Norbert Hummelt bereist die Oder, gruselt sich über „Pommernbrötchen“ (aber der des Englischen nicht mächtige Kunde hat vielleicht einfach für neudeutsche „Power-Brötchen“ „Poower-Brötchen“ gesagt, so ungebildet ist dort das Volk?), findet in der von den Preußenkönigen begradigten Oder ein Bild für Preußens Militarismus und entdeckt die Herkunftslandschaft des Dichters Benn:
Pfarrer Benn hätte hier nichts mehr zu tun, und mangels Sprachkenntnis wissen wir nicht, wie wir uns nach ihm erkundigen sollen. Aber dann entdecke ich nördlich der Strasse den Durchgang zu einem schilfbestandenen kleinen See. Ein hysterisch kläffender Hund und ein erschreckt auffliegender Fasan können mich nicht abhalten, denn ich glaube, ich habe die Szenerie erkannt: «Es ist ein Knabe, dem ich manchmal trauere, der sich am See in Schilf und Wogen liess.» Anstelle der im Gedicht genannten Brücke findet sich ein morscher Steg, der ebenso fast im Wasser versinkt wie das am Ufer anliegende Boot. Und dass sich das Haus an der Strasse als – heute katholisches – Pfarramt zu erkennen gibt, will meine kleine Eroberung bestätigen. «Der Garten in polnischem Besitz, die Gräber teils-teils, aber alle slawisch», befindet Benn in einem weiteren Gedicht, das lapidar erklärt: «Oder-Neisse-Linie für Sarginhalte ohne Belang».
Die Presse berichtet:
Auf die Frankfurter Bibliothek stieß sie im Internet, als sie der Frage nachging, wo überhaupt noch Gedichte publiziert werden. Nur ein einziges schickte sie ab – der Testballon kam gut an. [XY] ist nun verewigt, in einer weitverbreiteten Lyrikpublikation, die in den weltweit bedeutendsten Bibliotheken eingestellt ist.
Ich fürchte, mit dem letzten Teilsatz hat die Zeitung recht. Wieviele von den 500 Lyrikveröffentlichungen des letzten Jahres in den Bibliotheken der Welt „eingestellt“ sind, fragen wir lieber nicht. Vielleicht glauben die Bibliothekare in den weltweit bedeutendsten Bibliotheken ja, mit dem dicken Band einen guten Querschnitt zu bekommen. Es gibt eine Abteilung für sie, in Dantes Hölle, das ist klar.
Und bestimmt kommt jetzt jemand daher, der uns erklärt, daß die Lyrik selbst schuld ist, wenn sie nicht in den bedeutendsten Bibliotheken eingestellt wird.
Der gebürtige Passauer Lyriker Herbert Hindringer (37), der seit 2005 in Hamburg lebt und als Sozialpädagoge in einer Einrichtung für psychisch Kranke arbeitet, und seine Partnerin Judith Sombray (32), Diplom-Designerin aus Augsburg, haben sich der Aufgabe gestellt [Liebe in Worte zu fassen]. In Form von 24 Gedichten gestalteten sie ihren „Nähekurs“, abwechselnd eines von ihr, das nächste von ihm. Das ist kein Dialog, das ist gleichberechtigte Abwechslung. Kurz genug, reimlos, mit variierender Versform und steter Klarheit. / Eva Müller, Passauer Neue Presse
Die Zeitung druckt ein Interview mit beiden Autoren:
Wie unterschieden sich Ihre Gedichte?
Sombray: Bei Herberts Gedichten sieht man, dass sie sehr gleichmäßig sind und meine oft nicht so ordentlich.
Trifft diese Ordnung und Unordnung auch auf Sie selbst zu?
Sombray: Lustigerweise ist es genau umgekehrt.
Hindringer: Im Prinzip stimmt das schon genau. Ich bin im echten Leben unglaublich unordentlich, bei den Texten will ich schon fast zwanghaft Symmetrie herstellen. Bei Judith ist es umgekehrt − sie ist sehr ordentlich und fast zwanghaft und bei den Gedichten . . .
Sombray: . . . da geht es mir mehr um die Worte.
