22. Lyrisches Quartett

Lyrische Neuerscheinungen zum Tagesgespräch in der Münchner Öffentlichkeit zu machen – dazu will eine neue Reihe beitragen, die das Lyrik Kabinett Ende Juni beginnt: „Das lyrische Quartett“. Dreimal im Jahr werden drei ausgewiesene Lyrik-Kenner – Heinrich Detering, Harald Hartung und Kristina Maidt-Zinke – gemeinsam mit einem Dichter oder einer Dichterin ausgewählte neuere Lyrikbände diskutieren. Außerdem soll ein wichtiger Band der Vergangenheit einem ‚Haltbarkeitstest‘ unterzogen werden. Die besprochenen Bücher werden jeweils mit einiger Vorlaufzeit auf unserer Internetseite bekanntgegeben.

 

Der erste Abend dieser Reihe findet am Dienstag, den 28.6.2011, um 20 Uhr in unseren Räume statt.  Der Dichter-Gast ist diesmal Nico Bleutge.

 

Besprochen werden:

  • Elke Erb, Meins. Gedichte. roughbooks 2010
  • Kurt Drawert, Idylle, rückwärts.  Gedichte aus drei Jahrzehnten, Beck 2011
  • Ulrike Almut Sandig, Dickicht. Gedichte, Schöfflling & Co. 2011.
  • Lutz Seiler, im felderlatein. Gedichte, Suhrkamp 2010.
  • Und im Haltbarkeitstest: Günter Eich, Botschaften des Regens, 1955.

 

Weitere Abende der Reihe sind am 5. Oktober und am 30. November 2011 geplant.

21. Glossen und Speicher

Milautzcki und kein Ende. roughblog dokumentiert einen Kommentar Milautzckis auf fixpoetry.com zu einem Gedicht von Konstantin Ames. Die Einleitung bei roughblog:

Frank Milautzcki hat auf fixpoetry einen Kommentar zu einem Gedicht von Konstantin Ames veröffentlicht, der selber zumindest an Ort und Stelle nicht wieder kommentiert werden kann. Wir wiederholen hier seinen Kommentar und laden zu weiteren Kommentaren ein

In der Tat bedarf es der Amtshilfe, da fixpoetry offenbar die Kommentarfunktion abgeschaltet hat. (Die Anonymität des World Wide Web begünstigt Schmähworte, jeder im Netz Veröffentlichende kennt das Problem. Abschalten ist aber wohl keine Lösung, es sei denn, man will keine Widerworte zulassen.)

Die verdienstvolle Literaturseite von Julietta Fix ist ein Füllhorn mit vielen Façetten*. [Autsch, denke ich, schon lieferst du M. eine Steilvorlage. Bei Molière – Achtung, Bildungsprotz – gibt es eine Figur namens „Monsieur Jourdain, bourgeois“. Diesem wird einmal erklärt, was „Prosa“ ist, nämlich freiweg so zu sprechen wie Monsieur Jourdain, und er staunt über sich selbst, daß er seit über 40 Jahren Prosa spricht, ohne es zu wissen! Das kann ich auch! Ohne es zu wollen, habe ich 6 f-Anlaute in einen einzigen Satz gebaut, ich weiß sogar das Fremdwort, „Alliteration“, was sagen Sie dazu, Monsieur Jourdain? Und obendrein mit einem kleinen „ç“ meine Fremdsprachenkenntnisse** angedeutet!]

Milautzckis Text (und mit Einschränkung Ames‘, die Einschränkung sind 2 typographische Abweichungen auf den 4 letzten Zeilen) wird so angekündigt:

[hintun]

 Autor:

Konstantin Ames
Besprechung:
Frank Milautzcki

Folgt man dem Link, findet sich eine weitere Genrebezeichnung: „Interpretation“. Es ist aber weder das eine noch das andere. Milautzckis erster Satz zeigt die Methode, die gleiche, der er sich auch in verschiedenen hingeworfenen Kommentaren in der Lyrikzeitung bediente: eine starke Behauptung aussprechen und dann so tun, als wäre etwas bewiesen. „Besprechung“, „Interpretation“ oder auch „Kritik“, „Analyse“, da müßte etwas hinzukommen, das er wegläßt. Man ahnt schnell, warum. Milautzcki ist belesen, er kann gut schreiben und er hat sich offenbar zu einem Feldzug gegen mißliebige Schreibweisen entschlossen. Was liegt näher, als seine Belesenheit und Formulierungskunst in den Dienst der Sache zu stellen. „Glosse“ paßt vielleicht am ehesten. Im Netz finde ich diese Definition:

