„Der nie enden wollende Abschied vom Sonett“ könnte man den Lebens- und Schreibroman des Thomas Kunst nennen. Nach dem reinen Sonettenband Estemago legt er nun den mit Sonetten zumindest durchsetzten Band „Legende vom Abholen vor“. Hier nimmt er die angekündigte Abkehr von dieser Form eindrucksvoll zurück. Schon das erste, nennen wir es „kämpferische“, Kapitel „Schulstoff für gleich“ bedient sich ihr durchgängig, und gipfelt in einer Sonetthaften Aufzählung von Namen, denen sich der Autor verbunden fühlt. Das muss man vermuten, da die Namensliste nicht kommentiert wird. Der eine oder andere erwähnte Name wird einem zumindest als Anklang bei der Lektüre des Buches wieder begegnen. Ganz sicher Bove, Vian, Blanchot und Cortazar.
Konst kommt vom Sonett nicht los, und so muss er es wohl auf die Spitze treiben, und, soviel scheint derzeit wohl sicher, er wird es tun.
Im folgenden bewegen sich die Gedichte mit einer gradezu traumwandlerischen Sicherheit durch Literarische Weltlandschaften, durch einen Raum von Marseille bis Nordamerika, machen Urlaub bauen Häuser indem sie sie entkernen. „Die Straßen Amerikas kannten sich doch/ Fast alle noch von früher…“ (s. 51) heißt es. Und jeder Gedichtanfang stellt diese Literarizität her, macht klar, in welcher Welt wir uns befinden. In einer Welt der dauernden Endlichkeit auch von Liebesbeziehung. Denn der Band endet immer wieder wie die Kapitel eines guten Romans, bei sich selbst. Bei einer gewissen Einsamkeit des Helden, einer Verlassenheit des Ich, einer Geworfenheit… Und daraus speist sich auch seine Melancholie, jeder Beginn ist mit Ende gleichsam aufgeladen. Volle Packung. / Jan Kuhlbrodt, fixpoetry
Die Legende vom Abholen, Thomas Kunst, Edition Rugerup 2011
Das junge Literaturhaus Lettrétage wird fünf Jahre alt und gibt zu diesem Anlass den Schlüssel einen Monat an das Team der Berliner Lesereihe Kreuzwort ab…
Kreuzwort wird ein Jahr alt wie lange kann man den Debütantenstatus noch für sich beanspruchen? Das etablierte Kreuzberger Literaturhaus Lettrétage besteht schon bald fünf Jahre – ist der jugendliche Eifer der Routine gewichen?
Zeit für ein Experiment: Die Lettrétage ergibt sich von Mitte September bis Mitte Oktober lang der Willkür der Kreuzwort-Mitglieder. Jenseits der gemütlichen Kneipenlesungen wird der Zufall regieren, Grenzen werden angetastet, ausgetestet und -gelotet, es wird Kurs auf das Außergewöhnliche gesetzt, jenseits aller Betriebsblindheit wird zum aktiven Dialog aufgefordert.
Die Versuchsanordnung: Der übliche Lettrétage-Alltag wird außer Betrieb gesetzt. Das Kreuzwort-Team übernimmt für einen Monat das Programm in der Methfesselstraße in Kreuzberg. Umgekehrt werden die Kreuzwort-Lesungen von denjenigen bestritten, für die das Hobby von Damals bereits zum Beruf geworden ist.
Was ist möglich abseits von Wasserglaslesungen, Podiumsdiskussionen und Buchpremieren? Die Lettrétage hat es vorgemacht: Es wurde gecovert, geskypt und immer wieder über den europäischen Tellerrand geschaut. Etwas Neues zu bewegen ist nicht einfach. Doch wir wollen ihn zumindest erproben, den Ausnahmezustand und rufen den außerbetrieb aus.
Aus dem Programm:
Mittwoch, 14. 9.11, 19.30 Uhr
außerbetrieb: Willkürliche Würfel – außerbetrieb beginnt mit dem Ende von Lesenden und Publikum. Der Text überlebt und wird dem Zufall preisgegeben. Wo der Zufall zu regieren scheint, ist die Willkür nicht weit sie wird, ebenso wie der Text, angetragen von jedem, der kommt.
Die Konvention ist außer Betrieb, die Würfel entscheiden den Abend. Jeder bringt Texte mit, jeder liest.
Mittwoch, 21. 9.11, 19.30 Uhr
Netzbetriebe Lyrik: Leipzig, Hildesheim, Berlin Sie gelten gemeinhin als die drei Zentren für junge und jüngste Literatur. Das etablierte Deutsche Literaturinstitut Leipzig, die Universität Hildesheim mit ihrem breiten Angebot an literaturorientierten Fächern und Berlin mit seiner lebendigen Szene von JungschriftstellerInnen. Getroffen wird sich meistens nur auf Festivals, Preisverleihungen oder ähnlichen Großevents und dort nur in der Rolle des Besuchers. außerbetrieb bringt junge Dichtende in einem öffentlichen Workshop zusammen. In zwei Sitzungen werden Lyrik und Prosa gelesen und diskutiert.
