Ein Auktionshaus in den USA hat die Versteigerung von Liebesbriefen des NS-Propagandachefs Joseph Goebbels angekündigt. Die Briefe und zahlreiche weitere Dokumente aus Goebbels‘ Nachlass, darunter seine Doktorarbeit und mehrere Gedichte, sollen am Donnerstag in Stamford im US-Staat Connecticut verkauft werden. / Kleine Zeitung
„Die einzelnen Textgebilde sind überschaubar, sind meist filigran, aber gerade weil sie so sind, muss man als Leser auf der Hut sein“. Das schrieb der verstorbene Literaturwissenschaftler Wendelin Schmidt-Dengler über die Poesie des Wiener Stadtlyrikers Manfred Chobot. Und auch Chobots neuem Band „Gefallen Gefällt“ kann man eine gewisse selbstbewusste Kargheit nicht absprechen. Denn die Gedichte wirken auf ersten Blick wie ganz kryptische und völlig unlyrische Prosa, sie erschließen ihre Rhythmik und ihre inhaltliche Tiefe erst beim lauten Lesen. / ORF
„Gefallen Gefällt“. Von Manfred Chobot. Edition Art Science, Reihe Lyrik der Gegenwart, Band 21
Literarisch am impulsivsten reagierte auf die Kriegsfolgen eine Gruppe junger Dichter. Man beschimpfte sie in der aufwallenden Disputation als „Atomdichter“. Sie brachen mit den tradierten Formen isländischer Dichtung und lösten einen Kulturstreit aus, der die junge Republik über Jahrzehnte erschütterte. Island wurde unter Verletzung seiner Neutralität zunächst von den Briten und ab Juli 1941 von den USA besetzt.
„In der Bevölkerung gab es eine heftige Auseinandersetzung darüber, ob Island Mitglied der NATO werden und ob es einen dauerhaften Stützpunkt im Land zulassen sollte. Genau davon handelte der Roman „Atomstation“ von Laxness, der etwa zur selben Zeit erschien, als im Kulturleben der Streit um die Gedichtform, um die bildende Kunst und um die Frage, ob man dies Isländersagas in neuer Rechtschreibung herausgeben darf, entflammte“, erläuterte Schiffer.
Ein Akteur, der in dem Roman von Laxness als „Atomdichter“ tituliert wird, ist ein schlechter Dichter. Entsprechend nutzten die eher am Status quo interessierten Meinungsbildner des isländischen Kulturbetriebes diese Bezeichnung als Kampfbegriff gegen die Protagonisten der literarischen Moderne. Einar Bragi zählte zu den einflussreichsten Kämpfern unter den jungen Wilden und brachte den Konflikt sprachmächtig auf den Punkt:
„Nach meiner Auffassung ist er vor allem eine Rebellion gegen die stagnierten Formen, das mechanische Alliterieren, das unbelebte Gelabere, das geistlose, gezierte Geschwätz (klingt ein wenig nach Rabelais – liebwerteste Gichtlinge und so weiter….gs), die unoriginellen, oberflächlichen Schilderungen, die bilderlosen epischen Gedichte und gegen allerhand gebundenen nationalen Unsinn, der drauf und dran war, das Gedicht zu ersticken – und gleichzeitig markiert er das Streben nach Erneuerung: das Erschaffen neuer Gedichtarten, die Reinigung der poetischen Sprache, neue Ideen für Bilder, Metaphern und Verknüpfungen von Gedanken mit dem Zweck, das Gedicht an sich auf einen Ehrenplatz zu führen.“
In der Kunst führe kein Weg zurück – hoffentlich nicht nur dort.
/ Gunnar Sohn, ne-na.de
Falkner montiert und verfremdet Bruchstücke, am liebsten von Büchner, Goethe, Hölderlin, immer mit dem Ziel, eine Fallhöhe auszuloten zwischen den Hochphasen abendländischer Kultur und der Welt von heute. Aus einem radikalen Defizitempfinden heraus macht er sich zum Anwalt des hohen Tons, nur um im nächsten Moment dem Pathos die Luft abzulassen: „Wer nicht nach oben blickt / findet das Höhere nie. Ihr glaubt es nicht: Anruf bei Goethe genügt!“
Falkners poetologisches Programm erschöpft sich aber nicht in der spielerischen Dekonstruktion literarischer Vorbilder: Der Clash zwischen Tradition und Moderne, im Gedicht sprachlich ausgefochten, bleibt ohne Aussicht auf den Schlichterspruch. Falkner will die Konfrontation mit den Idealen vergangener Kunstepochen nicht ironisierend abfedern, sondern die Widersprüche gestalten. Diesen hochgesteckten Anspruch löst Falkner ein, wenn er lyrisches Pathos, (manipulierte) Idiome und IT- oder Werbejargon kollidieren lässt. Dazu gehört auch der Mut zu sagen: „Das Beispiel, das die Griechen gaben: / man wird es nicht mehr los“ – und darin weniger eine Zumutung als eine Herausforderung zu erkennen.
