58. Burgschreiber

Beeskow (MOZ) Der diesjährige Burgschreiber ist ein Lyriker, ein Meister des Wortspiels. Rainer Stolz (47) ist an dem traditionsreichen Datum 11. Juni offiziell in sein Amt eingeführt worden. Seine Vorgängerin Inka Bach, die derzeit in Baden-Baden tätig ist, hielt die Laudatio. (…)

Sylvana Kaiser von der Kreisverwaltung würdigte, dass mit der Wahl von Rainer Stolz ein „Volltreffer“ gelungen sei. Als Lyriker sei er ein „überaus experimentierfreudiger Zeitgenosse“, was er im Laufe des Abends dann auch bewies.

Seine Vorgängerin Inka Bach lobte das Fördersystem, das auch einen „Lyriker der leisen Töne“ eine Chance gebe, ein solches Stipendium zu erhalten, das vom Landkreis Oder-Spree und der Stadt Beeskow seit Jahren zur Verfügung gestellt wird. Denn wenn schon das literarische Schreiben fast eine brotlose Kunst sei, dann das von Gedichten erst recht. Sie bemühte das Bild von Carl Spitzweg „Der arme Poet“, der das ökonomische Desaster des Dichters zeigt, gleichzeitig aber den Künstler davor warnt, sich von der Außenwelt abzuschotten. Die Laudatorin wünschte dem Neuen, dass ihm diese Balance zwischen nötigem Rückzug und Teilhabe am Leben gelingt. Aber bei Rainer Stolz, der mit seinen Wortspielen voll aus dem Alltag schöpft, scheine „alles poesietauglich zu sein“. Er produziere eine Lyrik, die Freude bereitet, die ein Gegenüber und einen Dialog suche, würdigte Inka Bach. / Märkische Oderzeitung

57. Wozu Poesie

„Hör gut zu. Die Wahrheit ist zu leise, der Verstand kann ihr nicht antworten“, heißt es bei Teresa Colom aus Andorra. Sie steht dabei auf einem Pfad in den Pyrenäen. Ein ganz anderer Ton herrscht bei Arian Leke aus Albanien zwischen Wort und Hintergrund. „Poesie ist nicht ernsthaft gesundheitsschädigend …“ Dahinter sieht man die monströse Pyramide von Tirana, dem ehemaligen Enver-Hodscha-Museum. / Tobias Lehmkuhl, Andreas Schäfer, Tagesspiegel

56. Ernst-Jandl -Lyriktage

Vom 14. bis 16. Juni steht die steirische Marktgemeinde Neuberg an der Mürz wieder ganz im Zeichen deutschsprachiger Lyrik. Bereits zum siebten Mal finden hier die Ernst-Jandl -Lyriktage statt, in deren Rahmen auch der mit 15.000 Euro dotierte Ernst-Jandl-Preis für Lyrik 2013 vergeben wird.

Diesjährige Gewinnerin des Ernst-Jandl-Preises für Lyrik ist die deutsche Autorin Elke Erb. „Bei Elke Erb ist die Sinnlichkeit der Wörter auch die Sinnlichkeit eines lyrischen Ichs, das sich in der Welt herumtreibt, um sich in sich selbst zu finden“, heißt es in der Begründung der Jury. Zugleich ist Elke Erb die erste Frau, die diesen Preis erhält.

(…)

Das vollständige Programm ist abrufbar unter
http://www.bmukk.gv.at/kunst/jandlpreis2013/programm/index.xml

/ ots.at

Jurymitglieder waren 2007 Friederike Mayröcker, Jörg Drews, Alfred Kolleritsch, Klaus Reichert und Felix Philipp Ingold. 2011 und 2013 setzte sich die Jury aus Paul Jandl, Alfred Kolleritsch, Friederike Mayröcker, Thomas Poiss und Klaus Reichert zusammen.