Mit Manuel Stallbaumer, Michael Spyra, Friederike Scheffler, Alexander Kappe, Yevgeniy Breyger und Kathrin Bach.
Mittwoch, 28. 9.11, 19.30 Uhr
Lost in Postpoetry: Poetic Performance – Der Autor und sein Text – eine Beziehung ohne Entkommen? Wie steht der Autor zum Text und inwieweit entfernt sich dieser von seinem Urheber, verfolgt andere Richtungen oder wird verloren?
Jinn Pogy hat die Autoren Norbert Lange und Mara Genschel sowie die Soundkünstlerin Elen Flügge eingeladen, sich gemeinsam in den Orbit der poetischen Relationen, Navigationen und Verluste von Text, Laut und Poesie zu begeben.
Freitag, 30. 9.11, 19.30 Uhr
Literatur-Wissenschaft: Anknüpfung – Die Berührungspunkte sind eigentlich offensichtlich und trotzdem widmen sich wenige Akademikerinnen und Akademiker der Gegenwartslyrik, noch seltener jene, die nicht sowieso mit dem Literaturbetrieb in Berührung stehen. Es ist nicht nur an der Zeit, nach den Gründen zu suchen, es ist vor allem dringend notwendig, dies zu ändern. Vier Autorinnen und Autoren stehen vier Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftleern gegenüber, der Text bleibt Mittelpunkt. Es wird Zeit, wieder anzuknüpfen.
Mit: Prof. Dr. Remigius Bunia (Freie Universität Berlin), Dr. Michael Gratz (Universität Greifswald), Dr. Tim Lörke (Freie Universität Berlin), Johannes Schüller (Master-Student Freie Universität Berlin), Daniela Seel, Norbert Lange, Steffen Popp und Tom Schulz.
Samstag, 1.10.11, 19.30 Uhr
Splitterpole: Traditionslinien – In der Vielfalt der Stimmen, die die deutsche Gegenwartslyrik ausmachen, meinen wir immer wieder Traditionslinien ausmachen zu können, sprechen von Einflüssen und sogar Epigonentum. Sechs Autoren stellen sich dem Versuch, die Linien offen zu legen, miteinander ins Spiel zu bringen und werden dabei Überraschendes aufdecken. Auf einen Abend mit Diskussion folgt die performative Probe aufs Exempel: Wie werden sich die sechs Autorinnen und Autoren mit ihren Texten positionieren?
Mit Ulf Stolterfoht, Max Czollek und anderen.
Mittwoch, 5.10.11, 19.30 Uhr
Netzbetriebe Prosa: Leipzig, Hildesheim, Berlin – Sie gelten gemeinhin als die drei Zentren für junge und jüngste Literatur. Das etablierte Deutsche Literaturinstitut Leipzig, die Universität Hildesheim mit ihrem breiten Angebot an literaturorientierten Fächern und Berlin mit seiner lebendigen Szene von JungschriftstellerInnen. Getroffen wird sich meistens nur auf Festivals, Preisverleihungen oder ähnlichen Großevents und dort nur in der Rolle des Besuchers. außerbetrieb bringt junge Dichtende in einem öffentlichen Workshop zusammen. In zwei Sitzungen werden Lyrik und Prosa gelesen und diskutiert.
Mit Hakan Tezkan, Isabel Bredenbröker und Juan Gosze.
Mittwoch, 12.10.11, 19.30 Uhr
transsub: Lyrische Cover mit Untertitel – Kein Text ist frei von Referenzen. An diesem Abend werden Einflüsse offen gelegt und Stammbäume ausgebreitet – es wird gecovert. Lyriker suchen nach Anregungen bei Kollegen und Klassikern gleichermaßen. Der Blick über den medialen Tellerrand darf hierbei auch nicht fehlen: Dieser Abend liefert eine Übersetzungsarbeit zwischen Texten und anderen Medien, bei denen die Untertitel jederzeit mitlaufen.
Performative Lesung der Texte von Luise Boege, Katharina Schultens, Tom Bresemann, Richard Duraj, Philip Maroldt, Lissy Pernthaler, Tobias Roth, Stephan Reich, Stefan Schmitzer, Jan Skudlarek und anderen. Mit Live-Illustrationen von Johannes Boegle und anderen.
Sonntag, 16.10.11, 19.30 Uhr
Offen beendet: Ein vorläufiger Abschluss – Unsere einmonatige Lettrétage-Besetzung und somit vier Wochen Programm außerbetrieb wollen wir in sonntäglich-träger Runde ausklingen lassen. Die Beteiligten werden nochmals zusammen kommen und den Monat Revue passieren lassen, Gäste haben die Möglichkeit des Austauschs mit den Autoren und Künstlern. Auch werden die Nachfolge-Projekte von außerbetrieb präsentiert und gemeinsam Erinnerungen festgehalten. Essen und Showeinlagen inklusive.
