Darf nicht nach Österreich

Im altehrwürdigen Kaffeehaus Trianon in der Mittelmeermetropole Alexandria, seiner Heimatstadt, erzählt Omar Hazek jetzt seine Geschichte. Eigentlich hätte er das in den letzten Wochen auf Einladung des Österreichischen PEN-Clubs in Wien und Graz tun sollen, aber die österreichischen Behörden haben seinen Visumsantrag abgelehnt und ihm zu verstehen gegeben, dass ihre Zweifel ob er auch sicher wieder nach Ägypten zurückkehrt, nicht ausgeräumt werden konnten.

Hazek ist erst seit dem 23. September wieder auf freiem Fuß. An dem Tag kam er zusammen mit etwa 100 anderen politischen Häftlingen im Rahmen einer Amnestie frei, die Präsident Abdelfattah al-Sisi zum islamischen Opferfest verkündet hatte. Diese Geste hatte ihm zwei Monate der zweijährigen Haft erspart.

Im Dezember 2013 war er bei einer Solidaritätskundgebung für die Familie des zu Tode geprügelten Bloggers Khaled Said verhaftet und zu zwei Jahren Gefängnis und einer Buße von 50.000 Pfund (rund 6000 Euro) verurteilt worden. (…)

Die Zeit im berüchtigten Gefängnis von Borg al-Arab, wo die politischen Gefangenen unter sich sind, habe sein Leben und ihn als Person tiefgreifend verändert, er sei demütig geworden, sagt Hazek. In der Zelle, wo bis zu 28 Männer auf 5,5 mal drei Metern zusammengepfercht gewesen waren, habe er über alle weltanschaulichen Grenzen hinweg viel Solidarität und Mitmenschlichkeit erfahren. / Astrid Frefel, Der  Standard 1.12.

Omar Hazek, „In der Liebe des Lebens. Kassiber aus der Haft.“ € 19,80 / 101 Seiten. Löcker, Wien

Zwölf arabische Autoren und Journalisten aus dem Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten, mehrheitlich Frauen, nehmen am 2. und 3. Dezember auf Einladung des PEN-Clubs Austria an der ersten europäischen Tagung für arabische Literatur in Wien teil. Eröffnet wird diese am 2. Dezember um neun Uhr mit einer Pressekonferenz in den Räumen des PEN-Clubs (1., Bankg. 8). 

Advents-Parodien-Rätsel

„Parodie & Poesie“ heißt die Video-Reihe, die die FAZ von heute an in acht Folgen bis kurz vor Weihnachten immer montags und donnerstags auf FAZ.NET ausstrahlt. Dahinter verbirgt sich zunächst ein Lyrik-Rätsel: Zu Parodien auf einige der beliebtesten Gedichte der Deutschen sollen die Originale, die Vorlagen, geraten werden. Die Gewinner erhalten ein digitales Jahresabonnement von F.A.Z. und Sonntagszeitung.

Lumpengewand

Die 30 Gedichte in minmal sind in ihrer inhaltlichen und motivischen Bandbreite vielfältig und sind geprägt durch kurz angeschnittene Sprachbilder: deskriptiv, impressionistisch und „ehrlich“. Tanikawas Verse entziehen sich gekonnt einer hermetischen und überladenen Metaphorik. Gepaart wird diese „offene“ Art des Dichtens in drei grob zusammenhängenden thematischen Blöcken aus je zehn Gedichten, jedoch mit einer strikten formalen Gestaltung in vier bis fünf Strophen aus jeweils drei Zeilen, was Tanikawas Selbstversuch als Dichter der modernen Schule mit der klassischen japanischen Kurzdichtung (Haiku) darstellt, wie dieser im kurzen Nachwort selbst konstatiert. Dem Resultat mangelt es trotz der Kürze jedoch nicht an Kunst: Das Gedicht „Lumpen“ zum Beispiel, das den Band eröffnet, schildert auf prägnante, ja fast „minimale“ Weise das Dichten selbst als eine flüchtige wie nie den Abschluss findende Tätigkeit, als Flicken. In die sprachliche Gestalt des Lumpengewands gesetzt gibt Tanikawa Einblicke in seine musische Beziehung zur Lyrik, seine lange und fast zehrende Liebe zur Dichtung und setzt den Ton für den gesamten Band.

