Welt am Sonntag: Ich werde den Verdacht nicht los, dass etliche Grünen-Anhänger ein weniger ausgewogenes Modernitätskonzept haben. Auf dem Weg sah ich im Eckensee, der zwischen Landtag und Staatstheater liegt, zwei junge Männer im flachen Wasser stehen, die ein Transparent mit folgender Aufschrift hochhielten: „Wenn Bauen zerstört, ist was verkehrt.“ Da soll doch alles bleiben, wie es ist.
Winfried Kretschmann: Das ist ein schöner Satz fürs Transparent, nicht für die wirkliche Welt. Bauen zerstört immer etwas. Wenn wir alles stets stehen lassen und das Neue dazubauen, dann bauen wir die Welt wirklich zu. Man muss Bewährtes erhalten, man muss aber auch neues schaffen.
Im „Bürgerlied“ aus der badischen Revolution von 1848 ist das sehr schön formuliert: „Aber ob wir Neues bauen, / Oder Altes nur verdauen, / Wie das Gras verdaut die Kuh; / Ob wir in der Welt was schaffen, / Oder nur die Welt begaffen.“ Wir erfinden immer wieder Neues hinzu, das dann in hundert Jahren das Bewährte ist. Anders ist die Welt nicht zu denken.
(Auch schön dieser Einstieg im Gespräch der „Welt am Sonntag“ mit dem vielleicht bald ersten grünen Ministerpräsidenten:
Welt am Sonntag: Vor 25 Jahren haben wir beide eine völlig minoritäre Strömung der Grünen gegründet, die „Ökolibertären“.)
Und was bleibt denn an dem Leben,
Wenn es alles ging zu Funken,
Wenn die Ehre mit dem Streben
Alles ist im Quark versunken.
Und doch kann dich nichts vernichten,
Wenn Vergänglichem zum Trotze
Willst dein Sehnen ewig richten
Erst zur Flasche dann zur …
Goethe, aus: Zahme Xenien*). Nachlese.
Darf man das Volk betrügen? fragte Goethe. In der Hamburger Ausgabe steht es auf Seite 331. Der oben zitierte Spruch aber fehlt. Da braucht man schon eine mehrbändige Ausgabe. In der Ausgabe von Karl Eibl, Sämtliche Gedichte in 2 Bänden, Deutscher Klassiker Verlag 1988, Nachdruck für die Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1998, steht es in Band 2 auf S. 850. In der „Berliner Ausgabe“ des Ostberliner Aufbau Verlags steht es in Band 2. Gedichte und Singspiele II, Nachlese und Nachlaß, 1966, auf Seite 401 – mit 3 Kommas in der zweiten Strophe mehr als in dem dtv-Band.
Die Anmerkungen zum Text in der Berliner Ausgabe sagen: Erstdruck in der Weimarer Ausgabe (Band 53, 1914). (Keine Auskunft zur Kommafrage.)
Etwas ausführlicher, und genauer, die Anmerkung zur dtv-Ausgabe:
Erstdruck: Privatdruck von Anton Kippenberg 1905, dann WA 53. Eigenhändig überliefert. – Der „Und“-Anfang läßt einen größeren Zusammenhang vermuten. Vielleicht eine „Invektive“.
Und hat er die Kommas geschrieben? Und hat er drei Pünktchen gesetzt? In diesem Punkt geben auch wissenschaftliche Ausgaben keine Auskunft, nicht einmal die 150bändige Weimarer Ausgabe. Dafür brauchte man ein Faksimile der Handschrift, am sichersten eine Ausgabe vom Typ der Frankfurter Hölderlin-Ausgabe. Gibts nicht, und ist das wichtig?
Ja, mir schon. Ich möchte im Zweifelsfall wissen, was der Autor wirklich geschrieben hat. Die Frankfurter Hölderlin-Ausgabe hat zahlreiche aufschlußreiche Beispiele geliefert.
Hat Goethe Götz von Berlichingen sagen lassen: „Sag ihm, er kann mich am Arsch lecken“? Oder hat er drei Pünktchen gesetzt? Generell gibts beide Fälle in Goethes Werk. Und es gibt auch in der großen Weimarer Ausgabe Fälle von schamhafter Pünktchen-Philologie. Und es gab sogar Philologie mit dem Rasiermesser: man weiß, daß die Großherzogin von Weimar anstößige Wörter und ganze Strophen in Goethes Nachlaß hat auskratzen lassen. L&Poe berichtet weiter.
