New educational, media-rich poetry experience for teachers and students
CHICAGO — The Poetry Foundation invites teachers and students to tap into its new online resource, the Poetry Learning Lab. Hosted on www.poetryfoundation.org, the Poetry Learning Lab is designed for anyone who wants to learn more about poetry.
A dynamic resource for teachers, students, and learners of every age, the Poetry Learning Lab has been developed by the Poetry Foundation in conjunction with a team of education experts—including writing and literature teachers, librarians, and poets—to provide an immersive educational experience with poetry. By allowing students to experiment with different ways of reading poems—as text, sound, and visual artifacts—the Learning Lab provides readers of all levels with the opportunity to practice close reading and listening skills and to think broadly and analytically about poetry and poetics.
An extension of the Poetry Foundation’s comprehensive website, which includes an archive of more than 600 poets and 8,000 poems, the Poetry Learning Lab’s multimedia educational resources include annotations, reading guides, audio and video recordings, discussion questions, writing ideas, teaching tips, and podcasts. The diverse learning approaches incorporated within the tools provide students and teachers with endless ways to approach poetry, and ensure that individual learning styles are met. These features are offered in connection with 10 selected poems:
Louise Bogan’s “A Tale”
Robert Browning’s “Fra Lippo Lippi”
Lucille Clifton’s “won’t you celebrate with me”
Emily Dickinson’s “I started Early – Took my Dog”
John Donne’s “The Sun Rising”
Gerard Manley Hopkins’s “The Windhover”
Yusef Komunyakaa’s “Facing It”
Sylvia Plath’s “Fever 103°”
Walt Whitman’s “A Passage to India”
William Carlos Williams’s “To a Poor Old Woman”
Also serving as a one-stop portal for reference materials, the Poetry Learning Lab is replete with engaging articles about poets and poetry, bibliographies, a thorough glossary of literary terms, and a large selection of poetics essays and manifestos ranging from Plato to today.
Catherine Halley, editor of http://www.poetryfoundation.org, says, “The Poetry Learning Lab takes something Robert Frost once said as a point of departure: ‘Poetry begins in delight and ends in wisdom.’ The Lab encourages students to attend to individual poems with a focus that’s rare on the Internet—and at the same time provides teachers and instructors with a unique range of supplementary material useful in teaching poetry, from a glossary of poetic terms, to a series of historic poetics manifestos, to a variety of pedagogical essays.”
The positive response from students across the country to Poetry Out Loud, a partnership of the NEA and the Poetry Foundation that encourages high school students to learn about poetry through memorization and performance, suggests that readers of all levels are interested in the opportunity to enjoy poetry and learn more about their literary heritage. The Poetry Learning Lab builds on and fosters this interest in poetry by facilitating an interactive learning process that allows readers to discover for themselves the pleasures of engaging with difficult and precise language.
Teachers, students, and all users can also discover Harriet, the Poetry Foundation’s blog, where poetry teacher John S. O’Connor guest-blogs about the joys of teaching and studying poetry.
The Poetry Foundation will host a booth in the Exhibit Hall at the annual National Council of Teachers of English (NCTE) convention in Philadelphia, November 19 to 22, 2009. Staff will be available to answer questions and provide more information. For more information on the conference, visit http://www.ncte.org/annual.
For more information on the Poetry Foundation’s Poetry Learning Lab, please visit www.poetryfoundation.org/learninglab.
randnummer ist ein Hamburger Literaturmagazin für Gegenwartsliteratur.
http://www.randnummer.org/
Zweimal im Jahr, jeweils Ende September und Ende März erscheint das randnummer literaturheft, in dem neben bereits namhaften Autoren stets auch Nachwuchsautoren präsentiert und in den kommenden Heften KünstlerInnen ihre Arbeiten zeigen werden. Als weiteres Organ für Gegenwartsliteratur möchten wir aktuellen Strömungen nachgehen, bisher unbekannten Autoren und anderen Künstlern ein Sprachrohr bzw. Medium bieten und einen Verbund wie eine Interaktion zwischen den Künsten herstellen.
Die erste Ausgabe befasst sich ausschließlich mit Stadtlyrik, kommende Ausgaben werden jedoch auch Prosastücke, Essays und Übersetzungen einbinden.
16.10.2009 – Releaseparty der Ausgabe 01 in der POW-Galerie, Haubachstraße 7a, Hamburg.
Es lesen: Andre Rudolph, Klaus F. Schneider, Katharina Schultens und Ron Winkler.
Dazu gibt es Musikalisches vom Plattenteller und eine hintergründige Austellung der Leinwandarbeiten zum ersten Heft.
