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Brodskys Ukraine-Schmäh

Von Michail Ryklin (Auszüge)

(…) 1991/1992, als die Sowjetunion zerfiel, war der sowjetische Exil-Schriftsteller Joseph Brodsky «poeta laureatus» der Library of Congress Washington DC. Sein ganzes Leben hatte er sich, so ein Freund des Dichters, durch «extremen Individualismus, Selbständigkeit im Denken, Originalität und vielleicht sogar Exzentrik» ausgezeichnet. Das Sowjetimperium bestrafte ihn zuerst wegen Schmarotzertums, dann schickte es ihn ins Exil. Viel hatte Brodsky für dieses Reich nicht übrig, ganz im Gegenteil. Er erzählte gern, wie er halb im Scherz die Frage parierte, von wo aus man am besten auf den Kreml schauen sollte: «Aus der Kabine eines amerikanischen Bombers.»

Sein Leben lang hatte Brodsky – vor allem als Dichter, aber auch im Alltag – in sich den privaten Menschen kultiviert. Seine Nobelpreisrede begann er 1987 mit den Worten: «Für einen Privatmann wie mich, für einen, der sein Leben lang die private Existenz jeder Rolle von sozialer Bedeutung vorgezogen hat (. . .), für einen solchen Menschen stellt es eine unbequeme Herausforderung dar, sich auf diesem Podium wiederzufinden.» (…)

Der Zerfall der Sowjetunion hätte diesen inspirierten Diener der Poesie und Individualisten nicht besonders aufgeregt, wäre nicht dieser eine Umstand gewesen: Die Ukraine erklärte ihre staatliche Selbständigkeit!
Anfangs verstand Brodsky nicht, warum ihn dieser Akt so heftig traf und in Wut versetzte: «Alles, was schlecht ist für die Sowjetunion, ist absolut richtig», hatte er seinerzeit über die Bombardierung Kambodschas durch die Amerikaner gesagt. Der Zerfall der UdSSR, so könnte man glauben, hätte ihn freuen müssen, aber nichts dergleichen: Denn die Ukrainer haben sich von Russland und seiner grossen Kultur abgespalten! Wie aus dem «Bollwerk des Sozialismus» plötzlich Russland wurde, hätte Brodsky vermutlich auch selbst schwer erklären können. Ja, diese Reaktion ist emotional und unlogisch und widerspricht allem, was er früher gepredigt hat. Aber die Wut, die tiefe Kränkung verflogen nicht, sondern verstärkten sich noch, und er setzte sich hin und schrieb das Gedicht «Auf die Unabhängigkeit der Ukraine».

Brodsky sagte von sich: «Ich bin Jude, russischer Dichter und amerikanischer Staatsbürger.» Jetzt machte sich der «russische Dichter», der Bewahrer der grossen Kultur, im Juden und amerikanischen Staatsbürger (ein solcher war der Dichter schon seit 1977) mit unerwarteter Stärke bemerkbar. Der Dichter ging daran, den ukrainischen «Chochols» («Schopf», nach dem Haarschopf der Saporoscher Kosaken) im Namen aller Russen zu antworten. (…)
Dass die Ukrainer einfach ihre Unabhängigkeit gewonnen hatten und selbständig geworden waren, daran glaubte Brodsky nicht eine Sekunde – woher sonst übermannte ihn diese Selbstquälerei: Die Chochols haben, und auch nicht zum ersten Mal, die russischen Brüder gemein betrogen und sich auf die Seite der Feinde geschlagen! Das Gedicht beginnt mit einer Anrede an den Schwedenkönig Karl XII., dessen Armee 1709 bei Poltawa geschlagen wurde: Ja, will der Dichter sagen, damals habt ihr verloren, aber heute, fast dreihundert Jahre später, habt ihr uns dennoch besiegt. Schaut, über der Ukraine flattert die Flagge in denselben Farben, wie eure schwedische: «Gelb-Blau». Aber Schweden liegt ja weit weg von der Ukraine, dagegen sind Polen und Deutschland gleich nebenan, und eben mit den «Fritzen» und den «Polacken» oder «Ljachen» haben die undankbaren Chochols diesmal die Russen verraten. Dort aber erwartet sie nichts Gutes! Mit beispielloser Bosheit, um nicht zu sagen mit Sadismus, zeichnet Brodskys tödlich beleidigte imperiale Phantasie eine Szene der kollektiven Vergewaltigung der Verräter: «Sollen euch jetzt in der Hütte die Fritzen im Chor / Mit den Polacken auf alle Viere stellen, Dreckspack.»

