66. Anzeige

steht über einem Porträt des Leipziger Slam-Poeten Julius Fischer bei Zeit online, darunter die Zeile:

Poetry Slam ist ein Angebot von Fisherman’s Friend. Für den Inhalt ist ausschließlich Fisherman’s Friend verantwortlich.

Sie verkaufen offenbar ihre Rubriken. Wir sind gespannt, wer Lyrik übernimmt.

65. „Szukam słowa“

„Szukam słowa“: Ich suche Worte. So heißt das erste Gedicht, das die große Skeptikerin und Literatur-Nobelpreisträgerin Wisława Szymborska 1945 veröffentlichte*. Seit der ersten polnischen Teilung im Jahre 1772 bis zur Gründung der Zweiten Republik 1918 und erst recht wieder nach dem deutschen Überfall 1939 ging es für die Schriftsteller unseres Nachbarlandes vor allem darum, Worte zur schwierigen bis prekären Lage ihrer Nation zu finden. „Die polnischen Dichter konnten es sich nie leisten, abseits ihrer Zeit zu stehen. Zu gewaltsam drängte sich die Geschichte in ihr Leben“, schreibt Karl Dedecius, aus Łódź stammender Gründer des Deutschen Polen-Instituts, im Nachwort zu den von ihm übersetzten „Polnischen Gedichten des 20. Jahrhunderts“. (…)

„Kosmische Weite der Vision und Großzügigkeit“ reklamierte Czesław Miłosz für seine Poesie. „Ich füge meine Worte / schleppe meine Zeit“ schrieb dagegen 1954 Tadeusz Różewicz. Als erster Lyriker Nachkriegspolens stieß er in Deutschland auf breite Resonanz. (…)

Der 31-jährige Danziger Tadeusz Dąbrowski, der zu den hoffnungsvollsten jüngeren Lyrikern zählt, schreibt in „Das zeitgenössische Gedicht“: „Früher nahm man an, es ernähre sich von menschlichem Blut, aber es / begnügt sich mit Fliegen, einem Maikäfer, einer Motte“. Damit bringt er den Bedeutungswandel, den die polnische Literatur seit 1989 erfahren hat, auf den Punkt. / Katrin Hillgruber, Tagesspiegel 

*) Hier auf Englisch

64. Protokollant

Lothar Warneke (»Leben mit Uwe«, »Unser kurzes Leben«, »Einer trage des anderen Last«) drehte zunächst nahezu dokumentarische Spielfilme, er wagte darin überbordende erzählerische Unschärfe und Bebenlosigkeit, er schien sich aus dem eigenen Film zurückzuziehen, er erinnerte in seiner puren Abbildungstreue an Gedichte des Hallenser Lyrikers Axel Schulze, einem frappierend detailreichen Protokollanten des Alltäglichen, Unspektakulären – solche Gedichte hat ja auch Peter Handke geschrieben, der einen Filmabspann oder eine Fußballmannschafts-Aufstellung in gebrochene Zeilen setzte, und allein, indem man so etwas aus üblichem Zusammenhang nimmt und als Gedicht bezeichnet, stellt sich in der Leserempfindung ein verfremdender Impuls ein, Wahrnehmungswinkel ändern sich. / Hans-Dieter Schütt, ND 14.9.

(na, ob der Handkevergleich so treffend ist?)

63. Waffe

„Das Gedicht ist eine Waffe, mit Zukunft geladen“ heißt es in einem spanischen Gedicht von Gabriel Celaya. Das Potential sich auf zukunftsbeeinflussende und poetische Art der Notwendigkeit der Veränderung in den heute vorherrschenden Gesellschaftsstrukturen anzunehmen, zeigt die Ausstellung „Die Revolution im Dienste der Poesie“ dreier sozialkritischer Künstler Spaniens. Im Gebäude des Artitude e.V., einem ehemaligen Senatsreservespeicher, werden im Rahmen einer Kooperation mit der spanischen Botschaft die künstlerischen Positionen von Fernando Sánchez Castillo, dem Künstlerduo Democracia und Santiago Sierra präsentiert. / art-in-berlin

62. Feuer-Infusion

Das Verlagshaus J. Frank | Berlin verbindet Literatur und Illustration auf ungewöhnliche Weise. Insbesondere in der »Belletristik. Zeitschrift für Literatur und Illustration« wird der interdisziplinäre Ansatz deutlich. Beiträge zeitgenössischer Autoren, ein Querschnitt durch unterschiedlichste Gattungen und Mischtexturen, werden durch herausragende Illustratoren interpretiert. 

Am 24. September erscheint die elfte Ausgabe der Zeitschrift in Form einer Sonderausgabe: 13 Autoren und Autorinnen der Berliner Lyrikgruppe G13, die sich daran macht, die neue deutschsprachige Gegenwartslyrik mit einer Feuer-Infusion zu entfachen, präsentieren ihre Texte. Gedichte der Gruppe um Max Czollek, Maria Natt, Tristan Marquardt u.a. wurden von namhaften Illustratoren wie Dieter Jüdt, Maike Plenzke, Mehrdad Zaeri, Guglielmo Manenti u.a. interpretiert. Die Präsentation am 24. September ist der Auftakt zu einer bundesweiten Lesereise!