Einlass ab 19.30 Uhr
Eintritt 3,00 Euro
Witkowitz, 1933. Ilse Weber, dreißig Jahre alt, verheiratet, ein Kind. Als Angehörige der jüdischen Minderheit lebt sie mit ihrer Familie in ihrer Geburtsstadt bei Mährisch-Ostrau. Die Hörfunk- und Kinderbuchautorin schreibt, unter ihrem Mädchennamen Ilse Herlinger, in der Sprache, in der sie aufgewachsen ist: auf deutsch, aber sie fühlt als Tschechin…
Seit ihrer Jugend unterhält sie eine Brieffreundschaft mit der schwedischen Diplomatentochter Lilian von Löwenadler, die inzwischen in England lebt. Ein zweites Kind ist unterwegs. Bis zum »Münchener Abkommen«, wonach die sudetendeutschen Gebiete von Nazideutschland annektiert werden, sind es noch fünf Jahre.
1939 gelingt es Ilse und Willi Weber, den älteren Sohn Hanuš nach England zu Lilian zu schicken; sie nimmt ihn mit nach Schweden, wo er bei ihrer Mutter aufwachsen wird. 1942 werden sie mit Tommy, dem jüngeren, nach Theresienstadt deportiert, wo Ilse in der Krankenstube Kinder pflegt. Sie schreibt Lieder, die sie den Kindern und anderen Mithäftlingen zur Gitarre vorsingt. Kurz vor dem Osttransport gelingt es Willi Weber, die Blätter mit den Liedtexten im Boden eines Geräteschuppens einzumauern. Ilse und Tommy werden Ende 1944 in Auschwitz ermordet. Willi Weber überlebt und lernt seinen Sohn Hanuš neu kennen. Er begibt sich noch einmal nach Theresienstadt und kann die vergrabenen Papiere in Sicherheit bringen. Durch eine Verkettung von Zufällen finden weitere Dokumente den Weg zu den überlieferten Gedichten: Jahrzehnte nach der Ermordung Ilse Webers tauchen auf einem Dachboden in England ihre Briefe aus den 1930er Jahren auf. Sie schreibt darin über ihren Alltag, der zunehmend vom Antisemitismus vergiftet wird, und über die heraufziehende politische Katastrophe.
Ich wandre durch Theresienstadt
Ich wandre durch Theresienstadt,
das Herz so schwer wie Blei,
bis jäh mein Weg ein Ende hat,
dort knapp an der Bastei.
Dort bleib ich auf der Brücke stehn
und schau ins Tal hinaus:
Ich möcht so gerne weitergehn,
ich möcht so gern – nach Haus!
(…)
Wann wohl das Leid ein Ende hat: Briefe und Gedichte aus Theresienstadt
Von Ilse Weber
Herausgegeben von Ulrike Migdal
Hanser
21,50 Euro
Um Ilse Weber geht es auch auf Nizza Thobis neuer CD “Ein Koffer spricht”
/ haGalil
Saghi Ghahreman wählt den direkten Weg, eine Sprache ohne Umschweife. Sie nennt die Dinge beim Namen, vermittelt mit einer verblüffenden Geradlinigkeit ihre Gedanken und Gefühle nach außen und verleiht Worten jene Freiheit, die sie im Iran, aber auch in vielen anderen Ländern der Welt nicht haben. Damit nimmt sie eine exzeptionelle Position in der iranischen Lyrik ein, die sich eigentlich durch Symbolik, Verschlüsselung und Umschreibung auszeichnet.
„Ich glaube, wenn wir die Kultur ändern wollen, eine Kultur, die Frauen und Homosexuelle nicht als vollwertig anerkennt, müssen wir die Worte aussprechen“, meint Saghi Ghahreman im Gespräch. „Und dann müssen wir diese Kultur überprüfen. Nicht durch Andeutungen, sondern durch das tatsächliche Auf-den-Tisch-Bringen (der Begriffe) müssen wir klar machen, was ist überhaupt ‚Liebe machen‘?“
Im Mittelpunkt ihrer lyrischen Arbeit stehen für Saghi Ghahreman Körperlichkeit und Sexualität, die sie aus einer vor allem weiblichen Perspektive thematisiert. Es geht der Lyrikerin generell um eine „Entschleierung“ derselben, wie sie sagt, ein Vorhaben, das, wenn man es wörtlich nimmt, in der islamischen Welt und darüber hinaus mit vielen Kontroversen verbunden ist. / ORF Ö1
Mittwoch | 14.10.2009 | 21:00 Uhr | Eintritt frei
„Schampus gibt’s woanders!“ lautet der markige Untertitel des Kompilationsmeisterwerkes klein stadt GROSS.
