79. Neues von Textkette

Textkette oder Lyropolis hat wie jede richtige Stadt Bewohner und Gäste, Häuser, Straßen und Plätze. Nicht jegliches aber vieles hat seinen Platz. Die wichtigsten bereits nutzbaren Orte sind

A Die Textkette-Anthologie (Spielregeln siehe unten)

Freistil zum Posten und Kommentieren von Gedichten eigener Wahl

C Privaträume (hier können registrierte Benutzer eigene Texte veröffentlichen). Wenn Sie sich registrieren lassen wollen, schreiben Sie eine Mail an mich. Sie erhalten dann eine Einladung und können Ihren Benutzernamen und Ihr Paßwort selber festlegen.

D Galerie oder Album (hier können registrierte Benutzer Fotos ihrer Lyrikbibliothek posten)

Rathaus (Bekanntmachungen, Spielregeln, Ordnung und Sicherheit)

F Reisezentrum (Map)

Spielregeln der Textkette-Anthologie

1. Die Textkette-Anthologie  ist eine interaktive, labyrinthische Lyrikbibliothek von Babel. Jeder kann mitmachen, entweder als unregistrierter Besucher (Beiträge als Kommentar) oder als angemeldeter Autor/Redakteur.

2. In der Textkette-Anthologie können weder eigene Gedichte noch die eigenen Lieblingsgedichte gepostet werden (dafür gibts Freistil und Privaträume, letztere nur für registrierte Benutzer). Textkette ist eine stammbaumförmige Anthologie, die von einem Gedicht der Sappho ausgeht. Wenn Ihnen irgendeins der bisher vorhandenen Gedichte der Textkette gefällt und Sie mitspielen wollen, schreiben Sie einen Kommentar mit folgenden Angaben unter das betreffende Gedicht

like Nummer, Autor + Titel

(am besten herauskopieren, um Fehler zu vermeiden!)

und Ihren Namen oder wenn Sie wünschen Codenamen, Beispiel:

like 1.9.4.2.1 conrad ferdinand meyer: im spätboot, michael gratz

3. Der dieses Gedicht vorgeschlagen hat, wird Ihnen nun, sobald er die Zeit findet, einen Autor nennen, von dem Sie einen neuen Text auswählen und posten. Wenn Sie mitmachen, erklären Sie sich bereit, anderen Lesern, denen Ihre Auswahl gefällt, einen Autor vorzuschlagen.

4. Eigene Lieblingsgedichte (auch wenn es Ihre eigenen Gedichte sind) haben also keinen Platz in der Textkette – außer wenn jemand anderer den Namen Ihres Lieblingsdichters oder Ihren eigenen Namen benennt. Bitte nennen Sie auch nicht Ihren eigenen Namen und klicken Sie nicht bei Ihren eigenen Beiträgen “gefällt mir”. Geduld ist die Mutter der Textkette. Wenn wir lange genug verketten, kommt jeder Autor und jedes Gedicht dran. Lesen Sie dazu Jorge Luis Borges: Die Bibliothek von Babel!

5. Geschützte Texte (solche von lebenden Autoren oder solchen, die weniger als 70 Jahre tot sind) dürfen nur veröffentlicht werden wenn der Textkette die Zustimmung des Rechtsträgers vorliegt (Zustimmung der Verlegerin von Kookbooks zum Zitieren einzelner Gedichte liegt vor). Wenn Ihnen ein geschützter Autor zugewiesen wird, wählen Sie ein  Gedicht aus und zitieren Sie es mit der ersten Strophe oder den ersten vier Zeilen sowie exakter Quellenangabe, Titel, Buch, Seite oder ggf. Weblink.

6. Jeder Autor und jedes einzelne Gedicht kann beliebig oft nominiert werden. Sie müssen also nicht vorher prüfen, ob Autor oder Gedicht schon vertreten sind.

7. Sie können einen vorgeschlagenen Autor ablehnen und den Vorschlagenden um einen neuen Namen bitten.

8. Sie können jederzeit eine neue Linie eröffnen, indem Sie Text 0 = Sapphos Brüdergedicht auswählen (kommentieren wie oben gezeigt).

9. Erwünscht sind Gedichte in beliebigen Sprachen – mobilisieren Sie ruhig Ihre Freunde, an Ihrem Zweig der Textkette mitzuarbeiten.

Dies sind vorläufige Regeln, mit denen die öffentliche Textkette zumindest starten kann. Kommt Zeit kommt Rat. Bitte beteiligen Sie sich auch am Brainstorming – Diskussion ist über Kommentare möglich.

