58. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (6)

Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift

Wird morgen fortgesetzt und abgeschlossen. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden.  Bedenken Sie bitte, daß weder Theo Breuer noch ich 1. alles kaufen, 2. alles lesen und 3. wie Computer alles unter dem richtigen Buchstaben abspeichern können. Bei Googleabfragen können Sie testen, daß die von Theo initiierte und uns zur Verfügung gestellte Liste schon jetzt das Auffinden präziser Information sehr verbessert.

(Ergänzungen bitte unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen. Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)

  1. Isaac Schreyer · Der Tag des Einsamen. Gedichte und Nachdichtungen. Nachwort von Armin Eidherr (Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 60). 1 Abb., 172 Seiten, gebunden, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  2. Saza Schröder · Ach Kindheit du schreckliche Süße, 32 Seiten, handfadengeheftet, kartoniert, Künstler­buch, Bleisatz, edition footura black, Itzehoe 2011.
  3. Franz Schuh: Der Krückenkaktus. Erinnerungen an die Liebe, die Kunst und den Tod. Verlag Paul Zsolnay, Wien 2011. 255 S.
  4. Katharina Schultens, gierstabil, 80 S., Klappbroschur, luxbooks, Wiesbaden 2011.
  5. Iris Schürmann-Mock [Hrsg.]: O schöner, grüner Wald. Ein Lesespaziergang. Hildesheim: Gerstenberg 2011. 159 S. : Ill. ; 24 cm.
  6. Ursula Schütt: Gehen muß ich auf dem Faden Zeit. Taschenbuch: 100 Seiten. Verlag: d/m/z Druckmedienzentrum Gotha 2011.
  7. Friederike Schwab: schwebeblätter. Gedichte. 110 Seiten. edition art science, St. Wolfgang. Reihe: Lyrik der Gegenwart, Band 13.
  8. Daniela Seel: ich kann diese stelle nicht wiederfinden. kookbooks, Berlin 2011. 64 S.
  9. Giorgos Seferis · LOGBUCH III, zweisprachige Ausgabe, aus dem Neugriechischen von Evti­chios Vam­vas, 117 Seiten, Broschur mit handgedrucktem Typo-Umschlag, Waldgut Verlag, CH-Frauenfeld 2011.
  10. Faruk Šehić · Abzeichen aus Fleisch. Bosnisch / Deutsch, übersetzt von Hana Stojić. 160 Seiten, Broschur, fadengeheftet, Wien, Edition Korrespondenzen 2011.
  11. Shin Dal Ja ∙ Morgendämmerung. Gedichte (mit einigen koreanischen Originaltexten). Werkauswahl (1989–2007). Aus dem Koreanischen und mit einem Nachwort von Sophia Tjonghi Seo. Herausgegeben und Umschlaggestaltung von Juana Burghardt. 169 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  12. Volker Sielaff · Selbstporträt mit Zwerg, 101 Seiten, Klappenbroschur, luxbooks, Wiesbaden 2011.
  13. Rajvinder Singh: WÖRTERWEHEN. Trierer Gedichte – Rajvinder Singh – Gedichte, Liz Crossley – Zeichnungen. Broschur im Format 21 x14,5 cm, 80 Seiten, 16 Abb., Berlin: Aphaia Januar 2011. Aus der Reihe Texte und Bilder.
  14. Gerd Sonntag ∙ Giovanni Santi malt eine Fliege, Nachwort von Ulrich Koch, 38 Seiten, ge­heftete Bro­schur, Silver Horse Edition, Marklkofen 2011.
  15. Thomas Spaniel · die irren kurse einer sterbenden fliege. Gedichte. 96 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  16. Michael Speier (Hg.): Berlin, du bist die Stadt. Gedichte. Reclam. 170 Seiten.
  17. Alberto Spunzberg ∙ Die Piatock-Akademie – La Academia de Piatock. Gedichte, zweisprachig. Aus dem argentinischen Spanisch von Juana und Tobias Burghardt. Umschlaggestaltung von Juana Burghardt. Mit einem Nachwort von Tobias Burghardt. 187 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  18. Christel und Armin Steigenberger (Hg.) · außer.dem, 18. Ausgabe, mit Gedichten von Ann-Andreas Alt­mann, Kathrin Ast, Ernesto Castillo, Caroline Hartge, Birgit Kreipe, Lars Reyer u.a., 51 Seiten, geheftete Broschur, München 2011.
  19. Lutz Steinbrück: Blickdicht. Gedichte. Verlagshaus J.Frank, Berlin 2011. 76 S.
  20. Mile Stojić: Cherubs Schwert: Gedichte und Essays. Aus dem Kroatischen von Cornelia Marks. Leipziger Literaturverlag. 230 Seiten.
  21. Dieter Straub – Gedichte, Peter M. Gotthardt – Kompositionen: Delphische Paiane – Fünf Lieder nach Gedichten von Dieter Straub für Bariton und Klavier. 
Notenband im Format 29 x 21 cm, 28 Seiten, Berlin: Aphaia 2011. Aus der Reihe: Sonderausgaben.
  22. Brigitte Struzyk ∙ alles offen, mit einem Vorwort von Peter Wawerzinek und Bildern von Elke Ehninger, 117 Seiten, Broschur, fixpoetry.Verlag, Hamburg 2011.
  23. Jesper Svenbro · Echo an Sappho, zweisprachige Ausgabe, aus dem Schwedischen von Lukas Dettwiler, mit Beiträgen von Conrad Steinmann und Beat Brechbühl, CD mit musikalischen Nachschöpfungen von Conrad Steinmann zu Texten von Sappho und Alkaios, 83 Seiten, Bro­schur mit handgedrucktem Typo-Umschlag, Waldgut Verlag, CH-Frauenfeld 2011.
  24. Tammen, Johann P. (Hg.): die horen. Bei betagten Schiffen. Islands „Atomdichter“.  56. Jg., Nr. 242, 2011. 424 S. Gedichte von Stefán Hörður Grímsson, Jón Óskar, Einar Bragi, Hannes Sigfússon, Sigfús Daðasson, Steinn Steinarr, Jón úr Vör, Jóhannes úr Kötlum, Arnfriður Jónatansdottir, Elías Mar, Jónas E. Svafár, Thor Vilhjálmsson, Vilborg Dagbjartsdóttir, Matthías Johannessen, Baldur Óskarsson, Þorsteinn frá Hamri, Jóhann Hjálmarsson, Nína Björg Árnadóttir, Sigurður Pálsson, Steinunn Sigurðardóttir. Der Kampf um die Moderne. Stimmen – Gegenstimmen – Positionen. Gespräche mit Steinn Steinarr, Hannes Sigfússon. Zeitgenössische isländische Rezensionen. Nachrufe. Erinnerungen von heute. Glossar.
  25. Veno Taufer: Wasserlinge. Gedichte. Übersetzung: Daniela Kocmut, Herausgeber: Michael Braun. 48 Seiten, Format: 14 x 22 cm, Das Wunderhorn 2011.
  26. Hans Thill (Hrsg.) ∙ Meine schlichten Reisen. Gedichte aus Belgien. Dreisprachige Ausgabe: niederländisch–französisch–deutsch. Dirk van Bastelaere, Eric Brogniet, Karel Logist, Els Moors, Erik Spinoy, Liliane Wouters übersetzt von Gerhard Falkner, Zsuzsanna Gahse, Norbert Lange, Michael Speier, Ulrike Almut Sandig, Hans Thill nach Interlinearversionen von Beate Thill und Stefan Wieczorek. Gebunden, bibliophile Ausgabe mit Lesebändchen. Heidelberg, Verlag Das Wunderhorn 2011.
  27. Walter Thümler: Ist jemand da. Gedichte. Leipziger Literaturverlag. 144 Seiten.
  28. Su Tiqqun: Im Geröll des Auges. Broschur, 28 S. Schock Edition, EdK/Distillery, Berlin 2011.
  29. Toegye ∙ Als der Hahn im Dorf am Fluß krähte, hing der Mond noch im Dachgesims. Gedichte 1515–1570. Herausgegeben und mit einer Zeichnung von Juana Burghardt. Deutsche Fassungen von Tobias und Juana Burghardt auf der Grundlage der Vorarbeit von Doo-Hwan und Regine Choi. Mit einem Nachwort von Tobias Burghardt. 125 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  30. Boško Tomašević: Früchte der Heimsuchung. Gedichte. Aus dem Serbischen von Helmut Weinberger. Leipziger Literaturverlag. 180 Seiten.
  31. Boško Tomašević:  Mitlesebuch 103 – Boško Tomašević, Berlin-Gedichte. Michael Blümel – Zeichnungen. Broschur im Format: 24 x 15 cm, 24 Seiten, fadengeheftet. 1. Auflage: 50 Exemplare, im Druckvermerk vom Autor signiert, Berlin: Aphaia, März 2011.
  32. Boško Tomašević • Allerneueste Vergeblichkeit, aus dem Serbischen übertragen von Helmut Weinberger, Nachwort von Walter Methlagl, 171 Seiten, Broschur, Pop Verlag, Ludwigsburg 2011.
  33. Þorsteinn frá Hamri: Jarðarteikn – Erdzeichen. Gedichte. Ausgewählt und aus dem Isländischen übersetzt von Gert Kreutzer. (Fäkätä 14). 36 S. Germersheim: Queich Verlag 2011.
  34. Tomas Tranströmer: Poesiealbum 298.  Hg. u. ausgew. von Richard Pietraß, Grafik Isaac Grünewald, Nachdichtung Hanns Grössel und Richard Pietraß. 32 S. Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2011.
  35. Matthias Traxler: You’re welcome. kookbooks, Berlin 2011.
  36. Verica Tričković: Als rettete mich das Wort. Gedichte teils deutsch, teils serbisch. Leipziger Literaturverlag. 120 Seiten.
  37. Charlotte Ueckert ∙ Dein Haar ist mein Nest, Vorwort von Peter Engel, 34 Seiten, Broschur, fix­poetry.Verlag, Ham­burg 2011.
  38. Nepumuk Ullmann: Von der Überwindung der Eiszeit in den Gefühlen. fhl Verlag Leipzig 2011, 170 Seiten.
  39. Sandra Uschtrin (Hg.) ∙ Federwelt. Zeitschrift für Autorinnen und Autoren, 91. Ausgabe, Lyrik-Re­daktion And­reas Noga, Gedichte von Friedrich von Hagedorn ∙ Katharina Lanfranconi ∙ Ingrid Miller ∙ Irmhild Oberthür ∙ Klaus Roth ∙ Walle Sayer u.a., 58 Seiten, geheftete Broschur, Uschtrin Verlag, München 2011.
  40. Günter Vallaster (Hg.) · Paragramme. Ein Sammelband, 156 Seiten, Broschur, Gedichte von Thomas Hav­lik · Christine Huber · Peter Huckauf · Gerhard Jascke · Ilse Kilic · Richard Kostela­netz · Axel Kutsch · Gerhard Rühm · Fritz Widhalm u.v.a., edition ch, Wien 2011.
  41. Verein Literaturgruppe Perspektive (Hg.) · perspektive. Hefte für zeitgenössische Literatur, Ausgabe 67/68: Aufstandsbeschreibungen, Gedichte von Dominic Angeloch · Ralf G. Landmesser · Rebekka Olbrich · Kai Pohl · Clemens Schittko u.a., 238 Seiten, Broschur, Graz 2011.
  42. Mikael Vogel: Massenhaft Tiere. Gedichte. Verlagshaus J. Frank, Berlin 2011. 100 S.
  43. Florian Voß: Datenströme. Datenschatten. Staub. Gedichte. Verlagshaus J. Frank, Berlin 2011. 80 S.
  44. Achim Wagner ∙ Flugschau, 67 Seiten, Hardcover, [SIC] – Literaturverlag, Aachen ∙ Zürich 2011.
  45. Friedrich Wilhelm Wagner: Jungfraun platzen männertoll. hochroth Verlag 2011.
  46. Friedrich Wilhelm Wagner: Irrenhaus. hochroth Verlag 2011.
  47. Friedrich Wilhelm Wagner · Jungfraun platzen männertoll / Irrenhaus (edition grillenfänger 18). 38 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  48. Jan Wagner · Die Sandale des Propheten. Beiläufige Prosa, 240 Seiten, Hardcover mit Schutzum­schlag, Ber­lin Verlag, Berlin 2011.
  49. Jan Wagner: Poesiealbum 295. Hg. u. ausgewählt von Richard Pietraß, Grafik Werner Friedrichs. 32 S. Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2011.
  50. Immanuel Weißglas · Der Nobiskrug. Gedichte. Nachwort von Bernhard Albers (Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 55; Lyrik-Taschenbuch Nr. 72). 80 Seiten, broschiert, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  51. Ralf S. Werder: Bruchland. Broschur, 28 S. Schock Edition, EdK/Distillery, Berlin 2011.
  52. Walt Whitman · Liebesgedichte / Love Poems. Englisch / deutsch. Ausgewählt und übertragen von Frank Schablewski. Vorwort von Johannes Urzidil. Nachwort von Jürgen Brôcan. 128 Seiten, fadengeh. Klappenbroschur, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  53. Ron Winkler (Hg.): Schneegedichte. Schöffling & Co., Frankfurt am Main 2011.

