Zweifellos war Valéry, was man einen Großschriftsteller genannt hat, doch im Grunde geht die Charakterisierung an seinen Absichten vorbei. Die Literatur, schreibt er 1917, ‚muss auf einem noch nicht vorstellbaren Grad von Wissenschaftlichkeit ankommen und dann verschwinden‘.
Das ist starker Tobak. Man darf es als das Kunststück seines Lebens bezeichnen, dass es Valéry gelang, für solche Verhöhnungen der bürgerlichen Kunstreligion Respekt erworben zu haben. / RALF KONERSMANN, SZ 16.1.
DENIS BERTHOLET: Paul Valéry. Die Biographie. Aus dem Französischen von Bernd Schwibs und Achim Russer. Mit einem Vorwort von Jürgen Schmidt-Radefeldt. Insel Verlag, Berlin 2011. 660 Seiten, 39,90 Euro.
Unwiderruflich vorbei ist jedenfalls die Zeit der zu nationalen Institutionen erhobenen «Grossschriftsteller» wie Thomas Mann. Heute geben, als Schrumpfform sozusagen, die fixen «Themenjobber» den Ton an, die sich als fluide Existenzen dorthin spülen lassen, wohin die medialen Gezeiten sie treiben. Zu ihnen gehört «da Schuh Froanz» (wie es in seinem Gedicht «Tod auf Bestellung» heisst) zu unserem Glück nicht. / Oliver Pfohlmann, NZZ 17.1.
Franz Schuh: Der Krückenkaktus. Erinnerungen an die Liebe, die Kunst und den Tod. Verlag Paul Zsolnay, Wien 2011. 255 S., Fr. 27.90.
«Ich entdeckte eine einfache Wahrheit: Die Grammatik ist das Tor zur Literatur. Wenn du einen Text grammatikalisch analysierst, betrittst du das intime Labor eines Schriftstellers. Nur wer die Syntax beherrscht, der beherrscht auch das Wort» / Jan Koneffke schreibt in der NZZ über den rumänischen Schriftsteller Ion Vianu, aus dessen Erinnerungen das Zitat stammt.
Sieglinde Geisel über einen Auszug aus Frischs «Berliner Journal»:
Eine Zufallsbegegnung mit Wolf Biermann, noch vor dessen Ausbürgerung, ergibt ein funkelndes Kurzporträt: «Biermann redet unaufdringlich, sehr präsent und sensibel, dazwischen seine Kauz-Mienen, ein völlig unverschüchterter Mann, im Staat kaltgestellt, wie man weiss.» In einer späteren Notiz über die erneute Lektüre von Biermanns Werken kommt Frisch zum Schluss, dass diese sich von der Biografie des Autors nicht lösen lassen: «Wenn er in den Westen wechselte, gäbe es keinen Wolf Biermann mehr für alle Zeit.» / NZZ 21.1.
Die Lektüre der Essays von Snyder entfachte in mir ein Gefühl der Befreiung, denn sie fütterten meine altlinken Vorurteile nicht. Da wo sie mich zum Nicken zwangen, nahmen sie meist eine Wendung, die das Denken wieder einsetzen ließ.
Es heißt beispielsweise unter der Kapitelüberschrift „Leopardenmütter“ : “Metaphern von der ‚Natur als Buch‘ sind nicht nur ungenau, sie sind sogar schädlich. Die Welt mag zwar von Zeichen übersättigt sein, sie ist aber kein fixierter Text, mit ganzen Archiven und Kommentaren. Die übermäßige Bindung an das Buch als Modell, geht mit der Annahme einher, vor Beginn der Geschichtsschreibung habe sich nichts ereignet.“
Hier trifft amerikanische Tradition frontal auf Kontinentaleuropäische, die sich in Derridas Dekonstruktivismus manifestiert. Im Ergebnis des Crashs erwarte ich mir geradezu Wunderdinge. Die Reflexion ist eröffnet. Und als nächstes werde ich mir Snyders Gedichte bestellen. / Jan Kuhlbrodt, fixpoetry
Gary Snyder: Lektionen der Wildnis, aus dem amerikanischen Englisch von Hanfried Blume, 263 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-88221-657-8, Euro 26,90 Matthes & Seitz, Berlin 2011
Der Schriftsteller Alfred Wolfenstein wurde 1883 in Halle geboren, eine Straße in der Saalestadt trägt heute seinen Namen. Er gab mehrere Gedicht- und Novellenbände heraus – und doch ist er vielen unbekannt. Einer, der das ändern möchte, ist Bernhard Spring, Jahrgang 1983, Autor und Journalist aus Merseburg. Am Freitagabend stellte er in der Weißenfelser Brand-Sanierung vor rund 50 Gästen sein Alfred-Wolfenstein-Lesebuch vor. 2011 gab er das Buch heraus und möchte mit Lesungen den Hallenser Schriftsteller bekannter machen. „Wolfenstein ist einer der großen aber vergessenen Autoren des 20. Jahrhunderts“, sagte Spring. / CLAUDIA PETASCH, Mitteldeutsche Zeitung 22.1.