Glosse


Wie der Kommentar ist die Glosse eine meinungsäußernde journalistische Darstellungsform. Obwohl sie oft als leicht lesbarer Text daherkommt, muß ihr Autor eine große Sachkenntnis über den zu glossierenden Gegenstand besitzen und über ein sehr gutes Ausdrucksvermögen verfügen. Denn in erster Linie unterscheidet sich die Glosse vom Kommentar nicht im Thema, sondern in ihrer sprachlichen Form. Hier wird polemisch oder satirisch eine (meist) aktuelle Nachricht des Tages aufs Korn genommen. Die Glosse zeichnet sich durch Eleganz in der Formulierung, eine schlagende Beweisführung und überraschende Pointen aus. Eines der beliebtesten Stilmittel von Glossenschreibern ist die Ironie, die freilich auch zur Quelle von Mißverständnissen werden kann. …

© SR (Steffen Richter)

„Meinungsäußernd“, „gutes Ausdrucksvermögen“, „leicht lesbar“, „Pointe“, „Ironie“, alles da. Aber wie steht es mit „Sachkenntnis“, mit „Beweisführung“? Der Glossenschreiber nutzt sein Ausdrucksvermögen, um seinen Gegenstand tödlich zu treffen. Der gewandte Ausdruck ist der Schlüssel zum Ganzen: er suggeriert überlegenes Wissen und Können des Schreibers. Milautzcki schreibt:

Zwei Minuten habe ich gebraucht, um in der Bastelstube von Konstantin Ames mitzumachen und einen Text zu erzeugen, der aus seinem hervorgeht und offensichtlich nicht den allerschlechtesten.

„Offensichtlich nicht den allerschlechtesten“. In der Mathematik sagt man am Schluß q.e.d., was zu beweisen war. In Milautzckis Glosse wird am Anfang gesagt, das ist so kraft meines überlegenen Urteils, und das nachgereichte „offensichtlich“ bringt den eventuell noch zweifelnden Leser zum Schweigen, wer will schon als Blinder dastehen. Ist es offensichtlich? Ich bin sicher, daß man solche Texte verfassen kann, das ist ja „offensichtlich“, man kann sie auch selber drucken oder vielleicht jemanden finden, der sie publiziert, aber ich bin auch ziemlich sicher, nach annähernd 20jähriger Beschäftigung mit Engeler-Erzeugnissen, daß dieser Verleger, der in seiner Zeitschrift und seinem Verlag durchaus nicht nur das publizierte, was den Beifall des Publikums heischende Kritiker gern „experimentell“ nennen, (man muß nur lesen), daß Engeler dankend ablehnen würde. Nicht alles was „experimentell“ aussieht, ist auch „spannend“. Meine „Sicherheit“ steht oft in Anführungszeichen, zu genau weiß ich, daß auch aufmerksame Leser etwas übersehen und in falsche Hälse kriegen können, aber eine gewisse Sicherheit erwirbt man doch in einem langen Leseleben. „Spannung“, nicht unbedingt im Krimisinn, ist vielleicht der richtige Ansatz. Nicht immer wird man nach 2 Minuten sicher sein, ob Weiterlesen lohnt, aber doch oft. Wenn was rüberkommt, liest man weiter. (Als Kritiker, als Juror muß man auch weiterlesen, wenn nichts rüberkommt, wie es mir bei Lehnert ging, wo ich nach wenigen Seiten den Eindruck hatte, es mit pathetisch-rhetorischem Schwung ohne Mehrwert zu tun zu haben. Anderen geht es anders: selbstverständlich!).

Will sagen, Texte wie die von Ames lese ich nicht, weil sie von Michael Braun gelobt werden, sondern weil sie für mich den „suspense“ haben. Texte wie den von Milautzcki gebastelten Vierzeiler würde ich skeptischer lesen und eher weglegen.

„Offensichtlich“ ist also „offensichtlich“ nicht das richtige Wort in puncto Inhalt: es steht ja auch nur da wegen der Rhetorik. Milautzcki weiter:

Mit etwas poetologischem Basispomp kann man das, was mir hier ein paar Momente Spaß gemacht hat, auch zur großen Kunst erheben. Da sind Reime (die bei ihm versteckt sind – denn das Verstecken ist „die Kunst“), Assoziationen, die bei ihm da „hinta“ sind – all das kann man hervorholen, oder eben auch nicht.

„Poetologischem Basispomp“: der Glossenverfasser will nicht abwägen, sondern töten. Ein Leser, der Argumente herbeisuchen will, wird mit dem Wort „Pomp“, verschärft durch den Zusatz „Basis“, zum Schweigen gebracht. Milautzcki nennt 2 poetologische Basismerkmale: versteckte Reime [er teilt den nächsten tödlichen Streich aus: das Verstecken ist „die Kunst“] und da“hinta“ lauernde Assoziationen. Probieren Sie es ruhig, es muß nicht mit Ames sein, Rilke, Benn oder Goethe gehen auch: ein paar versteckte Reime, ein paar ebenso versteckte Assoziationen, meinetwegen nehmen Sie als Drittes auch versteckte Zitate, aus Literatur, Politik oder Fernsehen, bauen Sie so versteckt wie möglich „ich abe fertich“ ein oder „da werde Sir geholfen“, verfremden sies noch weiter in Lautung, Orthografie, Grammatik, das kann Spaß machen – aber Engeler wirds nicht drucken, Michael Braun sicher nicht loben.

