„Lesenswert“

Auf den ersten Blick, aber nicht auf den zweiten, kommen die Verswerke von Katharina Schultens sachlich, kühl und rational daher, wie im zuletzt erschienenen Band „gorgos portfolio“. Ein programmatischer und daher bedenkenswerter Titel, da er eine Figur aus der griechischen Mythologie, den Gorgo (Plural: Die Gorgonen) mit einem neuzeitlich oft benutzten Begriff zusammenbringt. Nimmt man den zentralen Satz aus der Begründung der Jury heraus, die diesen Preis* zuspricht, bekommt hat man eine Idee davon, worum es bei diesem Werk geht. „Katharina Schultens gelingt es mit federleichter Selbstverständlichkeit, das naturwissenschaftlich-technische Hintergrundrauschen unserer Gesellschaft ebenso wie die mythologisierenden Begrifflichkeiten der globalen Finanzwelt zum Material ihrer oft hymnischen Gedichte zu machen.“ Starker individueller Klang, feiner Umgang mit Sprache, oberflächenhandlich und substantiell in der Tiefe. Lesenswert.

/ Matthias Ehlers, WDR5

*) Katharina Schultens erhält am 27.9. den Spycher: Literaturpreis Leuk 2015. Mehr

 

«Bücher zu retten»

« Muss eigentlich immer jemand sterben, bevor man offen reden kann ? » (U-Z, Durchzug eines Regenbandes, s.357)

NACHDENKEN AN ULRICH ZIEGER –

Wenn Sie sich des öfteren an Terrassen von Kaffeehäusern aufhalten oder gelegentlich Literaturabende besuchen, dann ist er ihnen mit seiner kolossalen Statur und seinem markanten Sprachgestus aus purer Unmittelbarkeit sicher im Stadtbild aufgefallen. Ulrich Zieger lebte seit 26 Jahren in Montpellier, etwa die Hälfte seines Lebens. Er ist vor kurzem hier verstorben. Mit ihm ist eine Bibliothek verbrannt. Die deutsche Sprache leidet unter der Bürde der Kriegsschuld, die von den krassen Spracheinschnitten aus der Schauderzeit des Dritten Reichs belastet mitlang vergessen lässt, dass sie wie eine romantische Melodie klingen kann. Als Archäologe der deutschen Sprache hat sich Ulrich zeitlebens damit beschäftigt « Bücher zu retten » um den vielschichtigen Reichtum des Vokabulars vor Überfüllung oder Verwirrung durch das mittlerweile gang und gäbige « Neusprech »-Kauderwelsch zu bewahren. Deshalb wurde er auf der gegenüberliegenden Seite des Rheins sowohl bewundert als auch verkannt : bewundert für sein umfangreiches Werk aus Theaterstücken, Drehbüchern, Gedichten, Erzählungen und Romanen, welches sich durch eine imponierende Ausdruckskraft und sprudelnde Sprache auszeichnet, aber auch verachtet oder ignoriert von der Durchschnittlichkeit der Rechtdenkenden, die alles hassen was frei aus der menschlichen Substanz schöpft, in dem sich poetisches Denken aus Tränen, Staunen und Lachen formt. Bekanntlicherweise muss ein Schriftsteller für jedes Buch, mit der er an die Öffentlichkeit tritt, Schmerzensgeld zahlen : sein letztes Werk, « Durchzug eines Regenbandes », an dem er in zehn Jahren Einsamkeit arbeitete, kam im letzten Frühjahr bei Samuel Fischer heraus, einem deutschen Verlag, der hierzulande etwa mit Grasset zu vergleichen ist. Um es kurz zu machen : die Konsekration. In Frankreich hat er des öfteren für « Greges « geschrieben. Insbesondere einen Gedichtband « L’atelier / Die Werkstatt », den auch französische Leser in der Übersetzung von Lambert Barthelémy so lesen können wie er geschrieben wurde : im Rhythmus des Kalenderjahres, dem Wandel der Jahreszeiten folgend. Ihm, der von den fundamentalen Werten der ehemaligen DDR* schmerzlich – weidwund – geprägt war, dem nichts wichtiger war als Überlieferung, hat unter anderem Jean Genet, den Friedenspreisträger Boualem Sansal und Stephane Mallarmé aus dem Französischen und Keith Barnes aus dem Englischen übersetzt. Wir hoffen, dass sich die Arbeit an der Übersetzung seiner Gedichte und Prosa jetzt intensiviert, damit sich auch dem französischen Leser möglichst bald ein Zugang zu einem Meisterwerk der deutschen Gegenwartsliteratur öffnet.

