„Wenn es ein Paradies auf Erden gäbe, wäre es das schöne Swat-Tal. Es war voller Geschichte und Traditionen der Liebe und des Friedens“, sagt Abdurrahman Roghani, 58, ein wichtiger Pashtuni-Autor und sozialer Aktivist aus dem pakistanischen Swat-Tal. Als Bewohner der Stadt Matta wurde er von den Taliban wegen seiner romantischen Verse, progressien Ideen und seiner geachteten Stellung in der Region angegriffen.
Nach Ausbruch der Kämpfe zwischen Talibankämpfern und der pakistanischen Armee im Mai 2009 war der Dichter einer von bis zu 2,5 Millionen Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mußten.
Aber in der Endphase der Kämpfe kehrte auch er in seine Heimatstadt zurück.
„Man kann die Seelen der Menschen nicht mit Gewalt unterdrücken. Es ist unmöglich, den immerwährenden Strom des Lebens aufzuhalten. Man kann ihn mit Geschick und Weisheit verändern, aber er läßt sich nicht aufhalten, indem man Mauern errichtet“, sagt er mit Bezug auf die Maßnahmen der Militanten, die jeden künstlerischen Ausdruck verboten und hunderte Musikläden im Tal schlossen. … Seine Gedichte haben einen traurigen Ton angenommen, seit er soviel Tod und Zerstörung erleben mußte, sagt er. … „Dieses Gefühl der Verzweiflung spiegelt sich in meinen Arbeiten“, sagt er und rezitiert ein neues Gedicht:
„Der Imam flößt meinem Herzen Furcht ein / Die Worte meiner Geliebten wurden schal und verloren die Wärme ihres Herzens / Der Führer der Nation hat sein Gewissen verkauft / Die Blumen der Hoffnung sind versengt / Der Fluß Swat ist mit Menschenblut getränkt.“ / Shaheen Buneri, Radio Free Europe/ Radio Liberty 28.12.
Poeten Wilhelm Fink läser egna dikter, somliga med gotlänsk anknytning och i svensk version. Östersjön, solen, fossiler, – det är mycekt som lockat till Gotland på Visby..
Mein Gedicht „Ausfahrt“ bündelt in Kürze unsere Lebensfahrt. Das uralte Motiv des Wesens, das, Ankunft und Ende, unterwegs ist.
Utfärd / Ausfahrt
Nerbäddade I grått och grönt,
Gebettet grau und grün,
ömsom gula, ömsom bruna,
bald gelb, bald bräunlich,
ligger marken
lagen Flächen
vid de många vattenarmarnas nät,
am Geflecht der vielen Wasserarme,
översållade med stenar.
von Steinen übersät.
Måsar bet fräckt
Möwen bissen frech
I luftens blånad.
ins Blau der Luft.
Klippor, ungt gräs och stenmossa
Steine, junges Kraut und Felsmoos
Illustrerade flodens lopp.
bebilderten den Flußlauf.
På stranden, under en björk,
Am Ufer, bei der Birke,
satt blekt och lysande
saß bleich und leuchtend
ett benrangel.
ein Skelett.
Jag låg i min brokiga båt
Ich lag im bunten Boot
Och drev iväg.
und trieb hinaus.
(Wilhelm Fink)
Eva Strittmatter stand ihr komplettes künstlerisches Leben im Schatten ihres Mannes, Erwin Strittmatter. Ausgerechnet an ihrem kommenden Geburtstag könnte sie ins Rampenlicht katapultiert werden – am 8. Februar wird Eva Strittmatter 80 Jahre alt. …
Mit ihrer klaren und poetisch-schönen Lyrik, und einer scharfen Bildsprache, verschafft sich Eva Strittmatter in deutschen Literaturkreisen immer mehr Gehör. Allein zum Anlass ihres Geburtstages wird sie zahlreich gefeiert werden: Der Aufbau-Verlag wird sie würdigen, in Rheinsberg und Berlin sind Lesungen geplant. / Ilia Castellanos, Märkische Allgemeine 18.1.
Er gilt als der «Vater der Konkreten Poesie«: Im oberfränkischen Rehau, seinem langjährigen Wohnort, feiert Eugen Gomringer am 20. Januar seinen 85. Geburtstag.
