappe sitzt vor einem mit Büchern reichlich belegten Doppelpulte und scheucht mit einem Wedel die Fliegen von einem aufgeschlagenen Buche. Unter dem Pulte und an der Wand viele Bücher.
Von unnützen Büchern.
Daß ich vornan sitz‘ in dem Schiff,
Das hat fürwahr besondern Griff;
Ohn Ursach ist das nicht gekommen:
Auf Bücher stellte ich mein Frommen,
Von Büchern hab‘ ich großen Hort,
Versteh‘ ich gleich drin wenig Wort‘,
So halt‘ ich sie doch hoch in Ehren:
Es darf sie keine Flieg‘ versehren.
Wo man von Künsten reden thut,
Sprech‘ ich: »Daheim hab‘ ich sie gut!«
Denn es genügt schon meinem Sinn,
Wenn ich umringt von Büchern bin.
Von Ptolemäus wird erzählt,
Er hatte die Bücher der ganzen Welt
Und hielt das für den größten Schatz,
Doch manches füllte nur den Platz,
Er zog daraus sich keine Lehr‘.
Ich hab‘ viel Bücher gleich wie er
Und les‘ doch herzlich wenig drin.
Zerbrechen sollt‘ ich mir den Sinn,
Und mir mit Lernen machen Last?
Wer viel studirt, wird ein Phantast!
Ich gleiche sonst doch einem Herrn
Und lohne einem, der für mich lern‘!
Wenn ich auch habe groben Sinn
Und einmal bei Gelehrten bin,
Kann ich doch sprechen: »Ita! – So!«
Des deutschen Ordens bin ich froh,
Dieweil ich wenig weiß Latein.
Ich weiß, daß vinum heißet »Wein,«
Gucklus, ein Gauch, stultus, ein Thor,
Und daß ich heiß‘: »domine doctor!«
Die Ohren sind verborgen mir,
Sonst säh‘ man bald des Müllers Thier.
Quelle:
Brant, Sebastian: Das Narrenschiff. Leipzig [1877], S. 12-14.
Permalink:
http://www.zeno.org/nid/20004592492
Hier der Originalwortlaut:
Den vordantz hat man mir gelan
Danñ jch on nutz vil bűcher han
Die jch nit lyß / vnd nyt verstan
Von vnnutzen buchern
Das jch sytz vornan jn dem schyff
Das hat worlich eyn sundren gryff
On vrsach ist das nit gethan
Vff myn libry ich mych verlan
Von bűchern hab ich grossen hort
Verstand doch drynn gar wenig wort
Vnd halt sie dennacht jn den eren
Das ich jnn wil der fliegen weren
Wo man von künsten reden důt
Sprich ich / do heym hab jchs fast gůt
Do mit loß ich benűgen mich
Das ich vil bűcher vor mir sych /
Der künig Ptolomeus bstelt
Das er all bűcher het der welt
Vnd hyelt das für eyn grossen schatz
Doch hat er nit das recht gesatz
Noch kund dar vß berichten sich
Ich hab vil bűcher ouch des glich
Vnd lys doch gantz wenig dar jnn
Worvmb wolt ich brechen myn synn
Vnd mit der ler mich bkümbren fast
Wer vil studiert / würt ein fantast
Ich mag doch sunst wol sin eyn here
Vnd lonen eym der für mich ler
Ob ich schon hab eyn groben synn
Doch so ich by gelerten bin
So kan ich jta sprechen jo
Des tütschen orden bin ich fro
Danñ jch gar wenig kan latin
Ich weyß das vinū heysset win
Gucklus ein gouch / stultus eyn dor
Vnd das ich heyß domne doctor
Die oren sint verborgen mir
Man sæh sunst bald eins mullers thier
Erste Strophe eines nepalesischen Gedichts, übersetzt von Erika Khatri, Studentin am Studienkolleg der Universität Greifswald. Das Gedicht trägt den Titel „Pagal“, „Verrückt“.
E. Khatri gehört zum letzten Immatrikulationsjahrgang am Studienkolleg der Universität Greifswald. Die Universität schließt ihre internationalste Einrichtung im Rahmen eines „neuen Internationalisierungskonzepts“, wie sie der Presse mitteilt. Paßt. Schade für Greifswald, aber wenn es der Internationalisierung dient…
Laxmi Prasad Devkota
(1909-1959 Nepal)
1
Oh ja, mein Freund! Ich bin verrückt
So bin ich eben.
2
Ich sehe Geräusche
Ich höre Sehenswürdigkeiten
Ich rieche den Geschmack
Ich rühre den Himmel nicht an, aber Dinge aus der Unterwelt,
Dinge, an die die Menschen nicht glauben,
deren Formen die Welt nicht ahnt.
Steine sehe ich als Blumen
am Wasser liegend geglättet,
Felsen zarter Formen
im Mondschein
Wenn die himmlische Zauberin mich anlächelt,
Blätter auslegen, erweichen, glitzern,
pochend erheben sie sich wie stumme Wahnsinnige,
wie Blumen eine Art Mondvogelblumen.
