12. Ben Okri

Ben Okri, 1959 in Minna, der Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaats Niger geboren und von Kind an ein Grenzgänger zwischen Großbritannien und Afrika, pflegt ein durchaus altmodisches – oder vielmehr: archaisches – Verständnis von Poesie. Und zugleich sind seine Verse von schmerzhafter Gegenwärtigkeit, gerade weil sie den Dialog mit Homer, Horaz, Vergil, Dante oder Heraklit im Bewusstsein anschwellender Migrationsströme und ökonomischer Ungerechtigkeiten suchen.

Okris Gedichte leben dabei von unsichtbaren Übergängen zwischen altem Europa und mythischem Afrika, Traum und Wirklichkeit – und bei alledem von einer Berufung zum Höheren, vor der nur der Einzelne immer wieder versagt. „Towards the Sublime“ (Dem Erhabenen entgegen) heißt eines der Gedichte. Es gibt die Richtung aller Wandlungen und Verwandlungen vor, die sich in diesem Buch ereignen. / Gregor Dotzauer, Tagesspiegel

Ben Okri: Wild. Gedichte. Englisch – Deutsch. Übersetzt von Brigitte Oleschinski. Wunderhorn Verlag, Heidelberg 2014. 184 Seiten, 18,90 €.

11. Nicht genug Neugier?

Jorge Kanese ist eine der prominenteren Figuren der paraguayischen Lyrik, geboren 1947 in Asunción, ein starker Charakter, vieles seiner Bekanntheit stammt aus den Verboten seiner früheren lyrischen Werke, und damit erschöpft sich das Interesse und auch die Prominenz: mit dem Wissen um diese Dinge, mit dem Wissen, dass er unter Stroessner gefoltert wurde, waterboarding und anderes, dass er Arzt und Professor mit Fachgebiet Mikrobiologe ist und immer noch und immer avantgardistischer schreibt – damit geben sich die kulturell Gebildeten zufrieden, so weit, seine Bücher zu lesen oder gar die damals Verbotenen nun nachzudrucken: soweit reicht die Neugier auch dort nicht. (…)

Kanese spricht direkt, oft derb, baut, arbeitet mit den Materialien der Umgangssprache und nimmt das kreative ineinander-Spielen der Ausdrücke der Straße auf, allerdings für seine Inhalte, ein Spiel, das nach seinem fast klassisch lyrischen Beginn mit starken, häufig politischen Gedichten, in seiner mittleren Phase zu Untersuchungen, Wendungen mit klanglich verwandten, aber bedeutungsfremden Worten führte.

Me explayo.
Un intento (?instinto?) de a-cercarmiento /aproximación
al Goce extrano que –supuestamenta- nos proporcionaría
La-Belleza (?Lalocura?) es razón-de-más
para explicar-justificar un libro,
una vida, un extasis, un piropo, un suspenso-extra,
pedacito-de-cualquier-cosa.

 

Ich zerstreue mich.
Ein Anlauf (?ein Trieb?) zu einer Ein-Kreisung/Annäherung
an die seltsame Lust die uns – angeblich – Das-Schöne
(?Derwahnisnn?) bereitet ist Ein-Grund-Mehr
für die Erklärung-Rechtfertigung eines Buchs,
eines Lebens, einer Extase, eines Kompliments, einer Extra-Spannung,
eines Stückchen-Irgendwas.

Es sind Gedichte, die sich nicht mehr einfach konsumieren lassen. Sie werden niemandem auf billige Weise das Gefühl ‚bereichern‘ oder die Gedanken am Nasenring zum nächsten Futtertrog führen. / Franz Hofner, Fixbooks

Jorge Kanese
Die Freuden der Hölle
Übersetzt und herausgegeben von Léonce W. Lupette
Luxbooks
2014 · 150 Seiten · 24,80 Euro
ISBN: 978-3-939557-84-5

10. Poetopie

das iPad, meine Kopfprothese – wie weit muss ich damit springen?

Hansjürgen Bulkowski

9. Brechts Achillesverse

Der junge Brecht ergriff die Gelegenheit beim Schopfe. „Er war ein kluger Materialverwerter, der sich den Krieg als Bühne zu eigen gemacht hat, ohne eine eigene Haltung zu entwickeln“, sagte Jürgen Hillesheim, der Leiter der Brechtforschungsstelle. Der „Augsburger Mittelschüler“, wie er in der Zeitung genannt wurde, schlug denselben patriotischen Ton an. Seine „Turmwacht“ imaginiert den nächtlichen Einsatz verwegener Jungs auf dem Perlach – allerdings mit dem ironisierenden Zusatz „wie ich mir aus einem Roman gemerkt habe“. Auch in seinen acht „Augsburger Kriegsbriefen“ erfüllte er die Erwartungen des Publikums und spielt den naseweisen Jüngling, der sich am Soldatischen begeisterte.