Die Präsentation der neuen Ausgabe der »Belletristik« findet im Rahmen der Veranstaltung »100 Thousand Poets for Change« am 24. September in der Z-Bar statt. In inspirierender Atmosphäre lesen hier die Autoren ihre Texte, parallel dazu werden die Illustrationen über einen Beamer präsentiert. Die globale Veranstaltung »100 Thousand Poets for Change«, initiiert von Michael Rothenberg (Autor, Herausgeber und Songwriter aus New York), verbindet an einem Abend 600 Lesungen in 450 Städten und 95 Ländern.  

Weitere Informationen zum weltweiten Tag der »100 Thousand Poets for Change« findet ihr hier: http://www.facebook.com/event.php?eid=106999432715-571&amp%3Bref=ts

Das Verlagshaus J. Frank | Berlin, 2005 gegründet, ist ein Independent-Verlag und auf neue Literatur und Illustration spezialisiert. Neben der »Belletristik. Zeitschrift für Literatur und Illustration« erscheinen die »Edition Belletristik«, »Bibliothek Belletristik« sowie die »Edition Panopticon« und die »Edition Polyphon«. Parallel zur Lesereihe »Herzblut« wird vom Verlagshaus das internationale Festival für zeitgenössische Kammermusik und Gegenwartsliteratur »Zeitkunst« veranstaltet.

Präsentation der neuen Ausgabe der »Belletristik«:
Samstag, 24. September 2011 // 21 Uhr
Z-Bar Berlin, Bergstraße 2, 10115 Berlin (nahe U-Bahnhof Rosenthaler Platz)

61. Neue Lyrik-Lesereihe in Hamburg

„Lyrik im Café“ heißt eine neue Lesereihe in Hamburg, die am 21. September um 19.00 Uhr startet. Im Kulturcafé „Chavis“ (Detlef-Bremer-Str. 41) stellen die Initiatoren Charlotte Ueckert und Peter Engel das Programm vor und lesen eigene Texte. An jedem dritten Mittwoch im Monat sind Lesungen geplant, wobei neben den wichtigsten Hamburger Lyrikern auch auswärtige Gäste vorgestellt werden sollen. Vereinbart sind bereits Termine mit Carsten Klook, Herbert Hindringer, Judith Sombray und Ralf Thenior.

60. Shenandoah

After sixty years of publishing print editions filled with memorable writing, Washington and Lee’s Shenandoah is now online. See it here.

59. Offener Brief

Offener Antwortbrief an Stefan Weidle und die Kurt-Wolff-Stiftung

Urs Engeler | 12. September 2011

Lieber Stefan

Heute hat mich Deine E-Mail erreicht, die ich hier, weil sie mir eine Sache von öffentlichem Interesse zu betreffen scheint, wiederholen und beantworten will:

„Lieber Urs, wir hatten uns bei der Kalkulation des neuen Katalogs der Stiftung vertan und mußten einen Verlag rausnehmen. Leider hat es Dich getroffen. Der Grund ist, daß wir doch einige feste Bedingungen setzen: Die Bücher müssen eine ISBN haben und der Verlag eine Auslieferung. Und die Bücher müssen der Preisbindung unterliegen. Alle Kriterien erfüllen Deine Bücher nun nicht. Außerdem scheint Roughbooks ein Schweizer Verlag zu sein (auf Deiner Website fehlt das Impressum!). Deshalb mußten wir, als es darum ging, einen Verlag zu streichen, aus formalen Gründen den Deinen wählen. – Sehen wir uns denn in Frankfurt? Herzlich, Dein Stefan“

Nicht, dass ich wirklich enttäuscht bin, nicht im „Katalog der Stiftung“ zu stehen. Ich fand die formalen Vorgaben, denen man sich zu beugen hat, immer schon sehr beengend und das Resultat entsprechend uninspiriert. Sehr zweifelhaft scheint mir überdies Reichweite und Wirksamkeit der Broschüre. Ich bin also nicht gegen den Ausschluss. Ich finde sogar, er trifft in mir, der dem Bemühenden solcher Veranstaltungen immer fern und ferner steht, den richtigen.

Peinlich überrascht bin ich aber von Deinen Gründen: keine ISBN, keine Auslieferung, keine Buchpreisbindung, und dann auch noch Schweizer!

Eine E-Mail von Dir als Vorsitzendem des Vorstandes der Kurt-Wolff-Stiftung in der Sache „es geht um das Buch“ des Inhalts: Wir beginnen an der Wirksamkeit unserer Publikation  zu zweifeln, und wir würden uns deshalb mit Dir als einem Verleger, der nach neuen Wegen und Ideen sucht, gerne über andere Möglichkeiten unterhalten – eine solche mail hätte ich produktiver gefunden.