Umso bedauerlicher, dass er die durch den ganzen Band hindurch exponierte Diskrepanz zwischen antiker Hochkultur und modernem Alltag im letzten Gedicht in einem kulturpessimistischen Abgesang simplifiziert. Der Mensch im sinnentleerten Hier und Jetzt erlebt „Höhepunkte höchstens noch im Fußballfieber“, bevor sein Leben „im Lustigen verpufft“. Die von den Olympiern im Fries verkörperten Ideale von Größe, Schönheit und Kraft überfordern ihn: „Du sagst: mich lässt der Marmor kalt, die / alten Scherben // … ich habe keinen Sinn für etwas, das mich / übersteigt“. / Angela Sanmann, Tagesspiegel
Franco Rest, geb. 1942, lehrte bis 2007 in Dortmund u. wurde – in umfassender Beschäftigung mit seiner Fächerkombination einerseits und als Betroffener andererseits – zum Mitbegründer des Hospizes in Deutschland. Aus seiner Beschäftigung mit Sterbebegleitung (ein Wort, das er für „Sterbehilfe“ gebraucht) ergab sich für ihn der Schritt zur Lyrik. Franco Rest hält Lesungen, so wie am 22.9.2012 in Nordwalde im Rahmen der „Biografie-Tage“, die eindrücklich und vielfach informativ sind. Nachfolgendes Gedicht entstammt dem Band Trotzdemgesänge
WIEGENLIED
Im Tode zu singen
Schlaf, Geliebte, schlaf hinüber in mein Herz;
schlaf in meinen Armen, ruh an meiner Brust;
schlaf in meinen Tränen, in den Träumen ruh dich aus;
und vergiss den Harm und vergiss die Lust.
Vergiss, was alles du erlebt mit mir;
vergiss, wem du gehörst;
vergiss auch, wer du selber bist;
vergiss auch den noch, der so nah bei dir.
Vergiss nur alles, was den Schlaf dir stört;
vergiss den Liebsten für die letzte Ruh;
vergiss dein Leben, deine Sehnsucht, jeden Kuss –
nur schlafe ruhig, schlafe stille du.
[…]
Schlaf! Lass ruhen deine zarten Glieder,
die ich oft mit heißem Drang geküsst;
und vergiss, was ich dir angetan,
denn schon balde kehrest du mir im Schlaf zurück.
Schlaf, Geliebte, schlaf hinüber in mein Herz;
schlaf in meinen Armen, ruhe tief in mir;
schlaf in meinen Träumen, in den Tränen ruh dich aus.
Und dort drüben bin ich ganz bei dir!
Ralf Willms
Poets.org: Was ist für dich die Rolle des Dichters in der heutigen Kultur?
Mary Jo Bang: Heute gibt es genau wie zu jeder anderen Zeit tausend Rollen für die Dichter: Semiotiker, Elegiker, Spieler, Geräuschmaschine, Musikerin, Lesbe, Theoretikerin, Vaterfigur, Vogelkundler, Videoprojektion eines sich bewegenden Mundes – sie alle in Wittgensteins Fliegenglas gefangen.
Poets.org: Auf welchen Dichtern kommst du in deinem Werk immer wieder zurück?
Mary Jo Bang: Hopkins. Beckett. Der frühe Eliot. Joyce. Freud. Stein. Manchmal drängelt sich Thomas Hardys „The Voice“ in meine Arbeit. Oder Byrons „So, we’ll go no more a-roving.“ Ich weiß nicht warum. Auch Cummings‚ „Buffalo Bill’s defunct„— die letzte Zeile, „and what i want to know is // how do you like your blueeyed boy / Mister Death“, ist so konfrontativ verrückt. Oder auf so verrückte Weise konfrontativ.
Berrymans 77 Dream Songs. Plath. Rimbaud. Dickinson. Breton. Barthes. Bei manchen von ihnen ist es nicht so sehr ein „Zurückkommen“ als daß sie mir so gegenwärtig sind, daß sie, ob ich will oder nicht, Teil von mir sind. Und manche sind eigentlich keine Dichter, aber für mich doch.