57. Wolkenhändler

Neu bei Lyrikwiki (neben ersten Beiträgen aus den Bibliographieaufgaben unserer Grundkurse, aus über 160 vergebenen Aufgaben, siehe Papenfuß, siehe Literaturzeitschriften, deutsche) der Artikel einer Studentin über eine Figur des Kieler Dichters Klavki (dieselbe, Christiane, hatte schon über eine Figur bei Ann Cotten geschrieben). Vielleicht eine Anregung für künftige Beiträge zu unserer unordentlichen Lyrikenzyklopädie.

56. Gedichte aus Mozart’s Land

Am 30. November wurde das Buch „Gedichte aus Mozart’s Land“, eine Auswahl Österreichischer Lyrik in vietnamesischer Sprache, herausgegeben vom Germanisten Ngo Quang Phuc, der unter dem Künstlernamen Quang Chien schreibt, im Büchercafé des Hanoier Kulturzentrums „Ost West“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

In dem Band, der mit Unterstützung des Außenministeriums und des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur zustande kam, sind Werke der folgenden österreichischen LyrikerInnen vertreten: Nikolaus Lenau, Rainer Maria Rilke, Ingeborg Bachmann, Erich Fried, Franz Kießling, Ilse Brem, Elisabeth Schawerda, Karl Lubomirski, Peter Turrini, Ernst Jandl und Christian Ide Hintze. Von den Autoren haben zwei einen besonderen Bezug zu Vietnam: Erich Fried durch seine Gedichte über den Vietnamkrieg und Christian Ide Hintze durch seine Lehrtätigkeit an der Dichterschule Nguyen Du in Hanoi Anfang der 90er Jahre. / Österreich Journal

55. In heutigen Zeitschriften

Wenn man sich in heutigen Zeitschriften nach den ästhe­tischen Erben der historischen Avant­garde­bewe­gungen umsehen will, muss man eine Lupe zu Hilfe nehmen. Denn viele Innova­tions­bemü­hungen der soge­nannten jungen Schrift­stel­ler­generation nehmen sich aus wie matte Stil­übungen lite­rarischer Prakti­kanten. In der typo­grafisch zwar ein­falls­reichen, textuell eher substanz­armen Zeit­schrift für „junge Literatur“ „BELLA triste“, die soeben mit dem Förder­preis der Kurt-Wolff-Stif­tung aus­gezeichnet worden ist, weht – im Hinblick auf avantgar­dis­tische Konzepte – bestenfalls ein laues Lüftchen. Neugierig machen in Heft 31 immerhin die Gedichte von Jan Skudlarek, dessen lite­rarische Referenz­figuren aus der aller­jüngsten Gegen­wart stammen, wird hier doch in markanter Signal­gebung ein „rainald­goetz­gesicht“ aufgerufen.

