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Kaum jemand weiss indes, dass Dada auch im fernen Kaukasus durch umtriebige Adepten vertreten war, die mit aufsehenerregenden, bisweilen skandalösen Auftritten und Publikationen lautstarke Präsenz markierten. Insgesamt vier Dichter- und Künstlergruppen sind zwischen 1917 und 1925 in der georgischen Hauptstadt Tbilissi (Tiflis) als dadaistische… Continue Reading „89. Vom Syndikat der Futuristen zu Dada“
In meinem derzeitigen Lieblingsgedichtband “Morphine” gelingt es Mikael Vogel auf die feinste Weise, Lyrik subtil mit mathematischem Sachverstand zu verweben. In den Opiumdünsten und Textgespinsten entdecke ich immer wieder Versatzstücke, die mich, Kind einer Zahlenfamilie, auf Gedankenreisen schicken. Es begann schon bei der ersten… Continue Reading „87. Kontextuniversum“
Kann man Gedichte tanzen? Genau wie er einen Teil seiner Gedichte singt, überraschte José F.A. Oliver die Nachricht, dass in der weltberühmten „Sydney Opera House“ bereits zu Gedichten aus seiner Feder getanzt wurde. Der Mann aus dem Schwarzwald mit andalusischen Wurzeln gilt als ein… Continue Reading „86. Gesungen und getanzt“
Bautzen / Budyšín, 30. Mai 2014. Das 36. Fest der sorbischen Poesie 2014 ist dem Dichter und Publizisten Jan Skala (1989 -1945) gewidmet. Skala war führender Kopf der sorbischen nationalen und antifaschistischen Bewegung in der Zwischenkriegszeit des vergangenen Jahrhunderts. Unter anderem wurde er 1938… Continue Reading „85. Fest der sorbischen Poesie“
Seit sieben Jahren wird in Stuttgart der Jugend-Lyrik-Preis verliehen. Im Jahr 2007 stiftete die Lyrikerin Rosemarie Steinried den Preis. Seitdem wird er jährlich mit Unterstützung des Kulturamts ausgeschrieben, um die Texte junger Autorinnen und Autoren auszuzeichnen. Insgesamt 96 Texte wurden in diesem Jahr eingereicht.… Continue Reading „83. Jugend-Lyrik-Preis“
Sieht aus, als würde Friederike Kempner recht behalten. „Wenn ich mich ganz versenke, / dann denk ich – ein Gedicht.“ Paßt auf dies: Der von drei Designstudenten der Aalto-Universität konzipierte Finnland-Pavillon folgt diesem Prinzip des entspannten Zusammenkommens. Unter insgesamt sechs in die Halle gebauten… Continue Reading „82. Dann denk ich ein Gedicht“
Gedichte? Die meisten denken da an harmlose Kindergartenreime oder hehre Lyrikbände, die irgendwo in Buchhandlungen verstauben Na gut, irgendwie muß er seine Besprechung ja einleiten. Die ist kurz, aber okay, Zitat: Anschaulich kann Hensel erläutern, warum manche Gedichte gut und viele Gedichte schlecht sind,… Continue Reading „79. Stark, schwach und vollkommen“
Heute vor 125 Jahren wurde die russische Dichterin Anna Achmátowa geboren. Vielen gilt sie als die größte Dichterin Russlands. Auf der einen Seite verehrt und bewundert, auf der anderen verleumdet und gedemütigt, verlief ihr Leben tragisch. Als Dichterin wurde sie die Stimme jener Generation,… Continue Reading „76. Anna Achmatowa“
still und schön liegt das Eismeer im taghellen Schlummer der Sommernacht – hier liegst du im nächtlichen Dunkel ruhelos wach Hansjürgen Bulkowski
warum dürfen die Rolling Stones nicht genauso altern wie ihre Fans? Hansjürgen Bulkowski
Als der russische Lyriker Alexander Blok im ersten Kriegsmonat 1914 eingezogen wurde – es drohte die sofortige Verschickung an die Front –, empörte sich ein Dichterkollege: «Das ist doch, als ob man Nachtigallen brät.» Die Berufung auf die emblematischen Vögel der Poesie war unter… Continue Reading „70. «Schwäne, Drosseln und Kraniche»“
Ende Mai erschien das bislang längste Gedicht Reinhard Rakows unter dem Titel „drei Farben RAL“ in Buchform im Geest-Verlag . Gemeinsam inszenierten Rakow und Berger die Lesung des Langgedichts in der Kulturmühle als lyrisch-musikalisches Happening: Ungeprobt begleitete Berger Rakows Rezitation mit frei assoziierten, häufig durch… Continue Reading „69. „drei Farben RAL““
Kirsten hat in der Tradition von Peter Huchel und Johannes Bobrowski früh erkannt, zur Natur kann man Beziehungen pflegen ohne Ambivalenz. Hier emanzipiert sich die existentielle Angst. Sie verliert an Destruktion und kommt zur Ruhe. Aber immer zeigt sich in seinen Gedichten etwas ohnegleichen,… Continue Reading „68. Wulf Kirsten 80“
Elfriede Gerstls knappe Gedichte sind wie ihre Kurzprosa und ihre scharfsinnigen Essays eine Schule der Wort-Askese und der Befreiung vom Phrasen-Ballast, der einen täglich hinunterzieht in die konventionelle, abgegriffene, verbrauchte Sprache. Der zweite Band der Werkausgabe (gerade ist der dritte Band im Erscheinen begriffen)… Continue Reading „66. Wiener Mischung“
In Cibulkas Tagebüchern und Gedichten ist solches Wahrnehmen und Erkennen überall spürbar – entschiedene Konzentration auf Wesentliches, das zu verschwinden droht: Der „Langsamgeher“ als per se Oppositioneller, permanent Protestierender in einer Welt der scheinhaften Oberflächen und atemlosen Flüchtigkeiten. War es so – auch – gemeint, wenn… Continue Reading „65. Hanns Cibulka“
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