Milautzcki weiter:

Je nachdem, ob man mit dem Kopf anklopft und der Sesam öffnet sich. „uuildu noh“ schreibt er dann. Ich gestehe: Ich will nicht. Denn danach fragt der Satz: er stammt aus einem mittelalterlichen Gedicht-Bruchstück namens „Hirsch und Hinde“, es befindet sich in einer alten Handschrift in der Bibliotheque Royale in Brüssel – jedenfalls kann man das im Reallexikon der germanistischen Altertumskunde so nachlesen. Im Ernst: entlegenere Quellen kann man in einem Gedicht nicht zitieren. Unverstandener kann etwas nicht bleiben. Ames sammelt das, je rätselhafter, umso mehr Punkte für den Kandidaten bei der Überzeugungsarbeit ein echter Literat zu sein.

Ah, jetzt kommt das Bildungsprotz-Argument. Jedenfalls „kann man das im Reallexikon der germanistischen Altertumskunde so nachlesen“, aha. (Na immerhin.) Je rätselhafter, je entlegeneren Orts hergeholt, desto Kunst!

Aber es geht auch einfacher, der Glossist argumentiert erst einmal gern damit, um sich dann doch das Argument selbst aus der Hand zu schlagen:

Aber von alleine ist er nicht drauf gekommen. Sein Gedicht datiert vom 11.07.2009 und genau einen Monat zuvor schickte Gregor Koall seine Lyrikmail Nr. 1996 (in der „Szene“ von allen abonniert), nämlich exakt am 10.06.2009, durch die Lande, darin präsentierte  Dr. Martin Schuhmann von der Universität Frankfurt/Main aus seiner Reihe „Texte aus mittelhochdeutscher und althochdeutscher Zeit in Original und Übersetzung“ folgende althochdeutsche anonyme Randnotiz namens „Hirsch und Hinde“

„In der Szene von allen abonniert“ ist der Schlüssel. Er mußte „nicht einmal“ das Reallexikon aufsuchen, er bekams ja frei Haus. Wie alle potentiellen Leser! Gregor Koalls Lyrikmail hat eine fünfstellige Abonentenzahl. Ames‘ angeblich weit hergeholtes Bildungszitat ist auch seinen potentiellen Lesern ins Postfach geschickt worden. Der Kunstwert sinkt beträchtlich, folgt man Milautzckis Argumentation.

Schule und Wissenschaft reden uns ja gern ein, das Verstehen von Kunstwerken setze das Erkennen aller darin „versteckten“ Zitate voraus. Die Rede hat verhängnisvolle Wirkung. Wir sehen ein, daß die hohe Kunst nichts für uns ist und überlassen sie den Fachidioten, die dicke Bücher drüber schreiben, mit denen sie die Originale verdecken ad infinitum. Verantwortungsbewußte „Lehrer“ versuchen zum eigenen Lesen zu verführen. Ein probates Mittel ist das Bekanntmachen mit „entlegenen“ Kunstwerken aus aller Damen und Herren Ländern und Zeiten. Ein provenzalisches Gedicht über nichts, ein althochdeutsches Fragment, ein Mayagesang, ein rätselhafter Celanspruch. Wer vieles vorgesetzt bekommt, an dem geht manches vorbei, aber vielleicht nützt ihm oder ihr der Vorrat doch einmal? „Sprachspeicher“ nannte das Kling. Wir brauchen nicht weniger sondern mehr Sprachspeicher. Vielfältige sind besser als einfältige. Auch Ames‘ sprachwütige und sprachlustige ernste Spiele sind Sprachspeicher, ich zweifle nicht, daß sie in dem und jenen anklingen können und wer weiß besseres stiften als vergnatzte Kommentare oder inhaltsfreie Glossen. Auch das Fixative ist ein solcher Sprachspeicher. (Die Glosse will töten, der Speicher bereitstellen).

(Übrigens Ames oder seine Leser mußten nicht auf die Lyrikmail warten oder im altgermanistischen Seminar sitzen, um das Fragment von der „Hinte“ zu finden. Karl Wolfskehl und Friedrich von der Leyen rückten es vor beinah 100 Jahren in eine Anthologie, aus der es auch in ein Inseltaschenbuch kam: hohe Auflage garantiert. Es steht also in vielen Bücherregalen und liegt wohl auch mal in Grabbelkisten. Es fand auch vor 10 oder 11 Jahren in meine Anthologie, öffentlich im Netz. Im November 2009 rückte ich es neu hier ein:

58. Meine Anthologie 4: Hinde

Und zitiere es gern mal in neugermanistischen Seminaren. Das tue ich auch mit Amestexten. Vielleicht findet sich ja jemand, den es trifft.

