Delicate flag

I have been reading Whitman on the American flag. He wrote about it repeatedly, though I think only during the years of the Civil War—years of ferocity and sorrow. Naturally his flags are living things. They sing, gaze, beckon, ripple, and pass by. The flag in “Song of the Banner at Daybreak” exhorts the poet himself to speak up: “Yet louder, higher, stronger, bard! yet farther, wider cleave!” The flag sings of the higher values—of more than wealth, and more than peace. Sometimes the flag is womanly. One of his war poems was a not-entirely successful ode to the flag called “Bathed in War’s Perfume,” which he never inserted into Leaves of Grass:

Bathed in war’s perfume—delicate flag!
O to hear you call the sailors and the soldiers! flag like a beautiful woman!
O to hear the tramp, tramp of a million answering men!
O the ships they arm with joy!
O to see you leap and beckon from the tall masts of ships!
O to see you peering down on the sailors on the decks!
Flag like the eyes of women.

But I think I know what he was getting at. You can see it in one of the other flag poems, “Delicate Cluster”:

Delicate cluster! flag of teeming life!
Covering all my lands—all my seashores lining!
Flag of death! (how I watched you through the smoke battle pressing!
How I heard you flap and rustle, cloth defiant!)
Flag cerulean—sunny flag, with the orbs of night dappled!
Ah my silvery beauty—ah my woolly white and  crimson!
Ah to sing the song of you, my matron mighty!
My sacred one, my mother.

Death, for Whitman—death is a woman. That is what he means. Death is the all-welcoming and all-comforting mother.

Ultimately the flag, which is teeming with life, and is the flag of death, is the banner of the revolutionary cause. Everyone who has read Leaves of Grass will remember “Thick-Sprinkled Bunting”:

Long yet your road, fateful flag—long yet your road, and lined with bloody death,
For the prize I see at issue at last is the world.

He means that America is fighting for democracy’s conquest of the world—democracy, in universal battle against the other, enemy principle, which is the flag of kings. / Paul Berman, Tablet

Leseecke 17

FullSizeRenderLeseecke ist eine Rubrik, die sich der Veröffentlichung aller 154 Sonette Shakespeares in Günter Plessows Übersetzung und dem Originaltext (bei Signaturen) anschließt und hier Leseecke und Forum zur Diskussion über die Sonette und / oder Übersetzungen sein kann. Jedenfalls ich werde an 154 Tagen (mit Zwischenraum, um durchzuschaun) mir jeweils eins der Sonette vornehmen und hier den Originaltext und zusätzliches Material anbieten. Einladung zum Pendeln von Shakespeare zu Plessow und zurück (wenns sein muß auf Umwegen über Schlegel/Tieck, Bodenstedt, George, Kraus & Co). (Die Zahl neben dem Wort Leseecke ist die Nummer des Shakespearesonetts). Zur Originalschreibweise: u / v und i / j sind fast regellos austauschbar, liue lies live, ioy lies joy.
Sonette 15-21 bei Signaturen hier
Bisherige Folgen der Leseecke hier.

17

VVHo will beleeue my verse in time to come
If it were fild with your most high deserts?
Though yet heauen knowes it is but as a tombe
Which hides your life, and shewes not halfe your parts:
If I could write the beauty of your eyes,
And in fresh numbers number all your graces,
The age to come would say this Poet lies,
Such heauenly touches nere toucht earthly faces.
So should my papers (yellowed with their age)
Be scorn’d, like old men of lesse truth then tongue,
And your true rights be termd a Poets rage,
And stretched miter of an Antique song.
   But were some childe of yours aliue that time,
   You should liue twise in it, and in my rime.

Einige Anmerkungen zum Text:

beleeue believe

deserts Verdienste

4 shewes shows parts Vorzüge, Eigenschaften

1-4 die Reime come / tomb, deserts / parts sind keine unreinen Reime, sondern verweisen darauf, daß die Wörter anders ausgesprochen wurden. Also vielleicht come / tome, desarts / parts.

6 in fresh numbers number in innovativen Versen aufzählen

8 touches a) Eigenschaften, Züge b) touching a surface with the proper tool in painting, drawing, writing, carving etc. (OED) toucht touched

9 papers Werke lesse truth then tongue mehr geschwätzig als ehrlich

10 scorn’d verachtet

11 true rights a) gerechtfertigtes Lob b) Wortspiel mit rites, Rituale (verdienter Anbetung) Poets rage dichterische Begeisterung, mit einem Beiklang von (schöpferischem) Wahnsinn. Lt. OED erster Beleg

12 stretched miter (stretchèd meter) überanstrengtes Versmaß Antique song häufiges Wortspiel mit antique / antic (grotesk, bizarr)

14 rime (rhyme) damals = Vers (mit leicht pejorativem Anklang)

Deutsche Fassung von Karl Simrock:

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Shakespeares Gedichte. Deutsch von Karl Simrock. Stuttgart: Cotta, 1867, S. 19

Perlen aus der Karl Krausschen Poetisierung:

„wenn der Welt mein Sang zuteil wird“ (1) | „ganz von deiner Huld erfüllt“ (2)

Ann Cotten auf Platz eins

Die Kritiker-Jury der ORF-Bestenliste wählte im Juli Ann Cottens Versepos Verbannt! (Suhrkamp) zum besten Buch des Monats.


