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österreich ist ein sicheres land, hier wird nur aus liebe getötet
am nationalfeiertag singen militär und präsident die bundeshymne
am nationalfeiertag geschieht unter der gehissten flagge der
23. femi(ni)zid des jahres
Immer wieder die sensiblen jungen Männer
mit dem verstimmten Klavier
ihrer Herzen Not
Sehnsucht mit der rechten Hand
Einsamkeit mit der Linken
Klaviere im Regen der Zeit
Sie küßt mich spruchreif für die Gegenwart.
Man wirft mich roh auf irgend einen Tresen.
Ich werde ausgespuckt als faule Redensart
und war doch fast schon am Parnaß gewesen.
wahnwitz all dies dies hier zu sehen
wie
was das wort ist
sehen
flüchtig sehen
flüchtig zu sehen glauben
flüchtig zu sehen glauben wollen
Mitten im Totschlag
betritt Geißblatt das Haus
säugt die Zimmer
flurwärts
Schädel und Nebenhöhlen
ankert in der Schwebe
ausrißbereit.
lief
eine Frau quer über Panzerteile
ihr Gesicht war durchgestrichen
kann sein sie lebte gar nicht mehr
nur laufen war geblieben
Als es klein war, wollte dieses Gedicht ein Liebesgedicht werden, dann ein politisches, dann ein experimentelles.
bach schloß die augen, die schon bei sehenden zeiten so viel überirdisches geschaut hatten.
Weinte mit keinem Wort
Lebte vom Leben schon sehr weit entfernt
Legte an alles Geschehen längst
den Maßstab der Ewigkeit
Trat freiwillig unter ihr Schicksal
Hatte es schon »im voraus bejaht, sich ihm
im voraus gestellt« schrieb sie
Ulla Hahn: Gertrud Kolmar
die dinge
(ich, der schnee, die sterne)
sind metaphern
ein und desselben
das macht uns
verwandt
Martin Jankowski
Welches
möchten Sie
mitgehen lassen? Eins
von Watteau. Na gut, weil Sie
ehrlich sind, will ich
ein Auge zudrücken. Bloß
nicht zur Gewohnheit
machen, sonst kommt die Sache
ans Licht.
Günter Bruno Fuchs
das Böse war geboren und das Gute forderte als Schutz, zu dunklem Trost, die Reflexion. wir hatten die Feder gekrümmt wie zum Pflug, zogen mit ihr über das Papier, der abgenommene Mond leuchtete, und jemand starb, nicht du.
Hendrik Jackson
Eine Sonate von Stockhausen
drei Preise für Böll
das Dementi von Andersch
zwei Schmierzettel von Faßbender
Marylin Monroe ist tot
Rolf Dieter Brinkmann
Da dacht ich nun wirklich,
Hätt’s sauber erwischt;
Meint mich auf Rosen,
Und lieg auf dem Mist.
Friedrich Müller (1749-1825)
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