33. Kurz

Cemal Süreya (1931-1990)

Kurz

Das Leben ist kurz,
Die Vögel ziehen vorbei.

KISA

Hayat kısa,
Kuşlar uçuyor.

Das Foto

An der Haltestelle drei Menschen
Der Mann die Frau das Kind

Die Hände des Mannes in den Hosentaschen
Die Frau hält das Kind an der Hand

Der Mann ist betrübt
Betrübt wie betrübte Lieder

Die Frau ist schön
Schön wie schöne Erinnerungen

Das Kind
Betrübt wie schöne Erinnerungen
Schön wie betrübte Lieder.

Gedicht: Cemal Süreya
Übersetzung: © Safiye Can, 2011 (Soweit informiert, Erstübersetzung des Gedichtes ins Deutsche)

Diese und weitere Übersetzungen von Safiye Can hier.

32. Ringelnatzpreis für Draesner

Der mit 15.000 Euro dotierte Cuxhavener Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik geht in diesem Jahr an die Berliner Autorin Ulrike Draesner. Die 51-Jährige poetisiere in ihren Gedichten die Welt, begründete die Jury am Donnerstag in Cuxhaven ihre Wahl. In immer wieder überraschenden Wendungen verbinde sie Geschichte und Gegenwart, Natur und Kultur, Technik und Liebe sowie lebensgeschichtlichen Ernst und jäh aufblitzenden Witz.

Die gebürtige Münchnerin lebt seit 1996 in Berlin. Draesner hat bereits zahlreiche Auszeichnungen für ihr Werk erhalten, unter anderem 2013 den Roswitha-Preis. Ihr neuer Roman „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“ erscheint im März.

Der Ringelnatz-Preis ist eine der höchstdotierten Ehrungen für Lyrik im deutschsprachigen Raum. Mit ihm werden seit 2002 alle zwei Jahre Dichter geehrt, die einen bedeutenden und künstlerisch eigenständigen Beitrag zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geliefert haben. Bisherige Preisträger waren unter anderem Robert Gernhardt, Wolf Biermann, Barbara Köhler und Nora Gomringer.

Der mit der Auszeichnung verbundene Joachim-Ringelnatz-NachwuchsFörderpreis für Lyrik 2014 geht an den Leipziger Dichter Carl-Christian Elze. Traditionell darf der aktuelle Ringelnatz-Preisträger einen Nachwuchslyriker benennen, der mit dem Förderpreis in Höhe von 5000 Euro geehrt wird. Der 39-jährige Elze berühre den Leser mit zärtlicher Ironie, urteilte Draesner. Die Preise werden am 14. Juni im Cuxhavener Stadttheater verliehen. Die Laudatio auf Ulrike Draesner hält der  Literaturwissenschaftler Heinrich Detering.

Laut Statut (das aber schon mehr als ein Dutzend Jahre alt ist) besteht das Preisfindungskomitee (=die Jury?) offenbar für immer aus:

Prof. Dr. Sabine Doering (Literaturwissenschaftlerin an der Universität Oldenburg); Professor Dr. Hermann Korte (Literaturwissenschaftler); Winfried Stephan (Direktor und Vertreter des Verlegers bei Diogenes, Zürich) sowie dem Preisträger. Den Vorsitz und das Amt des Sprechers übernimmt Professor Dr. Frank Möbus.

31. Amiri Baraka ist tot

The Academy of American Poets was sad to hear the news that Amiri Baraka died on Thursday, January 9. He was seventy-nine years old.

30. Poetisch

Unter dem weiten Dach der Lyrik findet vieles Platz, allen gemeinsam ist ein Sinn für sprachliche Raffinesse – sei es der Deutsch-Rapper Samy Deluxe (v.li.), der mittelalterliche Minnesänger Konrad von Altstetten (hier: „Codex Manesse“) oder der scharfzüngige Satiriker und so weiter… / Wiesbadener Kurier

29. Preis

Der Alice Salomon Poetik Preis 2014 geht an den Schweizer Autor Franz Hohler. Der Schriftsteller, Kabarettist und Liedermacher wurde 1943 in Biel geboren. Er arbeitet in Zürich für Bühne, Radio und Fernsehen. Sein Werk umfasst Erzählungen, Romane, Gedichte, Kabarettprogramme, Theaterstücke und Kinderbücher. Der Poetik-Preis wird von der Alice Salomon Hochschule seit 2007 an Künstler verliehen, die gattungsübergreifend tätig sind. Er ist mit 6000 Euro dotiert. Die Preisverleihung erfolgt am Sonnabend, 18. Januar, im Rahmen des Neujahrsempfangs der Hochschule in der Berlinischen Galerie in Kreuzberg.

