012. Wiedergefunden

Der Dichter Desmond O’Grady aus Limerick hat ein vor sieben Wochen auf einem Pferdemarkt verlorenes Manuskript eines neuen Bandes zurückbekommen, berichtet die Irish Times.

011. American Life in Poetry: Column 230

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

It’s been sixty-odd years since I was in the elementary grades, but I clearly remember those first school days in early autumn, when summer was suddenly over and we were all perched in our little desks facing into the future. Here Ron Koertge of California gives us a glimpse of a day like that.

First Grade

Until then, every forest
had wolves in it, we thought
it would be fun to wear snowshoes
all the time, and we could talk to water.
So why is this woman with the gray
breath calling out names and pointing
to the little desks we will occupy
for the rest of our lives?

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2008 by Ron Koertge, whose most recent book of poems is Fever, Red Hen Press, 2006. Reprinted by permission of Ron Koertge. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

010. Bilderverbot

Die Zeitungen vermelden knapp, daß die  „Yale University Press“  ein Buch der Professorin  Jytte Klausen über die Mohammedkarikaturen veröffentlicht,  „The Cartoons That Shook the World“, aber dann auf den Abdruck der Karikaturen und anderer Abbilder des Propheten verzichtete. Die SZ schreibt: „Nach der Konsultation mehrerer Diplomaten und Islam-Experten entschied sich der Verlag gegen jegliche Illustrationen des Propheten in dem Buch.“ Na prima. Darum ging es ja. Blogger TradCat meint: „Wenn eine der besten Universitäten der Welt Angst davor hat, die Karikaturen in einem Buch über das Thema abzudrucken, sagt sie damit, daß Furcht vor Gewalt die Meinungsfreiheit aussticht.“

009. Spreu vom Weizen

Die Lyriktage in Frauenfeld, die in diesem Jahr heuer zum zehnten Mal durchgeführt werden (18. bis 19. September), sind kleiner und etwas weniger laut als andere etablierte Veranstaltungen der Schweizer Literaturszene. Das ist kein Nachteil und vor allem kein Qualitätskriterium. Der diesjährige Gastkurator Raoul Schrott hat als seine Gäste sechs Lyrikerinnen und Lyriker eingeladen: Zsuzsanna Gahse (Schweiz), Ulrike Almut Sandig (Deutschland), Arno Camenisch (Schweiz), Michael Donhauser (Österreich), Iain Galbraith (Schottland/Deutschland) und Michael Krüger (Deutschland).
Der im weiten Wortsinn unorthodoxe Mensch, Autor und Denker Schrott hat das bewährte Konzept der Frauenfelder Lyriktage – Lesungen der Autorinnen und Autoren, Workshops und Werkstattgespräche in den Schulen und Podiumsdiskussion – übernommen, ihm aber auch etwas Neues hinzugefügt. Unter dem Titel „Spreu vom Weizen“ findet die Podiumsdiskussion mit allen Autoren statt: Welcher Weizen gedeiht wo? Mit welchem Flegel lässt sich die Spreu vom Weizen trennen? Ist die Spreu bloss wertlos? Später dann, wiederum unter der Moderation des Gastkurators, werden sich Arno Camenisch und Iain Galbraith darüber unterhalten, ob die schottische und die rätoromanische Lyrik als Lyrik einer Sprachminderheit von einem ähnlichen Fundus zehren, ob sie vom Rand her zur Mitte hin schreiben oder ob sie selbst die Mitte sind. / Südkurier

10. Frauenfelder Lyriktage: Freitag/Samstag 18./19. September, Eisenwerk Frauenfeld. Informationen gibt die Kulturstiftung des Kantons Thurgau, Industriestrasse 23, 8500 Frauenfeld
Tel. 0041-52-728 8910 >info@kulturstiftung.ch //
Weitere Informationen:
www.kulturstiftung.ch