„Nähekurs“, Fixpoetry Verlag, 10 Euro, ISBN 978-3-942890-09-0
Mit den Lyrikbänden der beiden Debütanten Anne Dorn (siehe Besprechung von Jürgen Brôcan) und Michael Fiedler offeriert die neue Lyrikreihe des Poetenladen-Verlages direkt zum Auftakt die ganze Bandbreite der deutschen Gegenwartslyrik. Während es sich bei Anne Dorn um eine vertraute, wenn auch vergleichsweise wenig publizierte Stimme herkömmlicher, besser: geläufiger Dichtung handelt, hat man es bei Michael Fiedler mit einem experimentellen Dichter der jüngeren Generation zu tun, wiewohldie Methoden, derer sich Fiedler bedient, wie den „Cut“, nun auch bereits auf eine über fünfzigjährige Tradition zurückgehen, als die Beat-Generation – und namentlich ihr Vertreter William S. Burroughs – mit Hilfe verschiedener „Schnitttechniken“ (neu zusammenzusetzenden Versatzstücken aus Zeitungen, Plakaten, Büchern etc.) ihre Vorstellungswelten auszutricksen suchten, um den a priori durch Vorurteile begrenzten Bahnen des eigenen Bewußtseins zu entkommen; – eine Methode, den Zufall und die moderne Montage in die Literatur einzubeziehen, um dann eine Interaktion mit eben diesen gesichteten „Fertigteilen“ hervorzubringen. Solche Autoren haben es traditionell schwer. Ihre Werke unterliegen oft dem Verdacht der Unverbindlichkeit oder Beliebigkeit, der Leser fühlt sich nicht abgeholt; einen Identifikationswillen aufzubringen erscheint immer dann fragwürdig, wenn zwischen zwei Buchdeckeln nicht entweder ein semantisch nachvollziehbares geschlossenes System von Weltbetrachtung vorgefunden oder wenigstens eines erfunden wird. …
Fiedlers Texte sind alles andere als ein willkürliches Spiel, sie sind es vielleicht für eine gewisse Zeit während des Vorarbeitens, ehe sich dann aus der Montagetechnik etwas eröffnet und zu neuen Sichtweisen führt. Man muß sich schon ein wenig hineinarbeiten in die 31 Gedichte, die in die drei Kapitel „von vielerlei Keimen geschwollen, besingt jeder, was er liebt“, „niemand weiß, warum wir uns zuhören“ und „während die Ziegen noch klettern auf buschwerkbestandenen Felsen“ unterteilt sind. Und die Gedichte sind überdies so wenig voneinander abgegrenzt, daß man die drei Kapitel auch als drei Langgedichte verstehen könnte. Überhaupt liebt Fiedler das Vexierspiel. / Dominik Dombrowski, Fixpoetry
Es ist nicht weiter verblüffend, dass ausgerechnet ein New Yorker Filmemacher Dantes Hölle nachbaut, denn der angelsächsische Raum pflegt bis in die jüngste Gegenwart hinein eine besondere Vorliebe für „Die Göttliche Komödie“. Jeder kennt sie, und sie ist Bestandteil der Moderne. Ezra Pound bezieht sich mit seinen Cantos auf den italienischen Dichter, T.S. Eliot widmet „The Waste Land“ seinem Lehrmeister Pound mit dem Dante-Zitat „Il miglior fabbro“ und variiert im gesamten Zyklus zahlreiche Motive Dantes. James Joyce beruft sich mit schöner Regelmäßigkeit wieder auf Dante, und Samuel Beckett trug sein Leben lang eine Taschenbuchausgabe der Göttlichen Komödie mit sich herum. …
Deutschland war bis ins 20. Jahrhundert hinein führend in der Dante-Forschung, aber im Unterschied zu England und den USA wird die „Göttliche Komödie“ jenseits akademischer Pflichtübungen heute kaum noch gelesen. …
Deutschland war bis ins 20. Jahrhundert hinein führend in der Dante-Forschung, aber im Unterschied zu England und den USA wird die „Göttliche Komödie“ jenseits akademischer Pflichtübungen heute kaum noch gelesen. Auch deshalb ist es begrüßenswert, dass in den letzten Jahren zwei neue Übersetzungen erschienen sind. Neben der – noch nicht ganz abgeschlossenen – überaus geglückten, einfallsreichen Prosaübertragung von Hartmut Köhler im Reclam-Verlag liegt jetzt bei S. Fischer eine schön aufgemachte, zweibändige Ausgabe von Kurt Flasch vor. Seiner ebenfalls reimlosen Übersetzung stellt er einen Kommentarband zur Seite. …
Flaschs Entscheidung für Prosa ist richtig. Bei den Blankversen berühmter Übersetzungen von Karl Vossler und Hermann Gmelin stellt sich mittlerweile eine Art Schunkelgefühl ein, welches wenig mit dem vorantreibenden Endecasillabo des Originals zu tun hat. Die Besonderheit des italienischen Elfsilbers ist ohnehin nicht übertragbar. / Maike Albath, Die Welt
Dante Alighieri: Commedia. Bd.1: Commedia, in dt. Prosa; Bd.2: Einladung, Dante zu lesen von Kurt Flasch. Hg. und übersetzt von Kurt Flasch. S. Fischer, Frankfurt/M. 736 S., 98 Euro.
