Sure, Yale just announced a really big literary award that will grant prizes of $150,000; so far, poetry isn’t included. But the Claremont Graduate University has poets covered — with the $100,000 Kingsley Tufts Poetry Prize.
What’s more, Yale’s new prizes will have a closed nominations process; the Kingsley Tufts Poetry Prize is now accepting submissions for the 2012 prize.
Previous Kingsley Tufts Poetry Prize winners include Chase Twichell, D.A. Powell, Henri Cole and Yusef Komunyakaa. The award was first presented in 1993; it is designed to support the work of a mid-career poet. / Los Angeles Times 21.6.
Gemessen an der Bedeutung seiner Werke, wissen wir wenig Gesichertes über das Leben William Shakespeares. Bekannt sind die Lebensdaten, alles andere schluckt das Dunkel der Überlieferungslücken. Biografen bleiben auf Mutmassungen angewiesen. Wieso also sollte eine solche Biografie nicht gleich erfunden werden, erzählt als Roman? Dies mochte sich der 1964 in Biel geborene und heute in Berlin lebende Lyriker Armin Senser gefragt haben, der seit Ende der neunziger Jahre mit rhapsodischer Lyrik das Gedicht als erzählerisches Genre und zumal auch als ein eminentes Medium der Reflexion zu gestalten wusste.
Doch musste Armin Sensers erfundene Shakespeare-Biografie (die sich übrigens in den Eckdaten weitgehend an die Überlieferung hält) gleich ein «Roman in Versen» sein, wie das Buch im Untertitel heisst? Kann so etwas gutgehen? Die Antwort lautet ganz entschieden: Das kann nur so gutgehen. Das hat lediglich zum geringeren Teil damit zu tun, dass die freie Imagination mit der Form – im Rhythmus, in den vielfach im Reim gebundenen Versen – gebändigt wird. Wichtiger und höher zu veranschlagen dürfte das reflexive Potenzial der gebundenen Sprache sein. Als Vers objektiviert sich die erzählerische Anschauung in der Abstraktion des Formzwangs und erhält in solcher Zuspitzung eine gedankliche Schärfung, zu der die Prosa ohne Stilbrüche kaum in der Lage wäre. / Roman Bucheli, NZZ 21.6.
Armin Senser: Shakespeare. Ein Roman in Versen. Edition Akzente, Hanser-Verlag, München 2011. 328 S., Fr. 32.90.
poesiefestival berlin
Di 21.6. U-Bahnhof Brandenburger Tor
Eintritt frei
10:00 Timo Berger 12:30 Luise Boege 15:00 Ricardo Domeneck
Aus der „Griechischen Anthologie“, Buch V: Liebesepigramme
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Zart sind die Küsse der Sappho, zart der weißen
Glieder Windungen, zart der ganze Körper.
Die Seele aber: aus Stahl, unerbittlich, nur bis
zum Mund reicht die Liebe, der Rest: jungfräuliche Zone.
Wer kann denn das aushalten? Möglich vielleicht, dass, wer dieses erträgt,
auch den Durst des Tantalos ertragen könnte.
Paulos Silentiarios
Deutsch von Dirk Uwe Hansen
Eine mehrbändige Ausgabe der Anthologia Graeca wird im Stuttgarter Verlag ANTON HIERSEMANN KG vorbereitet. Die Übersetzungen stammen von Dirk Uwe Hansen (Greifswald), Jens Gerlach (Hamburg), Peter von Moellendorff (Gießen), Kyriakos Savvidis (Bochum) und Christoph Kugelmeier (Saarbrücken).
Eine metrische Übersetzung von Dietrich Ebener in Dietrich Ebener (Hg.): Die Griechische Anthologie. 1. Band. Berlin u. Weimar: Aufbau Verlag 1981, S. 140
Paulus Silentiarius (Paulos; † vor 581) war ein byzantinischer Dichter des 6. Jahrhunderts, von dem neben anderen Dichtungen etwa 80 Epigramme in der Anthologia überliefert sind.
Hier bei Wikipedia
Soft are Sappho’s kisses, soft the clasp of her snowy limbs, every part of her is soft. But her heart is of unyielding adamant. Her love reaches but to her lips, the rest is forbidden fruit. Who can support this ? Perhaps, perhaps he who has borne it will find it easy to support the thirst of Tantalus.
