An: Scheich und Kulturminister der Vereinigten Arabischen Emirate, ihre Hoheit Nahyan bin Mubarak Al Nahyan
Petition von Holger Bergmann Thorsten Ahrend, Berlin, Deutschland
Aus der Schatzkiste von Open Culture:
I’ve only known a few people of Welsh heritage, and most of them have, at one time or another, looked for a way to pay tribute to their comparatively exotic ancestral homeland. Some start going by their unusual vowel-intensive middle name; others simply start reading a lot of Dylan Thomas.
Hear Patti Smith Read 12 Poems From Seventh Heaven, Her First Collection (1972)
So it’s National Poetry Month, and the Academy of American Poets recommends 30 Ways to Celebrate, including some old standbys like memorizing a poem, reading a poem a day, and attending a reading. All sensible, if somewhat staid, suggestions (I myself have been re-reading all of Wallace Stevens’ work—make of that what you will).
Als Lyriker hat Hugo Ernst Käufer nie viele Worte gemacht. Er schrieb Aphorismen, Gedankensplitter, komprimierte Einsichten und gründete 1967 in Gelsenkirchen die Literarische Werkstatt.
„Über den Tod zu schweigen heißt, das Leben zu beleidigen“, schrieb Hugo Ernst Käufer einmal in einer seiner lakonischen, und doch so sinnfälligen Sentenzen. Nun ist sein langes Leben zu Ende gegangen. Am 9. Mai ist der Bochumer Autor und Publizist an seinem Altersruhesitz in Legden gestorben. Er wurde 87 Jahre alt. / WAZ.de
The poetry of Charles Bukowski deeply inspires many of its readers. Sometimes it just inspires them to lead the dissolute lifestyle they think they see glorified in it, but other times it leads them to create something compelling of their own. The quality and variety of the Bukowski-inspired animation now available on the internet, for instance, has certainly surprised me. At the top of the post, we have Jonathan Hodgson’s adaptation of “The Man with the Beautiful Eyes,” which puts vivid, colorful imagery to Bukowski’s late poem that draws from his childhood memories of a mysterious, untamed young man in a run-down house whose very existence reminded him “that nobody wanted anybody to be strong and beautiful like that, that others would never allow it.” Here you can watch Monika Umba’s even more unconventional animation of “Bluebird“.
At the bottom of the post, you’ll find Bradley Bell’s interpretation of “The Laughing Heart,” a poem that advises its readers not to let their lives “be clubbed into dank submission,” to “be on the watch,” for “there are ways out.” “You can’t beat death,” Bukowski writes, “but you can beat death in life, sometimes.” In Bell’s short, these words come from the mouth of the also famously dissolution-chronicling singer-songwriter Tom Waits, certainly Bukowski’s most suitable living reader (and one who, all told, comes second only to the man himself). Only fitting that one inspiring creator delivers the work of another — in the sort of labor of enthusiasm that, too, will inspire its audience to create. You can find readings of Bukowski poems in the poetry section of our collection of Free Audio Books.
Der einleitende Essay von Michael Lentz über die Poetik von Jesse Thoor ist einer der besten und intensivsten Texte, die in den letzten Jahren über Lyrik geschrieben wurden. Er korrigiert das Etikett „Vagantendichtung“, das dem Frühwerk Thoors bisweilen verpasst wurde, analysiert die Handhabung der Sonettform sowie das „Crossover sprachlicher Stilniveaus“ und beschreibt Metaphorik und Motive dieses poetischen Solisten. Und trifft in Zeiten, in denen die Medien und bald auch die Leser nicht mehr wissen, wozu man Gedichte, die Königsdisziplin der Literatur, eigentlich braucht, eine grundsätzliche Feststellung: „Es gibt Gedichte, die einen ganzen Roman ersetzen können. Ihre Kürze hält dem Roman seine Länge vor. Jesse Thoor hat eine Vielzahl solcher Gedichte geschrieben.“
(…) Die handwerkliche Basis auch der Dichtung, die verzweifelte Einsamkeit der letzten Lebensjahre, die Hinwendung zu einer ekstatischen Religiosität – all das hat Jesse Thoor in große Dichtung transformiert. Und dabei in „Lieder und Rufe 1949–1952“ zu kürzeren und freieren Gedichtformen gefunden, ohne je dem Reim abzusagen, der ihm wie selbstverständlich gelungen ist. „Ich, der Dichter Jesse Thoor – dem Zünglein, Zeh und Ohr/ und die Seele fror“, so lautet die erste Strophe der „Rufe zur Nacht“ die mit einem poetischen Kuss enden, von dem man nicht weiß, ob es ein Liebes- oder ein Todeskuss ist. / Cornelius Hell, Die Presse 10.5.