Gerhard Bauer, Gaëlle Reynaud

*Hier wird auf die ursprünglich politisch-philosophischen Werte und nicht auf das Staatsregime der DDR hingewiesen. Ulrich war ein freizügiger und aufmerksamer Mensch. Obwohl ihn die Repression und das pathologische Kontrollbedürfnis des sogenannten sozialistischen Systems von Grund aus anwiderten, waren ihm die kommunistischen Ideale wertvolle Richtlinien.
Dieser Nachruf sollte ursprünglich in einer lokalen Wochenzeitschrift in Montpellier veröffentlicht werden. Er wendet sich an ein breites französisches Publikum. Obwohl uns der Text in Auftrag gestellt wurde, blieb er bislang, aus uns nicht bekannten Gründen, unveröffentlicht. Er kann jetzt frei von Urheberrechten, auch ohne unsere ausdrückliche Genehmigung, verbreitet werden.

Ingolds Einzeiler

Dennoch treibt das Unwahrscheinliche als klitzekleine Uferwelle flussaufwärts der Quelle zu.

Jeden Donnerstag punkt 11 Uhr veröffentlicht L&Poe ein ungedrucktes Monostichon des Schweizer Dichters Felix Philipp Ingold. Mehr

Was e Dichter seit

«Du muesch es Gedicht drüber schriibe!», het er gseit. «Es Gedicht? Wie chunnsch uf das?» – «Mou, du bisch doch e Dichter. Was e Dichter seit, wird zur Kenntnis gnoh. Muesch es Gedicht drüber schriibe, dass d Öffetlechkeit erfahrt, was do passiert.» / Pedro Lenz, Schweizer Illustrierte

Spoken Word Canada

Some of the best poets in the nation will gather in Victoria from Oct. 13 to 18  for Canadian Festival of Spoken Word.

The festival will feature performances from Canada’s top spoken word poets and a poetry slam tournament, with 22 teams from across the country competing to be national poetry slam champions. / Victorianews

Nominiert

Am 16. September hat sich die Vorjury des Lyrikpreises München 2015 entschieden –
für die Lesung zum Finale sind eingeladen:
Dominik Dombrowski, Bonn
Özlem Özgül Dündar, Leipzig
Jonas Gawinski, Braunschweig
Karla Reimert, Berlin
SAID, München
Ron Winkler, Berlin

Wir möchten uns ganz herzlich für die Vielzahl hochwertiger Einreichungen und das Vertrauen bedanken.

Das Finale findet am 24. Oktober 2015 um 19 Uhr
im Vortragssaal der Bibliothek im Gasteig statt.


Die Juroren sind dann:

Andreas Heidtmann (Verleger Poetenladen, Leipzig),
Andrea Heuser (Lyrikerin, Dozentin, München),
Wolfram Malte Fues (Germanist, Lyriker, Zürich),
Hendrik Jackson (Lyriker, Hg. lyrikkritik, Berlin)
Àxel Sanjosé (Lyriker, Dozent an der LMU, München)
Daniela Seel (Lyrikerin, Verlegerin kookbooks, Berlin)

Vielleicht als Irrsinns-Gedichte

Am Ende war der Dichter, der Rheinländer in Ost-Berlin, nicht geblendet vom eigenen Werk, er war darüber hinaus. Keine zwei Jahre vor seinem Tod sagte Adolf Endler (1930-2009) in einem Interview: „Ich muss nicht unbedingt noch Gedichte schreiben. Es liegen noch genug in meinem Schrank, die vielleicht nach meinem Tod als Irrsinns-Gedichte publiziert werden.“

Dieser Schrank wird jetzt einen Spalt geöffnet. Endlers immer wieder neu aufflammendes Gelächter, das als Ohrwurm nachklingt, ertönt wieder. Der titelprägende Aufmarsch heißt „Wachkompanie“: „Kiwitt kiwitt / Paradeschritt / Wie spritzt der Split / Kiwitt kiwitt / Parade ei / Paradeschritt / Kuckuck / Kuckuck / Rufts aus dem Wald // kiwittkiwitt / paradeschritt / kuckuckkuckuck / rufts ausm wald / ruckediguh / blut ist im schuh“. Das klingt wie Jazz.