Mal begegnen wir ihm als Ritter im ’sprachturnier‘, mal als ‚hirten mit flöte‘ oder gar als dichtendem Huhn, dessen ‚gefiedertes herz‘ flimmert. Fast immer ist dieser ernüchterte Dichter unterwegs, ohne dass man ihn doch als Reisepoeten bezeichnen könnte, der nur touristische Impressionen sammeln würde. Vielmehr huscht Ališankaüber die Kontinente wie jener Geist, den er einmal besingt. Claudia Sinnig zeigt in ihren Übersetzungen großes Gespür für die ’separatistische stimmung‘ in Ališankas Kopf. Mit schnellen Zeilensprüngen legt er seine freien Rhythmen über die Seiten. Manchmal benutzt er die Verse ein wenig zu deutlich, um das Tagesgeschehen zu kommentieren. Meist aber hüpft er leichthin ‚aus dem präsens in den irrealis‘ und zurück. / NICO BLEUTGE, Süddeutsche Zeitung
EUGENIJUS ALIŠANKA: exemplum. Gedichte. Aus dem Litauischen von Claudia Sinnig. Suhrkamp Verlag, Berlin 2011. 112 Seiten, 14,90 Euro.
Allen, die die Lyrik schon abgeschrieben haben, sei als Therapie eine Reise nach Hall dringend empfohlen. Da spielt der hierzulande wegen seines legendären Auftritts beim Bachmann-Preis noch dunkel in Erinnerung gebliebene Urs Allemann mit der Sprache, dass sogar Gerhard Rühm erblassen könnte. Es schüttelt und reimt nur so, dass man ganz schwindlig wird. Keineswegs zu Unrecht wurde der Schweizer Dichter deshalb als Sprachlüstling, Spielgott und Poesieperformer vorgestellt. „wer ohne maul im rohr der sprache steckt“, wie es bei Allemann heißt, der kann auch eine erfinden. Und das tat er denn auch am Abend, als er Gedichte in „Tölk“ las; der Sprache einer Insel in der Nordsee, die laut Allemann manchmal untergeht und immer wieder auftaucht.
Tradition hat bei den „Sprachsalz-Tagen“ die Lyrik der Beat Generation nach Allen Ginsberg. Diesmal war Gerald Stern zu Gast, dessen Eltern von Russland nach Amerika ausgewandert waren. / Harald Klauhs, Die Presse
(Beitrag von 2001. Mehr von der Griechischen Anthologie hier)
I PRELUDE
POSIDIPPUS
Jar of Athens, drip the dewy juice of wine, drip, let the feast to which all bring their share be wetted as with dew; be silenced the swan, sage Zeno, and the Muse of Cleanthes, and let bitter-sweet Love be our concern.
V, 134
Poseidippos
Spende uns reichlich vom Tau des Bakchos, kekropische Flasche,
Tropfen seien geweiht unserem neuen Beschluß!
Nichts mehr von Zenon, dem weisen Schwan, und dem Dichter Kleanthes!
Leiten soll mich als Herr Eros, so bitter wie süß.
(Bd. 1, S. 108)
II LAUS VENERIS
ASCLEPIADES
Sweet is snow in summer for the thirsty to drink, and sweet for sailors after winter to see the garland of spring; but most sweet when one cloak shelters two lovers, and the tale of love is told by both.
V, 169
Asclepiades
Freudig genießt der Dürstende sommers den Eistrank, mit Freuden
grüßt der Seefahrer den Boten des Frühlings, den Kranz.
Größere Freude bereitet verliebten Pärchen ein Deckbett
und ein gemeinsames Lob für Aphrodites Geschenk.
(Bd. 1, S. 117)
III LOVE’S SWEETNESS
NOSSIS
Nothing is sweeter than love, and all delicious things are second to it; yes, even honey I spit out of my mouth. Thus saith Nossis; but he whom the Cyprian loves not, knows not what roses her flowers are.
V, 170
Nossis
„Lieben bedeutet das höchste Glück. Ihm folgen die andern
Glücksgüter. Honig sogar spiee für jene ich aus.“
So spricht Nossis. Die Frau, der Kypris die Liebe versagte,
kennt nicht die Schönheit, mit der blühend die Rose sich schmückt.
(Bd. 1, S. 117)
So übersetzt Friedrich Rückert:
Süßer denn alles ist Liebe, und über Lieb‘ ist auf Erden
Nichts; auch Honig und Meth reizet den Gaumen mir nicht.
So spricht Nossis, doch wen nicht Cypria liebte, der kennet
Ihre Rosen auch nicht, weiß nicht, wie lieblich sie blühn.
Plus doux que l’Amour, il n’est rien ! Les autres bonheurs ne viennent
Qu’en second : de ma bouche, j’ai même recraché le miel.
Voilà ce que dit Nossis. Celle que Cypris n’a pas embrassée,
Celle-là ne sait pas reconnaître les roses parmi les fleurs.
Griechisch hier
ANTHOLOGY
SELECT EPIGRAMS FROM THE GREEK ANTHOLOGY
by J. W. Mackail
First Published 1890 by Longmans, Green, and Co.