Dann kippt der Dichter über die Chochols, die Russland angeblich verraten haben, das ganze Arsenal von Ukraine-Klischees aus, über das der Durchschnitts-Kazap* verfügt. Dieses Arsenal ist extrem dürftig und banal: Ruschnik (ein besticktes Handtuch), Karbowanez (ukrainische Währungseinheit bis 1996), Borschtsch (Randensuppe), Ganovenbraut und Knödel. Brodsky, der Aristokrat des Geistes, schreibt diesmal im Namen des gemeinen Mannes; daher die Fülle volkstümlicher Wörtchen und Wendungen.
«Das Kürbismelonen-Volk» (…)

Die Lektüre dieses Gedichts ist ernüchternd: Man versteht plötzlich besser, warum alte russische Bekannte, gestern noch zurechnungsfähig, trunken sind vom Glück der Inbesitznahme der Krim, dafür die ganze Welt brüskieren und in ihrer Ekstase gar nicht merken, wie sie buchstäblich zusehends verarmen. Man wundert sich weniger über die Wirkung der imperialen Anästhesie, wenn man weiss, dass auch der berühmte Dichter, unter Gefährdung seines Rufs als freier und aufgeklärter Denker und von vornherein überzeugt, man werde ihn «falsch verstehen», zum Schreibtisch eilte und auf dem Papier Gefühlen ihren Lauf liess, die er nicht beherrschen konnte. Man möchte seinem Beispiel auf keinen Fall folgen. / NZZ

Der russische Philosoph und Schriftsteller Michail Ryklin, 1948 in Leningrad geboren, lebt in Berlin. Zuletzt erschien von ihm 2014 auf Deutsch im Suhrkamp-Verlag: «Das Buch Anna». – Aus dem Russischen von Gabriele Leupold.

Liste der Verfahren

Liste der in Titus Meyers Band „Meiner Buchstabeneuter Milchwuchtordnung“ verwendeten Verfahren

1. Buchstaben-Palindrome 

1.1. Buchstaben-Palindrom: 
Zeichenfolge, die vor- und rückwärts das Gleiche oder etwas anderes ergibt. Interpunktion (auch das &-Zeichen) sind dabei außer Acht gelassen. Bei sämtlichen buchstabenpalindromischen Texten dieses Bandes wirkt eine hundertprozentige Spurtreue; d.h. beispielsweise werden „ch“ und „sch“ als Folge von zwei bzw. drei Buchstaben palindromiert und nicht als die entsprechenden Laute auch wenn daraus ein erheblich höherer Schwierigkeitsgrad bei der Verwendung 
solcher Laute resultiert. 

1.2. Zeilen-Buchstaben-Palindrom: Siehe 1.1., bloß wirkt die Palindromität zeilenweise, so dass sich der Gesamttext aus vielen kleinen Palindromen zusammensetzt. 

1.3. Monovokalisches Palindrom: Siehe 1.1. Es darf zudem nur ein Vokal verwendet 
werden. 

1.4. Abecedarisches Palindrom: 

Siehe 1.1. Die Anfangsbuchstaben der Wörter müssen jedoch gemäß der Reihenfolge des Alphabets gewählt werden, beginnend mit a und endend mit z. 

1.5. Palindrom-Block: 
Siehe 1.1. und 1.2. Hierbei verkomplizieren aber neben der Buchstabenpalindromität vier weitere Prämissen die Herstellung: Zeilenpalindromität, Akrostichon, das das Wort Palindrom bildet, 
Telestichon mit diesem Wort rückwärts, sowie ungefähre Zeilenlängengleichheit. 