Lumpen

Vor Tagesanbruch
kam
das Gedicht

in schäbige
Wörter
gehüllt

es gibt nichts
was ich ihm schenken könnte
werde nur selbst beschenkt

sein nackter Körper
flüchtig erspäht
durch die gerissenes Naht

wieder und wieder
flicke ich
an seinem Lumpengewand

/ Christian Chappelow, literaturkritik.de

Tanikawa Shuntarō: minimal. 30 Gedichte. Deutsch und Japanisch. Übersetzt aus dem Japanischen von Eduard Klopfenstein. Zürich: Secession Verlag für Literatur, 2015. 100 Seiten, 42,00 EUR. ISBN-13: 9783905951226

Enthauptungen und Gedichte

In der arabischen Welt ist Poesie beliebt wie kaum wo anders. Die erfolgreiche Fernsehsendung Sha’iral-Milyoon (was soviel bedeutet wie „Millionär-Poet“ oder aber auch „Poet des Volkes“) haben 2014 weltweit mehr als 70 Millionen Menschen verfolgt. Die Sendung ist ein Talentwettbewerb für junge Dichter—ähnlich wie DSDS, nur eben für Lyrik. Der Gewinner bekommt umgerechnet bis zu 1,2 Millionen Euro. Zum Vergleich: Für den Literaturnobelpreis gibt es derzeit ein Preisgeld in Höhe von ungefähr 865.000 Euro.

(…)

Es verwundert daher nicht, dass Lyrik auch ein wesentlicher Bestandteil derPropaganda dschihadistischer Gruppen ist. „Die Terrorismus-Forschung hat das bisher zu großen Teilen ignoriert“, meint Professor Lohlker. „Das Hauptproblem dürfte die mangelnden Sprachkenntnisse in weiten Teilen der Forschung sein.“ Auch in der Propagandamaschinerie der IS-Miliz spielt Poesie eine wesentliche Rolle, wie der New Yorker bereits im Juni umfangreich berichtete. „Für die dschihadistischen Subkulturen sind gerade die klassischen Formen bedeutsam, da dadurch die Beherrschung der älteren arabischen Sprache demonstriert werden kann. Diese Beherrschung verstärkt den Anspruch, das einzig wahre Verständnis des Islams zu haben“, erläutert Lohlker.

Während Propagandavideos von Enthauptungen und anderen öffentlichen Hinrichtungen in erster Linie für die westliche Welt produziert werden, gibt es eine weitere große PR-Sparte der IS-Miliz für die arabische Welt: Videos von dschihadistischen Kämpfern, die gut gelaunt im Kreis sitzend Gedichte rezitieren und Lieder singen, sind beinahe genauso einfach auf YouTube zu finden wie Videos vom „heroischen“ Kampf der Mudschahedin. / Paul Donnerbauer, VICE

Poets‘ Militia

Iraqi Performance Art: „Poets‘ Militia“ Relives Victims‘ Plight While Reciting Anti-ISIS Poetry

Iraqi poets have taken the saying that art imitates reality to a whole new level: the „Poets‘ Militia“ travels from one place to another, reciting poetry from within a prisoners‘ cage, an ambulance, or a body bag. Wearing orange jumpsuits, the members of the „militia“ aim to expose „the hideousness [of ISIS practices] through poignant texts of theatrical poetry.“ This report on the „Poets‘ Militia“ aired on Mayadeen TV on November 24, 2015. / memritv

Zum 35. Jubiläum des Rimbaud-Verlags: 100 Gedichte

Es lesen und diskutieren eine Auswahl:

Bernhard Albers
und Heinrich Detering

Mittwoch, den 2. Dezember 2015
um 20 Uhr
Veranstaltungsort: Lyrik Kabinett

Eintritt: € 7,- / € 5,-
Mitglieder: freier Eintritt

Seit mehr als drei Jahrzehnten prägt der Aachener Rimbaud-Verlag die deutsche Veröffentlichungslandschaft zur Lyrik entscheidend mit. Vom Gespür des Verlegers Bernhard Albers zusammengeführt finden sich in seinem hochkarätigen Programm: Erich Arendt, Rose Ausländer, Gottfried Benn, Hans Bender, Elias Canetti, René Char, Peter Huchel, Oskar Loerke, Ernst Meister, Dagmar Nick, Nelly Sachs, Ilana Shmueli, Immanuel Weißglas, Federico Garcià Lorca, César Vallejo und viele andere Namhafte – zudem Studien zu Goethe, Heine, Büchner, Celan und Pound und ein eigener Schwerpunkt mit Texten und Anthologien aus der Bukowina. Zur Feier des 35. Verlagsjubiläums hat Albers 100 Gedichte von Rimbaud-Autoren ausgewählt. Zusammen mit Heinrich Detering, der seinerseits als Dichter bei Rimbaud veröffentlicht, stellt er die Sammlung in Lesung und Gespräch vor: Die persönliche Auswahl wirft einerseits Schlaglichter auf einige der Zentralbereiche deutscher und internationaler Lyrik des 20. Jahrhunderts und erhellt andererseits die innere Vielfalt des Mikrokosmos Rimbaud-Verlag.

Nil-Sein

Im Lande Licht, im Lande Leer,
Einödegebunden,
Liegen sie verstreut umher,
Die Sterne, die Stunden.

Cheopsfriede,
Nilblaues Sein,
Zeitpyramide
Aus Sonne and Stein.

Immanuel Weissglas,
aus: Die Welt kennt keine Poesie. 100 Gedichte von 100 Autoren, hg. von Bernhard Albers (Rimbaud 2015), S. 63;
vorher in: I. W.: Der Nobiskrug. Gedichte (1972); Nachwort von Bernhard Albers (Rimbaud 2011).

Stiftung Lyrik Kabinett
Amalienstr. 83 a / 80799 München

Poetopie

nun explodieren an den Fenstern wieder die knallroten Blüten der Amaryllis

Hansjürgen Bulkowski

Experte der Euphorie

In seiner Rede vom 11. November 2015 tritt Ulf Stolterfoht konse­quent „als Experte der Euphorie“ auf und erzählt aus der eigenen Erfah­rung heraus vom Un­ver­ständlichen. Auf seine leichte und amüsante Art gibt Stolterfoht seine eigene Initia­tion preis, die er bei Oskar Pastior erfahren hat. Ähnlich einer Trans­zendenz­erfah­rung in der Musik tat sich für den Dichter ein ganz neuer Horizont auf: Das Nicht-Verstehen von schwie­rigen Gedichten. Und damit meint Stolterfoht in seiner Rede keines­wegs herme­tische Gedichte.

Denn Unverständlichkeit ist etwas ganz anderes als Schwer­verständ­lich­keit: Das schwer ver­ständliche, herme­tische Gedicht fordert mich als Leser zu herme­neuti­schen Best­leis­tungen auf, es ist klüger als ich und hält etwas von mir verborgen, aber ich, wenn ich nur intel­ligent genug, belesen genug und dazu noch beharr­lich bin, kann mir Einlass verschaffen in die geheimen Kammern der Schwer­ver­ständ­lich­keit. Wenn das schwer ver­ständliche Gedicht das aristo­krati­sche, elitäre und hier­archi­sche Gedicht ist, denn genau so hatte ich diese Gedichte im Deutsch­unterricht erlebt – der neben­bei ein sehr guter war –, dann waren diese Gedichte demo­kratisch und un­hier­archisch. Dass ich sie tatsächlich auch für nicht elitär halte, genau darum geht es ja in dieser Rede.

So spricht Stolterfoht dem Unverständ­lichen eine grosse Befreiung zu – eine Befreiung vom Zwang des Ver­stehens und somit auch eine Befreiung des Denkens. Erst so stellt sich für den Dichter Euphorie ein, die nur schwer vom Gefühl der Freiheit zu trennen ist. Oder wie er selbst ex negativo formuliert: „Plan-und Pflicht­erfül­lung sind schlechte Eupho­rie­produ­zen­ten“. Damit meint Stolter­foht aber keines­wegs aus­schließ­lich anarchi­sche Schreib­weisen, die ganz offensichtlich auf das Unver­ständ­liche setzen oder mit einer leeren, „her­unter­ge­kom­menen Sprache“ kommuni­zie­ren, wie Ernst Jandl das bezeich­nen würde. Ulf Stolter­foht inter­es­siert sich vielmehr für das komplex Arran­gierte, die hoch­gradig konzi­pierten Struk­turen und Formen, welche das Ver­ständnis er­kennt­nis­kri­tisch über­steigen. Des­wegen ist auch Oulipo und ihre auf den ersten Blick strenge, regel­geleitete Schreib­weise für ihn eine Befreiung. (…) / Walter Fabian Schmid im Poetenladen (dort auch die Rede zum Nachhören)