Seit dem 12. Oktober darf sich Greifswald auf einen Marathon der Veröffentlichungsfeierlichkeiten freuen, immerhin sind 18 hiesige Bands, Solokünstler und Musikprojekte auf dem Silberling vereint.
Was für Musiker zutrifft, gilt nicht weniger für die bildenden Künstler. Mit dem 28seitigen Booklet, an dem 9 Künstler mitgewirkt haben, und in katalogähnlicher Form ihre Werke präsentieren, ist “klein stadt GROSS – Schampus gibt’s woanders” nicht nur in musikalischer, sondern auch in bildend-künstlerischer Hinsicht die umfassende Werkschau einer Stadt.
Ein Teil der Record Release Feierlichkeiten wird natürlich auch im Café Koeppen realisiert. Dazu sind Sie heute Abend sehr herzlich eingeladen!
Die Fotografin Nanne Springer stellt ihre Arbeiten, die nach den Texten von Stephan Rehfeld entstanden sind, im Café aus. Stephan Rehfeld ist an diesem Abend ebenso im Café zu Gast und wird zur Eröffnung der Exposition aus seinen Texten lesen. Musikalisch umrahmt wird das Ganze von Lofi Deluxe. Ein gedanken- und gefühlstransformatorisches Experiment von Wort zu Bild, hin zu Musik und wieder zurück.
Der Eintritt ist frei.
Die CD kann man selbstverständlich im Café Koeppen erwerben.
Weitere Infos zum Projekt unter:
www.schampusgibtswoanders.de
www.myspace.com/kleinstadtgross
Die Fotos sind bis zum 15. November im Café Koeppen zu sehen.
—-
Freitag | 16.10.2009 | 20:00 Uhr | Lesung | Eintritt: 5,-/ 3,- Euro ermäßigt
mit Andreas Altmann, Silke Peters, Jan Wagner und Judith Zander
Gemeinsam mit der Literaturzeitschrift „Wiecker Bote“ präsentiert das Literaturzentrum Vorpommern eine Lyrik-Nacht mit preisgekrönten Dichterinnen und Dichtern. Eine Auswahl ihrer schönsten Gedichte werden Judith Zander, Andreas Altmann, Silke Peters und Jan Wagner lesen.
Unter dem Titel „Restwärme“ erklingt zeitgenössische Lyrik in ihrer thematischen und stilistischen Vielgestalt.
Die jüngste Autorin des Abends ist die 1980 in Anklam geborene Dichterin Judith Zander. Nach ihrem Studium in Greifswald besuchte sie das Deutsche Literaturinstitut in Leipzig und gewann 2007 den renommierten open mike-Wettbewerb in Berlin.
Zur Zeit lebt Judith Zander als Stipendiatin im GEDOK Atelierhaus in Lübeck.
Der 1963 in Hainichen/Sachsen geborene Andreas Altmann unternimmt mit seinen Texten den „Versuch, durch die Verschmelzung von Sprache, Ich und Natur einen Ort zu erschaffen, an dem die Melancholie des Unverortetseins aufgehoben wird“ (NDR). Für sein unverwechselbares poetisches Werk ist ihm u. a. der Christine-Lavant-Lyrikpreis und der Erwin-Strittmatter-Preis zuerkannt worden.
Die Arbeiten der Stralsunder Lyrikerin Silke Peters zeichnen sich durch eine sehr dichte Sprache aus. Ihre poetischen Landschaften sind genauestens erkundet. Gleich einer Gesteinsforscherin legt Silke Peters, die 1967 in Rostock geboren wurde und in Greifswald studierte, mit ihrer Sprache die Schichten eines Ortes, einer Region und einer Landschaft frei.
Für seine präzise Sprache, seine stimmigen Bilder und sein müheloses Spiel mit den Formen wird Jan Wagner, der 1971 in Hamburg geboren wurde, von der deutschen Literaturkritik gefeiert. Als Übersetzer englischsprachiger Lyrik und Herausgeber der internationalen Lyrikanthologie „Die Außenseite des Elements“ lebt der studierte Anglist in Berlin.
Mit freundlicher Unterstützung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald und des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Der Eintritt beträgt 5,- und 3,- Euro ermäßigt.