28. Gestorben

Das haitianische Ministerium für Kultur erinnert an den am 4.1. im Alter von 76 Jahren verstorbenen Romanautor, Essayisten und Lyriker Jean Metellus. 2006 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem Grand Prix international Léopold Sédar Senghor de Poésie de langue française ausgezeichnet. 2007 erhielt er den Grand Prix de Poésie de la Société des gens de lettres und 2010 den Prix international de Poésie francophone Benjamin Fondane. Sein großer Beitrag zur haitianischen Literatur in der Diaspora werde in Haiti und der Welt unvergessen bleiben. / Haiti Press Network

27. Duplik

Auf diverse (auch private) Feedbacks zu meinem „Einwurf“ vom 29. 12. 2013 möchte ich kurz wie folgt antworten. Wenn man mir vorhält, ich zwänge (von „zwingen“!) allzu unterschiedliche, ja gegensätzliche Autoren – von Hartwig bis hin zu Mort und Stolterfoht – auf einem gemeinsamen Nenner zusammen, kann ich nur erwidern, dass nicht ich das tue, sondern die angesprochene Kolumnistin, die bei ihrem „Streifzug“ durch den Märchenwald der lyrischen Korrespondenzen auf die Beschwörungsmacht des Dichterworts abhebt: Ob Betroffenheitspoet oder „Sprachschabernacker“ – allen gelingt angeblich das Kunststück, „die Zeit aufzuheben“. Aber wollen sie das? Können sie’s auch? Auch der Traum, selbst der Tagtraum vermag die Zeit aufzuheben, dazu braucht es keine Poesie. Was umgekehrt die Poesie braucht, ist eine adäquate Lyrikkritik, die sich die ursprüngliche Aufgabe von Kritik zueigen macht, nämlich die schlichte Unterscheidung (gr. „krinein“) vorliegender Sachverhalte, mithin das Gegenteil von Gleichmacherei – und auch das Gegenteil von dem, was im deutschen Feuilleton gemeinhin über Lyrik zu lesen ist. „Bitte Namen her!“, fordert der Dichter Bruno Brachland in seiner Replik. Ich kann mir vorstellen, dass es für manche Literaturteilnehmer „spannender“ ist, über Kollegen als über Gedichte zu plaudern, doch es geht hier nicht darum, Tratsch oder spontane Werturteile zu kolportieren; es geht, wo von Lyrik die Rede ist, um das, was dasteht.

 

Felix Philipp Ingold

26. Durchlüften

Die Tore des Einfalls sperrangelweit geöffnet: Ein Treffen in Berlin, Prenzlauer Berg, mit der Dichterin und Erzählerin Ann Cotten, dem neuen Wunderkind der deutschsprachigen Literaturszene. / Paul Jandl, Die Welt

Auszug

Literarische Arbeit ist bei Ann Cotten immer auch Poetologie, Nachdenken über das Schreiben und Schreiben selbst sind für sie wie Ein- und Ausatmen. Ihre poetologischen Essays gehören zum Stoffwechsel einer Generation junger Lyriker, die sich auf einschlägigen digitalen Schauplätzen schon einmal einen Schlagabtausch liefern können, wenn Cotten wieder richtig hinlangt. Wenn sie in einem Essay „Etwas mehr“ fordert und gegen die „bürgerliche Trauerlyrik“ polemisiert, die da so sentimental um alle Ecken kommt. „Rührung und Begeisterung und ein bisschen Lebenshilfe sind zu wenig!“, schreibt die Dichterin denen ins Stammbuch, die zur Selbstergriffenheit neigen. „Ohne Befindlichkeit kann man nicht einmal in der Früh aufstehen.“ Aber muss man deshalb gleich Lyrik daraus machen?

Und auch die nüchternen Realisten kriegen ihr Fett weg. Der Ernst muss etwas Spielerisches haben, sonst ist er für die Erkenntnis verloren. Nach diesem Prinzip sind Cottens Bücher geschrieben, und mit genau diesem Prinzip können sie den Leser in den Wahnsinn treiben. Unschuld oder Überschmäh? Bei Ann Cotten weiß man es nicht so genau, und auch wenn man ihr in die braunen Augen schaut, dann wird man nicht schlauer. Sie ist ungerührt. Wie eine Heldin, von ihr selbst erfunden. Nur eben etwas weniger spröde als früher. Wie kam die Änderung? „Beziehungen, Gespräche, Interventionen. Es ergibt sich die Notwendigkeit, die richtige Distanz zu den Menschen zu finden oder sie auf eine brauchbare Weise schwanken zu lassen.“ So einfach kann es sein.

Man kann sich mit Ann Cotten Gedanken machen über das, was in der deutschen Literatur so piefig und behäbig ist, und wo man dringend mal durchlüften müsste. Zur Lockerung versuche sie, die deutschen Philosophen wie ein Bauer zu lesen, in aller Unschuld. Oder sie liest japanische Philosophen, die sich in den Zwanzigerjahren mit Nietzsche auseinandergesetzt haben, da bekämen die tonnenschweren Begriffe noch einmal Flügel, die Gedanken seien voll japanischer Kargheit und hätten zugleich eine große Leichtigkeit. Ann Cotten lebt in solchen Transformationen und geht in ihnen auf.

