Seit gut 200 Jahren gibt es Cowboy Poetry: Gedichte, in denen Cowboys aus ihrem Leben erzählen. Cowboy Poetry ist die eigenständige Gattung der amerikanischen Literaturgeschichte, in Europa weitgehend unbekannt.
1. Januar 2012, 9:05 Uhr
Feature, Radio Bremen
Lesetip:
Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.
Hier ist eine Zusammenfassung:
Etwa 8.500.000 Menschen besuchen jedes Jahr das Louvre Museum in Paris. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 240.000 mal besucht. Wenn dieses Blog eine Ausstellung im Louvre wäre, würde es etwa 10 Jahre brauchen um auf die gleiche Anzahl von Besuchern zu kommen.
Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.
[Nachricht von wordpress.com]
Bis 2010 hat der Rutesheimer Architekt Volker Kittelberger Christian Wagner für einen harmlosen Blumendichter gehalten. Das hat sich inzwischen geändert: Er hat eine ganze Anzahl von Wagner-Gedichten vertont und eigene Lieder über ihn geschrieben, in denen er in bestem Schwäbisch Wagners Situation als schlecht gelittenen „Tagdieb im Flecken“ reflektiert. / Stuttgarter Zeitung/ Leonberger Kreiszeitung
Der Lyrikmonat Dezember geht zu Ende, ab morgen wird uns Google mit täglichen Lyriknachrichten verschonen derart (Auswahl aus den letzten 3 Tagen):
Bei der besinnlichen, aber auch fröhlichen Feier der Chorgemeinschaft Lahr in der Dammenmühle standen Lieder, Gedichte und Musikstücke…
… trugen ein Gedicht über eine schöne Bescherung, … über die Weihnacht vor. … las eine kurze Weihnachtsgeschichte. Im Rahmen der Weihnachtsfeier wurden auch langjährige Mitglieder geehrt.
… ließ die Zeit Theodor Storms wieder lebendig werden mit der Geschichte unter dem Tannenbaum, aus der das bekannte Gedicht „Von drauß vom Walde komm ich her“ stammt.
… gab später noch einmal ein Gedicht zum Besten
Der Nikolaus … hatte für jedes Kind etwas dabei, viele konnten dazu gar ein Gedicht vortragen. Natürlich hatte er auch für alle Erwachsenen etwas mitgebracht.
… las das Gedicht „Die Botschaft“, bevor ein weiteres weihnachtliches Musikstück angestimmt wurde. Das Gedicht „Ich hol dir die Sterne vom Himmel“ wurde …vorgetragen. Ein weiterer Programmpunkt war das Lied „Alle Jahre wieder“.
Jedes Kind sang ein Lied oder sagte ein Gedicht auf. Zur Belohnung gab es Obst oder Schokolade aus dem Eselskarren.
„Gesegnet sei die heilige Nacht, die uns das Licht der Welt gebracht“, rezitierte Bürgermeister … das Mörike-Gedicht „Die Heilige Nacht“. Um die Mittagszeit des Heiligabends hatten sich 200 Besucher auf dem Platz vor dem Rathaus versammelt…
So seit Ende November tagein tagaus. Ab morgen (oder in Bayern ab 7.1.) ist damit Schluß und das Wort „Lyrik“ für 11 Monate wieder dem politischen Gegner oder dem eigenen Unklartext vorbehalten.
Muhammad Ali: „Wann wird es schon je wieder einen Boxer geben, der Gedichte schreibt, Runden voraussagt, jeden besiegt, Menschen zum Lachen bringt, Leute zum Weinen bringt und der groß und ganz besonders hübsch ist wie ich es bin? In der Geschichte der Welt, seit Anbeginn der Zeit hat es niemals einen Boxer wie mich gegeben.“ / BILD
Ein Gedicht ist ein Stück konkreter Welt. Kein Lyriker hat dies so sehr zum Programm gemacht wie Seamus Heaney. Dass die Welt weder rund noch in der Totalen zu überschauen ist, hat der 1939 im nordirischen County Derry in eine Großfamilie katholischer Bauern und Torfstecher Hineingeborene früh mitbekommen – und der Erfahrung kolonialenglischer Bevormundung, lokaler Begrenztheit und latenten Terrors etwas Rundes abringen können: Jeder seiner Verse fügt sich – ausgehend von einer Kindheitserinnerung, der Küste bei Connamarra, dem Hochmoor oder der Londoner U-Bahnlinie „District & Circle“ – zum Daseinsentwurf. / Jan Röhnert, Tagesspiegel
Seamus Heaney: Die Amsel von Glanmore. Gedichte 1965-2006. Zweisprachige Ausgabe. Hg. von Michael Krüger. Fischer Taschenbuch, Frankfurt a. M. 2011. 428 Seiten, 16,99 €.
