9. 33 1/2 Wahrheiten über deutschsprachige Songtexte

Lyrix – Lies mein Lied. 33 1/2 Wahrheiten über deutschsprachige Songtexte

Jenseits von Kracht: Was haben Rock und Pop mit Literatur zu tun? Es lesen Martin Betz, Tom Franke, Martin Jankowski und Bernhard Lassahn – Kai-Uwe Kohlschmidt (Sandow) und  DJ Rex Joswig (Herbst in Peking) machen Musik.

Freitag, 2. März, 20 Uhr, Grüner Salon
(in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz)
Einlass ab 19 Uhr, Eintritt 7,- Euro.
HIER  der Trailer.

Herzliche Einladung!!


Berliner Literarische Aktion e.V.
Kastanienallee 2
D – 10435 Berlin

8. Doppelt angesagt

Daniela Seel ist eine der angesagtesten deutschen Dichterinnen der Gegenwart. In Idstein liest sie aus ihrem Buch „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“.

Schreibt die Allgemeine Zeitung, und ich füge hinzu: In Greifswald gewann sie gestern den Publikumspreis (Greifswalder Jury) gegen starke Konkurrenz.

7. Gestorben

Der große italienische Sänger, Dichter, Klarinettist und Pianist Lucio Dalla starb während einer Konzertreise in der Schweiz im Alter von 68 Jahren. Er komponierte auch Filmmusik für die Regisseure Mario Monicelli, Carlo Verdone, Michelangelo Antonioni und Michele Placido.

Vgl. hier und hier (frz.)

6. Verbotene Zone

Florian Voß startet einen oder ein Blog:

der plan ist, wieder richtig tagebuch zu führen, und zwar ohne rumgejammer – denn so haben meine früheren tagebücher immer ausgeschaut. ich betrachte das blog schon als richtiges literarisches projekt.

5. Lou Reed 70

Als die Punks gegen Ende der 70er Jahre Reed als einen ihrer Veteranen entdeckten, kam seine Karriere abermals in Schwung. Die jüngere Generation der Popkritiker erklärte The Velvet Underground zu einer der wichtigsten US-Bands überhaupt, auch wurde seine sardonische Lyrik erstmals als Literatur gewürdigt. Reed spielte wieder vor ausverkauften Häusern, und die in der Folge entstehenden Alben orientierten sich stärker an der rohen, düsteren, reduzierten Rockmusik seiner Frühzeit, nicht zuletzt »Blue Mask« 1982, mit Robert Quine an der Gitarre, einem erklärten Velvet-Underground-Aficionado. / Frank Schäfer, junge Welt

4. MeeresGarten

Herb und hart im Gebrauch der Sprache, die Erwartungen ihrer Titel vielfach durchkreuzend, räumten die Gedichte von Sea Garden, dem lyrischen Debut Hilda Doolittles, bei ihrem ersten Erscheinen im Jahr 1916, inmitten des Ersten Weltkriegs, gründlich auf mit der Opulenz viktorianischer Dichtung. Erstmals unter dem Titel MeeresGarten von Annette Kühn ins Deutsche übersetzt, haben die Gedichte bis heute nichts von ihrer Kraft eingebüßt. Ihre Verse scheinen regelrecht ins Papier eingekerbt. Unter anderem orientieren sich die Gedichte an japanischer Haiku-Dichtung und japanischer Holzdrucktechnik, die Hilda Doolittle aufmerksam studierte, an der antiken griechischen Dichtung mit ihren mythischen Gestalten, aus der die Autorin zuvor übersetzt hatte und am französischen Symbolismus. Der Bandtitel deutet auf eine am oder im Wasser angesiedelte oder durch das Wasser betrachtete Welt. Wesen und Dinge sehen hier anders aus, Farbe und Licht sind verändert. …