Sehr viel mehr Abenteuer des Ästheti­schen ermöglicht das neue Heft, die Nummer 57 der Leipziger Literaturzeitschrift EDIT. Hier findet man aufregende Es­says junger ameri­kanischer Autoren, etwa von Wayne Koesten­baum über „Hei­deg­gers Geliebte“, ein Text, der sich spiele­risch-asso­ziativ durch die deutsche Philo­sophie schlän­gelt. Zu den bemer­kens­werten Funden in EDIT gehören auch Ana­gramme und Über­schrei­bungen eines Gedichts von Carl Friedrich Claus, des visionären expe­rimen­tellen Künstlers und Grapho­manen, der seine Texte syste­matisch in faszi­nierende Schrift­bilder verwandelte. Hier treibt sich auch der sprach­ver­rückteste Dichter der jungen Generation herum, der aus dem Saarland stammende und in Berlin lebende Konstantin Ames, der in wort­akro­batischer Ver­gnügung einige Stilmasken aufsetzt und sprach­reflexiv dekon­struierte „Weltwaisen“ zum Besten gibt. „Vor stil­faschisten : barrikaden er­richten“, postuliert da beispiels­weise ein Text, der verschie­dene Dichter­gesten parodiert und am Ende in ironi­scher Verkeh­rung fordert: „Den jungdichtern ist komplexi­täts­reduk­tion zu wünschen = 1. brandrede an die stol­terfoht­epigonen“. Diese Produk­tions­anweisung, Gedichte zu er­mäßigten herme­neutischen Konditionen zu schreiben, wird jedoch sehr wahr­schein­lich von Konstantin Ames nie befolgt werden. / Michael Braun, Poetenladen

BELLA triste, H. 31
Neustädter Markt 3-4, 31134 Hildesheim. 106 Seiten, 5,35 Euro.

Edit Nr. 57
Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig. 130 Seiten, 5 Euro.

54. Inhaltlich & verständlich

Schittkos Texte sind inhaltlich ausgerichtet und zielen vor allem darauf, verstanden zu werden. Dabei fragt sich der Autor beim Verfassen seiner Zeilen in der mitternächtlichen Ruhestörung durch die Nachbarn: Wird dort noch eigenständig / miteinander geschlafen / oder (auch) schon / ein Pornofilm geschaut? Er vergleicht den Durchschnittssex des Deutschen mit der Länge einer Single-Auskopplung, die es in die Musikcharts geschafft hat, und zieht den Schluss, dass sich deshalb der Begriff Popsong entwickelt haben muss. Neben diesen humoristischen Episoden befasst sich das Gros seiner Gedichte mit dem Literaturbetrieb. Dabei stellt er immer wieder das System, die Schreibbedingungen und sich selbst infrage und beantwortet den Zweifel, Warum sich dieses Gedicht nicht durchsetzen wird (zumindest nicht zu Lebzeiten seines Autors), Weil es zu schlecht ist / Weil es weder Liebes- / noch Naturlyrik ist. / Weil es zu politisch, / zu links, / zu anarchistisch, / zu subversiv ist.

Schittkos Kritik hebt darauf ab, dass sich in der übersättigten, schnelllebigen Gesellschaft nur das Neue und Junge durchsetzt – Autoren werden nur dann erfolgreich, wenn sie über die richtigen Kontakte verfügen.

Kai Pohl wiederum siedelt sich stark in der marxistischen Tradition an. Der Autor, Künstler und Grafikdesigner wurde 1964 in Wittenburg geboren und lebt heute in Berlin-Prenzlauer Berg. Seit 2006 ist er Herausgeber der Zeitschrift floppy myriapoda – Subkommando für die freie Assoziation. In diesem Jahr erschienen insgesamt vier kleine Gedichtbände beim Distillery Verlag, bei Sukultur und Fixpoetry.

Seine Gedichte drehen sich vorwiegend um Arbeit, Kapital und Vermögenswerte. das unvermögen der armen / ist das vermögen der reichen / das vermögen der armen / ergo ihr reichtum / begründet das ende der armut. Pohl wirft aber auch einen Blick auf die Berliner Architektur, insbesondere das Schmerzzentrum in der Schönhauser Allee und das Gesundbrunnencenter. Wieder einmal kriegen die Milchkaffeetrinker ihr Fett weg, er drückt seine Abneigung gegen die Tatenlosigkeit aus, „eher gibt es (schon wieder) krieg, / als daß hier jemand den arsch hochkriegt“ / Marion von Zieglauer, Freitag

da kapo mit CS-Gas Kai Pohl/Clemens Schittko, Fixpoetry 2011, 62 S., 10 €

53. Große, stille Gedichte

Es sind – wie bei Bobrowski – große, stille Gedichte, in denen das Leben pocht, strömt, rauscht. Die Brüche sind nicht dissonant, sondern fast organisch. Hier spielt einer nicht mit den Erwartungen auf Ruhm und Lorbeerkränze. Hier sucht einer keinen Zirkusapplaus. „Alles geht schlicht vorbei / Wir sind nicht ewig / Wir sind nicht frei. / Glocken tummeln sich munter.“

Das ist so gemessen, dass es natürlich im Getümmel der Eitelkeiten nicht zeitgemäß zu sein scheint. Wer geht denn noch zu Fuß? Wer denkt denn an Vergänglichkeit, wenn es um den Ruhm des Tages geht?

Die wirklich eindrucksvollen Lyriker taten es alle. Und werden es weiter tun. Und ihre Gedichte können auch nach 30 Jahren wieder aufgelegt werden und sie erreichen die Leser. Mit stimmigen Bildern, von denen auch Hoprich wusste, dass sie alt sind. Trotzdem stimmen sie. Immer noch. Selbst dort, wo Hoprich sogar Rilke anklingen lässt wie beiläufig: „… nur musst du langsam wandern / und dich ändern und verschwenden.“ („Fahrt nach Heltau“).

Das ist wohl das Leben. Das eigentliche, dem man so gern davonläuft mit Ausreden wie „Keine Zeit!“ Natürlich nicht. Wer seine Zeit nicht zu verschwenden weiß, der hat keine. Das Leben selbst ist ein rätselhaftes Ding. Hoprich hat’s etwas zu deutlich gesagt für die Richter seiner Zeit. Dabei gibt’s wenige, die es mit soviel Zurückhaltung und Würde gesagt haben.

Nun ist dieser Band da und damit Hopricht auch wieder fassbar für alle, die noch wissen, wie man Gedichte lesen kann abseits der täglichen Eiligkeiten. / Ralf Julke, Leipziger Internet Zeitung

Bäuchlings legt sich der Himmel
Georg Hoprich, Reinecke & Voß 2011, 10,00 Euro

52. Lyrikkalender 2012 Aprèslude

Lesung und Gespräch mit

Michael Braun, Norbert Lange und Henning Ziebritzki

am Freitag, den 16. Dezember 2011, um 19 h 30

Lyrikkalender 2012. Aprèslude
Ausgewählt und kommentiert von Michael Braun
740 Seiten, farbig bedruckt / Format 15×21 cm / Tagesabreißkalender zum Stellen und Hängen / EUR 24,80 / Verlag das Wunderhorn 2011

Zur Lyrikkalender-Finissage am 10.12.2010 in der Schwartzkopffstr. gab Michael Braun einen knappen Rückblick auf die Geschichte des Deutschlandfunk-Lyrikkalenders:

„„Gedichte““, so nüchtern sah es Gottfried Benn, sind „„eine Art Aktion am Sandsack: einseitig, ergebnislos und ohne Partner – : evoë!““ Der Deutschlandfunk, der Erfinder und Ideengeber des Lyrikkalenders, wollte ab 2006 mit seinem Projekt das Gegenteil beweisen: Gedichte sind nicht ergebnislos, sondern wirkungsvoll, sie sind auch nicht einseitig, sondern erreichen die Aufmerksamkeit –– als kleines Denkbild, als Erkenntnisblitz oder Sprachfragment. Sie haben auch einen Partner –– den Hörer oder Leser, der mit dem Gedicht in ein Gespräch eintritt. (……)

Der Lyrikkalender hat fünf Jahre lang diktatorisch mein Leben reguliert: Acht Monate des Jahres waren jeweils dem Kommentieren der 365 Gedichte gewidmet, der Arbeit an einer Zwölf-Zeilen-Essayistik, ein Format mit immensem Komprimierungs-Zwang. Die kalendarische Expedition erstreckte sich über insgesamt 1826 Gedichte und 1826 Kommentare, eine fast fließbandverdächtige Kommentarproduktion…. Am Ende dann, im letzten Jahrgang, geriet die Kommentarproduktion ins Stocken, weil der Körper die weitere Ausübung seiner Pflichten des reibungslosen Funktionierens verweigerte und außer Rand und Band geriet. Inspirierte Geister, vier Kollegen und Freunde, haben mir geholfen, den Lyrikkalender zu Ende zu bringen: Michael Buselmeier aus Heidelberg, Sabine Peters aus Hamburg, Volker Sielaff aus Dresden und Norbert Lange aus Berlin.