Am vergangenen 19. Dezember, einen Tag vor dem 100. Todestag des Dichters Joan Maragall (1860–1911), wurde mit einem feierlichen Akt im Palau de la Generalitat (dem Sitz der katalanischen Regierung) in Barcelona der offizielle Abschluss des Maragall-Doppeljahrs begangen. Eine große Zahl von Veranstaltungen und Publikationen hatten das Jubiläum des neuzeitlichen Klassikers der katalanischen Literatur begleitet (vgl. die eigens eingerichtete Website, bei der die englische und spanische Version allerdings leider nicht online sind). Nicht ganz so gewaltig endet hierzulande das Jahr, nämlich mit dieser Notiz. Auch sonst war in deutschsprachigen Feuilletons, so weit ich es überblicke, wenig bis gar nichts zu lesen (für widerlegende Hinweise bin ich dankbar), auch Wikipedia gibt sich knapp und irrt im Datum. Aber das muss nichts heißen, soll doch »der offizielle Abschluss kein Schließen bedeuten, sondern das Gegenteil«, wie es in der Presseerklärung der Institució de les Lletres Catalanes heißt, »damit sich nicht alles in Rauch auflöst«, so der Urenkel Pau Maragall in seiner Rede. In diesem Sinne. / àxel sanjosé
The Samoan has many different kinds of poetical compositions. Metre is altogether unknown, but the best kinds of poetry are in rhyme. They are mostly responsive, each verse being commenced by a few persons, and this is called the usu; the remaining half being taken up in chorus, and with strict attention to time, by all present; it is called the tau.
Popular songs on passing events are, as in other lands, very common. They are sung to the stroke of the paddles when on a journey, or when engaged on any work requiring united exertion.
At the time when religion was beginning to take root, the lovers of darkness thus expressed their regrets at the prospective loss of their pleasures:
Tini, tinio, tinio!
Maumau o mea faamalama,
A tia’i e le malo.
Quelle:
Title: A Grammar and Dictionary of the Samoan Language, with English and Samoan vocabulary
Author: Rev. George Pratt
Publication details: R. McMillan, 1984, Papakura
Part of: Tidal Pools: Digitized Texts from Oceania for Samoan and Pacific Studies
License: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 New Zealand Licence
„Wenn du wissen willst, was in einer Gesellschaft los ist, sieh dir die Gedichte an, die ihre Mitglieder schreiben“.
Sagt Ahmed Rashed Thani (49), ein bekannter Autor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. / The National
Welcher innere Zustand bringt ein Gedicht hervor?
Ich kann nicht ohne eine gewisse Erregung anfangen, ohne ein Versprechen, dass irgendetwas geschieht. Hin und wieder beginne ich ein Gedicht zu früh, manchmal halte ich eine Idee, ein Bild oder die initiierende Energie zu lang zurück und verpasse den richtigen Moment des Anfangs. Für einen alten Lyriker wie mich ist es am besten, auf Teufel komm raus loszulegen, sich einfach mit Begeisterung oder Vertrauen kopfüber in die Sache hineinzustürzen – Risiken einzugehen, immer wieder bereit zu sein, Änderungen vorzunehmen, ein wenig herumzuspielen. Einen Großteil der Zeit ist man natürlich sehr ernst und mürrisch gegen sich selbst.
(…)
„Die Strichelspur von Vaters Eschenstock/ Auf dem Strand von Sandymount/ Ist gleichfalls etwas, was die Flut nicht tilgt.“ Für „Der Strand“, das kürzeste der Gedichte, die Sie für die unlängst in Deutschland erschienene Anthologie „Die Amsel von Glanmore“ ausgewählt haben, scheinen Sie nur mal eben vor die Tür getreten zu sein.
Das Gedicht ist auf ganz eigene Weise hermetisch und spielt auf den „Ulysses“ an, wo Stephen Dedalus über den Strand von Sandymount spaziert. Seine Spuren werden von der Flut nicht getilgt, weil sie für immer in Joyces Roman bewahrt sind. Hier in Dublin ist man sich der Präsenz von James Joyce auf Schritt und Tritt bewusst, und ich hätte nicht über den Strand vor meiner Haustür schreiben können, ohne mich dabei vor Joyce zu verbeugen.