Etext prepared by John Bickers, jbickers@ihug.co.nz and Dagny, dagnyj@hotmail.com
Deutsche Fassungen von Dietrich Ebener,
aus: Die griechische Anthologie in drei Bänden. Erster Band, Buch I ? VI. Berlin und Weimar: Aufbau-Verlag 1981
Die Anthologia Graeca
enthält mehr als 6000 Epigramme von über 300 Autoren vom 7. Jahrhundert vor bis zum 10. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung. Sie ist offenbar noch nicht im Netz zu finden – anders als Mackails Auswahl auf englisch bei Gutenberg (Adresse oben).Poseidippos (von Pella): 3. Jh. v.u.Z.
Asklepiades (von Samos): um 300 v.u.Z., ein Freund des Dichters Theokrit. Für seine Bedeutung spricht die Tatsache, daß eine der klassichen Odenformen nach ihm benannt ist: die asklepiadeische. Von ihm erhalten sind nur die (mehr als 40) Epigramme in der Anthologie. Welcher Barbar hat seine Oden verbrannt, weggeworfen, mißbraucht?
Nossis (von Lokroi): die Dichterin lebte um 300 v.u.Z.
Poesie und Genauigkeit.
Mackails Prosaübertragung von 1890 ist offensichtlich unendlich poetischer als die metrische Übertragung Ebeners. So sehr, daß ich meine, selbst mit einer Übersetzung der englischen Fassung ins Deutsche wäre der deutschen Poesie und ihren Freunden ein Dienst erwiesen.
Ich gehe noch weiter. Kann man Hölderlins (epigrammatische) Kurzode über Weisheit und Eros verstehen, wenn man die griechische Poesie aus deutschen Fassungen wie den obenstehenden kennt? Man lese die englischen Übertragungen – und dann Hölderlin:
Sokrates und Alcibiades
»Warum huldigest du, heiliger Sokrates,
»Diesem Jünglinge stets? kennest du Größers nicht?
»Warum siehet mit Liebe,
»Wie auf Götter, dein Aug‘ auf ihn?
Wer das Tiefste gedacht, liebt das Lebendigste,
Hohe Jugend versteht, wer in die Welt geblikt
Und es neigen die Weisen
Oft am Ende zu Schönem sich.
(Stuttgarter Ausgabe, Band 1, Seite 260 – Frankfurter Ausgabe Bd. 4, Oden 1)
Buch XII der Griechischen Anthologie übrigens heißt: Die Knabenmuse. Hölderlin knew.).
Übrigens war es der deutsche Dichter Hölderlin, der – auf Klopstocks Spuren – entdeckte, daß die exakte Nachbildung der griechischen Grammatik im Deutschen poetischer sein kann als die nach den Schulregeln des guten Stils (siehe seine Pindarübertragungen). Mackail sagt wie der Grieche (und die Griechin !): bitter-sweet love, Ebener: Herr Eros, so bitter wie süß.
Nachtrag 2011:
In der Übertragung von G. Economou:
Shower us, Attic jug, let Bacchus wet us down.
Yes, shower us and refresh our drinking party.
Quiet, Zeno, learned swan, and Kleanthes´ Muse,
the only singing here´s of sweet-then-bitter love.
Sweet in summer
to a thirsty man
is a drink of snow.
Sweet to sailors
after wintry weather
to feel spring´s Zephyr.
But sweeter´s still
the praise of Kypris
by two lovers
under a shared cloak.
Nothing is sweeter than love, all of life´s blessings
come in second. I have even spat out honey.
I, Nossis, say this, but one Kypris has not kissed
will not ever know what roses her flowers are.
(Aus dem Kommentar von Dirk Uwe Hansen)
Doch, meint die Schwuchtel, Goethe war schwul. Das belege ein Gedicht: „Goethe spielt Flöte auf Schiller sein Piller“. Das wäre ein schöner Traum, wenn die Welt nicht nur voller Homosexueller wäre, sondern sie auch selbstverständlich akzeptiert würden. / Adrienne Braun, Stuttgarter Zeitung
Ein großes Treffen der Dichter soll es werden, das dreitägige Poesiefest im Düsseldorfer Geburtshaus Heinrich Heines an der Bolkerstraße vom 23. bis zum 25. September: Durs Grünbein und Michael Krüger werden unter anderem kommen und lesen, auch Cees Nooteboom, Lutz Seiler und Oswald Egger. Das Motto aber hat – als eine Art Schirmherrin der Poesie – die Grande Dame der deutschsprachigen Dichtkunst ersonnen, die Wiener Lyrikerin Friederike Mayröcker (86): „also war mir als flöge eine weiße Taube vorüber. . .“
Die Rheinische Post sprach mit Friederike Mayröcker:
Hilft Ihnen beim Schreiben irgendein Ritual, ein besonderer Ort oder eine besondere Zeit?
Mayröcker Das ist der frühe Morgen, um vier oder fünf Uhr; und dann fange ich gleich an zu schreiben – also noch im Bett. Meine Stimmung und meine Verfassung ist in dieser frühen Stunde dann meist eine wehmütige.
Wird die Dichtung für Sie auch zu einem Selbstgespräch?
Mayröcker Eigentlich nicht. Es braucht immer eine Ansprache, immer ein Du. Für mich ist alles Dichten vielmehr ein langer Versuch, etwas festzuhalten; und oft gelingt genau das leider nicht.
