115. Brasch fräste

Anders als die Zeit in der Kadettenschule, wohin der ehrgeizige Funktionärsvater Horst Brasch seinen ältesten Sohn im Alter von elf geschickt hatte und wo der Drill ihn fast zerbrechen ließ, hat die dreijährige Arbeit als Fräser im Berliner Transformatorenwerk „Karl Liebknecht“ sein Schreiben ähnlich intensiv wie die Lektüre von Büchern geprägt und inspiriert. Sie hat seine Texte härter und sparsamer gemacht, Brasch feilte nicht mehr, er fräste, was sich nachvollziehen lässt im Buch, wenn man die ersten Fassungen der Gedichte mit den endgültigen vergleicht. Immer wurde da weggehauen, was beim Vergleich der Fassungen bis auf wenige Ausnahmen als überflüssig einleuchtet. In dieser Ausgabe lässt sich auch ablesen, wie sorgsam die Gedichtbände komponiert waren. „Der schöne 27. September“ von 1980 zum Beispiel. Und von welch immenser Produktivität die ersten Jahre im Westen waren.

Man braucht kein Wissen um die Herkunft des Autors, um die Gedichte zu verstehen. Sie lassen sich als Identitätssuche lesen, das macht sie universell und auch für Jüngere, die ihn nicht mehr oder noch nicht kennen, interessant. Die Texte sind an Brecht, vor allem seinen frühen Gedichten geschult, an Heiner und auch Inge Müller, an Shakespeare. Brasch beherrschte, auch durch die stetige Übung an den Nachdichtungen, die ganze Klaviatur gebundener Verse, lang oder kurz, Blankverse oder frei. Und immer ist da auch das einsame Kind: Paul allein auf der Welt, der eines Morgens aufwacht, und niemand ist mehr da. / Annett Gröschner, Die Welt

Thomas Brasch: „Sie nennen das Schrei“. Gesammelte Gedichte. Hrsg. v. Martina Hanf u. Kristin Schulz. Suhrkamp, Berlin. 1030 S., 49,95 €.

114. Strohhalm, Stützbalken

Der mit vielen Preisen ausgezeichnete schwäbische Dichter Walle Sayer unternimmt in seinem jüngsten Gedichtband „Strohhalm, Stützbalken“ erneut die Vermessung dessen, wozu andere leichthin oder verlogen „Heimat“ sagen. Und er reflektiert in diesem „Fokus“ zugleich die Bedingungen der Perspektive, das ambivalente Wechselspiel von Nähe und Abstand als wesentlich für sein Schreiben. „Ein Kolumbus sein / der den Ort entdeckt / in dem er lebt seit fünfzig Jahren.“ / Andreas Kohm, Badische Zeitung 29.6.

Walle Sayer: Strohhalm, Stützbalken. Gedichte. Verlag Klöpfer und Meyer, Tübingen 2013.116 Seiten, 16 Euro.

113. Weltklugheit

114.

Nie ein Mitbewerber seyn.

Jeder Anspruch, dem Andre sich entgegenstellen, schadet dem Ansehn: die Mitbewerber streben sogleich uns zu verunglimpfen, um uns zu verdunkeln. Wenige Menschen führen auf eine redliche Art Krieg. Die Nebenbuhler decken die Fehler auf, welche die Nachsicht vergessen hatte. Viele standen in Ansehn, so lange sie keine Nebenbuhler hatten. Die Hitze des Wettstreits ruft längst abgestorbenen Schimpf ins Leben zurück und gräbt die ältesten Stänkereien wieder aus der Erde. Die Mitwerbung hebt an mit einem Manifest von Verunglimpfungen und nimmt nicht was sie darf, sondern was sie kann zur Hülfe. Und wenn gleich oft, ja meistens die Waffen der Herabsetzung nicht zum Zwecke führen; so suchen wenigstens durch solche die Gegner die niedrige Befriedigung der Rache, und schütteln sie dermaaßen in der Luft, daß von beschämenden Unfällen der Staub der Vergessenheit herabstiegt. Stets waren die Wohlwollenden friedlich und die Leute von Ruf und Ansehn wohlwollend.

Balthasar Gracian
Gracian’s Orakel der Weltklugheit
Leipzig: Philipp Reclam jun. 1890
(Arthur Schopenhauer’s handschriftlicher Nachlaß 1)

112. Paid Content

Lyrik mit Lektor, ohne Lovemobil. Paid Content. Um diesen Artikel weiterzulesen, melden Sie sich bitte an oder wählen eines der unten aufgeführten Bezahlmodelle.

