I like the looks of trellises and arbors and those miniature barns that keep your bushel baskets of tools dry. Here’s a poem by Frank Osen, who lives in Pasadena, about a garden shelter that’s returning to the earth.
The Lath House
Gedichte sollen undurchsichtig sein, sollen eine verdichtete, hermetische Qualität haben. Wulf Kirsten pfeift auf gedichtete Gedichte. Sein Gedicht ist durchsichtig bis zur Offensichtlichkeit. Die Namen, einzig sie mit großen Buchstaben geschrieben: Brod, Kafka, Goethe, Gretchen, Kafka, Erfurter, diese Namen lassen auf den ersten Blick durchscheinen, worum es hier geht: um eine kulturgeschichtliche Episode in Weimar, ungenannt bleibend, aber ersichtlich der Ort des Geschehens.
Tatsächlich kam Kafka als Pilger, seinen Freund Max Brod im Gepäck, 1912 hierher, mietete sich in der Geleitstraße günstig ein, besuchte das Haus am Frauenplan und verliebte sich Hals über Kopf in ein Mädchen, die Tochter des Hausmeisters vom Goethehaus, ein Mädchen, das, um das unglückliche Ende gleich anzudeuten, auf den Namen Gretchen hörte. / Hellmut Seemann über das Gedicht „durchsichtig“ von Wulf Kirsten, Thüringer Allgemeine
Die Lyrik von Zwetelina Damjanova gehört zum Überzeugendsten, was heute in Österreich an Gedichten geschrieben wird – vor allem in dieser Generation.
Zwetelina Damjanova, 1979 in Sofia (Bulgarien) geboren, lebt seit 1987 in Wien, hat hier Romanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft studiert, arbeitet als Autorin, Übersetzerin und bildende Künstlerin. Sie ist dreisprachig, ihre Eltern sind gebürtige Bulgaren, ihre Mutter spricht fließend Spanisch, weil sie von klein auf in Kuba gelebt hat.
Ursprünglich hatte die Dichterin jeder Sprache ein eigenes Aufgabengebiet zugewiesen: Bulgarisch stand für die Kindheitserlebnisse, Deutsch für die Gegenwart, Spanisch für die Poesie. Für den Gedichtband „A3 und tù“ plante Zwetelina Damjanova, die Sprachen einander durchdringen zu lassen, doch die Erschwernis der Lesbarkeit, des unmittelbaren sinnlichen Erlebens der Worte ließ sie von dem Plan abkommen. Nun ist jede Strophe in einer anderen Sprache geschrieben. Die Übersetzungen durch die Autorin sind beigegeben. / Edwin Baumgartner, Wiener Zeitung
am iPhone in deiner Hand läuft ein Marienkäfer den Zeigefinger hoch, klappt seine roten Deckflügel auf, breitet die Hautflügel aus und fliegt ins Freie
Hansjürgen Bulkowski
Die Abendjury vom 27.06.2014 wählte
Konstantin Ames
Markus Hallinger
und Tobias Roth
ins Finale.
Der Lyrikpreis München bedankt sich bei allen beteiligten Lyrikerinnen und Lyrikern für den gelungenen Abend.
Die nächste & letzte Einreichfrist 2014 ist der 20. August.
OT Gary Snyder: I examined the word „wild“ with its germanic roots in the revolt and i guess wyld and going back to indo-european roots, but I also looked at the way the term for „wild“ is used in japanese and chinese which means as in open space, open fields, open woods, that is wild, and interestingly enough they would also use that terminology to describe in some few cases an out of control teenager.
Sprecher 1: Ich habe das Wort WILD in Hinblick auf seine indogermanischen Wurzeln untersucht. Aber ich habe mir auch angesehen, wie der Begriff im Japanischen und Chinesischen benutzt wird, nämlich wild im Sinne von freiem Raum, freiem Feld, freiem Wald. Interessanterweise benutzt man diese Terminologie auch, um einen außer Kontrolle geratenen Jugendlichen zu beschreiben.