Storypart_t105382„Es ist ein bizarres und oft imposantes Gemansche, das Ann Cotten da aus hoch Gestelztem und flachem Kalauern erstellt hat – allerdings kann man das Ganze auch als eine Art Essay in Versen lesen, als Bestandsaufnahme unserer Zeit“, begründet Erich Klein die Wahl.

Der Krieg ist wie eine Krankheit

Serhij Zhadan schöpft seine Prosa und Poesie auf langen Reisen über Landstraßen, in wodkatrunkenen Gesprächen und immer öfter in Schützengräben. Als im Winter 2013/2014 Gegner und Befürworter des Maidan in seiner Stadt Charkiw auf die Straße gingen, war er unter den proeuropäischen Demonstranten. Seit sein Land vor zwei Jahren in den Krieg abrutschte, fährt er in das Konfliktgebiet im Donbass. Er begleitet Hilfstransporte für ukrainische Soldaten, tritt mit seiner Band in Jugendzentren und Kulturheimen in ostukrainischen Industriestädten auf, sitzt mit den örtlichen Bewohnern bei einem Bier am Tisch und redet. Und schreibt.

Anfang August erscheint im Suhrkamp-Verlag die Textsammlung „Warum ich nicht im Netz bin“, die Zhadans Auseinandersetzung mit dem Krieg in seinem Land in Gedichten, Poemen und Tagebucheinträgen dokumentiert. Am Dienstagabend liest er aus dem Buch beim Wiener Lyrik-Festival Poliversale. Im Vorwort beschreibt Zhadan, was Krieg für ihn als Autor bedeutet: Der Tod liegt wie ein drohender Schatten über jeder Handlung. „Der Krieg ist wie eine Krankheit, die unerwartet ausbricht. Und deswegen weißt du auch nicht gleich, wie du dich verhalten und welche Wörter du verwenden musst.“ /   Die Presse

Deserteur

Ein Chanson kommt mir in den Sinn, Le déserteur von Boris Vian, 1954 geschrieben, einen Skandal löste es aus. Eine Aufforderung zur Desertion konnte die Grande Nation nicht brauchen, gerade hatte sie in Indochina ihr Waterloo erlebt und war in den Algerienkrieg gezogen.

Bis Kriegsende 1962 durfte das Chanson nicht ausgestrahlt werden, zugleich wurde es weit über Frankreichs Grenzen hinaus zum Protestlied einer Generation. Von Joan Baez interpretiert, von Wolf Biermann auch, in zahlreiche Sprachen übersetzt, bis ins Schweizerdeutsche schaffte es Vian, Der Dienschtverweigerer von Franz Hohler zeugt davon. / Christoph W. Bauer, Der Standard

Jeremy Adler zum Brexit

Die politische Entscheidung ist gefallen. Nun geht es darum, die kulturelle und wirtschaftliche Bindung zwischen Großbritannien und der EU soweit auszubauen, wie es die politische Situation erlaubt. Wir müssen uns nun mehr denn je an Europas Werte halten. Diese Werte bauen auf die englische Magna Carta auf und auf den Ideen der italienischen Renaissance, der französischen Revolution, der deutschen Aufklärung und der griechischen Demokratie. Mehr denn je müssen wir gemeinsam für Recht und Demokratie, für Freiheit und Toleranz arbeiten. Unsere großen Denker von Locke bis Rousseau, Kant und Havel bleiben vorbildlich. Ihr Projekt Menschlichkeit bleibt. Was die größten deutschen Dichter als die Liebe Hoffnung gepriesen haben, gilt es nun zu bewahren. Die europäische Integration ist unaufhaltbar. Sie lässt sich nicht durch politische Entscheidungen beirren.

Jeremy Adler, geboren 1947 in London, lehrte bis 2004 Deutsche Literatur am King’s College in London.

/ Süddeutsche Zeitung 25.6.

Jeremy Adler (* 1. Oktober 1947 in London) ist ein britischer Dichter und Professor für Deutsche Sprache am King’s College London. Er ist der Sohn des tschechoslowakisch-britischen Schriftstellers H.G. Adler.