Geistige Gummibärchen sind eine gelegentliche Kolumne zur Poesie des Medienspeak

111. Besser als heute Morgen

Gerade wo man dachte, mit der Kultur geht’s nur noch bergab, da entscheidet sich eine mutige Gruppe Chemnitzer, etwas für das Land der Dichter und Denker zu tun: Sie veröffentlichen eine Lyrikzeitung. Mit viel Enthusiasmus und wenig Vorbehalten vor Medium oder Genre machten sie sich ans Werk: Christian Gesellmann, Matthias Zwarg, Martin Rüdiger, Frank Weißbach, Mathilde Schliebe und Frank Roscher. Sie fragten Freunde und Bekannte und erstaunlich viele von ihnen hatten Gedichte in der Schublade. Aus 70 Einsendungen wählten sie nach eigenem Gusto 30 teils internationale Werke aus. „Besser als heute Morgen“ heißt das Produkt, in dem sie nun gedruckt wurden. Herausgekommen ist kein Kanon von Lyrik, die man gut finden soll, sondern ein facettenreicher Querschnitt dessen, was junge und gestandene Autoren (etwa der preisgekrönte Andreas Altmann) für zeitgemäße Lyrik halten. Und auch nicht in einem schmucken Leinenbändchen, sondern in einer ganz normalen Zeitung im rheinischen Format (wie der BLICK). „Wir wollten etwas Schönes machen“, sagen die Herausgeber. Und etwas, das den Alltag bereichere. Nun warten 3.000 Exemplare auf die Chemnitzer Leser, für kleine 80 Cent sollen sie ihnen auf dem Weg zur Arbeit den Tag verschönern. / Blick 3.4.

Die Gruppe junger Chemnitzer, die sich in ihrer Freizeit zusammenfand, „Besser als heute Morgen“ zu produzieren, sagt, das Ziel war, etwas Schönes zu machen. Das darf als gelungen betrachtet werden. Eine Fortsetzung ist angedacht. / Blick 8.5.

110. Eterna Cadencia

‚Eterna Cadencia‘, ein kleiner Verlag aus Buenos Aires, sieht in der Langlebigkeit des Buchs ein ärgerliches Lektürehindernis, unter dem vor allem junge Autoren zu leiden hätten. Ihre Karriere hänge von der unmittelbaren Resonanz ihrer Werke ab, es nütze ihnen wenig, wenn ihre Bücher erst nach mehreren Jahren aufgeschlagen werden. Also hat sich der Verlag ein neues Buchformat ausgedacht, dessen eigens entwickelte Druckfarbe sich nach dem ersten Kontakt mit Licht und Luft langsam auflöst: Nach 60 Tagen ist der gesamte Text verschwunden. Der Leser des ‚Buchs, das nicht warten kann‘ (‚El libro que no pueda esperar‘) muss sich entscheiden: gleich lesen oder gar nicht. / Carlos Spoerhase, Süddeutsche Zeitung 20.6.

109. Geburtstag

Am 27.6. 1925 wurde Frank O’Hara geboren. Zitat zum Gedenken:

oh god it’s wonderful
to get out of bed
and drink too much coffee
and smoke too many cigarettes
and love you so much.

(Hier das ganze Gedicht, „Steps“)

108. Lyriksommer

Der „Lyriksommer“ im Deutschlandradio Kultur vom 14. Juli bis 31. August schöpft aus dieser Vielfalt und präsentiert in den Sendungen der Literatur u.a. Poesie aus Dänemark, dem Iran oder aus den USA.
Dabei spielen unterschiedlichste Traditionen und alle nur denkbaren Stile eine Rolle: Michèle Métails spielerische Lautpoesie ist zu hören, Hart Cranes klingender und zersplitterter Schlüsseltext der Moderne, eine Hymne auf die Brooklyn Bridge oder Landschaftspoesie aus Großbritannien. Wir zeigen das Weiterwirken von Baudelaire, die Inspirationsquellen für poetische Bildwelten der Gegenwart oder wie und wovon Dichter heute überleben.

Zum Auftakt des „Lyriksommers“ diskutieren wir mit neuen Verlagen. Sie publizieren vorwiegend junge Stimmen und übersetzen längst überfällige Titel. Ob man überhaupt – z.B. Ezra Pound – übersetzen kann, ist eines von vielen Themen. Lyrikzeitschriften verlagern sich verstärkt ins Internet. Wie seine Lyrikplattformen macht das Radio seit jeher den speziellen Sound einer Dichterin oder eines Dichters hörbar – während des „Lyriksommers“ auf vielen Plätzen in unserem Programm – u.a. täglich in der frühen „Ortszeit“, aber auch in den Lesungen am Samstag.

Shakespeare-Sonette oder Arbeiten des russischen Avantgardisten Chlebnikow finden sich in der Sendung „Klangkunst“ wieder, und auch Hörspiel und Musik schließen sich mit etlichen Sendungen dem „Lyriksommer“ an.

Das Programm im Überblick:

Hörspiel – Sonntag, 14. Juli 18.30 Uhr

Rotoradio
Von Ferdinand Kriwet

Regie: Ferdinand Kriwet
Mit: Max Woithe, Janusz Kocaj, Janus Torp, Marian Funk, Ilja Pletner
Ton: Alexander Brennecke
Produktion: DKultur/WDR 2012
Länge: 39’09

Kriwets „ROTOR“ von 1961 ist die unaufhörliche Rede eines namenlosen Ich. Kriwet selbst hat sich an eine Auswahl und neue Zusammenfügung gewagt. Mit fünf jungen Schauspielern werden extrahierte Textteile rhythmisch überlagert, chorisch arrangiert oder den Redefluss demonstrierend collagiert. Ein Annäherungsversuch an das eigene Erstlingswerk von vor 50 Jahren.