1.6. Sator-Quadrat: 

Palindrom, das sich aus 5 mal 5 Buchstaben zusammensetzt, welche exakt quadratisch angeordnet werden, sodass sich eine Palindromitätszweidimensionalität bildet: Der Text ergibt sowohl horizontal, als auch vertikal vor- und rückwärts das Gleiche. 

1.7. Vertikalpalindrom: 

Text, der bei 180°-Drehung das Gleiche ergibt. Entweder en bloc oder zeilenweise. Diese Form stellt, soweit wir wissen, eine Novität dar. 

2. Silben-Palindrome 

2.1. Silben-Palindrom: 

Siehe 1.1., allerdings ist hierbei die Silbe die Zeicheneinheit, die dem Palindromitätsprinzip unterliegt. 

2.2. Silben-Palindrom, geschüttelt: Siehe 2.1. Allerdings kommt hier- 
bei erschwerend hinzu, dass die Anlaute der Silben immer paarweise ausgetauscht werden: Die Anlaute der ersten und vorletzten Silbe; der zweiten und letzten; der dritten und viertletzten; der vierten und drittletzten ... etc. des Textes sind dabei identisch. Daraus folgt, dass die direkte Palindromität einzig auf die Silbenstämme wirkt und die indirekte Palindromität auf die Silbenanlaute, welche palindromisch paarweise alterniert werden.

3. Wortpalindrom, anagrammatisch: 

Siehe 1.1. Allerdings ist hierbei das Wort die Zeicheneinheit, die dem Palindromitätsprinzip unterliegt. Erschwerend kommt hinzu, dass die palindromisch korrelierenden Worte Anagramme zueinander sind. Bei diesem Verfahren handelt es sich unseres Wissens ebenfalls 
um eine Novität. 

4. Anagramm-Gedichte 

4.1. Anagramm-Gedicht: 

Die Buchstaben eines Verses (meist eines Wortes oder Satzes) werden zeilenweise permutiert. Umlaute können zu ihrem Vokal + e aufgelöst werden und umgekehrt. 

4.2. Anagrammdrillinge: 

3 Worte pro Zeile, die alle die gleichen Buchstaben besitzen, diese aber jeweils unterschiedlich angeordnet, sodass 3 verschiedene Worte entstehen. Die Grammatikalität des Textes sollte dabei jedoch nicht außer Kraft gesetzt werden. Reines Worte-Akkumulieren wird vermieden. 

4.3. Pangramm-Gedicht: 

Alle 26 Buchstaben des deutschen Alphabets, alle 3 Umlaute, sowie ß müssen im Text enthalten sein. Die sogenannte Echtheit des Pangramms wird dabei erstrebt: Jeder der dreißig Buchstaben darf nur genau einmal darin vorkommen. 
Dadurch ist der Text zugleich ein Isogramm, welches das Gleichoft- Vorhandensein jedes Buchstabens verlangt. 

5. Homogramm-Gedicht: 

2 Texte besitzen die gleichen Buchstaben und auch die gleiche Chronologie dieser, weisen jedoch unterschiedliche Interpunktionen auf. Dadurch entstehen zwei verschiedene Texte, die aber sozusagen aus dem gleichen Material geflochten wurden. Sowohl en bloc als auch zeilenweise vertreten. 

6. Abecedarius, pentavokalisch: 

Text, dessen Wortanfangsbuchstaben gemäß der Reihenfolge des Alphabets gewählt werden müssen, beginnend mit a und endend mit z. Außerdem dürfen die fünf Vokale a-e-i-o-u in jeder Zeile des Textes nur genau einmal und nur in ebendieser Reihenfolge auftauchen. 

7. Schüttelreim-Gedichte 

7.1. Schüttelreimgedicht, doppelt: Gedicht, bei dem stets die Anlaute UND die darauffolgenden Vokale der letzten beiden Wörter beziehungsweise betonten Silben zweier Verse ausgetauscht werden. 

7.2. Schüttelreimgedicht, doppelt, tetravokalisch:  Gedicht, bei dem stets die Anlaute UND die darauffolgenden Vokale der letzten beiden Wörter beziehungsweise betonten Silben zweier Verse ausgetauscht werden. Hinzu kommt, dass die Vokale noch einmal gegen ein anderes Vokalpaar bei gleichbleibendem Anlautpaar ausgetauscht werden.