Jesse Thoor
Das Werk
Hrsg. und mit einem Essay von Michael Lentz. 468 S., geb., €24,70 (Wallstein
Verlag, Göttingen)
treppauf, treppab – mit seinem Geländer hängt das Haus an deiner Hand
Hansjürgen Bulkowski
Der deutsche Schriftsteller Jörg Albrecht ist in Abu Dhabi für drei Tage inhaftiert worden. Er war dort offizieller Gast der Abu Dhabi International Book Fair. Inzwischen sei er gegen Zahlung einer Kaution wieder entlassen worden, berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Nach anderen Quellen sei noch offen, ob er wieder in Haft müsse oder eine Geldstrafe zahlen müsse. Derzeit dürfe er das Land nicht verlassen.
Die Behörden verdächtigten ihn der Spionage. Er habe mit seinem iPad in einer Straße fotografiert, in der sich auch Botschaften befänden. Daraufhin sei er von einer Abteilung des Geheimdienstes festgesetzt worden. Er sei einem Staatsanwalt in Fußfesseln und ohne Rechtsbeistand vorgeführt worden.
In einem Kommentar auf der Seite nachtkritik.de meldete sich Jörg Albrecht zu Wort: „Zum Glück ist mein Schweizer Kollege Jonas Lüscher noch hier, um mich zu stützen. Ich schlafe dennoch vor Angst kaum, da hier seit einer Woche keine neuen Informationen zu bekommen sind.“
/ Die Zeit
Rietberg. Als der Zöllner am ukrainischen Flughafen die drei in einer Plastiktüte mitgeführten Gedichtbände – es war weit vor der Ukraine-Krise dieser Tage – akribisch kontrollierte, spürte der junge deutsche Dichter [Jan Wagner], dass er eine „hochbrisante, umstürzlerische Ware“ mit sich führte. Womöglich kann eine solche Erfahrung gar einen klitzekleinen Lyrikpreis ersetzen. / Rolf Birkholz, Neue Westfälische
His new collection, I Knew the Bride, returns to family memories and painful love affairs. (He and his wife take a bohemian attitude to fidelity.) The same titles, lines and places crop up from his previous work. Williams has been accused by the critic Robert Potts of being a “one-club golfer”: writing the same poem again and again. He counters that his poems are attempts to encapsulate common experiences: “Love is a universal theme. You’re already halfway there. The rest is just fiddling with the language.”
(…)
Other dialysis poems tackle the physical process of having his blood cleaned. One poem opens, “Needles have the sudden beauty / of a first line” – an exquisite analogy between the procedure and the painful release of creativity. Another plays darkly on his own improvised freelance existence: “The beauty of dialysis / is that it saves you the trouble / of planning too far ahead”. Williams is not one for self-pity. “I’m very cold-blooded about the business of writing poetry,” he says, adding quickly, “I’m cold-blooded in the execution but not in the feeling.” / The Telegraph
Ich bin einer dieser merkwürdigen Menschen, die nebenberuflich Gedichte besprechen, über die sich Björn Kuhligk in seinem Beitrag zu „Manifeste für eine Literatur der Zukunft“ wundert.
