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wer ist denn schon zu hause
wenn er bei sich ist
wer ist denn schon bei sich
wenn er zu hause ist
Ein Mann, eine Frau, vor einhundert Jahren,
sie setzten das lyrische Ich in die Welt, ich gebe es
einhundert Jahre später zurück.
Wo bist du? – Straßen hat es mich durchhetzt.
Der böse Nachtwind höhnt: was willst du jetzt?
Aus allen Ecken kriechen Spinnenschrecken
ich will mich hier am dikken ende
nicht noch unnuetz ausspinnen
was ich getan haette
wenn ich nicht die richtung wuesste
wueste
Man wird mit Ismen krank gefüttert.
Der Magen ist schon arg erschüttert.
Der Becher-Ismus stinkt zum Himmel.
Der Apfel fällt nicht weit vom Schimmel.
„Hie Baader!“ und „Hie Hülsenbeck!“
Der Dadaismus ward längst leck.
alles erstand aus dem nichts und das nichts mehrte sich aus der mehrung kam der gedanke • aus dem gedanken kam die erinnerung • aus der erinnerung das begehren
Und jeden
Abend ist man zufrieden mit den
Möglichkeiten, die man hatte,
weil man nie weiß, wie viele
Möglichkeiten man wirklich hatte.
Die heilgen drei König‘ sind kommen allhier,
Es sind ihrer drei und sind nicht ihrer vier;
Und wenn zu dreien der vierte wär,
So wär ein heilger drei König mehr.
Wir sind
für kurze Zeit,
was sie beschreiben,
doch fällt
mit jedem Blättern
die Seite
wie das Kleid,
am späten Abend
abgetragen,
von uns ab,
so dass wir
wieder stehen
blätternackt.
Lippe liegt auf Lippe wie Zentner auf Zentner.
Wie soll ich leben als Stummer –
Alles hat er zu sagen und nennt es stumm sein.
Das war die Art, in der die Großmutter schwieg. Und der Großvater war eine Birke.
und es bleibt mir, Dir zu vergeben
Dein irrlichterndes Fehlen
Deinen anmaßenden Appetit
die sture Beschwörung
Dein Allein, zeitlos
das Woanders Gewalt
Dein Recht ohne Recht
Deinen anhaltenden Tod
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