So ist der Lyrikkalender am Ende ein Gemeinschaftsprojekt geworden –– aus der Aktion am Sandsack ist schon durch das kollektive Kommentieren ein Gespräch geworden: ein Gespräch über Gedichte, zugleich eine Selbstverständigung über das, was uns zum Sprechen und zum Schreiben bringt. (…)““

Nach dem Ende des Projekts im Deutschlandfunk ist für das Jahr 2012 ist noch einmal ein Lyrikkalender entstanden –– der „„Wunderhorn-Lyrikkalender““ ermöglicht die Wiederbegegnung mit den aufregendsten, überraschendsten und berührendsten Gedichten aus den bisherigen fünf Kalender-Jahrgängen. In der Auswahl trifft man aber auch auf politisch anstößige, motivisch provozierende und ästhetisch widerborstige Gedichte, die in den bisherigen Sammlungen aus unterschiedlichen Gründen keinen Platz gefunden hatten.

Michael Braun (geb. 1958 in Hauenstein/Pfalz) lebt als Literaturkritiker in Heidelberg. In Lesung und Gespräch mit den Dichtern Norbert Lange (geb. 1978 in Gdynia/Polen, lebt in Berlin) und Henning Ziebritzki (geb. 1961 in Wunstorf/Niedersachsen, lebt in Tübingen) präsentiert er in der Aprèslude zu seiner kalendarischen Expedition eine Auswahl der Gedichte aus dem Lyrikkalender 2012.

Ich freue mich auf Euer Interesse und grüße herzlich Karl Piberhofer

Einrtritt frei__ Getränke stehen gegen eine Spende zur Verfügung__Ich bitte um Anmeldung

Veranstaltungsort: pKp –– GALERIE / píberhofer K produktíon / Schwartzkopffstr. 3 / 10 115 BERLIN / piberhoferK@web.de / Tel: 030 –– 30 36 84 50 ( U-6 / U-Bhf. Schwartzkopffstr. oder S-Bahn / S-Nordbahnhof)

51. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (5)

Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift

Wird in den nächsten 2 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden.  (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur N – Sch. Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)

  1. Shafiq Naz (Hg.) · Der deutsche Lyrikkalender für junge Leser 2012. Jeder Tag ein Gedicht, 366 Ge­dichte von 200 Autorinnen und Autoren von den An­fängen bis zur Gegen­wart, darunter ∙ Ernst Moritz Arndt ∙ Rose Ausländer ∙ Hans Bender ∙ Rolf Dieter Brinkmann ∙ Manfred Chobot ∙ Matthias Claudius ∙ Klaus Peter Dencker ∙ Annette von Droste-Hülshoff ∙ Marie von Ebner-Eschenbach ∙ Manfred Enzensperger ∙ Theo­dor Fontane ∙ Günther Bruno Fuchs ∙ Stefan George ∙ Günter Grass ∙ Peter Handke ∙ Heinrich Heine ∙ Hendrik Jackson ∙ Mathias Jeschke ∙ Franz Kafka ∙ Axel Kutsch ∙ Oskar Loerke ∙ Martin Luther ∙ Christian Morgenstern ∙ Wilhelm Müller ∙ Andreas Noga ∙ Novalis ∙ Martin Opitz ∙ Oswald von Wolkenstein ∙ Wal­ther Petri ∙ August von Platen ∙ Monika Rinck ∙ Joachim Ringelnatz ∙ Paul Scheerbart ∙ Raoul Schrott ∙ Vol­ker von Törne ∙ Georg Trakl ∙ Ludwig Uhland ∙ Friedrich Theodor Vischer ∙ Jan Wagner ∙ Robert Walser ∙ Albin Zollinger, 430 Seiten, Tischkalen­der mit Spi­ralbindung, Alhambra Publishing, B-Bertem 2011.
  2. Cyprian Kamil Norwid: Über die Freiheit des Wortes. Poem. Aus dem Polnischen von Peter Gehrisch. Leipziger Literaturverlag. 220 Seiten.
  3. Gisela Noy · Gänge ans Licht, mit drei Graphiken von Berthold Mallmann, 36 Seiten, handfadengebundene Broschur, numeriert und signiert, Atelier Verlag, Andernach 2011.
  4. Hellmuth Opitz · Die Dunkelheit knistert wie Kandis, 126 Seiten, Hardco­ver, Pendragon Verlag, Biele­feld 2011.
  5. Jutta Over · Grünland Grauland, 24 unpaginierte Seiten, geheftete Broschur, Machandel Verlag, Hase­lünne 2011.
  6. José Emilio Pacheco: Früher oder später. Edition Delta (Aus dem Spanischen von Juana und Tobias Burghardt)
  7. Bert Papenfuß: Pro tussi à gogo. Broschur, 28 S. Schock Edition, EdK/Distillery, Berlin 2011.
  8. Alexej Parschtschikow: Erdöl. Gedichte. Übersetzung: Hendrik Jackson. kookbooks 2011
  9. Teresa Pascual ∙ Die geordnete Zeit & Rebellion des Salzes – El temps en ordre & Rebellió de la sal. Gedichte [zweisprachig]. Aus dem Katalanischen von Juana und Tobias Burghardt. Titelbild von Juana Burghardt. 161 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  10. Miodrag Pavlović: Mißhelligkeiten, alte und neue. Gedichte. Aus dem Serbischen von Peter Urban. Leipziger Literaturverlag. 152 Seiten.
  11. Francesco Petrarca, Canzoniere, aus dem Italienischen übersetzt von Karl-Heinz Stierle, gebunden, 273 Seiten, Insel Verlag 2011.
  12. Annelotte Piper (Hg.): Kaum berührt, zerfällt die Mauer der Nacht.28 japanische Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts. Mit Gedichten von Yosano Akiko, Nagase Kiyoko, Fukao Sumako, Sagawa Chika, Machida Shizuko, Ishigaki Rin, Nakamura Chio, Mitsui Futabako, Uchiyama Tomiko, Ibaragi Noriko, Shinkawa Kazue, Shiraishi Kazuko, Tada Chimako, Kora Rumiko, Takarabe Toriko, Kawata Ayane, Kanai Mieko, Tomioka Taeko, Yoshihara Sachiko, Aoki Harumi, Tatara Chieko, Arai Toyomi, Yoshiyuki Rie, Ito Hiromi, Isaka Yoko, Hirata Toshiko, Inaba Mayumi und Kawaguchi Harumi. Mit einem Geleitwort von Yoko Tawada. Aus dem Japanischen von Annelotte Piper. Deutsche Erstausgabe. 368 Seiten. München: dtv, Dezember 2011.
  13. Kai Pohl (Hg.): floppy myriapoda. Subkommando für die freie Assoziation. Heft 18. Mit Gedichten von Niccolò Agnoli, Ernst-Jürgen Dreyer, Emmanuel Eni, Ernst Fuhrmann, Alex Galper, Rex Joswig, Andreas Paul, Kai Pohl, Clemens Schittko, Schwartz, HEL Toussaint, Johannes Witek u. a. Broschur, 40 S. EdK/Distillery, Berlin, Oktober 2011.
  14. Kai Pohl ∙ Clemens Schittko ∙ da kapo mit CS-Gas, 59 Seiten, Broschur, fixpoetry.Verlag, Hamburg 2011.
  15. Kai Pohl: Phantomkalender. Broschur, 24 S. Distillery, Berlin 2011.
  16. Traian Pop (Hg.) · BAWüLON. Süddeutsche MATRIX für Literatur und Kunst, 1. Ausgabe, Essay, Lyrik und Prosa, Gedichte von Johann Lippet · Horst Samson · Rainer Wedler u.a., 106 Seiten, Broschur, Pop Verlag, Ludwigs­burg 2011.
  17. Traian Pop (Hg.) · Matrix. Zeitschrift für Literatur und Kunst, 24. Ausgabe, Essay, Lyrik und Prosa, Gedichte von Róža Do­mašcyna ∙ Benedikt Dyrlich ∙ Kito Lorenc ∙ Friederike Mayröcker ∙ William Totok u.a., 192 Seiten, Broschur, Pop Ver­lag, Ludwigsburg 2011.
  18. Magorzata Poszewska (Hg.): Ein Fenster bis zum Horizont / Okno po horyzont. 198 Seiten. edition art science, St. Wolfgang. Reihe: Lyrik der Gegenwart, Band 10.
  19. Kevin Prufer, Wir wollten Amerika finden. Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Norbert Lange und Susanna Mewe. luxbooks, 2011.
  20. Hans Raimund/Friedrich Danielis: „Choral Variationen“. Edition Thurnhof, Reihe oxohyph 2011, 24 Euro, ISBN 978-3-900678-15-9. Auflage 400, 20 Exemplare erschienen als Vorzugsausgabe im Holzschuber mit einem Autograph von Hans Raimund und einer Arbeit von Friedrich Danielis, 180 Euro.
  21. Arne Rautenberg: Miami Bach. Illustration/ Grafik: Olrik Kohlhoff. 8 Bögen, keine Nummerierung. Cordel Kiel 2011.
  22. Arne Rautenberg: Triebabfuhr. Gedichte mit Zeichnungen von Thomas Palme, 24 Seiten. Cordel Kiel 2011.
  23. Tom Raworth: Logbuch. Gedichte. Übersetzung: Ulf Stolterfoht. 96 Seiten, Format: 13.5 x 21 cm, gebunden, Softcover. Das Wunderhorn 2011.
  24. Marcel Reich-Ranicki (Hg.) ∙ Frankfurter Anthologie. Vierunddreißigster Band, Gedichte und Inter­pretationen, Ge­dichte von H. C. Artmann · Gottfried Benn · Bertolt Brecht · Walter Helmut Fritz · Wolfgang Hilbig · Peter Huchel · Theodor Kramer · Alfred Lichtenstein · Friederike Mayröcker · Helga M. Novak u.v.a., 317 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011.
  25. Walter Rheiner. Versensporn – Heft für lyrische Reize Nr. 1. Edition POESIE SCHMECKT GUT, Jena 2011.
  26. Walter Rheiner · Ausgewählte Gedichte (edition grillenfänger 27). 48 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  27. Øyvind Rimbereid · Herbarium, aus dem Norwegischen von Klaus Anders, 85 Seiten, Klappenbroschur, Edi­tion Rugerup, Berlin · S-Hörby 2011.
  28. Jan Volker Röhnert ∙ Notes from Sofia. Bulgarische Blätter, Gedichte, Notate, Erzählung, 148 Seiten, Klappen­bro­schur, edition AZUR, Dresden 2011.
  29. Ludwig Rubiner · Das himmlische Licht. Gedichte (edition grillenfänger 26). 32 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  30. Tuvia Rübner · Lichtschatten. Gedichte. 102 Seiten, gebunden, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  31. Peter Rühmkorf: Poesiealbum 293. Hg. u. ausgewählt von Richard Pietraß, Grafik Horst Janssen. Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2011, 32 S.
  32. Wilhelm Runge · Das Denken träumt. Gedichte (edition grillenfänger 30). 62 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  33. Gabriele Sander (Hg.): Die Welt hebt an zu singen. Musik-Gedichte. Reclam. 192 Seiten.
  34. Julia Sander ∙ Der Fernseher blinkt in Blitzblau Augengeflatter, 24 unpaginierte Seiten, Handsatz und Handfadenbindung von Karl-Friedrich Hacker, footura black, Itzehoe 2011.
  35. Ulrike Almut Sandig ∙ Dickicht, 80 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Lese­bändchen, Schöffling & Co., Frankfurt am Main 2011.
  36. Jordi de Sant Jordi · Der letzte Trobador. Eine Anthologie. Herausgegeben und übersetzt von Hans-Ingo Radatz (Reihe: Katalanische Literatur des Mittelalters, Bd. 5), 120 Seiten, broschiert, Berlin – Münster – Wien – Zürich – London, LIT Verlag 2011.
  37. Knut Schaflinger ∙ Schneebrand, 103 Seiten, Klappbroschur, Edition POEMA, Verlag Ralf Liebe, Weilers­wist 2011.
  38. Valeri Scherstjanoi: Mein Futurismus. Mit einem Nachwort von Michael Lentz. Matthes & Seitz Berlin 2011, 191 S.
  39. René Schickele · Ausgewählte Gedichte (edition grillenfänger 22). 48 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  40. Clemens Schittko: Manifest der Nachhut. Broschur, 28 S. Schock Edition, EdK/Distillery, Berlin 2011.
  41. Clemens Schittko: Und ginge es demokratisch zu. sUkUltUr 2011.
  42. Tibor Schneider • Christiane Schweitzer • Anselm Treichler (Hg.), ]trash[pool. Zeitschrift für Literatur und Kunst, 2. Ausgabe, Lyrik und Prosa von Richard Duraj, Sascha Kokot, Lucia Leidenfrost, Jinn Pogy, Jan Skudlarek u.a., 106 Seiten, Broschur, Tübingen 2011.
  43. Wieland Schmied · Ein Irrer schreibt an einen Blinden. Ezra Pound Studien III (Rimbaud-Taschenbuch Nr. 72), 112 Seiten, broschiert, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  44. Stefan Schmitzer
: scheiß sozialer frieden
. Gedichte. Wien: Edition Korrespondenzen, 2011. Mit einem Nachwort von Clemens Setz, gebunden, 21 x 13 cm, 
96 Seiten.
  45. Ernst Schönwiese · Baum und Träne (Lyrik-Taschenbuch Nr. 74), 72 Seiten, broschiert, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  46. Karl-Heinz Schreiber ∙ Das Wundern der Romantizierer generiert altmodische Beulen, 38 Seiten, gehef­tete Broschur, Silver Horse Edition, Marklkofen 2011.
  47. Natalia Shchyhlevska · Verschränkungen. Leben und Werk von Autoren aus der Bukowina anhand von Briefen und Nachlässen (Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 58).7 Abb., 124 Seiten, gebunden, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.