Seit über 50 Jahren bereichert der Schweizer, der in Bolivien geboren wurde, die Lyrik um eine neue Spielart: keine tiefsinnigen Reime, sondern «Konstellationen« sind das Ergebnis – ein raffiniertes Jonglieren mit der Materialität der Schrift und des Schriftbildes. Inspiriert dazu wurde er von der Bildenden, genauer gesagt von der Konkreten Kunst. Deren Prinzipien wollte er auf die Sprache übertragen.
Die ersten Werke dieser Kunstrichtung hatte er bereits als Student der Kunst- und Literaturgeschichte Mitte der 40er Jahre in Zürich gekauft, war damals «erschlagen von der schönen Einfachheit der Kunst«, die es nicht mehr nötig habe, auf etwas zu verweisen, sondern sich selbst genügt. «Es hat mein Leben verändert«, sagt Gomringer über die Begegnung mit diesen Werken. Was ihn daran faszinierte, war die logisch-geometrische Herangehensweise, die radikale Reduktion, die Emotionslosigkeit und Objektivität. Er begann zu sammeln und legte damit den Grundstock für das 1992 in Ingolstadt eröffnete Museum für Konkrete Kunst. / Birgit Ruf, Nürnberger Nachrichten 18.1.
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
My grandfather, when in his nineties, wrote me a letter in which he listed everything he and my uncle had eaten in the past week. That was the news. I love this poem by Nancyrose Houston of Seattle for the way it plays with the character of those letters from home that many of us have received.
The Letter From Home
The dogs barked, the dogs scratched, the dogs got wet, the
dogs shook, the dogs circled, the dogs slept, the dogs ate,
the dogs barked; the rain fell down, the leaves fell down, the
eggs fell down and cracked on the floor; the dust settled,
the wood floors were scratched, the cabinets sat without
doors, the trim without paint, the stuff piled up; I loaded the
dishwasher, I unloaded the dishwasher, I raked the leaves,
I did the laundry, I took out the garbage, I took out the
recycling, I took out the yard waste. There was a bed, it was
soft, there was a blanket, it was warm, there were dreams,
they were good. The corn grew, the eggplant grew, the
tomatoes grew, the lettuce grew, the strawberries grew, the
blackberries grew; the tea kettle screamed, the computer
keys clicked, the radio roared, the TV spoke. “Will they ever
come home?” “Can’t I take a break?” “How do others keep
their house clean?” “Will I remember this day in fifty years?”
The sweet tea slipped down my throat, the brownies melted
in my mouth. My mother cooked, the apple tree bloomed, the
lilac bloomed, the mimosa bloomed, I bloomed.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2009 by Seattle Arts & Lectures. Reprinted from Wake Up In Brightness: Poetry & Prose by Students 2008-2009, Writers in the Schools, 2009, by permission of Seattle Arts & Lectures. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Als der Nobelpreisträger 1973 starb, gehörte sein Werk schon zum poetischen Kanon des 20. Jahrhunderts. In deutscher Übersetzung wurde dieses Werk zuerst in der DDR gepflegt. Im Westen gab es Mitte der Achtziger eine repräsentative Auswahl bei Luchterhand, drei Bände stark; sie ist längst vergriffen.
Jetzt hat der Verlag die verschwundene Ausgabe in erweiterter Form noch einmal publiziert. Beide Editionen enthalten alle großen Zyklen des Meisters, auch viele Texte aus dem Nachlass. Nun stehen die Sammlungen wieder im Zusammenhang: »Aufenthalt auf Erden«, »Spanien im Herzen« (»Kommt, seht das Blut in den Straßen«), »Der Große Gesang«, »Elementare Oden«, dazu »Zwanzig Liebesgedichte und ein Lied der Verzweiflung«, ein Frühwerk (von 1924), das bis heute zu dem meistgelesenen Lyrikbänden überhaupt gehört.