Bertram Reinecke
Auszug aus einem Essay für Band 3 des Almanachs „Gegenstrophe“ (erscheint im Herbst)
[…]
Jenseits manifester poetologischer Aussagen scheinen Autoren Forderungen an die Gestalt ihrer Texte zu stellen, die sich nicht ohne weiteres festhalten lassen, sei es, weil sie halbbewusst vage sind, sei es, dass sie nur in der Regel, aber keinesfalls immer Geltung beanspruchen, sei es, dass sie zu trivial zur Niederschrift erscheinen. Solche Inbegriffe mag derjenige, der gerne vom Geheimnis der Dichtung spricht, als das Geheimnis gelingender Dichtung auffassen. Der Inbegriff eines Gedichts ist ein „lebendiger Begriff“ in dem Sinne, wie Peter Hacks ihn in seinem Essay „Der Sarah Sound“ bestimmt: Kein Merkmal seiner Bestimmung ist definitorisch konstitutiv. Erst wenn ein Bündel von Merkmalen auf den Gegenstand zutrifft, ist dieser ein X. Eine Tasse kann einen Henkel haben, muss aber nicht, sie wird in der Regel eine breitere Öffnung oben haben, muss dies aber nicht, sie gehört zu einer Untertasse, sie wird oft aus einem keramischen Werkstoff bestehen usw. Jedes Merkmal für sich kann fehlen, fehlen aber zu viele der tassentypischen Merkmale handelt es sich um einen Napf, Tiegel oder anderes.
In solche Inbegriffe können festgefügte Vorstellungen – „Sonett ist eine eher altmodische Form“ wie vage Leitideen eingehen: „Da muss Sonne rein, dass es brummt!“ Verbreitete Inbegriffe dessen, was ein Gegenwartsgedicht sei, erzeugen Erwartungshaltungen, steuern, zu welcher Gelegenheit man Gedichte zur Hand nimmt, wie man sie liest usw. Wenn, um zwei herkömmliche Beispiele hier vorauszuschicken, metrisch geordnete, gereimte Formen weiter im Rückzug sind, wird diese Ordnung als immer extremer und als drastischeres Wirkmittel an immer weniger Stellen als angemessen empfunden. Ein entgegengesetzter Trend ließe sich bei der Montage beobachten. Anfangs der schroffe mitunter schockartige Einbruch von Wirklichkeitsmomenten ins ästhetische Geschehen, fügen sich (Wirklichkeits-) Versatzstücke heute oft so zwanglos in die Gebilde ein, dass ihre Herkunft aus der Fremde (bzw. dem Kunstanderen) kaum noch eine Rolle für den ästhetischen Prozess spielt.
Solchen Inbegriffen nachzugehen, ist eine der wenigen Möglichkeiten, Anthologien zu kritisieren, ohne anhand einer vorgängigen Theorie zu dekretieren, was sein sollte. Durch Kontrastierung mit anderen Anthologien soll besonders die Gestalt des Gedichts im Jahrbuch der Lyrik 2011 herausgearbeitet werden. Denn solche Gestalten prägen sich heraus, egal ob ein Band sich eher als normsetzend oder als abbildend versteht. (Insofern er ja nur Relevantes abbilden möchte.)
Ich werde zunächst einige allgemeine Züge benennen. Zu entscheiden, ob es die wichtigsten sind, wäre ebenfalls eine Frage vorgängiger Theorie. […]
Das Gesicht des Gegenwartsgedichts
Das prototypische Gegenwartsgedicht ist nicht einmal eine Seite lang. Am deutlichsten ausgeprägt ist dies in Stimmwechsel – Gedichte längs der Ruhr, wo jedes Gedicht, das aufgrund der Ausschreibung der Herausgeber aufgenommen worden ist, sich in Schriftgröße 12 (doppelzeilig) auf einer Seite unterbringen ließe. Das Jahrbuch der Lyrik enthält dagegen auch zahlreiche Texte, die knapp anderthalb Seiten ausmachen. Unterstellt man, es habe sich bei Einsendern eingebürgert, Gedichte anderthalbzeilig zu setzen, damit die Strophenzusammenhänge fasslich bleiben, dann teilen wohl viele Lyriker diesen Inbegriff. Einen deutlichen Zug zur Länge haben dagegen die Anthologien Alles außer Tiernahrung und Es gibt eine andere Welt.
Die wichtigsten Substantive im Gedicht sind die, welche in Mittelstellung zwischen konkreten und abstrakten Begriffen liegen, solche also, zu denen man zwar noch eine konkrete Vorstellung entwickeln kann, denen man aber unmittelbar Abstraktes zuordnet. (Sonne, Feld, Straße usw.) Gedichte, die (fast) nur solche Substantive enthalten, wie sie teilweise von Ulrike Almut Sandig, Hendrik Jackson oder André Schinkel geschrieben wurden, sind auf dem Rückzug.
Der Gefahr, ins allzu gefühlig Vage, lyristisch Unverbindliche abzugleiten, muss deutlich begegnet werden. So liegt Ingeborg Arlts Texten eine prägnante Märchenfolie zu Grunde, die für Konkretion sorgt, während Ulrike Almut Sandig mit einem Gedicht vertreten ist, der vokabulatorisch reicher ist als ihre früheren.