Es könnte der Stolz der Kurt-Wolff-Stiftung sein, dass sie Verleger auszeichnet und fördert, die in schwieriger Lage (in denen sich wohl fast alle Bücher und ihre Macher und Verkäufer befinden) Neues, auch Ungewohntes und Unübliches, versuchen. Es müsste Teil der Arbeit der Kurt-Wolff-Stiftung sein, die Erfahrungen mit diesen neuen Wegen und Ideen auszuwerten und Interessierten zu vermitteln. Es geht schliesslich um das Buch.

Aber offenbar geht es eher um den Börsenverein des deutschen Buchhandels.

Das ist sehr bedenklich.

Wenn Du mal in die buchpreisbindungsfreie Schweiz fahren willst, dann bist Du mir in Solothurn herzlich willkommen. Ich weiss, Du magst guten Wein, und ich koche gern. Dann können wir fern vom Reich des Börsenvereins über Bücher sprechen – und über das, worum es geht.

Mit herzlichem Gruß
Urs

58. Meine Anthologie: Assejew, unser Kläuschen

1973 erschien ein Gedichtband von Nikolaj Assejew in der „Weißen Lyrikreihe“ des Verlages Volk und Welt. Ich kaufte ihn, wie die ganze Reihe, las aber wenig darin. Assejew schien mir der Inbegriff des (langweiligen) Sowjetdichters. Ich kannte Achmatowa (schon 1967 in der Reihe), Jessenin, Mandelstam und Majakowski, die waren interessant. Assejews Ruf spiegelt sich in einem Gedicht von Adolf Endler, das alle „langweiligen“ Dichter aufzählt – um den Namen Achmatowa zu vermeiden:

Besuch aus Moskau 1955

Fadejew! – Paustowski! – Korneitschuk!
Issakowski! – Bashan! – Schtipatschtow!
Ketlinskaja! – Kassyl! – Katajew!

»Ach, lebt die Achmatowa noch?«

(…)

Perwomaiski! – Fedin! – Lukonin!
Ja, sie lebt!, nun hören Sie doch!
Assejew! – Ashajew! – Fadejew!

»Sie lebt, die Achmatowa, noch?«

(Mehr hier)

Stschipatschow (Schtschipatschow), den kannte ich auch aus einem Gedicht von Jewtuschenko: „Fehlte nur noch, daß ich Stschipatschows Gedichte wiederkau!“ Nein, die interessierten mich nicht. Ich hatte Solshenizyn für mich entdeckt und, vor allem, die guten Lyriker. (Majakowski war auch im Schulkanon, aber für mich privat trotzdem ein Guter.)

Bei Majakowski fand ich dann den Hinweis auf Assejew. Der war zuerst von den Symbolisten beeinflußt, hatte sich dann für Chlebnikow und den Futurismus begeistert und gehörte in den 20er Jahren zur LEF, Linken Front, einer („abweichlerischen“) linksradikalen, noch vom Futurismus geleiteten Gruppierung, die damals nicht geliebt wurde, aber noch geduldet. Noch nicht ins Gulag gebracht (oder vorerst nur wenige – Gumiljow und Stschusj waren damals schon erschossen).

Dann fand ich den Namen Assejew bei Majakowski wieder. Am 6.6. 1924 wurde in der Sowjetunion der 125. Geburtstag Alexander Puschkins gefeiert. Der Klassiker war ein Haßthema mancher Avantgardisten, wie Goethe manchem in Deutschland („Und Goethe glänzt aufrecht und widerlich“, Johannes R. Becher). Majakowski hat kein Problem, den Klassiker von Kollege zu Kollege anzusprechen.

    Александр Сергеевич,
                  разрешите представиться.
                                   Маяковский.

        Дайте руку!
             Вот грудная клетка.
                        Слушайте,
                            уже не стук, а стон;

Ungefähr: Alexander Sergejewitsch, gestatten Sie mir mich vorzustellen: Majakowski. Geben wir uns die Hand! Hier mein Brustkorb. Hören Sie: das ist kein Klopfen, das ist schon Stöhnen. (Юбилейное, „Jubiläumsverse“). Er plaudert ein Stündchen mit dem Kollegen. Erzählt ihm, wie er verleumdet wurde – Puschkin kannte sich da auch aus.

    Vielleicht
             bin ich
                    der einzige
                           der aufrichtig bedauert,
    daß Sie nicht leben –
                    heute,
                          unter uns.
    Wir hätten uns
              im Leben
                      gut verstanden.   
    Bald
        sterbe nun
                auch ich,
                       verstumme jäh –

(Deutsch von Hugo Huppert, Majakowski: Gedichte. Berlin: Volk und Welt 1966, 3. Aufl. 1975, S. 102)

Bald sterbe nun auch ich? Majakowski wird gerade 31. Aber die Meute hetzt. Nach dem Tode, erklärt er dem Älteren, stehn wir nah beieinander, „Ich unter M, Sie unter P. Ach, zwischen uns steht Nadson. Kann man sich dagegen wehren? Antrag: man reih ihn hinten wo ins Alphabet.“ (ebd. 103). Nekrassow, ja, der kann stehenbleiben, „unser Kumpan“. Und die Zeitgenossen? Ein Gähnen! Jessenin? Bastschuhkunst fürs Dörflein.  Besymenski? Nicht übel, wie Mohrrübenkaffee.