Hier findet man den korrekten Text zum Lesen und Anhören

*, **) bzw. Façaden, um die „cedille“ zu rechtfertigen – gleichzeitig ein gutes Beispiel für den bei Dichtern und Lesern so beliebten Formalismus à la „das raffinier-/ te Tier / tats um des Reimes willen“. Dabei wollte ich gar nicht sagen, daß Frau Fix „Façaden“ oder Fassaden errichtet – die Sprache zwingt mich, hélas!

20. Harald Gerlachs Porträtgedichte

Selbst wenn Harald Gerlach nicht mehr als diese 100 Porträtgedichte hinterlassen hätte, wäre er ein bedeutender Lyriker zu nennen. Diese Sammlung ist aber nur ein kleiner Ausschnitt aus einem überaus umfangreichen Werk, das Gedichtbände, Romane und Dramen ebenso umfasst wie zahllose Essays und Radiofeatures.

Geordnet ist der von Bettina Olbrich (Leimen) und Ulrich Kaufmann (Jena) kompilierte und herausgegebene Band nicht in der Reihenfolge der Entstehung der Texte, sondern – das ist ein legitimes Verfahren – nach den Lebensdaten der Porträtierten. Den Auftakt bildet daher ein Gedicht auf Pontius Pilatus und den Abschluss ein autobiografisch-surreales Porträtgedicht, das mit einem Vers ausklingt, der auch dem Buch den Titel lieh: „aber du der ich / war“. Es finden sich ferner Texte auf Luther, Shakespeare,Johann Christian Günther, Johann Gottfried Seume, Schiller, Hölderlin, Bettina von Arnim,Nietzsche, Brigitte Struzyk und Wulf Kirsten. All diese und viele weitere Persönlichkeiten waren für Harald Gerlach Weggefährten im Geiste.

„aber du der ich war“ ist ein gewichtiger Gedichtband, der einen Beitrag leistet, dass man sich auch künftig an Harald Gerlach und seine Dichtung erinnert. / Kai Agthe Thüringische Landes-Zeitung

Harald Gerlach: aber du der ich war. 100 Porträtgedichte aus drei Jahrzehnten. Hrsg. vonBettina Olbrich und Ulrich Kaufmann. Wartburg-Verlag, Weimar, 151 S., 16 Euro

19. Buhen und Applaudieren

Konstantin Ames schreibt:

In der Online-ZEIT stehen Sätze über die Perfomance von Mara Genschel und Martin Schüttler im Rahmen des Festivals PROSANOVA.

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2011-05/prosanova-hildesheim-junge-literatur

„Manchmal scheitern diese Experimente auch. In dem Stück Play sind Neonröhren und Lautsprecher die Protagonisten, die Stimme der Autorin Mara Genschel ertönt vom Band. Aus verschiedenen Ecken, mal abgehackt, mal leise, dann wieder sehr laut. Es geht um Schlachtvieh und Kannibalen, und irgendwie auch um Medienkonsum („Ich googelte die Schweine!“). Die Zuschauer fühlen sich veräppelt und schleichen nach und nach aus der Halle.“

Ich war da – und fühlte mich nicht veräppelt, sondern provoziert. Und vielleicht ist die Darbietung schon deswegen nicht misslungen, weil es nicht wenigen so ging wie mir. Es ging ein Fünftel der Belegschaft. Früher gab es Saalschlachten nach Poesieakten der Avantgarde. Und selbst in den (mittlerweile) heiligen Hallen des Bürgertums, im Burgtheater, buhen die einen derweil die andern frenetisch applaudieren. Diejenigen, die ich habe gehen sehen, waren U-25-Jährige mit Restalkohol im Blut. Ein bisschen Konzentration muss schon sein, nicht nur Autorennationalmannschaft gucken und im „Schreibschulenkader“ spielen.

Es sollte mehr dieser Plays geben, die weder zum frenetischen Applaudieren noch zum vorzeitigen Gehen animieren.

Und: Kompliment an die Veranstalter von PROSANOVA, die guten Leuten wie Genschel/Schüttler, Erb/Filips und Zeller Gelegenheit zum Auftritt und zur Herausforderung gegeben haben.

Es gibt noch Hoffnung, den vielen Hohlköpfen zum Trotz(i)!

18. Konvertiten

Etwa 1919/20 wendet sich Ball wieder dem Katholizismus zu. Bald darauf legt er bei einem Priester in München eine Generalbeichte ab. Der «Simplizissimus» kommentiert den Schritt, ohne Balls Namen zu nennen, durch ein launiges Gedicht, «Byzantinisches Christentum» überschrieben: «Selig sind die Konvertiten, / die am Kirchentor sich raufen. / Und es machen Jesuiten / Überstunden schon im Taufen.» / Bernhard Lang, NZZ 4.6.