Ob’s echte Gefühle waren? „Ganz frei vom Nationalpathos war er nicht“, meinte Koopmann. Allerdings kommt bei Brecht bald ein Antikriegsmotiv vor. „Nur die Mütter weinten / hüben – und drüben“, heißt es im Gedicht „Moderne Legende“, erschienen am 2. Dezember 1914. /Alois Knoller, Augsburger-Allgemeine

(Auch ich habe meine Achillesverse – sagte Brecht später.)

8. American Life in Poetry: Column 487

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

Who hasn’t wished he or she could talk to a carnival worker and find out what their lives are like? Everybody, perhaps, but the carnival workers. Here’s a poem by Mark Kraushaar of Wisconsin that captures one of those lives.

The Ring Toss Lady Breaks a Five

It’s all of it rigged, she says,
Bust-one-wins, Hi-striker, even the Dozer.
It’s like you think you’ll score that giant panda
for the wife except you can’t, or not
without you drop another twenty
and then—what?—then you win
a thumb-sized monkey or a little comb.
She hands me five ones and then stands.
She’s worked the whole of the midway,
she says, funnel cake to corn-dogs.
She’s worked every game
plus half the rides, Krazy Koaster,
Avalanche, Wing-Ding, Tilt-a-Whirl
and if there’s somebody sick she’ll do
a kiddy ride too, Li’l Choo-choo, maybe
the Tea Cup.
There’s a collapsing soft sigh
and she sits, opens the paper, turns a page
and as if she were the one assigned to face forwards,
as if it were her job to intuit the world
and interpret the news,
Anymore, she says, it’s out of our hands,
it’s all we can do—it’s not up to you.
You see that bald bronco tearing
tickets at the carousel?
We worked the Bottle-drop
and now he’s mine: he’s no genius
but he loves me and he’s mine.
Things happen, she says, you
can’t take them back.

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2013 by the Alaska Quarterly Review. Mark Kraushaar’s most recent book of poems is The Uncertainty Principle, Waywiser Press, 2012. Poem reprinted from the Alaska Quarterly Review, Vol. 30, No. 1 & 2, by permission of the publisher. Introduction copyright © 2014 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

7. Spickzettel

Die Anishinabe (Anishinaabe ᐊᓂᔑᓈᐯ, dt., das erste Volk; auch Ojibwa, Ojibwe oder Chippewa geschrieben) sind ein Indianervolk Nordamerikas. Sprachlich gehören sie zur Algonkinsprachgruppe (siehe auch Ojibwe). Ihre Sprache ist in mehrere Dialekte untergliedert und mit der Sprache der OttawaIndianer nahe verwandt. Ihr traditionelles Siedlungsgebiet erstreckt sich über Kanada und die nördlichen USA.

Zwei der größten Stämme der Anishinabe sind die Saulteaux und Mississauga.

Heute leben etwa 200.000 Anishinabe in Nordamerika, von denen noch etwa 30.000 die Ojibwa-Sprache sprechen. (Wikipedia)

Solche Bilder auf Birkenrinde geritzt dienten den Ojibwaindianern zum Memorieren zeremonieller Gesänge. Aus: American Museum of Natural History, New York.
Solche Bilder auf Birkenrinde geritzt dienten den Ojibwaindianern zum Memorieren zeremonieller Gesänge. Aus: American Museum of Natural History, New York.

6. Im Gespräch

Vor elf Jahren gründete die Lyrikerin Daniela Seel den Verlag kookbooks – ein Verlag vor allem, aber nicht nur, für Lyrik. Die Gestaltung der durchweg schönen und vielfach ausgezeichneten Bücher übernimmt Andreas Töpfer, der seit der Verlagsgründung dabei ist. Kookbooks ist kein klassischer Verlag, sondern eine „Dichterselbstverteidigung“, sagt Seel.

Entstanden aus einem losen Künstlernetzwerk, steht auch heute das Miteinander, der Austausch mit den Autoren im Mittelpunkt ihrer Arbeit: „Bücher sind nicht die Hauptsache“. Noch nie konnte sie vom Verlag leben, muss hinzuverdienen. „Aber es muss ja gemacht werden.“ Denn Gedichte sind für Daniela Seel Gegenstände, die ihr helfen, Sprache und Denken zu verstehen.