Er studierte englische und deutsche Literatur am Queen Mary College in London. Das Thema seiner Dissertation (1977) bei Claus Victor Bock, auf deutsch:Eine fast magische Anziehungskraft, ist der Gebrauch der Chemie in Goethes Roman Die Wahlverwandtschaften. Wie bereits sein Vater Hans Günther Adler gab er Werke von Franz Baermann Steiner (aus dessen Nachlass) heraus. In Deutschland wurde er durch seine Kritik an Bernhard Schlinks Bestseller Der Vorleser bekannt.*

Er schreibt Gedichte und hat sie als Künstlerbücher in seinem Verlag Alphabox publiziert, dort sind auch Texte seines Vaters, von Franz Wurm und Friedrich Danielis erschienen. Vier Ausgaben der von ihm herausgegebenen Sammlung A. An Envelope Magazine of Visual Poetry erschienen 1971–73 und 1977 in London. Er gab verschiedene Bücher bei Writers Forum heraus.

/ Wikipedia

*) Mir wurde er durch seine Arbeiten über und Editionen der Werke von August Stramm bekannt; auch in Deutschland.

When dancers perform poetry and become the poems

(…) what followed was a journey through dance into the soul of various poets. Disciples of Guru Asha Sunilkumar of Sanskriti Academy of Fine Arts presented an absorbing excerpt from the poem Brahma, Vishnu, Shiva by Rabindranath Tagore in Bharata Natyam. Tagore’s ‘fires of creation and the dark without Origin’ soon moved on to Harivansh Rai Bacchhan’s Pralay ki Raat coming to life through the talented disciples of noted Odissi exponent Guru Shubada Varadkar. Dance is truly ‘music made visual’ and some danced the same path, by using penned compositions. (…) The canvas then shifted from Vrindavan to Kailas with Jayeeta Dutta, talented disciple of Muraryi Saharan Gupta, visually etching the opulence of Shiva and Uma in a swing an unusual composition by Kazi Nazrul Islam, the revolutionary poet from Bengal. Renowned teacher, exponent and choreographer Guru Debi Basu’s disciples highlighted through Odissi the emotional lyricism within the saint poet Jayadeva’s poem with the allegory of the human soul’s love — Jeevatama pining for Paramatman, ‘Feeling the essence of God in all creation through beautiful contemporary folds – came the contemporary dance choreographer – Abhishek Rathod and his team. Kalashri Lata Surendra laced the traditional varnam in Bharata Natyam, with lines from the 13th century Persian sufi poet Rumi. Developing the lines of a traditional varnam – she used verses from Rumi in an interesting formatting and blending tradition and innovation (…) / The Asian Age

Digest 21.6.

Flucht aus Wien

Bereits 1953 setzte sich die gefeierte junge Autorin nach Italien ab, um niemals mehr in die Stadt an der Donau zurückzukehren. Zumal die Beziehung zu ihrem Mentor und Liebhaber Weigel – McVeigh wertet als Erster Bachmanns Briefe an ihn aus – erwies sich als zunehmend kontraproduktiv, ja für sie selbst nahezu zerstörerisch. Dies erst recht, als Weigel 1951 die Schauspielerin Elvira Hofer heiratete.

Aber das war nicht der einzige Grund für den Weggang: Weigel hatte in einer nahezu erpresserischen Umarmung versucht, Bachmann für die eigenen Strategien einzuspannen, die sich auch gegen die junge, sich eben in der Gruppe 47 formierende bundesdeutsche Literatur richteten.

Ingeborg Bachmann empfand diese Situation offensichtlich als eine Art babylonischer Gefangenschaft, aus der sie im Wortsinn fliehen musste. Hinzu kam die – damals – gescheiterte Beziehung zu Paul Celan, der McVeigh sehr viel weniger Aufmerksamkeit schenkt. So oder so begann mit dem Abschied aus Wien jener Zustand der Unbehaustheit, den Ingeborg Bachmann bis an ihr Lebensende 1973 in Rom nicht mehr beenden konnte. / Markus Schwering, FR

Unica Zürn, Hans Bellmer, Alexander Camaro

Unica Zürn begegnet 1953 bei einer Ausstellungseröffnung in der Galerie von Rudolf Springer dem Surrealisten Hans Bellmer, der Mitte der dreißiger Jahre nach Paris immigriert war. Eine neue, fruchtbare Künstlerbeziehung beginnt, leidenschaftlich, gefährlich, denn in Unica Zürn hat Hans Bellmer eine lebende „Poupée“ gefunden, die er schnürt, malt, fotografiert, wie es der Surrealist zuvor nur mit seinen gebauten Figurinen praktiziert hat. (…)