Brigitte Schreier-Endler hat aus dem Nachlass Gedichte und „Capriccios“ zusammengestellt, die ihr Mann in einem Konvolut, betitelt „Aus der Mappe ,Quatsch‘“, abgelegt hatte. Vollendetes, Halbfertiges, Fragmente.

(…) Er verströmte Blitzeinfälle und hatte wahnsinnigen Spaß an seinen Erfindungen und Bezüglichkeiten, an seinen Moment-Gewittern widersprüchlicher Anmutungen und Empfindungen. Klingelstreiche und Knallfrösche darunter. Ein „Mord in Crimmitschau“, Wolf Biermann gewidmet, voller Halbtöne: „Im Schülerinnentornister / der kleidsam zerstückelte Ohm. / Ei, was für ’ne Existenz z’guterletzt! / – Dafür sind wir im Herbst 89 / auf die Straße gegangen, Marie?“ (…) Gespottet wird auch jeder Zuordnung. „Meine Generation bestand im Januar 63 aus circa sieben bis dreizehn relativ ungewöhnlichen Gestalten / tollen Personen. (Ich erinnere an die ,Sächsische Dichterschule‘ and so on. / und all diesen Summs / Quatsch.) Im Herbst 99 stehe ich absolut einzig da / also allein / Falten Plums, Bumms.“

(…) Schonungslose, auflodernde Verse, sie suchen, versteckt oder offen, immer einen letzten Sinn: „Einmal noch im Leben einen ungebrochenen Punkt setzen zu dürfen…“  / Jürgen Verdofsky, Frankfurter Rundschau

Adolf Endler: Kiwitt, kiwitt. Gedichte und Capriccios. Wallstein Verlag, Göttingen 2015. 72 Seiten, 18,90 Euro.

Enttäuscht

In einem Leserbrief an die Financial Times schreibt Nell Wilson, der Artikel von Gregg H Mosson über große Dichter habe sie enttäuscht, weil keine Frau dabei war. Zumindest Sylvia Plath hätte doch dabeisein müssen. „Ihre Lyrik ist genau so technisch kompetent und emotional stark wie WB Yeats, TS Eliot oder Wallace Stevens.“ Vokabular und Geisteskraft könnten mit jedem männlichen Genius mithalten, ihre Beschreibungen des Landlebens seien so schön wie die von Robert Frost oder Seamus Heaney.

Der Originalartikel liegt hinter einer Bezahlmauer als Businessnachricht

Sign up for quick access to a wealth of global business news, including: Consider breadth and depth to find the ‘greatest poet’

Trigger Warning

Da wir grad bei Meinungen sind:

Columbia students claim Greek mythology needs a trigger warning* / Washington Post

*) Die Bibel nicht???

Langenscheidt hilft da nicht viel:

trigger 1. Elektrotechnik, phot., Technik Auslöšser m (a. fig.);
2. Abzug m (Feuerwaffe), am Gewehr: a. DrüŸcker m, einer Bombe: ZüŸnder m: pull the trigger abdrüŸcken; quick on the trigger fig. ,fix, ,auf Draht (reaktionsschnell od. schlagfertig);

© 2001 Langenscheidt KG, Berlin und MŸnchen; Internet-Wortschatz: © 2001 Langenscheidt KG, Berlin und MüŸnchen und sueddeutsche.de GmbH, MüŸnchen

Wikipedia eher

Triggerwarnung

Mit dem Begriff Triggerwarnung bezeichnet man in Internetforen, die in der Selbsthilfe zum Beispiel bei posttraumatischen Belastungsstörungen dienen, einen Warnhinweis auf mögliche Auslösereize (Auslöser, engl. trigger).

Damit soll ein Mensch, der selbst Lebensbedrohliches erlebt hat, vor einer ungewollten Erinnerung an die belastende Situation durch die Berichte Anderer gewarnt werden. Intensive Berichte und Diskussionen können sonst Auslöser der eigenen Belastungenwerden, die zu viel Angstreaktionen auslösen.