/ Grace Yoon sprach mit Gary Snyder: Kann Lyrik die Welt retten? DLF
Beim Lesen von Erik Lindners Gedichten fragt man sich oft erstaunt, was diese reimlosen, bildstark disparaten Verse eigentlich zusammenhält. Bestehen sie doch vielfach aus listenartigen Aufreihungen und parataktischen Sequenzen von Beobachtungen. Zu diesen können auch rhythmisierte Wort- und Satzelemente gehören, denn für Lindner gehört das Medium der Beobachtung zur Membran des Beobachtbaren. Und dies bis zu jenem Punkt, an dem auch das wahrnehmende Bewusstsein wieder zur phänomenalen Welt gehört. (…)
«Um was es geht ist nur dass es irgendwie stimmt», schreibt Lindner am Anfang eines mit «Legitimation» überschriebenen Gedichts. Das mag recht vage tönen und trifft doch ziemlich exakt zu. Als Walter Benjamin einst darauf angesprochen wurde, dass er beim Reden oft das Wort «irgendwie» verwende, soll er betont haben, wie wichtig ihm dieser Ausdruck sei, weil er das Zeichen oder Vorzeichen einer werdenden Ansicht abgebe. Mit wacher Gelassenheit gelingt es Lindner immer wieder, das Einfachste mit dem Elaborierten zu solchen werdenden Ansichten zusammenzuführen. Und so kriecht im letzten Gedicht dieses beglückenden Lyrik-Bandes gar eine Fliege als ins Bild gebrachte Erkenntnistheorie über den Tisch. / Andreas Langenbacher, NZZ
Erik Lindner: Nach Akedia – Ausgewählte Gedichte. Aus dem Niederländischen von Rosemarie Still, mit einem Nachwort von Ulf Stolterfoht. Verlag Matthes & Seitz, Berlin 2013. 187 S., Fr. 31.90. 19,90 Euro
Kaum jemand weiss indes, dass Dada auch im fernen Kaukasus durch umtriebige Adepten vertreten war, die mit aufsehenerregenden, bisweilen skandalösen Auftritten und Publikationen lautstarke Präsenz markierten. Insgesamt vier Dichter- und Künstlergruppen sind zwischen 1917 und 1925 in der georgischen Hauptstadt Tbilissi (Tiflis) als dadaistische Stosstrupps angetreten, um mit dem gesunden Menschenverstand kompromisslos abzurechnen und aufzuräumen. Die russische Literarhistorikerin Tatjana Nikolskaja legt nun unter dem Titel «Avantgarde und Umfeld» ein Buch vor, das die Rezeption und Fortentwicklung des Dadaismus in Georgien materialreich dokumentiert und dessen Protagonisten im gesamteuropäischen Kontext vorstellt.
Erste dadaistische Spurenelemente wurden um 1917 durch das «Syndikat der Futuristen» nach Tbilissi vermittelt. Wortführer des Syndikats waren nebst dem georgischen Maler Lado Gudiaschwili die aus Moskau angereisten Autoren Ilja Sdanewitsch und Aleksei Krutschonych, die sich zuvor schon als Impulsgeber des Kubofuturismus einen Namen gemacht hatten. (…)
Aus dem «Syndikat der Futuristen» ging die Gruppe «41°» hervor, die unter der Leitung von Igor Terentjew und mit Unterstützung von Krutschonych zur wichtigsten Fraktion des georgischen Dadaismus werden sollte. Rund fünfzig Buchveröffentlichungen – Manifeste, theoretische Schriften, «transmentale» Gedichte und Dramen – erschienen ab 1917 bis 1919 in einer Auflage von jeweils 250 Exemplaren. Die mehrheitlich illustrierten und typographisch kühn komponierten Bücher gaben sich schon durch ihre Titel als dadaistische Artefakte zu erkennen: «Zärtlichkeitsrekord» und «17 Stusswaffen» (Terentjew), «esEl zu mietEn» und «Janko könIg der albAner» (Sdanewitsch), «Malacholie im Kopfstand» und «Fettsucht der Rosen» (Krutschonych) und anderes mehr. / Felix Philipp Ingold, NZZ
Tatjana Nikolskaja: Avangard i okrestnosti. Ivan-Limbach- Verlag, St. Petersburg 2002. Gleichzeitig mit der vorliegenden Untersuchung ist erstmals in russischer Sprache eine umfassende Dokumentation über die internationale Dada-Bewegung und deren Anfänge in Zürich erschienen (Dadaizm v Cjuriche, Verlag Respublika, Moskau 2002).