Literatur – Dienstag, 16. Juli 19.30 Uhr

Spezialisten im Abseits?
Deutschlands DichterInnen

Zum Auftakt des Lyriksommers eine Diskussion
Moderation: Barbara Wahlster
Lyrik ist Rhythmus und Klang, macht Vertrautes fremd, sorgt für Verblüffung und liefert Erkenntnisse – oft blitzschnell und prägnant.

Literatur – Samstag, 20. Juli 17.30 Uhr

„Sich selbst verschluckende Sätze“
Hans Magnus Enzensberger liest Gedichte aus dem Band „Kiosk“

Literatur – Sonntag, 21.Juli 0.05 Uhr

Das ganz alltägliche Pathos. Wie Gegenwartslyriker ihre Bilder finden
Von Astrid Mayerle

Literatur – Dienstag, 23 .Juli 19.30 Uhr

Kann man Ezra Pound übersetzen?

Die Literaturwissenschaftler Heinz Ickstadt und Manfred Pfister im Gespräch
Moderation: Kolja Mensing
Antisemit oder großer Dichter? Ezra Pound ist eine der umstrittensten Figuren der künstlerischen Moderne. Seine „Cantos“ sind jetzt vollständig auf Deutsch erschienen

Literatur – Samstag, 27. Juli 17.30 Uhr und 22.30 Uhr

„Ich sagte einmal zu Stéphane Mallarmé“ ein Essay von Paul Valéry
Gelesen von Jürgen Hentsch
RIAS 1993

Erotikon

„Eile Knabe, hole uns muntre Mädchen“
Erotische deutsche Gedichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart
Gelesen von Julia Mohn, Ingo Hülmann, Bernhard Schütz

Literatur – Sonntag 28. Juli 0.05 Uhr

Iranische Ikone der Freiheit
Das radikale Leben und Dichten der Forough Farrokhzad
Von Nicoletta Torcelli

Bis heute eine Vorreiterin der künstlerischen Erneuerung und Inspiration für viele, die im Iran eigene Wege gehen wollen.

Hörspiel – Sonntag, 28. Juli 18.30 Uhr

Auf den Abendengel warten
Von Robert Pinget

Aus dem Französischen von: Gerda Scheffel
Bearbeitung: Friederike Roth
Regie: Otto Düben
Mit: Martin Benrath
Ton: Karlheinz Stoll
Produktion: SDR 1998
Länge: 58’18

Monsieur Mortin und Monsieur Traum scheinen sich nahe gekommen und schließlich identisch geworden zu sein.

Über nichts
Von Robert Pinget

Aus dem Französischen von: Gerda Scheffel
Regie: Otto Düben
Mit: Ernst Jacobi, Traugott Buhre
Ton: Karlheinz Stoll
Produktion: SDR 1989
Länge: 16’49

Zwei Männer, deren Identität im Dunkeln bleibt, führen einen Dialog. Das Treffen kam auf die dringende Bitte des einen hin zustande, scheint aber sinnlos, da er nichts mitzuteilen hat.

Literatur – Dienstag, 30. Juli 19.30 Uhr

Eine Sendung über die französische Lyrikerin und Performerin Michele Métail
Von Clarisse Cossais

Klangkunst – Freitag, 2. August 0.05 Uhr

Velimir oder Chlebnikovs Karneval der Worte
Von Ulrich Land und Bojidar Spassov

Produktion: Deutschlandradio Kultur 2008
Länge: 54’06
Produktionsdatum: 2008
Ursendung: 6. Juni 2008
Mitwirkende: Cristina Ascher – Gesang
Helen Bledsoe – Flöte
Marco Blaauw – Trompete
Melvin Poor – Tuba
Carl Rosman – Bassklarinette
Paul Rosner – Violine
Grzegorsz Stopa – Akkordeon
Bojan Vodenicharov – Klavier
Stimmen: Ulrich Land, Nelly Politt, Mariya Shumylova, Bojidar Spassov
Komposition: Bojidar Spassov und Ulrich Land (54’06)

Zwei Poeme des futuristischen russischen Poeten Chlebnikov (1885-1922) – in der psychiatrischen Klinik geschrieben – gaben den Anstoß zu diesem „Musik-Hörstück für Laut-Sänger, Laut-Sprecher und andere Laut-Quellen“. Für Chlebnikov, der daran arbeitete, die Sprache der Vögel, Geister und Götter zu übersetzen, war Sprache Spiel- und Klangmaterial, ein fantastischer Bauchladen frei wählbarer Phoneme. Das Hörstück ist eine Fortsetzung des Prinzips Chlebnikov mit digitalen Mitteln.

