But which poets happen to translate well is unpredictable. Paul Celan , a German-speaking Romanian Jew, was long thought untranslatable, his deeply hermetic poetry depending on nuance, ambiguity and verbal duplicity. But Celan, who died in 1970, wrote one of the most famous of post-war poems, “Deathfugue”, a haunting incantation about the Holocaust:
black milk of daybreak we drink it at evening
we drink it at midday and morning we drink it at night
we drink and we drink
we shovel a grave in the air where you won’t lie too cramped
“Death”, he concludes, with German fugues in mind, “is a Master from Deutschland.” The quotation comes from a new translation by Celan’s distinguished biographer, John Felstiner. It is at least the fourth that this reviewer has read and, though not the best of them, it comes across as powerfully as any. Mr Felstiner’s ear is a shade less subtle than his rival Michael Hamburger ’s, but several of his readings are newly illuminating. “Selected Poems and Prose of Paul Celan” is the largest selection yet published and, along with the famous pieces, includes some essays, lectures and early poems. Despite his elusiveness, Celan seems to inspire English translators, so that he, like the much more accessible Czeslaw Milosz , must now be seen as a classic of world literature. /Über neue Übersetzungen von Czeslaw Milosz, Joseph Brodsky und Paul Celan ins Englische schreibt ein (online) Ungenannter in The economist , 24.1.02
Nicht immer lassen sich die von der Dichterin [ Leta Semadina] evozierten Bilder erschliessen, sind sie doch öfters von einer beinah irritierenden Hermetik – welche zur genaueren Lektüre auffordern mag. Indessen bringen verfremdende Bilder wie der «Neger», der in den kahl gemähten Wiesen bei Giarsun im Unterengadin steht und einen Blues bläst, oder das «blaue Kaninchen», das tot über der Stuhllehne hängt, «während ich müde / mein besseres Ich / im Kühlschrank / versorge», einen frischen und frecheren Wind in das oft allzu staubige Repertoire der romanischen Gegenwartslyrik. / Mevina Puorger, NZZ
Martin Fontana: ei para l’alva. Poesias. Renania e Romania, Druck und Verlag Bieler SA, Bonaduz 2001. 99 S., Fr. 23.50.
Leta Semadeni: Monolog per Anastasia / Monolog für Anastasia. Nimrod-Verlag, Zürich 2001. 121 S., Fr. 35.-.
Carl Zuckmayers Geheimbericht in der FAZ, heute: Erich Kästner . /FAZ 23.1.02
Pjotr Weil hat Brodskys gesammelte «Weihnachtsgedichte» («Roshdestwenskie stichi») 1992 in Form eines Readers publiziert. Bis zum Tod des Dichters entstand in der Folge jährlich ein weiteres derartiges Gedicht. Seit kurzem sind die «Weihnachtsgedichte» vollumfänglich in einer schönen zweisprachigen Ausgabe greifbar («Nativity Poems», New York 2001). Als Übersetzer zeichnen mehrere englischsprachige Autoren (unter ihnen Derek Walcott, Paul Muldoon und Seamus Heaney), die mit Joseph Brodsky einst befreundet waren und ihm nun postum ein zauberhaftes kleines Wortdenkmal errichtet haben. / Dies und mehr von & zu Brodsky stellt Felix Philipp Ingold in der NZZ vom 23.1.02 vor.
Vor 22 Jahren verließ Hamid Jassim Al-Khakani den Irak. Als regimekritischer Journalist musste er vor den Polizisten Saddam Husseins fliehen und hat seine Heimat seither nicht wiedergesehen. Seit 1980 lebt er in Halle, lehrt an der Universität moderne arabische Literatur und islamische Mystik – und er schreibt Gedichte. Unter dem Titel „Deine Seele gleicht umher irrenden Pferden“ wird er am Mittwoch in Halle aus seinen Werken lesen.
Meist sind Al-Khakanis Texte von melancholischem Inhalt. Babylonische Klagelieder nennt er sie. Das eigene Schicksal liefert ihm die Themen: Es geht um Menschen, die hin und her gerissen sind zwischen zwei Welten – der längst vergangenen Welt der Kindheit und dem Leben im Hier und Jetzt. So verarbeitet Al-Khakani seine eigene Geschichte, aber auch Elemente der Kultur und der Mythen seiner Heimat. / Mitteldt. Zeitung 23.1.02
Wer kennt schon Williram von Ebersberg ? Eigentlich nur Altgermanisten und Mittelalterhistoriker. Man tut dem Leiter der Klosterschule St. Michael in Bamberg, der vor seinem Tod (1085) als Mönch das bedürftige Kloster Ebersberg wie seine weit ausstrahlende Bamberger Schule ebenfalls zur Blüte bringen wollte, Unrecht. Denn er schrieb neben einer Vita des Hirsauer Heiligen Aurelius, einigen lateinischen Gedichten und einer Ebersberger Chronik in seinen letzten Jahren einen zweisprachigen Hohe-Lied- Kommentar, d. h. genauer: Er liess seine drei einander entsprechenden Teile, den lateinischen Text des «Canticum Salomnis» genau in die Mitte, einen lateinischen Kurzkommentar links und die umfangreichste Ausdeutung in einer deutsch-lateinischen Mischsprache rechts, anordnen. … Willirams Text vermag jedenfalls dank seiner Unmittelbarkeit noch heutige Leser in seinen Bann zu ziehen. / NZZ 23.1.02
Oskar Pastior liest Gedichte des rumänischen Surrealisten Gellu Naum . DLF Lesezeit Mi 23.1.02 20.30/ Mi 30.1.02 20.30
Die kanadische Dichterin Anne Carson gewinnt den T. S. Eliot-Preis für 2001 meldet BBC :
Ms Carson’s poetry describes the death of a marriage through poetry that is „tart, lyrical, erotic, plain-spoken and highly charged“, according to Helen Dunmore, chair of the panel of judges.