25. ausgelesen: Bleutges Jahrhundertbuch

»verdecktes gelände« von Nico Bleutge

Lyrik-Neuerscheinungen ausgelesen!

Der deutsch-amerikanische Lyriker und Übersetzer Paul-Henri Campbell rezensiert auf dem Gedicht-Blog und in der Lyrikzeitung in einem zweiwöchigen Rhythmus Lyrik-Neuerscheinungen. 

Nico Bleutge: »verdecktes gelände«
von Paul-Henri Campbell

»us and our stuff just covering
the ground«
(Gary Snyder: Covers the Ground)

Nehmen wir an, das Experiment ginge auf: sich zur Welt in ein solches Verhältnis zu setzen, das komplexer wäre als ein bloßes »Lesen« von Landschaften, komplexer noch als die poetisierende Interpretation und die Manien der Sinnzuschreibung per Logos und Cogito. Unsern Weltbezug und Selbstbezug radikal von der Wahrnehmung her zu gewinnen. Dinge sind da. Und Nico Bleutge wendet die cartesianische Wende erneut. Dinge sind nicht notwendig an sich denkbar, reflektierbar, beschreibbar. Wir können locker bleiben. Sie sind einfachhin und bedürfen zunächst keiner Extraktion von Bedeutung. Nehmen wir an, wir ließen ein stimmhaftes Wesen reagieren auf seine Welt wie die Fühler eines Insekts auf das plötzliche Vorhandensein eines Zweiges.

Nico Bleutges »verdecktes gelände« ist ein solches Experiment. In Kontinuität mit seinen anderen beiden Gedichtbänden, »klare konturen« (2006) und »fallstreifen« (2008), wird sein Gedicht zu einem Resonanzraum der Stimme, die sich an Dingen und Orten bricht. Und das Sensorium dieser Stimme ist offen für alles, was ihr begegnet: »saugende töne. der weg schien vom gehen / tiefer zu wachsen. schatten, aufgerauht / an ihrer wurzelseite, schuppiges umsehen / das von den stämmen her kam«. Schon in dem ersten Text, dem wir bei der Lektüre begegnen, wird deutlich, wie sehr diese Dinge durchtränkt oder animiert werden, von den Sinnen, die sie erfassen. Stämme sehen, Wege wachsen, Schatten besitzen eine aufrauhbare Materialität.

Zu Recht bemerkten Kommentatoren die surreal anmutenden Übergänge, plötzliche, abrupte Wechsel, das Ineinanderfließen dessen, was die Stimme des Gedichts streift. Bildet sich irgendwo in den ersten Verszeilen eine Ankunftsszene an irgendeinem Ufer, so verwandelt sich diese Szene drei Verse weiter in »[…] keller / die nachhallten, gänge, einfach überwölbt, / von feuchte durchzogen.« Innenwelten und Außenwelten gehen ineinander über wie auch Fluten in Flocken, Flocken in »schlafwehen« übergehen. Ein Grundmotiv, wenn man so will, ist bei dem in Berlin lebenden Exil-Münchners die Bewegung des Gehens, die ebenfalls durch zahlreiche transitorische Phasen oder Modalitäten gekennzeichnet ist – nach innen gehen, draußen gehen, spurenhinterlassen, herumirren.

Bei so vielen sanften und extremen topographischen Erlebnissen, wie sie Bleutges Texte herbeiführen, wundert man sich, was eigentlich das Gelände sei, das »verdeckt« ist. Ist es eigentlich subterranes oder subkutanes oder sogar subliminales Gelände, was sich durch verdeckende Oberflächenstrukturen verschließt Gehen wir mit diesen Gedichten irgendetwas auf den Grund?

Im Folgenden möchte ich drei Zugangsweisen zu Bleutges Gedichtband vorschlagen: 1) Das sprachliche Biotop, 2) die Stimme und die Stimmen, 3) der – unabschließbare – Sinn solcher Kunstwerke. Ich will auch zu Beginn gestehen, dass ich denke, wir haben es bei dem Langgedicht »verdecktes gelände« mit einem Jahrhundertgedicht zu tun. Ich sage nicht mit dem Jahrhundertgedicht, aber mit Bestimmtheit mit einem – das bleiben wird.