Im gemeinsamen Dichterzirkel rief Pound den Imagismus aus, eine literarische Bewegung, die in der deutschen Literaturgeschichte keine Entsprechung hat. Bis heute gilt H. D. als dessen reinste Vertreterin, immer wieder wurde gemutmaßt, Pound habe den Begriff überhaupt nur als Werbestrategie für ihre Gedichte geprägt. Dem Imagismus lagen drei Forderungen zugrunde: Neben einer „direkten Behandlung des Dings, ob subjektiv oder objektiv“, dem „strikten Verzicht auf jedes Wort, das nicht zur Darstellung beiträgt“, sollte die Sprache des Gedichts nicht am Metronom, sondern an der Musikalität des Rhythmus ausgerichtet sein. Die extreme Kargheit und Kühle von Sea Garden wird vor dem Hintergrund dieses Programms besser nachvollziehbar. / Beate Tröger, der Freitag

H. D.: MeeresGarten. Hilda Doolittle. Aus dem amerikanischen Englisch von Annette Kühn. Mit einem Nachwort von Dietmar Dath und Illustrationen von Martina Hoffmann, luxbooks 2012, 134 S., 19,80 €

2011 erschien:

roughbook 16, Hilda Doolittle
H.D.: Denken und Schauen : Fragmente der Sappho.
Herausgegeben und übersetzt von Günter Plessow
120 Seiten, Euro 9,- / sFr. 11.-,

3. Die Krone der Schöpfung: der Panther, das Schwein

Da spucken die Darsteller – in Anspielung auf Todesursache und Grabinschrift Rilkes – Rosenblütenblätter auf den Ziegelboden, bevor des Dichters Zauberworte fallen, da wird gefroren, gelärmt und gelitten, was das Zeug hält. Rilkes berühmter „Panther“ wird von Jeroen De Man in einem Schweine-Gitterkäfig nachgespielt. De Man brüllt das Gedicht in nahezu akzentfreiem Deutsch, während ihn seine drei Mitspieler mit Schlamm übergießen. Die Krone der lyrischen Schöpfung: der Panther, das Schwein. / Stefan Grund, Die Welt

2. 20. open mike 2012 – Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Prosa und Lyrik

Die Literaturwerkstatt Berlin und die Crespo Foundation schreiben zum 20. Mal den open mike aus. Es werden drei Preise vergeben, ein Preis für Lyrik und zwei Preise für Prosa.

Der open mike ist mit insgesamt 7.500 EUR dotiert.

Teilnehmen können deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die nicht älter sind als 35 Jahre (Stichtag: 10.7.2012) und noch keine eigenständige Buchpublikation vorzuweisen haben. Eingereicht werden kann entweder kurze Prosa, ein in sich geschlossener Auszug aus einem Großtext ODER Lyrik. Die Texte dürfen weder veröffentlicht (betrifft auch Internet, Zeitschriften, Anthologien und Dokumentationen jeder Art) noch zu einem anderen Wettbewerb oder Stipendium eingereicht worden sein. Jeder Teilnehmer kann nur eine Bewerbung einreichen.

Der Umfang der eingereichten Texte muss in etwa einer 15-minütigen Lesezeit entsprechen. Deutlich zu lange oder zu kurze Einsendungen kommen nicht in die Auswahlrunde.

Formatvorgabe: A 4-Format, einseitig bedruckt, Schriftgröße 12, Zeilenabstand 1,5. Die Manuskripte müssen in zweifacher Ausfertigung als lose Blätter (ohne Heftung) eingesandt werden. Auf den Manuskriptseiten darf weder der Name des Absenders noch ein Zahlencode, Kennwort o. ä. erscheinen. Eine kurze Biographie mit Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse ist beizulegen. Eine Rücksendung der Manuskripte kann leider nicht erfolgen.

Einsendeschluss ist der 10. Juli 2012 (Datum des Poststempels).

Wettbewerbsablauf:

1. Runde: Auswahl durch Lektoren
Ein unabhängiges Lektorat, bestehend aus Verlagslektoren, wählt aus den anonymisierten Texten bis zu 22 für die Endrunde aus. Die ausgewählten Autoren erhalten Anfang Oktober 2012 eine persönliche Einladung, die Namen werden zudem auf www.literaturwerkstatt.org veröffentlicht. Die anderen Teilnehmer des Wettbewerbes erhalten keine gesonderte Mitteilung.
Die Texte der ausgewählten Autoren werden als Anthologie im Allitera Verlag (München) veröffentlicht, die Anthologie erscheint zum Wettbewerb im November. Die ausgewählten Texte sind bis zum Finale des Wettbewerbs im November exklusiv der Veröffentlichung in der Anthologie vorbehalten.