Literatur – Samstag, 3. August 17.30 Uhr und 22.30 Uhr

Briefwechsel
„Herzzeit“ Ingeborg Bachmann und Paul Celan
Gelesen von Johanna Wokalek und Jens Harzer WH

Literatur – Sonntag, 4. August 0.05 Uhr

König Ohneland
Zehn Kapitel über den letzten Dandy der deutschen Literatur
Von Dagmar Just

Ein Denk-Mal aus Thesen und Tönen für den König ohne Volk und ohne Land

Hörspiel – Sonntag, 4. August 18.30 Uhr

Erzählung des Gleichgewichts 4: W
Von Jean Daive

Aus dem Französischen von: Werner Hamacher
Funkeinrichtung und Regie: Ulrich Lampen
Komposition: Ulrike Haage
Mit: Jean Daive, David Bennent
Ton: Alexander Brennecke
Produktion: DKultur 2012
Länge: 87’52

W. ist die Aufschrift auf einem Papierbündel und einem Paket, in dem eine störende Schwester, ein stummer Vater, eine entfernte Mutter auf die Post gebracht und verschickt werden, um vom Adressaten – einem Leser/Hörer – Stück für Stück einverleibt zu werden.

Literatur – Dienstag, 6. August 19.30 Uhr

Bienenstock aus Glas
Drei junge dänische Lyriker
Von Peter Urban-Halle

Dänische Lyrikprojekte in wohlkomponierten Suiten: Geschichten aus der Wirklichkeit und Poetisierungen des Politischen.

Klangkunst – Freitag, 9. August 0.05 Uhr

dNew Looks
Von Cathy Milliken

Produktion: Autorenproduktion für DLRBerlin Dauer: 46’30
Produktionsdatum: 2001/2002
Ursendung: 3. Mai 2002
Klangkomposition
Stimmen: Judith Engel, Franck Ollu und Angie Milliken
Ton: Jo Schlosser
Komposition: Cathy Milliken
Realisation: Cathy Milliken

Die Komponistin Cathy Milliken sammelt mit dem Mikrophon ihre Höreindrücke: Baustellen, Proben, Spaziergänge, Musiken und Naturaufnahmen. Sonette von Shakespeare erzählen von Zeitlosigkeit und dem Vergehen von Zeit, zugleich gliedern und strukturieren sie das akustische Material durch Sprachmelodie und Metrik.

Literatur – Samstag, 10. August 19.30 Uhr und 22.30 Uhr

„Spaziergang zu allen Jahreszeiten“
Reiner Kunze liest Gedichte aus dem Band „ein tag auf dieser erde“

Für Reiner Kunze, der am 16. August 80 Jahre alt wird, ist das Gedicht ‚der Blindenstock des Dichters‘, seine Verse entstehen abseits von den ‚Wühltischen der Sprache‘. Wer eine seiner Lesungen erlebt hat, wird die leise, eindringliche Stimme nicht vergessen.

Erotikon

Liederliche Gedichte – Erotik in Versen
Gelesen von Simone Kabst und Bernhard Schütz
Mit Gedichten u.a. von Rolf Dieter Brinkmann, FC Delius, Erich Fried, Ulla Hahn, Sarah Kirsch, Günter Kunert, Paul Wühr

Literatur – Sonntag, 11. August 0.05 Uhr

„O früher Morgen! Erstes Gras, O Beginn der Liebe“
Der Dichter Bertolt Brecht

Von Lastern und Begierden, vom Zustand der Welt und ihrer Veränderbarkeit, vom Wechsel der Dinge und dem großen Zweifel – Brecht-Songs und -Balladen forever

Hörspiel Sonntag, 11. August 18.30 Uhr

Leopardi oder Das Massaker der Illusionen – Lebenslauf (1)
Fragmente für ein Selbstbildnis aus früher Romantik
Von Giacomo Leopardi

Übersetzung aus dem Italienischen, Bearbeitung und Regie: Heinz von Cramer
Mit: Heiko Senst, Werner Wölbern, Matthias Haase, Gerd Anthoff, Walter Renneisen u.a.
Ton: Günther Kasper
Produktion: WDR 1995
Länge: 64’36

Giacomo Leopardi (1798-1837) gilt neben Petrarca als der größte italienische Lyriker. Heinz von Cramer hat in seiner Textcollage aus Gedichten, Briefen, Notizen, politischen Texten, grotesken, absurden und auch philosophischen Dialogen und Szenen aus Leopardis Gesamtwerk ein Porträt gezeichnet.

Literatur – Dienstag, 13. August 19.30 Uhr

Die Brooklyn-Bridge-Sinfonie
Mit Hart Cranes Poem „Die Brücke“ über New Yorks Wahrzeichen
Von Holmar Attila Mück

Das außerordentliche Bauwerk über den East River, das Mantattan und Brooklyn verbindet, in seiner poetischen Entsprechung.

