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Zu einfach wäre es, Friedrich Achleitner mit seinen frühen Dialektdichtungen aus „hosn rosn baa“ (1959), den experimentellen „konstellationen“ und „montagen“ aus den 1970er-Jahren, dem „quadratroman“ (1973) und der Kurzprosa der letzten Jahre zum Klassiker der zeitgenössischen Literatur zu erklären. Ungesagt bliebe dabei, dass Achleitner… Continue Reading „40. „iwahaubbd““
Im anschließenden Vorlesewettbewerb trugen drei junge Damen „otto mopst“ ein Gedicht von Ernst Jandl vor. / wir im vorgebirge
scheiß angst vor der eigenen wut, scheiß wut auf die eigene angst. scheiß liebe zu beidem. scheiß wissen, worauf es bezogen sein könnte. / scheiße was wir geworden sind. scheiß kifferei und scheiß bier und scheiß schwangerschaften, scheiß stammtische-strammtische, selbst noch scheiß waldspaziergang.… Continue Reading „82. Scheiß Kunst“
Wie bringt man 40 Jahre Kärnten in 111 Gedichten unter? Nicht leicht. Josef K. Uhl, 1947 im steirischen Köflach geboren, seit 1972 mit inniger Hassliebe an Klagenfurt gebunden, Herausgeber der Literaturzeitschrift „Unke“ und Talent-Scout, musste ein Jahr lang mit Sebastian Rasbornig „raufen“, bevor er… Continue Reading „67. Rock ’n‘ Roll des Herzens“
Allen, die die Lyrik schon abgeschrieben haben, sei als Therapie eine Reise nach Hall dringend empfohlen. Da spielt der hierzulande wegen seines legendären Auftritts beim Bachmann-Preis noch dunkel in Erinnerung gebliebene Urs Allemann mit der Sprache, dass sogar Gerhard Rühm erblassen könnte. Es schüttelt… Continue Reading „48. Sprachlüstling“
Ein großes Treffen der Dichter soll es werden, das dreitägige Poesiefest im Düsseldorfer Geburtshaus Heinrich Heines an der Bolkerstraße vom 23. bis zum 25. September: Durs Grünbein und Michael Krüger werden unter anderem kommen und lesen, auch Cees Nooteboom, Lutz Seiler und Oswald Egger. Das… Continue Reading „45. Poesiefest im Heinehaus“
An den Gedichten des Österreichers Theodor Kramer (1897-1958) lobt Müller die konventionelle Ruheform der Strophen und die melodische Rhythmik, hinter welcher sich der eigentliche traurige Inhalt verberge. In seinen Gedichten behandelt der jüdische Lyriker seine eigene Angst und Emigration in der Zeit des Dritten… Continue Reading „115. Herta Müller liest“
Bei Facebook entdeckt: fitzgerald kusz brecht-haiku affm brecht seim groob am dorotheenstädter friedhof bläihä di goddesaung Brecht starb am 14.8. vor 55 Jahren. (Interessant, daß ich als Nordeutscher das zu verstehen glaube, während Robert Schindel sagt: „Letzte Zeile für Wiener wie mich unverständlich. Erbitte… Continue Reading „83. Goddesaung“
Wie schon am Samstag berichtet, hat ein Brucker Funktionär der Sozialistischen Jugend (SJ) auf Facebook eine Art Gedicht gepostet, in dem er eine überaus rabiate Art des Klassenkampfes propagiert und – unter anderem – die Reichen schlachten möchte. … Der Freiheitliche Jungpolitiker legt sehr strenge… Continue Reading „79. Österreichische Szene“
Einmal hat Evelyn Schlag gedichtet, wie das so ist, wenn Frauen Fußball im TV schauen. Es geht so: „Ich finde, bringen tut’s der Arsch. Wenn er sich bückt, / Wenn er den Ball hinlegt. Moment, die Nudeln kochen.“ / kurier.at
relevant.at veröffentlicht ohne weitere Erklärungen (jedenfalls finde ich keine) eine Reihe von Bibliografien von Klassikern der neueren deutschen Literatur (wie Arno Schmidt, Wolfgang Koeppen, Peter Weiss, Gerhart Hauptmann, Ingeborg Bachmann, Peter Rühmkorf, Peter Huchel…). Nützlich eine von Ernst Jandl, mit langer Liste von Veröffentlichungen… Continue Reading „48. Jandl-Bibliografie“
Er war ein populärer Dichter, vor allem dank seines Mundart-Zyklus „Wien wörtlich“, beherrschte aber auch die poetische Hochsprache eines Rilke oder Anton Wildgans. Seine Position im Nationalsozialismus – er pries Hitler – ist schon lange ein Stein des Anstoßes: Nun gibt es eine neue… Continue Reading „39. Soll Weinheber bleiben?“
Adlers «Gesammelte Gedichte» liegen nun erstmals vollständig in einer mustergültigen Edition vor. Sie gelten Hauptmotiven wie dem Blick, den Jahreszeiten, dem «Gedächtnis». Diese Gedichte sind lyrisches Gedächtnis. Mnemosyne, nach Hesiod die Mutter der Musen, stand Pate, Gedicht um Gedicht. «Scharf hinzuhören in die Muschel… Continue Reading „33. Lyrisches Gedächtnis“
In der „Welt“ kann man heute unter der Überschrift „Der Schlagabtausch“ einen Literaturkrimi zwischen Karl Kraus und Franz Werfel lesen: sehr empfohlen! Kostpröbchen: Verehrtester Herr, erlauben Sie, das ich Ihnen für die Ehre und Freude vielmals danke, die Sie mir durch die Veröffentlichung meiner… Continue Reading „29. Schlagabtausch“
Christian Steinbacher ist ein Wortakrobat, wie man ihn sich schöner kaum vorstellen könnte. Nichts wäre seinen Gedichten fremder als simple Einfühlung oder gar ein kruder Realismus. Vielmehr gilt: «Hier lebt kein Eindruck, nur Verflochtenheit.» Es sind kleine Labyrinthe, die den Leser immer wieder in… Continue Reading „24. Steinbachers Labyrinthe“
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