Preisträger

  • 2001 Thomas Kling
  • 2003 Felix Philipp Ingold
  • 2005 Michael Donhauser
  • 2007 Paul Wühr
  • 2009 Ferdinand Schmatz
  • 2011 Peter Waterhouse
  • 2013 Elke Erb

Mehr

55. Parlandos

Zwei Sätze aus einem Text von Jo Weiss auf KuNo über A.J.Weigoni unter einem Motto von Elke Erb:

Den schätzungsweise 50.000 ernsthaft um eigene Lyrik bemühten Autoren stehen circa 500 Leser gegenüber, die einen Lyrikband käuflich auch tatsächlich erwerben, und zwar auch nur den besten eines betreffenden Jahrgangs.

(…)

Der Kollege Hagedorn und ich sind uns einig, den Hörbuchpionieren Täger und Weigoni kommt das Verdienst zu, die Lyrik nach 400 Jahren babylonischer Gefangenschaft aus dem Buch befreit zu haben.

Parlandos, Edition Das Labor, Bad Mülheim 2013

Probehören kann man ab Januar 2013 das Monodram Señora Nada in der Reihe MetaPhon. Und auch die Hörspielfassung von Unbehaust ist in der Reihe MetaPhon auf vordenker.de zu hören.

»Gedichte«, Hörbuch von A.J. Weigoni, Edition Das Labor, Mülheim 2011 – Eine Hörprobe findet sich seit Juli 2011 hier.

»Letternmusik«, Edition Das Labor, Mülheim 2009 – Der Remix ist hier als mp3 zu hören. – Das Original kann zum Vergleich hier gegenhören.

Eine limitierte Auflage des Hörbuchs Prægnarien von 50 Exemplaren ist versehen mit einer Originalgraphik von Haimo Hieronymus. Edition Das Labor, Mühlheim an der Ruhr 2013 – Bestellung des Hörbuchs über: info@tonstudio-an-der-ruhr.de

Bilder der Prægnarien-Performance von Philipp Bracht und A.J. Weigoni sind hier zu sehen. Probehören kann man auf MetaPhon. Ein Video von Frank Michaelis und A.J. Weigoni hier. Bewegte Bilder unter und eben: HIER.

Die Aufnahmen sind in HiFi-Stereo-Qualität erhältlich über:info@tonstudio-an-der-ruhr.de

54. American Life in Poetry: Column 423

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

If you had to divide your favorite things between yourself and somebody else, what would you keep? Patricia Clark, a Michigan poet, has it figured out.

Fifty-Fifty

You can have the grackle whistling blackly
…….. from the feeder as it tosses seed,

if I can have the red-tailed hawk perched
…….. imperious as an eagle on the high branch.

You can have the brown shed, the field mice
…….. hiding under the mower, the wasp’s nest on the door,

if I can have the house of the dead oak,
…….. its hollowed center and feather-lined cave.

You can have the deck at midnight, the possum
…….. vacuuming the yard in its white prowl,

if I can have the yard of wild dreaming, pesky
…….. raccoons, and the roaming, occasional bear.

You can have the whole house, window to window,
…….. roof to soffits to hardwood floors,

if I can have the screened porch at dawn,
…….. the Milky Way, any comets in our yard.

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2004 by Patricia Clark, whose forthcoming book of poetry is Sunday Rising, Michigan State University Press, 2013. Poem reprinted from She Walks into the Sea, Michigan State University Press, 2009, by permission of Patricia Clark and the publisher. Introduction copyright © 2013 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

53. Ohne Betriebskeule

Aus einem Gespräch der Tageszeitung junge Welt:

Was wären denn Ihre persönlichen Maßstäbe für gelungene Lyrik?

Tristan Marquardt: Ich mag komplizierte und verspielte Gedichte, die mich auf eine lustvolle Weise überfordern. Nicht, weil ich anspruchsvolle und abgefahrene Dinge an sich für etwas besonders Erstrebenswertes halte, sondern weil ich glaube, daß wir permanent mit Erfahrungen konfrontiert sind, die sich mit den bereitgehaltenen Kategorien nicht fassen lassen. Wenn es so etwas wie Verstehen gibt, dann nur innerhalb von vorgeschriebenen Strukturen. Da kann man sich einfügen oder nicht. Der politische Impetus wäre also, das Vorgegebene im Gedicht auf eine neue, andere Weise zu verdichten, die etwas in einem anspricht, ohne daß man das immer schon verstehen muß oder kann.

Wie hat sich Ihr eigenes Schreiben durch die Gruppe verändert?