Anmerkung: Im Internet gibt es an diversen Stellen ausgeschriebene Versionen, teils mit abweichendem Text. So etwa:
Und was bleibt denn an dem Leben
Wenn es alles ging zu Funken,
Wenn die Ehre mit dem Streben
Alles ist im Quark versunken.
Und doch kann dich nichts vernichten,
Wenn, Vergänglichen zum Trotze,
Willst dein Sehnen ewig richten
Erst zur Flasche, dann zur Fotze.
(Mehr bei Google & Co)
*) Und das sind erst die Zahmen
Dies ist eine Information und eine Einladung. Ich habe eine neue Seite dieses Titels eingerichtet. Die bisherige Selbstbeschreibung:
Lyrikwiki Labor ist ein Wikiprojekt, daß im Zusammenhang mit meinen Lyrikseminaren am Institut für deutsche Philologie der Universität Greifswald und meiner Arbeit an der Lyrikzeitung im April 2011 gegründet wurde. Ziel ist es, lyrikrelevante Artikel zu erstellen und für Artikel aus Wikipedia Neufassungen zu entwerfen. Mitarbeiten können Studenten meiner Seminare und andere Interessenten.
Ich könnte mir vorstellen, daß man ein Lyriklexikon zusammenstellen kann, das professionellen Standards genügt, ohne an der in Lexika, auch bei Wikipedia inzwischen verbreiteten akademischen Selbstbeschneidung teilzuhaben. Ich stelle mir vor, daß „unscharfe“ Begriffe im Sinne einer fuzzy logic zum professionellen Wissen gehören.
Das Projekt hat gerade begonnen. Studenten meines derzeitigen Literaturtheoriekurses müssen Artikel über die fiktiven Beiträger in Ann Cottens „Florida-Räume“ erstellen, auch im Bereich Lyrikgeschichte (Lyrik vor Goethe) plane ich studentische Beiträge.
Zur Information klicken Sie sich durch „zufällige Artikel“ oder suchen Sie den Eintrag „Ann Cotten“, den ich durch Bearbeitung und Erweiterung des Wikipedia-Artikels erstellt habe.
Kritik, Vorschläge und Mitarbeit willkommen!
Sein lyrisches Werk, nie zu trennen von seinem geistlichen, stellt ihn [Friedrich Spee] auf eine Stufe mit den größten seiner Zeitgenossen, Paul Gerhardt, Simon Dach und Paul Fleming.
In seiner Sammlung „Trutz Nachtigall“, an der er jahrelang komponierte und feilte, übertrug er Formen und Motive erotischer Dichtung auf theologische Stoffe, in der Verbindung von Schmerz und Wollust eine hochmerkwürdige Kombination aus dem Hohen Lied, der Schäferlyrik und der Passion Christi.
Aber auch seine metaphernschöne Naturlyrik begeisterte Leser von Clemens Brentano, der einige Texte von Spee in sein „Knaben Wunderhorn“ übernahm, bis zu Heinrich Böll. Uns späten Nachfahren am bekanntesten ist gewiss das adventliche Kirchenlied „O Heiland, reiß die Himmel auf“. / Michael Kleeberg, Die Welt
Elke Erb gehört jener Spezies von Menschen an, die den Kampf gegen unsere Ohnmacht, aus unserem Ich-Käfig nicht heraus zu können, mit List und Tücke, warum nicht auch mit Heimtücke, aufnimmt. Voraussetzung ist, dass sie ein Gegenüber findet, das einsteigt auf ihr Angebot, ihren eigenen Denkwindungen zu folgen auf die Gefahr hin, dass wir uns bisweilen heillos verirren. Macht nichts, dann steigen wir aus aus einem ihrer Gedichte, schütteln uns betäubt von der Fremdheit dieser Wort verbindungen. Dann unternehmen wir einen neuen Versuch und dann sind wir gefangen, machen diese unerwarteten Wortverbindungen zu unseren eigenen und vergessen darauf, den reinen Sinn daraus zu ziehen. Ein Sinn, der sich nämlich ohne Verlust in die Prosa des gemeinen deutsch sprechenden Bürgers übertragen lässt, hat mit Poesie nichts zu schaffen. Zur Poesie gehört die Form, in der ebenso viel Aussage steckt wie in der reinen Information. Gedichte, wie sie Elke Erb schreibt, sind Individuen, so sperrig, so schön, so überraschend und unberechenbar wie jeder einzelne Mensch auch. Bei ihrer Lektüre wird man um den Verstand gebracht, wenn man sich nicht lösen will von der Schwerkraft eines eindeutigen Sinns und einer zweifels freien Bedeutung. Der Zweifel schreibt immer mit in dieser Lyrik, der Zweifel an der Tragfähigkeit überlieferten Gedankenguts. Was überliefert ist, ist gut und schön, das Wahre für Elke Erb aber keineswegs. / Anton Thuswaldner, Laudatio zum Preis der Literaturhäuser, Poetenladen
Elke Erb
Meins
Hrsg. von Christian Filips
roughbook 006; 2010
11 EUR
Elke Erb
Deins. 31 Reaktionen auf Elke Erb
Hrsg. von Urs Engeler u. Christian Filips
roughbook 013; 2011
10 EUR
Gerade ist sein neuer Lyrikband erschienen, der erste seit 25 Jahren. Geschrieben habe er ja eigentlich immer. In der Freizeit, ohne den Vorsatz, das einmal veröffentlichen zu wollen. „Ich hatte keine Lust, mich in diesen Buchmarkt zu mischen. Da herrschen ja zum Teil mafiöse Strukturen.“ Und doch fühlte sich der 55-Jährige, nachdem sich „Unmengen von Material“ angesammelt hatten, in der Pflicht, „das alles mal zu ordnen“.