Hinzugekommen sind drei Zyklen, die erst in den Neunzigern entdeckt wurden. Auf Deutsch erschienen sie bislang in Einzelausgaben: das recht schwülstige Pennäleropus »Ballade von den blauen Fenstern«, dazu »Hungrig bin ich, will Deinen Mund« (aus dem Jahr 1959) sowie »Mare moto« (1970), als »Beben des Meeres« 1991 von einem Unbekannten mit dem Pseudonym »Tias« in einem Kleinverlag publiziert. Der Leser findet nützliche Zusätze – eine Chronologie zu Leben und Werk, umfangreiche Anmerkungen sowie ein Verzeichnis der Original-Quellen und der Übersetzer.
Die Publikation hat etliche Besonderheiten, aber manche wird der Leser nicht entdecken. Von Luchterhand erfährt man: Anliegen des Verlages war es – damals wie heute –, die verstreuten Übersetzungen zu bündeln. Eine anerkennenswerte Mission. Die Vielfalt der (deutschen) Stimmen ist nun Vor- und Nachteil zugleich. Viele Übertragungen stammen aus DDR-Büchern: Texte von Erich Arendt, Stephan Hermlin, Fritz Rudolf Fries. Sie wurden für die Neuauflage nicht revidiert. (Arendts Arbeiten, von Neruda autorisiert, gelten als sakrosankt.)
Weiter: Die drei Bände zeigen nicht alle in spanischen Sammlungen enthaltenen Neruda-Poeme. (Aber welche Gedichte fehlen? Und warum?) Die Auswahl ist mithin keine kritische Edition, sondern eine Leseausgabe. Ein Vor- oder Nachwort wäre in Hinsicht auf die Eigenarten hilfreich gewesen; schade, es gibt nicht einmal eine editorische Notiz. / Uwe Stolzmann, ND 18.1.
Pablo Neruda: Die Gedichte. Band 1-3. Übersetzt von Fritz Rudolf Fries, Erich Arendt, Katja Hayek-Arendt, Stephan Hermlin, Fritz Vogelgsang, Monika López. Luchterhand Literaturverlag. 2922 S., brosch., 49,95 €.
Jetzt hat der Verlag die verschwundene Ausgabe in erweiterter Form noch einmal publiziert. Beide Editionen enthalten alle großen Zyklen des Meisters, auch viele Texte aus dem Nachlass. Nun stehen die Sammlungen wieder im Zusammenhang: »Aufenthalt auf Erden«, »Spanien im Herzen« (»Kommt, seht das Blut in den Straßen«), »Der Große Gesang«, »Elementare Oden«, dazu »Zwanzig Liebesgedichte und ein Lied der Verzweiflung«, ein Frühwerk (von 1924), das bis heute zu dem meistgelesenen Lyrikbänden überhaupt gehört.
Hinzugekommen sind drei Zyklen, die erst in den Neunzigern entdeckt wurden. Auf Deutsch erschienen sie bislang in Einzelausgaben: das recht schwülstige Pennäleropus »Ballade von den blauen Fenstern«, dazu »Hungrig bin ich, will Deinen Mund« (aus dem Jahr 1959) sowie »Mare moto« (1970), als »Beben des Meeres« 1991 von einem Unbekannten mit dem Pseudonym »Tias« in einem Kleinverlag publiziert. Der Leser findet nützliche Zusätze – eine Chronologie zu Leben und Werk, umfangreiche Anmerkungen sowie ein Verzeichnis der Original-Quellen und der Übersetzer.
Die Publikation hat etliche Besonderheiten, aber manche wird der Leser nicht entdecken. Von Luchterhand erfährt man: Anliegen des Verlages war es – damals wie heute –, die verstreuten Übersetzungen zu bündeln. Eine anerkennenswerte Mission. Die Vielfalt der (deutschen) Stimmen ist nun Vor- und Nachteil zugleich. Viele Übertragungen stammen aus DDR-Büchern: Texte von Erich Arendt, Stephan Hermlin, Fritz Rudolf Fries. Sie wurden für die Neuauflage nicht revidiert. (Arendts Arbeiten, von Neruda autorisiert, gelten als sakrosankt.)
Weiter: Die drei Bände zeigen nicht alle in spanischen Sammlungen enthaltenen Neruda-Poeme. (Aber welche Gedichte fehlen? Und warum?) Die Auswahl ist mithin keine kritische Edition, sondern eine Leseausgabe. Ein Vor- oder Nachwort wäre in Hinsicht auf die Eigenarten hilfreich gewesen; schade, es gibt nicht einmal eine editorische Notiz.