Die Ausstellung ruft eine Künstlerin in Erinnerung, die zwar keine Unbekannte ist, deren Bedeutung aber immer noch unterschätzt wird. Die Camaro-Stiftung leistet da zweierlei: Sie würdigt diese besondere Figur durch wissenschaftlich fundierte Erarbeitung, wenn sie auch wieder vornehmlich als die Gefährtin zweier berühmter Männer gesehen wird. Und sie feiert Zürn, genauer: ihren 100. Geburtstag am 6. Juli mit einem großen Fest. Bis dahin ist die Ausstellung in der Camaro-Stiftung zu sehen, die im zweiten Hinterhof eines großbürgerlichen Hauses in der Potsdamer Straße residiert. Der Ort passt perfekt, denn hier unterhielt der Verein Berliner Künstlerinnen bis 1910 seine erste Malschule. In den lichten, hohen Ateliersälen im dritten Stock, unter der gläsernen Decke unterrichtete einst Käthe Kollwitz. / Nicola Kuhn, Tagesspiegel

Camaro Haus, Potsdamer Str. 98a, bis 6. Juli, Di bis Sa 13–17 Uhr, Mi 13–20 Uhr. Fest am 6. Juli. um 17 Uhr. Katalog (Brinkmann & Bose) 25 €

Tayseer al-Sboul

(1939-73) needs no introduction in his homeland, Jordan, but in recent years, there have been efforts to make his works accessible to the English-language readership. In coordination with his family and the Jordanian Writers Union, Nesreen Akhtarkhavari, the director of Arabic Studies at DePaul University, has translated his novel, “You As of Today”, as well as the poems in “Desert Sorrows”, a bilingual book, where the Arabic originals appear across from their English version. This is the first English translation of all of Sboul’s poems, which were written in the years 1960-73, right up to the time of his tragic suicide at the age of only 34. / The Jordan Times

Tayseer al-Sboul: Desert Sorrows
Translated by Nesreen Akhtarkhavari and Anthony A. Lee
East Lansing: Michigan State University Press, 2015
Pp. 139

Viktor Ullmann und Nelly Sachs

Die Kompositionen von Viktor Ullmann entstanden 1943/44 im Ghetto Theresienstadt. Es werden dazu Gedichte von Nelly Sachs vorgetragen. Der 1898 geborene und 1944 in Auschwitz ermordete Komponist Viktor Ullmann gehörte zum Kreis der führenden Wiener Komponisten in den 1920er/1930er Jahren. / NWZ

Zu spät

Brexit – John Oliver will Briten mit Eugen-Freund-Gedicht umstimmen

schrieb die Tiroler Tageszeitung schon am 20.6. Bin ich jetzt Schuld am Brexit? Ich hatte einfach keine Zeit. Sorry, Leute! Wahr ist es trotzdem:

Olivers Lösung: Man solle die „komplizierte, bürokratische, ambitionierte, überhebliche, inspirierende und stets irritierende“ Europäische Union ruhig weiter verteufeln – „aber Großbritannien wäre absolut verrückt, sie zu verlassen“.

Auch John Burnside hat es versucht:

Das ist dumm. Borniert. Man schneidet sich ins eigene Fleisch. Und während wir der überflüssigsten Krise der jüngeren Geschichte entgegentaumeln, kann ich nur ausrufen: I don’t believe it!

Und Ulrike Draesner

Gegen den Brexit hilft nur Aufklärung / Die Zeit

Universum Bachmann

Mittelbadische Presse: 1953 wurde sie [Ingeborg Bachmann] von der Gruppe 47 ausgezeichnet für die »besten deutsch-sprachigen Gedichte ihrer Generation«. Ich bin über das »ihrer Generation« gestolpert.

José F.A. Oliver: Ach, das mit dem »besten«, »wichtigsten« und »bedeutendsten« ist ein so furchtbares Ding  … Wer will das beurteilen. Die Universalität einiger Bachmann-Gedichte vergeht nicht. Das reicht doch, oder? Und dieses »Universum Bachmann« ist nach wie vor geheimnisvoll und magisch  … »Anrufung des Großen Bären«  … Welch wunderschöner Titel  … / Mittelbadische Presse

Verstörend

Unsere Urahnen sprachen gegendertes Semitisch

schrieb Die Welt und fand es verstörend.

Was sonst noch passierte

Fassungslos blickt die Welt auf AfD-Politiker, die die „Protokolle der Weisen von Zion“ für echt halten. Nix zu machen: An Facebook kommen die Medien nicht vorbei, meint Wolfgang Blau im Wiener Kurier. Vorher lassen sie aber in Deutschland noch die Adblocker verbieten, so Netzpolitik. / Perlentaucher

Opferlogik

Der slowenische Dichter Aleš Šteger schreibt in Der Standard

Der Logik des angeblichen Opfers, das sich der Gewalt von außen widersetzt, der Bevormundung durch Europa; das ist die Logik von Le Pen, Orbán und ihresgleichen. Sie sind die selbsternannten Opfer, Opfer der Politik der Linken, Opfer der Migration, Opfer der offenen Grenzen Europas, Opfer der schrittweisen Abkehr von der lokalen, nationalpolitischen und ökonomischen Hegemonie.