2. Runde: Endrunde
Die Endrunde wird in Form öffentlicher Lesungen an einem Wochenende im November 2012 in Berlin ausgetragen. Jeder Teilnehmer hat genau 15 Minuten Lesezeit zur Verfügung, um seine Texte vorzustellen und die Jury, bestehend aus drei Autoren, und das Publikum zu überzeugen.

3. Preisvergabe
Die Jury ermittelt drei Gewinner und vergibt Stipendien in der Gesamthöhe von 7.500 EUR. Ein Preis wird für Lyrik vergeben, zwei für Prosa. Über die Aufteilung der Gewinnsumme entscheidet die Jury. Die taz-Publikumsjury vergibt den Publikumspreis, der einen Abdruck des Gewinnertextes in der Tageszeitung beinhaltet. Darüber hinaus produziert Deutschlandradio Kultur ein Feature über den Wettbewerb, die Gewinner und ihre Texte.

Bestandteil des Preises ist auch eine Lesereise im Anschluss an den Wettbewerb. Die Gewinner des open mike werden im November 2012 nach Frankfurt, Zürich und Wien eingeladen. Der Gewinn des Lyrik-Preises umfasst außerdem eine Aufnahme für die Website www.lyrikline.org, der Internetplattform für zeitgenössische Dichtung in Originalton, Originaltext und Übersetzungen.
Zudem nehmen alle Teilnehmer der Endrunde des open mike an einem Workshop im Februar 2013 teil, bei dem sie die Möglichkeit haben, mit erfahrenen Autoren und Lektoren an ihren Texten zu arbeiten und wertvolle Informationen für den Start in den Literaturbetrieb zu erhalten.

Der Autor stimmt mit der Einsendung seines Textes für den Fall der Auswahl für die Endrunde Folgendem zu:
– der Veröffentlichung seines Textes in der Anthologie des Allitera Verlags zum Wettbewerb. Die Rechte am Text verbleiben beim Autor. Die ausgewählten Texte sind bis zum Wettbewerb im November exklusiv der Veröffentlichung in der Anthologie vorbehalten.
– der möglichen Veröffentlichung seines Textes durch die Literaturwerkstatt Berlin und die Crespo Foundation in eigenen Publikationen und auf den Internetseitenwww.literaturwerkstatt.org und www.crespo-foundation.de.
– dem Mitschnitt der öffentlichen Lesung und der Verwendung des Mitschnitts durch die Literaturwerkstatt Berlin, ihre Kooperationspartner und die Medien.

Bewerbungen unter dem Kennwort „open mike“ bis zum 10.7.2012 an:
Literaturwerkstatt Berlin
Knaackstraße 97 (Kulturbrauerei)
10435 Berlin

1. Testament Wisława Szymborskas

Am Mittwoch wurde das Testament der am 1.2. in Krakau gestorbenen Dichterin Wisława Szymborska veröffentlicht. Darin spricht sie von einer literarischen Stiftung und einem neuen Literaturpreis.

In Übereinstimmung mit dem Willen der Dichterin plant die Stadt Krakau die Gründung eines Literaturmuseums.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Magdalena Sroka sagte: „Viele hervorragende Schriftsteller lebten und leben in Krakau, und oft wurden die Nachlässe nach ihrem Tod verstreut.“ Dafür brauche man das Museum.

Neben Szymborska lebte mit Czesław Miłosz ein weiterer Nobelpreisträger in Krakau – nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war er aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrt.

Auch Stanisław Lem verbrachte den größten Teil seines Lebens in Krakau. Zu den bekannten Autoren, die eine Zeitlang hier lebten, gehörten Sławomir Mrożek und Konstanty Ildefons Gałczyński.

Gleichzeitig wurde bekannt, daß ihr letzter Gedichtband mit dem Titel „Wystarczy“ (Es reicht) Ende April erscheinen wird.

Gerade erschienen ist eine neue Ausgabe ihrer „Wierszy wybranych“ (Gesammelten Gedichte).

