Lyrik Wiki
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1. Januar 2001
28. Januar 2012
107. Weisses Sanskrit
Eine grazile Brücke zwischen Natur und Transzendenz spannt auch Ron Winkler, Herausgeber dieses Bandes, in seinem eigenen Beitrag. In der ersten Zeile sieht er den Schnee als «kalte fraktale Grammatik», am Ende wird er zum «schleichenden Konstruktivismus eines weissen Sanskrits auf den Dingen». Die sorgfältige Auswahl aus Werken von anerkannten Lyrikern wird ergänzt von der noch wenig bekannten, aber beeindruckenden Birgit Kreipe und ihrem Schlussgedicht «Schneekönigin». / Astrid Kaminski, Tages-Anzeiger 27.1.
27. Januar 2012
106. „Lebend schon“
Schwieriges Deutschland. Deutschland Today schreibt über die deutsche Dichterin Else Lasker-Schüler:
Schon zu Lebzeiten publizierte sie in verschiedenen Zeitschriften und illustrierten Bänden.
Deutschland yesterday war da weniger nachlässig. Ihr Gedichtband „Mein blaues Klavier“ erschien 1943 in Jerusalem.
Mein blaues Klavier
Ich habe zu Hause ein blaues Klavier
Und kenne doch keine Note.
Es steht im Dunkel der Kellertür,
Seitdem die Welt verrohte.
Es spielten Sternenhände vier
– Die Mondfrau sang im Boote –
Nun tanzen die Ratten im Geklirr.
Zerbrochen ist die Klaviatür…
Ich beweine die blaue Tote.
Ach liebe Engel öffnet mir
– Ich aß vom bitteren Brote –
Mir lebend schon die Himmelstür –
Auch wider dem Verbote.
105. Burns-Party in Schweinfurt
Robert Burns wird in Schottland fast kultisch verehrt. So weit ist es in Schweinfurt noch nicht. Man kennt den „Schiller“ Schottlands aber schon recht gut, was wiederum mit der heuer 50 Jahre alten Partnerschaft mit der schottischen Stadt Motherwell zu tun hat. Zur Wiederbelebung der etwas eingeschlafenen Liaison gründeten sich 1999 und 2000 in beiden Ländern Partnerschaftsvereine. Die Schweinfurter Schotten feiern seitdem auch den Geburtstag von Burns am 25. Januar. / Mainpost
104. Ansage
„Und auch Lyrik werde es immer geben, sagt Hückstädt, `das ist nicht verhandelbar´“.
Hauke Hückstädt (Literaturhaus Frankfurt) in der FAZ v. 26.1., Seite 32
103. Annes Kastanie
Jene Kastanie, die bis zu einem Sturm im Jahr 2010 im Hinterhof der Prinzengracht in Amsterdam stand und dem jüdischen Mädchen in ihrem Versteck vor den Nazi-Schergen ein Lichtblick war. Der niederländische Dichter Jos Versteegen hat in drei Gedichten die Zwiesprache von Anne mit der Kastanie ausgedrückt, ein viertes Gedicht ist dem Sturz des Baumes gewidmet. Der Markdorfer Komponist Johannes Eckmann hat diese Gedichte vertont. / Stefanie Lorenz, Schwäbische Post 26.1.
26. Januar 2012
101. Ernst-Meister-Ausgabe
Die fünfbändige Textkritische und kommentierte Ausgabe der Gedichte Ernst Meisters enthält in den Bänden 1-3 sämtliche zu Lebzeiten publizierten Gedichtbände Ernst Meisters sowie verstreut publizierte Lyrik auf der Basis der Erstausgaben bzw.-drucke. Der vierte Band bietet den textkritischen Apparat mit der Darstellung ausgewählter Textstufen; ergänzt wird dieser Band durch einen elektronischen Teil, der auf der Homepage der Ernst Meister-Arbeitsstelle als Download zur Verfügung steht. Es folgt der fünfte Band mit Kommentaren zu den einzelnen Gedichten sowie Bandeinführungen.