Aus:
The Greek Anthology with an English Translation by W. R. Paton in five volumes. Volume 1, 1916. Scanned by the Tim Spalding.
This edition of the Greek Anthology comes from Loeb Classical Library, translated by W. R. Patton with facing Greek text. Patton’s translation is broken into five volumes; at present, only volume 1 (books 1-6) is online. (Hier online)
Eine Barockversion von Daniel Czepko von Reigersfeld:
Alles, was ich seh an dir,
Deiner stellung wonn und zier,
Deiner wangen freundlich lachen,
Wan sie rosengrüblein machen,
Deiner augen scherz und spiel,
wan sie sind der meinen ziel,
deiner lippen lieblich küssen,
Wan sie sich zusammenschlüßen,
Deiner hände beutelei,
Deiner füße schockelei,
Aller deiner glieder sitten,
Wan sie mich sehn dich so bitten,
Nymphe, sprechen sämtlich ja;
Nein spricht bloß der mund allda,
Wan es soll zum halten kommen:
Daß er müßte ganz verstummen.
Die Berlinerin Monika Poschmann erhält in diesem Jahr den mit 13.000 Euro dotierten Ernst-Meister-Preis. Die 41-Jährige werde für ihren Lyrikband „Geistersehen“ ausgezeichnet, teilte die Jury am Montag im westfälischen Hagen mit.
Zur Begründung hieß es, Poschmann gelinge der Spagat zwischen Lässigkeit und Radikalität. Darüber hinaus würdigte die Jury die „sinnliche Präsenz ihrer Gedichte und die ausgewogene Balance von Aura und Verständlichkeit“.
Der Preis ist nach dem Büchner-Preisträger Ernst Meister (1911-1979) benannt, der in Hagen geboren wurde. Zur Erinnerung an ihn zeichnet die Stadt Hagen seit 1981 Lyriker aus. In diesem Jahr soll die Preisverleihung am 3. September stattfinden. / rbb
Die Jury 2011: Axel Gellhaus, Aachen; Anne Linsel, Wuppertal; Monika Rinck, Berlin; Susanne Schulte, Münster
Mo 20.6. 18:00
Akademie der Künste, Pariser Platz, Black Box
Eintritt €5/3
Mit Cristina Ali Farah Italien Ghayath Almadhoun Schweden Jazra Khaleed Griechenland Abbas Khider Berlin und Fiston Mwanza Mujila Österreich Moderation Zehra Çırak Autorin, Berlin
Migration ist und war schon immer europäische Realität. Auch im Literaturbetrieb spielen die Werke von Migranten eine zunehmend größere Rolle. Autoren, die nach Europa einwanderten, sprechen über Migration und ihr Schreiben.
Veranstaltung in Zusammenarbeit mit European Union National Institutes for Culture (EUNIC).
Mo 20.6. 20:00
Akademie der Künste, Pariser Platz, Plenarsaal
Eintritt €6/4
Mit Cristina Ali Farah Italien Ghayath Almadhoun Schweden Jazra Khaleed Griechenland Abbas Khider Berlin und Fiston Mwanza Mujila Österreich Moderation Zehra Çırak Autorin, Berlin
Migranten sind Teil der Gesellschaft, ihre Position ist aber ein stetes »Dazwischen«. Die Texte von Migranten spiegeln, beeinflussen und inspirieren nationale Literaturen. Doch wo sehen sich die Migranten selbst, wie sehen sie die sogenannte »Mehrheitsgesellschaft«? Fünf Autoren vermitteln Einblicke in literarische und gesellschaftliche Prozesse.
Veranstaltung in Zusammenarbeit mit European Union National Institutes for Culture (EUNIC).
poesiefestival berlin
Mo 20.6.
U-Bahnhof Brandenburger Tor
Eintritt frei
10:00 Ursula Krechel 12:30 Alexander Gumz 15:00 Konstantin Ames
Seinem Laudator, dem Literaturkritiker und Autor Michael Braun, gelang es in seiner Rede, eben genau diesen „heiteren Fatalisten“, diesen Lyriker, der sich auf das schwierige metaphysische Gelände der Ewigkeit begibt, ohne die Vergnügungen des Diesseits (Bier und Schinken!) aus dem Blick zu verlieren, zu fassen. Braun beschrieb Krier als einen Dichter, der „im Herzschlag“ schreibt, seine Lyrik als „Herzkammermusik“. Jean Krier sei ein Dichter, der seine Skepsis gegenüber vermeintlichen Gewissheiten der Theologie oder der Philosophie niemals aufgegeben hätte, der als „metaphysisch obdachlose Kreatur“ in der Sprache allein Halt finde.