Ilja Winther: Niemand kam als gemachter Autor zu G13, wir haben uns seitdem alle individuell stark entwickelt. Ich bin durch G13 ernsthaft zur Lyrik gekommen, habe vorher mehr Prosa geschrieben. Die Gruppe hat mir Mut gemacht, andere Dinge auszuprobieren. Sie ist ein Schutzraum, in dem man experimentieren kann, ohne gleich die Betriebskeule auf den Kopf zu bekommen.

52. Alltagslyrik

Wer sich für real existierende Lyrik von Politikern und anderen Laien interessiert, wird hier (Albverein), hier (Kirchgemeinde), hier (Hochwasser) und hier (Baumwunder) fündig.

51. Gestorben

Der tschechische Lyriker, Essayist und Literaturhistoriker Zdenek Rotrekl, den das kommunistische Regime von 1948 – 1989 zum Schweigen verdammte, starb am Sonntag im Alter von 92 Jahren. Nach dem kommunistischen Putsch von 1948 wurde er in einem manipulierten Prozeß zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde später in lebenslange Haft verwandelt, 13 Jahre verbrachte er im Gefängnis und im Uranbergbau. In den 70er und 80er Jahren engagierte der mit Publikationsverbot belegte Dichter im Widerstand. 1995 wurde er von Václav Havel mit dem Tomas-Masaryk-Orden geehrt. / tv5.org

50. Preis für Klaus Reichert

Der Anglist Klaus Reichert erhält den Wilhelm-Merton-Preis für europäische Übersetzungen. Der langjährige Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, 75 Jahre alt, bekommt die mit 25000 Euro dotierte Auszeichnung am 30.November überreicht, teilte die Stadt Frankfurt am Main mit. Reichert hat unter anderem die deutschen Werkausgaben von James Joyce und Virginia Woolf betreut und Shakespeares Sonette in Prosa übersetzt. Die Gontard & MetallBank Stiftung, die den Preis alle drei Jahre vergibt, würdigte Reichert als ‚universal gebildeten Intellektuellen, dessen Sprachreichtum eine ungemein differenzierte und sensible Auseinandersetzung mit den von ihm übersetzten Texten ermöglicht‘. / Süddeutsche Zeitung 5.6.

49. Gedrosselt

Verlage drosseln Taschenbuch-Produktion radikal

Ein Drittel weniger Neuerscheinungen

Die bereits im bisherigen Jahresverlauf im buchreport-Taschenbuch-Barometer beobachtete Tendenz zur Programm-Verschlankung verfestigt sich. Ein so niedriger Novitätenpegel wie in diesem Juni wurde jedenfalls in den vergangenen 20 Jahren nicht gemessen.

(…)

Wie scharf in jüngster Zeit selektiert wird, zeigt sich besonders in der ansonsten stabilen Gruppe der großen Taschenbuch-Programme aus den Konzernen Random House, Holtzbrinck und Bonnier sowie der „unabhängigen“ Verlage Bastei Lübbe, dtv und Suhrkamp/Insel: Mit der aktuellen Auslieferung haben diese großen Verlage 23% weniger Neuerscheinungen auf den Weg gebracht als im Juni 2012.

Mehr 

48. Einmalig

Das Konzept, Lyrik mit den Eindrücken der Umgebung, der untergehenden Sonne und dem aufziehenden Sternenhimmel zu vermengen, ist laut Veranstalter deutschlandweit einmalig. Auf dem Programm stehen Werke von Friedrich von Schiller, Johann Wolfgang von Goethe, Hermann Hesse, Joseph von Eichendorff und Ludwig Fulda. Die Veranstaltungen richteten sich an Jugendliche, Erwachsene und Familien und enden am 18. August.

(…) Herget will bei jeder Wetterlage rezitieren. Der Eintritt ist frei. Bestuhlung und Bewirtung gibt es nicht, die Literatur-Freunde müssen sich selbst versorgen. (dpa/lhe) / FR

47. Preis für Kathrin Schmidt

Die in Berlin lebende Lyrikerin und Prosa-Autorin Kathrin Schmidt wird mit dem Thüringer Literaturpreis 2013 ausgezeichnet.