Meiner Buchstabeneuter Milchwuchtordnung

LBM_Logo_2015_4CZu den Messeneuerscheinungen, die Vorfreude entfachen, gehört auf alle Fälle Meiner Buchstabeneuter Milchwuchtordnung von Titus Meyer. Seit einiger Zeit lese ich seine raffinierten Spieltexte, Textspiele bei Facebook. Jetzt hat er mir freundlicherweise eine Leseprobe vorab zur Verfügung gestellt. In der nächsten Meldung folgt eine Liste der im Buch verwendeten Verfahren.

Zwillinge

Anton ist reich. Enge Stirn ediere Geld.
Erbe sitze wohlhabend am Ende in Reichtum.
Bund der Beträge. Wer den las, sende rar Mist
sich; Teer des halben Genies; eine Schein-Etage
im Potenten; Geld! Er nach Träumen jage. Tönte
er folgerichtig aussen selig? Ah, ungern aschelos
er sei. Nein, kommen laute Sterne, giert er werbend.
Etwa sehr elastisch, lose rahmte reinen Nachtrock
negierend er ein. Er? Selbst Mord vollführte er. Au!
Tosend lichten den Zins arge Reiche. Man, Geld Erbe
zu nehmen hat! Erbe hämmert drauf.

An Toni streichen Gestirne die Regel der Besitze.
Wohl haben Damen dein Reich tumb und derbe
träge werden lassen. Der arm ist. Sichte er deshalb
Enge, nie seine Scheine? Tage impotent. Engel der
Nacht räumen, ja, getönte Erfolge richtig aus. Sense!
Liga Hunger nasche Loser. Sein Einkommen lau.
Test er negiert, Erwerb endet. Was? Ehre? Las
tischlos er, ahmt er einen nach. Trockne Gier.
Ende: Reiner Selbstmord. Voll führte er Autos.
Endlich Tendenz in Sarg. Er eiche Mangel. Derbe
zunehmen hat er behämmert drauf.

(Homografe)

Hormone

Gene-Gier uns adelt.
Türme, DNA!
So die Seele da nadelt.
Sühne Gier fein! Na?

Mies ‘nen Hit im Leben
trägst, & Rose, du.
Des Orts gärt Nebel. Mit ihnen
sei man nie frei. Gen

hüstle, da nadele es;
Eidos. An dem rüttle
das nur eigene
Genom, roh.

(Palindrom)

Leben

Kredo liegt. Sitten sind öde.
Im Geiste begehe Welttür!
Eine Dressur, grell: Ehre.
Ruettle Wege! Lebe!

In dir, arid: Nie belege
weltteurer, heller Gruss Erde.
Nie rüttle & wehe Gebet.

Sieg mied Ödnis.
Nett ist geil, oder
Knebel.

(Palindrom)

Novembertage

Schummerige Sternchengemische,
Graukalte Nebelschwaden, rinnsaleisige
Weltwerknote. Lichthunger erleidend,
Stellarzelte entschlafen, stachen.

Eingangskrach neben Einkaufszentrum.
Hier herbenge Herzen herumgeisterten &
reden. Deren Husterregimente zehren.
Begehren: ihre Futurkaminszene ebnen.

Kranichgesang naechst Nachtfelsen.
Allerletztes Erdenlied? Rehlichtung:
Wetterwolken signalisieren Schwalbenende.
Lautkarge Menschengesichter.
Grimmseuche, atemverbogen.

Sun, uns

Sun, do puns!
Puns und
sun, uns.
Uns und pun, Sun.

Dichtung

Dichtung:
Gicht und
Tuch-Ding

Halt in
Tal ihn
alt hin;
Inhalt.

Kam einst
Semantik.
Kam, niste.
Kein Mast,
kein Samt.