Warum sind für eine Verlegerin Bücher nicht die Hauptsache? Warum sind Gedichte Gegenstände? Ist Lyrik lebensnotwendig? Darüber spricht Ulrike Timm mit Daniela Seel in unserer Sendung „Im Gespräch“, am 4. August 2014 von 9:07 bis 10:00 Uhr im Deutschlandradio Kultur.

5. Ukrainische Avantgarde

In einer bemerkenswerten Kabinettausstellung (Kunstmuseum Basel) und einer grossangelegten Gesamtschau (Kunsthalle Bonn) ist unlängst Kasimir Malewitsch ein weiteres Mal als herausragender Protagonist der revolutionären Avantgardekunst Russlands gewürdigt worden. Und ein weiteres Mal unterliess man es, da wie dort, auf die prägende Herkunft des Künstlers aus der Ukraine hinzuweisen – darauf, dass nicht nur seine «gegenstandslose» suprematistische Formensprache, sondern auch sein monumentales figuratives Spätwerk wesentlich von der ukrainischen Folklore (ornamentale Textilien, Puppen, Trachten) inspiriert war, mithin also, trotz hochgradiger Abstraktion, auf erkennbare nationale Traditionen zurückzuführen ist. Für Malewitsch, der in Kiew geboren wurde und viele Jahre in der ländlichen Ukraine verbrachte, ist das Russische stets eine Fremdsprache geblieben, und fremd blieb ihm auch das zentralistische russische Imperium mit Sankt Petersburg als «europäischem» Schaufenster und Moskau als repressivem Hort des alten Reichs.

Wenn man Kasimir Malewitsch – und mit ihm viele seiner Künstlerkollegen – nach wie vor bedenkenlos dem Russentum beziehungsweise der grossrussischen Kultur zuordnet, wird dies weder den biografischen noch den historischen Fakten gerecht. Denn tatsächlich war die «russische» Avantgarde, vorab in der Bild- und Theaterkunst, ein mehrheitlich ukrainisches Aufgebot – ethnische Ukrainer waren ausser Malewitsch die Maler Wladimir Tatlin, Wassily Kandinsky, Antoine Pevsner, Alexandra Ekster, Wladimir Burljuk, Alexander Archipenko, Alexander Schewtschenko, Pjotr Kontschalowski, Alexander Bogomasow, Sonia Delaunay (geb. Stern) und viele andere mehr. Dazu kommen manche Kunstschaffende aus Weissrussland, Polen oder den baltischen Staaten – unter ihnen Marc Chagall, El Lissitzky, Serge Eisenstein –, die ebenfalls als «Russen» beansprucht werden. Wohl sind sie alle als Staatsbürger des Russländischen Imperiums geboren, doch gehören sie einer ausgedehnten, von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer reichenden multiethnischen Region an, die erst im späten 18. Jahrhundert unter russische Herrschaft gelangte. (…)

Das eigentliche Gründungsereignis der revolutionären Moderne und damit des «grossen Bruchs» mit der kulturellen Vergangenheit des Zarenreichs fand in der taurischen Provinz (Gouvernement Cherson) nördlich der Halbinsel Krim statt, einem ehemals skythischen Siedlungsgebiet, das in Herodots Geschichtswerk (5. Jh. v. Chr.) unter dem Namen Hylaea erwähnt ist. Eben diesen Namen – er bedeutet so viel wie Urwald – wählten die avantgardistischen Jungkünstler, die sich seit 1911 mit den Brüdern Dawid, Nikolai und Wladimir Burljuk auf deren Landgut in Tschernjanka zusammenfanden, als Gruppenbezeichnung. Wortführer der «Hylaeaner» war Dawid Burljuk, der sich schon früher, unterstützt von der nachmals international bekannten Kiewer Malerin Alexandra Exter, als «zukünftlerischer» Allround-Künstler mit provokanten Aktionen hervorgetan hatte. Zu seiner Gruppe gehörten unter andern die ukrainischen (russischsprachigen) Dichter Benedikt Liwschiz und Alexei Krutschonych sowie Welimir Chlebnikow (der aus Kalmückien stammte) und Wladimir Majakowski (geboren und aufgewachsen im Kaukasus) – insgesamt also, in geografischer wie in künstlerischer Hinsicht, lauter Randfiguren, die sich nun anschickten, mit ihren Ideen und Forderungen dem grossrussischen akademischen Kunstdiktat entgegenzutreten. / Felix Philipp Ingold, NZZ