Schwanken und Gleichgewicht eines Logotops

Eine vielseitige Variation an freien Rhythmen. Bemerkenswert sind die lautlichen Verklammerungen, die die einzelnen Passagen durch eine teilweise alliterative und assonante Durchbildung der Verse zusammenhalten:

»tiefe, näher dem boden, näher dem grundwogen zu. steingrau / und gußgrau, ununterbrochen, unaufhörliches schieben / von grau, das sich umstülpt, grau, das sich auflöst, zinn- / grau basaltgrau, schelferndes grau« (Nico Bleutge: dämmerung. schwanken VI)

Ohne dass Bleutge den englischen Lyriker Gerald Manley Hopkins SJ auch auf irgendeine Weise im Sinn gehabt hätte, möchte ich doch zum Vergleich zum Ebenzitierten zwei Zeilen aus That Nature is a Heraclitean Fire zitieren: »Down roughcast, down dazzling whitewash, wherever an elm arches, / Shivelights and shadowtackle in long lashes lace, lance, and pair.«

Freilich gewinnen die Verse noch zusätzlichen Sound durch wiederkehrende Klangfolgen wie »näher« oder »grau«, doch die melismatische Wirkung generiert auch das Spiel von hellen und tiefen Klangflächen. Gleichwohl machen die häufigen Wiederaufnahmen den Textfluss zäher, verlangsamen ihn. Und auch in der obigen Passage, ist die Szenerie unbestimmt belassen: Wir können kaum entscheiden, ob wir uns in einer Höhle oder einer Industrieruine, in einer Pfütze oder auf dem Grund eines Bachs befinden, wo sich blinde Wesen übereinander schieben.

Die Oszillationen der Sprache zwischen den Dingen und der wo auch immer zu verortenden Wahrnehmung schafft eine sonderbare, aber auf sonderbare Weise faszinierende Präsenz. Ich empfinde diese Präsenz als beunruhigend, weil sie einerseits einen Sog entwickelt, der mich die Konfiguration der Worte als angenehm empfinden lässt, und doch andererseits ich meist kaum oder nur ungefähr benennen kann, was in dem Gedicht vor sich geht. In einer Welt, in der alles recherchierbar und potentiell in Erfahrung gebracht werden kann, empfindet man Bleutges sonore Viel- und Unbestimmtheit als unbedingte und befreiende Rückverweisung auf die eigene kreative Intelligenz als Leser: »und dann die lampengeschäfte, ihr nach- / gebendes summen, mit der umluft darin // den leichten steppengeruch ceylan / leuchtete, -latma, ausstehende nacht- // arbeit.«.

Akustische Gefühlsprägung

Und es ist ebenso ein Lexikon, das die übliche Erlesenheit poetischer Wendungen unterläuft, in dem es Komposita bildet und Bilder aufruft, die voll sind von einer Wonne an Präsenz – z. B. »strohfäden«, »belfern«, »schotterschneißen«, »efeugeschmack«, »dämmerungsdichte«, »flugfarben«, »pflanzenatem«, »tragflügelflächen«, »bildschwämme«. Und während der Duktus dieser Gedichte hypnotisch wird, scheint es auch gar nicht mehr so, als sei die kantige deutsche Sprache nicht eine Sprache, die klingt wie zwei knutschende Baggerschaufeln; selbst Worte wie »neubaufronten«, »ruhwaldpark«, »lampengeschäfte«, »vorhangstoff«, »ladentheke«, »plastikschlauch« fügen sich in den Singsang von Bleutges Lyrik.

Man braucht nur solche Begriffe lokalisieren und sie im Hinblick auf ihr akustisches Umfeld anzuhören. Nehmen wir zum Beispiel heraus, das kakophonische Ungetüm »fachwerkkanten«. Bleutge hat sowohl die konsonantische als auch die vokalische Problemzonen dieses Wortes wundervoll eingebettet: »dächern und balken / fachwerkkanten / das dunkel darüber / nicht sichtbar, nicht sichtbar«. Die Umlaute ä und ü sowie die reinen Vokale a und u in den zitierten Versen 1 und 3 spiegelverkehrt positioniert (also ä-a-u-ü), sodass sie das Wort »fachwerkkanten« zwischen ihrer schwankenden Bewegung optimal wiegen können. Die gesamte kurze Passage ist dann mit hellen i-Vokalen und Zischlauten abgerundet.[1] Solche Beispiele lassen sich überall bei Bleutge entdecken und geben den Texten eine sublime, akustische Gefühlsprägung. Und allmählich wird auf diese Weise (vielleicht) bewusst, dass er beim Eintauchen in diese Gedichte jenes Feld der Lyrik verlässt, das sich maßgeblich in verbissenen Interpretationen ergeht und sich in seiner Verzweiflung aus Textkörpern Verständlichkeiten herauslöst, die mit der Physiognomie jener Texte nichts zu tun haben; kurzum: Wir sind auf dem nichthermeneutischen Feld; dort, wo Friedrich Kittler von sensibilité intellectuelle zu sprechen begann. »verdecktes gelände« ist Neuland: einer Welt, die sich nur allmählich zeigt.