Allen anderen, die stumm dem Aufmarsch der Rechten, des Nationalismus, der selbsternannten Sheriffs zusehen, nützt die eigene Untätigkeit – oder sie hoffen es zumindest. Nach dem Vorbild der Rechten versuchen immer mehr Linke in Europa, die Ideale unserer Rechte zu renationalisieren, was empörend und verheerend ist.

Digest 19./20.6.

Peinlich

Nun schickt Lerner eine Programmschrift zum Status der Poesie hinterher… Es ist auch ein autobiographisches Spiel, denn häufig rekurriert der Autor auf eigene Erfahrungen. Lerner gefällt, dass ihm gegenüber jeder Nichtdichter Kenntnisse über Lyrik simuliere, „obwohl die einzigen Gedichte, denen er in den vergangenen Jahrzehnten begegnet ist, auf Hochzeiten und Beerdigungen vorgetragen wurden“. Bereits nach wenigen Seiten wird klar, dass die wahre Poesie eine unmögliche ist, eine, die sich nur im Scheitern, in der Ablehnung oder in der Markierung der Grenze greifen lässt.

Der Autor geht aus von Marianne Moores Gedicht „Lyrik“, das mit den Zeilen „Ich mag sie auch nicht“ beginnt (…). Schon als Kind habe ihn diese Selbstablehnung fasziniert. Sie munitionierte ihn, um gegen all die Zuschreibungen zu bestehen. Hartnäckig nämlich werde Dichtung mit Ruhm in Verbindung gebracht (anerkennende Blicke bei der Information, dass man publiziert wird), doch nicht als echte Arbeit anerkannt. Das dichterische Genie ist der Gesellschaft ein wenig peinlich. / Oliver Jungen, FAZ 19.6.

Ben Lerner: „Warum hassen wir die Lyrik?“ Rowohlt Rotation, E-Book, 2,99 €.

Deutsch-polnischer Preis für Jan Wagner

Der Lyriker Jan Wagner ist mit dem deutsch-polnischen Samuel-Bogumil-Linde-Literaturpreis 2016 gewürdigt worden. Wagner nahm die Auszeichnung gemeinsam mit dem zweiten Preisträger, dem polnische Dichter und Literaturkritiker Kazimierz Brakoniecki, am Sonntag in Göttingen entgegen.

Der Linde-Preis wird von der Stadt Göttingen und ihrer polnischen Partnerstadt Thorn verliehen, er ist mit zweimal 5000 Euro dotiert. Mit der zum 21. Mal vergebenen Auszeichnung werden Künstler gewürdigt, die Menschen, Gesellschaften und Nationen zum gemeinsamen Gespräch führen, wie es in der Ausschreibung heißt. / Die Welt

Tadschikistan

Eine neue Dichtergeneration im persischsprachigen Tadschikistan benutzt die neuen Medien dazu, soziale, ökonomische und politische Probleme, wie sie im exsowjetischen Land in Mittelasien ständig anwachsen, auf Facebook und dem russischen sozialen Netzwerk Odnoklassniki anzusprechen. / albawaba

Tunesischer Literaturpreis

Der Abou El Kacem-Chabbi-Literaturpreis, der bis zur Revolution 2011 jährlich verliehen wurde, wird wiederbelebt, wie das Kulturministerium mitteilte. Der Preis wird von der Banque de Tunisie finanziert und soll kulturelle Leistungen arabischer Länder würdigen.

Abou  El Kacem Chabbi war ein tunesischer Dichter, der 1934 mit nur 25 Jahren starb. Besonders bekannt ist sein Gedicht „Hymne an das Leben“. / impact24

Suche nach der Durchlässigkeit des Wortes

Nach anfänglichen Studien der Mathematik und der Naturwissenschaften zog es ihn, ausgelöst wohl durch die Lektüre Hegels, Heideggers, aber auch Kierkegaards, zur Philosophie.

Bald aber kommt es zu einem Bruch. Bei Jean Wahl liefert Bonnefoy zwar noch eine Magisterarbeit ab, doch hat eine andere Begegnung inzwischen seinen Glauben an die Wahrheiten, die die Universität zu bieten hat, erschüttert. Bonnefoy lässt sich vom späten Surrealismus André Bretons bezaubern, den er 1944 in Paris kennen gelernt hat. Damit, mit der «Entdeckung» der Poesie als eines anderen, eines besseren Weges zur Erkenntnis von Welt und Wahrheit, beginnt das originelle und eigenständige Werk des Yves Bonnefoy. Der gelehrte Dichter weiss, dass er nicht weiss. Anders als etwa Paul Valéry glaubt er nicht an jenes «Mittelmeer des Geistes», das dem Autor des «Monsieur Teste» so teuer war. Die kristalline Klarheit der Konzepte, der Formen, die transparenten Ordnungen einer stillen, leidenschaftslosen Vernunft, kurz die Hervorbringungen eines cartesianischen «esprit de géométrie» sind ihm Konstrukte, philosophische Sprachspiele, die sich vor die Wahrheit des Lebens in seinen sinnlichen Erscheinungen, vor die Wahrheit des Seins schieben.