Hugo Ball: Byzantinisches Christentum. Drei Heiligenleben. Herausgegeben von Bernd Wacker. (Sämtliche Werke und Briefe, Band 7). Wallstein-Verlag, Göttingen 2011. 588 S., € 38

 

17. Meine Anthologie: existing and living, know and guess

Bei letzten Einkäufen im sommerwarmen Greifswald fiel mich über irgendwelche Assoziationsketten, die ich hier nicht aufdröseln mag, ein alter Bekannter an. Ich hab den Dichter Cummings vor fast genau 40 Jahren für mich entdeckt, irgendeine Chance auf Veröffentlichung solcher Texte in der DDR sah ich damals nicht. (Es kam 10, 12 Jahre später). In einer Ost-Tageszeitung Anfang der 50er spöttelte jemand darüber, schließlich habe Baldur von Schirach auch Gedichte geschrieben. Später fand ich die Art Pöbeleien auch in Westzeitungen, sie begleiten einen einfach. Die einschießende Zeile war „we shall, quoth gifted she“. Sie steht in diesem herrlich verkopften Gedicht – einem regelrechten Sonett, b.t.w., es nimmt nur statt Vollreimen Assonanzen und andere Halbreime, ich nenne sie mal Auslautreime:

the trick of finding what you didn’t lose
(existing’s tricky:but to live’s a gift)
the teachable imposture of always
arriving at the place you never left

(and i refer to thinking)rests upon
a dismal misconception;namely that
some neither ape nor angel called a man
is measured by his quote eye cue unquote.

Much better than which,every woman who’s
(despite the ultramachinations of
some loveless infraworld)a woman knows;
and certain men quite possibly may have

shall we say guessed?“

„we shall“ quoth gifted she:

and played the hostess to my morethanme
© E.E. Cummings 1963

16. Keine Empfindsamkeitslyrik

In den Reimen von Gil Scott-Heron brachen sich die Wut und die Empörung über Rassismus und Erniedrigung in der fiebrigen «Black Power»-Ära Bahn, als die Ghettos amerikanischer Grossstädte brannten. Der Musiker lieferte den Kommentar zu diesen Szenen. Seine Botschaft kulminierte in seinem bekanntesten Titel, «The Revolution will not be televised», der seine schwarzen Landsleute aufrief, auf die Strasse zu gehen und aufzubegehren. Seine Gedichte waren alles andere als Empfindsamkeitslyrik; sie schilderten die Realität so hart und brutal, wie sie sich auf den Strassen, in den Schlangen der Arbeitslosen, in den Suppenküchen und Crack-Häusern anfühlte. / Christoph Wagner, NZZ

15. Musil an Thomas Mann

Schon zum 50. Geburtstag des um fünf Jahre Älteren hatte Musil sich in die Gratulantenschar eingereicht, ehe er 1935 ein in seiner schillernden Unlesbarkeit besonders denkwürdiges Geschenk zum 60. Geburtstag gemacht hat. Der S.-Fischer-Verlag überreichte einen Geschenkkarton mit Glückwünschen, aus denen Erika Mann mehr als dreissig Jahre später den folgenden Vierzeiler Musils an die Öffentlichkeit gab:

Wenn sich die Menge verläuft
stehen die Sterne am Himmel
und ins verschlossene Haus
kommen die Gäste von oben.

Es sind rätselhafte Zeilen – eine Reaktion Thomas Manns ist nicht bekannt, und auch die hauptamtlichen Leser der beiden Lager haben eher mit Schweigen geantwortet. Dabei kennzeichnet die Verse eine schwebende Leichtigkeit, die nicht mit Unerheblichkeit verwechselt werden sollte: Man kann sich wundern über dieses Experiment auf gleichsam neutralem Gebiet. Zunächst wird eine Erwartung enttäuscht, denn eine dem Anlass gemässe Huldigung ist nicht erkennbar. Vielmehr stellt das Gedicht behutsam andeutend zwei Dimensionen einander gegenüber und bringt sie vorsichtig in Bewegung. Im Unterschied zu dem unspezifisch bleibenden Kollektiv der sich verlaufenden Menge dringen die eigens angesprochenen Gäste auf überraschende Weise, fast wie Jesus unter die Jünger, in das verschlossene Haus. Oben und Unten stehen in einem nicht eindeutig aufzulösenden, lyrisch-schwebenden Kontrast. Ganz offenbar ist der kleine Vierzeiler nicht auf schnelle Entzifferbarkeit hin angelegt. Musil hat anspruchsvolle Vorstellungen von Lyrik entwickelt, ausgehend von Goethes späten Texten oder dem Werk Rilkes. So präsentiert er sich hier nicht als eifriger Gratulant, sondern er schenkt gleichsam ein Geheimnis, Lyrik als Wortkunst des Imaginären, nicht als Bedeutungsstiftung: Es ist die Andeutung eines nicht selbstverständlichen, eines der Menge entzogenen Vorgangs. / Mathias Mayer, NZZ