50. „Poesie ist die Lösung“ oder „Muss man Angst haben?“

Huang Nubo ist ein Unternehmer eigener Art. In seinem Büro hängen Fotos von den Achttausendern, die er schon bestiegen hat, um dort Gedichte zu schreiben. Im Kern seines Wesens sieht er sich nämlich als Dichter, freilich einen, der weder melancholisch noch selbstmitleidig ist. „Poesie ist die Lösung“, pflegt er zu sagen. Er fördert Lyriker (auch solche, die in China früher verboten waren) und Dichterkongresse in der ganzen Welt, und in der Firmenzentrale kann man nicht nur zahlreichen Affen, Papageien und Katzen begegnen, die er in seiner Nähe hält; es sind dort auch Installationen internationaler Künstler aufgestellt, die seine Gedichte visualisieren. In Island wurde freilich auch mit Argusaugen vermerkt, dass er seine Laufbahn als Funktionär in der Propagandaabteilung der Partei begonnen hatte.

Was hat diese Mischung nun zu bedeuten? Muss man Angst haben oder nicht? / FAZ

49. Nicht innerlich

Snorri verfasste auch ein Handbuch für Dichter, die «Edda» (die nun in Neuauflage übersetzt von Arthur Häny wieder vorliegt). Sie bot Geschichten von Göttern und Helden, die den Skalden den Stoff für die «Kenningar» lieferten, wie die nach bestimmten Regeln gefügten poetischen Umschreibungen genannt wurden. Eine Schlacht konnte als «Sturm des Rabenweins», also als Blutsturm, bedichtet werden, um ein einfaches Beispiel zu zitieren. Wenn aber der Skalde das «Sohlenblatt des Diebs der Thrud» in seine Strophe einzubauen verstand, ging ein anerkennendes Raunen der Connaisseurs durch den Saal. Ihnen war klar, dass Thrud, eine Tochter des Gottes Thor, von einem Riesen geraubt worden war und dass mit dem Sohlenblatt jener Schild gemeint war, auf den sich der Riese nach einem bekannten Mythos stellte, weil er glaubte, Thor griffe ihn aus der Erde an.