Am Sonntag begeht Freunde den 90. Geburtstag des Lyrikers Walter Werner, der 1995 gestorben war.
„Für mich ist Walter Werner der bedeutendste Dichter Südthüringens des 20. Jahrhunderts“, sagt Holger Uske. „Seine Lyrik greift weit über bloße Landschaftslyrik hinaus und bringt auch die in dieser Landschaft Lebenden ins Bild, die aktive Auseinandersetzung mit dem Leben in dieser Landschaft und dieser Zeit. Meinen Beitrag habe ich unter den Titel Sprechend wiederkehren gestellt.“ / Karsten Jauch, Thüringer Allgemeine 21.1.
Am Ursprung der Kling’schen Autorschaft steht, so will es die biographische Legende (1), zunächst nicht der schreibende Autor, sondern der Leser. Prägnant formuliert hat Kling diese Herkunft aus der Lektüre – und damit, wie zu sehen sein wird, aus der großväterlichen Bibliothek – in einem meines Wissens bisher unpublizierten poetologischen Kurzessay; weitere Formulierungen gingen voran und folgten. Zum Einstieg bietet sich die unpublizierte Version der Legende an.
1)
Als ›biographische Legende‹ sei hier und im Folgenden eine spezifische Praxis der Autorinszenierung verstanden (zu Autorinszenierungen vgl. zuletzt Christoph Jürgensen / Gerhard Kaiser (Hg.): Schriftstellerischer Inszenierungspraktiken – Geschichte und Typologie. Heidelberg 2011), die als Selbstzuschreibung von Biographemen durch den Autor bestimmt werden kann. Der Begriff geht zurück auf Boris Tomaševskij, der bemerkt, das Dichter ihren Werken »ideale biographische Legenden [vorausschicken]«; diese stellen »die literarische Konzeption des Lebens des Dichters dar, eine Konzeption, die notwendig ist als wahrnehmbarer Hintergrund des literarischen Werks« (Boris Tomaševskij: Literatur und Biographie. In: Texte zur Theorie der Autorschaft. Hg. und kommentiert von Fotis Jannidis u.a. Stuttgart 2000, S. 49‐61, hier: S. 57). Im Zusammenspiel mit anderen Selbst‐ und Fremdinszenierungen konstituieren biographische Legenden das, was man mit Ludwig Fischer ›Autorfigur‹ nennen kann (Ludwig Fischer: Der fliegende Robert. Zu Hans Magnus Enzensbergers Ambitionen und Kapriolen. In: Christine Künzel / Jörg Schönert (Hg.): Autorinszenierungen. Autorschaft und literarisches Werk im Kontext der Medien. Würzburg 2007, S. 145‐175, insbes. die theoretischen Reflexionen S. 147ff.).