Krier mobilisiere die Schrift, um sich gegen den Geltungsanspruch des Todes aufzulehnen. Und so feiere Krier die Poesie selbst als ein Elixier des Lebens. Bei einem Gläschen Weißwein wurde der Dichter dann zu späterer Stunde selbst gefeiert. „De Jean Krier ass zu Lëtzebuerg ukomm“, meinte Emmanuel Servais, der für die Stiftung sprach und der Jury für diese Wahl dankte. / Janina Strötgen, Tageblatt.lu
… der Band „Szenische Dichtungen“ mahnt ein Rezeptionsdilemma an, das uns allen miteinander, den Lesern, den Nichtlesern, den Kritikern, den traditionsgemäß fast ausnahmslos männlichen Theaterintendanten, ihren Dramaturgen und Regisseuren die Schamröte ins Gesicht treiben müsste. …
An früherer Stelle hat sie gefordert, das Wort „mit den Gesten des ganzen Leibes“ auszuatmen und dabei „Farbe und Licht geschwisterhaft mitwirken zu lassen“. Von Mysterien-, Kult- und Ritualspielen hat die Autorin auch gesprochen. Ein Kulttheater des Chassidismus – davor mag man Angst gehabt oder besser gesagt, Phobien empfunden haben, von denen wir wissen, woher sie stammen. Theaterleute hätten jedoch begreifen sollen, dass sich diese Dichterin ganz bühnenpraktisch auf ihren Brettern tummelte. William Sachs, der Vater, gilt als der Erfinder des muskelstärkenden „Expanders“. In seiner propagandistischen Schrift „Die Heilgymnastik im Hause“ hat er über atemstärkende Übungen beim Krafttraining geschrieben. Nelly Sachs hat derlei lebenspraktische Techniken in ihre Theatertheorie eingebaut. Das war weder weltfremd noch theaterfern. Es ist sehr schwer zu verstehen, warum das deutsche Theater in all seiner Experimentierfreudigkeit mit dem Rücken zu den Stücken von Nelly Sachs verharrt. Es ist nicht zu spät. Man kann sich mit dieser Autorin noch Einiges trauen. Die Texte liegen nun vor. / Herbert Wiesner, Die Welt
Nelly Sachs: Szenische Dichtungen. Hg. von Aris Fioretos. Suhrkamp, Berlin.48 S., 68 Euro.
600 Seiten Kompendium aus Kurzgeschichten, Lyrik, Romanauszügen, Essays und Illustrationen: Es ist ein wuchtiges Buch, dieser „Hamburger Ziegel“. Alle zwei Jahre erscheint die Anthologie der Hamburger Gegenwartsliteratur und zeigt, wie lebendig, kreativ und groß die Szene ist: Zwölf dieser von Jürgen Abel und Wolfgang Schömel herausgegebenen Schmöker gibt es inzwischen. / Hamburger Abendblatt
Ziegel-Lesung So 19.6., 18.00, Magellan-Terassen, bei Regen: HafenCity InfoCenter/Kesselhaus, Am Sandtorkai 30 (Bus 6), Großer Grasbrook; Eintr. frei
„Egal wo das Ende der Welt liegt“. Von Ludwig Fels (Verlag Jung und Jung). Redaktion: Edith-Ulla Gasser
„Ab einem gewissen Alter sollte man keine Gedichte mehr schreiben. Man sollte stattdessen probieren, aus dem Fenster zu schauen, hinaus auf Straßen und Gassen, die nach Dichtern benannt worden sind. Und dann sollte man sich schaudernd abwenden, und es doch wieder tun.“ Ludwig Fels hat den Traum von einer besseren, menschlicheren Welt noch nicht verloren. / ORF
Commedia Futura
Ein lyrisches Traumatorium
entfaltet von Sylvia Geist, Caroline Hartge, Peter Piontek und Hans Wagenmann
Vier Lyriker erkunden den eigenartigen Grenzbereich, den das Gedicht markiert, lesen miteinander, voneinander, füreinander und ein traumwaches Publikum.
Sonntag, 19. Juni, um 20 Uhr im Schwarzen Saal der EISFABRIK (Hannover) Mehr
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