14. Garstig Lied

Liebe Freunde und Kollegen,
bei unserer kommenden LYRIKOASE 2011 steht nicht allein die Lyrik im Rampenlicht, sondern die Lyrik in Verbindung mit Musik. Es geht am 7. Juni um das Lied, genauer gesagt um das politische Lied und seinen Stand heute. Zu diesem sicherlich spannenden Abend möchten wir Dich/Sie herzlich einladen:

Di, 07. Juni 2011, 19.00 Uhr, Bayerische Akademie der Schönen Künste
Das 11. ADEvantgarde-Festival und die LYRIKOASE präsentieren:

EIN GARSTIG LIED! PFUI!
Neue politische Lieder
Uraufführungen: Leopold Hurt, Sergey Khismatov, Stefan Schulzki, Alexander Strauch
Neue Texte: Norbert Niemann, Alexander Nitzberg, Andreas Schimkus
Und weitere Werke von Moritz Eggert, Hanns Eisler, Rudi Spring, Kurt Weill nach Texten von Ingeborg Bachmann, Bert Brecht, Franzobel, Kurt Tucholsky, Konstantin Wecker
Eintritt frei

„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“, schleuderten Bert Brecht und Kurt Weill einst in ihrer Dreigroschenoper der satten Bourgeoisie entgegen. Ein bis heute unvergessener Satz, der nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat und gerne und oft zitiert wird. Doch wie steht es mit dem aktuellen politischen Lied – gibt es ihn noch, den garstigen Gassenhauer? Oder steht dessen notwendige Schlichtheit in unbedingtem Gegensatz zu den Maßstäben sowohl der zeitgenössischen Dichtung als auch der Musik?

Die LYRIKOASE und ADEvantgarde haben Autoren und Komponisten angeregt neue politische Lieder zu schreiben. Von der Lyrikoase beauftragt wurden der Schriftsteller Norbert Niemann und der Dichter Alexander Nitzberg, deren höchst unterschiedliche Gedichte vertont wurden vom jungen Münchner Komponisten Stefan Schulzki und seinem russischen Kollegen Sergey Khismatov. Diese und viele weiter politische Lieder gibt es bei freiem Eintritt in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste zu hören!

Über Dein/Ihr Kommen würden wir uns sehr freuen!

Das Team von der LYRIKOASE
Karin Fellner, Andrea Heuser, Berkan Karpat und Simone Lutz

13. „Plauder- und Wikilyrik“

Bei literaturkritik.de bürstet Felix Philipp Ingold in einem Abwasch die Neuausgabe des Echtermeyer und die jüngste Lyrik harsch ab, hier in 2 Zitaten dokumentiert (wobei beide Argumentationslinien in einer gewissen Spannung zueinander stehen, denn wenn die Auswahl zB der neusten Autoren zu kritisieren ist, sollte man wohl nicht anschließend anhand dieser Auswahl gleich selbst die „ganze Richtung“ be- oder aburteilen):

1

Zwar soll der „Echtermeyer“ durch „zahlreiche jüngere Lyrikerinnen und Lyriker“ aktualisiert werden, er will aber auch die „Präsentation des Bewährten und Tradierten“ weiterpflegen; er will „sowohl den lyrischen Kanon“ beliebt machen, als auch „auf fremde Spuren“ [sic?] hinführen; er hält nicht nur „die schulische Vermittlungstradition im Blick“, sondern auch „neue lyrische Angebote“, nur dürfen die „neuen Stimmen“ keinesfalls „das Alte vergessen lassen“ – die allzu häufige Wiederholung dieser rhetorischen Beschwichtigungsgeste macht den Kleinmut der Herausgeber umso augenfälliger und gibt ihm eine geradezu peinliche Anmutung. Die Peinlichkeit konkretisiert sich zusätzlich dort, wo die „neue Dichtergeneration“ auf der Betriebsbühne vorgeführt wird in den Rollen von „Neo-Pathetikern, Sprachpuristen und -Alchimisten, postmodernen Simulationsexperten, Bilderbauern [sic!], Sozialsurrealisten und Deskriptiven“, welche angeblich „soziale Realität wieder tiefenschärfer ins Gedicht“ holen oder sich „experimentierend in den Spannungsfeldern zwischen Körper-Sprachen und Sprach-Körpern“ abarbeiten.