4. Erlanger Poetenfest

In Erlangen wird der Auftakt in die neue Lesesaison gefeiert: Vom 28. bis 31. August findet das 34. Erlanger Poetenfest statt. Über 80 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Literaturkritiker und Publizisten sind zu Lesungen und Gesprächen eingeladen. Die Porträt-Abende sind Ulla Hahn, Navid Kermani und Joachim Sartorius gewidmet, außerdem werden der Büchner-Preisträger Jürgen Becker und der Kameramann Michael Ballhaus vorgestellt. Zu den beliebten Lesenachmittagen im Erlanger Schlossgarten werden unter anderem Lukas Bärfuss, Ulrike Draesner, Sherko Fatah, Reto Hänny, Michael Kleeberg, Jürgen Neffe, Tex Rubinowitz, Lutz Seiler, Yoko Tawada und Peter Wawerzinek erwartet. Gesprächsrunden beschäftigen sich unter anderem mit dem deutsch-russischen Verhältnis, der Ukraine, den Flüchtlingen auf Lampedusa und der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg. Weitere Podien gelten Marieluise Fleißer und dem Thema Literatur und Naturwissenschaft, die Erlanger Übersetzerwerkstatt lädt zum elften Mal zum öffentlichen Arbeitstreffen. Bayern 2 überträgt seine Nacht der Poesie sowie das Büchermagazin Diwan live vom Erlanger Poetenfest. Ein umfangreiches Programm für Kinder und Jugendliche, Ausstellungen, Poetry-Slam und Musik ergänzen das viertägige Festival, zu dem rund 12.000 Besucher erwartet werden.

3. American Life in Poetry: Column 487

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

Who hasn’t wished he or she could talk to a carnival worker and find out what their lives are like? Everybody, perhaps, but the carnival workers. Here’s a poem by Mark Kraushaar of Wisconsin that captures one of those lives.

The Ring Toss Lady Breaks a Five

It’s all of it rigged, she says,
Bust-one-wins, Hi-striker, even the Dozer.
It’s like you think you’ll score that giant panda
for the wife except you can’t, or not
without you drop another twenty
and then—what?—then you win
a thumb-sized monkey or a little comb.
She hands me five ones and then stands.
She’s worked the whole of the midway,
she says, funnel cake to corn-dogs.
She’s worked every game
plus half the rides, Krazy Koaster,
Avalanche, Wing-Ding, Tilt-a-Whirl
and if there’s somebody sick she’ll do
a kiddy ride too, Li’l Choo-choo, maybe
the Tea Cup.
There’s a collapsing soft sigh
and she sits, opens the paper, turns a page
and as if she were the one assigned to face forwards,
as if it were her job to intuit the world
and interpret the news,
Anymore, she says, it’s out of our hands,
it’s all we can do—it’s not up to you.
You see that bald bronco tearing
tickets at the carousel?
We worked the Bottle-drop
and now he’s mine: he’s no genius
but he loves me and he’s mine.
Things happen, she says, you
can’t take them back.

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2013 by the Alaska Quarterly Review. Mark Kraushaar’s most recent book of poems is The Uncertainty Principle, Waywiser Press, 2012. Poem reprinted from the Alaska Quarterly Review, Vol. 30, No. 1 & 2, by permission of the publisher. Introduction copyright © 2014 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

2. Longlist für Dylan-Thomas-Preis

Die Longlist für den von der Universität Swansea vergebenen Dylan Thomas Prize 2014 wurde veröffentlicht. Der Gewinner des mit £30,000 dotierten Preises wird im November bekanntgegeben.

Der Preis wird seit sieben Jahren vergeben, Autoren bis zum Alter von 39 Jahren können ausgezeichnet werden. Die Shortlist wird im September veröffentlicht.