Dabei weiß ich so wenig wie er, was ein Gedicht ist.
Merkwürdigerweise halte ich genau dieses Nichtwissen für eine Grundbedingung, um über Gedichte zu schreiben.
Ich schreibe, um etwas herauszufinden, nicht um ein Wissen oder irgendwelche Wertmaßstäbe abzugleichen an Lyrikbänden oder Romanen. Außer vielleicht diese Haltung, also die Frage, ob derjenige der schreibt, aus eben diesem Grund schreibt. Denn das ist ganz sicher eines meiner größten und am tiefsten verankerten Vorurteile, dass sich Literatur nur lohnt, wenn sie aus einer Neugier heraus entsteht, aus dem Wunsch, etwas herauszufinden, zu verstehen. / Mützenfalterin
Die Mützenfalterin faltet den Zweifel zusammen. Sie faltet Mützen aus Papier. Was ist Papier anderes als Zweifel. Wir setzen kein Fragezeichen hinter die Sätze. Wir hüten uns vor Fragen. Wir geben an die Wahrheit zu kennen. Die Wahrheit ist, dass wir sie die Mützenfalterin nennen. Welchen Namen sie wirklich trägt weiß niemand. / Elke Engelhardt, Fixpoetry
War Reinhard Priessnitz, der Vater, in seinem Werk auf Erweiterung der poetischen Möglichkeiten aus, auf Erkenntnisgewinn und Eroberung von Wirklichkeit, wie Hermann Broch das formuliert hätte, so sehen wir bei Konrad Prissnitz die Instrumente des Vaters zum Spielzeug befreit oder verkommen, ganz wie man will. Es ist eine große Selbstverständlichkeit um das dichterische Treiben des Konrad Prissnitz.
Hier versteht es einer, oder hat es geradezu darauf angelegt, Schwierigkeiten zu meistern und es dabei so aussehen zu lassen, als wär‘ s ein Klacks. Sofort fällt die handwerkliche Seite, das Beherrschen des Metiers beim Lesen dieser Gedichte auf. Dass Prissnitz sich aufs Sonett versteift, mag einer Reverenz an den Vater, dem Versuch der Selbstdisziplinierung oder einfach dem Spieltrieb geschuldet sein: Spaß macht das Nachvollziehen seiner Pirouetten und Lazzi allemal. (…)
Er ist ein so wienerischer Dichter (da wird er sich freuen!), ein Dichter der Stadt, ein urbaner Dichter, ein John Ashbery der Innenstadt.
/ Peter Rosei, Der Standard 26.4.
Konrad Prissnitz, „wellness. sonette“. € 14,- / 80 Seiten. Sonderzahl-Verlag, Wien 201
Tübingen – Frau Rinck, wie überlebt man als Lyrikerin in Deutschland?
Schlecht. Man braucht leider einen Nebenjob, das hindert einen natürlich am Dichten. Und man muss reisen oder Stipendien oder Preise bekommen.
– Zum Beispiel eine Stadtschreiberschaft wie in Tübingen?
Ja. Das ist eine Möglichkeit zum Durchatmen, um nicht ständig an alle möglichen anderen Dinge zu denken. Man kann sich einem einzigen Gegenstand über mehrere Tage hinweg widmen. Dazu wird es natürlich Lesungen geben, und ich muss auch wieder reisen.
– Warum schreiben Sie, wenn es so schwer ist?
Weil ich mir ein Leben ohne Schreiben nicht vorstellen könnte. Dann wäre ja alles sinnlos.
– Wie sehen Sie die Zukunft der Lyrik?
Hier gönne ich mir den Luxus, ahnungslos zu sein.
Matthias Kleig (22) hat schon mehr als tausend Gedichte geschrieben. Mit inbrünstiger Stimme trägt er eines davon, ein Liebesgedicht, beim Wochenendseminar des Literaturkreises der Deutschen aus Russland im St.-Hedwigs-Haus vor… / Lippische Landes-Zeitung
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