008. Dieser Tag leuchtet

Gedichte, Gedichte, Gedichte. Wer findet sich heute noch zurecht in den Regalen? Wer kann sogenannte moderne Gedichte noch deuten? Immer wird nach einer neuen Faszination gesucht, immer wird ein neues Feld bestellt mit ungepflügten Worten. Einer, der seit Jahrzehnten darüber hinweggeht, ja: nicht schreitet, ist Walter Helmut Fritz. Seine Gedichte habe ich schon verschlungen, als Eich und Bachmann und Benn und Konsorten Verse auf dem absterbenden Ast ausbrüteten. Und als die konkrekte Poesie einfiel wie ein thebanisches Heer mit linksverstärkter Phalanx und als Brinkmann und Co. die Szene aufmischten in den 70ern und 80ern. In all dieser Zeit – bis heute – hat ein Lyrikautor seinen Stammplatz in meinem Bücherregal: Walter Helmut Fritz. All diese Wortgefechte hat er überlebt und schreibt unbeirrt weiter in seinem heiter-elegischen, leise-explodierenden Stil, der eben Jahrzehnte überdauert, all das Piercing-Getue und Tatoo-Geschramme der Neuzeit überlebt hat. Einer, der ganz leise und ganz böse an die Dinge des Lebens herangeht, der wird überhört und übersehen vom Multimedia-Getue der Jetztzeit. Wer Walter Helmut Fritz liest, weiß mehr vom Leben, erfährt mehr von allen Dingen, die uns beschäftigen. Er wird reicher, Wort für Wort. Und er weiß, wie der Autor es meint: Sanft, beruhigend, beiläufig. Und dabei doch: Erschütternd. beunruhigend, direkt. Selten habe ich so gute Texte entdeckt, die – so einfach sich gebend – so nachhaltig wirkend sind. Natur, Natur. Werden und Gehen. Die Einsamkeiten der Menschen untereinander. Jedem kleinem Wink aus dem Alltagsleben gewinnt der „Zeitagent“ Fritz einen kleinen Brocken Lyrik ab und ist souverän wie selten heute einer.

Die Wolke

Wir saßen bei Schafskäse,
Oliven, Tomatensalat,
als wir die Wolke sahen,
die ihren Schatten
über einige Häuser des Dorfs legte,
dann über den Hügel,
dann ihre Fahrt
verlangsamte,
anhielt,
und in der leuchtenden Luft
Wurzeln schlug

Das Gesamtwerk beginnt mit dem Band „Achtsam sein (1956, führt über „Die Beschaffenheit solcher Tage, ( Roman, 1972) und „Zugelassen im Leben“ (Gedichte, 1999) zu „Achtsam sein – Walter Helmut Fritz – Gesamtwerk“, das im September im Verlag Hoffmann und Campe erscheint (99 Euro, drei Bände) zum 80. Geburtstag des Autors am 26. August 2009.

Peter Ettl

007. Lesung der VIER in Ueckermünde

am freitag 21.august um 19.30 uhr gibt es zur finissage der ausstellung SCHRIFT-WASSER-ZEICHEN im ueckermünder kulturspeicher die erste gemeinsame lesung einer autorInnengruppe die sich seit dem mai diesen jahres ZELLE VIER nennt und das vier als wir versteht und gemeinsam texte schreibt einmal die woche in den weiten des netzes und nun erstmalig diese texte und sich selbst dem publikum vorstellt. MICHAEL HÜTTENBERGER (ostfriesland), SILKE PETERS (stralsund) ARMIN STEIGENBERGER und CHRISTEL STEIGENBERGER (beide münchen).

Hier ein Anagramm zur Meldung

006. Dichter muss Strafe zahlen

Charles Baudelaires Gedicht „Die Juwelen“ wurde gleich nach seiner Veröffentlichung Mitte des 19. Jahrhunderts verboten und er musste wegen „Verhöhnung der öffentlichen Moral und der guten Sitten“ sogar eine Geldstrafe zahlen. Das Gedicht ist eine Hommage an sinnliche Frauen, es spielt mit Andeutungen und weist auch in die blutigen Abgründe von Erotik. / Elke Eberle, Eßlinger Zeitung 15.8.

005. Frühlingsbilder

Der Taoismus unterscheidet auch in der Natur Yin- und Yang-Elemente. So wurden weibliche Schamteile mit Hügeln, Tälern, Feuchtgebieten und Wäldern verglichen, als seien sie eine Landschaft, oder mit einer im Frühlingswind aufgeblühten Päonie. Erotikbilder heissen in Korea «Frühlingsbilder». / Hoo Nam Seelmann, NZZ 15.8.