Na, arm mag
man arg am
Mama-Garn:
Anagramm?

titusmeyerdieterrine

Haydnschreck

Aber bin Chorbub,
daher Eis-Dopplung.
Fast Gehirnformung:
Haydnschreck ist Jobkunst.
Kadenz litt. Moll nun
Oasenpilz, postum.
Qat? Rest spinto: Trumpf
u.a. versingt Wortschwund.
Xaver & Yin – Zopfbrut.

kopfstand

Titus Meyer: “Meiner Buchstabeneuter Milchwuchtordnung”. Leipzig: Reinecke & Voß, 2015
ISBN 978-3-942901-15-4
88 Seiten
10 Euro (D)
lieferbar ab 18. März

Titus Meyer hat sich in jahrelanger Übung eine Fertigkeit im Umgang mit Formen wie Palindrom, Anagramm und Homografie erarbeitet, die kaum einer, der solche rigiden Muster selbst erprobte, für möglich hält. Der Verfasser des längsten Palindroms, das in deutscher Sprache bekannt ist, wechselt mühelos Töne und Stillagen. Das hebt seine Arbeiten über das rein Spielerische hinaus. Ein absoluter Agnostizismus erweist sich dabei immer wieder als die Kehrseite strengster Buchstabengläubigkeit.

Denotationen

Seit 2012 gibt es im Münchner Stadtteil Berg am Laim den Streitfeld-Projektraum. Dort präsentieren freie Kuratoren Projekte »im Spannungsfeld zwischen Kunst, Design und Medien«. Das Programm umfasst verschiedene Reihen, darunter »Denotationen«, kuratiert von Olaf Probst und Anja Bayer, die der Interaktion von Musik und Wort gewidmet ist und deren neunte Ausgabe am kommenden Freitag stattfindet.

Denotationen #9: Konzert und Lesung in sieben Sätzen

Anja Bayer (Denotationen): »Gedichte dieser Musik«

Frank Reinecke (Kontrabass): »Plainsound Counterpoint. Five 23-limit Harmony Intonation Studies for double bass solo«, op. 56 (2010) von Wolfgang von Schweinitz

Freitag, 6. März 2015, 20:00 Uhr
Streitfeld-Projektraum, Streitfeldstraße 33/Rückgebäude, München

 […] aufgespannt zwischen Höhen und Tiefen / lichtert in den Eingeweiden / führst mich zum Weiden / weidest mich / weidest mich aus / sammelst und teilst mich / teilst mich dir mit / Pause / notiere geschlossenen Auges / Lied / unerhaben gehoben und gesenkt / weit abgesenkt / Surrendes Sirrendes Pause […] (Anja Bayer)

SuperverlegerIn

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Aus Leipzig wird glücklich und erschöpft vermeldet: Die SuperverlegerIn-Bastelaktion für die UV-Lesung 2015 ist erfolgreich abgeschlossen, die teilnehmenden Autorinnen und Autoren aus unabhängigen Verlagen können dank der finanziellen Unterstützung fair bezahlt werden, das Lesevolk sich ab sofort um die Gestaltung seines Abends kümmern – das Programm steht nämlich auch schon fest.

Am 13. März, dem Leipziger Buchmessefreitag,  geht ab 20 Uhr die diesjährige sechste UV-Lesung in Anwesenheit eines Superverlegers über die Bühne. Zum aufregenden Programm im Lindenfels Westflügel gehts hier.
“Mit Lenos aus der Schweiz, Septime aus Österreich, Liesmich, parasitenpresse, Klöpfer & Meyer, Fuchs & Fuchs und der Frankfurter Verlagsanstalt gesellen sich gleich sieben neue Verlage in die Reihe der Unabhängigen, die das UV-Programm 2015 bestreiten.”

(…)

Worum gings bei der ganzen Crowdfunding-Bastelei? Um den Preis der Unabhängigkeit, wer ihn bezahlt, warum die Eintritte nicht reichen und wo die öffentlichen Förderinstitutionen versagen. “Wer liest, soll dafür entlohnt werden”, sagen die UV-Macherinnen Irina Kramp und Christine Koschmieder und ließen sich was Witziges einfallen. Mit insgesamt 101 Bastelsets, die es zu erwerben gab, und einem deutlichen kulturpolitischen Signal dahinter wollte man Geld in die Honorarkasse der Autorinnen und Autoren und anderer Fleißiger spülen. Wer die Zeichen verstand, hat gebastelt, bestellt oder großzügig gespendet. Aus Leipzig geht ein großes Dankeschön an sie alle, die Ware dürfte inzwischen bei ihnen sein: Stoffbeutel, rote Socken, Postkartensets. Mehr Bastelwillige und einen größeren Aufruhr im Literaturbetrieb statt eines Hauches hätten sich die Initiatorinnen schon gewünscht.