Stimme und Stimmen

Freundlicherweise gibt Nico Bleutge einige Namen bekannt, deren Stimmen er sich leiht: »Mal bleiben die Stimmen im Hintergrund, mal färben sie einzelne Verse, mal treten sie als Zitat hervor«. Es handelt sich um die handelsübliche Melange aus Titanen und Exoten: z. B. Ezra Pound, Inger Christensen, Robert Creely, T.S. Eliot, Göran Sonnevi, Gary Snyder, Jürgen Becker und andere. Das Langgedicht »verdecktes gelände« ist auch ohne Kenntnis bzw. das Mitlesen dieser Referenztexte eine anregende Lektüre. Die Stimmlagen sind auch ohne den Duktus von Gary Snyders Westküstenbuddhismus explizit wahrzunehmen wundervoll. Bleutges Gedichte sind auch dann interessant, wenn man durch die Modifikationen die emphatische Erbaulichkeit von Inger Christensen nicht bewusst mitliest.[2] Ich möchte, bevor ich hierzu komme, jedoch auf die Sprechweise(n) dieser Stimme eingehen, insbesondere auf die über weite Strecken vorgenommene Ausradierung dessen, was man hierzulande das lyrische Ich zu nennen eingeprügelt bekommen hat.

Nico Bleutges »verdecktes gelände« wurde breit im Feuilleton besprochen. Alle deutschsprachigen Rezensenten schwärmten vom ausgesparten Ich. Diese von der Kritik soweit unisono konstatierte Tilgung des lyrischen Ichs ließe sich, denke ich, noch weiter radikalisieren, denn diese auf weiten Strecken geschehene Aussparung des artikulierenden Subjekts wird ja nicht hergestellt, einfach indem Bleutge das Wort »Ich« meidet. Vielmehr entsteht zwischen der Ortlosigkeit der Stimme, also der Nicht-Verortbarkeit des Wer-der-Stimme, und zwischen Bleutges Text, der doch so viel mit Räumlichkeit zu tun hat, eine interessante Spannung.

Was Bleutge erzeugt, ist Ungewissheit. Und mit der Ungewissheit dessen, werwahrnimmt, wird auch das, was wahrgenommen wird, vieldeutig und schwankend. Aber eine solche Feststellung ist nichts gemessen an der gelungenen Realisierung eines solchen Effekts, den seine Verse hervorbringen. Hier zwei Beispiele aus Nico Bleutges Band: »echos von stimmen, echos / von rauchigem licht // hell wie die kinder / draußen im park« sowie dieses Beispiel: »[…] fast / durchsichtiges / licht, im / innern, wie / flor in luft / wie / leuchtende / rinde, die / abfällt, entfernt«.

Gerade das zweite Beispiel (das von dem Langgedicht »verdecktes gelände« genommen ist) hat, wie ich finde, einen leichten orientalischen Einschlag, auch die Ellipsen, die hier die Artikel vor z.B. »flor« und »luft« tilgen, bewirken einen leicht exotischen, nicht-idiomatischen Effekt. Ganz stark.

Und dann rufen die Stimmen die Verdecke des Geländes zunehmend direkt auf: »bilder von brandschutt und platten / von zündungsnestern, von sprengkammern / unter den böden, luftbilder, -karten, laminiert«. Obschon der Gestus des Gesamtgedichts mehr aus der Richtung Pounds Cantos (vgl. bes. Canto 49) zu kommen scheint, möchte ich eine Vergleichsstelle bei Gary Snyder danebenlegen. Sie ist aus dem Gedicht Covers the Ground: »and the ground is covered with / cement culverts standing on end, / house-high & six feet wide / culvert after culvert far as you can see / covered with / mobile homes«.

Stille Reflexivität

Und leicht wäre man angesichts der stilistisch wunderbar aufgenommenen Tonlagen geneigt Bleutge eine Art avanciertes Epigonentum nachzusagen, wenn nicht – ja wenn nicht etwas in diesem Gedicht wäre, was so stark die Stimmung im 21. Jahrhundert aufnimmt. Die Naivität Pounds (es ist tatsächlich eine gewisse Naivität) mit Fremdmaterial umzugehen, ist bei Nico Bleutge einer zweiten Naivität gewichen. Ein kontrolliertes und doch freischwebendes, ungezwungenes Wissen um die Gemachtheit der polyphonischen Melange: »[…] entfernungen, / geräusche, jenseits der stimmen // kaum zu verorten, kaum zu benennen / im rhythmus des schnees«[3] oder auch: »[…] der sand eine spur / die durch den kanal geht // angehalten die dinge, klarer / in ihrer verbindung. das gehen genügt«.

