Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Wir waren nicht schmutzig,
Denn wir wollten rein sein,
Rein sein und unschuldig.
Nicht schuldig, wie unsere Väter,
Verfault, wie unsere Mütter,
Heuchlerisch, wie unsere Priester
ein name klingt, name innig umarmt mit der trägerin
in die grube gebettet, bezeichne frühlingsgefärbte helle, blatt-
werk oder geruch nach anfang. blumen, die sich aufbäumen
Das fertige Opus donnert
vor den verschlossenen Augen
verzweifelter Kritiker
#KOGötz #otd
Wer von Holland liest, ist geistig dort. Die Erhabenheit Hollands rückt es in die Ferne.
Der Dichter
strömt seine Verse nicht aus wie
der Stadtbrunnen sein Wasser zum Beispiel.
Wonach ich nicht suche, finde ich. Gras
weckt mich, Stielkraut. Gedächtniskratzer
Es gibt Dörfer, an denen die Stille so aufschreit,
daß nichts zu hören ist, selbst das Gespräch der Frauen
am Tor beim Abschied, verstehe ich nicht.
Wer durch das Feuer
Wer durch das Wasser
Wer durch die Dürre
Wer aus altem Hass
Nach Durchlesung eines Manuskripts mit Gedichten
Das süße Zeug ohne Saft und Kraft!
Es hat mir all mein Gedärm erschlafft.
ich habe schulden. ich sitze und trinke kaffee. ich lese zeitung, die ich habe wie ich schulden habe. ich lese: die bürger wollen mehr blumen und bäume. die bürger haben schulden wie ich.
Poesie ist nicht unerklärlicher als irgend etwas anderes Lebendiges. Hinter der Behauptung, sie sei unerklärlich, steckt der Anspruch einer tötenden Auflösung. Oder eine Diffamierung des Erklärens.
Beim Blättern in alten Ordnern finde ich einen Zeitungsausschnitt aus der Wochenzeitung Sonntag von 1983 mit zwei Gedichten einer jungen Lyrikerin. Am Rand direkt darunter eine Randnotiz in meiner (damaligen) Handschrift. Sonntag ist die DDR-Vorgängerin des heutigen Freitag. Mein Kommentar ist nicht sehr freundlich,… Continue Reading „Lyrikkritik 1983“
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