Aus einer Tanztheaterkritik:
Mittendrin greift Lorez zum Mikrofon, rezitiert Lyrik des Neuenburgers Alexandre Caldara – dass darin die Kastration der Männer gefordert wird («Castrez les mâles!»), scheint nur folgerichtig. / Sam Pirelli, ensuite
still
Konzept: Irina Lorez
Tanz & Choregrafie: Irina Lorez & Tonatiuh Diaz
Electronics live: Domenico Ferrari
Lyrische Texte: Alexandre Caldara
Licht: Daniel Schnüriger
Kostüme: Werner Duss
Dramaturgische Begleitung: Philippe Bischof
/ mehr
Über den Band „Warngedichte“ (1964) des Lyrikers Erich Fried schrieb der Kritiker Jürgen P. Wallmann: „Es ist nicht jedermanns Sache, einhundertzwölfmal hintereinander gewarnt zu werden. Einige Gedichte basieren nur auf einem ein wenig überstrapazierten Einfall, vieles ist allzu deutlich auf die Pointe hin konstruiert“. Der ungehaltene Ton mochte damit zu tun haben, dass Wallmann sich ungern in Alternativen wie die zwischen dem engagierten und dem hermetischen Gedicht hineintreiben ließ. Er mochte weder dem einen seinen „Eskapismus“ vorwerfen noch dem anderen die Lizenz zur Formlosigkeit erteilen, wenn es nur um eine gute Sache ging. …
Hinzu kam das Interesse an den Autoren der DDR, zunächst Johannes Bobrowski und Peter Huchel, dann Wulf Kirsten und vor allem Reiner Kunze, für den Wallmann vehement eintrat. Seit 1973 lebte Wallmann in Münster, als Kritiker, Anthologist, Zeitschriftenbeiträger und nicht zuletzt Stimme im Rundfunk sowie Anwalt des nicht-provinziellen Westfälischen, etwa des in Hagen lebenden Lyrikers Ernst Meister. Einen Regionalbonus aber gab er nicht. In dem Band „Wein und Wasser. Literatur in Westfalen und westfälische Literatur“ (2000) wird neben Ulla Hahn auch der Ruhrgebietsschriftsteller Max von der Grün zur Zielscheibe eines Verrisses. Am Dienstag dieser Woche ist Jürgen P. Wallmann im Alter von siebzig Jahren in Münster gestorben. / lmue, SZ 16.1.
Der diesjährige Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht an die 1924 in Wien geborene Dichterin Friederike Mayröcker. Die Jury würdigte in ihrer Sitzung am 15. und 16. Januar 2010 in Freiburg den im Suhrkamp-Verlag erschienenen Band „dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif“ als herausragende Neuerscheinung des Jahres 2009.
Der Band stelle, so die Jury, einen neuen Höhepunkt im umfangreichen Lebenswerk der Schriftstellerin dar. „Gegenstand der Gedichte ist die künstlerische Existenz Mayröckers, die sich speist aus Begegnungen mit Gefährten und Freunden und der Auseinandersetzung mit Musik, Philosophie und Literatur.“ Dabei verbinde sich genaue Beobachtung der Natur in ihrem Jahreszeitenzyklus mit der Reflexion des Alters und jäh aufblitzenden Erinnerungsschüben. Ihre poetische Sprache zeichne sich durch Vielstimmigkeit, Präzision, Anspielungsreichtum und Farbenvielfalt aus. In einem längeren Zyklus des Bandes, der auch als Einzelpublikation unter dem Titel „Scardanelli“ erschienen ist, begleitet Friederike Mayröcker die Künstlergestalten Ernst Jandl und Friedrich Hölderlin auf Spaziergängen durch Tübingen.
In der Überfülle seiner motivischen ‚Verflechtungen ist der Band „dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif“, so das Fazit der Jury, „eine große Feier des Lebens“.
Friederike Mayröcker arbeitete zunächst als Lehrerin in ihrer Heimatstadt Wien, bevor sie sich 1969 für ein Leben als freie Schriftstellerin entschied. Von 1954 bis zu dessen Tod im Jahr 2000 war sie die Lebensgefährtin des österreichischen Dichters Ernst Jandl. Friederike Mayröcker ist Trägerin zahlreicher Literaturpreise.
