Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Er warf den Schneesturm an, spielte
Wolfsgeheul mit zerbrochnen Registern und Hymnen
Auf Texte von Brockes. Die flackernden Lichter
Die schaukelnden Bäume zerspringenden Gläser
Fliegenden Stimmen in dieser einzigen Nacht
In Bettines Haus.
Wo ist das Volk, das dies schadlos an seiner Seele ertrüge?
Jahre und Jahre war unsere tägliche Nahrung die Lüge.
Festlich hoben sie an, bekränzten Maschinen und Pflüge,
sprachen von Freiheit und Brot, und alles, alles war Lüge.
Wort, das
ich nicht hab.
Schotterwort.
Steinwort, mit den
Buchstaben vor A.
Flügelschlag des Erinnerns:
Libellen, blaue Nadeln
die ein zerrissenes Bild
zusammenflicken
Soll ich immer weiter wandern,
Selten rasten, nimmer ruhn?
Ach! da komm‘ ich nur zu Andern,
Aber nimmer zu den Meinen;
Weiss von Keinen,
Die mit Lust mir Liebes thun.
Viel schnee. ein mönchszug. klöster und ruinen.
Viel mond. viel dunkel. schwarz und nebelgrau.
Auch baumruinen. darum grüne au.
Mondauf- und sonnenuntergänge schienen
wir sind doch inzwischen recht anständig geworden vielleicht sogar ein bisschen zu spießig oder zumindestens langweilig oder nur etwas langsam ja langsam sind wir geworden statt leidenschaftlich wir waren so hektisch und hyperaktiv als sei jeder verfluchte tag der allerletzte und einzige an dem man die welt ändern könnte oder gar retten aber nach all den jahrzehnten stellten wir fest dass es egal ist was wir heute tun
Mit uns allen geht es ex;
»Trägst du noch so hoch den Scheitel«,
Spricht ein alter Versifex.
»Unter der Sonn ist alles eitel.«
Versuche, zu Wort zu kommen
in Sparkassen und Wandelhallen
– ein Malerleben lang.
das gehirn das sein denken fühlt
das denken das zum wort ich neigt
der mund der dieses wort ausspricht
und die ohren die dem mund zuhören
dann die nase der das mächtig stinkt
und oben
bewohnt Entsetzen das Haus, starrt vom Dach
hochaufgerichtet. Spielt durch der Formen Fünf. formgenormter Fingerzahl,
wie’n Menschenspiel, der Finger heil’ge fünf’ne Fingerzahl, Menschennorm
räucherfisch aufs brot, das glaubt sie nicht,
daß eine sängerin: gretchensängerin: gesangsmargret, daß die sich einen
fisch, aus dem die gräten rausgehn, zur grätengänze die ganzgräte, daß die
sängerin, die auftritt dort, im lampenlicht, im weiten kleid, sie kanns nicht
glauben, sagt die schwester.
Sie reißen sich selbst und gegenseitig
alles Gewirkte, Gewebte und Gestrickte vom Leib,
weg mit Hosen und Blusen,
damit sich Wollüste im Nahkampf treffen.
räucherfisch aufs brot, das glaubt sie nicht,
daß eine sängerin: gretchensängerin: gesangsmargret, daß die sich einen
fisch, aus dem die gräten rausgehn, zur grätengänze die ganzgräte, daß die
sängerin, die auftritt dort, im lampenlicht, im weiten kleid, sie kanns nicht
glauben, sagt die schwester.
Neueste Kommentare