Keineswegs ist damit behauptet, dass Typen wie Pound dieses Wissen fremd gewesen wäre; und doch ist es bei Bleutge anders. Ich denke, bei Pound oder Snyder würde man lange suche müssen, um Verse zu finden, die diese Tonlage und stille Reflexivität verbinden, ohne dass sie zur Rückendeckung Circe oder irgendeine chinesische Autorität anriefen. Bleutge hingegen schreibt: »[…] die bahnen sind / nur eine ahnung jetzt, filzartig, kaum noch / fest, was gehen könnte, was staub / der im schauen nachbrennt«. Die Passage spricht in der Gemachtheit des Langgedichts mitten aus einer rückhaltlosen Stimme. Man darf sie natürlich nicht isoliert betrachten. Aber Bleutge vollzieht ein Paradox: Diese scheinbar subjektlose, unverortete Stimme weiß um sich selbst. Und daher ihre unheimliche, verzweifelte, tastende Suchbewegung nach dem Wer und Was ihres Klangs.

Was bringt’s?

Ich habe vorhin von der Wonne der Präsenz gesprochen. Es ist natürlich schon so, dass Texte dieser Machart nicht der Anfrage des »so what?« entgehen können. Und egal wie irrelevant wir die Frage einstufen mögen, die Unterscheidung, ob das Gedicht etwas sageoder nur sei, ist relevant. Ich meine hiermit nicht die hysterischen Grabenkämpfe der Verständlichkeits-Unverständlichkeits-Diskutanten. Was ich meine ist dies: Ist der Sinneffekt von »verdecktes gelände« bloß die vage Fantasie meiner Onanie – nie greifbar, immerfort unfassbare Vorstellung, Ahndung und Anmutung, bis ich ejakuliere und augenblicklich jegliches Interesse daran verliere? … oder was ist »verdecktes gelände« sonst als signifikantes Kunstereignis in der Welt?

Keineswegs soll hier eine Antwort stattfinden. Ich möchte an die Qualität von Präsenz erinnern. Nur einige Überlegungen zum Sinn dieses Textes. Ich denke, wir können durch Nico Bleutge etwas gewinnen, sehr viel gewinnen. In einer Epoche, darin jedes Terrain via Google Maps auf den Bildschirm zu holen ist, ist der Bildschirm unsere Welt und bindet unsere Aufmerksamkeit. Somit sind die Bildschirme oder alle medialen Elemente des Alltages, die uns permanent Landschaften, Kriege, Korallenriffs, Gesichter oder Pflanzen präsent machen, die wir vielleicht nie wirklich sehen werden. Durch diese Medialität werden diese im Grund bezugslosen Dinge zum Teil unserer Welt …

… so schaffen Bildschirme auch Barrieren zur Wirklichkeit, sind sie Schranken eines immer anonymer werdenden Bezugs zur Wirklichkeit. Aber, um mit Bleutge zu sprechen: »hüllen aus schatten und schilf. raum dehnt sich über den bänken, / über den lampen, geländefalten, marderstrukturen, leichte schmelz- // bewegung, wo das wasser meerwärts zieht, unterm eis.«.

Nun ist gewiss das gedruckte Buch und die Sprache selbst eine gewisse Schranke zwischen uns und den Dingen, aber der richtig gewählte Modus des Sprechens, eine behutsam temperierte Stimmlage, die treffende Verschmelzung von Eindrücken – und es gelingt möglicherweise einem Text, wie »verdecktes gelände«, in uns eine Bezugnahme zu erwecken, die an der Unmittelbarkeit grenzt. Ich denke, auch wer Nico Bleutge flüchtig und als leichte Lektüre liest, wird ein Gespür für diese Veränderung entwickeln, die sich allmählich in einem einstellt, als eine allmähliche Ummünzung der eigenen Gefühlsprägung, sooft man in die herrlichen Verse von »verdecktes gelände« eintaucht.

verdecktes gelände
Nico Bleutge
C.H. Beck München 2013
78 S.
€ 14.95 (Gebundene Ausgabe)
€ 11.99 (E-Book)

Nico Bleutge: »verdecktes gelände« bei Calle Arco kaufen

Diese Rezensionen werden Ihnen von Paul-Henri Campbell präsentiert. Campbell ist 1982 in Boston (USA) geboren und schreibt Lyrik sowie Prosa in englischer und deutscher Sprache. Gedichtbände: »duktus operandi« (2010), »Space Race. Gedichte:Poems« (2012). Er ist ebenfalls Übersetzer und Mitherausgeber der internationalen Ausgabe der Lyrikzeitschrift DAS GEDICHT (»DAS GEDICHT chapbook. German Poetry Now«). Soeben erschienen ist »Am Ende der Zeilen. Gedichte | At the End of Days. Gedicht:Poetry«.