Auf Deutsch:
Mary Jo Bang: Eskapaden
Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Barbara Thimm. Mit Illustrationen von Matt Kindt
luxbooks 2011
Die Wiederbegegnung mit dem ebenso brillanten wie witzigen Tim Turnbull, dessen Gedichte, in Auswahl, 2010 unter dem Titel Es lebt als roughbook #1 erschienen sind, ist ein Grund mehr, die Mütze freudig zu begrüßen. Hier gibt’s sieben neue Gedichte, übersetzt von Dagmara Kraus, die zuletzt mit einem eigenen Gedichtband, kummerang, hervorgetreten ist und auch als kongeniale Übersetzerin von Miron Białoszewski ihre Visitenkarte abgegeben hat. Wie sie hier – um nur zwei klitzekleine Beispiele zu nennen – „Fat Willy’s House of Mirth“ mit „Fettis Freuhaus“ und, kess, „The boss / packs up her bags“ mit „Die Bössin packt ihr Zeug / zusammen“ übersetzt, ist ebenfalls ganz wunderbar. Turnbull kann sich nicht beklagen über seine deutsche Stimme. Die Zitate sind dem Gedicht „On Comedy“ / „Komödie“ entnommen, einem der stärksten. Hervorzuheben auch, und passend zum jüngst (19.9.) gefeierten 25. Geburtstag des Smiley-Emoticons, das Gedicht „Smile“: „I question your intelligence and taste / but add, to show that it was done in jest, / a little animated smiley face.“
Turnbulls Gedichte schreiben klassische Formen fort und machen sie zugleich vergessen. Ganz anders Simone Kornappel. Ihre Gedichte „cellophon“, „pardon et al“ und „muxmäuschen“ können, bezogen auf die technoid anmutende graphische Darstellung, als Computertexte bezeichnet werden. Mit den Herzen und Sanduhren der barocken Figurendichtung haben sie nichts gemein. Wollte man überhaupt nach phänotypischen Ahnen in der Vergangenheit suchen – man würde eher bei M. C. Escher oder in der Op-Art fündig werden.
„cellophon“, ebenso wie „pardon et al“ tetraederförmig angeordnet, ‚beschreibt‘ eine Konzertsituation.
„flügel / türen. […] dahinter / staut sich anstand. beine. artig überschlagen. / dürers handapparat d. h. applaus[.]“, überblendet Kornappel Dürers Betende Hände mit den applaudierenden Händen des Konzertpublikums – ein satirischer Kommentar zur Musikfrömmigkeit des gebildeten Bürgertums (oder was davon übrigblieb, von der Musikfrömmigkeit, vom Bürgertum, von der Bildung). Die „flügel / türen“ werden nicht nur deswegen auf diese Weise aufgeklappt, um sie mit den Mitteln des Gedichts und seiner Typographie ‚abzubilden‘, sondern das Wort oder der Wortbestandteil „flügel“ zitiert auch das bürgerliche Instrument par excellence, das Klavier. Vielleicht meint „pneumatik der gesten“ das Heben der Arme eines Pianisten? / Hotlist online
Bestellen können Sie die Mütze (von der grad #2 erschien) hier.
V0r 250 Jahren ist etwas gründlich schief gegangen. Klopstock war der falsche Prophet (oder statt seiner Oden hätten sie den Messias lesen sollen). Heute liest man beides nicht mehr, aber die verhängnisvolle Wirkung besteht fort. Mit fachkundiger Leitung kann man vielleicht den Irrweg der deutschen Poesie korrigieren, entnehme ich einem Zeitungsbericht:
Die deutschen Stürmer und Dränger des 18. Jahrhunderts schrieben Gedichte wie im Rausch. Der Idee vom Ausdruck des ungebändigten Selbst lag jedoch ein liebenswürdiger Irrtum zugrunde: Klopstock, Goethe und Konsorten, die einen beispiellosen Kult der Authentizität veranstalteten, vertaten sich im Studium der ältesten Verskunst.
Schon in der Renaissance beriefen sich Lyriker, die auf die strenge Bindung der Verse durch Rhythmus und Reim verzichteten, auf das Vorbild der Antike. Sie konnten in den Gesängen Pindars, aber auch in den Psalmen der Bibel kein Metrum und keinen Gleichklang der Endsilben entdecken. Erst durch dieses Verhängnis, so der Stuttgarter Literaturwissenschafter Heinz Schlaffer, kamen die dichtenden Feuerköpfe auf die Idee, man könne zügellos drauflosdichten. Dass einer Oden-Strophe des Pindar ein kompliziertes Wechselspiel aus Hebungen und Senkungen zugrunde liegt, war den neuen Hohepriestern des Genie-Kults schlichtweg entgangen.
