Kategorie: Deutschland

118. Die Poesie der jungen Sarah Kirsch

Sarah Kirsch war schon in ihren frühen Jahren eine berühmte, jedenfalls in der DDR anerkannte Dichterin: Sie wurde 1935 im Harz geboren, sie ging 1977 in die Bundesrepublik. Sie lebte einsam in Schleswig-Holstein und wurde dann, im Westen, offensichtlich unterschätzt. Die Poesie der jungen… Continue Reading „118. Die Poesie der jungen Sarah Kirsch“

117. Gelungen

Besser gelang der Auftritt des Lyrikers Hendrik Rost, der sich gar nicht erst auf das angebotene Lesestühlchen setzte, sondern stehend seine kurzweiligen Gedichte vortrug. Ja, Gedichte über das Millerntor, über MySpace, das geht. Überhaupt versteht es Rost, profanen Alltag listig in Szene zu setzen:… Continue Reading „117. Gelungen“

116. „Weitgehend unbekannt“

Lob von höchster Stelle ist er gewohnt. Literaturnobelpreisträger Günter Grass gefiel die „ungewöhnliche Art“ seiner Gedichte, der Kölner Autor Hans Bender schrieb ihm: „Ich bewundere Ihre Intelligenz, die Leichtigkeit, Klarheit Ihrer Formen, Ihrer Sprache.“ Doch in Hürth, wo er seit fast 40 Jahren lebt,… Continue Reading „116. „Weitgehend unbekannt““

114. Sächsisch geholfen

Nur dann wird der Arme wahrgenommen, wenn man glaubt, ihm auch sein Allerletztes aus der Tasche holen zu können. Denen, die so denken und handeln, sollte „sächsisch geholfen“ werden: „Mer wallen ich halfen!“, das heißt: „Wir wollen es euch schon zeigen!“ Satirische Gedichte sind… Continue Reading „114. Sächsisch geholfen“

112. „Ein Rassist als moderner Lyriker“

„Gottfried Benn, geboren 1886 und aufgewachsen in Dörfern der Provinz Brandenburg. Belangloser Entwicklungsgang, belangloses Dasein als Arzt in Berlin“. Mit diesen drei Zeilen stellte sich der Dichter 1919 in in der berühmt gewordenen Lyrikanthologie „Menschheitsdämmerung“ vor. Mit diesen Zeilen beginnt auch Joachim Dycks kompetente… Continue Reading „112. „Ein Rassist als moderner Lyriker““

111. ,Das Gezeichnete Ich‘

So einfach kann es gehen. Der Name stammt aus dem Gedicht «Nur zwei Dinge» von Gottfried Benn. «Das Gedicht ist wunderschön. Es beschäftigt sich mit der Frage, warum wir hier auf der Welt sind, und was das Leben überhaupt für einen Sinn ergibt. ,Das… Continue Reading „111. ,Das Gezeichnete Ich‘“

109. Eichendorff vertont

Eichendorffs poetischer Rang bleibt unbestritten, die Figur aber ist ambivalent. Einerseits: ‚Eichendorff‘, sagt Killmayer, ‚will sein Glück über die Welt, die Erde mitteilen, die von Gott geschaffen worden ist . . . Er ist glücklich in der Natur und in seinem Glauben.‘ Andererseits: Einem… Continue Reading „109. Eichendorff vertont“

107. Tadeusz Dabrowski und Andre Rudolph in Dresden

Tadeusz Dabrowski und Andre Rudolph lesen am Donnerstag (29.7.) in Dresden Wir laden Sie herzlich ein zur Lesung in der Reihe LITERARISCHE ALPHABETE am Donnerstag, 29. 7. 2010, 20 Uhr im im LeseGarten, Prießnitzstraße 56, Dresden (bei schlechtem Wetter in der Buchhandlung LeseZeichen) Tadeusz… Continue Reading „107. Tadeusz Dabrowski und Andre Rudolph in Dresden“

105. Ernst Blass in drei Bänden

Die stärksten Gedichte entstanden früh. Sie stehen im Debütband, mit dem Schumann die Präsentation des Blass-Werks eröffnet. »Auch der Lyriker«, schrieb der 22-jährige Poet im Vorwort des Bandes, »wird nächstens ein Erkennender sein, ein Kämpfer, einer, der haltbare Grundlagen sucht …, einer, der für… Continue Reading „105. Ernst Blass in drei Bänden“

103. Whitman, Cage, Tenorio

Inspiriert von der Lyrik des amerikanischen Poeten Walt Whitman, der Entgrenzung seines lyrischen Ichs in Song of Myself (Leaves of Grass), widmet sich Tenorio der Kausalität von Situationen und ihrer körperlichen Erfahrbarkeit und Umsetzung. In der Reibung mit den lyrischen Repliken konfrontiert sie ihre Bewegungen… Continue Reading „103. Whitman, Cage, Tenorio“

101. Selbstdichter und Bänkelsänger

Es gab sesshafte Bänkelsänger, die in Mundart sangen und selbst die Texte für ihre Lieder schrieben, wie den blinden Bänkel- beziehungsweise Zeitungssänger Philipp Keim (1804-84), der in der Mannheimer Gegend so sein Brot und Wurscht verdiente. Er muss ein solches Unikum gewesen sein, dass… Continue Reading „101. Selbstdichter und Bänkelsänger“

100. Lieder nach Benn und Catull

Gedichte von Benn, Eich, Gezelle, Lasker-Schüler, Keim und Trakl. Der Komponist: Winfried Michel aus Münster. Das erste Lied „wenn auch“ führt noch sanft in die neue Materie ein. Der Zusammenklang zwischen der reinen Diatonik der Spieluhr und dem langsamen, zwischendurch sprechartigen, chromatischen Gesang, erschließt… Continue Reading „100. Lieder nach Benn und Catull“

99. „Atemschaukel“ als Hörspiel

Kai Grehn macht das Unmöglich möglich: Er inszeniert das beeindruckende Hörspiel von Herta Müllers „Atemschaukel“ Das Hörspiel gibt dem Ohr gleich einen Notenschlüssel fürs Verständnis mit. Es beginnt – anders als Herta Müllers Roman „Atemschaukel“ – mit Oskar Pastiors Gedicht „Die Suppe war einmalig“,… Continue Reading „99. „Atemschaukel“ als Hörspiel“

98. Rosen und Gedichte

Hinter dem Fachwerkhaus des Falkenseer Museums an der vielbefahrenen Falkenhagener Straße entsteht in Peglows Regie und unter Mitwirkung von Uwe Jens Graff, einem Mitarbeiter der Stadt, ein musealer Garten. Er ist der Dichterin Gertrud Kolmar gewidmet und wird in schöner Symbiose „Rosen und Gedichte“… Continue Reading „98. Rosen und Gedichte“

97. Meine Anthologie 54: Friedrich Rückert, Tagesliteratur

Tagesliteratur Die Flut der Poesie wirft an den Strand Viel bunte Steinchen, Kieß und Sand, Darunter echte Perlen liegen. Die Knaben Recensenten schrein: Ein neuer Stein, ein neuer Edelstein! Und von den Perlen wird geschwiegen. (Gedichte Bd. VI, 1838) Aus: Elf Bücher Deutscher Dichtung.… Continue Reading „97. Meine Anthologie 54: Friedrich Rückert, Tagesliteratur“