Aber auch mit Breton wird es rasch, kaum drei Jahre nach der entscheidenden Begegnung, zum Bruch kommen. Denn genauso wenig wie Bonnefoy sich mit den Vorstellungen einer autonomen, abstrakten Wissenschaft als Weg zur Wahrheit anfreunden will, kann er sich mit dem Konzept einer autonomen, selbstgenügsamen Sprache der Dichtung zufrieden geben.

So ist denn auch Yves Bonnefoys Lyrik, die sich in Dutzenden von Büchern über Poème en prose und Gedicht artikuliert, ein Suchen nach der Durchlässigkeit des Wortes, nach dem Zusammenhang des Wortes mit den Dingen des Lebens. «Gewisse Wörter», schreibt Bonnefoy 1970 in seinem oft zitierten Aufsatz über «Die Funktion der Dichtung», «wie etwa Brot und Wein, Haus, oder gar Gewitter, Stein, werden sich von ihrer Rolle als Konzept lösen» – und damit wieder auf einen Sinn ausserhalb der Sprache verweisen.

Mit solchen Vorstellungen, die in der modernen Lyrik seit Mallarmé eigentlich obsolet sind, stand Bonnefoy, trotz verwandten lyrischen Unternehmungen wie etwa im Werk von Francis Ponge oder Philippe Jaccottet, recht isoliert da. / Jürgen Ritte, NZZ

Digest 17./18.6.

Preis für Houellebecq

Michel Houellebecq bekommt den Frank-Schirrmacher-Preis. Der französische Schriftsteller erhält die Auszeichnung satzungsgemäß für „herausragende Leistungen, die zum besseren Verständnis der Gegenwart beitragen“. Der Stiftungsrat der Frank-Schirrmacher-Stiftung, dem Günther Nonnenmacher, ehemaliger Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sowie Michael Gotthelf, Martin Meyer, Mathias Döpfner und Marco Solari angehören, hat damit einen Autor ausgewählt, der als „Anreger und Visionär eine ebenso präzise wie hintergründige Sprache“ pflege und „dessen Werk mit analytischer Tiefe und provokativer Originalität die zivilisatorischen Befindlichkeiten unserer Gegenwart beschreibt“.

Die mit 20.000 Schweizer Franken dotierte Auszeichnung wird zum zweiten Mal verliehen und Houellebecq am 26. September im Berliner Haus dieser Zeitung überreicht. Die Laudatio hält die Soziologin Necla Kelek. / FAZ

Zur Hölle mit der Hymne

Lieber Herr Özil, lieber Herr Khedira, lieber Herr Boateng, bitte singen Sie, wenn Ihnen danach ist; bitte lassen Sie es, wenn nicht. Sollten Sie aber den Druck der Erpressung spüren, den ein anmaßend selbstgerechtes Heimatgefühl auf ein angemessen kompliziertes Heimatgefühl ausübt, dann empfehle ich Ihnen Schmähkritik. Unter uns, von deutschem Dichter zu deutschem Kicker: zur Hölle mit der Hymne! Zum Teufel mit dieser Promenadenmischung aus stumpfen Trochäen, ihrerseits gezeugt im Vollrausch auf einer englischen Insel, und süßlicher Schlampenmelodie, die auch für Österreich schon die Beine breit gemacht hat. Wenn ihr wissen wollt, ihr Patrioten, was eine vaterländische Hymne ist, dann lest gefälligst Hölderlins Gesang an den Rhein. Und dann fragt euch, ob darin etwas angesprochen wird, zu dem man sich bekennen könnte. Kann man nämlich nicht, obwohl dort an nichts gespart wird, durch das sich Zuneigung zu einer deutschen Landschaft fassen ließe. / Per Leo, FAZ

Kate Tempest

„Brand New Ancients“ hieß der erste Lyrikband der 1985 geborenen Autorin. 2013 erhielt sie dafür den renommierten Ted Hughes Award. Auch die Gedichte in „Hold Your Own“ versetzen antike Sagengestalten in die Gegenwart.