Literatur – Samstag, 17. August 17.30 Uhr und 22:30 Uhr

Große lyrische Stimmen aus dem Netz (Lyrikline.org)
Zusammengestellt von Barbara Wahlster

Erotikon

„Trunken bin ich vom Kuss der Lippen“
Erotische deutsche Gedichte
Gelesen von Julia Mohn und Viktor Neumann

Literatur – Sonntag, 18 .August 0.05 Uhr

Brot und Lyrik
Wie Lyriker Geld verdienen
Von Dana Ranga

Hörspiel – Sonntag, 18. August 18.30 Uhr

Leopardi oder Das Massaker der Illusionen – Rette sich, wer kann (2)
Fragmente für ein Selbstbildnis aus früher Romantik
Von Giacomo Leopardi

Übersetzung aus dem Italienischen, Bearbeitung und Regie: von Cramer
Mit: Heiko Senst, Werner Wölbern, Matthias Haase, Gertrud Roll, Peter Lieck, Birgit Walter u.a.
Ton: Günther Kasper
Produktion: WDR 1995
Länge: 59’03

Im zweiten Teil des Hörbilds über den Dichter Leopardi sind Passagen aus seinen dramatischen Dialogen und Lehrgedichten eingestreut, in denen sich sein Weltbild, Denken und Empfinden verdeutlichen. Durchzogen von einem nihilistischen und auch ironischen Pessimismus wird scharf und genau Stellung bezogen zu den Phänomenen einer zerfallenden Gesellschaft.

Literatur – Dienstag, 20. August 19.30 Uhr

Die Panflöte des Meister Baudelaire
Junge Dichter und ein großes Vorbild
Von Uta Rüenauver

Literatur – Samstag, 24 .August 17.30 Uhr und 22.30 Uhr

Lesung Jean Krier

Erotikon

Aus „Lucinde“ von Friedrich Schlegel
Gelesen von Falk Rockstroh

Literatur – Sonntag, 28. August 0.05 Uhr

Drei Beispiele britischer Landschaftslyrik
Von Michael Hillebrecht

Hörspiel – Sonntag, 25. August 18.30 Uhr

Ein armer verlassener Mann sieht einen grauen Sonntag im Regen
Von Gottfried Benn

Bearbeitung: Norbert Jochum
Regie: Alfred Behrens
Mit: Peter Roggisch
Ton: Helmut Becker
Produktion: 2000
Länge: 78’44

Gute Regie ist besser als Treue.“ (Gottfried Benn) Aus zahlreichen Briefen an Tilly Wedekind und Elinor Büller sowie aus Briefen an F. W. Oelze und anderen Texten hat Norbert Jochum eine Collage zusammengestellt, die jenes Bennsche Credo auf irritierende Weise beleuchtet.

Literatur – Dienstag, 27. August 19.30

„Immer schon bin ich unzeitgemäß“
Die Dichterin Friederike Mayröcker
Von Andrea Marggraf

107. Fixpoetry zu Horlemann

Der Berliner Horlemann Verlag hat zum 1. Juni den Fixpoetry Verlag, Hamburg, übernommen. Dessen Verlagssitz siedelt an die Spree über.

Fixpoetry wurde vor rund zwei Jahren von Julietta Fix gegründet, die Verlagswebsite wartet zudem mit einem Gästebuch und Podcasts auf. Bisher erschienen rund 15 Titel im Jahr, der Vertrieb wurde von der Verlegerin selbst übernommen, erklärt Horlemann-Verleger Tim Voß. Feste Mitarbeiter habe der Verlag nicht. Da Julietta Fix dies alles nicht mehr allein stemmen wollte, habe sie nach einer anderen Lösung für ihren Verlag gesucht. Mit dem befreundeten Horlemann-Verlag wurde schließlich die Übernahme zum 1. Juni vereinbart. Das Programm passe „inhaltlich gut zu Horlemann“, so Tim Voß, „und es wäre schade, die guten Autoren in die Heimatlosigkeit zu entlassen.“ Über die Konditionen der Übernahme durch Horlemann wurde Stillschweigen vereinbart.

Julietta Fix bleibe dem Fixpoetry-Programm als Herausgeberin erhalten, so Voß, und werde auch weiterhin Titel vorschlagen können. Das „kleine, feine Programm“ mit „schönen, illustrierten Büchern“ will man bei Horlemann fortsetzen. Der Verlagssitz von Fixpoetry wird nach Berlin verlegt, Julietta Fix wird von Hamburg aus beitragen. / Börsenblatt

106. Anti-Laureate

Eine Todesnachricht vom Januar, die mich erst jetzt erreicht – im Zusammenhang mit der Meldung über amerikanisches Lyrik-Sponsoring. Ich übersetze sie nicht – wer den lesen will kann es wahrscheinlich eh nur im Original:

Anselm Hollo, R.I.P.

I am very sad to have heard from Mark Johnson that Anselm Hollo died this morning.

give up your ampersands & lowercase ‘i’s
they still won’t like you
the bosses of official verse culture
(U.S. branch)    but kidding aside
I motored off that map a long time ago

Those lines come from one of two poems from Anselm Hollo’s „Where if Not Here“ we published in Samizdat back in the 1990s, and they capture some of my favorite things about Hollo’s viewpoint: his lack of pretense, and his complete disregard for the laurels, prizes, and jockeying-for-position that had already become endemic in the little demimonde of American poetry.