Rohes Fleisch essen und in den eigenen Schuhen laufen
Von Rainer Komers
Unter der Überschrift „Gedichte aus der Zelle“ veröffentlichte die taz am 28. Juli 2012 meinen Artikel über Leben und Werk des Lyrikers Spoon Jackson. Als 19-jähriger hat er im Streit einen Menschen getötet und tourt seitdem durch kalifornische Gefängnisse, darunter San Quentin und Folsom State Prison. Zurzeit ist er in Lancaster im Großraum Los Angeles eingesperrt nicht weit von seinem Geburtsort Barstow, den er bis zu seiner Verhaftung 1977 nie verlassen hatte. In San Quentin besuchte er Poetik-Kurse der Lyrikerin Judith Tannenbaum und schrieb sein erstes Gedicht:
No Beauty in Cell Bars – Keine Schönheit in Zellengittern
Ruhelos, nicht schlafen können
Schlüssel, Gitter, die Gewehre werden geladen
Jahr für Jahr
Endlose Echos
Von Stahl küsst Stahl
Lärm
Ständiges Schreien
Nichts wird gesagt
Vegetierende Gesichter, verlorene Gesichter
verstaubte Gesichter
Ein Lebenslänglicher
Ein Träumer
Das Morgen, ein Traum
Das Gestern, eine Erinnerung
Beides eine Wolke, die vorüberzieht
Mit diesen Zeilen beginnt auch Spoons Gedichtsammlung „Versensporn 11“. Tom Riebe von der Jenaer Edition „Poesie schmeckt gut“ hatte den taz-Artikel über Spoon gelesen, schrieb ihm daraufhin nach New Folsom und vereinbarte die Herausgabe seiner Gedichte in Deutschland. Dem schmalen Band ist eine DVD von Michel Wenzers Film „Three Poems by Spoon Jackson“ beigefügt, mit dem die Rezeption seiner Lyrik in Europa begonnen hatte.
Bei einer Durchsicht der Sammlung fällt auf, dass Mitgefangene und Personal, aber auch Besucher oder Freunde und Unterstützer darin nicht vorkommen. Und ein US-Gefängnis ist vollgestopft mit Menschen, es gibt kaum Platz und Gelegenheit, um dort allein zu sein. Nur in seiner 2010 in den USA erschienenen Sammlung „Longer Ago“, aus der auch die meisten Gedichte in „Versensporn 11“ entnommen sind, gibt es unter der Überschrift „Light Pole – Lichtmast“ eine kurze Aufzählung des Personals im Gefängnishof:
Ich sitze am Fuß des Lichtmastes
Um mich herum sind überall Leute.
Auf dem Basketballfeld machen drei
Mexikaner Liegestütze, hören
Soft-Rock-Musik im Radio.
Hinter dem Basketballfeld versammeln sich
Christen unterschiedlicher Hautfarben
Um zu ihrem Gott zu beten.
Während Afroamerikaner Dominosteine
Auf den Tisch knallen
Hinter mir.
Ich sitze dort an dem Lichtmast
Lese Shakespeare.