„Seit ich am Meer bin“ heißt der schmale Band, der nun Balladen und Lieder vereint, lange Gedichte und kurze, poetische Notizen. Sie handeln von der Ferne und wie sie den Wanderer empfängt, vom Loslassen ebenso wie von der Kraft der Liebe, von Sehnsucht und der Angst vor dem Tod. Wenzel erzählt von alldem, wie man es von seinen Liedern kennt: mal heiter-melancholisch, dann wieder mit feinem Sarkasmus, bitter und hart, dann wieder ganz zart und leise. Als die Arbeit am Buch im Endstadium war, hat er sich sogar die Musik versagt, drei Monate lang. „Sie hat manchmal so etwas Versöhnendes, das wollte ich fern halten“, sagt er. Und: „Unser ganzer Alltag ist so stark von Musik geprägt.“ Hin und wieder brauche man da einfach die Kraft eines klar formulierten Wortes.
Mit seinen Versen will er an eine Tradition anschließen, eine „Form von Lyrik“, die seiner Meinung nach immer mehr aus der Öffentlichkeit verschwunden ist. Zum anderen ist das Buch aber auch eine Art Test. „Ich habe ja viele literarische Projekte, sitze zum Beispiel an einem Roman und einem Essayband. Lyrik jedoch ist die antikapitalistischste Form – man kann nie so viel Gewinn herausholen, wie man Arbeit in eine Zeile steckt.“ / STEPHANIE LUBASCH, Märkische Oderzeitung 9.4.2011
„Masken: Wenzel singt Christoph Hein“, mit Hans-Eckardt Wenzel und Christoph Hein, Sonntag, 17 Uhr, Schinkel-Kirche, Neuhardenberg, Kartentel. 033476 600750
Hans-Eckardt Wenzel: „Seit ich am Meer bin“, Gedichte, Matrosenblau Verlag 2011, 104 S., 18 Euro
Daß diese Farbigen einfach nicht politisch korrekt sein können. „Neger bin ich, Neger bleib ich“, sagt der französische Dichter Aimé Césaire, geboren 1913 auf der zu Frankreich gehörenden Insel Martinique. Er erfand gar ein eigenes Konzept dazu: Négritude. Schwarzsein. Negersein. Das war in den 30er Jahren zusammen mit dem Dichter und Politiker Léopold Sédar Senghor, der später erster Präsident des unabhängigen Senegal wurde. Jetzt ehrt der französische Staat den farbigen Dichter aus der Karibik durch Aufnahme ins Pantheon.
Nègre je suis, nègre je resterai
Aimé Césaire, Françoise Vergès
Essai (broché). Erschienen 11/2005
Armes Wien – a never ending story!
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In seinen Performances gurgelt, rappt und schmatzt Valeri Scherstjanoi bekannte und erfundene Laute. Im FIGARO-Lesecafé trifft der Lautpoet auf den Dichter Michael Lentz – ihre Begegnung kann zu einem Fest lyrischer Improvisation werden. Wer Angst vor experimenteller Lyrik hat, dem wird sie von Lentz und Scherstjanoi spielend genommen. / MDR Figaro
Angaben zur Sendung
FIGARO Lesecafé: Lautland – Lyrik in Form mit Michael Lentz und Valeri Scherstjanoi
Sendung:
So, 10.04.2011, 16:05-17:30 Uhr
Ort:
Moritzbastei, Leipzig
Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.