Aus: Trilcke, Peer: Historisches Rauschen. Das geschichtslyrische Werk Thomas Klings
The Historical Poetry of Thomas Kling
Dissertation (PDF, 4.817 KB) |
Fünfzehn Jahre ist der Komponist Pascal Dusapin mit der Idee schwanger gegangen, Gedichte von Friedrich Nietzsche zu vertonen. … Entstanden ist so ein Zyklus von 23 Liedern und vier Klavier-Interludien, den Dusapin (der auch Regie führte) und Nigl gemeinsam mit der Pianistin Vanessa Wagner in Form eines szenischen Liederabends in Paris und Luxemburg zur Uraufführung brachten. / Kultiversum/Opernwelt
„Nicht verstanden, sondern gehört werden wollen diese Gedichte!“, sagt der bayerische Komponist Wilhelm Killmayer über die Poesie Friederich Hölderlins. Weil Killmayer Musiker ist, wird er mit seinem Diktum nicht nur die Schönheit des hölderlinschen Sprachklangs gemeint haben – schließlich hat er einige Gedichte aus der Spätzeit des großen Poeten vertont. Killmayers „Hölderlin-Lieder“ für Tenor (Gesang: Simon Bode) und Klavier erklingen am Sonnabend im Rahmen eines ausschließlich Hölderlin gewidmeten Abends in der NDR-Reihe „das neue werk“. / Hamburger Abendblatt
Niemand, der in der DDR ernsthaft gelesen habe, sei an Kunze vorbeigekommen, erinnerte MZ-Redakteur Christian Eger in seiner Einführung. Diese Rückbesinnung macht die Texte Kunzes natürlich noch wertvoller. Aber man kann auch als jüngerer und auch als westdeutscher Mensch seine Freude haben an der „Zartheit der Gedichte“ (Eger), am Humor und an der Weisheit des Schriftstellers. Und natürlich an seiner politischen Standfestigkeit, die ganz anders aussah, als die DDR-Oberen es gewollt hatten. / ANJA HEROLD, Mitteldeutsche Zeitung
Es war an der Zeit, diesen Lyriker kennenzulernen. Seit über vierzig Jahren hat er, auf erfrischend unakademische Weise und in Personalunion von Dichter, Übersetzer, Herausgeber und Kritiker, der amerikanischen Poesie höchst lebendige Impulse gegeben, dabei immer auf Abstand zu den Moden des Augenblicks bedacht. Eine gelungene Auswahl des Whitman-Übersetzers Jürgen Brôcan stellt ihn nun im Rahmen der reizvollen Edition Lyrik-Kabinett bei Hanser erstmals dem deutschsprachigen Publikum vor. Und bei der Lektüre wird klar: Clayton Eshleman hat es in sich. …
Die Höhle selbst, Tor zu den Mysterien des Unbewussten, Zugang zur verleugneten Macht des Weiblichen, den eine in Stein gravierte Vulva bezeichnet, wird denkbar körperlich erfahren. Ihre Gänge sind wie mit Tierhaut ausgekleidet, einmal geht ein Liebesakt ihrem Betreten voraus; ihre Enge erlöst von der Enge moderner Existenz. Das Eindringen in diesen Temenos oder heiligen innersten Bezirk bedeutet für den Dichter die endgültige Befreiung aus dem Gefängnis des (puritanischen) Ich, Teilhabe an jener Kraft, «die uns die Cro-Magnons hinterliessen: / um einen Altar aus unseren Kehlen zu machen.» Es ist eine erotisch-poetische Kraft, die gerade beim Sich-Versenken in ein weibliches Bewusstsein – so bei Betrachtung der schlafenden Frau des Dichters oder des Lebens der tragischen Unica Zürn – eine grossartige, surreale Bildflut entfesselt. Solche Dichtung versteht sich als dionysische «Groteske». / Werner von Koppenfels, NZZ 19.1.
Clayton Eshleman: Die Friedhöfe des Paradieses. Ausgewählte Gedichte 1974–2010. Aus dem Amerikanischen von Jürgen Brôcan. Edition Lyrik-Kabinett bei Hanser, München 2011. 98 S., Fr. 22.90.
(und Rez. moniert die Einsprachigkeit und plädiert entschieden mit schlagenden Beispielen für zweisprachige Ausgaben, wie wahr!)
20.1. – 19.2.2012
Die Ausstellung „Text und System“ beinhaltet eine Gegenüberstellung von Arbeiten bildender Künstler und Literatur.
