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70. Basler Lyrikpreis für José F.A. Oliver

Große Freude löste die Nachricht gestern aus, dass José F. A. Oliver im Januar den mit 10 000 Franken dotierten »Basler Lyrikpreis« erhalten wird. Die erste Ehrung Olivers, die außerhalb Deutschlands stattfindet – und eine Anerkennung, die von Lyrikern vergeben wird. » Es gibt nichts Schöneres als die Wertschätzung unter Dichterkollegen«, sagte José Oliver gestern.

Ausdrücklich belohnt werden sollen mit dem Preis die Innovationskraft und der Mut von Dichterinnen und Dichtern, gegen den Strom zu schwimmen, heißt es in der Pressemitteilung des Vereins  »Internationales Lyrikfestival Basel«. Er soll dazu beitragen, »herausragende Stimmen einer breiteren Öffentlichkeit bekanntzumachen«. José Oliver erhalte diesen Preis für sein “umfangreiches, beeindruckendes Werk”. »José Oliver hat seine Poesie ganz tief in die deutsche Sprache eingeschrieben, eingegraben, ja, die deutsche Sprache mit ihr umgegraben», schrieb der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Harald Weinrich.

Das Basler Lyrikfestival findet vom 23.- 25. Januar 2015 im Literaturhaus Basel statt. / Baden Online

69. Starke Bilder

Es ist mir seltsam ergangen mit Dombrowskis Gedichten: Zwar war mir von Anfang an klar, dass sie mir gefielen, nur wusste ich nicht recht zu sagen, warum. Dieses unmittelbare Gefallen mag, dachte ich, auf die starken Bilder zurückzuführen sein, die wir in den Gedichten immer wieder finden. / Dirk Uwe Hansen, Signaturen

Dominik Dombrowski: Fremdbestäubung. Gedichte. Köln (parasitenpresse) 2014. 44 Seiten. 9,00 Euro.

68. Spielraum

Die Greifswalder Tagung “Poetische Horizonte”, die vom 13. bis 16.11. “Dichter, Lyrikverlage, Literaturwissenschaft” zusammenführte, hinterließ neben den Spuren sprühender Funken bei Beteiligten und Gästen viele Stunden Tonaufzeichnungen, an deren Aufarbeitung in den nächsten Jahren intensiv gearbeitet werden wird. Eine erste Kost- bzw. Tonprobe wird morgen abend im unabhängigen Radio 98,1 zu hören sein (Raum Greifswald oder Internet). Sie hören u.a. Bertram Reinecke, Simone Kornappel, Pindar (gesungen von Immanuel Musäus), Odile Endres, Léonce Lupette, Silke Peters, Norbert Lange und Elke Erb.

Zur Vorfreude hier ein poetischer Gruß an Greifswald von Elke Erb.

67. Literaturfest ohne Lyrik

Gestern wurde das 5. Literaturfest München eröffnet (bis zum 7. 12.), das in diesem Jahr keine Lyrik-Veranstaltung im Programm führt.

66. Ernesto Cardenal

Ernesto Cardenal, der fast 90 Jahre alte Revolutionär, Theologe, Dichter und ehemalige Kulturminister Nicaraguas las in St. Veit Gedichte. Eingeladen wurde er von der Katholischen Frauenbewegung, er ist gerade auf Lesereise.

Papst Johannes Paul II rügte Cardenal 1983 bei seinem Nicaraguabesuch öffentlich: Das Priesteramt und politische Ämter seien unvereinbar. Cardenal blieb dennoch Kulturminister, als Priester wurde er suspendiert. Bei seiner Lesung am Montagabend in St. Veit ging es Cardenal nicht nur um seine neuesten Gedichte, sondern nach wie vor um Revolution: „Mein Traum ist, dass es noch eine weitere Revolution gibt wie in Nicaragua.“ (…)

Auch heute noch ist Cardenal Schriftsteller, Theologe und Revolutionär: „Ich bin mit der Berufung zum Dichter geboren, sie hat mich zu Gott gebracht, Gott hat mich zu meiner Berufung als Revolutionär gebracht.“/ ORF

65. Strausspreis für Reiner Kunze

Für seinen Beitrag zur Überwindung der deutschen Teilung wird der Schriftsteller Reiner Kunze mit dem Franz-Josef-Strauß-Preis ausgezeichnet. Die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung erklärte zur Begründung, in den Texten des 81 Jahre alten früheren DDR-Dissidenten zeige sich die Hoffnung auf einen offenen Umgang mit dem freien Denken und der Kreativität des Einzelnen. (…) Der Franz-Josef-Strauß-Preis wird seit 1996 verliehen. Kunze ist der erste Schriftsteller, der die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung erhält. Die Preisverleihung soll im kommenden Frühjahr stattfinden. / Thüringer Allgemeine

64. Traklpreis für Waltraud Seidlhofer, Förderpreis für Peter Enzinger

Der mit 8.000 Euro dotierte Georg-Trakl-Preis für Lyrik 2014 geht an die Autorin Waltraud Seidlhofer. Je 4.000 Euro wurden laut der Landeskorrespondenz Salzburg von der Republik Österreich und dem Land Salzburg zur Verfügung gestellt. Den mit 3.000 Euro dotierten Georg-Trakl-Förderpreis erhält der Lyriker Peter Enzinger.