Karten gibt es im Vorverkauf im Café Koeppen, im Antiquariat & Buchhandlung Dr. Ulrich Rose und in der Greifswald Information
—-
bis 7. November 2009
„Ich natürlich, oder?!“, soll im Jahre 1981 Gabriel Garcia Márquez einem Journalisten am Tag der Verleihung des Nobelpreises für Literatur auf die Frage geantwortet haben, ob er wisse, wer der diesjährige Preisträger sei. Doch Márquez’ Freude war verfrüht. Nicht er wurde gewählt, sondern Elias Canetti, einer der zwölf deutschsprachigen Autorinnen und Autoren, denen die Stockholmer Nobel-Stiftung diese hohe Auszeichnung von 1901 bis heute zuerkannt hat. Márquez hatte jedoch nicht lange Grund, enttäuscht zu sein. Denn als erster Kolumbianer erhielt er bereits 1982, ein Jahr nach Canetti, den Literaturnobelpreis.
Ein Dutzend deutschsprachiger Nobelpreisträger für Literatur – wer waren die eigentlich? Die jüngeren dürften noch allgemein in Erinnerung sein: Elfriede Jelinek im Jahre 2004 und Günter Grass 1999. Heinrich Böll (1972) und Hermann Hesse (1946) werden vielen ebenfalls noch spontan einfallen; vielleicht auch Gerhart Hauptmann (1912). Aber die komplette Liste bekommen nur wenige zusammen. Ein Grund mehr also, die Wanderausstellung der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten in Greifswald zu präsentieren. Ergänzend zu den ausgezeichneten Autoren sind gleichermaßen einige besondere frühe Ausgaben ihrer Werke, die die Universitätsbibliothek Greifswald freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, in der Ausstellung zu sehen.
ÖFFNUNGSZEITEN:
Dienstag bis Samstag, 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.
CAFÉ KOEPPEN
Italienische und Wiener Kaffeespezialitäten, Zeitschriften, Bücher,
Brettspiele
Öffnungszeiten: Montag – Freitag ab 12.00 Uhr
Tom de Toys fragt: „WER BRAUCHT EINEN HÖRBUCHVERLAG ???
YOUTUBE GEHT SCHNELLER ALS 100 JAHRE :-)))“…
und liest auf Youtube ein Gedicht von Peter Rech:
STUDIO-VERSION DES POEMS „P“ @ G&GN-Institut BERLIN-Neukölln, 1.10.2009 // Der emeritierte Kölner Kunsttherapie-Professor und Nahbell-Preisträger PETER RECH ist nicht nur Bildender Künstler sondern schreibt auch Gedichte. Seine „dissoziative“ Methode erinnert an das sogenannte automatische Schreiben der Surrealisten: Wortkaskaden reihen sich manchmal scheinbar unzusammenhängend aneinander, spontane Kurzsätze verknüpfen weit auseinander liegende Stakkato-Gedanken miteinander zu einem unheimlichen emotionalen Unterstrom, der teilweise extremkatholisch, dann wieder totaldadaistisch wirkt… Fantasie, Selbstironie, Sehnsucht und Sinnsabotage geben sich die Klinke in die Hand – hinzu kommen ungewöhnliche cut-up-ähnliche Zeilenumbrüche, die seine Lyrik fast unaussprechbar machen, wenn man jede mögliche Bedeutungskombination berücksichtigen wollte. Trotzdem wagt Tom de Toys einen Versuch, DAS BRANDNEUE POEM „P“ einzusprechen! Der Film dazu entstand mittags beim Probelauf am Spreekanal, der Originalton hatte aber noch zu viele Schwachstellen unausgegorener Nuancen… Für die endgültige Studio-Aufzeichnung am selben Abend (1.10.2009) wurde der Clip während des Einsprechens vom Computermonitor abgefilmt! // (C)AMERA & STIMME: Tom de Toys; TEXT: Peter Rech (September 2009) @ http://www.NAHBELLPREIS.de ~ ~ ~ „P“…UBLISHED AS http://www.LYRIKMAIL.de Nr.2066 (12.10.09): Peter Rech „P“ = Rechts ein Eichhörnchen / Das gar keins ist die / Schlangen in den Straßen deuten / Auf das Erscheinen einer kleinen / Jungfrau hin mein Platz / Ist oberhalb des heiligen Geist / Schachtes weshalb niemand / Merkt dass die Jungfrau / Auf meinem Schoß schon sitzt / Ich bin ein Klappaltar / Ich habe drei Kugeln links / Und das ganze Spritzgebäck / Rechts und ich schlafe an ihrer Brust ein / Eine kleine Wimper liest / Den Blumentext der in / Den Mond geschrieben ist / Es war also schon immer Gott gewollt / Man entdeckt nur wenn man / Schreibt dass jedes Wort etwas verbirgt / Und dass es deshalb existiert / Damit nichts rauskommt von dem / Walten