Ein lesenwertes Gespräch mit Irina Kramp über die aktuelle Kampagne und alle Hintergründe von UV – die Lesung der unabhängigen Verlage e. V. gibt es bei we read indie. / Mehr

Zusammenfügen von Teilen

Auf ihrer poetologischen Ebene handeln Böhmers Gedichte von der ständigen Abgleichung von Höhen und Tiefen. Es „dringen Bilder durch uns, glänzend, erhaben, idiotisch“. Er sortiert sein Material nicht. Das „Zusammenfügen von Teilen“ ist daher keine mechanische Tätigkeit, sondern verspricht eine Grenzüberschreitung. Durch die andauernde Wiederholung dieser Schreibbewegung lösen Assoziationen einander ab:

Daß die Ockerfarbe des Windes sich im Gras verfängt.
Daß Haß, daß Liebe sind, was sie sind: etwas
weniger als du und ich. (Und manchmal, vielleicht,
etwas mehr.)
Daß die Erde mit offenem Mund daliegt. Daß
wir uns nicht mehr wehren.
Daß grauer Regen heraufzieht und alles verschwindet:
Berge, Ebenen, Baumspitzen, und daß, später,
die Ockerfarbe des Windes sich im Gras verfängt.

Doch die Repetitionen sind nicht überflüssig; ihrem Mittelpunkt, der Erde, wenden sie sich mit Aufopferung zu. So ist es kein Wunder, dass Böhmer, der ständig zwischen den Stilniveaus hin- und herschaltet, ein Dichter des Körpers ist, dessen Position in der Welt auf dem Physischen, nicht dem Individuellen begründet ist: „Daß ich die Leberflecken auf dem Körper meiner Mutter sah: / Zoomorphe, Mischwesen, Ranken, verflochtene Fratzen- / gesichter, schwarz, braun, durchscheinend trüb, / […] / Daß der Tod / auf sich selber zurückkommt, jung, nackt, / mit dem Lupusfleck auf der Hüfte.“ Die Intensität des Körperlichen in diesen Gedichten ist oft kaum auszuhalten.

Leider ist Böhmer vorrangig als poets‘ poet in Erscheinung getreten und hat bislang keinen Zuspruch von einer größeren Leserschar erhalten. Daran wird auch der Huchel-Preis, den er in diesem Jahr zugesprochen bekam, wenig ändern. Obwohl seine literarische Stimme eine eminent wichtige, wenn nicht sogar eine äußerst zeitgenössische ist, die abseits des Surrealismus erklingt. Das wacklige Konzept mit Namen „Sinn“ zeigt weithin sichtbare Risse, die nicht mit noch mehr Fiktion verschleiert, sondern offengelegt werden sollen: Seht her, in dieser Wüste schreibe ich, mache aber eine Kunst daraus. Böhmer lesen heißt, sich in Hingabe zu üben. Seine unfreundliche Textlandschaft zu betreten bedeutet nicht, sich von jeder Grundwahrheit zu lösen, sondern neue Gewissheit zu finden: Nach jedem Blitz entsteht Raum für etwas Neues. / Matthias Friedrich, literaturkritik.de

Paulus Böhmer: Werichbin. Gedichte / Über das Zusammenfügen von Teilen. 
editionfaust, Frankfurt am Main 2014. 
56 Seiten, 16,00 EUR.
ISBN-13: 9783945400012

Russische Dichterin überfallen

Vor ihrem Wohnhaus in einem Moskauer Außenbezirk ist die russische Dichterin Alina Wituchnowskaja Opfer eines Überfalls geworden. Sie glaubt, in Russland seien auf einer subalternen Machtebene alle Regimegegner für vogelfrei erklärt worden. Durch den Mordanschlag auf Boris Nemzow sieht sie sich bestätigt.