Dabei geht es nicht um motivische Ähnlichkeiten, sondern um eine ähnliche gedankliche Struktur, die Literatur und Kunst gemeinsam haben können. Die Ausstellung selbst zeigt eine Reihe konzeptioneller Arbeiten, die sich im weitesten Sinne mit der Erforschung von Wirklichkeit und deren Untersuchung beschäftigt. Dahinter steht auch die Tatsache der unzulänglichen Erkenntnisfähigkeit des Menschen bzw. der Erkenntnis, dass weniger die Welt als vielmehr die Kontruktion von Welt existiert. Verschiedene Künstler begeben sich also auf die Suche nach Wirklichkeit oder untersuchen die Konstruktionsprinzipien von „Wirklichkeit“. Künstlerisches Handeln wird also nicht als die Verfertigung eines Kunstwerks gesehen, sondern als eine Untersuchung mit den Mitteln der Bildenden Kunst. Die Medien, die die Künstler dabei benutzen, sind vielfältig (Zeichnung, Video, Installation).
Der beschriebene Forschungsaspekt spielt ebenso in der Literatur von z. B. Bertram Reinicke eine Rolle. Geplant ist daher auch eine Publikation, die diese Haltung sowohl im literarischen, als auch im Bereich der bildenden Kunst zusammenführt.
Vernissage: Fr., 20. Januar 2012, 19 Uhr
Einführung: Christoph Klein
Autorenlesung: Bertram Reinecke, Leipzig
Finissage: So., 19. Februar 2012, 14-18 Uhr
Mit Programm ab 18 Uhr: Texte im Dialog zwischen Systemen und Ansichten.
Künstler.innen noch geheim.
Erstes „Wort-Gast-Spiel“ (vom LiteraturBeTRIEB der www.wortbinderei.de).
Öffnungszeiten:
Zentrifuge Auf AEG
Muggenhofer Str. 141, 90419 Nürnberg
www.zentrifuge-nuernberg.de
Wie erst jetzt bekannt wurde, ist die Lyrikerin Astrid Claes (Gehlhoff-Claes) bereits am 1. Dezember 83jährig in einem Pflegeheim gestorben. Die Rheinische Post schreibt in ihrem Nachruf:
Wer an Astrid Gehlhoff-Claes denkt, muss sogleich an Gottfried Benn denken. Das ist ungerecht gegenüber dem sehr eigenständigen Werk der Lyrikerin; aber diese Beziehung ist eben auch ein Markstein ihrer literarischen Entwicklung. Als erste in Deutschland hatte Gehlhoff-Claes über Benns Sprachstil promoviert. Der Dichter suchte die Nähe der jungen Forscherin, las ihre Gedichte und geriet in Verzückung. „Ich wollte, es wäre von mir“, urteilte er ziemlich pompös über eins ihrer Gedichte. / Lothar Schröder, Rheinische Post online
Eintrag bei Wikipedia / Rheinallee / Rezension von Benns Briefen an Astrid Claes, FAZ / Googles Vorschau mit Gedichtbeispiel
Wieder einmal wurde um ein Gedicht gestritten, das unerlaubt verwendet wurde – diesmal in einem Gemeindeblättchen, das zudem als PDF-Version im Internet hinterlegt war. …
Hinsichtlich des Schadensersatzes hat das Landgericht Potsdam auf die Honorartabelle des DJV zurückgegriffen, Abschnitt “Kurzgeschichten”, was in diesem Fall zu einer fiktiven Lizenzgebühr in Höhe von 200 Euro führte. Die Ansicht erscheint durchaus vertretbar, wobei Verfasser von Gedichten die Wahl haben – die Lizenzanalogie macht jedenfalls dann Sinn, wenn man keine konkreten Verträge vorlegen kann. Wer dagegen regelmäßig Gedichte veräußert, wird eher seine üblichen Gebühren verlangen, was sich bei einem “professionellen” Verfasser von Gedichten auch eher lohnen wird …
Der Streitwert wurde in der Sache überraschend hoch angesetzt mit 28.000 Euro. / Rechtsreferendar Jens Ferner
Neueste Kommentare