Und jetzt kommt Assejew:

    Da ist
           zwar noch
                     Assejew,
                         unser Kläuschen.
    Der kann was.
             Hat die Spannweite
                               von mir.
    Doch ach, man muß verdienen,
                            denn man hat im Häuschen
    Familie,
        wenn auch klein,
                        man sorgt doch für.

(ebd. S. 104).

Das Gedicht entsteht im Juni 1924, wird gedruckt im gleichen Jahr in der Zeitschrift Lef, in der auch Assejew publiziert. Weihnachten 1925 nimmt sich Jessenin das Leben. Majakowski schreibt ein Gedicht gegen den Selbstmord – er will verhindern, daß das Beispiel Schule macht. Dichtung war eine Sache auf Leben und Tod. (Ist uns fremd – aber gestorben wird auch heute). Majakowski hat keine 5 Jahre mehr, dann setzt auch er „auf die Stirn einen Schlußpunkt aus Blei“.

Jedenfalls las ich dann auch Assejew. Hier ein Gedicht, das mir gerade wieder vor Augen fällt, aus dem gleichen Jahr 1924:

А. А. АХМАТОВОЙ

Не враг я тебе, не враг!
Мне даже подумать страх,
Что, к ветру речей строга,
Ты видишь во мне врага.
За этот высокий рост,
За этот суровый рот,
За то, что душа пряма
Твоя, как и ты сама,
За то, что верна рука,
Что речь глуха и легка,
Что там, где и надо б жёлчь, –
Стихов твоих сот тяжёл.
За страшную жизнь твою,
За жизнь в ледяном краю,
Где смешаны блеск и мрак,
Не враг я тебе, не враг.

18 апреля 1924

Meine Rohübersetzung:

Für A.A. Achmatowa

Nicht Feind bin ich dir, nicht Feind!
Ich wage nicht mal zu denken,
du,  im Wind der strengen Rede,
sähst in mir deinen Feind.
Auf deinen hohen Wuchs,
auf deinen herben Mund,
auf deine aufrechte Seele,
aufrecht wie du,
darauf, daß ruhig die Hand,
daß deine Rede dicht und schlicht,
daß du Galle speist, wo es not, –
darauf deiner Gedichte Zahl.
Auf dein schreckliches Leben,
auf das Leben im Eisland,
wo sich Glanz mit Dunkel mischt,
nicht Feind bin ich dir, nicht Feind.

Assejews Gedicht auf die Achmatowa (deren Ex-Mann Alexej Gumiljow 1921 zum Vorsitzenden der Petrograder Dichtervereinigung gewählt wurde und ein paar Wochen später als Konterrevolutionär erschossen) ist ein aufschlußreiches Zeugnis, aber auch ein aufregendes Gedicht. Natürlich nur im Original. Jeder Vers hat exakt sieben Silben und drei Hebungen (wenn man will, hier wäre es vielleicht sinnvoll, von Füßen zu sprechen, hat jeder Vers zwei Jamben und einen Anapäst, fast immer nach dem Muster J-A-J). Das regelmäßige Muster bewirkt, daß die Zeilen wie Peitschenhiebe Schlag auf Schlag knallen. Der Paarreim ist – für russische Verhältnisse selbstverständlich – assonantisch frei gehandhabt (er mag das von Majakowski gelernt haben, der schreibt darüber in seinem Buch „Wie macht man Verse“, das zwar später erschien, nach Jessenins Selbstmord, aber sie werden darüber gesprochen haben; aber vielleicht war dies ohnehin, in Rußland vor 90 Jahren, Gemeingut. Während unsere deutschen Hirnis bis heute in der Schule, oder im Studium, lernen, „unreine“ Reime herauszupicken. Ach, ach und ach, und kein aber denne.)

Assejews Gedicht ist von Jürgen Rennert übersetzt (beteiligt waren weiter Jens Gerlach, Wilhelm Tkaczyk, Kito Lorenc, Martin Remané und Oskar Törne). Seine Fassung ist nicht schlecht, aber ein völlig anderes Gedicht. Nicht „schlicht und dicht“, wie Achmatowa und Assejew, sondern, wahrscheinlich notgedrungen, aufblähend. Schon von der Silbenzahl her: statt der 7 hat Rennerts Fassung regelmäßig 10, 12, 13. So beginnt er:

Bitter der Gedanke, du habest gemeint,
ich wollte dir übel, ich wäre dir feind,
dir, der Gestrengen, der Winde nicht wagen,
leichtfertige Reden zu hintertragen.