Was eine ordentliche Strophe war, enthielt mehrere «Kenningar». In einem Gedicht stellte Snorri in 102 Strophen ebenso viele Metren vor. Von Erlebnislyrik war dieses hochartifizielle Spiel weit entfernt. Snorri versuchte, altes Wissen in Einklang mit dem christlichen Weltbild zu bringen. Er schrieb gerade auch für die Anhänger von Jesus und Maria. Dichtkunst stand, so gesehen, für Kontinuität in der Geschichte – ähnlich wie in Halldór Laxness Roman «Kirchspielchronik». Die Lyrik, die Laxness‘ neuzeitliche Bauern schätzen, ist so wenig innerlich wie ihre Religion. / Aldo Keel, NZZ

Oskar Gudmundsson: Snorri Sturluson. Homer des Nordens. Eine Biografie. Aus dem Isländischen von Regina Jucknies. Böhlau-Verlag, Köln 2011. 447 S., Fr. 35.50. – Eine Neuauflage der «Prosa-Edda. Altisländische Göttergeschichten» liegt bei Manesse vor (Fr. 25.90).

48. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (4)

Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift

Wird in den nächsten 3 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden.  (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur Kr – Na. Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)

  1. Michael Krüger (Hg.) ∙ Akzente. Zeitschrift für Literatur, Heft 2/April 2011: Moderne hebräische Lyrik, zusammengestellt von Ariel Hirschfeld, aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer, 108 Seiten, Broschur, Verlag Carl Hanser, München 2011.
  2. Alexej Krutschonych: Phonetik des Theaters. Hg. von Valeri Scherstjanoi. Leipzig: Reinecke & Voß 2011.  81 S.
  3. Georg Kulka: Sichtbarkeit. Aufzeichnende Prosa. Prosagedichtezyklus, hochroth Verlag 2011.
  4. Thomas Kunst · Legende vom Abholen, 109 Seiten, Klappbroschur, Edition Rugerup, Berlin · S-Hörby 2011.
  5. Kunstverein Kunstgeflecht (Hg.): Rhein! Zeitschrift für Worte, Bilder, Klang Nr. 2 (Oktober), Kidemus: Köln 2011. Lyrik von Kurt Drawert, Armin Foxius, Frederike Frei, Thomas Geduhn, Harald Gröhler, Gert Heidenreich, Franz Hodjak, Yaak Karsunke, Jochen Kelter, Regine Mönkemeier, Albert Ostermeier, Elisabeth Plessen, Manfred Pricha, Carmen Elisabeth Puchianu, Francisca Ricinski-Marienfeld, Kurt Roessler, Said, Joachim Sartorius,Rolf Stolz, A. J. Weigoni.
  6. Axel Kutsch (Hg.) · Versnetze_vier. Deutschsprachige Lyrik der Ge­genwart von 216 Autorinnen und Autoren, dar­unter Andreas Altmann ∙ Michael Arenz ∙ Hans Bender ∙ Hans Georg Bulla ∙ Uwe Claus ∙ Crauss ∙ Hugo Dittberner ∙ Richard Dove ∙ Hans Eichhorn ∙ Peter Ettl ∙ Karin Fellner ∙ Brigitte Fuchs ∙ Claudia Gabler ∙ And­rea Heuser ∙ Franz Hodjak ∙ Jürgen Israel ∙ Peter Kapp ∙ Ulrich Koch ∙ Christoph Leisten ∙ Vesna Lu­bina ∙ Marie T. Martin ∙ Jürgen Nendza ∙ Andreas Noga ∙ Irmhild Oberthür ∙ Antje Paehler ∙ Tom Pohl­mann ∙ Arne Rauten­berg ∙ Francisca Ricinski ∙ Horst Samson ∙ Vera Schindler-Wunderlich ∙ Marita Tank ∙ Ralf Thenior ∙ Beate Ün­ver ∙ Marianne Ullmann ∙ Ruth Velser ∙ Jürgen Völkert-Marten ∙ Ron Winkler ∙ Ma­rio Wirz ∙ Maximilian Zander ∙ Rosemarie Zens, Vor­wort des Herausgebers, 329 Seiten, Broschur, Verlag Ralf Liebe, Wei­lerswist 2011.
  7. Stan Lafleur/Helena Becker: Das Lachen der Hühner. Liechtenstein-Gedichte und Papierschnitte, parasitenpresse, Köln 2011
  8. James Laughlin: Dylan schrieb Gedichte. Aus dem US-Amerikanischen von Christine Pfammatter. Leipziger Literaturverlag. 136 Seiten.
  9. lauter niemand e.V. (Hg.): lauter niemand. Die Berliner Zeitschrift für Lyrik und Prosa. 11. Ausgabe. Lyrik von Clemens Schittko, Sylvia Geist, Philipp Güntzel, Isabella Roumiantsev, Catherine Hales, Elke Engelhardt, Sina Klein, Richard Duraj, Andrea Scholl, Kerstin Becker, Martina Winter, Levin Westermann, Niklas Lem Niskate, Sonja vom Brocke, Charlotte Warsen, Thomas Steiner, Jan Imgrund, Dieter M. Gräf, Theresa Klesper, Claudia Gabler, Philippe Kottoros, Carl-Christian Elze, Lutz Steinbrück, Tom Nisse, Roberto Yañez, Tibor Schneider, Kirsten Hartung, Simone Hirth, Julian Walther, Robert Bahr, Prosa von Ulrike Almut Sandig, David Frühauf, Dirk Alt, Yulia Marfutova, Stephan Roiss, Martin Lechner, Guy Helminger, Joachim Wendel, Florian Wacker, Marie T. Martin, Bernd Gonner.
  10. Radmila Lazić: Das Herz zwischen den Zähnen. Gedichte. Aus dem Serbischen von Mirjana & Klaus Wittmann. Leipziger Literaturverlag. 160 Seiten.
  11. Ivo Ledergerber · Besuch bei einem Freund, 92 Seiten, Hardcover, Waldgut Verlag, CH-Frau­enfeld 2011.
  12. Wilhelm Lehmann, Poesiealbum 297. Auswahl Axel Vieregg, Grafik Herbert Tucholski. Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2011. 32 S.
  13. Christian Lehnert · Aufkommender Atem, 99 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Suhr­kamp Verlag, Ber­lin 2011.
  14. Anton G. Leitner · Arne Rautenberg (Hg.) · Das Gedicht, 19. Ausgabe: götterschöner freudefunken, Gedichte von Melanie Arzenheimer ∙ Jürg Beeler ∙ Brigitte Fuchs ∙ Norbert Göttler ∙ Ulla Hahn ∙ Erich Jooß ∙ Chris­tine Langer ∙ Andreas Peters ∙ Ilma Rakusa ∙ Robert Schindel ∙ Babette Werth ∙ Johannes Zultner u.v.a., 135 Seiten, Broschur, Anton G. Leitner Verlag, Weßling 2011.
  15. Anton G. Leitner (Hg.) ∙ Gedichte für Zeitgenossen. Lyrik aus 50 Jahren von H. C. Artmann ∙ Ingeborg Bachmann ∙ Werner Dürrson ∙ Jörg Fauser ∙ Axel Kutsch ∙ Mario Wirz u.v.a., 142 Seiten, Taschenbuch mit Schutzumschlag, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2011.
