Kategorie: Europa

3. Vermeintlich einfach

Besonders ist für mich das vermeintlich Einfache. Fried berührt mit seiner Lyrik und Prosa die Menschen, die nicht zu intensiv interpretieren wollen, als auch die Menschen, die sich von seiner philosophischen Wortgewalt in den Bann ziehen lassen wollen. / Oberösterreichische Nachrichten

2. Verdikt

1951 meinte der Kulturphilosoph Theodor W. Adorno: „Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“. Das klingt endgültig, auch wenn er diese radikale These später relativiert hat. Es muss wohl offen bleiben, ob er sein Verdikt auch auf solche Literatur bezog, in denen über… Continue Reading „2. Verdikt“

1. Erich Fried Preis 2012 für Nico Bleutge

Der junge* deutsche Dichter Nico Bleutge erhält den mit 15.000 Euro dotierten Erich Fried Preis 2012 – so hat es in diesem Jahr der alleinige Juror, der Autor Lutz Seiler, bestimmt. Die Preisverleihung findet am Sonntag, den 25. November 2012 im Literaturhaus Wien statt… Continue Reading „1. Erich Fried Preis 2012 für Nico Bleutge“

118. Paradoxon der Übersetzung

Die Lebendigkeit und Präzision, die ich mit dem Bild auf dem Umschlag assoziiere, findet sich in allen Gedichten wieder; mit Miron Białoszewski hat der Verlag nach Aloysius Bertrand und Georg Hoprich erneut einen Autor der Vergessenheit entrissen, der nie hätte in Vergessenheit geraten dürfen;… Continue Reading „118. Paradoxon der Übersetzung“

117. Fragil labial

Ähnlich wie das „O“ und das „I“, das Runde und das Gestreckte, in den „Honigprotokollen“ aufeinandertreffen, die runde Vollständigkeit allein aber der „Hohn“ ist, wandert Rinck virtuos durch das „Weltinnenall des Binnenreims“, bis hin zu Rilke. Häufig erinnert die Lautstruktur an gleichsam umarmende Binnenreime,… Continue Reading „117. Fragil labial“

116. Sie könnens nicht

Der Standard kanns, die FAS kanns, die taz kanns, ja sogar die Lyrikzeitung kann es – die „Welt“ kanns nicht. Oder finden Sie das witzig?

115. Lenaupreis an zwei Lyriker

Therese Chromik, Lyrikerin und von 2000 bis 2007 Direktorin der Theodor-Storm-Schule, ist im baden-württembergischen Esslingen abermals mit einem Literaturpreis ausgezeichnet worden. Gemeinsam mit dem Tübinger Lyriker Karl Corino erhielt die Wahl-Kielerin den Nikolaus-Lenau-Preis 2012. Vergeben wird die renommierte Auszeichnung von der Stadt Esslingen und… Continue Reading „115. Lenaupreis an zwei Lyriker“

114. Pfingst-Posse

Was zeigt die kleine Pfingst-Posse? Im Netz verbreiten sich Fehlinterpretationen rasend schnell, wie mal wieder zu beweisen war. Sie klären sich dann aber auch recht schnell wieder auf – zahlreiche Twitter-Nutzer hatten das Stück dann doch als Satire erkannt. Und: Grass-Werkstücke haben seit seinem Israel-Gedicht an Gravitas eingebüßt. Selbst… Continue Reading „114. Pfingst-Posse“

113. Fräuleinwunder

Sind „die Täler gefüllt mit Dorffesten“, wird „der Teich am Schilf gepackt“ und „das Altlaub in den Bäumen vergessen“ – dann hat man es mit Bildern aus Gedichten von Nora Bossong zu tun. Für ihren jüngsten Band „Sommer vor den Mauern“ wurde sie soeben… Continue Reading „113. Fräuleinwunder“

112. Tristan

Alexander Rudolph ist Simian Keiser ist Tristan Marquardt. Drei Namen, zwei Pseudonyme. Der 24-Jährige Alexander schreibt gerade seine Doktorarbeit, nebenbei legt er als Simian Platten auf, schreibt als Tristan einen Lyrikband und versucht in München einen Platz für junge Schreibende zu schaffen. Drei Namen.… Continue Reading „112. Tristan“

111. Gedichtschwemme

Soviel (Gegenwarts-)Lyrik war nie bei den 99,977 % des Publikums, deren Lyrikkonsum mit Schulschluß aufhörte. Da ist schon wieder eins. Die taz bringt heute ein Grassgedicht zum Thema Urheberrecht. Als Ghostwriter fungierte der Berliner „Heimatdichter“ (taz) Uli Hannemann, und macht er seine Sache schlecht?… Continue Reading „111. Gedichtschwemme“

110. Gedichtroman

Das ganze Buch ist in Versen verfasst, es handelt sich tatsächlich um den Gedichtroman, den der Untertitel verspricht. So gut wie interpunktionslos dichtet sich Perros durch seine bisherige Vita – gerade einmal 41 Jahre alt war er, als er 1964 diese seine Memoiren verfasste.… Continue Reading „110. Gedichtroman“

109. Misik exklusiv auch in Günter-Grass-Versen

Und in Erwägung, dass wir politisch in der See der Belanglosigkeit treiben Wie einst Odysseus im Mittleren Meer Ist die Frage tatsächlich berechtigt ob nicht die Sprache der Alten In unsere Debatten brächte Kultur Der Dichter Grass jedenfalls Ihn wollen wir preisen Für seine… Continue Reading „109. Misik exklusiv auch in Günter-Grass-Versen“

108. Gedankenfreiheit

Im FAZ-Blog erzählt Marina Weisband die kuriose Geschichte des Liedes „Die Gedanken sind frei“

107. Stolterfoht, der Listige

Der Lyrikvortrag als Leistungsschau, oder anders: Die Lyrik als Betrieb ist das Thema von Stolterfohts „Radioessay“, wie der produzierende Südwestrundfunk das Stück keck klassifiziert. Stolterfoht, der Listige, nimmt die sportive Komponente des „Schauwettbewerb[s]“ beim Wort und prägt seinem „fiktiven Feature“ (Verlag) konsequent das Vokabular… Continue Reading „107. Stolterfoht, der Listige“