Siehe auch The Times ,22.1.02:
Anne Carson , who has been hailed by Michael Ondaatje as “the most exciting poet writing in English today”, won the £10,000 T. S. Eliot Prize with a collection about the breakdown of a marriage.
In Graz ist am vergangenen Donnerstag der Dichter Alois Hergouth im Alter von 76 Jahren gestorben. Der vielfach ausgezeichnete Lyriker war u. a. maßgeblich an der Gründung des „forum stadtpark“ und der Literaturzeitschrift „manuskripte“ beteiligt.
Alois Hergouth wurde am 31. Mai 1925 in Graz geboren. Seine frühe Jugend war von den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs bitter geprägt. Ab 1954 arbeitete er als Assistent an der Universität bei Viktor von Geramb, erste Gedichte („Neon und Psyche“, „Schwarzer Tribut“) wurden veröffentlicht . / Wiener Zeitung 22.1.02
Es ist nicht nötig, Edward Estlin Cummings einmal eines seiner eigenen Gedichte vortragen gehört zu haben, aber es hilft. Wie er Pausen setzt, die Wörter über seine Stimmbänder gleiten lässt, die Vokale zum Klingen bringt – Musik ist das, nichts anderes. Leute wie Leonard Bernstein, Morton Feldman oder Philip Glass merkten das und vertonten Gedichte des amerikanischen Lyrikers. Jetzt hat das Cummings-Fieber auch auf Jazz und Pop übergegriffen. Auf der aktuellen Björk-Platte „Vespertine“ finden sich Zeilen des Dichters ebenso wie auf dem bemerkenswerten internationalen Platten-Debüt der Schweizer Jazz-Sängerin Susanne Abbuehl bei ECM. /
Josef Engels, Die Welt 22.1.02
Über ein musikalisches Gertrude-Stein-Projekt in Bremen berichtet die taz Bremen , 22.1.02
Im September 1933 – George lebte inzwischen in der Schweiz – wollte der Jude und Mussolini-Anhänger Karl Wolfskehl den Meister bitten, etwas zu Gunsten der Juden zu sagen. Der ließ seinem alten Gefährten durch seinen Jünger Frank Mehnert, der mit den Nationalsozialisten sympathisierte, mitteilen, er sei krank und könne ihn nicht empfangen. Das von einigen erwartete Schelt- und Absagegedicht gegen die Nazis hat George nicht geschrieben. / Süddeutsche 21.1.02
Über ein seltsames Geburtstagsritual für Edgar Allan Poe informiert die New York Times am 19.1.02:
BALTIMORE (AP) — A small crowd gathered at the old church where Edgar Allan Poe lies buried, waiting, as they do every year, for the arrival of a stranger.
A black-clad man arrived at 2:59 a.m. Saturday, marking the poet’s birthday with the traditional graveside tribute: three red roses and a half bottle of cognac. Only this and nothing more.
It is a rite that has been carried out by a mysterious stranger every Jan. 19 since 1949, a century after Poe drank himself to death in Baltimore at age 40. – Deutsche Meldung: Kurier 20.1.
In der Washington Post schreibt Edward Hirsch über Gerard Manley Hopkins:
Gerard Manley Hopkins’s sonnet „God’s Grandeur“ is one of the poems that many readers, including poets, have been reciting with special intensity since Sept. 11. … Hopkins’s poem is an argument of praise. Praise restores us to the world again, to our luckiness of being. It is one of the permanent impulses in poetry. Praise is clearly inscribed in the Egyptian Pyramid Texts, the oldest lyrical fragments in existence. It is a defining motive in The Iliad (the praise poem of Achilles) and in Genesis (the praise poem of Yahweh). „Rühmen, das ists!“ Rainer Maria Rilke exclaims in the seventh sonnet to Orpheus: „To praise, that’s it!“
/ Washington Post Sunday, January 20, 2002; Page BW12
Über kontroverse Debatten um Robert Burns (gehört er noch zum Kanon?) berichtet der Guardian 20.1.02 – Passend dazu: Besucherrückgang bedroht das Geburtshaus des Dichters. / Sunday Mail 20.1.02
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