Ansonsten wurde die verbreitete These, dass gewisse Vokabulare bestimmte Inhalte nahelegten und andere Denkmöglichkeiten ausschlössen, offensichtlich nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wurde. Ungewöhnliche Worte treten in den Texten relativ selten auf. Die Gedichte bewegen sich in einem einfachen, unmarkierten Sprachniveau. Dem Teil der Schriftsprache, der sich mit mündlicher Sprache deckt. Archaismen, Neologismen und Fachsprachen kommen ebenso selten vor wie Dialekt oder Slang. Wenn markierte Sprache genutzt wird, dann kommt sie am ehesten noch aus dem Bereich der Zeitgeschichte. Ausnahmen bilden im Jahrbuch etwa die Texte Urs Allemanns oder Ulf Stolterfohts. Da sich in Freie Radikale mit Ames, Duraj, Kornappel und Kraus gleich 4 von 13 Dichtern für einen solch gefärbten Sprachgebrauch entscheiden, wirkt der Band deutlich herausgehoben.
Hinzu kommt, dass manches früher recht konkrete Wort durch häufigen Gebrauch im neueren Gedicht stärker symbolischen Wert angenommen hat. So etwa der Fuchs in der jüngsten Lyrik.
Konkreta beglaubigen oft lediglich die „historische Wahrheit“ des Geschehens. Sehr häufig treten diese Konkreta, wie bei „hütten, paläste“ gesehen, als Kompositum auf.
Das aktuelle Jahrbuch enthält zahlreiche Gedichte, die ihren Gegenstand ins Surreale verfremden. Das gilt auch für Freie Radikale, während andere Anthologien meist zurückhaltender sind.
Kennzeichnend sowohl für Jahrbuch als auch für Freie Radikale ist die Häufigkeit von Reihungstechniken. Einerseits scheinen solche Reihen durch Fortlassung des „wie“ in den Metaphern zu entstehen: „Verbeulter Tag, sumpfgrau, ein Blechgeschirr./Häufchen von Schnee am Rand, so schmutzige/ Wäsche aus Betten. Reste in Korridore/ gekippt. Gegen später Eisregen, schlägt in Äste./ Klickend fallen leere Hülsen auf die Wege.“ (Volker Demuth, Kein Thema). Davon im Einzelfall allerdings nicht immer abzugrenzen ist die Poesie der Inventur bzw. die der Wortliste. Wobei im Jahrbuch diese Listen in einen durch andere Mittel poetisierten Kontext eingebettet bleiben, während Freie Radikale bzw. Kein Thema mit Texten von Dagmara Kraus bzw. Uljana Wolf auch radikal freigestellte Listen enthalten. Auch scheinen einigen der Reihungen in Jahrbuch und Freie Radikale Montagen zu Grunde zu liegen (Dathe: “la grand popera“ Jahrbuch), die anders als früher nicht mehr typografisch ausgewiesen werden.
Ist das Gedicht so offen geworden für wilde Verfahrenszüge, dass sich ihm eine strenge Montage mühelos einfügte? Oder sind die Montagetechniken moderater geworden, sodass sie jetzt dem Inbegriff des Gegenwartsgedichts näherkommen? Sicher ist beides der Fall. Letzteres spräche sowohl gegen diese seichte Form der Montage, wie gegen das Gegenwartsgedicht, für ersteres lassen sich immerhin Indizien angeben: Das Gedicht, das eine klare Situation benennt und diese Situation dann durchspielt, ist insgesamt seltener im Jahrbuch als in den Anthologien Versnetze 3, An Deutschland gedacht, Stimmwechsel und Die Schönheit ein deutliches Rauschen – Ostseegedichte, bzw. der situative Kontext ist schwerer zu erschließen. Dieser Trend wird im Jahrbuch ebenso wie in Freie Radikale durch die Gewohnheit der Titelgebung verstärkt. Der Titel klärt oft nicht mehr unmittelbar die Situation oder die Eigenschaften des Textes, sondern er bemüht sich, selbst ein poetisch interessantes Bild abzugeben, das nicht fester mit den Eigenschaften des restlichen Textes zusammenhängt, als jede andere Stelle. Vereinzelt gab es dies schon länger: z.B. Ulf Stolterfohts „Sterbeverein Ernst Mach“ (Laute Verse). Jetzt werden solche Titel immer häufiger: Im Jahrbuch: Kuhlbrodt, „Auch Hitler mochte die Winterreise“, Popp, „Wir lieben das statische Denken“.
Ebenso werden in beiden Anthologien häufiger verfremdete Redewendungen beiläufig eingeflochten. Diese beschleunigen oft den Text. „Lass uns die Amseln bezahlen und gehn“ (André Rudolph, Jahrbuch). „Mann sagte: Aber es. Aber das. […] Und ich sagte: Nur noch.“ (Julia Dathe, Jahrbuch); „ausdrücken was ich sehe/ wie Zigarettenkippen“ (Schwedes, Freie Radikale).