2

Weder formal noch thematisch ist bezüglich dieser „Gegenwart“ ein poetischer Epochenstil auszumachen. Zu rasch wechseln Trends und Moden einander ab, es kommt zu kurzfristigen, meist aus Gruppenbildungen erwachsenden Produktionsschüben mit erkennbar gemeinsamer Poetik und individuellen Leitfiguren (wie Thomas Kling, Durs Grünbein, Gerhard Falkner, Franz-Josef Czernin und andere), die ihren prägenden Einfluss allerdings bald wieder einbüssen und nach 2000 abgelöst werden durch eine Vielzahl von umtriebigen Jungautoren und -autorinnen, die sich weder um einen Epochenstil kümmern, noch sich um ihren eigenen Personalstil* bemühen, für die vielmehr Stillosigkeit oder Stilsynkretismus charakteristisch zu sein scheinen. Dass der tendentiell konservative „Echtermeyer“ eine durchaus repräsentative Reihe derartiger Plauder- und Wikilyrik Revue passieren lässt, ist angesichts von deren aktueller Hochkonjunktur kein besonderes Verdienst, zeigt aber doch, wie offen und weitläufig er neuerdings angelegt ist.

*) ob die Anthologisten genau genug hingesehen haben, wird immer strittig bleiben. Der Generationskritiker hat es sicher nicht. M.G.

12. Was Elke Erb interessiert

Und weiter schreibt Elke Erb in ihrer Vorbemerkung: In der Regel wußte ein neues Notat nichts von dem davor, es begann aus dem Nichts (ich erinnere an und wiederhole: das Nichts, das die Hemmungen wegstreicht) mit keiner Überschrift, nur dem Datum … Der assoziative Ablauf beförderte eine unwillkürliche (oft leidige, weil erlittene, bevormundende) Lautleite von einem Wort zum andern. Unerwartet aber produzierten sie von selbst ideelle, poetologische Reize … Erst während der Bearbeitung erkannte ich nach und nach, daß diese halbautomatischen Wortfolgen sogar aktuelle, schlechthin existentielle ebenso wie auch theoretische, Themen / Aufgaben behandelten, und zwar an einem Tag um den andern, fortschreitend. Hell und schnell, im Vergleich etwa zur Traumarbeit, geführt von Reiz wie Lust. Ende Zitat.

In diesen wenigen Worten steckt, was Elke Erb interessiert, was sie antreibt, was sie ausmacht, was sie anmacht, was sie entfacht: Schreiben ist Reiz und Lust, Schreiben ist Aufgabe, Schreiben ist existentielle Praxis, Schreiben ist Alltag, Schreiben ist Poesie, Poesie ist Poetologie, Poetologie ist Theorie, Theorie ist Alltag, Alltag ist Aufgabe, Aufgabe ist Reiz, Reiz ist Lust.

So kann die Reihe weitergehen. Was ihr hilft ist Assoziation. Nichts steht für sich allein. Alles ist in Verbindung. In Berührung. Was ihr weiter hilft sind Sprünge. Nichts steht fest. Alles kann springen. Sich verändern. Uns verwandeln. Berühren. / Urs Engeler, aus der Laudatio für Elke Erb zum Preis der Literaturhäuser, roughblog

Andere Laudationes auf literaturhaus.net.

 

11. Ulf Stolterfoht erhält den Heimrad-Bäcker-Preise 2011

«Ulf Stolterfoht hat mit seinem bisherigen literarischen Werk der experimentellen Literatur einen neuen Weg gewiesen. Seine Bände „fachsprachen“ sind zugleich Summe, Fortschreibung und Neudefinition einer auf Montage und Sprachthematisierung setzenden Literatur. Stolterfohts Gedichte sind Forschungen am Bedeutungsprozess, sie führen vor, wie referenzfreie sprachliche Gebilde durch unausweichliche Kognitionsleistungen in Verstehen münden.»

Die «fachsprachen»-Bände sind allesamt liefer- und bestellbar. Ulf Stolterfohts letztes Buch sind die Ammengespräche (roughbook 010)

10. Griffin-Lyrikpreise vergeben

Die Lyrikerin Dionne Brand aus Toronto erhielt den diesjährigen Griffin-Lyrikpreis für ihre Sammlung «Ossuaries».

Dieser großzügige Preis, erklärte Frau Brand, sei wie ein Geschenk vom Himmel gefallen für die Dichter, die unermüdlich an ihren Werken arbeiten. Der Preis wurde im Jahr 2000 von dem kanadischen Geschäftsmann und Philanthropen Scott Griffin gestiftet. Er wird jedes Jahr an einen kanadischen und einen ausländischen Dichter vergeben und ist mit je 65 000 $ dotiert. Der Auslandspreis ging in diesem Jahr an die amerikanische Dichterin Gjertrud Schnackenberg für ihr Buch «Heavenly Questions». / The Canadian Press

9. Dichterin verhaftet und gefoltert

In some countries, creating a poem that speaks out against the government can get you arrested. Bahrain is one such country. It has arrested and jailed the young female poet Ayat al-Ghermezi.