Gahse verließ Ungarn mit ihren Eltern 1956. Zehn Jahre war sie damals alt. Sie liebt die ungarische Sprache, die ungarische Lyrik und bedauert die mangelnde Sprachforschung in Ungarn. Ihr eigenes Denken aber geschieht in deutscher Sprache, ihre plastischen, kraftvollen Bilder entstehen in deutschen Worten. „Worte haben Muskeln“, empfindet Gahse. Und die Donau? „Sie ist das gute Rückgrat Europas.“ / Augsburger Allgemeine
Bernd Jentzsch
VON GEDICHTEN
1) Zahl-, schutz-, macht-, folgenlos. 2) Aber wenn sich etwas zu verändern beginnt, zeigt man auf die, die sie gemacht haben. 3) Wer Gedichte machen will, muß einmal gestorben sein zur Hälfte / des Lebens; ein Widergänger, die leuchtenden Adern im Staub. 4) Wilders Komödien, Becketts Prosa, das Spargelbund Manets von 1880 sind Gedichte. Und Vallejos Schreie, die eure Mittagsruhe beeinträchtigten. Note zu 1) Zunehmend kunstlos, d. i. Magerstufe der Welthaltigkeit. 5) Gemalte Fensterscheiben Beton, vollgesprayt. 6) Der Lyriker braucht die Vernunft nicht zu fürchten, denn sie fürchtet ihn doch auch nicht. Oder 7) Was die Welt im Innersten zusammenhält. Seit E = mc² konjugieren wir in der falschen Zeitform. 8) Einer hats gewußt, Zu den Akten. 10) Vor Auschwitz hätten wir es auch ohne sie zu Auschwitz gebracht; jetzt fehlen sie. 11) Bertolt, erhebe dich! Ruft auch Dante zurück. Rotte der selbsternannten Dichter, weggetreten! 9) Kohlrabi ist eine Gemüsesorte. Zeigt mir den Vers, der wahrhaftiger ist. 12) Sie hätten euch, die ihr sie nicht lest (das eingeschlossen), bei der Evolution behilflich sein können von Wilden zu den Halbwilden. 13) Gedichte sind nicht für mostpeople; einige taugen, vielleicht, für dich und mich. 14) Damit schließe ich jedwedes! Poesiealbum, endgültig. Herrenanrufe zwecklos. Ab in die Wüste! Note zu 1) Und schlecht bezahlt.
1991, am Muttertag
Aus: Die alte Lust, sich aufzubäumen. Lesebuch. Eine Auswahl des Autors. Mit einem Nachwort von Bernd Leistner und 22 Abb. Leipzig: Reclam, 1992. S. 212f.
Bernd Jentzsch im Lyrikwiki
In folgendem Gespräch wird das übliche Frage-Antwort-Spiel umgekehrt und zu einem Antwort-Frage-Spiel. Charles Bernstein wurde gebeten, zu Zitaten aus seinen Texten Fragen zu stellen. Sein umfangreiches, bisher nicht übersetztes Werk* befasst sich auf ebenso ironische wie politische und chaotische Weise mit den Unwägbarkeiten aller Bedeutungen
Antwort Bernstein: Xo.
Frage Bernstein: Was ist der kleinste Sinn-Baustein? Ein Fonem – der winzigste Laut, den man als eigenständige Einheit hören kann? Oder ist die Sprache in ihrer Gesamtheit der kleinste Baustein?