was meint ein Wort wenn / Es nicht nach einer Lüge klingt / Dem Gesetz nach es klingt nach / Dem es verboten worden ist / Das verbotene Gesetz / / Ich habe mich so vertan / Als ich hingegangen war / Ich wartete auf die drei / Prostituierten stattdessen / Sah ich leere Treppenstufen / Auf denen Luftschlangen lagen / Erdbeer-Eichhörnchen / Und Himbeer-Larven / Mit ganz langen Sicheln / Auf den Flügeln die einmal / Wachsen sollten / So dominant wiederholt / Sich die Wiederholung / So alt ist schon die schöne Sonne / Ich lief ihr hinter her / Es war eine Überraschung / Wie schön ihr Schoß war / Wie Atem beraubend einfach / Orientierungslos ausgesetzt / Es soll schon so schön düster geworden sein / Das nicht aufhörende Ansinnen / Des Nachsinnens des kleinen el / Bischen Rumpelstielzchens // (c) Peter Rech in Lyrikmail Nr.2066 (12.10.09): http://www.lyrikpost.de/blog/category…
Gelesen und erläutert werden Werke der französischen Lyrik und deren deutsche Übertragungen. Auf dem Programm steht diesmal unter anderem Rainer Maria Rilke (1875-1926) und seine „Quatrains Valaisons“ (Waliser Vierzeiler).
(Ankündigung einer Veranstaltung in Baden-Baden im Gartenhaus der Stadtbibliothek, Dienstag, 27. Oktober, 19.30 Uhr)
Übrigens muß es wohl „Walliser“ heißen – andere Gegend also.
Theo Breuer schreibt im Poetenladen über Literaturpreise im Allgemeinen und den Deutschen Buchpreis speziell, über große und kleine Verlage und natürlich über seine (exzessive) Lektüre, über Prosa und Lyrik, inclusive einer Zusammenstellung klassischer und aktueller Romananfänge und seiner Liste „Prosa 2009 • My long or short list – whatever“. – Kleine Warnung für Leute, die nur querlesen: das selbstkritische Zitat von Kathrin Schmidt bezieht sich nicht auf den gerade preisgekrönten Roman „Du stirbst nicht“, sondern auf einen früheren. Es stammt aus einem vor einigen Wochen im Poetenladen veröffentlichten Interview und lautet:
Aus meiner heutigen Sicht hätte dieser Roman gar nicht veröffentlicht werden müssen. Ich finde, dass er klappert und dass er schwach ist. Ich stehe trotzdem dazu, weil ich mich an ihm aus dem Sumpf der Sprachlosigkeit gezogen habe. Ich war zu diesem Zeitpunkt aber noch sehr zerrissen und unentschieden über meinen Schreibstil. Deswegen ist es auch so ein komisches Konglomerat.
Zwei Auszüge aus Breuers Text:
Daß die nach 2000 erschienenen Lyrikbücher innovativer, reizvoller, vielschichtiger sein sollen als die Romane und Erzählungen im 21. Jahrhundert, wie hier und dort vermeldet wird, kann ich nicht erkennen: Ich nehme die beiden literarischen Abteilungen in diesen Zeiten der kleinen Verschiebungen (Ernst Jandl) wahr als auf einem erhöhten Plateau gelegene weite Felder mit bemerkenswerter Bandbreite und dranghafter Dichte und sehr wenigen herausragenden Figuren bzw. Werken, wie es sie im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert in erstaunlicher Menge gab.
(…)
Probleme des Feuilletons sind unmittelbar verzahnt mit denen der Preise, wie Hans Magnus Enzensberger in dem in Scharmützel und Scholien. Über Literatur abgedruckten, 1999 verfaßten Aufsatz Eine unverbindliche Preisempfehlung nachweist (ebenso wie Probleme der schieren Menge der jährlichen Preise und Publikationen): Für irgendwelche Bücher müssen sich die Redakteure der Zeitungen und Magazine schließlich entscheiden, und wie um Gottes willen sollen sie aus dem gewaltigen Bücherberg ausgerechnet die gelungensten und originellsten herausfischen – zumal die Ansichten, über das, was gute Literatur sei, immer schon heftig auseinandergegangen sind. Daß dabei grundsätzlich Bücher aus großen bzw. im gesamten deutschen Sprachraum bekannten Verlagen bevorzugt werden, ist aus Sicht der Redakteure und Kritiker nachvollziehbar, verzerrt andererseits den Blick auf den LiteratUrwald, in dem so viele und so verschiedenartig gefiederte große, kleine und winzige Verlagsparadiesvögel nisten. Ich flaniere gern durch diese verzweigte Welt.