Der vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete, mit 10.000 Euro dotierte Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik wird seit 1983 für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres verliehen. Er soll die literarische Arbeit deutschsprachiger Lyrikerinnen und Lyriker würdigen. Zugleich will er das Interesse der Öffentlichkeit auf die von den Medien oftmals marginalisierte Gattung Lyrik lenken.
Der Preis erinnert an den Namensgeber Peter Huchel – geboren am 3. April 1903 in Groß-Lichterfelde bei Berlin, gestorben am 30. April 1981 in Staufen im Breisgau –, den bedeutenden Lyriker und Chefredakteur von „Sinn und Form“. Seinem Anspruch und seiner Unbestechlichkeit fühlen sich Preisgeber und die aus sieben unabhängigen Literaturkritikern, -wissenschaftlern und Autoren bestehende Jury verpflichtet.
Der Peter-Huchel-Preis wird am 3. April 2010, dem Geburtstag Huchels, in Staufen im Breisgau verliehen. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern gehörten zuletzt Uljana Wolf, Oswald Egger, Ulf Stolterfoht und Gerhard Falkner.
Weitere Informationen zum Peter-Huchel-Preis finden Sie im Internet unter:
Der Prix Goncourt für Poesie wurde gestern in Paris in aller Stille an den Marokkaner Abdellatif Laâbi vergeben. Laâbi ist ein produktiver Autor der modernen frankophonen Literatur. Die Académie Goncourt würdigt sein Gesamtwerk von rund 30 Büchern. Laâbi, einer der wichtigsten Schriftsteller des unabhängigen Marokko, ist auch Romanautor, Dramatiker und Übersetzer. / Mohammed Yefsah, mediapart.fr 13.1. (mit Leseprobe: Le règne de barbarie (1980))
Der folgende Text (was kümmerts mich, obs ein Gedicht ist) schlägt eine heimliche Brücke von Nietzsche nach Greifswald (Wilhelm knows):
Volker Braun
Jauch und Nietzsche
Die letzte Bleibe des Philosophen Nietzsche befindet sich in Weimar, ein ungeliebtes Erbe. Wie er selbst nur als Mumie darin residiert hatte, dämmerte die Wohnung dahin. Der Hausmeister, Karl Jauch, ein ehemaliger und leutseliger Friseur, mußte sie wortkarg hüten. Als sich aber die Neugier des Auslands einmal gar nicht verscheuchen ließ, erklärte Jauch barsch: es käme keiner herein, erst müsse Nietzsche habilitiert sein.
Aus: Volker Braun: Unvollendete Geschichte. Arbeit für morgen. Halle, Leipzig: Mitteldeutscher Verlag, 1988, S. 103
Der mit 15.000 Euro dotierte Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg geht dieses Jahr an Albert Ostermaier.
Der Preis wird seit 1995 alle drei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, “die sich durch kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart in ihrem literarischen Schaffen ausgezeichnet haben”. Erster Preisträger war 1995 Franz Xaver Kroetz. Die Entscheidung der Jury, der auch Kulturreferent Peter Grab angehört, fiel vorgestern einstimmig. Verliehen wird der Preis am 10. Februar um 17 Uhr im Goldenen Saal. Ostermaier wird auch die anschließende Brechtgala des Brecht Festivals 2010 besuchen.
Albert Ostermaier leitete von 2006 bis 2008 das Augsburger Brecht-Festival “abc”. Zu einer Verlängerung seines Engagements kam es unter dem neuen Kulturreferenten nicht. Peter Grab sprach gestern von einer “gewissen Pikanterie” der Situation. Bertolt-Brecht-Preis und Brecht-Festival seien jedoch “zwei Paar Stiefel”. Ostermaier erhalte den Brecht-Preis nicht als Festivalleiter, sondern für sein Gesamtwerk als Schriftsteller. Der 43jährige wurde bereits mit dem Lyrik-Preis des PEN Liechtenstein, dem Ernst-Toller-Preis, dem Ernst-Hofrichter-Preis der Stadt München und dem Kleist-Preis ausgezeichnet. / Die Augsburger Zeitung 13.1.
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