/ FAZ-Gespräch mit Seamus Heaney
Einleitend ist das wohl berühmteste und älteste, von Friedrich Wilhelm Schuster aufgezeichnete und 1865 in Hermannstadt veröffentlichte, von Gottlieb Brandsch 1931 in seine Volksliedersammlung übernommene, auch in mehreren Liederbüchern in Deutschland nachgedruckte Lied aus dem 12. Jahrhundert „Et saß e klin wäld Vijeltchen“ zu hören. Es erscheint hier – im Vergleich zu der auf Volksüberlieferungen fußenden Referenzedition von Brandsch – im durchgehenden Dreivierteltakt, ohne Taktwechsel und mit einigen rhythmischen Eigenheiten, die aber plausibel und vertretbar sind: Niemand weiß, wie die ursprüngliche Melodiegestalt ausgesehen hat. Leider aber ist die mit Bestimmtheit vorauszusetzende äolische Tonart auch hier, wie in allen chorischen Aufnahmen und Liederbüchern, gemieden worden. / Karl Teutsch, Siebenbürgische Zeitung
Sanj ta mer mi – Siebenbürgische Lieder. CD, Tonstudio Pfitzenmaier, Bad Honnef, 2011, zum Preis von 16 Euro, zuzüglich 2 Euro Porto, erhältlich bei Hildegard Bergel-Boettcher, Telefon: (0221) 394605, E-Mail: h.bergel-boettcher [ät] gmx.de.
Google-scan: Zur Metrik der Siebenbürgisch-deutschen Volksweisen – Gottlieb Brandsch
Thursday
by Edna St. Vincent Millay
And if I loved you Wednesday,
Well, what is that to you?
I do not love you Thursday—
So much is true.
And why you come complaining
Is more than I can see.
I loved you Wednesday,—yes—but what
Is that to me?
Lesetip:
Lyrik Kabinett Bd.4
Rudolf Borchardt und Edna St. Vincent Millay
Die Entdeckung Amerikas
Gedichte, Übertragungen, Essays. Herausgegeben von Gerhard Schuster. Mit Beiträgen von Barbara Schaff und Friedhelm Kemp. Zweisprachig englisch/deutsch
306 Seite, Broschur
Buchgestaltung und Typographie von Friedrich Pfäfflin (Marbach).
Lyrik Kabinett, München 2004
ISBN 978-3-9807150-3-4, 28,00 EUR
Der Schriftsteller Qassim Haddad (Bahrain) im Gespräch mit Matthias Hanselmann, DLR:
Hanselmann: Ihr neuestes Buch beschäftigt sich mit einem Dichter aus vorislamischer arabischer Zeit. Er lebte im 6. Jahrhundert. Was ist für Sie interessant an diesem Dichter?
Haddad: Der Dichter heißt Tarafa Ibn El-Abd, er lebte ungefähr 70 bis 80 Jahre vor dem Islam, und er zählt zu dem berühmtesten arabischen Dichtern der vorislamischen Zeit. Er ist einer der Dichter der sogenannten Moallakat, das sind Gedichte, die auf der Kaaba aufgehängt wurden, ganz besonders schöne Gedichte. Und meine Beziehung zu diesem Dichter hat sich aufgebaut sehr früh, und zwar seit der Grundschulzeit, da habe ich ihn zum ersten Mal kennengelernt, einmal, weil ich entdeckt habe, dass er in Bahrain gelebt hat, aber nicht im heutigen Bahrain, sondern dem historischen Bahrain – das ist eine Region, die sich von Oman bis nach Basra im Irak gezogen hat, also eine sehr große Region, die die ganze Golfregion umfasst hat.
Die andere Besonderheit, die mich an ihm fasziniert hat, war sein Standpunkt gegenüber dem Stamm, dem Stammeswesen sozusagen oder der Stammesgesellschaft. Er war ein Rebell, ein eigensinniger Mensch und war sehr aufrührerisch und hatte neue moderne Ideen sozusagen. Für diese Ideen wurde er verfolgt von dem König von Hira, das war der König, der eben in dieser Zeit in Bahrain, in dieser Region, regiert hat. Er hieß Amr Ibn el-Hem, dieser König, und er hat ihn hinrichten lassen. Außerdem hat mich fasziniert an ihm eines seiner Gedichte, und ich finde, es ist eins der schönsten Gedichte, die ich gelesen habe, in der alten arabischen Dichtung.
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.
Der Dortmunder Physik-Professor Mario Markus hat in seinem neusten Werk jedem chemischen Element ein Gedicht gewidmet / Der Westen
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