Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Urszula Wińska Lagergebet (Pacierz obozowy) Vater unser, der Du bist im Himmel Und siehst unser heimatloses Leben, Nimm uns in Obhut, Deine treuen Kinder, Stille die Tränen, die unsere Seele trüben. Geheiligt sei Dein Name hier auf fremder Erde, Wo wir dem Vaterhaus gewaltsam… Continue Reading „Lagergebet aus Ravensbrück“
Johannes Bobrowski (* 9. April 1917 in Tilsit; † 2. September 1965 in Berlin) WENN VERLASSEN SIND Wenn verlassen sind die Räume, in denen Antworten erfolgen, wenn die Wände stürzen und Hohlwege, aus den Bäumen fliegen die Schatten, wenn aufgegeben ist unter den Füßen… Continue Reading „Wetterzeichen“
Else Lasker-Schüler An mich Meine Dichtungen, deklamiert, verstimmen die Klaviatür meines Herzens. Wenn es noch Kinder wären, die auf meinen Reimen tastend meinetwegen klimperten. (Bitte nicht weitersagen!) Ich sitze noch heute sitzengeblieben auf der untersten Bank der Schulklasse, wie einst … Doch mit spätem… Continue Reading „Meine Dichtungen, deklamiert“
April 1940: Beginn des Massakers von Katyn, bei dem tausende polnische Offiziere und Intellektuelle hingerichtet und im Walde von Katyn verscharrt werden. Erst 1990 gab die sowjetische Führung die sowjetische Verantwortung für das Verbrechen zu. Friederike Mayröcker IM WALDE VON KATYN im Walde von… Continue Reading „Im Walde von Katyn“
Mascha Kaléko Wiedersehen mit Berlin Berlin, im März. Die erste Deutschlandreise, Seit man vor tausend Jahren mich verbannt. Ich seh die Stadt auf eine neue Weise, So mit dem Fremdenführer in der Hand. Der Himmel bläut. Die Föhren lauschen leise. In Steglitz sprach mich… Continue Reading „Wiedersehen mit Berlin“
Anna Krommer (* 31. März 1924 in Dolný Kubín, Tschechoslowakei), deutschsprachige Schriftstellerin mit US-amerikanischer Staatsangehörigkeit) Aus: Ankunft im Regen Ich kam von fern in diese tiefe Nacht, Trag als Gepäck des ganzen Lebens Last, Kam ungebeten, bin bei keinem Gast, Und habe keinem etwas… Continue Reading „Ankunft im Regen“
Luise Hensel (* 30. März 1798 in Linum, Mark Brandenburg; † 18. Dezember 1876 in Paderborn) Unbegreiflich Sie rechnen viel und zählen, Und Eins ist doch nur noth. Sie sorgen stets und quälen Sich nur um’s Erdenbrod. Sie schaffen, tauschen, wählen, Und bald doch… Continue Reading „Heut roth und morgen todt“
Jo Mihaly (eigentlich: Elfriede Steckel, Geburtsname: Elfriede Alice Kuhr; * 25. April 1902 in Schneidemühl; † 29. März 1989 in Seeshaupt, Bayern), Tänzerin, Schauspielerin, Schriftstellerin Bettelsong Ach quatsch mich nicht an, Mensch Mit deinem Sermon lehr du mich die Welt verstehn! Wat weisst denn… Continue Reading „Bettelsong“
Amanda Aizpuriete (* 28. März 1956 in Jūrmala, Lettland) Selbst den Untergang nicht erflehn –, Wie Centimes Sekunden scheppern, hufspurbittres Sumpfwasser keine Verwandlung mir bringt. Mit Fäusten schlag ich den Brustkorb der Zeit. Aderngedröhn bis endlich der Friedensbote kommt, ein Bluthund – die Knie mir… Continue Reading „Selbst den Untergang“
Sophie Mereau-Brentano (* 27.03.1770, † 31.10.1806) An einen Baum am Spalier Armer Baum! – an deiner kalten Mauer festgebunden, stehst du traurig da, fühlest kaum den Zephyr, der mit süßem Schauer in den Blättern freier Bäume weilt und bey deinen leicht vorübereilt. O! dein… Continue Reading „An einen Baum am Spalier“
Heute etwas Spanisches. Ich danke Àxel Sanjosé für die Übersetzung (unter dem Original). Iñigo López de Mendoza, Marquis de Santillana y Conde del Real de Manzanares (* 19. August 1398 in Carrión de los Condes, Palencia; † 25. März 1458 in Guadalajara) Serranilla VI… Continue Reading „Wie die Sennerin aus der Fenchelheide“
Richard Leising (* 24. März 1934 in Chemnitz; † 20. Mai 1997 in Berlin) Homo sapiens Der Mensch lebt nicht vom Brot allein Er will auch sein Rettich und Eisbein. Unsertäglichbrot genügt ihm nich Er schreit nach seinem Brotaufstrich. Von der Wiege bis zum… Continue Reading „Homo sapiens“
Yoko Tawada Die japanisch-deutsche Schriftstellerin wurde am 23. März 1960 geboren. 4 Seiten aus: Yōko Tawada: Abenteuer der deutschen Grammatik. Gedichte. Tübingen: konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, 2010
Zuzanna Ginczanka, ursprünglich Zuzanna Polina Gincburg oder Zuzanna Pola Gincburżanka, * 22. März 1917 in Kiew, dam. Russisches Kaiserreich; † Dezember 1944 in Krakau, war eine polnische Lyrikerin. Sie wurde von der Gestapo verhaftet, gefoltert und erschossen.
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