004. Beim Jüngsten Gericht

Wenn er mit brüchigem Baß seine feierlichen Oden las, glich er einem jungen Hahn. In Feodossija trommelte er eines Tages die reichen Liberalen zusammen und verkündete ihnen: „Beim Jüngsten Gericht werdet ihr gefragt werden,  ob ihr den Dichter Mandelstam verstanden habt; ihr werdet Nein sagen müssen. Ihr werdet gefragt werden, ob ihr ihn ernährt habt – falls ihr das bejahen könnt, wird euch vieles vergeben werden.“ / Ilja Ehrenburg, aus: Menschen, Jahre, Leben

zitiert aus: Ossip Mandelstam. Poet’s Corner 8. Ausgewählt von Rainer Kirsch. Berlin: UVA 1992, S. 5 (deutsch von Fritz Mierau)

003. Ingolds Gegengabe

Wunderbar etwa ist jene Notiz über ein älteres Ehepaar, aus dessen Wohnung der Autor in regelmässigen Abständen Schreie vernimmt, die er sich nicht erklären kann. Bis sich eines Tages herausstellt, vor den Auslagen eines Bücherbasars der Heilsarmee, dass der alte Herr seiner Frau zweimal täglich aus Diderots «Das Paradox des Schauspielers» vorliest, immer wieder und stets mit Inbrunst. Der alte Herr mag das Buch einfach, und eben hat er in der Bücherkiste ein weiteres Exemplar gefunden, er hat schon viele . . .
Kleine Alltagsbeobachtungen wie diese finden sich einige. Dazwischen Gedichte, eigene und fremde, übersetzte: Gedichte von René Char, von Joseph Brodsky, Marina Zwetajewa und vielen anderen. Daneben kurze Berichte von den täglichen Spaziergängen in der nahen Umgebung. Oder Traumerzählungen, bizarre Geschichten, die Vertrautes und Unvertrautes in einer überraschenden Ordnung als kompakte und opake Einheit inszenieren. In anderen Texten wiederum formuliert Ingold Erinnerungen an Menschen, die ihn etwas gelehrt haben und denen er etwas verdankt. Walter Widmer etwa, dem Lehrer und ungeheuer produktiven Übersetzer und Vermittler, gilt eine freundliche Hommage. Ein anderes Mal ist die Rede von einem russischen Linguisten, der zu den wissenschaftlichen Betreuern von Ingold zählte, als dieser in den sechziger Jahren in Moskau studierte. In der Erinnerung bleibt Boris Gornung ein distanzierter Mensch, und erst viel später wird der Autor erfahren, dass sein Lehrer ein enger Vertrauter Ossip Mandelstams war und selber auch schrieb; das vorsichtig-respektvolle Gedenkblatt schliesst mit der Übersetzung eines Gedichts von Gornung. / Martin Zingg, NZZ 13.8. http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur/poetische_rueckschau_1.3331604.html

Felix Philipp Ingold: Gegengabe − aus kritischen, poetischen und privaten Feldern. Urs Engeler Editor, Basel 2009. 712 S., Fr. 59.–

002. Ammanns Wunderlampe

Dezember 1984 in Paris, wo ich damals lebte, Rue de la Tombe-Issoire 37, ein paar Meter über den Katakomben und am Ort, wo laut mittelalterlicher Legende der Grabhügel des erschlagenen Riesen Isoré lag. Wir hatten gerade die Ossip-Mandelstam-Gesamtausgabe geplant und besprochen. Egon Ammann und Marie-Luise Flammersfeld sassen auf meinem bizarren Steinzeit-Sofa wie auf einem fliegenden Teppich. Wir glühten. Es war spät, ich schlug einen nächtlichen Spaziergang durch Paris vor. Wir sahen das Haus, wo Verlaine starb, und Baudelaires Haschisch-Klub auf der Ile Saint-Louis. Eine kleine verrückte Wallfahrt, befeuert vom gemeinsamen Projekt, das den russisch-jüdischen Dichter endlich sichtbar machen sollte, dessen zehn Bände samt meiner Mandelstam-Biografie wir tatsächlich – trotz allen materiellen Engpässen – verwirklicht sehen durften.