Antwort Bernstein: Ideen sind tot, außer im Spiel.
Frage Bernstein: Was denken Sie über die abstrakten Begriffe der Politik, Theologie, Philosophie und Literaturtheorie: Konstruktion und Transzendenz, Sein und Vergeben, Dialektik und Möglichkeit, Freiheit und Rausch, Materialität und Affekt, Melancholie und Staatsbürgertum, Nation und Gedanke, Verwirrung und Wildnis, Demokratie und Begrenzung?
(…)
Bernstein: jed jimmsy’s cack. ib giben durrs urk klurpf. ig ooburs quwate ag blurg.
Frage Bernstein: Sind Sie ein jüdischer Dichter? Für Brian Ferneyhough haben Sie ein Libretto über Walter Benjamin geschrieben, „Shadowtime“ (Schattenzeit). Ist das aus einer jüdischen Perspektive geschrieben? In einem Aufsatz in der Zeitschrift „Radical Poetics and Secular Jewish Practice“ schreiben Sie, dass Sie sich verpflichtet fühlen, die Arbeit nichtreligiöser europäischer jüdischer Kultur weiterzuführen, die im systematischen Vernichtungsprozess des Zweiten Weltkriegs ausgelöscht wurde. Aber ist das nicht alles längst Vergangenheit? Können wir das nicht hinter uns lassen?
Bernstein: Grandiose Verstopfungen.
Frage Bernstein: Wie finden Sie die österreichische Küche?
Bernstein: Wenn ein Text in ein Gedicht-Kostüm gesteckt wird, dann ist das an und für sich eine Provokation, die grundlegenden Fragen zu Sprache, Sinn und Kunst zu betrachten. Chronische Poetische Aporie (CPA).
Frage Bernstein: Gibt es keinen Weg, der Künstlichkeit zu entkommen? Wie wäre es mit natürlicher Sprache und direkten Aussagen? Was ist Ihnen lieber, ein Saal voller Spiegel oder die erhabene Majestät eines in der Morgendämmerung verschwindenden Berges, wenn Nebelschwaden den Anblick wegbrennen wie heimkehrende Engel?
/ Der Standard 20.1.
Charles Bernstein liest am Donnerstag, den 26. Jänner, um 18 Uhr in der Alten Schmiede – Literarisches Quartier, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien.
*) vgl. aber hier: 58. Attack of the Difficult Poems – Angriff der Schwierigen Gedichte
Norbert Hummelt bereist die Oder, gruselt sich über „Pommernbrötchen“ (aber der des Englischen nicht mächtige Kunde hat vielleicht einfach für neudeutsche „Power-Brötchen“ „Poower-Brötchen“ gesagt, so ungebildet ist dort das Volk?), findet in der von den Preußenkönigen begradigten Oder ein Bild für Preußens Militarismus und entdeckt die Herkunftslandschaft des Dichters Benn:
Pfarrer Benn hätte hier nichts mehr zu tun, und mangels Sprachkenntnis wissen wir nicht, wie wir uns nach ihm erkundigen sollen. Aber dann entdecke ich nördlich der Strasse den Durchgang zu einem schilfbestandenen kleinen See. Ein hysterisch kläffender Hund und ein erschreckt auffliegender Fasan können mich nicht abhalten, denn ich glaube, ich habe die Szenerie erkannt: «Es ist ein Knabe, dem ich manchmal trauere, der sich am See in Schilf und Wogen liess.» Anstelle der im Gedicht genannten Brücke findet sich ein morscher Steg, der ebenso fast im Wasser versinkt wie das am Ufer anliegende Boot. Und dass sich das Haus an der Strasse als – heute katholisches – Pfarramt zu erkennen gibt, will meine kleine Eroberung bestätigen. «Der Garten in polnischem Besitz, die Gräber teils-teils, aber alle slawisch», befindet Benn in einem weiteren Gedicht, das lapidar erklärt: «Oder-Neisse-Linie für Sarginhalte ohne Belang».