Zum Nachlesen:

  • Nikolai Assejew: Stählerne Nachtigall. Gedichte. Berlin: Volk und Welt 1973.
  • Wladimir Majakowski: Wie macht man Verse? edition suhrkamp 1964
  • Wladimir Majakowski: Gedichte. Berlin (Ausgewählte Werke, Bd. 1 von 5): Volk und Welt 1966

57. Westfälische Lyrik

Drei Dortmunder Autoren stellten die neue Nottbeck-Reihe „Roter Faden“ vor.

In ihr soll künftig in mehreren Lieferungen pro Jahr alte und neue Lyrik aus Westfalen veröffentlichen wird. Nach Grußworten von Museumsleiter Prof. Dr. Walter Gödden erläuterte der Schriftsteller Ralf Thenior („Mister Nottbeck“) Absicht und Programm der neuen Reihe, die demnächst noch in einer inszenierten größeren Veranstaltung präsentiert werden soll. Aus den ersten vier vorliegenden Heften der Edition trugen Ellen Widmaier, Thomas Kade und Ralf Thenior jeweils drei bis vier ihrer Gedichte vor… / Die Glocke

56. Mondgedichte

„Die Sterne beugen sich nieder,
und der Mond fließt den Fluss hoch“,

ist Teil eines Gedichtes von Du Fu (712-770 n. Chr.).

„Der Mond, voll ausgewachsen über dem Meer,
Den ganzen Himmel richtigstellend“,

von Zhang Jiuling, ein Premierminister während der Tang-Dynastie.

In der Tang-Dynastie schrieb der berühmte chinesische Dichter Li Bai (701-762 n. Chr.) ein Gedicht mit dem Titel „Allein mit dem Mond zu trinken“. Das Gedicht scheint über die Verblendung und Einsamkeit der Menschheit zu reden, die sich nach einer Verbindung mit dem Himmel sehnt.

„Aus einem Krug Wein inmitten der Blumen, trank ich alleine.
Es war niemand bei mir – bis, meine Tasse hochhebend,
ich den leuchtenden Mond fragte,
mir meinen Schatten zu bringen damit wir zu dritt sind.“

/ Zhi Zhen, The Epoch Times 12.9.

Hier mehr Li Bai (Li Tao-Po) und Mond

Gemälde von Xiao Yun nach einem Gedicht des berühmten Dichters Li Bai aus der Tang Dynastie. „Allein mit dem Mond trinken“. Foto: The Epoch Times

 

55. Axel Marquardt gestorben

Mit seiner Anthologie „100 Jahre Lyrik! Deutsche Gedichte aus zehn Jahrzehnten“, die 1992 im Haffmans-Verlag erschienen war, sorgte Axel Marquardt seinerzeit unter Lyrikkennern für einiges Aufsehen und gelegentliches Kopfschütteln. Stein des Anstoßes war vor allem sein Verdikt, daß Autoren, deren Namen in diesem Sammelband nicht auftauchen, „schlechte“ Autoren seien. In der umfangreichen Sammlung, die – zeitlich rückwärts strukturiert – Gedichte von Oskar Pastior bis zu Frank Wedekind enthält, zeigt Herausgeber Marquardt unter anderem Ingeborg Bachmann, Karl Krolow, Christian Morgenstern, Stefan George und Rainer Maria Rilke die kalte  Schulter. Alles „schlechte“ Autoren?

Danach wurde es zunehmend still um Axel Marquardt, der im Fahrwasser Robert Gernhardts selbst Gedichte der humorvollen Art veröffentlicht hat („Standbein Spielbein“) und Mitbegründer des Münsteraner Lyriktreffens war. Wie einem kurzen Nachruf bei Zweitausendeins.de zu entnehmen ist, starb der 1943 in Insterburg (Ostpreußen) geborene Schriftsteller und Herausgeber bereits am 31. August 2011. Ansonsten scheint er weitgehend vergessen zu sein. Nach anderen Nachrufen sucht man jedenfalls vergeblich.

Axel Kutsch

54. Dichter dran. Das große Berliner Lyrikfest

Sa 17.9.2011 ab 14.00 Uhr, Kulturbrauerei

Eintritt frei

Die Literaturwerkstatt Berlin feiert ihren 20. Geburtstag, feiern Sie mit! Bis in die Nacht verwandelt sich die Kulturbrauerei in einen lyrischen Abenteuerpark. Sie sind herzlich eingeladen, zu entdecken und zu experimentieren und mit uns auf eine Reise durch alle Spielarten der Poesie zu gehen.