Axel Gellhaus und Eckart Oehlenschläger werden die Ausgabe vorstellen und Möglichkeiten der Information, die sie bereithält, an Beispielen demonstrieren, darunter die Genese von Texten durch verschiedene Phasen der Niederschrift hindurch, dargestellt einmal im textkritischen Apparat, zum anderen nachzuverfolgen an den Scans der Handschrift. Beispiele für Erfolge und Grenzen der Arbeit am Kommentar bilden ein weiteres Thema. / Buchhandlung Böttger
100. Trügerische Idyllen
Zuerst eine Verwirrung: Was hat der Titel des Buches mit den Gedichten zu tun? In Synke Köhlers Lyrikdebüt »waldoffen« stehen wir nicht im Wald, sondern fast ausnahmslos an Gewässern, wie schon die Kapitelüberschriften »Strandläufer« oder »Grenze im Fluß« suggerieren. Die Autorin beschreibt uns den Horizont über dem Meer, Fische, Muscheln und Strände, lädt uns ein zu poetischen Bootstouren. Ihre Zeilen sind ganz leicht dabei, »durch die grünen Flaschen betrachtet // wirkt das Leben hier sehr grün«, und schon möchte man der Autorin ihr eigenes Gedicht vorhalten: »es bleibt kein Eindruck // nicht mal im Sand«. Doch das wäre nicht richtig. Zugegeben, auf den ersten Blick wirken die ungestörten sonnigen Nachmittage weichgezeichnet und kantenlos, und manchmal sind sie das auch. Wozu soll man da mitkommen, wenn doch nichts Besonderes wartet außer Landschaftsbeschau und die Suche nach Surfern in den Wellen? Doch bei genauer Betrachtung werden einige trügerische Idyllen sichtbar: Der Himmel ist nicht blau, sondern »gestochen blau«, Fischer gar nicht erst vorhanden, der Tang modert, und »bemängelt wird das fehlende Flimmern der Luft«. Diese Beobachtungen sind eine Einladung zu intensiver Lektüre, der Spaziergang zum »Strand mit den sandigen // Zungen« scheint interessant zu werden. Erst einmal in das feinmaschige und unprätentiöse Netz der Autorin getappt, bleiben selbst die Umkreisungen zwischenmenschlicher Beziehungen nachvollziehbar, was Köhlers schräger und zugleich sensibler Wahrnehmung zu verdanken ist: »schau dir die Verwesung an // das Meer weckt falsche Erwartungen // (…) wahrscheinlich hat das Meer uns // nie gemeint«. / Peggy Neidel, junge Welt 26.1.
Synke Köhler: waldoffen – Gedichte. Allitera Verlag, München 2011, 76 Seiten, 9,50 Euro
25. Januar 2012
98. Parlandopark
29.01.12 // Eröffnung im Offenen
Der Parlandopark meldet sich zurück im neuen Jahr.
Nach einer etwas längeren Pause lädt der Parlandopark nun einmal im Monat zu Lesungen und Gesprächen.
Eröffnung im Offenen: Nachdem so lang offen war, ob und wie wir zurückkehren, soll auch der erste Abend die Möglichkeit geben, Neues und Fremdes einzubringen. Texte sind erwünscht, wir alle bringen Texte mit und wollen so auch Möglichkeiten für das Jahr 2012 auskundschaften.
Alle sind herzlich eingeladen, gelesen wird, solang die Kraft reicht, danach gefeiert oder geschwiegen.
Kommt zahlreich.**
Es grüßen
Simone Kornappel, Adrijana Bohocki, Steffen Popp und Hendrik Jackson
Studio 8 Grüntalerstr. 8, 13357 Berlin * Wedding S + U Gesundbrunnen
Sonntag, 29. Januar 2012 20:00 Uhr