Zwanzig Jahre sollte es uns tragen und weiter im Text, meine eigenen Gedichte und Essays begrüsste das Verlegerpaar mit ebenso enthusiastischer, mich beglückender Freude. Das antike Wort «Enthusiasmus» meinte ein «Voll-sein-vom-Gotte», eine hellhörige Begeisterung, heilige Leidenschaft für den Gott – der Literatur. Seither ist der Ammann-Verlag für mich eine Gesandtschaft gewesen, «L’Ambassade de la Poésie», ein zartes Asyl poetischer Euphorie, dem harten Wind öder wirtschaftlicher Zwänge nobel und verbissen trotzend. In einem der ersten Ammann-Bücher fand ich eines meiner bis heute wirksamsten Lebensmedikamente, den Satz von John Cowper Powys: «Das Geheimnis des Lebens besteht darin, Gottes Verrücktheit zu teilen.» Das war es: das Licht in Ammanns Wunderlampe. / Ralph Dutli, NZZ 15.8.

001. Mandelstam-Nummer

In guten Buchhandlungen, schreibt der Nouvel Obs,  kann man sich die Nummer 962-963 der Zeitschrift „Europe“ besorgen, die dem russischen Dichter Ossip Mandelstam (1891-1938) gewidmet ist. (Nun, in Greifswald gibt es dann keine – oder hat jemand L’Europe?). Mandelstam, schreiben sie, ist nicht in erster Linie das Opfer Stalins, sondern der außergewöhnliche Dichter. Viele russische Beiträge in dem Heft, so ein wunderbarer Text von Alexander Kuschner. Pavel Nerler untersucht minutiös die Spuren der Durchreise des jungen Mandelstam in Paris. Mandelstams Humor wird zum Thema, Jeanne Claude Lanne zeigt die Nähe zu Chlebnikow und wie Mandelstam eine sehr feine Lektüre des Saum-Dichters lieferte. Er besteht darauf, daß es absurd sei, die beiden unter den Namen Futurismus und Akmeismus zu trennen. Evguéni Toddes zeigt eine andere Nähe – zu den russischen Formalisten. Glänzend die explication du texte des großen Jossif Brodsky zu dem Gedicht „Au monde souverain“ von 1931.

Hier das Inhaltsverzeichnis und die Einleitung von Marc Weinstein (frz.)
http://www.fabula.org/actualites/article32261.php
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Europe
Ossip Mandelstam
87e année, n°962-963, Juin-Juillet 2009
• 18,50 €

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Ossip Mandelstam – kostenloses Supplement zur Gesamtausgabe (pdf)
http://www.ralph-dutli.de/mandelstam/Mandelstam_Supplement_Gesamtausgabe.pdf
Zu
Ossip Mandelstam
Das Gesamtwerk in zehn Bänden
Aus dem Russischen übertragen und herausgegeben von Ralph Dutli.
Ammann Verlag, Zürich (2004)
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TRANSLATING MANDELSTAM.
http://www.languagehat.com/archives/002618.php

Hello world!

Welcome to Lyrikzeitung & Poetry News at WordPress.com. I’m just trying things out, but I guess this will be the new place for L&Poe. I will go on with lyrikzeitung as my readers know it and as well add new features.

Liebe treue und wie ich hoffe künftig auch neue Leser der Lyrikzeitung, voraussichtlich beende ich heute die Gastrolle beim Leipziger textenet.de (eine Zusammenarbeit während des gleichnamigen Festivals im Oktober/ November ist seit langem vereinbart). Ich probiere noch ein bißchen aus, aber wahrscheinlich wird eine Kombination von Zeitung und Blog herauskommen. Vorschläge, Kommentare etc. sind sehr willkommen. Herzliche Grüße fürs erste (die ersten Nachrichten folgen in Kürze)

Michael Gratz

49. BEYOND THE CULT OF YOUTH

An interview with Brian Culhane, winner of the 2007 Emily Dickinson First Book Award for a poet over the age of 50.

By Tim Appelo
Poetry Media Services

Tim Appelo: Your poetry is grounded in the classics. On your way to writing about that subject, did you go through other distinct literary phases?