Eingang über:
Knaackstr. 97
10435 Berlin 
Verkehrsverbindung:
U2 Eberswalder Straße
Tram 12/M1/M10 Eberswalder Straße

Aus dem Programm:

Große Bühne

14:00 Eröffnung und Auftakt
Die Dichter und Dichterinnen des großen Berlin-Gedichts werden vorgestellt und machen ausschnittsweise Lust darauf. Es spielt PEER und Erich Kästners »Berlin in zahlen« wird aktualisiert.
16:30 Quizshow mit Knut Elstermann
Hier können alle mit ihrem Wissen über Lyrik, Dichter und Denker punkten. Teams aus dem Publikum treten gegeneinander an. Natürlich gibt’s auch einen Publikumsjoker. Es winken tolle Preise!
18:20 Frank Klötgen: Kottbusser Tor
Frank Klötgen rast in fünf Minuten durch 35 Klassiker der deutschen Dichtkunst. Schulbuch-Lyrik revisited.
18:30 Poetry Slam
Bühnen-Lyrik zwischen Rap, Freestyle und Goldschnitt-Poesie mit Gauner, Ken Yamamoto und Frank Klötgen.
19:00 Das Große Berlin-Gedicht
Finale.
19:15 Beschwerdesingen
Die Beschwerden der Berliner, vertextet von der 1. Lyrischen Inter­nationale Neuköllns (Björn Kuhligk, Tom Schulz, Birgit Kreipe, Florian Voß), und uraufgeführt vom Chor des Jungen Ensembles Berlin und Bürgern der Stadt. Am Tag vor der Berlin-Wahl wird den Politikern ins Ohr gesungen, was verbessert werden muss. Musik: Andrés Atala-Quezada, Leitung: Frank Markowitsch.

Kleine Bühne: Das Große Berlin-Gedicht

Moderation: Peter Winkels

In den zwölf Bezirken der Stadt schrieben 75 Berliner Bürger unter Begleitung je eines erfahrenen Dichters ein Gedicht über ihren Bezirk. Die Autoren laden Sie ein zu zwölf lyrischen Spaziergängen durch die Stadt.

15:00 Pankow Mentor: Norbert Hummelt
15:20 Reinickendorf Mentor: Ron Winkler
15:40 Spandau Mentor: Michael Speier
16:00 Mitte Mentorin: Orsolya Kalász
16:20 Lichtenberg Mentor: Andreas Altmann
16:40 Marzahn-Hellersdorf Mentor: Valeri Scherstjanoi
17:00 Friedrichshain-Kreuzberg Mentor: Björn Kuhligk
17:20 Charlottenburg-Wilmersdorf Mentorin: Kerstin Hensel
17:40 Steglitz-Zehlendorf Mentor: Michael Lentz
18:00 Tempelhof-Schöneberg Mentor: Ulf Stolterfoht
18:20 Neukölln Mentor: Tom Schulz
18:40 Treptow-Köpenick Mentorin: Brigitte Oleschinski

Das Buch »Das Große Berlin-Gedicht« (be.bra verlag) erhalten Sie auf dem Lyrikmarkt.

Lyrikcamp

ab 15:00 Valeri Scherstjanoi: Herstellen einer Stimmcollage
Kunstaktion mit Hilfe des Publikums.
ab 15:00 Frank Köllges: Guerilla-Poesie
Extraterrestrische Überraschungsangriffe im Laufe des Nachmittags.
15:00 Monika Rinck: Kritische Masse
Poetische Experimente auf Kosten Ihrer Garderobe. Teilnahme auf eigene Gefahr.
15:00 Brigitte Oleschinski: Zerstörungsprüfung
Wir verformen ein Gedicht, bis es Ihnen ganz persönlich passt.
15:00 Haiku-Wettbewerb mit Claudia Maaß
Es muss nicht immer 5–7–5 sein! Folgen Sie den japanischen Kurzgedichten auf ihrer Reise über die Kontinente und durch die Jahrhunderte. Die besten Gedichte werden prämiert.
15:00 Poesie für Kinder mit Sybille Hein
15:30 Ulrike Draesner: Gedicht auf Zuruf