Ich spreche mit ihnen wie sie mit mir reden,
eine Sprache, Freund,
das kann nicht geschrieben oder gedruckt oder gesprochen werden,
Kann nicht verstanden werden, kann nicht gehört werden.
Seine Zunge kommt in die Wellen zu den Ganges-Ufern im Mondlicht,
Welligkeit von Welligkeit
oh ja, Freund! Ich bin verrückt
So bin ich eben.
जरुर साथी म पागल ! यस्तै छ मेरो हाल । म शब्दलाई देख्दछु ! दृश्यलाई सुन्दछु ! बासनालाई संबाद लिन्छु । आकाशभन्दा पातालका कुरालाई छुन्छु । ती कुरा, जसको अस्तित्व लोक मान्दैंन जसको आकार संसार जान्दैन ! म देख्दछु, ढुङ्गालाई फूल ! जब, जलकिनारका जल चिप्ला ती, कोमलाकार, पाषाण, चाँदनीमा, स्वर्गकी जादूगर्नी मतिर हाँस्दा, पत्रिएर, नर्मिएर, झल्किएर, बल्किएर, उठ्दछन् मूक पागलझैँ, फूलझैँ- एक किसिमका चकोर फूल ! म बोल्दछु तिनसँग, जस्तो बोल्दछन् ती मसँग एक भाषा, साथी ! जो लेखिन्न, छापिन्न, बोलिन्न, बुझाइन्न, सुनाइन्न । जुनेली गङ्गा-किनार छाल आउँछ तिनको भाषा साथी ! छाल छाल ! जरुर साथी म पागल !
Jarura sāthī ma pāgala! Yastai cha mērō hāla. Ma śabdalā’ī dēkhdachu! Dr̥śyalā’ī sundachu! Bāsanālā’ī sambāda linchu. Ākāśabhandā pātālakā kurālā’ī chunchu. Tī kurā, jasakō astitva lōka māndainna jasakō ākāra sansāra jāndaina! Ma dēkhdachu, ḍhuṅgālā’ī phūla! Jaba, jalakinārakā jala ciplā tī, kōmalākāra, pāṣāṇa, cām̐danīmā, svargakī jādūgarnī matira hām̐sdā, patri’ēra, narmi’ēra, jhalki’ēra, balki’ēra, uṭhdachan mūka pāgalajhaim̐, phūlajhaim̐- ēka kisimakā cakōra phūla! Ma bōldachu tinasam̐ga, jastō bōldachan tī masam̐ga ēka bhāṣā, sāthī! Jō lēkhinna, chāpinna, bōlinna, bujhā’inna, sunā’inna. Junēlī gaṅgā-kināra chāla ā’um̐cha tinakō bhāṣā sāthī! Chāla chāla! Jarura sāthī ma pāgala!
Ich füge dem Text Googles Übersetzung hinzu, auch sie hat poetische Stärken:
Natürlich bin ich verrückt nach dem Partner! Also mein Strom Ich sehe die Worte! Hören Sie sich die Szene an! Ich werde ein Bad nehmen. Berühre die Sache des Himmels mehr als den Himmel. Die Tatsache, dass die Größe der Welt der Welt nicht bekannt ist. Ich verstehe, Stein zu Stein! Wenn jalakinaraka Wasser und rutschig, komalakara, Stein, Chandani, den Himmel zu mir, Lächeln Zauberin, patriera, narmiera, jhalkiera, balkiera, verabscheuen pagalajhaim still, phulajhaim eine Art Henne Blume! Tinasamga ich rede, wie die masamgaeka Sprache gesprochen wird, Freund! Geschrieben, druckbar, sprechbar, verständlich, kein Zuhören Jungle Ganga-edge bellt ihre Zungenmutter! Rindenrinde! Natürlich bin ich verrückt nach dem Partner!
[Konkrete Poesie als dokumentarische Literatur]
Heimrad Bäcker (* 9. Mai 1925 in Wien; † 8. Mai 2003 in Linz)
und zwar die tempel in der schiffamtsgasse, in der neuenwelt-
gasse, in der tempel- und in der stumpergasse, die synagogen
in der unteren viadukt-gasse, in der schmalzhofgasse,
in der hubergasse, in der siebenbrunnengasse, in der
großen schiffgasse, kluckygasse sowie neudeggergasse, in
der malzgasse und in der schopenhauerstraße, in der zirkusgasse,
steingasse und müllnergasse, in der pazmanitengasse,
am humboldtplatz und in der turnergasse in flammen
aufgegangen.
(Heimrad Bäcker: nachschrift. Verb. und korr. Neuaufl. Graz, Wien: Droschl, 1993, S. 14)
*23 1 wintermantel
*24 25 damenbinden
*25 1 schreibzeug
*26 1 schuhcreme
*27 1 nähzeug
*28 1 paket persil für waschen der windeln auf der reise
*29 1 paar kinderschuhe
*von der devisenstelle gestrichen
(Ebd. S. 11)
der 1. transport geht am Freitag den 20.10.1939 um 22.00 uhr
vom aspangbahnhof ab.
(Ebd. S. 20)
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