Sie habe am Abend des 23. Februar, der als „Tag der Vaterlandsverteidiger“ begangen wird, vor der Haustür Müll entsorgt, als zwei Männer, einer in Polizeiuniform, der andere in Zivil und deutlich angetrunken, auf sie zugekommen seien und sie aufgefordert hätten, mitzukommen, berichtete Alina Wituchnowskaja der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Als sie sich geweigert habe, hätten die beiden einige ihrer Internetauftritte erwähnt, von ihren politischen Aktivitäten erzählt, von einem in die Ukraine geflohenen Vertrauten, aber auf eine Weise, die klar gemacht habe, sie kannten sie gar nicht, sondern waren instruiert worden, so die Dichterin.

Als sie die zwei etwas maliziös fragte, wer sie überhaupt seien, habe einer der beiden ihr einen Schlag ins Gesicht versetzt. Sie sei in die Wohnung geflohen und habe den ärztlichen Notdienst gerufen, sagt Alina Wituchnowskaja. Als es wenig später an der Tür klingelte, habe sie geöffnet, in der Annahme, es seien die Mediziner. Doch es waren zwei Männer in Zivil, die sich offenbar neue Instruktionen geholt hatten und sie jetzt bewusstlos schlugen. / FAZ 2.3.

Der Gratgang

Nein, Emily Dickinson musste allein für sich bleiben, und ebenso Annette von Droste-Hülshoff in der zugigen Burg ohne Fensterscheiben, die ihrem Schwager gehörte. Und auch Sylvia Plath musste die symbolische Ordnung der Autonomie einer verlassenen Mutter zweier kleiner Kinder wiederherstellen, indem sie den Kopf in den Gasofen steckte. Der war in aller Perversion auch eine mütterlich umfangende, warme Höhle. Sie rettete damit ihre Dichtung, die vollendet war (und das wusste, spürte sie zweifellos), ließ aber die Kinder zurück in einer traumatisierenden Situation.

Es gibt keine Forschung über die Traumatisierung durch halbfertige, unzurechenbare Gedichte, die ein Dichter, eine Dichterin nicht vollbracht hat – wie das eigene Leben –, und parallel dazu über die Traumatisierung Schutzbefohlener, Kinder. Die Verlassenheit ist in beiden Fällen katastrophal. Ob diese Überlegungen im Zeitalter, das die Leihmutterschaft entdeckt hat, in dem globalisierte Samen- und Eispenden wie Touristen die Kontinente wechseln, Bestand haben, wird sich weisen. Ebenso, ob die Managementstrategien gewitzter Selbstvermarktung auf dem Reißbrett geplanter Dichter- und Dichterinnenkarrieren Bestand haben.

Elke Erb schreitet über solche ex emplarischen Erfahrungen traumtänzerisch sicher hinweg, als gäbe es sie nicht. Die Lust, die der Titel ihres Gedichtes benennt, ist genau diese Erfahrung, der Gratgang zwischen dem noch gerade Möglichen und dem Glück des Imaginierten. / Ursula Krechel schreibt im Standard über das Gedicht “Die Lust” von Elke Erb

Das Singen der Lavant

… wurde von Gedicht zu Gedicht lauter, bis es 1962 herrisch tönte: “Fragt nicht, was die Nacht durchschneidet, / denn es ist ja meine Nacht / und mein großer Pfauenschrei / und ganz innen drin die Zunge / mit der Botschaft nur für mich.” Woher rührt das Unbehagen, das solche Verse auslösen, die sich wie im Trotz dagegen verwahren, das eigene Leid zu teilen oder sich abnehmen zu lassen? Der Dichter Thomas Kling, selbst spätestens seit seinem frühen Tod 2005 eine Ikone, schrieb über die in seinen Augen “berserkerhafte” Christine Lavant in seinem Buch Botenstoffe, sie sei eben mehr “als eine naive ungefickte Alleinstehende, in ihrer Dichtung bloß ‘aufbegehrende’ katholische Schmerzensfrau”. Ideologielos randaliere ihre Sprache gezielt gegen eine reaktionäre Nachkriegszeit, “deren in jeder Hinsicht unaufgeklärte (Gedicht-Lese-)Gesellschaft in die nekrophile Tradition des eigenen Körperhasses verliebt war.”