Hollo’s grasp of the gulf between the sublimity of which poetry is capable, and the absurdities into which poets fall in pursuit of that chimera, a „career in poetry,“ made him the ideal person to hold the title of United States Anti-Laureate, to which he was elected by the Buffalo POETICS list back at the turn of the century.

Here is the announcement of his election to that position, originally posted to the POETICS list, along with his response, written to accompany the announcement when Andrei Codrescu (who happened to be visiting us at Lake Forest College when the election results came in) reprinted it in Exquisite Corpse.

*

Presenting the award for United States Anti-Laureate is Miss Suzanne Somers…
And the winner is…

 ANSELM HOLLO 

(Wild applause, accompanied by a murmur of discontent coming from 
Barrett Watten’s table). 

Mr. Anselm Hollo 

is hereby appointed 

UNITED STATES ANTI-LAUREATE 

for the year 2001 

with all the ironies and contradictions 

appertaining there unto 

And remember, kids — all the real dadas are against dada.With Great Sobriety and Dignity,

Robert Archambeau
High Commissioner 
United States Anti-Laureate Commission
P.S. Wer’s aushält kann mal hier über den Nahbellpreis des Tom de Toys nachlesen – da gehts auch um sowas, sich aus dem Betrieb halten, interessanterweise im Kombination mit einem Aufruf an private Sponsoren, die schlaffe Million für den Preis bereitzustellen. Hat bisher keiner gemacht, aber wer weiß? Nicht schwer zu prophezeihen, das würde dann auch nicht jeden zufriedenstellen.

105. Der sehr junge Cummings

Cummings interessierte sich sehr früh für die Kunst: Er begann mit 8 Jahren Gedichte zu schreiben und zu zeichnen schon ein paar Jahre früher. Angst vor der leeren Seite kannte er nicht: bis zum 22. Jahr schrieb EE Cummings jeden Tag ein Gedicht.

In seinem Frühwerk mag der Kenner schon Züge seiner späteren Kunst entdecken, etwa die eigenwillige Art der Zeichensetzung. Auf einer Zeichnung stellt der 6- bis 7jährige sich als eine Art Buffalo Bill mit Schnurrbart vor. Als Erwachsener schrieb er ein ironisches Gedicht über den Helden, „who used to / ride a watersmooth-silver / stallion / and break onetwothreefourfive pigeonsjustlikethat“ (hier ganz).

/ Slate

More of Cummings’ early drawings, along with a few written works of juvenilia, are on display at the Massachusetts Historical Society in Boston through Aug. 30.

 

104. Gute Antwort

Roberto Bolaño berichtet in „Stern in der Ferne“, Deutsch von Christian Hansen, wie der Dichter und Literaturvermittler Juan Stein in Chile zu Beginn der siebziger Jahre an den Dichter Nicanor Parra schrieb und ihm

einige der Witze zum Vorwurf machte, die er sich in diesem kritischen Moment des revolutionären Kampfes in Lateinamerika geleistet habe.

Parra antwortete ihm auf der Rückseite einer Postkarte von Artefakte, er solle sich keine Gedanken machen, es gäbe weder unter den Linken noch unter den Rechten jemanden, der läse (…)

Auch gut der Ratschlag, daß

es allemal vorzuziehen ist, Rabelais zu lesen (…)

(Mitgeteilt von Stan Lafleur)

103. Was mit Geld

Amerika ist anders. Die Poetry Foundation, die von einer Millionenspende der Unternehmerin und Lyrikliebhaberin Ruth Lilly lebt und gute Werke finanziert, erhält wieder eine größere Summe, diesmal speziell zur Unterstützung junger Dichter. Amerika, du hast es besser! Gibt es in Deutschland Unternehmer, die Lyrik lieben?* Nicht nur die sogenannte verständliche Lyrik, nach der bei uns immer geschrieen wird, sondern die Avantgarde, die „Poetry“ seit 100 Jahren druckt?** Als hätte, sagen wir „Der Sturm“ oder „Die Aktion“ die Zeiten überlebt und würde nach Peter Altenberg und Alfred Döblin, Arno Holz und Else Lasker-Schüler, Otto Nebel und August Stramm, Ernst Blass und Paul Boldt heute Scho und Rinck, Böhmer und Kunst, Dagmara Kraus und Angelika Janz drucken und eines Tages taucht jemand auf und spendet 200 Mille, nicht Tausend sondern Millionen, und die würden auf einmal machen was das geplante Zentrum will, aber ohne Staatsknete. In Amerika geht das.

*) ich weiß, 2 oder 3 gibt es

**) niemand ist 100 jahre avantgarde. goethe war mit 17 epigone, mit 20 avantgarde, zwischendurch klassiker der die jungen begiftete und mißverstand. mit 70/80 wieder avantgarde (west-östlicher divan / chinesisch-deutsche tag- und jahreszeiten! – die kleine auflage des divan war nach 100 jahren immer noch nicht ausverkauft und lag noch in der backlist rum.)