In „Beauty in Cell Bars – Schönheit in Zellengittern“, dem letzten Gedicht der Sammlung, appelliert Spoon an die Nichtgefangenen, ihr eigenes stahlvergittertes Gefängnis zu sehen, in das sie eingesperrt sind, nicht ohne ihr eigenes Zutun, wenn sie „unnatürlichen und unwirklichen (‚unreal’) Gedanken erlauben, Mauern und Dämme zu bauen und Grenzen zu ziehen“ und dadurch Schönheit, Licht und Liebe, das Paradies in sich selbst ausschließen. In solchen Zeilen gerät das Gedicht zur Predigt, zum Gebet, aber wer könnte ihm das verwehren, dem 57-jährigen, der eine lebenslange Strafe, LWOP – Life Without Parole, verbüßt? In den USA bedeutet LWOP buchstäblich ‚lebenslang’, ist LWOP eine andere Art Todesstrafe – the other death penalty. Aber der Dichter erlaubt es sich nicht, sich in seinen Gefühlen, Sehnsüchten, Träumen, auch tiefster Verzweiflung zu verlieren, sondern zwingt sich, der Wirklichkeit, der ‚realness’ ins Auge zu sehen, und er bekennt, „I am not a poet“. Wenn Lehrer und Herausgeber auf seinen Gedichten „herumhacken wie auf einem Kohlkopf und deren Essenz herauspressen wie Saft aus einer Zitrone“, dann drängt sie sich spätestens wieder auf, seine ‚realness’, dann gibt es für ihn „keine Schmetterlinge, Blumen, Liebe und Lügen im Zuckerguss“ mehr. Leben und Werk lassen sich bei ihm nicht trennen:
I am not a poet; I am just a jester in life
clowning and amusing readers with words.
My writing is not ambiguous, hiding truths behind veils.
It hasn’t much grammar, rhyme or meter
no form to cast spells on the unsuspecting reader.
Er vermeidet Kunstgriffe, Tricks, die den Leser überraschen, verzaubern sollen. In einem Haiku, den er mir in seiner nur schwer lesbaren Handschrift aus Folsom schrieb, fasst er seine sechsunddreißigjährige ‚Wahrheit’ wie unter dem Brennglas zusammen:
Three plastic windows
……..I can see
…………….Only the tops of far trees
Pflanzen und Tiere, die Jahreszeiten und das Geschehen am Himmel nehmen einen breiten Raum in den Gedichten ein. Mit der belebten Natur fühlt er sich brüderlich verbunden, sie weckt das Tier (the ‚beast’) in ihm, spiegelt seine Gefühle. Besonders ist er den Vögeln zugetan. Das Titelfoto zeigt ihn am Gitter zum Gefängnishof sitzend, in ein wortloses Gespräch viertieft. Draußen sind Tauben versammelt, die er vorher gefüttert hat. Oder später, es ist bald Mitternacht, ist ein Frosch auf die Fensterbank seiner Zelle gehüpft, dessen Unterkiefer tickt wie der Sekundenzeiger einer Uhr. Das lyrische Ich sitzt auf dem Spülkasten der Toilette, sieht dem Frosch in die Augen, „and still he sits. // So do I. I am in prison / but through him I am free / Free, free tonight.“ Schon im nächsten Gedicht „At Night I Fly“ kippt die Stimmung wieder: „I see my thoughts, my feelings / my love crash / like seas on ships.“ Und in den Schlussstrophen ist der Mond eine Fehlprägung, ein verunstalteter Silberdollar, der allein im eigenen Universum schläft, nicht länger ein Stern ist: „Today I died / I died yesterday and tomorrow / At night I fly.“ Das Urteil ‚Lebenslänglich’ erlebt der Dichter als Vivisektion, als Zeitzertrümmerung, als „being killed by a slower execution than the people on death row“. Er fühlt sich „wie mit Zuckersirup eingestrichen nackt auf einem Ameisenhügel abgelegt“, wo selbst die Erinnerung an das kurze Leben in Freiheit, an die kleine Stadt Barstow in der Mojave Wüste, an Mutter, Vater, Brüder und Freunde, seine Ausflüge ans trockene Flussbett des Mojave River, zum B-Hill, an die wilden Spiele und Kämpfe auf der Crooks Street zur Pein wird:
Schmerzliche Erinnerungen, die verloren waren
Trauer im Herzen
Runzeln im Gesicht.
Jede Falte in meinem Gesicht
ist nur ein Vorzeichen
der Freude, mit der ich darum kämpfe,
die Trauer im Herzen
zu überwinden…
…um dann mit bewundernswerter Selbstdisziplin wieder die Kurve zu kriegen zurück zu seiner Wirklichkeit mit ihrem kraftvollen ‚realness’ beat: „Realness eats raw meat / and does not waver / nor drift on the currents / He has the staying power / of the sun / Realness walks only in his / own shoes.“
Gedichte schreiben, wie Spoon Jackson es tut, heißt, Kassiber in Zeilenform schreiben, persönlich und direkt, wie es William Carlos Williams gefordert hat: „…the writing / be of words, slow and quick, sharp / to strike, quiet to wait, / sleepless” – gleichzeitig bedeutet es, am Rand einer Klippe zu stehen, die Welt, das Universum (ein letztes Mal) zu umarmen. Die Lücke, das tiefe Loch dazwischen erzeugt die Spannung.