Ideologielos? Die ebenfalls österreichische Schriftstellerin Marlene Streeruwitz beschrieb unlängst in einer stupenden Analyse des Gedichts Wo treibt mein Elend sich herum? die Traditionen sadistischer Erziehung, in denen Lavants Sprache der Ausgrenzung sich bewege, und das am katholischen Gebet geschulte “Fühldenken”, durch das ihr Ich die Reflexion ersetze und also suggeriere: kein Ausweg, nirgends.

Die Berliner Dichterin Monika Rinck bestätigt diese Lesart im Prinzip, wenn sie in einem Essay in der aktuellen Ausgabe der Neuen Rundschau in einer Nebenbemerkung schreibt: “Was aber, wenn die Lavant sich aufmacht, gegen die Entsagung anzugehen, und das Gedicht am Ende doch wieder nur Sublimierung ist?” Das Gedicht wird also zur Ersatzhandlung, entwertet wird damit sowohl das Gedicht, als auch der Akt des Widerstands, der die Grenzen des Gedichts ja nicht überschreitet. Mit Streeruwitz gelesen, macht sich Lavants Gedicht sogar die Methoden zu eigen, die sich jahrhundertelang so gut eigneten, unter anderem Frauen dazu zu bringen, an ihrer Unterdrückung nichts zu ändern. Sie trete also auf der Stelle. “Selbst wenn morgen dann die Sonne / ganz erschöpft und fast verwachsen / mit der Fegefeuerknospe / rasten will, wird sie vertrieben – / denn es ist ja meine Knospe / auf dem Rücken meines Steins / und für meine nächste Nacht”, endet das Eröffnungsgedicht von Lavants letztem eigenständigen Gedichtband Der Pfauenschrei, dessen Anfangsverse oben schon zitiert wurden. (…) / Insa Wilke, Die Zeit

Antjie Krog

Als Weisse mit einer «burenvergangenheit» – «ich habe kein anderes land» heisst es in dem Gedicht «wunder» – gehört die Autorin zum Volk der Täter. Als Kronzeugin für das, worum es geht, lässt sie deshalb die Mutter eines Ermordeten mit ihrer Aussage vor der südafrikanischen Wahrheitskommission zu Wort kommen. Sie tut das in Form eines poetisch pointierten Zitats. Cynthia Ngewu, die Mutter, unterstützt die sogenannte Versöhnung, «wenn es / bedeutet, diese / täter, dieser mann, / der Christopher Piet / getötet hat, wenn es / bedeutet, er wird / wieder ein mensch, / dieser mann, damit / ich, damit / wir alle unsere / menschlichkeit / zurückbekommen». Zu den Dichtern, die Krog am meisten inspirierten, gehört Paul Celan. Gewarnt vielleicht durch die Vereinnahmung von dessen «Todesfuge» mit ihrer verführerischen Verschmelzung von Schönheit und Schrecken, beschränkt sie sich auch in dem Gedicht «. . . und niemand wusste etwas?» auf eine Montage von Aussagen der Opfer weisser Gewalt und Momentaufnahmen einer Ausgrabung nackter Leichen, in die nur zwei Zeilen mit Aussagen von Tätern eingebaut sind. Eine auffallende sprachliche Neuschöpfung in diesem Gedicht dient – nach einem durch Leerraum symbolisierten Stocken – der genauen Benennung eines spezifischen Phänomens: «der spaten macht ein plötzliches wie-auf-mensch-geräusch». / Renate Wiggershaus, NZZ 27.2.

Antjie Krog: Körper, beraubt. Ausgewählte Gedichte. Aus dem Englischen und dem Afrikaans von Barbara Jung, Sophia Pick und Gunter Pakendorf. Mit einem Nachwort von Marie Luise Knott. Matthes-&-Seitz-Verlag, Berlin 2014. 203 S., Fr. 31.80.

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