Der Orakelpriester Teiresias, der mehrfach sein Geschlecht wechselt, wird für Kate Tempest zu einer Symbolfigur der Selbstsuche. „Während wir im Netz Identitäten sammeln / Und in unsere Smartphones glotzen“ lebe Teiresias vor, „Was es heißt: sich zu behaupten“ und sich beim Polieren diverser Profile nicht selbst zu verlieren. Tiresias – you teach us / What it means: to hold your own. / Frank Kaspar, DLR

National art form

She believes poetry is our national art form – and now Dame Carol Ann Duffy is travelling the length of Britain with a group of fellow poets, on a mission to bring contemporary poetry to the masses – and celebrate Independent Bookshop Week (June 18-25). / Yorkshire Post

Schirm-Gedicht

Seit dem 29. Februar stellt der ORF TELETEXT an jedem Montag ein sogenanntes Schirm-Gedicht eines österreichischen Lyrikers oder einer österreichischen Lyrikerin vor (zu finden im ORF TELETEXT ab Seite 480.) 53 Autorinnen und Autoren schrieben eigens für diese Aktion lyrische Texte, die mit 500 Anschlägen ihr Auslangen finden müssen, um auf eine Teletextseite zu passen. / Wiener Zeitung

Urteilsbegründung

Zwar handele es sich bei dem Gedicht zweifelsohne um Satire und in Verbindung mit dem Kontext, der musikalischen Untermalung und der Gespräche mit Böhmermanns Sidekick Ralf Kabelka auch um Kunst. Diese finde ihre Grenze aber da, wo es sich um reine Schmähung oder Formalbeleidigung handele bzw. die Menschenwürde angetastet werde, so die Begründung.

Der Aussagegehalt an sich sei dabei für Erdogan nicht so verletzend, dass aufgrund dessen ein Unterlassungsanspruch begründet wäre. Es sei fernliegend, dass der Rezipient annehme, das Gedicht weise einen Wahrheitsgehalt auf. Hinzu käme, dass sich Erdogan als türkischer Staatspräsident auch stärkere Kritik gefallen lassen müsse. Die Einkleidung des Gedichts führe allerdings zur Bejahung des Unterlassungsanspruches.

Die untersagten Zeilen seien laut Begründung zweifelsohne schmähend und ehrverletzend. Sie griffen gerade gegenüber Türken oftmals bestehende rassistische Vorurteile auf. Als besonders erschwerend sah das LG die Erwähnung des „Schweinefurzes“ an, da das Schwein im Islam als „unreines Tier“ gelte. / Legal Tribune Online

Wovor die Deutschen Angst haben

Ich weiß, wovor die Deutschen, also Sie, Angst haben. Ich weiß, weshalb sie mich nach meiner Angst fragen. Ihnen kann ich die Angst nehmen und den Jungs damit Mut machen. Ja! Mit der Angst, die Sie haben, kann ich ihnen Mut machen. Dankbar bin ich Ihnen, dass sie bis hierhin gekommen und Interesse gezeigt haben. Wenn wir, mit „Wir“ meine ich besonders die mit einer Migrationsgeschichte unter uns, Verantwortung übernehmen, ihnen die Wege zeigen, die wir selbst mit Mühe und Not bestritten haben, dann werden wir diese Kinder gewinnen! Wie? Mit ganz einfachen Sätzen wie: ‘Ja. Ich musste mal in die Hose machen, weil ich nicht sagen konnte: Ich muss Pipi! Und jetzt? Schaut mal! Jetzt stehe ich hier!’”

Liebt Kafka und Goethe genauso wie Rumi! /Alime Sekmen, Deutsch-Türkisches Journal

Bindingpreis für Schöffling

Der mit 50.000 Euro dotierte Binding-Kulturpreis geht in diesem Jahr an den Frankfurter Verlag Schöffling & Co..

Der Verlag setze seit über 20 Jahren konsequent auf literarische Qualität und Autorenpflege, teilte die Binding-Brauerei am Dienstag mit. Er sei ein „überregional weithin geachteter Leuchtturm der literarischen Welt“. Preisübergabe ist am 2. Juli im Kaisersaal des Frankfurter Römers.

Mit dem Preis werden seit 1996 jedes Jahr Kulturschaffende aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet ausgezeichnet, zuletzt Städel-Direktor Hollein. / hessenschau

Der Binding-Kulturpreis (auch Binding Kulturpreis) wird seit 1996 jährlich von der Binding-Kulturstiftung vergeben. Alleiniger Stiftungszweck ist die Vergabe dieses mit 50.000 Euro hochdotierten Kulturpreises. Mit dieser Auszeichnung will die Stiftung „Künstler oder kulturelle Einrichtungen aus dem Rhein-Main-Gebiet, deren Wirken und Schaffen über die Region hinaus Aufmerksamkeit und Anerkennung gefunden haben“, besonders hervorheben.

Das Stiftungsvermögen in Höhe von 1,5 Millionen DM wurde 1995 aus Anlass des 125-jährigen Bestehens der Frankfurter Binding-Brauerei zur Verfügung gestellt.