Begriffe wie innere Notwendigkeit oder Stimmigkeit sind unpraktikabel für derart offene poetische Gebilde. Ein solches Sprechen ist selbstbewusst genug, dem Leser auch ein Neuansetzen, Es-noch-einmal-anders-sagen zuzumuten. Deswegen verwundert es, dass das Jahrbuch in Bezug auf Textgruppen, die keine Strophen bilden, sondern sich als Minizyklen verstehen, wie sie in Versnetze 3, Freie Radikale, Kein Thema und Alles außer Tiernahrung häufiger vorkommen, sehr zurückhaltend ist. Vielleicht bevorzugen beide Herausgeber eine gedämpfte typografische Inszenierung, während sich Kein Thema, Freie Radikale und Versnetze insgesamt als aufgeschlossener typografischen Auszeichnungen gegenüber erweisen.
Experimente zum Zeilenfall kommen, wie man an Angela Sanmanns Gedicht sah, auch anderswo vor, eine Spezialität von Kein Thema ist allerdings der Ersatz des Zeilenfalls durch „/“. Der Text wird dadurch kompakter, der Zeilenfall täuscht Ruhe vor.
Das Jahrbuch-Gedicht ist, wir hatten es gesagt, offener als Texte anderer Anthologien, aber es lassen sich auch inhaltliche Tendenzen ablesen. Das Geschehen im Jahrbuch-Gedicht spielt häufiger im Hellen und Handlungen finden meist draußen statt, wo überhaupt Orte deutlich werden. Das dezidierte Nachtgedicht kommt ebenso wie das Interieurgedicht dagegen fast nicht vor, während man sie selbst in den Ostseegedichten, von denen man eine solche Tendenz erwartet haben könnte, häufiger findet.
[…]
1920 veröffentlichte Ahmadou Mapaté Diagne den ersten afrikanischen Roman in französischer Sprache, der die französische Überlegenheit glorifizierte. Léopold Sédar Senghor, Birago Diop und David Diop waren die ersten Schriftsteller, die der zivilisatorischen Mission widersprachen und der Assimilation widerstanden. Sie genossen eine gründliche Ausbildung auf Französisch. Ihre Schriften offenbaren umfassende Beherrschung dieser Sprache. Man versteht, daß Senghors Bekenntnis völlig aufrichtig ist: „Ich denke Französisch; ich drücke mich auf Französisch besser aus als in meiner Muttersprache.“ / Aus einer Besprechung des Buches „Die senegalesische Lyrik in französischer Sprache (1945-1982) von Sana Camara l’Harmattan, Wal Fadjri
La poésie sénégalaise d’expression française (1945-1982) – Par Sana Camara l’Harmattan – Sénégal 2011 – 201 pages
Alle Texte und Melodien sollen neu ediert, übersetzt, kommentiert und in die Überlieferungsgeschichte der Lyrik des deutschsprachigen Spätmittelalters eingeordnet werden. Das ist eine Lebensaufgabe.
Das Rostocker Liederbuch sei das wichtigste norddeutsche Dokument der anonymen Liederbuchlyrik des 15. Jahrhunderts, sagt Holznagel. Das unscheinbar wirkende handschriftlich verfasste Heftchen enthält 60 Liedtexte in niederdeutscher, hochdeutscher und lateinischer Sprache. Gerade Lyrik im Niederdeutschen wurde lange Zeit nur mündlich überliefert. Die Eliten fingen im 15. Jahrhundert an Hochdeutsch zu sprechen, so dass das Niederdeutsche zunehmend ins Hintertreffen geriet, wie der Germanist erklärt.
Das Liederbuch sei einer der wichtigsten Schätze der Rostocker Universitätsbibliothek, sagt Holznagel. …
‚Es ist einfach großartig‘, schwärmt Holznagel, ‚damit haben wir unmittelbaren Zugriff auf eigene Geschichte und Kultur‘. Das Liederbuch sei ein buntes Sammelsurium. Es reiche von lateinischen Liedern, die die Gottesmutter verehren, bis hin zu Zoten, von politischen Texten zu studentischen Trinkliedern. Witz- und Necklieder sowie Klagelieder wechseln sich ab.
Auch das älteste niederdeutsche Weihnachtslied findet sich in dem Kompendium. Das hat den Titel ‚Eyn hillich dach und eyn hilch nacht‘ (‚Ein heiliger Tag und eine heilige Nacht‘). Ein klassisches Liebeslied heißt zum Beispiel ‚Amor ist eyn lustlich walt‚ (‚Die Liebe ist eine lustbringende Gewalt‘)… / ad-hoc.news
Wer hat das beste Fußballbuch der Saison geschrieben? Zur Wahl stehen Werke mit eindeutigem Bezug zum Thema Fußball aus allen Gattungen: gleich ob Belletristik, Drama, Lyrik, Sachbuch, wissenschaftliche Studie, Kinder-/Jugendbuch, literarisch kommentierte (Foto-) Bildbände – alle deutschsprachigen Neuerscheinungen der Saison haben die Chance auf die Auszeichnung als Fußballbuch des Jahres. / kicker
Am Kunsthandwerkermarkt am Wochenende präsentiert die Bardin Lyrik, Poesie und Worte… / Mainpost
Aus dem Programm des internationalen literaturfestivals berlin
08.09.2011 20:00 Uhr
Literaturen der Welt
Fokus Asien-Pazifik
Haus der Berliner Festspiele
Oberes Foyer
Autoren Ludwig Fels, Ken Babstock, Wolfgang Kubin, Kate Camp
Moderation Silke Behl
Sprecher Friedhelm Ptok Marie Löcker
Preis 6 Euro / ermäßigt 5 / Schüler 4
Die Prosa und Lyrik des »Arbeiterschriftstellers« Ludwig Fels (Deutschland) ist ohne jede Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ideologie geprägt von Pointiertheit und Sprachgewalt, mit der er seinen Protest gegen jegliche Form von Unterdrückung und seine Überzeugung von der Veränderbarkeit der Welt zum Ausdruck bringt.