Von Volker Sielaff
(Aus dem Vorwort des von ihm herausgebenen Bandes „Der Humor der Wolken – Moderne Poesie aus Taiwan“)
Der Herausgeber schreibt dazu:
im Auftrag der TAIPEH BOOK FAIR FOUNDATION habe ich die Lyrikanthologie „Der Humor der Wolken – Moderne Poesie aus Taiwan“ herausgegeben. Wie der Untertitel schon sagt, soll das Büchlein – vor allem den deutschen Leser – mit der Poesie Taiwans bekanntmachen. Die meisten Übersetzungen fertigten Sinologen an, einige Gedichte habe ich, mit Hilfe von Tang Wei … selbst nachgedichtet.
Die Sammlung wurde für den Auftritt Taiwans auf der Frankfurter Buchmesse zusammengestellt, aber Tang Wei aus Taipeh und ich werden das Buch auch in Dresden vorstellen: am 21. Oktober, 19 Uhr im Stadtmuseum, Wilsdruffer Straße 2 und auf Einladung der Zeitschrift „Ostragehege“ (die zudem an diesem Abend ihr 15jähriges Bestehen feiern wird).
Alles begann mit einem Gedicht. Oder sollte ich besser sagen: einem Geschenk? Denn das Gedicht wurde mir von Wei Tang überreicht, nachdem ich, als Gast einer internationalen Übersetzer-Werkstatt, aus meinem Buch „Postkarte für Nofretete“ vorgelesen hatte. Für sie, die bereits mehr als 30 Bücher aus dem Deutschen ins Chinesische übersetzt hatte, stellte jenes Gedicht den ersten Versuch einer Übertragung aus dem Chinesischen in die für sie gar nicht mehr so fremde deutsche Sprache dar. Der Titel des Gedichtes gefiel mir. Es ging eine fast sommerliche Ruhe von ihm aus: „Glück nur zwischen einer Kanne Apfeltee-Zeit“.
Mir sagte besonders das Wort „Apfeltee-Zeit“ zu, von dem ein gewisser Zauber auszugehen schien. Die „Apfeltee-Zeit“, das mußten wohl jene kostbaren Minuten oder Stunden sein, in denen wir, auch nach der Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies, „auf den Kissen die die Zeit anhalten“ einfach glücklich sind. Ich las das Gedicht, während mein Zug schon ins Elbtal einfuhr. Zur Linken waren durch das Zugfenster die ersten Weinberge zu sehen. Ich las und korrigierte eine Zeile und noch eine, ersetzte ein Wort durch ein anderes, das mir treffender erschien. Doch dann machte ich einen fatalen Fehler. Ich glaubte, mich von meinem Lieblingswort trennen zu können, weil mir schien, daß es dem Gedicht nichts hinzufügte, was dieses nicht ohnehin schon in sich trug. Ich schickte meine bearbeitete Fassung nach Taipeh, zu Wei Tang. Die las sie, fand sie schön, legte aber umgehend Einspruch ein: das Wort „Apfeltee-Zeit“ könne man unter keinen Umständen durch das Wort „Apfeltee“ ersetzen. Ich verstand ihren Einwand und nahm mir das betreffende Gedicht noch einmal vor. Jetzt stand da wieder „Apfeltee-Zeit“, und nur in der letzten Zeile liess ich „Apfeltee“ stehen, weil ich den Schluss in dieser Form intensiver und stärker fand.
In der darauffolgenden Zeit schickte mir Wei Tang weitere Übersetzungen chinesischsprachiger Gedichte. Eine kleine Auswahl daraus findet sich in diesem Buch, andere sind bereits in der Literatur- und Kunstzeitschrift „Ostragehege“ erschienen.
