Kategorie: Europa

98. Junge Lyrik

Jochen Kelter hat zwei Gedichtbände gelesen, und da die Autoren „jung“ sind, sind ihre Gedichte vielleicht nicht zuende gegart oder -goren? Letzteres behauptet die Überschrift des Südkurier: „Junge Lyriker, unausgegorene Gedichte“. Vielleicht liegts auch nicht (nur) am Alter, sondern an der Manier „jüngerer deutscher… Continue Reading „98. Junge Lyrik“

97. Es kommen härtere Tage

Ingeborg Bachmann veröffentlichte 1953 ein Gedicht, dessen erste Zeile lakonisch verkündet: „Es kommen härtere Tage“. Das Inferno des Krieges lag acht Jahre zurück. Im März ’53 starb Stalin. Am 17.Juni erhoben sich die Arbeiter gegen die DDR-Diktatur. In Korea herrschte ein fragiler Waffenstillstand. Im… Continue Reading „97. Es kommen härtere Tage“

96. Pomerania non cantat,

Pommern singt nicht, sagte man. Als das romantische Deutschland sang, malten die Pommern, schrieb der Pommernflüchtling Hans Werner Richter. Bei pomlit finden Sie ein gutes Gedicht des pommerschen Malers Philipp Otto Runge, einen Text von Walter G. Goes über Kurt Tucholsky und eine Einführung… Continue Reading „96. Pomerania non cantat,“

93. Republik des Buches

Dass es eigentlich nicht gut um die Kultur des Lesens in dem Land steht, das vier Nobelpreisträger für Literatur hervorgebracht hat, ergab eine Umfrage: Demnach haben nur 38 Prozent der Polen, die älter als 15 Jahre sind, im vergangenen Jahr ein Buch gelesen. Die… Continue Reading „93. Republik des Buches“

90. Lyrieeleison

Wenn Gedichte nicht besprochen werden, muß man es selbst machen. Klaus Grunenberg (wenn ich die Verwandtschaftsbeziehungen richtig interpretiere) tut das, bzw. läßt es die Kritiker Ed Moercke und Mark Beil-Ritzi tun. Am Heiligabend schon zum 100. Mal. Moercke beginnt so: Wieder so ein Gedicht, wo wir… Continue Reading „90. Lyrieeleison“

89. Arnstadts Dichter

1 Völlig irritiert nahm Ludwig Bechstein 1821 sein erstes Honorar als Lyriker entgegen. Während seiner Apothekerlehre in Arnstadt hatte er erste literarische Versuche unternommen und auch drei Gedichte an die „D’olzische Jugendzeitung“ geschickt, aber keineswegs mit einem Obulus für die Veröffentlichung gerechnet. Kurz darauf erschien sein erstes Buch,… Continue Reading „89. Arnstadts Dichter“

88. Verschlüsselte Liebeserklärung

„Klage der Ceres“ sei die Antwort auf Goethes „Alexis und Dora“ gewesen, ein Poem, das als Liebesgedicht an Schiller gelesen wird. Die Autorin benutzt den Begriff der Erlebnisdichtung wieder völlig unbefangen und kann sich dafür auf Goethes Selbstverständnis als Lyriker berufen. Vor zwanzig Jahren,… Continue Reading „88. Verschlüsselte Liebeserklärung“

87. Glücksfall

Wie kaum ein zweiter Lyriker der Gegenwart kommt Wagner einem Ideal von Dichtung nahe, nach welchem Gehalt sich nicht diskursiv durch das Wort vermittelt, sondern evokativ in und mit dem Wort. Ein Glücksfall sind Wagners Gedichte aber auch darin, dass diese Lyrik sich nicht… Continue Reading „87. Glücksfall“

86. Versöhnlich

Diese Lyrik ist auf Verständnis aus – und im Grundton versöhnlich. Ungezwungen reimt Fels, Jg. 1946, Herz auf Schmerz, beschwört die Liebe, ruft Gott und die Engel an und freut sich über das Leben. / Kirstin Breitenfellner, Falter 22.12. Egal wo das Ende der Welt… Continue Reading „86. Versöhnlich“

85. Uljana Wolf auswärts

Uljana Wolf las zusammen mit den Autoren Maggie Nelson, Guy Bennett and Stephen Motika aus Los Angeles in der Villa Aurora in Venice/ Cal. in einer Veranstaltungsserie, die lokale Autoren und Musiker mit internationaler und Avantgardekunst vereint. Uljana Wolf war im Herbst Poet in… Continue Reading „85. Uljana Wolf auswärts“

84. Meine Anthologie 65: Silke Peters, Warten auf Hornissen

Warten auf Hornissen (Tonabnehmer über dem Hirn)Ich mache mal wieder nichts. Die Fliegen sind da, es ist Sommer. Eigenartig, sie machen keine Töne. Sie fliegen unter der Lampe. Immer wieder stoßen zwei scheinbar zusammen, dann erweitert sich der Raum um weniges. Er ist ein… Continue Reading „84. Meine Anthologie 65: Silke Peters, Warten auf Hornissen“

83. H.-C.-Artmann-Preis für Erwin Einzinger

Der österreichische Schriftsteller Erwin Einzinger erhält den H.-C.-Artmann-Preis 2010. Einzingers Gedichte würden durch die Vielfalt der Töne, ihren Witz und die Breite ihrer Themen bestechen , urteilte die Jury. Die von der Stadt Wien im Zweijahresrhythmus vergebene Auszeichnung für herausragende Leistungen auf dem Gebiet… Continue Reading „83. H.-C.-Artmann-Preis für Erwin Einzinger“

81. Gegen die Konformität der Wahrnehmung

Die Frage ist für den Iraner Khalfani, der in Deutschland lebt, von besonderer Relevanz: „Der Dichter fängt an Gedichte zu schreiben / wenn er schweigen muss“. In Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, in dem die Dichter zwar schreiben dürfen aber nicht gelesen… Continue Reading „81. Gegen die Konformität der Wahrnehmung“

79. Meine Anthologie 63: Reinhard P. Gruber, Jetzt werde ich die Welt beschreiben

63 (2001) Jetzt werde ich die Welt beschreiben   DAS MEER Soweit so blau DIE LANDSTRASSE Die Landstrasse hat der Mensch gemacht, scheidet also aus. DIE STADT Die Stadt hat ein Stadttor und das Dorf nicht. Hätte das Dorf ein Dorftor, wäre auch das… Continue Reading „79. Meine Anthologie 63: Reinhard P. Gruber, Jetzt werde ich die Welt beschreiben“

77. Lyrisches Flussbett

So ist es nur konsequent, dass sie ihr neues Buch ganz einem Fluss gewidmet hat. Wobei sie die reale Donau mit ihren Wirbeln, Fischen und dem Donaugold ‚tief unten / im Flussgrund‘ in eine eigene gedanklich-sprachliche Welt verwandelt. Der Sog der Sprache wird in… Continue Reading „77. Lyrisches Flussbett“