Spontandichtung, Vernichtung aller vorhandenen Gedichte, Entdeckung neuer Wortarten.
15:30 Poesie für Kinder mit Sybille Hein
15:40 Poesiesprechstunde: Kerstin Hensel
Was Sie schon immer einen Dichter fragen wollten. Eigene und vor Ort gefundene Texte können mitgebracht werden.
15:40 Metaphernmaschine mit Claudia Maaß
Metapherwürfel schaffen amüsante, bezaubernde oder rätselhafte Bilder, die zum Weiterträumen und Ausfantasieren einladen.
16:00 Poesiesprechstunde: Ulrike Draesner
Was Sie schon immer einen Dichter fragen wollten. Eigene und vor Ort gefundene Texte können mitgebracht werden.
16:00 Lesung: Tom Schulz, Björn Kuhligk
Berlin-Gedichte aus 200 Jahren.
16:20 Lesung: Ulf Stolterfoht
16:20 Poesiesprechstunde: Tom Schulz
Was Sie schon immer einen Dichter fragen wollten. Eigene und vor Ort gefundene Texte können mitgebracht werden.
16:20 Haiku-Wettbewerb mit Claudia Maaß
Es muss nicht immer 5–7–5 sein! Folgen Sie den japanischen Kurzgedichten auf ihrer Reise über die Kontinente und durch die Jahrhunderte. Die besten Gedichte werden prämiert.
16:30 Monika Rinck: Kritische Masse
Poetische Experimente auf Kosten Ihrer Garderobe. Teilnahme auf eigene Gefahr.
17:00 Ulrike Draesner: Gedicht auf Zuruf
Spontandichtung, Vernichtung aller vorhandenen Gedichte, Entdeckung neuer Wortarten.
17:00 Poesiesprechstunde: Ulf Stolterfoht
Was Sie schon immer einen Dichter fragen wollten. Eigene und vor Ort gefundene Texte können mitgebracht werden.
17:00 Lesung: Orsolya Kalász
»Schöne Heimat, ich habe dich geliebt« (István Kemény).
Auswahl ungarischer Gedichte der Gegenwart.
17:30 Poesiesprechstunde: Ulrike Draesner
Was Sie schon immer einen Dichter fragen wollten. Eigene und vor Ort gefundene Texte können mitgebracht werden.
17:30 Poesie für Kinder mit Rainer Stolz
17:40 Lesung: Andreas Altmann
Andreas Altmann erforscht seine Schreibgründe.
17:40 Lesung: Norbert Hummelt
Berlingedichte.

Maschinenhaus

15:00–17:00 Jugendprogramm
Hereinspaziert! – Lyrik zum Anfassen, Gestalten und Aufessen – ein Mitmachprogramm für alle (ab 12 J.) mit Claudia Maaß.

lechts und rinks kann man nicht velwechsern
Spiele rund um und mit Lyrik: Gedichtepuzzle, Reimscrabble, Reißverschlussgedichte, Reim dich oder ich fress dich.
Das kann sich sehen lassen!
Bildcollagen zu Gedichten entwerfen und visuelle Poesie gestalten und plakatieren.
17:00 Auf die Bretter! Fertig! Los!
Performanceworkshop zu einem Gedicht von Kurt Schwitters mit abschließender Inszenierung (ab 14 J., in Teams).

ab 20:00 Uhr Lounge

1. Berliner Lyrikmarkt

Stöbern Sie in lyrischen Neuerscheinungen und poetischen Raritäten in den Ständen von be.bra verlag, BELLA triste, Berliner Handpresse, Edit, Edition Rugerup, Hochroth Verlag, Kollwitz Buchhandlung, KOOKbooks, luxbooks, Matthias Wagner Antiquariat, Merve Verlag, Poesiealbum / MärkischerVerlag, poetenladen, Suhrkamp Verlag, Verlag das Wunderhorn, Verlag Hans Schiler, Verlagshaus J. Frank / Berlin, Wallstein Verlag

53. internationales literaturfestival berlin

Aus dem Programm des internationalen literaturfestivals berlin (Forts.)

Poetry Night IV

12.09.2011 20:30 Uhr

Literaturen der Welt
Fokus Asien-Pazifik

Haus der Berliner Festspiele
Seitenbühne

Autoren Constantin Abăluţă, Tomasz Rózycki, C.K. Stead
Moderation Silke Behl
Sprecher Friedhelm Ptok

Preis 6 Euro / ermäßigt 5 / Schüler 4

In den Gedichten von Constantin Abǎlutǎ (Rumänien), der sich selbst als »Dichter des Banalen« bezeichnet hat, scheint unter der banal-absurden Oberfläche immer auch eine harte, entbehrungsreiche Realität durch, die er kritisch beleuchtet. Seine Gedichte bedienen eine Bandbreite von der Art japanischer Haikus bis zu langen Gedichten epischen Ausmaßes.

Der Lyriker und Übersetzer Tomasz Różycki (Polen) wurde vor allem bekannt durch sein an den großen polnischen Nationaldichter Adam Mickiewicz angelehntes Poem »Zwölf Stationen«, ein Stück Heimat- und Reiseliteratur, in dem man Geschichte und Gegenwart ehemaliger polnischer Randgebiete entdeckt – und auch so manchem Fabelwesen begegnet.

Die Gedichte von C. K. Stead (Neuseeland) der auch als Romanautor, Literaturwissenschaftler und Herausgeber bekannt geworden ist, demonstrieren sprachliche Leichtigkeit, gepaart mit kreativer Disziplin, und thematisieren den persönlichen Erfahrungshorizont des Lyrikers.