  1. Ich sage hier keineswegs, dass Nico Bleutge dieses Fügungen bewusst gemacht hätte. Ich weiß im Grunde überhaupt nicht, was Nico Bleutge sich dabei gedacht haben mag. Was hier feststelle, sind schlicht phonematische Fakten, die sich über diesen Text aussagen lassen bzw. die Art und Weise wie mein (subjektives, auch beschränktes) Leseempfinden darauf reagiert. 
  2. Was im Übrigen durch die Vielzahl der Übersetzungsoptionen ohnehin schwierig ist. 
  3. vgl. hier im Übrigen Ezra Pounds Adaption von Seafarer: »Neareth nightshade, snoweth from north, / Frost froze the land, hail fell on earth then / Corn of the coldest«. 

 

24. Meerbusch

Alle wollen ein bißchen Kunst. Auch die Stadt Meerbusch schreibt einen Literaturpreis aus – schon zum zweiten Mal. Preise von 600 bis 100 Euro jeweils in Prosa und Lyrik sind zu gewinnen. Eine Jury wählte unter 738 Einsendungen je 8 Finalisten aus, am Ende entschied das Publikum. Damit nicht planlos drauflosgedichtet wird, gibt man ein Thema vor. 2013 „Duft“, 2014 also „Licht“.  Das Siegergedicht 2013 fängt so an:

Ich ging einmal spazieren
am wunderschönen Rhein.
ich lief auf allen Vieren,
das muss beim Hund so sein.

Da fand ich etwas Tolles
im frischen grünen Gras
so richtig Wundervolles,
ich glaub, es war wohl Aas.

Es roch für mich ergötzlich,
so durch und durch pikant,
doch Frauchen fand’s entsetzlich,
da fehlt ihr der Verstand.

Soll man das diskutieren? Sich darüber lustig machen? Sich einmischen? Den Veranstaltern / den Teilnehmern helfen? Ich weiß es nicht.

Hier gibts alle Sieger- und Finalistentexte. Und die neue Ausschreibung.

23. Viele Gedichte

Dichtung ist Provokation, ist Zeitgenossenschaft, ist Klangkunst. Selten konventionell, aber dafür unbedingt existentiell ist das Gedicht. „Lyrik lesen!“, lautet die Devise dieser Sendung. Gutenbergs Welt spricht unter anderem mit Franz Mon über sein Lebenswerk.

Ein Meilenstein der Lyrikgeschichte ist Franz Mons Lesebuch „Zuflucht bei Fliegen“. Im Gespräch gibt der Meister der Konkreten Poesie Auskunft über den Ernst des Unsinns in seinem lyrischen Schaffen seit 1948.

Um das Thema Glück kreisen die Stadt- und Landschaftsgedichte des niederländischen Poeten Erik Lindner.

Der sorbische Dichter Kito Lorenc hat Land und Leuten der Lausitz ein lyrisches Denkmal gesetzt.

Außerdem in Gutenbergs Welt: „meine schönste lengevitch“, der neue Band der in Berlin und New York lebenden Sprachartistin Uljana Wolf.

Moderation: Insa Wilke
Redaktion: Michael Kohtes



In der Sendung vorgestellte Bücher:

Erik Lindner: Nach Akedia. Gedichte
Aus dem Niederländischen von Rosemarie Still
Matthes & Seitz Berlin, Berlin 2013, 170 Seiten, 19,90 Euro

Uljana Wolf: Meine schönste Lengevitch. Gedichte
Kookbooks, Berlin 2013, 88 Seiten, 19,90 Euro

Zuflucht bei Fliegen. Franz Mon – Lesebuch
Hrsg. von Michael Lentz
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013, 496 Seiten, 26,99 Euro

Hinweis:

Kritische Ausgabe. Zeitschrift für Germanistik & Literatur
Nr. 25 (2013): „Jetzt“
ISSN 1617-1357

Thomas Kunst: Die Arbeiterin auf dem Eis. Gedichte und Briefe
Edition Azur, Dresden 2013, 136 Seiten, 22,- Euro

Lesung:

Kito Lorenc: Gedichte
Herausgegeben von Peter Handke
Suhrkamp Verlag, Berlin 2013, 128 Seiten, 13,95 Euro

22. Intensiv

„Die Leute gebrauchen den Begriff poetisch falsch“, sagt der Romanautor Adam Foulds. „In der Poesie geht es um die Intensität der Wahrnehmung. William Wordsworth ist nicht poetisch; sein Stil ist klobig, wuchtig, nichts Fließendes, Melodisches. Intensität der Sprache und Wahrnehmung gibt es bei D.H. Lawrence und Virginia Woolf“, sagte er bei einem Vortrag an der Christ University.“ / The Hindu

21. Prosaisch

Poetry Daily Disruption Due to Severe Weather

January 6, 2014

Dear Friends:

A quick note to let you know, though you may already have guessed, that severe weather in the eastern U.S. has caused power disruptions for our web host, with the result that our site has been available only sporadically over the weekend and is down as we write.