  16. Anton G. Leitner, Die Wahrheit über Uncle Spam und andere Enthüllungsgedichte, mit einem Nachwort von Ulrich Johannes Beil, 128 Seiten, Broschur, Daedalus-Verlag, Münster 2011.
  17. Michael Lentz · Textleben. Über Literatur, woraus sie gemacht ist, was ihr vorausgeht und was aus ihr folgt, herausgege­ben sowie mit Vor- und Nachwort versehen von Hubert Winkels, 576 Seiten, Hard­cover mit Schutzumschlag, Lesebändchen, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011.
  18. Ben Lerner: Die Lichtenbergfiguren. Gedichte, zweisprachig. Übersetzt von Steffen Popp. Mit e. Nachwort von Matthias Göritz.  luxbooks.americana, Wiesbaden 2011.
  19. Lettre International. Europas Kulturzeitung. Heft 95. Winter 2011. 138 S. Wassili Dimow: Kafkasus. Ein Poem. Beiträge von Péter Nádas, Slavoj Žižek, Friedrich Kittler u.v.a.
  20. Liao Yiwu: Massaker. Frühe Gedichte. Übersetzt von Hans Peter Hoffmann, hochroth Verlag 2011.
  21. Ernst Wilhelm Lotz · Wolkenüberflaggt (edition grillenfänger 20). 52 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  22. Wolfram Lotz: Fusseln. Liste. Köln: Parasitenpresse 2011 (paradosis Nr. 8). 16 S.
  23. Gertrud Luick-Conrad: Lebenslinien. Esslingen: Civitas Imperii Verlag 2011.
  24. Nikola Madzirov · Versetzter Stein, aus dem Mazedonischen von Alexander Sitzmann, 64 Sei­ten, Hardco­ver, Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, München 2011.
  25. Zvonko Maković: lügen. warum nicht? Gedichte. Übersetzung: Alida Bremer. 96 Seiten, Format: 13.5 x 21 cm, gebunden, Softcover. Das Wunderhorn 2011.
  26. Nadeschda Mandelstam: Erinnerungen an Anna Achmatowa . Aus dem Russischen von Christiane Körner. Kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Pawel Nerler. Bibliothek Suhrkamp 1465, Berlin 2011. 205 S., mit zahlreichen Abbildungen.
  27. Horst-Ulrich Mann [d.i. Ulrich Horstmann]: Kampfschweiger. Gedichte 1977–2007. Verlag Shoebox House, Hamburg 2011. 187 S., € 16.90
  28. Julia Mantel ∙ dreh mich nicht um, Bilder von Petrus Akkordeon, Vorworte von Kurt Drawert und Jörg Sun­dermeier, 47 Seiten, Broschur, fixpoetry.Verlag, Hamburg 2011.
  29. Peter Marggraf (Hg.) · Berichte aus der Werkstatt, 10. Ausgabe, Bilder von Peter Marggraf, Gedichte von Hans Georg Bulla ∙ Uwe Claus ∙ Georg Oswald Cott ∙ Hugo Dittberner ∙ Paul Klee ∙ Gerd Kolter ∙ Heiner Müller ∙ August von Platen ∙ Rainer Maria Rilke, 40 Seiten, Format 23 x 33 cm, San Marco Handpresse, Neustadt 2011.
  30. Alfred Margul-Sperber (Hrsg.) · Die Buche. Eine Anthologie deutschsprachiger Judendichtung aus der Bukowina. Aus dem Nachlass herausgegeben von George Guțu, Peter Motzan und Stefan Sienerth. Mit Gedichten von Rose Ausländer · Uriel Birnbaum · Klara Blum · Paul Celan · Zeno Einhorn · Norbert Feuerstein · Ernst Maria Flinker · Robert Flinker · Benjamin Fuchs · David Goldfeld · Lotte Jaslowitz · Josef Kalmer · Alfred Kittner · Ewald Ruprecht Korn · Artur Kraft · Josef I. Kruh · Kamillo Lauer · Siegfried Laufer · Ariadne Baronin Löwendal · Hugo Maier · Itzig Manger · Alfred Margul-Sperber · Tina Marbach · Salome Mischel · Johann Pitsch · Moses Rosenkranz · Heinrich Schaffer · Isaac Schreyer · Jakob Schulsinger · Erich Singer · Isak Sonntag · Klaus Udo Tepperberg · Victor Wittner · Kubi Wohl. 469 Seiten, gebunden, 2. Auflage, Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  31. Jean-Michel Maulpoix: Schritte im Schnee. Prosagedichte. Aus dem Französischen von Margret Millischer. Leipziger Literaturverlag. 140 Seiten.
  32. Ernst Meister · Gedichte, ausgewählt von Peter Handke, 150 Seiten, Hardcover mit Schutzum­schlag, Lese­bändchen, Suhrkamp, Berlin 2011.
  33. Burkhard Meyer-Sickendiek · Lyrisches Gespür. Vom geheimen Sensorium moderner Poesie, 571 Sei­ten, Bro­schur, Wilhelm Fink Verlag, München 2012.
  34. Suzanna Mikesh, „wann eigentlich haben wir damit aufgehört“ 97 Gedichte, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, HC mit Schutzumschlag, Lesebändchen und Faksimilie auf dem Umschlag, ISBN: 978-3-935259-83-5, erscheinen im worthandel : verlag, 2011, 19,80 Euro (www.worthandel.de/wh_voe/aufgehoert.htm)
  35. Anja Möbest (Hg.): Alles auf Anfang. Trennungsgedichte. Reclam. 96 Seiten.
  36. Esther Mohnweg: Zuerst versinkt der Horizont. Berlingedichte und Fotografien. Leipziger Literaturverlag. 124 Seiten.
  37. Shafiq Naz (Hg.) · Der deutsche Lyrikkalender 2012. Jeder Tag ein Gedicht, 366 Ge­dichte von 300 Autorin­nen und Autoren von den An­fängen bis zur Gegen­wart, darunter Hans Assmann von Abschatz ∙ Friedrich Ani ∙ Jürgen Becker ∙ Irène Bourquin ∙ Ann Cotten ∙ Crauss ∙ Michael Donhauser ∙ Jutta Dornheim ∙ Elke Erb ∙ Peter Ettl ∙ Wolfgang Fienhold ∙ Walter Helmut Fritz ∙ Claudia Gabler ∙ Sylvia Geist ∙ Caroline Hartge ∙ Kerstin Hensel ∙ Angelika Janz ∙ Markus Manfred Jung ∙ Gottfried Keller ∙ Thomas Kling ∙ Wilhelm Leh­mann ∙ Alfred Lichtenstein ∙ Friederike Mayröcker ∙ Ernst Meister ∙ Jörg Neugebauer ∙ Hans Erich Nossack ∙ Hellmuth Opitz ∙ Jutta Over ∙ Silke Peters ∙ Marion Poschmann ∙ Bertram Reinecke ∙ Sophie Reyer ∙ Chris­tian Saalberg ∙ Horst Samson ∙ Suleman Taufiq ∙ Jesse Thoor ∙ Unbekannter Dichter ∙ Jürgen Völkert-Mar­ten ∙ Florian Voß ∙ Christian Wagner ∙ A. J. Weigoni ∙ Annemarie Zornack ∙ Stefan Zweig, 440 Seiten, Tischkalen­der mit Spiralbindung, Al­hambra Publishing, B-Bertem 2011.