Münchner Reden 14
Ulf Stolterfoht
Wurlitzer Jukebox Lyric FL – über Musik, Euphorie und schwierige Gedichte
Münchner Reden zur Poesie
32 S., Broschur
Herausgegeben von Holger Pils und Frieder von Ammon
Lyrik Kabinett, November 2015
ISBN I 978-3-938776-40-7, 12,00 EUR

Naturgewalt

Wer einem Weltdichter folgen will, schlage das Buch auf und lese:
„Wenn in der ersten Phase des Verliebens einer stirbt, steht Gott nicht mehr allein da…“

Feridun Zaimoglu: Naturgewalt. Eine Feier des Lebens: Der Gedichtband „Kunst Gedichte 1984-2014“ von Thomas Kunst, Edition Azur, Dresden, 144 Seiten, 20 Euro, in: Spiegel Literatur, Dezember 2015 (Die Bücher des Jahres)

Zaimoglus Text beginnt so: „Thomas Kunst, Deutschlands bester und verkanntester Dichter“

Intellektuelles Großgedicht

Man wird diese herrlich überspannten „Streitschriften“, wie der Untertitel des Buches lautet, nicht auf eine Formel bringen können. Sagen wir es so: Monika Rinck gelingt das Kunststück, mit kulturkritisch streng geprüften Parametern und Begriffen ein intellektuelles Großgedicht zu schreiben. Der Essay als Literatur zweiten Grades oder auch: die Lust am Text, gerettet für das Unrettbare. Der Essay aber auch als geistiges Hinterland der Lyrik. Das alles ist ungeheuer turbulent, atemberaubend klug, auch mal überkandidelt, dabei immer anregend, gebildet, stolz, überschwänglich und traurig. Früher hieß das dialektisch – heute: Diva. Bleibt nur, dem Idioten, der Diva und der Dichterin ein schönes Fest zu wünschen. / Ina Hartwig über „Risiko und Idiotie“, Süddeutsche Zeitung 20.11.

Kärntner Lyrikpreis

Der „Kärntner Lyrikpreis der Stadtwerke Klagenfurt Gruppe 2015“ geht an die Klagenfurterin Gabriele Russwurm-Biró.

Die Klagenfurter Journalistin, Fotografin und Autorin erhält bei der feierlichen Übergabe am 3. Dezember um 18 Uhr im Klagenfurter ORF-Theater 4.000 Euro Preisgeld, eine Urkunde und eine Glastrophäe. (…)

Auf Platz zwei (1.500 Euro Preisgeld) schaffte es die Klagenfurter Werkslehrerin Elisabeth Hafner. (…)

Der mit 3.000 Euro dotierte Preis des Landes Kärnten (Kulturabteilung) geht heuer – auf Antrag der Jurymitglieder Winkler und Gerhardt – an den Klagenfurter Autor Alexander Widner für dessen Lebenswerk. Ebenfalls für seine Leistungen „auf dem Gebiet der Kärntner Kultur“ wird der in Köflach geborene und in Klagenfurt lebende Josef K. Uhl (Herausgeber der „Unke“) ausgezeichnet. Uhl veröffentlichte u. a. den Lyrikband „Rock´n´Roll des Herzens“. Der engagierte „Literatur-Detektiv“ wird mit dem Preis der Landeshauptstadt Klagenfurt (Kultur, 1.500 Euro) gewürdigt. / Kleine Zeitung

 

Manès-Sperber-Preis für Ilma Rakusa

Die 1946 in der Slowakei geborene Autorin Ilma Rakusa erhält den mit 8.000 Euro dotierten Manès-Sperber-Preis (…) Die Verleihung findet am 4. Dezember im Bundeskanzleramt statt.

Rakusa kam als Kind in die Schweiz und besuchte in Zürich die Volksschule und das Gymnasium, danach absolvierte sie ein Studium der Slawistik und der Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg. 

(…)

Der mit 8.000 Euro dotierte Preis wird vom Bundeskanzleramt gestiftet und alle zwei Jahre von der Manès-Sperber-Gesellschaft in Wien vergeben. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, deren literarisches und essayistisches Werk in einem sichtbaren thematischen Zusammenhang mit dem Oeuvre von Sperber steht. Dabei spielen die transnationale europäische Orientierung sowie das intellektuelle und zivilgesellschaftliche Engagement eine wesentliche Rolle. Frühere Preisträger waren Péter Esterházy (2009), Jiří Gruša (2011) und Régis Debray (2013).