Ken Babstock (Kanada) besticht bei aller Naturverbundenheit, die vor allem in seinen frühen Gedichten zum Ausdruck kommt, durch seine Vielseitigkeit in der Wahl von Themen und Formen. Er nimmt die kleinsten sinnlichen Details wahr und gibt den Dingen einen prägnanten, elegischen und geheimnisvollen Ausdruck.
Der Lyriker, Sinologe, Übersetzer und große Vermittler zwischen Deutschland und China Wolfgang Kubin (Deutschland) widmet sich in seinem lyrischen Schaffen der Verflechtung von östlicher und westlicher Perspektive in dem Versuch, das universell Menschliche in sprachlichen Formen fassbar zu machen und eine Heimat in den Wörtern zu finden.
Mit ihrem ersten Sammelband »Unfamiliar Legends of the Stars« gewann die Lyrikerin und Essayistin Kate Camp (Neuseeland) den Jessie Mackay Award bei den Montana New Zealand Book Awards 1999. Ihre Gedichte zeichnen sich durch einen hohen technischen Anspruch und eine düstere, feinsinnige Bildsprache aus.
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
South Dakota poet Leo Dangel has written some of the best and truest poems about rural life that I’m aware of. Here’s a fine one about a chance discovery.
Behind the Plow
I look in the turned sod
for an iron bolt that fell
from the plow frame
and find instead an arrowhead
with delicate, chipped edges,
still sharp, not much larger
than a woman’s long fingernail.
Pleased, I put the arrowhead
into my overalls pocket,
knowing that the man who shot
the arrow and lost his work
must have looked for it
much longer than I will
look for that bolt.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©1987 by Leo Dangel, whose most recent book of poems is “The Crow on the Golden Arches,” Spoon River Poetry Press, 2004. Poem reprinted from “A Harvest of Words: Contemporary South Dakota Poetry,” Patrick Hicks, Ed., Pine Hill Press, Inc., 2010, by permission of Leo Dangel and the publisher. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Donnerstag, 8. September · 20:00 – 23:00
Ort: Kvartira 62
Lübbener Str. 18
Mit Jan Peter Bremer, Ruth Johanna Benrath und Jan Skudlarek kommt KOOKread am 8.9. aus der Sommerpause. Wie immer mit sehr guter Prosa und Lyrik, diesmal u.a. mit dem aktuellen Alfred-Döblin-Preisträger.
Im schönen Kvartira Nr. 62, einer russische Kneipe im Kreuzberger Wrangelkiez, keine zwei Minuten zu Fuß vom U-Bahnhof Schlesisches Tor. Feine Lesungen von jungen und jüngsten Autor/innen. Mischungen und Entdeckungen, Raum für Getränke und Gespräche.
Jan Peter Bremer wurde 1965 in Berlin geboren. 1970 zog er mit seinen Eltern in das damals noch recht rückständige sogenannte Zonenrandgebiet Lüchow-Danneberg. Dort kam er in die Schule und erlernte allmählich das Lesen und das Schreiben. Nach dem Abitur kehrte er nach Berlin zurück und wurde, einem Impuls folgend, Schriftsteller. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Kreuzberg. Für seinen brandneuen Roman „Der amerikanische Investor“ wurde er mit dem Alfred-Döblin-Preis 2011 ausgezeichnet.
Ruth Johanna Benrath, geboren 1966, studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte in Heidelberg. Mit dem Cellisten Thomas Böhm-Christl inszeniert sie interdisziplinäre Kunstprojekte und tritt als Duo gezinkte sterne in Berliner Salons auf. 2009 erschien ihr erster Roman Rosa Gott, wir loben dich. Ruth Johanna Benrath lebt in Berlin. 2011 erschien ihr zweiter Roman Wimpern aus Gras bei Suhrkamp.
Jan Skudlarek, geboren 1986 in Hamm, lebt seit diesem Montag in Berlin. Veröffentlichungen u.a. in »Neue Rundschau«, »randnummer«, »[sic]« und »Edit«. Stipendien, Finalteilnahmen, Preise. Sein Lyrikheft »erloschene finger« erschien 2010 bei der parasitenpresse.
„und kornappel tritt als poltergeist auf“
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