47. Gestorben

Bloodaxe Books meldete den Tod von Peter Reading, der am 17.11. nach langer Krankheit starb. Reading wurde 1946 geboren. Zu seinen Gedichtbänden zählt ‚Work in Regress‘ (1997), das für den TS Eliot-Preis nominiert war. Er erhielt u.a. den Whitbread Prize for Poetry (1986) und den Dylan Thomas -Preis (1983). / Poet Library

46. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (3)

Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift

Wird in den nächsten 4 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden.  (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur Ha – Kr – Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)

  1. Ulla Hahn · Wiederworte, 192 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Deutsche Verlags-An­stalt, Mün­chen 2011.
  2. Dirk Uwe Hansen: Sirenen. Gedichte (Grillenfänger 24). Udo Degener Verlag Potsdam, 44 S.
  3. Walter Hasenclever · Der Jüngling (edition grillenfänger 23). 52 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011. F
  4. Seamus Heaney · Die Amsel von Glanmore. Gedichte 1965 – 2006, zweisprachige Ausgabe, herausgegeben von Michael Krüger, 430 Seiten, Broschur, Fischer Taschen­buch Verlag, Frankfurt am Main 2011.
  5. Andreas Heidtmann (Hg.), poet. Literaturmagazin, 11. Ausgabe: Gedichte · Gedichtkommentare · Prosa · Ge­spräche · Reportagen · Illustrationen, mit Ge­dichten von Uwe Kolbe, Franz Hodjak, Christian Schloyer, Dirk von Petersdorff, Martina Weber, Manfred Enzensperger, Thilo Krause, Sascha Kokot, Tim Holland, Peggy Neidel, Anne Dorn, Felix Philipp Ingold, Theo Breuer, Augusta Laar, Max Czollek, Tina Ilse Maria Gintrowski, Jörg Bernig, Ulrich Koch, Michael Speier, Adolf Endler, Steffen Popp, Ulrich Koch, Dirk von Petersdorff, Levin Westermann, Elisabeth Langgässer, Kerstin Preiwuss, Harald Hartung, Ulrike Almut Sandig, Norbert Lange, Nadja Küchenmeister, Clemens Eich, Michael Speier, Volker Sielaff, Vor­wort des Herausgebers, 297 Sei­ten, Klappenbroschur, poetenla­den Verlag, Leipzig 2011.
  6. Hel ToussainT: Nachbarin Dimitrowa. (Schock Edition Fünf mal zwölf Gedichte Herausgegeben von Kai Pohl)
  7. Axel Helbig (Hg.) · Ostragehege. Die literarische Arena, 62. Ausgabe, Zeitschrift für Literatur und Kunst, mit Gedichten von Thomas Böhme, Kerstin Hensel, Daniela Seel u.a., 76 Seiten, Bro­schur, Literarische Arena e. V., Dresden 2011.
  8. Angelika Hentschel: Unerhörte Zeiten. Esslingen: Civitas Imperii Verlag 2011.
  9. Rolf Hermann ∙ Kurze Chronik einer Bruchlandung, 101 Seiten, Klappenbroschur, Verlag X-Time, Bern 2011.
  10. Rainer Hesse ∙ Sternenlicht und unberührter Schnee, 112 Seiten, Broschur, Lyrikedition 2000 · Allitera Ver­lag, München 2011.
  11. Fermín Higuera ∙ Ich möchte ans Meer gehen – Yo quiero ir al mar. Gedichte 1982-2006. [zweisprachig]. Aus dem Spanischen von Juana und Tobias Burghardt. 179 Seiten, broschiert, Edition Delta, Stuttgart 2011.
  12. Michael Hillen · Beschattete Erinnerungen, 36 Seiten, geheftete Broschur, Silver Horse Edi­tion, Marklko­fen 2011.
  13. Herbert Hindringer ∙ Judith Sombray ∙ Nähekurs, 48 Seiten, Broschur, fixpoetry.Verlag, Ham­burg 2011.
  14. Hadayatullah Hübsch: Das Vergessen ist die Mutter der Verwahrlosung. Gedichte, mit Linolschnitten von Frank Wildenhahn (Frontispiz, signiert / Umschlag)Vorbemerkung: Hendrik Liersch (signiert). 56 Seiten, 100 Exemplare, Handsatz (Texte) und Maschinensatz(Vorbemerkung), ISBN 978-3-942280-12-9. 16,-
  15. hochroth Nr. 3, Herausgegeben von G. H. H. Beiträge von Walter Famler, Joachim Sartorius, Caspar Wündrich, Benoît Gréan, Gert Pehling, René Haddad, Ilarie Voronca, Piet de Moor, A. S. J. Tessimond. hochroth Verlag 2011.
  16. Robert Hodel (Hg.): Hundert Gramm Seele. Deset deka duše. Serbische Poesie aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hg. u. übertragen von Robert Hodel. Leipziger Literaturverlag 2011. 316 S.
  17. Florian Höllerer (Hg.): Ulf Stolterfoht: handapparat heslach. Quellen, Dokumente und Materialien. roughbook 018. Berlin, Rettenegg, Stuttgart und Solothurn, November 2011. 32 S.
  18. Georg Hoprich ∙ Bäuchlings legt sich der Himmel, Nachwort von Bertram Reinecke, 101 Seiten, Broschur, Verlag Reinecke & Voß, Leip­zig 2011.
  19. Horn, Hans: Niemand zahlt mir ein Bier. (Schock Edition Fünf mal zwölf Gedichte Herausgegeben von Kai Pohl)
  20. Horn, Katja: Abseitsmoral. (Schock Edition Fünf mal zwölf Gedichte Herausgegeben von Kai Pohl)
  21. Norbert Hummelt · Pans Stunde, 91 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Luchterhand Lite­raturverlag, München 2011.
  22. Laura (Riding) Jackson, Christian Filips und Monika Rinck: PARA-Riding. roughbook 015, Berlin und Solothurn, September 2011. 190 S.
  23. Franz Janowitz · Auf der Erde. Gedichte (edition grillenfänger 28). 56 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  24. Mathias Jeschke: Das Gebet der Ziege. Mit einem Nachwort von Arne Rautenberg. 80 S., Klapenbroschur, 14,90 EUR (= Blaue Reihe, Bd. 5).
  25. Nina Russo Karcher • Manchmal berührt mich das Dunkel, zweisprachige Ausgabe, ins Italienische übertragen von Fausto Romanato, Vorwort von Sonja Viola Senghaus, 186 Seiten, Broschur, Pop Verlag, Ludwigsburg 2011.
  26. Adrian Kasnitz, Schrumpfende Städte, luxbooks 2011.
  27. Sebastian Kleinschmidt (Hg.): Sinn und Form 63. Jh. H. 6/ 2011. Adam Zagajewski: Ich kann keine Erinnerung an Czesław Miłosz schreiben. Angela Krauss: Das im Leben verborgene Gedicht. Michael Mertes über John Donne. Igor Pomeranzew: Gespräch mit Joseph Brodsky über John Donne. Gespräch mit Richard Wagner. Gedichte von Esther Kinsky, John Donne, Joseph Brodsky.
  28. Heinrich von Kleist. Poesiealbum 296. Hg. Richard Pietraß, Auswahl Arno Pielenz, Grafik Josef Hegenbarth. Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2011. 30 S.
  29. Thomas Kling, „Das brennende Archiv“, Unveröffentlichte Gedichte, Briefe, Handschriften und Photos aus dem Nachlaß sowie zu Lebzeiten entlegen publizierte Gedichte, Essays und Gespräche, zusammengestellt von Norbert Wehr und Ute Langanky, Schreibheft. Zeitschrift für Literatur, Nr. 76, Februar 2011
  30. Hubert Klöpfer (Hg.) · Wetzstein Gedichtekalender 2012, faksimilierte Ab­schriften des Auto­graphen Tho­mas Bader mit Gedichten von Ingeborg Bachmann, ∙ Bertolt Brecht, ∙ Joseph von Ei­chendorff, ∙ Marie von Ebner-Eschenbach, ∙ Theodor Fontane, ∙ Stefan George, ∙ Johann Wolfgang von Goethe, ∙ Heinrich Heine, ∙ Her­mann Hesse, ∙ Friedrich Hölderlin, ∙ Christoph Meckel, ∙ Conrad Ferdinand Meyer, ∙ Rainer Maria Rilke, ∙ Theo­dor Storm ∙ Georg Trakl, 24 Blätter, 24 x 45 cm, Ringbindung, Klöpfer & Meyer, Tübingen 2011.
  31. Synke Köhler, waldoffen, 73 Seiten, Broschur, Lyrikedition 2000 · Allitera Verlag, München 2011.
  32. Ko Un: Blüten des Augenblicks. Übersetzt von Hans-Jürgen Zaborowski. Suhrkamp. 154 Seiten.
  33. Alfred Kolleritsch, Günter Waldorf (Hg.): manskripte, Zeitschrift für Literatur. Nr. 194/ Dezember 2011, 154 S. Lyrik von Ronald Pohl, Marcus Pöttler, Elke Erb, Walle Sayer, Willi Hengstler. Prosa von Yoko Tawada, Elfriede Jelinek u.v.a. Essays von Klaus Hoffer, Jürg Laederach, Andreas Unterweger, Klaus Peter Dencker.
  34. Thomas Kraft (Hg.): Rock Lyrik. Mit Konzertfotografien von Helmut Ölschlegel. München: dtv 2011. 128 Seiten. Gedichte von Marcel Beyer, Friedrich Ani, Helmut Krausser, Lydia Daher u.v.a.
  35. Erika Kronabitter (Hg.): Feldkircher Lyrikpreis 2011. Gedichte. 150 Seiten. edition art science, St. Wolfgang. Reihe: Lyrik der Gegenwart, Band 14.
  36. Jürgen Kross ∙ unverwandt, 109 Seiten, Broschur, Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2011.

45. Zwei iranische Dichter verunglückt

Am Rande der Pressekonferenz des „Internationalen Festivals der Kulturfoschung des Jahres“ (6. Fajr-Lyrikfestival) drückte der für Lyrik zuständige Stellvertreter des Ministers für Kultur und Islamische Unterweisung  Yahya Talebian sein Beileid zum tragischen Tod des Dichters Gholamreza Barusan, seiner schwangeren Frau, Elham Eslami, die ebenfalls Dichterin war, und ihrer sechsjährigen Tochter. / Iran Book News Agency

44. Gedichte mit 16

Georg Stefan Troller im Interview mit Henryk M. Broder, Die Welt:

Wer mit 16 Gedichte schreibt, ist ein Kind, wer mit 40 Gedichte schreibt, ist ein Poet. Wenn man mit 16 keine Gedichte schreiben kann, dann braucht man gar nicht an eine literarische Karriere zu denken. Damals strömte es nur so aus mir heraus, bis ich etwa 30 war. Dann hörte es mit den Gedichten auf.