Als Wei Tang und ich uns zwei Jahre später in Berlin wiedersahen, zeigte sie mir „Pink Noise“, das transparente Buch der Dichterin Hsia Yü. „Wie ein Eisblock im Aquarium“, sagte Wei. Die Seiten dieses 2007 erschienenen Werkes sind aus durchsichtigem Kunststoff, die Texte in chinesischer und englischer Version überlagern einander. Man muß, will man die Gedichte dieses Bandes lesen, ein weißes Blatt dazwischenschieben. Mir scheint das weiße Blatt eine schöne Metapher für die Übersetzung von Poesie und für das Dichten im allgemeinen zu sein. Beginnt doch damit jeder geschriebene Text. Mit dem weißen Blatt, das unsere Gedanken und Bilder aufnimmt. Als Ideogramme, wo ein Zeichen für einen Begriff steht, wie im Chinesischen. Oder als Buchstaben, wo ein Zeichen für einen Laut steht, wie im Deutschen. (…)
Ich bin beim Übersetzen auf Interlinearversionen angewiesen. Auf der anderen Seite gibt mir das die Freiheit, mich in das Gedicht einzufühlen und einzulesen. Was ist eine Übersetzung? Wie viel oder wie wenig hat sie noch mit dem Original zu tun? Es geht, soviel ist sicher, immer um Annäherung. Man kommt, als Übersetzer bzw. Nachdichter dem Original mehr oder weniger nahe. Man erreicht es nie. Vielleicht handelt mein Gedicht „Nähe des Falters“ auch vom Übersetzen, von der Schwebe zwischen den Dingen und den Worten:
„Du hast sie noch nicht erreicht.
Schon bist du einmal getroffen
Vom letzten Flügelschlag.“
Dank Internet und E-Mail wechselten die verschiedenen Fassungen schnell zwischen Wei Tang und mir hin und her. Doch unversehens fanden wir uns darin (Verszeile für Verszeile, während zwar nicht der Apfeltee, doch aber der Grüne Tee auf dem Tisch im Garten des Literaturhauses in der Fasanenstraße dampfte), Entsprechungen in der deutschen Sprache zu suchen. Entsprechungen in Wörtern, Strukturen, Rhytmen. Vielleicht sind das ganz neue Gedichte geworden, Adaptionen ihrer Originale? Vielleicht kommen sie ihren Originalen und dem, was die taiwanesischen Dichter ausdrücken wollten, nahe. Wichtig ist: ein Austausch findet statt. Die Poesie ist in Bewegung.
„Beim Schälen der Birne um Mitternacht“ ist der Titel eines Gedichtes von Luo Fu, des „primus inter pares“ der modernen taiwanesischen Poesie, das wir in Berlin zusammen übersetzten. Andere Gedichte, etwa „Mond im Fluss“ von Zhou Mengdie, der wie viele junge Poeten erst 1947 als Studentensoldat vom Festland nach Taiwan übersiedelte und dort der einflussreichen Lyrikergruppe „Blauer Stern“ beitrat, wurden von Martin Winter übersetzt. Zhou Mengdies Poesie ist stark von der klassischen chinesischen Philosophie und dem Buddhismus beeinflusst, es wird kein Zufall sein, daß der Mond in seinem Gedicht sich ausgerechnet im Ganges spiegelt. Ich denke, dieser Dichter hat eine tiefe Beziehung zum Fliessenden, zum Wasser und zur Fähre, die sich, ein „dreieckiger Traum“, darauf bewegt. Das Fliessen ereignet sich im Verborgenen, wird kaum bemerkt. Auch das Blut fliesst in uns, aber wir merken es kaum. (…)
Den 1928 geborenen Luo Fu kann man als eine Art Vorläufer der sogenannten „obskuren Lyriker“ Taiwans begreifen. Ich habe von ihm zwei Zeilen gelesen,
die man auch poetologisch verstehen kann: „Trinken und Dichten / Geschehen meist ganz spontan“. Wahrscheinlich ist es nicht ganz so einfach, denn gerade Luo Fu`s Gedichte sind sehr genau gearbeitet, voller Anspielungen und Zeichen. Aber für den Dichter ist Spontanität wichtig, die erste Assoziation, die erste Zeile oder der erste Strich, wie bei Cy Twombly.
Interessant finde ich die engen Verbindungen mancher taiwanesischen Lyriker zur westlichen Literatur. Nicht wenige von ihnen haben in den USA studiert und an dortigen Universitäten Lehraufträge angenommen. Das ist etwa der Fall bei Zheng Chouyu, einem „Modernisten“, dessen lakonischen Ton man aus der westlichen Dichtung zu kennen glaubt.
Luo Fu
Beim Schälen der Birne um Mitternacht
Frierend und durstig
sehe ich mit ruhigem Blick
auf dem Teetisch um Mitternacht
eine koreanische Birne.
Eine meine Hände
schön kühlende
bronzegelb schimmernde
Birne,
die nach dem Schnitt
in ihrer Brust
einen tiefen, tiefen Brunnen
sichtbar werden läßt.
Schockiert
nehme ich
ein Stück der rohen Birne
zwischen Daumen und Zeigefinger.
Unschuldiges Weiß.
Das Messer fällt zu Boden,
ich beuge mich, es aufzuheben.
Ach! Überall dort
meine bronzegelbe Haut.
