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Veröffentlicht am 14. Januar 2026 von lyrikzeitung
157 Wörter, 1 Minute Lesezeit.
Florian Kranz
Dein Name tropft wie weiches Rindertalg
Der Tag ist ein Topf: Wir erwachen elend im
Winter, der nie schweigt. Dort ein Apfel am
einsamen Erlenpfad, dort, weit wichtiger,
die Schneegewitter am Wipfelrand – in Rot,
denn der Planet schreit oft. Im Ei war ewig
meine Plage frei schattiert worden, Wind
trat empor, die Lawine weint – freches Ding.
Welch ein Dampf einen wieder tritt! Sogar
der arme Tod stapft weinerlich weg, in ein
Wort mit weniger Licht. Da – der Napf; ein See,
der Tang erpicht wirft, wie die namenlose
Piratenwitwe, deren Leiche sanft modrig
im Dorfe liegt. Ich warte an den Pisten. Wer
litt, wer mag ich sein? Wanderer? Feind? Poet?
Anagrammgedicht aus einer Zeile des Gedichts »An Anna Blume« von Kurt Schwitters
Aus: Jahrbuch der Lyrik 2023. Herausgegeben von Matthias Kniep und Sonja vom Brocke. Frankfurt/Main: Schöffling & Co., 2023, S. 41
Kranz, Florian, * 1994, lebt in Brüssel. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien.
Kategorie: Belgien, Deutsch, DeutschlandSchlagworte: An Anna Blume, Anagramm, Anagrammgedicht, Avantgarde Rezeption, Dein Name tropft wie weiches Rindertalg, Florian Kranz, Florian Kranz Gedicht, Gegenwartslyrik, Jahrbuch der Lyrik, Jahrbuch der Lyrik 2023, Junge Lyrik, Kurt Schwitters, Lyrikzeitung, Schöffling & Co., Sprachspiel
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