Die Longlist:

  • Daniel Alarcón, At Night We Walk in Circles
  • Eleanor Catton, The Luminaries
  • John Donnelly, The Pass
  • Joshua Ferris, To Rise Again at a Decent Hour
  • Emma Healey, Elizabeth is Missing
  • Meena Kandasamy, The Gypsy Goddess
  • Eimear McBride, A Girl is a Half-Formed Thing
  • Kseniya Melnik, Snow in May
  • Kei Miller, The Cartographer Tries to Map a Way to Zion
  • Nadifa Mohamed, The Orchard of Lost Souls
  • Owen Sheers, Mametz
  • Tom Rob Smith, The Farm
  • Rufi Thorpe, The Girls from Corona del Mar
  • Naomi Wood, Mrs Hemingway
  • Hanya Yanagihara, The People in the Trees

http://www.bbc.com/news/uk-wales-south-west-wales-28430744

1. Komm mit, dort wollen wir knutschen!

Ein Lyrikabend

Lyrik… Lyrik? „Allgemein ist Lyrik alles in Gedichtform Geschriebene und Überlieferte. Die lyrische Form ist meist kurz, eine Gliederung erfolgt in Versen und Strophen.“ So so. Wenn sich zehn Schauspielstudenten auf eine Bühne stellen und ein Gedicht aufsagen, ist das also ein Lyrikabend.

Wenn man es nüchtern betrachtet, ja. Wenn man es jedoch etwas genauer nimmt, steckt noch viel mehr dahinter. Auf Menschen verschiedener Generationen üben Liedtexte eine große Faszination aus: Lieder begleiten uns in unterschiedlichsten Augenblicken unseres Lebens. Sie untermalen unsere Gefühlswelt, unterstützen sie, sind der Soundtrack unserer Zeit, unserer Jugend oder einer besonderen Nacht.

Nun sind da nicht nur wunderbare Melodien, tolle Stimmen der Interpreten und ein mitreißender Rhythmus zu vernehmen. Nicht zu vergessen sind die Texte der Lieder, die uns am Herzen liegen. Also haben wir die Texte unserer Lieblingslieder zusammengetragen. Daraus wurde ein bunter Lyrikabend, der Liedtexte und Gedichte in einen spannenden Wechselgesang bringen möchte.

Zehn Schauspielstudenten und -studentinnen sprechen auf der Bühne des Theaters am Stadthafen Rostock (Schauwerk) Gedichte von Novalis und Jaques Prévert über Bertolt Brecht und Arthur Rimbaud bis hin zu Kurt Schwitters. Die lyrischen Texte werden dabei unter Überschriften wie „Pure Vernunft darf niemals siegen“ von Tocotronic, „It ain’t me, babe/ich bin es nicht, babe“ von Bob Dylan oder „Schlohweißer Tag“ von Silly gruppiert. Hier treffen große Musiker mit großen Dichtern zusammen, ergänzen sich, verschmelzen, bilden Reibeflächen und ungeahnte Berührungspunkte. Eine faszinierende Fusion großartiger Texte, Stimmen, Atmosphären.

4. August 2014 um 19 Uhr im Schauwerk (Theater am Stadthafen)
Studierende des 4. Semesters Schauspiel der Hochschule für Musik und Theater Rostock

95. Goethe und Stein

im Bryantpark in Manhattan:

DSCI0500Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)

DSCI0508Gertrude Stein (1874-1946)

 

94. American Life in Poetry: Column 486

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

Poetry has room for everything and everybody, for every subject and object. Here’s a poem by Sharon Chmielarz, a Minnesota poet, on a subject I’ve never seen written about. And poetry, and American Life in Poetry in particular, now welcomes pillow cleaners!

The Pillow Cleaners Come to Town

and turn the senior citizen center
into an automated assembly line.

Goodbye, dross of long winter nights.
Farewell, old skin cells and reek:

what couldn’t come clean on a clothesline.
Bundles of pillows, caroming, bouncing,

sloshing along, even as more
mistresses of pillows hurry through the door,

hugging stained sacks of feathers
like thoughts kept well past prime.

Sure, they should’ve been thrown out
long ago but—we paid so dearly for them.

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2013 by Sharon Chmielarz from her most recent book of poems, Love from the Yellowstone Trail, North Star Press of St. Cloud, Inc., 2013. Poem reprinted by permission of Sharon Chmielarz and the publisher. Introduction copyright © 2014 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

93. Iranischer Dichter verhaftet

Mohammadreza Alipayam, iranischer Komiker und Dichter, wurde vom „Revolutionsgericht“ zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt wegen seiner humoristischen Gedichte, die er per SMS und Internet verbreitete. Seine Anklagepunkte waren:

1)    Propaganda gegen die Islamische Republik Iran durch Gedichte, die via SMS un d im Internet verbreitet wurden

2)    Beleidigung des Koran

3)    Beleidigung des Imam Khomeini und des Obersten Führers

4)    Beleidigung des Präsidenten der Islamischen Republik

/ Human Rights Activist News Agency