… ist für ihre skurrilen Auftritte bekannt. Doch nur die wenigsten wissen von ihrer Liebe zu Rilke. Eines seiner Zitate hat sich die Sängerin tätowieren lassen. Welches und wo? lesen Sie die Süddeutsche.
In der Dorfsprache ihrer Herkunft, schreibt Herta Müller in ihren Essays, «lagen die Worte direkt auf den Dingen, die sie bezeichneten. Die Dinge hiessen genau wie sie waren, und sie waren genau wie sie hiessen. Ein für immer geschlossenes Einverständnis.» Die dörfliche Dinglichkeit ihrer deutschen Muttersprache hat die 1953 in einem banatschwäbischen Dorf in Rumänien geborene Schriftstellerin immer beibehalten. Doch das unerbittliche Einverständnis zwischen Worten und Dingen, das in ihrem Fall hiess: Komplott mit der Sprache der Diktatur, hat diese Wortkünstlerin radikal aufgekündigt. Herta Müller hat diese Revolte in einem poetischen Kosmos beglaubigt, der im deutschen Sprachraum seinesgleichen sucht. / Andrea Köhler, NZZ 8.10.
Anne Bennent liebt die Poesie. Nicht die im stillen Kämmerchen, umgeben von weihevoller Stille, sondern eine Poesie, die wild geritten, ausposaunt und körperlich erlitten werden will. Zum Beispiel Gedichte von Baudelaire, Apollinaire, Bachmann und immer wieder Becketts letztes, nach Sinn suchendes, kongenial stammelndes Lautgedicht, das so heißt wie der Titel des Abends und kehlkopfzerfetzende Zeilen wie diese enthält: „Folie que d“y vouloir croire entrevoir quoi“. / SZ 13.10.
Zum 17. Mal findet am 14. und 15. November 2009 der Nachwuchs-Literaturwettbewerb open mike der Literaturwerkstatt Berlin statt. Für den taz-Preis der Publikumsjury werden noch Jury-Mitlgieder gesucht.
Die taz ist nach 2007 und 2008 auch in diesem Jahr wieder dabei und verleiht zum dritten Mal den taz-Preis der Publikumsjury. Die taz-Publikumspreis-Jury besteht aus fünf Personen, eine davon können Sie sein. Bitte senden Sie ein kurzes Schreiben an openmike@taz.de: Was interessiert Sie an junger deutschsprachiger Literatur? Sie bringen Zeit mit, am 15. und 16. November in der Wabe in Berlin den Vorträgen der WettbewerbsteilnehmerInnen zuzuhören und verleihen im Anschluss an die Vorträge den Preis.
taz-Literatur-Redakteur Dirk Knipphals steht der Jury betreuend zur Seite.
Der taz-Publikumspreis wird im Anschluss an die Vorträge am 15. November verliehen und beinhaltet den Abdruck eines Auszugs aus dem Gewinnertext in der taz. Am 14. und 15. November 2009 lesen die maximal 22 nominierten Autoren jeweils 15 Minuten aus ihren Texten vor. Eingereicht wurde kurze Prosa, ein Auszug aus einem Großtext oder Lyrik.
Teilnehmen können deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die nicht älter als 35 Jahre sind und noch keine eigene Buchpublikation vorzuweisen haben. Die Vorauswahl unter allen eingereichten Texten traf eine Lekoren-Jury. Die Namen der für den Endausscheid zugelassenen Autorinnen und Autoren können unter http://www.literaturwerkstatt.org eingesehen werden.
17. open mike, 14. November ab 14 Uhr und 15. November 2009 ab 12 Uhr, Ort WABE, Danziger Str. 101, 10405 Berlin Weitere Informationen zum open mike finden Sie unter http://www.literaturwerkstatt.org.
Ihre Bewerbung senden Sie bitte bis 30. Oktober 2009 an openmike@taz.de oder per Post an taz-Werbung, Stichwort „open mike“, Rudi-Dutschke-Str. 23, 10969 Berlin.
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
Though some teacher may have made you think that all poetry is deadly serious, chock full of coded meanings and obscure symbols, poems, like other works of art, can be delightfully playful. Here Bruce Guernsey, who divides his time between Illinois and Maine, plays with a common yam.
Yam
The potato that ate all its carrots,
can see in the dark like a mole,
its eyes the scars
from centuries of shovels, tines.
May spelled backwards
because it hates the light,
pawing its way, paddling along,
there in the catacombs.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2008 by Bruce Guernsey. Reprinted from New England Primer by Bruce Guernsey, Cherry Grove Collections, 2008, by permission of Bruce Guernsey and the publisher. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Neueste Kommentare