Schlaffers neuer, formidabler Lang-Essay Geistersprache – Zweck und Mittel der Lyrik (verlegt bei Hanser in München) wird von nun an diejenigen begleiten, die sich, entgegen allen zeitgeistigen Usancen, mit der Lektüre so „unnützer“ Sprachgebilde wie Gedichten herumplagen. In ältester Vorzeit waren die Vorläufer unserer heutigen Gedichte sprachmagische Werkzeuge. Ihrer bediente man sich einzelweise oder im Chor, um sich Götter und Gegenstände gefügig zu machen. Gedichte waren Gesang, und zu diesen beiden gesellte sich der Tanz. Erst durch das Nachstellen ritueller Schrittfolgen wird die Entstehung der „Versfüße“, der Hebungen und Senkungen im Versfluss, plausibel und deutlich.
Schlaffers Beharren auf die ehemals kultische oder liturgische Funktion der Poesie ist wohltuend. Zugleich streicht er das Dilemma aller heutigen dichterischen Bestrebungen genüsslich hervor. Wer das Handwerk der Verskunst aus dem Zusammenhang der kultischen Sinngebung herausreißt, wird mit dem Geschenk der Freiheit belohnt. Der heutige Poet büßt aber auch die Funktionslosigkeit seines Tuns. / Ronald Pohl, Der Standard
Für Bernhard Giebel ist Kunst ein Lebensgefühl. Er liebt „das Spiel mit den Gegensätzen, Formen und Farben.“ „Ich möchte die Lyrik mit der Geometrie vermählen“, sagt er im Gespräch. Gemeint sind die Informelle und die Konkrete Kunst. Beide sollen „mit Lust“ nebeneinander bestehen. Wichtig ist ihm nicht das Neue, nein, das Gute. Er sieht zu, „dass neue Musik ins Haus kommt und sagt: Der Klang ist schön“, zitiert ihn Sabine Graf. / Saarbrücker Zeitung
„Für den einen ist es der Ort seiner familiären Wurzeln, für den anderen der Platz, an dem er Geld verdient“, so Lazay gegenüber der AZ.
Diesen nebulösen Schleier wolle man nun durch Poesie lüften. Daher hat der Heimatbund die Schirmherrschaft für den durch Eckhard Erxleben initiierten Silberberg-Literaturpreis übernommen, der den Heimatgedanken in Gedichtform thematisiert. / Altmark-Zeitung
Der belgische Schriftsteller und Psychoanalytiker Henry Bauchau starb in der Nacht zum Freitag im Alter von 99 Jahren. Er wurde 1913 in Malines (Belgien) geboren. Im zweiten Weltkrieg war er im Widerstand in den Ardennen. Seit 1946 lebte er in Paris (zwischendurch längere Zeit in der Schweiz). 1950 erschien sein erster Gedichtband „Géologie“. Sein Theaterstück „Gengis Khan“ wurde von Ariane Mnouchkine inszeniert. 1990 wurde er Mitglied der Académie royale de littérature de la Communauté française de Belgique. Seine Bücher sind in viele Sprachen übersetzt.
Zuletzt erschienen: „Poésie complète“ (2009), „Les années difficiles, journal 1972-1983“ (2009), „Déluge, roman“ (2010), „Dialogue avec les montagnes, journal du Régiment noir, 1968-1971“ (mars 2011), „Tentatives de louange“ (novembre, 2011), „L’Enfant rieur“ (novembre, 2011), „Temps du rêve“ (mars 2012). / Le Nouvel Obs
Sein Roman Licht gegen Schatten [Le Boulevard périphérique, 2008, Prix du livre Inter] erschien bei Matthes & Seitz.
Während des gut halbstündigen Gesprächs erzählt Bender, wie er 1968 mit Friederike Mayröcker und Ernst Jandl im Kölner Café Reichert sitzt und durchs Fenster Paul Celan vorbeihetzen sieht, der ihm im Brief vom 18. Mai 1960 schreibt: Nur wahre Hände schreiben wahre Gedichte. Ich sehe keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Händedruck und Gedicht. Benders Arbeit als Akzente-Herausgeber kommt zur Sprache. 1965 bringt er, beispielsweise, erstmals Gedichte von Friederike Mayröcker… / Theo Breuer schreibt über Hans Bender, KuNo
Im Jahr 1822 gab der Autor Clement C. Moore das Gedicht „A Visit from St. Nicholas“ heraus, das als traditionelles Weihnachtsgedicht gilt. Doch nun wurde das Werk geändert, denn der Weihnachtsmann darf nicht mehr rauchen.