Treffen junger Autoren

14.09.2011 21:00 Uhr

Collegium Hungaricum Berlin

Autoren Yevgeniy Breyger, Charlotte Busch, Olga Galicka, Marie Michael, Rick Reuther, Max Wallenhorst
Moderation Rabea Edel

Preis 6 Euro / ermäßigt 5 / Schüler 4

Texte des literarischen Nachwuchses präsentiert das tja, mit dem die Berliner Festspiele seit über 25 Jahren auf der Suche nach jungen literarischen Talenten sind. Das tja steht für Begegnung der Teilnehmer: in Lesungen, in Gesprächen, in Workshops, in denen die jungen Talente an ihren Texten arbeiten. Sie werden in offener, kreativer Atmosphäre professionell betreut und in ihrem Tun bestärkt. Manchmal beginnt hier der Weg in den professionellen Literaturbetrieb.

Czesław Miłosz: Die Welt des polnischen Lyrikers

16.09.2011 22:30 Uhr

Erinnerung, Sprich

Haus der Berliner Festspiele
Seitenbühne

Sprecher Stephan Stroux, Peter Franke, Barbara Nüsse
Musiker Julia Marcell

Preis 6 Euro / ermäßigt 5 / Schüler 4

Die Texte des polnischen Literatur Nobelpreisträgers Czesław Miłosz stehen »immer auf der Seite des Lebens, auch wenn er sich durch Schmerz und Gewalt durchringen muss, immer wieder findet er zu einer großen Kraft im Kämpferischen und zur Leichtigkeit des Seins«.

Die berührende und reiche Lyrik steht vor dem Hintergrund der politischen und sozialen Zusammenhänge, die sein Leben zwischen 1911 und 2004 in Polen und im Exil in Frankreich und den USA geprägt haben. Gleichzeitig mit der Veranstaltung wird ein Audiobook präsentiert, das in zehn Sprachen und Ländern als eine der kulturellen Initiativen zur EU-Präsidentschaft von Polen erscheint.

Aga Zaryan: Konzert mit Kompositionen zu Gedichten von Czesław Miłosz

17.09.2011 20:00 Uhr

Haus der Berliner Festspiele
Große Bühne

Musiker Aga Zaryan

Preis 12 Euro / ermäßigt 10 / Schüler 8

Die international renommierte und vielfach ausgezeichnete Jazzsängerin interpretiert in ihrem Konzert Gedichte des polnischen Literaturnobelpreisträgers Czesław Miłosz, den Joseph Brodsky als den größten Dichter unserer Zeit bezeichnet hat, sowie Gedichte von Anna Świrszczyńska, Denise Levertov und Jane Hirshfield. Ihr Musikprojekt »Księga Olśnień« zeigt vor allem die menschlichen Seiten des Lyrikers, dessen Werke für die Sängerin prägend waren.

52. Sächsische Kulturstiftung begründet Buchreihe: „Neue Lyrik“

Bisher gibt es in Sachsen keine Buchreihe, die qualitätsvolle Gegenwartslyrik präsentiert. Deshalb beginnt die Kulturstiftung im Herbst 2011 gemeinsam mit den Schriftstellern Jayne-Anne Igel und Jan Kuhlbrodt als Mitherausgeber und dem Leipziger Verleger Andreas Heidtmann eine vorerst auf sechs Bände angelegte Reihe von Gedichten. Pro Jahr sollen zwei Gedichtbände von herausragender Qualität, kommentiert und mit einem Nachwort versehen, im Leipziger poetenladen Verlag erscheinen. Dabei soll jeweils ein bekannter Autor und ein Debütant im Wechsel publiziert werden. Das Projekt ist vorerst auf drei Jahre (sechs Bände) angelegt. Im Herbst 2011 beginnt die Reihe mit einem Gedichtband von Anne Dorn, es folgt im gleichen Jahr das Debüt von Michael Fiedler.

Die Autoren

Band 1: Anne Dorn, „Wetterleuchten“: Anne Dorn wurde 1925 in Wachau bei Dresden geboren und lebt heute als Schriftstellerin in Köln. Sie wird der so genannten „Kölner Schule des neuen Realismus“ zugerechnet. Anne Dorn verfasste mehrere Romane, Hörspiele und arbeitet für das Fernsehen. Ihre Gedichte erschienen regelmäßig im „Jahrbuch der Lyrik“. Beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 ging auch ein großer Teil ihrer Originalmanuskripte verloren, die sich dort – neben den Nachlässen von Heinrich Böll und Dieter Wellershoff – als Vorlass befanden. So ist es ein Glück, dass ihr Gedicht-Manuskript erhalten blieb. Es ist das dichterische Debüt der viel beachteten Autorin.

Band 2:, Michael Fiedler, „Geometrie und Fertigteile“: Michael Fiedler wurde 1981 in Leipzig geboren, wo er auch heute lebt und arbeitet. Neben Cut-ups schreibt er Teaser-Texte für Theaterstücke, Flyer und Webseiten. Er studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und veröffentlichte in Anthologien und Zeitschriften. Im April 2011 erschien eine Auswahl seiner Gedichte in der renommierten Lyrik-Zeitschrift „zwischen den zeilen“ (Heft 31), herausgegeben von Urs Engeler. Der Gedichtband „Geometrie und Fertigteile“ ist Michael Fiedlers Debüt als Autor.

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