Die Presse berichtet:
Auf die Frankfurter Bibliothek stieß sie im Internet, als sie der Frage nachging, wo überhaupt noch Gedichte publiziert werden. Nur ein einziges schickte sie ab – der Testballon kam gut an. [XY] ist nun verewigt, in einer weitverbreiteten Lyrikpublikation, die in den weltweit bedeutendsten Bibliotheken eingestellt ist.
Ich fürchte, mit dem letzten Teilsatz hat die Zeitung recht. Wieviele von den 500 Lyrikveröffentlichungen des letzten Jahres in den Bibliotheken der Welt „eingestellt“ sind, fragen wir lieber nicht. Vielleicht glauben die Bibliothekare in den weltweit bedeutendsten Bibliotheken ja, mit dem dicken Band einen guten Querschnitt zu bekommen. Es gibt eine Abteilung für sie, in Dantes Hölle, das ist klar.
Und bestimmt kommt jetzt jemand daher, der uns erklärt, daß die Lyrik selbst schuld ist, wenn sie nicht in den bedeutendsten Bibliotheken eingestellt wird.
Der gebürtige Passauer Lyriker Herbert Hindringer (37), der seit 2005 in Hamburg lebt und als Sozialpädagoge in einer Einrichtung für psychisch Kranke arbeitet, und seine Partnerin Judith Sombray (32), Diplom-Designerin aus Augsburg, haben sich der Aufgabe gestellt [Liebe in Worte zu fassen]. In Form von 24 Gedichten gestalteten sie ihren „Nähekurs“, abwechselnd eines von ihr, das nächste von ihm. Das ist kein Dialog, das ist gleichberechtigte Abwechslung. Kurz genug, reimlos, mit variierender Versform und steter Klarheit. / Eva Müller, Passauer Neue Presse
Die Zeitung druckt ein Interview mit beiden Autoren:
Wie unterschieden sich Ihre Gedichte?
Sombray: Bei Herberts Gedichten sieht man, dass sie sehr gleichmäßig sind und meine oft nicht so ordentlich.
Trifft diese Ordnung und Unordnung auch auf Sie selbst zu?
Sombray: Lustigerweise ist es genau umgekehrt.
Hindringer: Im Prinzip stimmt das schon genau. Ich bin im echten Leben unglaublich unordentlich, bei den Texten will ich schon fast zwanghaft Symmetrie herstellen. Bei Judith ist es umgekehrt − sie ist sehr ordentlich und fast zwanghaft und bei den Gedichten . . .
Sombray: . . . da geht es mir mehr um die Worte.
„Nähekurs“, Fixpoetry Verlag, 10 Euro, ISBN 978-3-942890-09-0
Mit den Lyrikbänden der beiden Debütanten Anne Dorn (siehe Besprechung von Jürgen Brôcan) und Michael Fiedler offeriert die neue Lyrikreihe des Poetenladen-Verlages direkt zum Auftakt die ganze Bandbreite der deutschen Gegenwartslyrik. Während es sich bei Anne Dorn um eine vertraute, wenn auch vergleichsweise wenig publizierte Stimme herkömmlicher, besser: geläufiger Dichtung handelt, hat man es bei Michael Fiedler mit einem experimentellen Dichter der jüngeren Generation zu tun, wiewohldie Methoden, derer sich Fiedler bedient, wie den „Cut“, nun auch bereits auf eine über fünfzigjährige Tradition zurückgehen, als die Beat-Generation – und namentlich ihr Vertreter William S. Burroughs – mit Hilfe verschiedener „Schnitttechniken“ (neu zusammenzusetzenden Versatzstücken aus Zeitungen, Plakaten, Büchern etc.) ihre Vorstellungswelten auszutricksen suchten, um den a priori durch Vorurteile begrenzten Bahnen des eigenen Bewußtseins zu entkommen; – eine Methode, den Zufall und die moderne Montage in die Literatur einzubeziehen, um dann eine Interaktion mit eben diesen gesichteten „Fertigteilen“ hervorzubringen. Solche Autoren haben es traditionell schwer. Ihre Werke unterliegen oft dem Verdacht der Unverbindlichkeit oder Beliebigkeit, der Leser fühlt sich nicht abgeholt; einen Identifikationswillen aufzubringen erscheint immer dann fragwürdig, wenn zwischen zwei Buchdeckeln nicht entweder ein semantisch nachvollziehbares geschlossenes System von Weltbetrachtung vorgefunden oder wenigstens eines erfunden wird. …