Ein solcher Auslöser kann beispielsweise die Schilderung eines sexuellen Missbrauchssein. Bei Personen, die selbst Opfer eines Missbrauchs oder von Mobbing oder ähnlich Belastendem geworden sind, können dadurch starke Angst- und Panikgefühle oder ein selbstverletzendes Verhalten hervorgerufen werden.

Um vor diesen potenziellen Auslösern zu warnen, werden ähnlich wie bei Spoilerwarnungen meist zusätzliche Leerzeilen in die Nachricht eingefügt; Triggerwarnungen werden daher auch oft analog als Spoiler bezeichnet.

In den Richtlinien mancher Selbsthilfeforen wird das Verwenden solcher Warnhinweise empfohlen oder sogar vorgeschrieben.

(Interessant zu sehen, daß sie inzwischen die Realität nur noch als Selbsthilfegruppe wahrnehmen)

„Fall“ Goethe

Olaf L. Müller rollt den wissenschaftsgeschichtlich interessanten «Fall» Goethe contra Newton neu auf. Trotz interessanten Einsichten, die sein Buch vermittelt, gibt es Anlass zur Verwunderung.

meint Christoph Lüthy in der Neuen Zürcher

Olaf L. Müller: Mehr Licht. Goethe mit Newton im Streit um die Farben. S. Fischer, Frankfurt am Main 2015. 528 S., 32 Farbtafeln, Fr. 38.90.

Christian Marclays Onomatopoesien

Christian Marclays langjährige Auseinandersetzung mit der Onomatopoesie steht im Zentrum einer thematischen Schau im Kunsthaus Aarau.

(…)

Eine wichtige Inspirationsquelle stellen japanische Comics und das Format der japanischen Bildrolle dar. «Manga Scroll» (2010), eine zwanzig Meter lange Makimono-Bildrolle, reiht lautmalerische Ausdrücke aneinander, die englischen Übersetzungen japanischer Mangas entlehnt sind. Auf zwanzig Metern entfaltet sich so eine Choreografie aus wilden Galopps, Bauchrollen und Sprüngen in einer Art Vitaparcours der Geräusche.

Marclays künstlerisches Vorgehen ist von der Verwendung bestehenden Materials und dessen Neuanordnung geprägt. Die Arbeit «Mixed Reviews» (1999–2015) verwendet Ausschnitte aus Musikkritiken und ordnet diese in einer über drei Wände sich hinziehenden Textzeile neu an. Die ursprünglich englische Fassung wird bei jeder Ausstellung in die örtliche Sprache übersetzt, so dass jedes Mal eine neue Komposition entsteht. Die Arbeit macht bewusst, wie sehr sich die Beschreibung von Musik einer metaphorischen Bildsprache bedient, welche Unsichtbares in Schriftzeichen übersetzt und dabei Bilder entstehen lässt, beispielsweise solche von einer «genau richtigen Dosis himmlischer Gischt und galaktischer Moog-Rhythmen». / Eva Dietrich, NZZ

Stramms Kriegsgedichte

Am 1. September 1915 fiel August Stramm an der Ostfront.

Fast auf den Tag genau 100 Jahre später machten Heesch, Fellenberg, Kuhn und Claußner Stramms Kriegsgedichte in einer eindrucksvollen Performance erlebbar. Mit teilweise ungewöhnlichem Instrumentarium und der rezitativischen Inbrunst Heeschs verwoben die Künstler Raum, Zeit und Lyrik zu einer Art Hörspiel, dem das Publikum im Greizer Bahnhof ergriffen folgte. / meinAnzeiger