Ayat al-Ghermezi created a poem that speaks out against the abuse of the people in Bahrain. Some lines include: „We are the people who will destroy the foundation of injustice. Don’t you hear their cries, don’t you hear their screams?“ She stated she created the poem to the attention of King Hamad bin Isa Al Khalifa, notes the Telegraph.

Ayat al-Ghermezi wants change in her country. She was using her poetry to rally protesters to fight the oppressive royal family of Bahrain.

Bahrain arrested the poet after she surrendered after security forces stormed her home. They put her four brothers on the floor at gunpoint. One of the security forces told Ayat’s father „Tell us where Ayat is or we will kill each of your sons in front of your eyes,“ notes the Independent.

Ayat was soon charged her with making an insult to the royal family and incitement. Ms. al-Ghermezi has been tortured in jail.

/ Jul Bodeeb, news.gather.com

8. Politisierung einer Poetik

Es gibt sie (noch), die sorgfältigen, nicht vereinnahmenden Analysen literarischer Werke durch Literaturwissenschaftler. Ausländische zum Beispiel. Gestern veröffentlichte Cécile Millot (Universität Reims) einen Aufsatz aus dem Jahr 2009 über Bert Papenfuß im Netz. Hier die Zusammenfassung und der letzte Absatz:

Die Lyrik Bert Papenfuß’ zwanzig Jahre nach der Wende – Politisierung einer Poetik

In den 1980er Jahren war Bert Papenfuß in der DDR einer der bekanntesten Dichter der alternativen literarischen „Szene“ des Prenzlauer Bergs. Er gehört zu den Autoren jener Zeit, die heute noch sehr viel veröffentlichen. Seine apolitischen Glaubensbekenntnisse aus den 80er Jahren waren dadurch zu erklären, dass das DDR-Regime von den Schriftstellern gerade politisches Engagement erwartete – im Gegensatz dazu schreibt Papenfuß seit der Wende eine deutlicher politisch orientierte Lyrik. Diese Entwicklung wird hier an Hand der Bände « SBZ-Land und Leute » (1998) und der Reihe « Rumbalotte » / « Rumbalotte continua » (2004-2007) untersucht. Diese respektlosen und lebenslustigen Texte dokumentieren, dass die von Papenfuß seit 1989 durchgemachte Entwicklung als charakteristisch betrachtet werden kann. Seine Techniken haben sich geändert, aber der Dichter bleibt dem Prinzip des Experimentierens mit der Sprache treu. Zwanzig Jahre nach der (Wieder-)Vereinigung demonstriert er zudem auf geradezu militante Weise seine Verwurzelung in einer DDR-Identität. Das anarchistische Engagement, zu dem er sich heute bekennt, drückt sich in seinem poetischen Werk, aber auch in anderen künstlerischen und öffentlichen Praktiken, aus.

Schluß:

Ob es sich um politische oder literarische Aktion handelt – Bert Papenfuß situiert sich schlüssig am Kreuzpunkt beider Projekte. Das unterscheidet ihn von Dichtern seiner Generation, die seine Erfahrung teilten. Unter jener dieser Autoren, die bis heute produktiv geblieben sind, kann man die Beobachtung machen, daß sich die Bekanntesten einer eher klassischen poetischen Praxis zuwandten. Durs Grünbein zum Beispiel erfreut sich heute großer Aufmerksamkeit. Er ist etwas jünger als Papenfuß, er begann gerade beim Fall der Mauer zu schreiben, er ist zweifellos im Leben und Schreiben weniger von seiner DDR-Herkunft geprägt, obwohl sie dennoch bis heute spürbar bleibt.  Grünbeins Poetik basiert jedoch auf klassischen Bezügen, auf römischen Autoren und antiker Mythologie, der Barockliteratur und dem Sonett. Uwe Kolbe, der derselben Generation wie Papenfuß angehört und eine vergleichbare Biographie hat (er gehörte zur „alternativen Szene“ der DDR), auch wenn er immer zurückhaltender und intellektueller auftrat, hat seinen Platz nach dem Mauerfall im (gelegentlich polemischen) Dialog mit den großen deutschen Autoren gefunden, mit Goethe, Stefan George, den Romantikern, in poetologischen Fragen, in der Begegnung mit Erinnerungsorten. Diejenigen von Papenfuß‘ Zeitgenossen, die in der DDR-Vergangenheit verwurzelt blieben, wie Gabriele Stötzer oder Andreas Koziol, haben eher das Feld der Autobiographie gewählt. Bert Papenfuß, heute Rocker und Anarchist, hockt immer noch in seiner Kneipe im Prenzlauer Berg, er ist literarisch und sozial am wenigsten integriert und gehört zu den interessantesten Dichtern.

 

Cécile Millot, « La poésie de Bert Papenfuß vingt ans après la chute du Mur – la politisation d’une poétique », Germanica [En ligne], 44 |  2009, mis en ligne le 01 juin 2011, Consulté le 02 juin 2011. URL : http://germanica.revues.org/612