Our provider is working to get power restored and Poetry Daily back up. Thank you for your patience, meanwhile.

With warmest regards

Poetry Daily

20. „Poetisch“

Der Spießer verlangt, daß der „Dichter“ wenn schon nicht edel und groß und ein Vorbild dann wenigstens „poetisch“ zu sein habe. Natürlich auch beim Essen oder beim Sex:

Die Poesie seiner Lyrik findet man bei diesem Macho, in seinen Beziehungen zu Frauen, so nicht wieder.

„Die Poesie seiner Lyrik“, „man“, „so nicht“. (Zitat aus Die Welt)

Geistige Gummibärchen ist eine Kolumne zur Poesie des Medienspeak

19. Zuß und Ames (suchen Streit)

Zuß und Ames suchen Streit und begegnen sich in Berlin; in der Art in der ein Freistoßschütze dem Torwart begegnet; wer wer ist, ist egal, weil es wechselt. Es geht um Kollegialität, um Polemik, Poetik, um zwölf coole Arbeiter im Lyrikstandort Berlin, um Unzufriedenheit und andere Beweggründe und „Konsonanz ist nur ein Teil künstlerischen Schaffens; Dissonanz, Digression und Überraschung die anderen. Wir beobachten hier das Verfahren der Anreicherung neben forcierter Flapsigkeit […] und harte Zäsuren und weite Sprünge neben zarten Zoten.“
(Konstantin Ames: sTiL.e(ins) Art und Weltwaisen. S. 6f.))

So eingeleitet der Prolog zu einer Reihe auf lettretage.de. A also = Ames, ZdW = Zuß der Wimpernknecht. Auszug:

(liest schnell etwas aus einem aufgeschlagenen Notizbüchlein ab) Glauben Sie, Zuß, dass es eine Polemik auf dem Felde der …

ZdW … der Ehre …

(unbeirrt und leider auch etwas humorlos) auf dem Felde der Poetik möglich ist? Anders: Kann Poetik polemisch vorgetragen werden?

ZdW (lacht rückhaltlos) Zur Frage: Aber klar doch! Ich sehe ihrem Gesicht aber an, dass Sie das anders sehen. Was sollen wir also tun, Mister Äimß?

(sichtlich um Lässigkeit bemüht nuckelnd an seiner Zigarre) Na, wir suchen jetzt das Gespräch. Poetik ist immer an Wissen, Fachwissen, historisch wie systematisch gebunden, und an den Willen, herrschaftsfrei darüber zu reden und einen Konsens zu erzielen. Frei von persönlichen Aversionen, sachlich. Das sind so meine Prämissen … Da scheint Polemik also in Poetiktexten nicht recht am Platz zu sein.

ZdW Aber irgendwie haben Sie doch gemerkt, dass Sie damit nicht weiterkommen, nicht wahr? Sonst bräuchten wir diese Kommunikation hier nicht. Stimmt doch? Und der Miniessay, in dem Sie mich in die Manege gezerrt haben – der war ganz sachlich, hm?

A… (wirkt perplex, will aber vielleicht nur die Zigarre genießen)

ZdW Sie sind aber ein schnell zu verdutzendes Kerlchen, Herr Ames. Auf den Fotos sehen Sie immer aus, wie der etwas zu stattliche Urenkel von Lenin. Da muss ich mich nun wundern.

(bräsig) Ich bin regelrecht schüchtern, Zuß. Stets um Dezenz bemüht und den ganzen Schmus. Zur Sache: Sollte es anders sein, sollte sich Poetik mit Polemik vertragen, wäre der Zustand solcherart Polemik beklagenswert.

ZdW (talkshowstreng) Na, das wird schon noch! Bloß nicht bäurisch werden! Muss jetzt aber zu meinem Flieger. Wir sehen uns nächste Woche. Dann hören Sie mein Lob Polemik in Dingen der Poetik. Denen dürfen Sie sich dann anschließen und dann ein paar Lektionen bei Meister_in Zuß nehmen. Okay?

Ich könnte meine These problemlos an einigen Statements verschiedener Akteure im literarischen Feld aus der jüngeren und jüngsten Vergangenheit belegen. Das liegt mir tatsächlich sogar am Herzen. Denn einige narzisstische Karrieristen machen knallharte Politik und versuchen die Rezeption von Debütanten einzufärben; man könnte regelrecht Kampagnen hinter manchen Äußerungen vermuten. Zum Beispiel …

ZdW Sie dürfen sich jetzt, bitte gerne, für das Gespräch bis hierher bedanken. Nächste Woche wieder. Oder sind Sie Quietist?

(winkt barsch ab) Danke fürs Bitten!

 

Die Reihe „Zuß und Ames suchen Streit“ ist eine e-Polemik und Bestandteil des literaturlabors in der Lettrétage, gefördert vom Berliner Senat.