Poetry Foundation Receives $1.2 Million Gift from the Dorothy Sargent Rosenberg Memorial Fund to Support the Work of Young Poets

Largest contribution to the Foundation since the major gift from Ruth Lilly in 2002

June 25, 2013

CHICAGO — The Poetry Foundation is pleased to announce a $1.2 million gift from the Dorothy Sargent Rosenberg Memorial Fund to support the work of aspiring young poets. The Memorial Fund has awarded the prestigious “Dorothy Prizes” to young poets since 2004, and the Poetry Foundation has offered the Ruth Lilly Poetry Fellowships to young poets since 1989. With this new endowment, the current $15,000 Ruth Lilly Poetry Fellowship prize will nearly double, thereby giving five young poets a more auspicious start to their careers. The newly enhanced prize will be named the Ruth Lilly and Dorothy Sargent Rosenberg Fellowships, honoring two extraordinary women and their commitment to poetry. The first of these new fellowships will be announced and awarded in 2014.

“The Poetry Foundation is thrilled to begin this important fellowship program with a poetry organization that shares our dedication to and support of promising young poets,” said John Barr, president of the Poetry Foundation. “Some of our most noted poets writing today are Lilly Fellowship recipients who have benefited from being given the time to work and the confidence that this prize engenders.”

The Dorothy Prizes—officially the Dorothy Sargent Rosenberg Annual Poetry Prizes—were established by Dorothy’s husband, Marvin Rosenberg, playwright and acclaimed Shakespeare scholar, in memory of his wife, herself a published poet. Over the past nine years more than 350 prizes, ranging from to $1,000 to $10,000, have been awarded to fine young writers under the age of 40. Entries for this year’s upcoming contest are due on or before October 5. 

“Now it is time for the balance of Marvin’s bequest to be deployed in a long-lasting way for the benefit of young poets,” said Barr Rosenberg, Marvin and Dorothy’s son and trustee of the Memorial Fund. “We are delighted to make this gift on Marvin’s behalf to the Poetry Foundation, so that the funds can continue to be dedicated to Marvin’s long-held dream of giving encouragement and substantial financial support to promising young writers. This is exactly what Marvin would have wished.”

“This gift adds another dimension to Ruth Lilly’s legacy of encouraging young writers at a crucial time in their careers,” said Don Share, editor of Poetry magazine. “It will provide more support for each poet and help to sustain a more diverse spectrum of writers.”

The Ruth Lilly Poetry Fellowships have encouraged the further writing and study of poetry among such esteemed poets and Fellowship recipients as Katherine Larson, Roger Reeves and Christian Wiman. The first Ruth Lilly Poetry Fellowship winner, Saskia Hamilton, has gone on to author several books of poetry and was named a Guggenheim Fellow in 2009. She now edits the journal Literary Imagination.

The success of the Dorothy Prizes can be seen in the consistently high quality of the lyric poetry submitted. Names of honorees, their winning work and a selection of Dorothy’s own poems can be viewed online. This year’s contest will be the last administered by the Rosenbergs, but they hope that the Dorothy Prizes may continue to flourish in the future. Individuals or organizations interested in taking over the administration of the Dorothy Prizes in 2014 are invited to be in contact with proposals via the Dorothy Prizes website.

* * *

About the Poetry Foundation
The Poetry Foundation, publisher of Poetry magazine, is an independent literary organization committed to a vigorous presence for poetry in our culture. It exists to discover and celebrate the best poetry and to place it before the largest possible audience. The Poetry Foundation seeks to be a leader in shaping a receptive climate for poetry by developing new audiences, creating new avenues for delivery, and encouraging new kinds of poetry through innovative literary prizes and programs. For more information, please visit poetryfoundation.org.

About Poetry Magazine
Founded in Chicago by Harriet Monroe in 1912, Poetry is the oldest monthly devoted to verse in the English-speaking world. Monroe’s “Open Door” policy, set forth in Volume 1 of the magazine, remains the most succinct statement of Poetry’s mission: to print the best poetry written today, in whatever style, genre or approach. The magazine established its reputation early by publishing the first important poems of T.S. Eliot, Ezra Pound, Marianne Moore, Wallace Stevens, H.D., William Carlos Williams, Carl Sandburg and other now-classic authors. In succeeding decades it has presented—often for the first time—works by virtually every major contemporary poet.

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POETRY FOUNDATION | 61 West Superior Street | Chicago, IL 60654 | 312.787.7070

102. Was mit Büchern

In seiner INTERVIEW-REIHE: KÖPFE DER BUCHBRANCHE stellt Leander Wattig Fragen an Leute aus der Buchbranche. Heute dabei Bertram Reinecke, Auszüge:

Als „Fachverlag für Horizonterweiterung“ wurde der Verlag „Reinecke & Voß“, den ich seit vier Jahren betreibe, vom Kritiker Dirk Uwe Hansen bezeichnet: Er bringt Texte in Deutschland weniger bekannter Schriftsteller, die in irgendeiner Hinsicht für die Entwicklung der internationalen Moderne (und ihrer Vorgeschichte) von Bedeutung waren, teils in deutscher Erstübersetzung heraus (z.B. Quevedo, Marino, Bertrand, Krutschonych, Białoszewski). Daneben nehme ich Gegenwartsdichtung ins Programm, die sich vor allem stilistisch vom Üblichen abhebt. (…)