Wiederholung:
Di, 12.04.2011, 22:00-23:30 Uhr
Moderation:
Michael Hametner
Literaturhinweise
Michael Lentz: Offene Unruh – 100 Liebesgedichte, 192 S.,
S. Fischer Verlag
ISBN-13: 978-3100439260
Valeri Scherstjanoi: Mein Futurismus, 160 S.,
Matthes & Seitz Berlin, Mai 2011,
ISBN 978-3882216189
Alexei Jelissejewitsch Krutschonych „Phonetik des Theaters“
Übersetzt, eingeleitet und kommentiert von Valeri Scherstjanoi.
1. Auflage
ISBN 978-3-9813470-5-0
Paperback: 19×12
10 Euro
Valeri Scherstjanoi: lauter scherben: texte zeichnungen chronik
Books on Demand
EUR 18,80
drei Monate lang wohnhaft auf dem Stadtfriedhof, in direkter Nähe zu Hölderlins Gebeinen: Marion Poschmann
(Schwäbisches Tagblatt) – ganz so schlimm ist es wohl nicht. Offenbar stimmt davon nur, daß
sie Hölderlins Grab auf dem Stadtfriedhof von ihrem Fenster im Stadtschreiberhäuschen aus sehen kann
Für 3 Monate ist sie Stadtschreiber(in) in Tübingen – die Stelle ist seit neuestem der Lyrik vorbehalten. „Alleinstellungsmerkmal“ heißt das in Pol.-Tech-Speak. Wir aber gratulieren und wünschen eine schöne und produktive Zeit!

Die Türkei fordert die Rückgabe einer Sphinx, wurde vor kurzem gemeldet und von manchen Zeitungen kommentiert. Dahinter verbirgt sich eine komplizierte Geschichte, schrieb die Süddeutsche am 30.3. Seit etwa 100 Jahren weiß man, daß es außer ägyptischen und griechischen auch hethitische „Sfingen“ gibt, eine davon kam nach Berlin. Der Prähistoriker Kurt Bittel, der seit 1931 die Grabungen in der hethitischen Hauptstadt Hattuscha leitete, schrieb: „Die Löwen am westlichen, die Sphingen am südlichen und der Gott am östlichen Tor der Oberstadt gehören zu den größten Leistungen, die hethitische Künstler in der Zeit des Großreiches vollbracht haben.“
Über den politischen Hintergrund schreibt SZ-Autor Klaus Kreiser:
„Unbekümmert darum, dass das Hethitische sozusagen eine Tante der jüngeren indoeuropäischen Sprachen ist, erklärte der Gründer der Türkischen Republik die zweifelsohne aus dem Norden eingewanderten Hethiter zu Angehörigen einer ersten türkischen Migrationswelle aus Innerasien nach Anatolien.
Der Brauch und Missbrauch von Archäologie und Anthropologie für den türkischen Nationalismus erhielt so in den dreißiger und vierziger Jahren freie Bahn. Atatürks Ziehtochter Afet war die wichtigste Propagandistin dieses Projekts. Sie erklärte, den Türken sei keine kulturelle Periode fremd. Das Eigentumsrecht an Anatolien reiche in unvordenkliche Zeiten zurück. Gleichzeitig legte Hamit Zübeyir Kosay, ein in Budapest und Berlin als Ethnologe ausgebildeter Wolga-Tatare, die Ruinen von Alacahöyük bei Çorum frei. Seine Überzeugung war, bronzezeitlichen Funde und Befunde seien Beweise dafür, dass ‚die türkische Rasse in der Vorgeschichte nicht weniger aktiv war als in historischen Perioden‘.