/ Polskie Radio

Mehr: Bericht der Gazeta Wyborcza

128. Schaltjahrgedicht

Thirty days hath September,
April, June and November.
All the rest have thirty-one,
Excepting February alone,
And that has twenty-eight days clear
And twenty-nine in each leap year.

(Alter Nursury Rhyme)

Wikipedia weiß:

The rhyme has a long history. A medieval version is found in the 15th-century manuscript Harley 2341, in the British Library:

Thirtey days hath November,
Aprile, June, and September:
Of twyecescore-eightt is but eine,
And all the remnante be thrycescore-eine.
O´course Leap yare comes an´pynes,
Ev’rie foure yares, gote it ryghth.
An´twyecescore-eight is but twyecescore-nyne.

The literal translation of this medieval version would be:

Thirty days has November,
April, June, and September:
Of twenty-eight is but one,
And all the remnant is thirty-one.
Of course Leap year comes and stays,
Every four years got it right,
And twenty-eight is but twenty-nine.

127. Geheime Pressemitteilung

Vor mir liegt ein konspirativ eingeflogenes Dokument mit der Überschrift

Pressemitteilung

und der martialischen Drohung:

Die obige Mitteilung ist ausschließlich für den angeführten Adressaten bestimmt. Die unbefugte Verwendung dieser Mitteilung ist verboten und könnte strafrechtlich verfolgt werden. Wer diese Mitteilung irrtümlicherweise erhält, wird gebeten, uns umgehend zu informieren und anschließend diese Mitteilung zu vernichten.

Die Information über irrtümlichen Erhalt sei hiermit gegeben, der „angeführte Adressat“ ist der Pressesprecher des Preises, dessen Namen ich vorsichtshalber nicht nenne (sie finden ihn hier).

Diese kuriose Form der Presseinformation ist die Zuspitzung einer vielerorts zu beobachtenden Tendenz. In der Regel halten Preisvergeber nicht Namen und Geburtsjahr der Kandidaten oder Datum der Preisverleihung geheim, das ist nach meiner Kenntnis hier durchaus singulär: wohl aber verschweigen viele inzwischen die Namen der Jurymitglieder, wie hier bei Huchel.

Die Meraner Jury besteht aus:

Ilma Rakusa, Autorin, Zürich; Hans Jürgen Balmes, S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main; Maria Gazzetti, Lyrik Kabinett München; Hans Höller, Universität Salzburg; Jan Wagner, Autor, Hamburg

Aus 350 Bewerbern wählte die Jury diese 9 für das Finale aus:

Marie T. Martin (geb. 82, Freiburg), Daniela Danz (geb. 76, Eisenach), Thomas Kunst (geb. 65, Stralsund), Hartwig Mauritz (geb. 64, Eckernförde), Stefan Heuer (geb. 71, Großburgwedel), Christoph Wenzel (geb. 79, Hamm), Karin Fellner (geb. 70, München), Andrea Heuser (geb. 72, Köln) und Uwe Kolbe (geb. 57, Berlin).

Damit stammen, sagt die Pressemitteilung weiter, zum ersten Mal in der Geschichte dieses Preises alle Finalisten aus Deutschland.

Die Lesungen finden am 4. und 5. Mai 2012 im Pavillon des Fleurs in Meran statt. Die Einführungsrede am Eröffnungsabend (3. Mai) hält der Schriftsteller, Übersetzer, Kulturpublizist und Herausgeber Felix Philipp Ingold. Am 5. Mai werden in Meran wieder drei Preise vergeben: Der Lyrikpreis Meran (8.000 Euro; Südtiroler Landesregierung), der Alfred-Gruber-Preis der Stiftung Südtiroler Sparkasse (3.500 Euro) und der Medienpreis (2.500 Euro) des RAI-Senders Bozen. Der RAI-Sender Bozen wird die Lesungen zeitversetzt in seinem Radioprogramm übertragen.