Brian Culhane: A Miltonic one in my 20s. His sonnets led me to write early poems that were gnomic and dense. One falls under the spell of these great presences. I wrote a long poem called “The Bridge” in allusive, crabbed lines on a metropolitan theme and handed it to my roommate. He said, “Didn’t Hart Crane write a long poem called ‘The Bridge?’” Stanley Kunitz was my thesis advisor. He’d scrawl on a poem, “This is Lowell. The worst of Lowell.” I also had the good fortune to have James Wright as my teacher: a puffy face and slit eyes and big thick glasses—a minatory presence, even though he was a gentle man. I’d written an exam on a typical Wright question: “It has been said that poetry is no better than push-pin. Explain.” Wright was quoting Jeremy Bentham, who argued that both poetry and push-pin, a child’s game kind of like the modern pick-up sticks, are equally valuable if they produce the same degree of pleasure. On my exam, Wright wrote, “Cool-hane, no one will ever take your ideas seriously until you learn how to spell.” I’d gone to Manhattan private schools when they didn’t teach spelling.

TA: “The King’s Question” refers to Croesus, who (Herodotus says) asked the oracle at Delphi what would happen if he invaded Persia. The oracle said he’d destroy a great empire—only he didn’t realize it’d be his own, not Persia. But in your poem, Croesus’s question is lost; we don’t know what it was. Why?

BC: The past throws out to us lifelines, messages. What is left out is interesting. The poem imagines that we didn’t ever hear that story, and that would make sense—Sophoclean dramas were all lost, except for a handful. Why did I change what we know from Herodotus’s story of Croesus? Most of his history is taken from oral tradition, which can easily change in the retelling. Maybe Herodotus got the story wrong. Was that really the question Croesus had in mind? Is that what we would ask the oracle in our own lives? How many questions do we have in us, great ones?

Today, we’re not writing questions and sticking them into the wall at Delphi anymore. In the Manhattan neighborhood I grew up in, the correlative for the priestess talking with the vatic utterances was the psychotherapist.

TA: I love that the shrink is knitting.

BC: That brings up Clotho.

TA: One of the Three Fates of Greek mythology, spinning the threads of life. Spinning your fate. Your fate seems to have been spun by libraries.

BC: I like libraries, and tend to do my best research when I’m not researching. I spent years in a library researching a dissertation on the epic. Once in a while I’d simply wander the library and pluck a volume, and become inspired—it was one of those aleatory combinations of time, place, and book. All first lines are accidents.

TA: Many of your poems read like a scholar’s reverie. You write in „Library“:

That fable
Of an infinitely circular Library of Babel
Borges saw as self-referential: nooks
Corridors, dead ends, twisting stairwells:
Bibliographic cargo cults and infidels.

You go on to compare libraries in this poem to the supernatural cargo cults formed by remote Pacific islanders awed by World War II GIs dropping crates full of wonders from afar.

BC: I’m misconstruing, comically from one perspective, tragically from another. What we cast off, what washed ashore because of the wars we fought with machines, these people could make no sense of. I’m also alluding to the coming tide of change, which the islanders can’t do anything about.

TA: How old or new is the work in your book?

BC: “Estrangement in Athens” is my first published poem, which makes it about 30 years old. About a quarter of the poems were written in the last four years. I’m happy that no book came to fruition until now. The book is a lot better for being winnowed. There’s a pressure on poets to publish too early.

TA: Now that you’ve done this, does that change your practice?

BC: No. The muse is an intermittent visitor. If I could speed up the process, I would. Maybe when I’m 75 there’ll be another prize—for the second book of a poet who’s not published a second book until he’s 75.

Tim Appelo has been an editor at Amazon.com and a contributor to the Washington Post and the Timeses of New York, LA, and Seattle. This article first appeared on http://www.poetryfoundation.org. Learn more about Brian Culhane, and his poetry, at www.poetryfoundation.org.

© 2009 by Tim Appelo. All rights reserved.

48. Georges Massat (1909 – 1966), der schalkhafte Dichter

Zum 100. Geburtstag erinnert sich die Stadt Saint-Girons an ihren vergessenen Sohn, den surrealistischen Dichter Georges Massat. Der hatte 1930 in Toulouse die surrealistische Gruppe Chaos gegründet. Die Gedichte des Blutsbruders von Lorca und Baudelaire wurden zum ersten mal neu herausgegeben in dem Buch « Voici ma Voix » im Verlag « Le pas d’oiseau ». Er veröffentlichte auch einen Roman, « Capitaine superbe », eins der seltenen Zeugnisse der Résistance und Kollaboration in Couserans (Gascogne), der ebenfalls neu aufgelegt wird. / La Depeche 10.8.