Ich muss zusehends an mehreren völlig verschiedenen Projekten gleichzeitig werkeln. Das liegt daran, dass gerade das Feld der Lyrik in immer mehr Initiativen und Grüppchen fragmentiert. Als Lyriker begrüße ich diese gewachsene Vielfalt, andererseits muss man immer besser strukturiert sein, was Mehrfachnutzungen der eigenen Arbeit und effektive Ressourceneinsatz betrifft. Diese Vielfalt und Veränderlichkeit macht Planungen schwieriger, da sich mögliche Partner ebenfalls weniger gern längerfristig festlegen lassen, weil sie letztendlich ja vor dem selben Problem stehen. (…)

Der Trend des Buchhandels, auf weniger dafür teurere Bücher zu setzen, (in Vorderansicht präsentiert), mag zunächst den Umsatz steigern, arbeitet aber an der Krise des stationären Buchhandels mit, weil ein immer kleinerer Teil der vorhandenen Vielfalt im Laden abgebildet wird. Der Buchhandel als öffentlicher Ort für den Austausch über Bücher ist heute schon marginal. Eigentlich kann das Taschenbuch, früher ein Spezialmedium für große Auflagen, heute seine Qualitäten ebensogut und besser ausspielen als das bibliophile Objekt (Die haptisch-ästhetische Qualitäten bleiben ja erhalten, auch wenn man sie nicht eigens betont): Ein völlig zuverlässiger plattformunabhängiger Informationsträger für alle Gelegenheiten. Man kann ihn am Strand, in der Wanne, beim Wein verwenden, kann ihn sorglos verborgen, in der Kneipe liegengelassen … Dabei strahlt das Cover so viel Individualität aus, dass selbst der Besitzer des hippsten Appleprodukts vergleichsweise dagegen in einer breiten Masse untergeht. Insofern verleiht das Buch einem Text auch eine öffentliche Qualität, die ihm der Reader nicht bieten kann.

Alle diese Vorteile sind durch die relative Wertlosigkeit des materiellen Trägers bedingt. Insofern ich also eine andere Auffassung von der Funktionsweise des Mediums Buch habe als viele stationäre Buchhändler, stellen diese leider nur bedingt natürliche Verbündete im Kampf gegen Giganten wie Amazon dar, mit denen ich nicht zusammenarbeite. Bedeutsamer ist die Netzöffentlichkeit. (…)

Mein Verlag wendet sich an ein gebildetes Publikum oder spezialisierte Vermittler (Fachbuchhandlungen, Kritiker mit besonderem Profil). In diesem Publikum ist eine nicht immer ganz begründete Haltung zu beobachten, die man in folgendem Satz zusammenfassen könnte: „Wenn es gut (relevant, wichtig) wäre, dann müsste ich davon bereits gehört haben.“ Als wie berechtigt sich diese Haltung auch immer ansonsten erweisen mag, führt sie doch oft dazu, dass Leute auf Neues nicht als mögliche Bereicherung zugehen, sondern zunächst ihre eigene Expertise als hinterfragt empfinden. Zum berechtigten Misstrauen „Da ist einer, der mir etwas verkaufen will“ kommt also noch ein emotionaler Missklang hinzu, der es weiter erschwert mit seinen Gegenständen durchzudringen.

In meiner Lyrik stellt sich mitunter ein ähnliches Problem. Hier werden Probleme der Verständlichkeit oder Zugänglichkeit nicht darauf zurück geführt, dass besondere Strategien am Werk sind, sondern lieber dem Autor als Mangel an Fertigkeit in die Schuhe geschoben.

www.reinecke-voss.de

www.planetlyrik.de/bertram-reinecke-sleutel-voor-de-hoogduitsche-spraakkunst/2012/03/

101. Ozhagusodaywayquay

She was an Ojibwe woman of many names. And one choice she made helped result in the first poetry anyone knows of to be written in a Native language.

Ozhagusodaywayquay (also known as Susan Johnston, Woman of the Green Glade, and Neengay) was the mother of Jane Johnston Schoolcraft (1800–1842), the pioneering Ojibwe/Irish poet whose three surviving poems in the Ojibwe language set a template for all who followed her.

How did Ozhagusodaywayquay help usher these first Native language poems into the world? Besides nurturing Jane, this mother also made the choice not to speak the English she heard (and understood) each day from business associates and guests of her Irish husband, John Johnston, a prominent fur trader.

Because of that choice, Jane (Bamewawagezhikaquay) grew up a Native speaker who thought of the Ojibwe language as she wrote her long-neglected but now celebrated poetry (she wrote many English language poems as well), collected in 2007 in The Sound the Stars Make Rushing Through the Sky, by Robert Dale Parker.

Read more at http://indiancountrytodaymedianetwork.com/2013/06/23/jane-johnston-schoolcrafts-ojibwe-mother-started-native-poets-literary-journey-150065