Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Dann schweig also Metaffer, hau ab,
nimm deine billigen Bedeutungen mit,
verschon mich mit Juli und CottonCane polyploid,
verkneif dir die Vokabeln zusammengebastelt aus Stern und aus Kind
Daunen dringen aus dir.
Davon kommen die Blumen und Gräser.
Federn grünen an dir.
Davon kommt der Wald.
Grüne Lampen leuchten in deinem Gefieder.
Davon bist du so jung.
Ich brauch sand fürs chemie experiment zum element belustigung
wo aber find ich sand, vogelsand spielsand
wenn der OBI zu hat
chemielehrersand für ein chemielehrerexperiment
vom kindheitsplatz hab ich sand – für ein experiment
– ich war seit zwanzig jahren nicht mehr dort, am ortsrand
ich hab sand – geklaut.
dem manne hab es leu gegeben
sei ihm aber nicht geschwind genug gestorben
worauf sie ihm ein zweites beigebracht – vom rattenzeug
nun sei der Mann frisch worden Mercurius Miracel
Springt das P mit Galopp über Gestrüpp und Klipp,
löst sich Lippe von Lipp, und das hochherr’sche R
dreht, ein Reaktionär, das
Rad zurück und beraubt uns rasch.
ach iron schachschorsch – namensvorfahr
dir sei diese metaffer aus pöppel gewidmet
wie die erinnerung an eine kieningertrap grobgeschnitzte endkönigin
Kringel malend lässt Apollinaire
sich zum Krieg kutschieren. Er begrüßt
das Neue: Luftkampf, Massenschlachten und bald
ein Schrapnell für seine Schläfen.
Es gibt einen Essay von Bertram Reinecke, einen Gedichtzyklus von Martina Kieninger, in der Rubrik ALTER TEXT die gesammelten Polymeter von Jean Paul – und noch dies (Kritiken) und das (Tabu).
Den Wert von Schwitters Projekt sehe ich vor allem darin, dass er sich auf einem Feld abseits großer lyrischer Traditionen hartnäckig auf eine Suche begibt.
Ihr lebt, weil ihr geboren wurdet,
In eurer Zeit, ganz ohne Sinn.
Denn eure Spezies ist am Ende,
und euer Dasein ohnehin.
Die Gedichte geben sich naiv und sind das Gegenteil davon: frech wie hingeschnauzt. Es wird alles in diesen Gedichten so kalt, bis es brennt. Der Reim zerrt eine Zeile in die andere, aber dem ganzen Gedicht hält er den Mund zu.
Auch kann der Geisteswissenschaftler eventuell seine geringen mathematischen Fähigkeiten umdeuten zu einer Begabung in einem Sonderreich, zu dem eine instrumentell mathematisch naturwissenschaftliche Denkweise keinen Zugang hätte.
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