Sie erhalte die Ehrung für ihr mehr als 30-jähriges literarisches Schaffen, teilte das Thüringer Kulturministerium in Erfurt mit. Schmidt sei eine der wichtigsten und originellsten literarischen Stimmen ihrer Generation, erklärte Kulturminister Christoph Matschie (SPD).

„Mit ihrer Fantasie, ihrer Freude an Wortspielen und einer kraftvollen sinnlichen Sprache hat sie ihrer Literatur einen hohen künstlerischen Wert verliehen.“ Der mit 12.000 Euro dotierte Thüringer Literaturpreis wird alle zwei Jahre vergeben. / RBB

Kathrin Schmidt. Blinde Bienen heißt der Band von 2010. Ich würde niemals behaupten zu verstehen, was Kathrin Schmidt schreibt, aber ich liebe es. Bei diesen Gedichten setzt das Verstehensbedürfnis auch aus bei mir. Es ist fast so, als wenn es bei der Lektüre viel mehr auf mich und meine Gedanken dazu ankäme, als auf das, was da steht; DAS aber kann nicht unwichtig sein, denn es setzt das Ganze erst in Gang. / Martin Piekar, schmerzwach

46. Alle Dichter

Man kann nicht behaupten, dass die Autorin, die seit 1991 in Deutschland lebt, ihre Zuhörer und Leser nicht vorgewarnt hätte. Sie zitierte gleich zu Beginn das Motto ihres Buch: „Sie haben wahrscheinlich bemerkt, dass alle Dichter etwas seltsam sind, sie sind ein bisschen wie nicht ganz bei Sinnen, sogar die schlechten Dichter.“ / Sabine Scheltwort, Rhein-Neckar-Zeitung

Olga Martynova: „Mörikes Schlüsselbein“. Roman
Droschl Verlag, Graz/Wien 2013
ISBN 9783854208419
Gebunden, 320 Seiten, 22,00 EUR

45. Open Mike

Am 10. Juli 2013 ist Einsendeschluss für den 21. open mike – Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Prosa und Lyrik. Der open mike wird ausgeschrieben von der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation und mit insgesamt 7.500 EUR dotiert.

Teilnehmen können deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die nicht älter als 35 Jahre sind und noch keine eigene Buchpublikation vorzuweisen haben. Berücksichtigung finden kurze Prosa, ein in sich geschlossener Auszug aus einem längeren Text ODER Lyrik.
Lektoren aus renommierten Verlagen wählen die Teilnehmer aus, die am 9. und 10. November 2013 zum öffentlichen Finale nach Berlin eingeladen werden. Die Autoren-Jury vergibt einen Preis für Lyrik und zwei Preise für Prosa.

Kurzbeschreibung der Teilnahmebedingungen:
Der Umfang der eingereichten Texte muss in etwa einer 15-minütigen Lesezeit entsprechen. Formatvorgabe: A 4-Format, einseitig bedruckt, Schriftgröße 12, Zeilenabstand 1,5. Die Manuskripte müssen in zweifacher Ausfertigung als lose Blätter (ohne Heftung) eingesandt werden. Auf den Manuskriptseiten darf weder der Name des Absenders noch ein Zahlencode, Kennwort  o. ä. erscheinen. Eine kurze Biographie mit Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse ist beizulegen. Eine Rücksendung der Manuskripte kann leider nicht erfolgen.

Genaue Teilnahmebedingungen für den 21. open mike im Internet unter www.literaturwerkstatt.org

Einsendeschluss der Texte: 10. Juli 2013 (Datum des Poststempels)

Einsendungen unter dem Kennwort „open mike“ an:
Literaturwerkstatt Berlin
Knaackstraße 97 (Kulturbrauerei)
10435 Berlin

44. Eis in die Hose

Fernsehen und Lyrik passen doch zusammen. Google bringt uns

Eis in die Hose
Derwesten.de
Unheimlich lustig muss das für Gerard Butler gewesen sein, mit Eiswürfeln in der Hose Gedichte zu rezitieren – bei der Mallorca-Ausgabe von „Wetten, dass..?“Foto: dpa. Essen. Vor der Sommerausgabe von „Wetten, dass…?“ regnete es Promi-Absagen für