Spoon ist aus seiner Nische herausgetreten, hat seine Gedichte und seine ‚realness’ in Telefonhörer und Mikrofone gesprochen, zwischen Buchdeckeln gedruckt und ins Netz gestellt. Er hat sie und sich mit der Welt draußen verbunden. Mein allererster Brief an ihn endete mit dem Satz: „I hope and wish that you have to recite your poems not any longer over a crackling phone from a California prison but face to face to your audience – now!” In Abwandlung der Schlusszeilen von “Light Pole” könnte es dann einmal heißen:
„Wir sitzen dort am Lichtmast / Hören Jackson.“
Ende Oktober 2013 hat die Radiojournalistin Kate Laycock ein Telefongespräch mit Spoon, damals noch in Folsom State Prison, geführt, das von der Deutschen Welle weltweit gesendet wurde:
http://www.dw.de/worldlink-crime-and-punishment-2013-10-26/e-17123516
Inzwischen hat Spoon ein Gnadengesuch an Jerry Brown, den Gouverneur von Kalifornien, gestellt, das zusammen mit unseren Unterstützerbriefen im Februar überreicht wurde. Darin bittet er um die Umwandlung seiner lebenslangen Strafe, die ihm nach 37 Jahren Haft eine Entlassung auf Bewährung erlauben würde.
In meinem derzeitigen Lieblingsgedichtband “Morphine” gelingt es Mikael Vogel auf die feinste Weise, Lyrik subtil mit mathematischem Sachverstand zu verweben. In den Opiumdünsten und Textgespinsten entdecke ich immer wieder Versatzstücke, die mich, Kind einer Zahlenfamilie, auf Gedankenreisen schicken. Es begann schon bei der ersten Lesung Mikael Vogels, noch vor Erscheinen des Buches, mit der Riemannschen Vermutung, die “von den Gestirnen auf den nackt ausgestreckten Körper nachgezeichnet” wird. Danke für das sich von da an eröffnende Kontextuniversum!
Dass den Kapitelüberschriften die Primzahlen in aufsteigender Reihenfolge vorangestellt sind, schlägt formal den Bogen zurück zu Riemann. Dieser aufsteigenden Zahlenreihe steht grafisch an exponierter Stelle gesetzt und dennoch gut versteckt, das binäre Zahlensystem gegenüber. In einem, schon von Clemens Eich besungenen Zwanzig-nach-drei-Dämmerzustand kam ich den Abfolgen von kurzen und langen Strichen auf die Schliche. / Jan Bodenstein
Kann man Gedichte tanzen? Genau wie er einen Teil seiner Gedichte singt, überraschte José F.A. Oliver die Nachricht, dass in der weltberühmten „Sydney Opera House“ bereits zu Gedichten aus seiner Feder getanzt wurde.
Der Mann aus dem Schwarzwald mit andalusischen Wurzeln gilt als ein Schreibnomade auf steter Wörterreise. Ägypten, Spanien, Slowakei, Schweiz, Niederlande und weitere Länder und dabei immer wieder zurück zum Ausgangspunkt, verbringt Oliver mit dem Schreiben seiner Gedichte. / Meinanzeiger.de
Bautzen / Budyšín, 30. Mai 2014. Das 36. Fest der sorbischen Poesie 2014 ist dem Dichter und Publizisten Jan Skala (1989 -1945) gewidmet. Skala war führender Kopf der sorbischen nationalen und antifaschistischen Bewegung in der Zwischenkriegszeit des vergangenen Jahrhunderts. Unter anderem wurde er 1938 mit weiteren führenden Persönlichkeiten der 1937 verbotenen Sorbenorganisation Domowina von der Gestapo verhaftet und wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” verurteilt.