Todesfuge verfilmt

Der Münchner Filmemacher Robert Sigl, der unter anderem für den „Tatort“ und „Alarm für Cobra 11“ Regie führte, will Celans „Todesfuge“ nun verfilmen. „Ich bin vor Jahren darauf gestoßen, es hat mich unglaublich berührt“, erklärt Sigl und fährt fort: „Das, was Celan beschreibt, ist angesichts der Flüchtlingsdebatte aktueller denn je. Rassismus und Fanatismus zeigen allerorten wieder ihre hässlichen Fratzen, und es ist wichtig, diesen Fratzen den Spiegel vorzuhalten.“ Es soll ein Kurzfilm werden – Sigl übernimmt Drehbuch und Regie, während Schauspieler Alexander Held, bekannt aus „Schindlers Liste“ und „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, die Rolle des Lagerkommandanten spielt. „Ich habe mich für ihn entschieden“, meint Sigl, „weil er wie kein anderer diese Gegensätze, die den Film ausmachen, verkörpern kann: eine „sympathische Brutalität“, eine „schöne Grausamkeit“ oder „todbringendes Wohlbehagen“. Dass der Film von Widersprüchen lebt, klingt schon im Titel „Schwarze Milch“ mit: Die Milch spendet hier nämlich kein Leben, sie ist verdorben und kann geradewegs zum Tod führen. „Das ist derart albtraumhaft und düster“, sagt Regisseur Sigl, „dass der Film nur nachts spielen wird. Der Tag als Metapher für Leben und Neubeginn soll hier nämlich kategorisch ausgeklammert werden.“ (…)

Noch 23 Tage bleiben dem Projekt, um Geld für Dreharbeiten und Postproduktion zu erwirtschaften. „Die deutschen Verleiher tun sich mit der Förderung von düsteren Filmen schwer“, sagt Sigl, „sie haben keine Angst, solche Filme aus Amerika einzukaufen. Wenn wir deutschen Filmemacher dieses Genre allerdings bedienen wollen, werden wir schon fast für krank gehalten.“ Dabei ist es wichtig, dass der Film sich dieser Themen annimmt. „Damit Rassismus gezielt bekämpft wird – vor allem durch die Kunstform des Films, denn der hat die größte Massenwirkung“, erklärt Sigl. „Schwarze Milch“, sagte Paul Celan während einer Rede einmal, sei keine Metapher mehr, „das ist Wirklichkeit“. Robert Sigls Film könnte demnach nicht aktueller sein.

/ Stefanie Schneider, Süddeutsche Zeitung 8.9.

Crowdfunding „Schwarze Milch“

Der Zuschauer lauscht den Zeilen des poetischen Gedichtes TODESFUGE, die sich im selben Moment vor seinen Augen wahrhaftig abspielen. Eine Mischung aus realen Bildern und animierten Sequenzen. Der Betrachter taucht in die erdrückende Erinnerungswelt des Dichters Paul Celan.

Spam zu Gedichtzeilen!

Die Idee «ee spammings» kann dieses Prinzip zu einer Methode für die Medienpädagogik machen: Der Künstler Martin Krzywinksi präsentiert auf seiner Website Gedichte, die – inspiriert von den Gedichten von E.E. Cummings – aus Spamtexten entstanden sind.

Krziwinski definiert die Regeln für «ee spammings» so:

  • Alle Großbuchstaben werden in kleine umgewandelt.
  • Im Text können Leerzeichen und Zeilensprünge eingefügt werden.
  • Ebenso können Klammern oder Satzzeichen ergänzt oder entfernt werden.
  • Wörter können aus dem Text gestrichen werden.
  • Bestehende Wörter können wiederholt werden.
  • Die Wortform (Zeit, Singular/Plural, …) kann verändert werden.

/ Medienpädagogik

Lesungen

Berlin. Ein Abend mit Lyriklesungen von Daniel Falb, Karla Reimert und Rike Scheffler im Ausland, http://ausland.berlin/lyriklesung-falb-reimert-scheffler  (auch die Eröffnung der Herbst/Winter-Saison bei „Lyrik im ausland“ nach der Sommerpause!)
Mittwoch, 16. September
Geöffnet ab 20:00 Uhr, Beginn 20:30 Uhr.
Eintritt 5 EUR

München. „Aber was gehst du denn auch am Sonntagnachmittag durch eine Unterführung“, schreibt der Lyriker Thomas Kunst in einem seiner Gedichte, die sich mit einem Augenzwinkern den großen und kleinen Widerständen des Lebens widmen. Kunst ist am Donnerstag, 17. September, von 19 Uhr an gemeinsam mit der 1939 geborenen Dichterin und Lyrik-Übersetzerin Anna-Maria Carpi sowie der Autorin, Literatur-Installations-Künstlerin und Dozentin Birgit Kempker zu Gast im „Nachsommer der Dichter“ im Lyrik Kabinett, Amalienstraße 83 a. / Süddeutsche