Seidlhofer wurde 1939 in Linz geboren und lebt in Thalheim bei Wels. Sie war als Bibliothekarin in Linz und Wels tätig und ist Mitglied der Linzer Künstlervereinigung Maerz und Gründungsmitglied der Grazer Autorinnen- und Autorenversammlung. Enzinger stammt aus Zell am See und lebt jetzt in Wien. Der Lyriker wurde bereits 2005 mit dem Förderungspreis der Stadt Wien ausgezeichnet. / Der Standard

63. Skácels Art zu gehen

Oft fragte ich mich (und ich frage mich weiterhin) wie Jan Skácel zu einem Meister des Landschaftsgedichts werden konnte, da er doch Feld und Wald überhaupt nicht zu beachten schien; da er kaum je den Blick hob, kaum je innehielt, um sich irgend etwas genauer anzusehen. Seine Art zu gehen und im Gehen den Blick zum Boden gesenkt zu halten, machte auf mich den Eindruck, als würde er die Landschaft gleichsam von Grund auf … vom Erdboden her einlesen, um sie später in der Kneipe oder daheim in der Küche in seinem Heft niederzuschreiben. – Aufgefallen ist mir auch, dass Skácel, dessen feiner Humor und subtile Melancholie einen Großteil seiner Lyrik unverwechselbar imprägniert haben, nie gelacht, auch nie gelächelt hat. Seine schönes, kraftvoll geschnitztes Gesicht war beherrscht von tiefen, fast schwarzen Augen unter ungewöhnlich buschigen Brauen; es ließ keine momentanen Regungen erkennen, wirkte insgesamt eher düster, jedenfalls sehr ernst und hellte sich – soweit ich mich erinnere – niemals auf. Skácels zarte Gestalt gewann durch den dominanten, wie wohl fast immer gesenkten Kopf einen gravitätischen … einen Respekt heischenden Ausdruck, zu dem es in seiner Art zu reden und zu schreiben keine erkennbare Entsprechung gab. – Nach weiteren Besuchen während der 1970er, 1980er Jahre traf ich im Sommer 1989 anlässlich der Verleihung des Petrarca-Preises in Lucca ein letztes Mal mit Jan Skácel zusammen. Dutzende von Menschen – Dichterkollegen, Übersetzer, Kritiker, Verleger – bemühten sich um ihn, befragten ihn, feierten ihn. Nur ein einziges längeres Gespräch konnte ich bei jener Gelegenheit mit ihm in einem Straßencafé führen. Es war ein strikt privates Gespräch. Er berichtete mir von gemeinsamen Freunden, von seiner bedrängenden Wohnsituation, von seinen zunehmenden gesundheitlichen Problemen. Fast ebenso viel, wie er sprach, hustete er. Als auf der anderen Straßenseite der Dichter Handke schlendernd vorüberging, rief er ihm zu und verschluckte sich dabei, was einen neuen Hustenanfall auslöste. Handke hatte den Ruf wohl überhört und ging, ohne sich umzuwenden, weiter, derweil Skácel, noch immer hustend, die nächste Zigarette ansteckte.

Felix Philipp Ingold: Leben & Werk. Berlin: Matthes & Seitz, 2014, Seite 218-219.

62. Aufforderung zu einem (fröhlichen) Verriß

Bei Signaturen Hendrik Jacksons

Aufforderung zu einem “Verriss” von F.P. Ingolds Buch
“Leben und Werk”

Felix Philipp Ingold: Leben & Werk. Berlin (Matthes & Seitz) 2014. 1020 Seiten. 49,90 Euro.

61. Lyrikwerkstatt für junge Autoren

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leute,

um es gleich zu sagen: Kunst wie Literatur kann man nicht lehren. Doch wer schreibt, hat viel zu lernen: Die Potentiale des eigenen Textes erkennen, neue Wagnisse eingehen, sich des Handwerks versichern, Erwartungen und Bedingungen des Betriebs kennenlernen. All das wird in der Bayerischen Akademie des Schreibens ermöglicht. Das ist kein Studium, kein fester Ausbildungsgang, sondern ein flexibles Angebot von Seminaren, das Autoren auf verschiedenen Stufen ihres Schreibens begleitet, den Schreibprozess mit professioneller Rückmeldungen und Kritik verbindet und Netzwerke schafft.

Erstmals bietet die Bayerische Akademie des Schreibens nun vom 14.-19. Februar 2015 im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg eine Lyrikwerkstatt für junge Autoren an. Sie wird geleitet von den Lyrikern Karin Fellner und Nico Bleutge, worüber wir uns sehr freuen!
Anmeldeschluss ist der 8. Dezember.

http://www.literaturhaus-muenchen.de/tl_files/lh/PDF/2014/AkademieFolderLyrik.pdf

Literaturhaus München,
Katrin Lange und Sandra Hoffmann

»alles dicht«
Ein Schreibseminar im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg
Leitung: Karin Fellner (Lyrikerin), Nico Bleutge (Lyriker)
14. bis 19. Februar 2015
Bewerbungsschluss: 8. Dezember 2014

Die Kosten für den Seminarplatz, Hotel und Verpflegung betragen 200.- Euro
Bewerbung bitte in vierfacher Kopie mit:
• ausgefülltem Bewerbungsformular
• tabellarischem Lebenslauf
• Publikationsliste
• 5 – 10 Gedichte

http://www.literaturhaus-muenchen.de/akademie-stufe-2.html

Sandra Hoffmann

Stiftung Literaturhaus
Salvatorplatz 1
80333 München
Tel. 089-29 19 34-37
Fax 089-29 19 34-19

http://www.literaturhaus-muenchen.de
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