Der Preis ist nicht mit dem Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz zu verwechseln. / Wikipedia

Unter den bisherigen Preisträgern waren der Stroemfeld Verlag Frankfurt/Basel, die Maler der Quadriga: Karl Otto Götz, Heinz Kreutz, Otto Greis und Bernard Schultze, die „Kernmitglieder der Neuen Frankfurter Schule“: F. W. Bernstein, Bernd Eilert, Robert Gernhardt, Peter Knorr, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F. K. Waechter, das Literaturhaus Frankfurt und der Komponist Heiner Goebbels.

Brentanopreis an Thilo Krause verliehen

Für seinen Gedichtband „Um die Dinge ganz zu lassen“ hat Thilo Krause den mit 10.000 Euro dotierten Clemens-Brentano-Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg erhalten. Der Lyriker nahm die Auszeichnung am 28. Juni 2016 im Rahmen einer Konzert-Lesung aus den Händen von Kulturbürgermeister Dr. Joachim Gerner im Palais Prinz Carl in Heidelberg entgegen. Krause nannte die Auszeichnung eine große Ermutigung, auf dem Weg weiterzugehen, den er eingeschlagen habe.

Dass Krauses ruhig gehende Verse einen Kontrapunkt in das mediale Rauschen setzten, hatte die Jury bei ihrer Entscheidung im Februar 2016 hervorgehoben: „Mit wenigen Worten und unprätentiöser Sprache fängt dieser genaue Beobachter Stimmungen und Lebenssituationen ein und verwandelt sie in Sprach- und Klangbilder von großer Tiefenschärfe. Das Gedicht wird hier zum Ort, ‘um die Dinge ganz zu lassen‘.“

Laudator Manfred Papst (Neue Zürcher Zeitung) betonte bei der Preisverleihung, Krause habe sich bereits mit seinem 2012 erschienenen Erstling „Und das ist alles genug“ als Dichter mit ganz eigener Handschrift gezeigt. Mit seinem zweiten Lyrikband, „Um die Dinge ganz zu lassen“ (2015), bestätige er seinen Rang aufs Eindrücklichste: „Krauses Verse zeugen von genauer Beobachtungsgabe und tiefer Musikalität. In ihrer Kontemplation und Gelassenheit, aber auch in ihrem Sinn für überraschende Wendungen erinnern sie oft an chinesische Gedichte der Tang-Zeit“, sagte Papst. „Thilo Krause pflegt eine Ästhetik der Schlichtheit. Seine Texte ruhen ganz in sich selbst. Sie kommen ohne Pathos aus. Ihre Welt ist der Alltag, in dem sich indes immer wieder kleine Epiphanien ereignen. Wir verstehen jedes Wort und kommen gleichwohl aus dem Staunen nicht hinaus.“ (…)

Der Jury des Clemens-Brentano-Preises gehören an: die Literaturkritikerin und Kulturjournalistin Claudia Kramatschek, die SWR-Redakteurin Annette Lennartz, der Heidelberger Literaturwissenschaftler und Editionsphilologe Prof. Dr. Roland Reuß, Dr. Thomas Wohlfahrt, Direktor der Literaturwerkstatt Berlin, sowie die Germanistik-Studierenden der Universität Heidelberg Katharina Grünke, Markus Schork und Marcus Weiss. / Stadt Heidelberg

Neues vom Erdowahn

Wollte ich die Causa Erdoğan-Böhmermann seit der letzten Meldung vom April oder Mai nachtragen, es liefe auf 2 Stunden Recherche heraus. Muß nicht sein. Hier das Neuste:

Der Rechtsstreit um das Schmähgedicht von ZDF-Moderator Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geht in die nächste Runde: Nach der vom Landgericht Hamburg ausgesprochenen einstweiligen Verfügung gegen weite Teile des Gedichts wolle Erdogan nun den kompletten Text verbieten lassen, berichtete der „Spiegel“ an diesem Samstag. Erdogans Anwalt Michael-Hubertus von Sprenger habe am Mittwoch Klage beim Landgericht Hamburg eingereicht.

Mitte Mai hatte das Gericht eine einstweilige Verfügung erlassen, nach der ein Großteil des Werkes nicht weiterverbreitet werden darf. Erdogans Anwalt wolle nun im Hauptsacheverfahren ein Komplettverbot des Gedichts erwirken. Sprenger berufe sich dabei im Wesentlichen auf die Argumente, die er auch schon im Verfügungsverfahren vorgebracht habe, allerdings mit einer Ergänzung: „Böhmermann kann sich nicht auf Kunst berufen, wenn er selbst behauptet, das Kunstwerk stamme gar nicht von ihm“, sagt Sprenger dem Nachrichtenmagazin. / FAZ

Fein, Autorschaft vor Gericht, das gibt Arbeit für Literaturwissenschaftler. Wir berichten weiter. Wenn auch nicht lückenlos.

Böhmermann und Erdoğan in L&Poe