Damit war der Grundwiderspruch der noch immer aktuellen türkischen Vorstellung von Nationalgeschichte in die Welt gesetzt. Der Anthropologe Suavi Aydin beschreibt ihn mit einem Satz: Man beanspruche einerseits einen Platz in der europäischen Zivilisation, andererseits berufe man sich auf eine türkische Herkunftsgemeinschaft. Plakativen Ausdruck fand dieser Bezug auf Sumerer und Hethiter in der Bezeichnung großer staatlicher Unternehmen in der Textil- und Bergbaubranche (Sümerbank, Etibank).“
Der 1979 in Topeka/Kansas geborene und heute in New York lebende Lyriker Ben Lerner hat mit seinem furiosen Gedichtband „Die Lichtenbergfiguren“ ein Meisterstück moderner Sonettdichtung vorgelegt, in dem der Zusammenprall der ehrwürdigen Gedichtform Sonett mit den profanen Redeweisen und Fachsprachen des 21. Jahrhunderts kunstvoll inszeniert wird. „Ich hatte jede Dogmatik des Denkens, jede Sklerose der Abläufe abschütteln wollen“, heißt es in dem zweiten von insgesamt 52 Sonetten, in denen Lerner die alte Erhabenheitsrhetorik des Sonetts in lässiger Beiläufigkeit profaniert. …
In Deutschland war der junge New Yorker Dichter bis vor kurzem unbekannt, bis ihn die findigen Scouts des Wiesbadener Luxbooks Verlags entdeckten und ihn mit dem Dichter Steffen Popp in Verbindung brachten, der seinerseits zu den begabtesten Köpfen der jungen deutschen Lyrikergeneration gehört. Aus einem umfangreichen Mailwechsel der beiden Autoren und aus zahllosen Videotelefonaten entstand schließlich dieser geistreichste zweisprachige Lyrikband der letzten Jahre, der soeben mit dem renommierten Preis für internationale Poesie der Stadt Münster ausgezeichnet wurde. / Michael Braun, Badische Zeitung
Ben Lerner: Die Lichtenbergfiguren. Gedichte, zweisprachig. Übersetzt von Steffen Popp. Luxbooks Verlag Wiesbaden. 120 Seiten, 18,50 Euro.
Zweisprachige Lesung mit Ben Lerner und Steffen Popp, heute, Freitag, 20 Uhr,
Galerie im Alten Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, Freiburg.
Der kanadische Griffin Poetry Prize wird jährlich in Höhe von je $65,000 an einen kanadischen und einen ausländischen Dichter vergeben. Jeweils $10,000 gehen an die übrigen Teilnehmer, die es auf die siebenköpfige Shortlist brachten, so daß keiner leer ausgeht. Insgesamt waren 450 Bücher aus 37 Ländern und aus mehr als 20 Sprachen nominiert.
Auf der Liste für Kanada stehen:
Internationale Liste:
/ Michael Oliveira, The Canadian Press
CHICAGO — The Poetry Foundation is pleased to announce the sixth anniversary of American Life in Poetry, a project that brings free poetry content to newspapers around the country. Founded by former U.S. Poet Laureate Ted Kooser, who selects and introduces the poems featured in the column, American Life in Poetry regularly runs in newspapers across the country, from the Times Union (Albany, NY) to the Lincoln Journal Star(Lincoln, NE), and is published in a range of Internet outlets, reaching more than three million readers each year.
Over the last six years the column has featured more than 300 poets, including National Book Critics Circle Award winner Edward Hirsch, National Book Award finalist Alicia Ostriker, various poets representing large and small regions of the country, and a number of young poets from public school writing programs. The column not only brings contemporary poetry to a wider audience but also restores poetry’s place in newspapers, where the column is well received by regular readers.
“One of the great pleasures is receiving notes from readers who have been following the column in newspapers, and who have been especially touched by a poem they’ve seen. These letters mean so much to us. Touching another person’s heart is what poetry is all about,” said Kooser.
American Life in Poetry is available to newspaper editors, free of charge, for inclusion in either print or online editions.
Register to receive American Life in Poetry, and explore the column archive, at www.americanlifeinpoetry.org.
Sein Vater stand an der Seite von Mao Zedong, als dieser auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1949 die Volksrepublik China ausrief. Ai Qing war der Vorzeigepoet der Kommunistischen Partei, seine Gedichte waren Pflichtlektüre in den Schulen (und Chinas Präsident Hu Jintao und Premier Wen Jiabao können gewisse noch immer auswendig aufsagen). Das bewahrte ihn nicht davor, Ende der Fünfzigerjahre als Konterrevolutionär gebrandmarkt und in die Wüste Gobi verbannt zu werden.
Nun droht seinem Sohn ein ähnliches Schicksal und droht China erneut eine wichtige Stimme zu verlieren: Ai Weiwei wurde auf dem Pekinger Flughafen verhaftet, nachdem sein Projekt publik geworden war, in London marmorne Nachbildungen der um sein Atelier postierten Überwachungskameras auszustellen. Mit der Installation hätte er dem Regime einmal mehr den Spiegel vorgehalten, wie es niemand sonst in der Volksrepublik wagt. / Manuela Kessler, Tages-Anzeiger
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