Und hier die offizielle Pressemeldung

126. Revolution der Buchstaben

Mit Kalligrafie Bilder malen – das gelingt dem Künstler Adel Ibrahim eindrucksvoll. Die Ausstellung des gebürtigen Irakers wurde in der Galerie des Verbandes „Zusammenarbeit mit Osteuropa“ (ZMO) eröffnet. Seine Werke zeigen zum einen die von der klassischen islamischen Kalligrafie geprägten Schriftbilder, welche Koransuren oder Gedichte darstellen. Zum anderen sind es grafisch inspirierte Werke, welche die Schrift als Gestaltungsform einsetzen. Auch die Verwendung von Tusche und Acrylfarben auf Leinwand steht für diese Verbindung von Tradition und Moderne. Dies zeigt das Werk „Die Revolution der Buchstaben“: Ineinander verfließende Schriftzeichen in Orange- und Rottönen, eine Verbindung zwischen Oben und Unten, die sich auf die Umbrüche in der arabischen Welt bezieht. / Main-Spitze

125. Uncool

Gedichte gelten heute als voll uncool. Wordrap, das ist dann wieder sehr cool.

Friedrich Achleitner kommt diesem jugendkulturellen Sprachideal wohl ziemlich nahe, wenn er Zeilen zum Besten gibt wie jene, die ein Innviertler „Idyll“ kurzfasst: „jausn trogn / zähnd eischlogn“. Achleitner, 1930 in Schalchen geboren und Mitglied der legendären Sprach-Avantgardisten der Wiener Gruppe, war am Montag zu Gast im vollen Linzer Stifterhaus. Dieses hat es sich zur Aufgabe gemacht, die, wie gesagt völlig uncoole, Frage zu stellen: Was ist ein Gedicht? / Neues Volksblatt

124. Lyrik für Wahnsinnige

Prosa ist für Erdferkel, Lyrik für Bergsteiger – dieses einfache Wort ist ohne den ordnungsgemäßen Gebrauch von Nachtsichtgeräten und das fachgerechte Verkleben von Zeilenbruch kaum zu verstehen. Das wurde mehrfach untersucht, gilt als bewiesen und ist gleichzeitig eine Chiffre für das Weltkulturerbe, wenn man es in einem Rucksack trägt.

Aber auch sonst ist klar: Das Wort Quadrat wurde nur erfunden, weil es sich auf Spagat reimt. Pferde, die Sonette schreiben, können nicht mehr als Hering verarbeitet werden. Hymnen sind kein guter Zeitvertreib für Vasen, die Neutralität von Begriffen gilt in Oden über Gleitsichtbrillen oft als unbegründeter Zentralismus. „Poesie“, sagte schon Adam zu Eva, „können wir uns sparen.“  / Jan Ullrich, taz 28.2.

123. Walter-Hasenclever-Preis für Lentz

Michael Lentz erhält den Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen.

Lentz, der 1964 in Düren geboren wurde, publizierte nach dem Roman ‚Pazifik Exil‘ (2007) und Lyrikbänden zuletzt die Essaysammlung ‚Textleben‘ (2011). Die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 4. November verliehen.

Auf der Homepage der Walter-Hasenclever-Gesellschaft heißt es:

Die Walter-Hasenclever-Gesellschaft verleiht alle zwei Jahre (d.h. in jedem geraden Jahr) den Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen. Mit einem Preisgeld von 20.000 Euro zählt er zu den höchst dotierten deutschen Literaturpreisen. Entsprechend gehören die bisherigen Preisträger zur ersten Riege der deutschsprachigen Autoren, u.a. Peter Rühmkorf, George Tabori, Oskar Pastior, Herta Müller, Christoph Hein und Ralf Rothmann.

Das Preisgeld wird durch das Zusammenwirken verschiedener Träger aufgebracht, dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach, wo der Nachlass Walter Hasenclevers verwahrt wird, der Stadt Aachen, dem Aachener Buchhandel, dem Verein der Freunde und Förderer des Einhard-Gymnasiums, dessen Absolvent Hasenclever im 1908 gewesen war, und der Walter-Hasenclever-Gesellschaft selbst. Die Findung des Preisträgers erfolgt durch eine siebenköpfige Jury, in die jeder der Träger einen Juror entsendet und die jeweils um zwei Vertreter des Literaturbetriebs ergänzt wird.