Am Abend des 4. Dezember findet in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur eine Podiumsdiskussion mit Rakusa, Iris Radisch und Wolfgang Müller-Funk statt. / Der Standard 12.11.

PEN fordert Freilassung von Ashraf Fayadh

Dichterkollegen aus der ganzen Welt drücken ihre Solidarität mit dem in Saudiarabien wegen Abfall vom Glauben zum Tode verurteilten Dichter Ashraf Fayadh aus. Heute hat PEN International einen Brief an die saudischen Behörden veröffentlicht, in dem es heißt: „Ein Gedanke ist kein Verbrechen, wie unpopulär er sein mag, ebensowenig ist die friedliche Äußerung einer Meinung ein Verbrechen. Jeder Mensch hat das Recht zu glauben oder nicht zu glauben. Freiheit des Gewissens ist eine Grundfreiheit des Menschen.“ Unterzeichnet haben u.a. der aus Syrien stammende Dichter Adonis, der Ire Paul Muldoon, die britische Poet laureate Carol Ann Duffy, der serbisch-amerikanische Dichter Charles Simić, John Ashbery (USA), Ghassan Zaqtan (Palästina), Amir Or (Israel) und George Szirtes (Ungarn). / Alison Flood, Guardian

Unter den über 200 Unterzeichnern sind auch Mohamed Bennis, Caroline Bergvall, Peter Cole, Henri Cole, Najwan   Darwish, Hélène Dorion, Marilyn  Hacker, Robert Hass, Michael  McClure, Gregory Orr, Ruth Padel und Arnau Pons.

In Haiti

Haiti ist eins der wenigen Länder, wo die Lyrik eine wichtige Gattung ist. Die Haitianer rezitieren freiwillig lange Gedichte auswendig, unzählige Dichter gibt es. Einer von ihnen, James Noël, würdigt sie durch eine Anthologie zeitgenössischer haitianischer Lyrik (bei Seuil), die 73 Autoren umfaßt. Muriel Maalouf sprach mit ihm für RFI beim Festival des Quatre chemins in Port-au-Prince.

Stifter-Stipendium Oberplan

Ausschreibung: Zwei vierwöchige Stifter-Stipendien für bayerische Autoren in Oberplan, Frühjahr und Herbst 2016. Bewerbungsschluss: 1. Januar 2016

Der Adalbert Stifter Verein vergibt in Zusammenarbeit mit Kulturallmende München im Jahr 2016 zwei weitere Aufenthaltsstipendien von jeweils vier Wochen im Geburtsort Adalbert Stifters in Oberplan/Horní Planá, Südböhmen, das erste für Frühjahr 2016 (April/Mai), das zweite für Herbst 2016 (Oktober/November). Zur Verfügung steht ein Appartement, 200 Meter von Stifters Geburtshaus entfernt. Die Stipendiaten haben die Möglichkeit, sich vier Wochen lang von dem Genius Loci inspirieren zu lassen und zu schreiben. Gegenleistung: eine öffentliche Lesung in Südböhmen und ein Beitrag (Erzählung, Gedichte, Tagebuchnotizen) für einen Sammelband, der im Herbst 2018 mit Texten aller Stipendiaten erscheinen soll.

Jeder Stipendiat erhält ein Honorar von 1.000 € sowie Reisekosten und Verpflegungsgeld. Bewerben können sich (gern auch jüngere) Autorinnen und Autoren, die ihren Wohnsitz in Bayern haben oder längere Zeit in Bayern gelebt haben. Erforderliche Unterlagen: Lebenslauf, Publikationsliste, Arbeitsprobe (4-5 Seiten Prosa, bzw. 4-5 Gedichte) sowie eine Schilderung des Arbeitsvorhabens für das Stipendium.

Einsendung via Post oder Mail bis spätestens 1.1.2016 an Dr. Peter Becher, Adalbert Stifter Verein Hochstr. 8, 81669 München becher@stifterverein.de Die Auswahl erfolgt Ende Januar 2016 durch eine Jury.

Ein Projekt des Adalbert Stifter Vereins in Zusammenarbeit mit Kulturallmende München und dem Adalbert Stifter Zentrum Oberplan. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Bayerische Staatskanzlei.