Fiedlers Texte sind alles andere als ein willkürliches Spiel, sie sind es vielleicht für eine gewisse Zeit während des Vorarbeitens, ehe sich dann aus der Montagetechnik etwas eröffnet und zu neuen Sichtweisen führt. Man muß sich schon ein wenig hineinarbeiten in die 31 Gedichte, die in die drei Kapitel „von vielerlei Keimen geschwollen, besingt jeder, was er liebt“, „niemand weiß, warum wir uns zuhören“ und „während die Ziegen noch klettern auf buschwerkbestandenen Felsen“ unterteilt sind. Und die Gedichte sind überdies so wenig voneinander abgegrenzt, daß man die drei Kapitel auch als drei Langgedichte verstehen könnte. Überhaupt liebt Fiedler das Vexierspiel. / Dominik Dombrowski, Fixpoetry
Es ist nicht weiter verblüffend, dass ausgerechnet ein New Yorker Filmemacher Dantes Hölle nachbaut, denn der angelsächsische Raum pflegt bis in die jüngste Gegenwart hinein eine besondere Vorliebe für „Die Göttliche Komödie“. Jeder kennt sie, und sie ist Bestandteil der Moderne. Ezra Pound bezieht sich mit seinen Cantos auf den italienischen Dichter, T.S. Eliot widmet „The Waste Land“ seinem Lehrmeister Pound mit dem Dante-Zitat „Il miglior fabbro“ und variiert im gesamten Zyklus zahlreiche Motive Dantes. James Joyce beruft sich mit schöner Regelmäßigkeit wieder auf Dante, und Samuel Beckett trug sein Leben lang eine Taschenbuchausgabe der Göttlichen Komödie mit sich herum. …
Deutschland war bis ins 20. Jahrhundert hinein führend in der Dante-Forschung, aber im Unterschied zu England und den USA wird die „Göttliche Komödie“ jenseits akademischer Pflichtübungen heute kaum noch gelesen. …
Deutschland war bis ins 20. Jahrhundert hinein führend in der Dante-Forschung, aber im Unterschied zu England und den USA wird die „Göttliche Komödie“ jenseits akademischer Pflichtübungen heute kaum noch gelesen. Auch deshalb ist es begrüßenswert, dass in den letzten Jahren zwei neue Übersetzungen erschienen sind. Neben der – noch nicht ganz abgeschlossenen – überaus geglückten, einfallsreichen Prosaübertragung von Hartmut Köhler im Reclam-Verlag liegt jetzt bei S. Fischer eine schön aufgemachte, zweibändige Ausgabe von Kurt Flasch vor. Seiner ebenfalls reimlosen Übersetzung stellt er einen Kommentarband zur Seite. …
Flaschs Entscheidung für Prosa ist richtig. Bei den Blankversen berühmter Übersetzungen von Karl Vossler und Hermann Gmelin stellt sich mittlerweile eine Art Schunkelgefühl ein, welches wenig mit dem vorantreibenden Endecasillabo des Originals zu tun hat. Die Besonderheit des italienischen Elfsilbers ist ohnehin nicht übertragbar. / Maike Albath, Die Welt
Dante Alighieri: Commedia. Bd.1: Commedia, in dt. Prosa; Bd.2: Einladung, Dante zu lesen von Kurt Flasch. Hg. und übersetzt von Kurt Flasch. S. Fischer, Frankfurt/M. 736 S., 98 Euro.
Am Sonntag begeht Freunde den 90. Geburtstag des Lyrikers Walter Werner, der 1995 gestorben war.
„Für mich ist Walter Werner der bedeutendste Dichter Südthüringens des 20. Jahrhunderts“, sagt Holger Uske. „Seine Lyrik greift weit über bloße Landschaftslyrik hinaus und bringt auch die in dieser Landschaft Lebenden ins Bild, die aktive Auseinandersetzung mit dem Leben in dieser Landschaft und dieser Zeit. Meinen Beitrag habe ich unter den Titel Sprechend wiederkehren gestellt.“ / Karsten Jauch, Thüringer Allgemeine 21.1.
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