Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Veröffentlicht am 12. Mai 2010 von lyrikzeitung
Schreiben war für Rosenkranz eine Notwendigkeit. „Wenn ich nicht die Möglichkeit des Ausdruckes gehabt hätte, wäre ich erstickt an meinem Leben.“ Ob die Kindheit in der Bukowina, das KZ, der Gulag – als „einer der wenigen nicht akademischen deutschen Dichter“, so Hörner, schrieb er „aus einer bodennahen Perspektive mit einer Abneigung gegen intellektuelle Mätzchen“. Zur deutschen Sprache, die nicht die Muttersprache war, hat Rosenkranz „ein Verhältnis wie zu einer verlorenen Geliebten“ gehabt. Er kannte sie ganz genau, spielte mit ihr – bei aller Dramatik – immer wieder auch humorvoll, etwa wenn er dem Pfarrer erwidert, „Wein ist als Dein Wort nicht schlechter“.
Am Ende seines Lebens verliert der Dichter das Augenlicht, das Gehör und die Stimme. 2003 verstarb er im Alter von fast 100 Jahren. „Er wäre wohl skeptisch darüber gewesen, in die Fänge des modernen Literatur- und Medienbetriebes geraten zu sein“, sagte seine Witwe Doris Rosenkranz über ihren Mann. Lange habe er sich mit dem Gedanken getragen, alle Gedichte zu verbrennen. / Margit Haas, Südwestpresse
Kategorie: Deutsch, Deutschland, RumänienSchlagworte: Margit Haas, Moses Rosenkranz
Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..
| ranranshi bei Heimliche Liebe | |
| Malte Krutzsch bei Heimliche Liebe | |
| ranranshi bei Lauter Bschiss | |
| Félin Murr bei Im Wald | |
| dazzling95a12c325d bei Der ordentliche Mensch la… | |
| Gabriele Schreib M A bei Leute! nehmt Abschied! | |
| angelikajanz bei Forscher im Freudenrausch, und… | |
| Karin Monteiro Zwahl… bei Das wars schon | |
| Mail Artists' Index bei Martin Bernhardt (1961-2000) |
Kann zu diesem Blog derzeit keine Informationen laden.
Das war noch Luxus: sich mit dem Gedanken tragen dürfen. Was Besseres ensteht heute gar nicht erst, höchstens als Behauptung. Und was sich so behauptet, muss nicht verbrannt werden, sondern geht ganz automatisch den Weg ins Graue. Wohl dem, der noch was Gutes zum Verbrennen hat! Kann er sich noch eine Stunde am Lebensende dran wärmen.
LikeLike