Wenn Sie sich für ein verrücktes Projekt mit Zukunftsoption interessieren, probieren Sie es aus, machen Sie mit oder, am besten, werden Sie Mitbürger! We can!

78. ROARS_BANGS_BOOMS

Alessandra Eramo

MUSICA FUTURISTA: THE ART OF NOISES

“ROARS_BANGS_BOOMS” Variation for Voice, Gesture and Drawings

Opening and Live-Performance Saturday, 3 May 2014, 19:30

Exhibition: 4 – 11 May 2014

Gallery hours: by appointment (call to:+49 0176 49709201 / or write to: eb@errantbodies.org)

Errant Bodies – Kollwitzstrasse 97 10435 Berlin www.errantbodies.org

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“The variety of noises is infinite. If today, when we have perhaps a thousand different machines, we can distinguish a thousand different noises – tomorrow, as new machines multiply, we will be able to distinguish ten, twenty, or thirty thousand different noises, not merely in a simply imitative way, but to combine them according to our imagination.”

from “The Art of Noises” Luigi Russolo, 1913

101 years later, Italian/German sound artist and vocalist Alessandra Eramo interprets the Futurist Music Manifesto “The Art of Noises” of Luigi Russolo, using the human voice. Starting in 2013, the performance is based on Russolo’s statement that the sonic palette of noises, generated by machines and the urban soundscape requires a new approach to musical instrumentation and composition. Therefore noise not only becomes a Leitmotiv in music but it also turns into musical material itself. The list of words that recall different sounds – such as thunder, whistles, roars, booms, grumbles, snorts – is part of the Futurist manifesto. These “onomatopoeic” words are the origin of the performance project “ROARS_BANGS_BOOMS” for which Alessandra Eramo wrote 7 variations for voice.

At Errant Bodies she will present the Variation #4: She exhibits her large-format drawings as graphic transcriptions of the onomatopoeic words that in a performance she will interpret with her body and voice.

The Art of Noises

The Art of Noises

Project’s website: http://ezramo.com/works/musicafuturista/picture.html

Biography: Alessandra Eramo is a musician and artist working with extended vocal techniques, field recording, noise, sound and visual poetry. In the past ten years she presented her live-performances, compositions, videos and installations at numerous exhibitions, festivals and events in Europe, USA and Canada including: Galerie Haus am Lützowplatz Berlin, Padiglione Italia nel Mondo – 54th Venice Biennale, Liverpool Biennial 2012, Harvestworks New York, Lyd & Litteratur Festival Aarhus 2012, Sonic Circuits Festival 2011 Washington DC. Collaborations with performers, poets, improvisors and composers include: Gino Robair, Ingrid Schmoliner, Tomomi Adachi, Marta Zapparoli, Seiji Morimoto, Steven J. Fowler, Doug Van Nort. She was trained in classical singing, piano, music theory since an early age. She’s graduated with honors in visual art, experimental music and performance art in Milan, Stuttgart and Venice. In 2010 she co-founded “Corvo Records. Vinyl and Sound Art Production”. She lives in Berlin.

www.ezramo.com

Corvo Records
Wendelin Büchler
Gottschedstrasse 22
13357 Berlin
Atelier/Office:
Schulstrasse 35
Hofgebäude
13347 Berlin

77. Von war bis warn

Der Erste Weltkrieg hat auch in England eine besondere Art von Lyrik hervorgebracht: die „war poetry“. Das Besondere daran: Viele der Dichter haben diesen Krieg als Soldaten an der Westfront durchlitten. Ihre Verse spiegeln die verschiedenen Phasen des Krieges: den Hurra-Patriotismus von 1914; die grausame Logik, dass die ersten Opfer nicht umsonst gewesen sein dürfen; die extreme Brutalität moderner Kriegsführung (Materialschlachten, Gaskrieg); und die mit zunehmender Kriegsdauer vorherrschende ablehnende Haltung der Soldaten zum Krieg, die in eine neue Aufgabe der Dichtung mündet.

Wilfred Owen hat sie in dem Satz zusammengefasst: „All a poet can do today is warn.“ / Schwäbische Zeitung

76. Andreas-Gryphius-Preis für Therese Chromik

Die in Kiel lebende Schriftstellerin und Lyrikerin Therese Chromik erhält in diesem Jahr den Andreas-Gryphius-Preis der Künstlergilde. Mit ihrem Lyrik- und Prosaschaffen gehöre Chromik zu den bedeutenden deutschsprachigen Literaten der Gegenwart, teilte die Künstlergilde am Dienstag in Esslingen bei Stuttgart mit. Die Auszeichnung wird am 13. Juni in Düsseldorf verliehen. Chromik wurde am 16. Oktober 1943 in Liegnitz in Schlesien geboren.