Das Posiefest findet seit 1979 statt. Im Jahr 2014 werden Dichter, Übersetzer und Musiker aus Deutschland, Slowenien, Serbien, Tschechien, der Ukraine, aus Russland, Österreich, Tunesien und der Slowakei teilnehmen.
10.07.2014: 19 Uhr:
„Poesie trifft Europa” – Lausitzer Premiere der serbisch-sorbischen Anthologie „Augenblicke der Sonne“ mit in- und ausländischen Teilnehmern des Poesiefestes sowie Unterhaltung mit Dinner
Veranstaltungsort: Garten des Sorbischen Instituts in Bautzen, Bahnhofstraße 6
Mitwirkende: Dichter, Übersetzer und Herausgeber sorbischer Poesie aus dem In- und Ausland
11.7.2014, vormittags:
Lesungen und Begegnungen in sorbischen und deutsch-sorbischen Bildungseinrichtungen mit den in und ausländischen Dichtern
11.07.2014, ab 18 Uhr:
Bautzener Poesienacht – Kurzlesungen und Gespräche, umrahmt mit Folkblues, unter den Türmen der Alten Wasserkunst und der Michaeliskirche
Veranstaltungsort: Vorgarten der Alten Wasserkunst Bautzen, Wendischer Kirchhof 2
Mitwirkende: In- und ausländische Dichter und Übersetzer sowie die Musiker Maciej & Mateusz Rychły (Poznań/Posen) und Józef Brězan (Lausitz)
12.07.2014, 13 bis 21 Uhr:
„Auf den Spuren von Dichtern“ – Ausflug und Kurzlesungen an Orten sorbischer Poesie und von Industrie bedrohten Kultur- und Sprachlandschaften
Abfahrt und Ankunft: vor dem Hotel Best Western in Bautzen, Wendischer Graben 20
Orte der Ausfahrt und der Lesungen: unter anderem Schleife und Rosenthal
Mitwirkende: Literaten und Künstler aus dem In- und Ausland
13.07. 2014, 16 bis 17.30 Uhr:
„Der Apfelbaum lockt ergiebig…“ – Vergnügen mit Gedichten und Liedern, Kaffee und Kuchen zu Ehren von Jan Skala in seinem Geburtsort im Rahmen des Gemeindefestes in Nebelschütz
Veranstaltungsort: Festzelt in Nebelschütz bei Kamenz
Mitwirkende: Dichter aus dem In- und Ausland, die sorbische Folkloregruppe „Sprjewjan“ und Józef Brězan
Weitere Lesungen sind in Senftenberg, Hoyerswerda, Warnsdorf (Varnsdorf), Oppeln (Opole) und Kattowitz (Katowice) vorgesehen. Alle Veranstaltungen in Sachsen und Brandenburg finden in sorbischer und deutscher Sprache sowie z. T. in den Sprachen der Mitwirkenden aus dem Ausland statt
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
The Impressionists, on both sides of the Atlantic, gave us a number of handsome paintings of rural scenes, and here’s a poem by the distinguished American poet, Catharine Savage Brosman, that offers us just such a picture, not in pigments but in words.
Cattle Fording Tarryall Creek
With measured pace, they move in single file,
dark hides, white faces, plodding through low grass,
then walk into the water, cattle-style,
indifferent to the matter where they pass.
The stream is high, the current swift—good rain,
late snow-melt, cold. Immerging to the flank,
the beasts proceed, a queue, a bovine chain,
impassive, stepping to the farther bank—
continuing their march, as if by word,
down valley to fresh pasture. The elect,
and stragglers, join, and recompose the herd,
both multiple and single, to perfect
impressions of an animated scene,
the creek’s meanders, milling cows, and sun.
Well cooled, the cattle graze knee-deep in green.
We leave them to their feed, this painting done.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2014 by Catharine Savage Brosman, whose most recent book of poems is On the North Slope, Mercer University Press, 2012. Poem reprinted by permission of Catharine Savage Brosman. Introduction copyright © 2014 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Insgesamt 96 Texte wurden in diesem Jahr eingereicht. Eine Jury wählte die besten Arbeiten aus. Die Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport, Dr. Susanne Eisenmann, übereichte den erfolgreichen Teilnehmerinnen Geldpreise. / stuttgart.de
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