Auf dem Buchcover des kanadischen Verlages heißt es nun: „Bearbeitet von Santa Claus zum Nutzen der Kinder des 21. Jahrhunderts“. Erich Kästners deutsche Übersetzung der fraglichen Zeilen lautete: „Im Munde, da qualmte ein Pfeifenkopf, und der Rauch, der umwand wie ein Kranz seinen Schopf“, die Zeilen fehlen nun. / ShortNews
Es ist nicht der erste zensierende oder glättende Eingriff. So wird oftmals das Wort „breast“ durch „crest“ (Krone, Scheitel): „The moon on the breast crest of the new-fallen snow“.
Hier die Originalversion Moores.
Hier der Text des Erstdrucks von 1823.
Hier zum Streit um die Urheberschaft. – Deutsche Version fehlt übrigens. Dabei gehts uns an:
The poem, which has been called „arguably the best-known verses ever written by an American“,[1] is largely responsible for the conception of Santa Claus from the mid-nineteenth century to today, including his physical appearance, the night of his visit, his mode of transportation, the number and names of his reindeer, as well as the tradition that he brings toys to children.
Was der Ajatollah Chomeini sagte:
Ich informiere das stolze muslimische Volk der Welt, dass der Autor des Buches »Die satanischen Verse«, welches sich gegen den Islam, den Propheten und den Koran richtet, sowie alle, die zu seiner Publikation beigetragen haben, zum Tode verurteilt sind. Ich bitte alle Muslime, die Betroffenen hinzurichten…
Rushdie: Ich bin ungeheuer stolz auf dieses Buch. Der Erfolg von Midnight’s Children und Shame hatte mir das Vertrauen gegeben, neues Terrain zu erobern, ich finde, das ist gelungen.
ZEIT: Andere finden, es sei eine respektlose Ironisierung religiöser Themen. Andererseits: War Religion damals nicht – altmodisch?
Rushdie: Genau so war es. Es war eine andere Welt. Der Libanon war eine offene säkulare Gesellschaft. Beirut nannte man das Paris des Ostens. Teheran und Bagdad waren kosmopolitische Städte. Religiösen Fanatismus kannte man nicht.
ZEIT: Eine Meinung, die sich als naiv erwies.
Rushdie: Als Fehler (lacht). Tatsächlich dachte die Generation der sechziger Jahre, Religion sei vorbei. Also, warum hätte man nicht respektlos sein dürfen? Als ich dieses Buch schrieb, hatte ich wirklich keine Vorstellung davon, dass ich meine Sicherheit riskierte. Ich zeigte das Manuskript einigen Freunden, unter ihnen Edward Said…
ZEIT: …dem Autor des Buches Orientalismus!
Rushdie: Er sagte: Stell dich auf Krach ein.
ZEIT: Taten Sie das?
Rushdie: Natürlich. Ich finde, dass ist genau das, was Bücher tun sollten – eine Debatte lostreten. Das ist so gut an Büchern, dass sie Gesellschaften oder Kulturen zwingen können, sich auf eine Unterhaltung einzulassen, die diese gerne vermeiden würden. Man streitet, und vielleicht hat jeder etwas gelernt. (…)
Es war der Beginn von etwas. Wir leben in einer Gesellschaft, deren Plage die Rückkehr der Religionen ist. Nicht nur des Islams. In Amerika sehen Sie die Erstarkung der christlichen Rechten, in Indien eine Erhebung des rechten Hinduismus. Pakistan ist heute ein dunkler Ort.
Johannes Jansen
WAS...................... ...soll.................. ......kunst.............. .........ZUR ZEIT........ ............soll......... ...............kunst..... ..................SCHADEN
Aus: Was soll Kunst. Umfrage in der Untergrundzeitschrift SCHADEN 13/ Dezember 1986. Wiederabgedruckt in der Anthologie „Vogel oder Käfig sein. Kunst und Literatur aus unabhängigen Zeitschriften in der DDR 1979-1989“. Hg. Klaus Michael und Thomas Wohlfahrt. Berlin: Galrev 1992, S. 394. (Weitere Beiträge u.a. von Gino Hahnemann, Egmont Hesse, Uwe Kolbe, Andreas Koziol, Raja Lubinetzki, Gerd Harry Lybke, Gert Neumann, Lutz Rathenow, Rainer Schedlinski und Christoph Tannert).
Und Zeit ist Zeit. Es ist Zeit, daß es Zeit wird. Es ist Zeit.
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