Der Gryphius-Preis wird seit 1957 vergeben und ist derzeit undotiert. Er ist nach dem schlesischen Lyriker und Dramatiker Andreas Gryphius (1616-1664) benannt und ehrt Autoren, die sich mit der deutschen Kultur und Geschichte in Mittel-, Ost- und Südeuropa beschäftigen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Siegfried Lenz, Peter Härtling und Arno Surminski.

75. Exempla

Mit einer besonderen Ausgabe feierte die Ludwigsburger Literaturzeitschrift “exempla” vor Kurzem ihren 40. Geburtstag. Die von der Möglingerin Ursula Jetter heute herausgegebene Zeitschrift ist damit die älteste Literaturzeitschrift Deutschlands*.

1974 wurde die Literaturzeitschrift “exempla” in Tübingen von einer Studentengruppe um Peter Pörtner (ehemaliger Mitherausgeber des Konkursbuches und heute Professor für Japanologie in Hamburg) und Ralph Roger Glöckler (Literaturwissenschaftler, Ethnologe, Dichter und Schriftsteller) gegründet. Konzeptionell war die Förderung junger literarischer Talente in den Bereichen Lyrik, Kurzgeschichte und Essay angestrebt.

Nach dem Weggang der Initiatoren 1980 übernahm der Lyriker Wolfgang Rappsilber aus Tübingen, Mitglied im Deutschen Schriftstellerverband (VS), die Herausgeberschaft, die von da an im AS-Verlag erschien. / Südwestpresse

*) Älteste Literaturzeitschrift, nana. Die Horen wurden 1955 (neu) begründet, Sprache im technischen Zeitalter, 1961, Die Akzente 1954, Sinn und Form 1949 und die Neue Rundschau gar 1890 (sie wurde zwar 1944 verboten, aber schon 1945 zunächst in Stockholm wieder herausgegeben). Man kann ja nicht alles selber lesen, reicht schon wenn man drüber schreibt; aber in der nächsten Bibliothek nachsehen oder Wikipedia befragen sollte auch im Südwesten drinsein.

74. American Life in Poetry: Column 472

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE


What might have been? I’d guess we’ve all asked that at one time or another. Here’s a fine what-might-have-been poem by Andrea Hollander, who lives in Portland, Oregon. 

Ex 

Long after I married you, I found myself
in his city and heard him call my name.
Each of us amazed, we headed to the café
we used to haunt in our days together.
We sat by a window across the paneled room
from the table that had witnessed hours
of our clipped voices and sharp silences.
Instead of coffee, my old habit in those days,
I ordered hot chocolate, your drink,
dark and dense the way you take it,
without the swirl of frothy cream I like.
He told me of his troubled marriage, his two
difficult daughters, their spiteful mother, how
she’d tricked him and turned into someone
he didn’t really know. I listened and listened,
glad all over again to be rid of him, and sipped
the thick, brown sweetness slowly as I could,
licking my lips, making it last.

 

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Copyright © 2011 by Andrea Hollander from her most recent book of poems, Landscape with Female Figure: new and selected poems, 1982-2012 (Autumn House Press, 2013). Introduction copyright © 2014 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

73. Byzantium

Yeats wrote two poems about İstanbul that have become classics in the Western literary canon: “Sailing to Byzantium” and the later “Byzantium.” The first poem uses an imagined journey to Byzantium to meditate on mortality, spirituality and artistic legacy, among other themes. The poet escapes a country of youth neglecting the “monuments of unageing intellect” around them and travels to Byzantium, seeking some form of eternal paradise.

The second, lesser-known poem, “Byzantium,” is a nighttime portrait of the city populated by classical Greek symbols — the figure of Hades, the golden bough, dolphins carrying people to the underworld. While “Sailing to Byzantium” invokes a journey, the second poem paints a picture that is complex and dizzying. / Today’s Zaman

Sailing to Byzantium
I
That is no country for old men. The young
In one another’s arms, birds in the trees
–Those dying generations–at their song,
The salmon-falls, the mackerel-crowded seas,
Fish, flesh, or fowl commend all summer long
Whatever is begotten, born, and dies.
Caught in that sensual music all neglect
Monuments of unaging intellect.