Thirty days hath September,
April, June and November.
All the rest have thirty-one,
Excepting February alone,
And that has twenty-eight days clear
And twenty-nine in each leap year.
(Alter Nursury Rhyme)
Wikipedia weiß:
The rhyme has a long history. A medieval version is found in the 15th-century manuscript Harley 2341, in the British Library:
The literal translation of this medieval version would be:
Vor mir liegt ein konspirativ eingeflogenes Dokument mit der Überschrift
Pressemitteilung
und der martialischen Drohung:
Die obige Mitteilung ist ausschließlich für den angeführten Adressaten bestimmt. Die unbefugte Verwendung dieser Mitteilung ist verboten und könnte strafrechtlich verfolgt werden. Wer diese Mitteilung irrtümlicherweise erhält, wird gebeten, uns umgehend zu informieren und anschließend diese Mitteilung zu vernichten.
Die Information über irrtümlichen Erhalt sei hiermit gegeben, der „angeführte Adressat“ ist der Pressesprecher des Preises, dessen Namen ich vorsichtshalber nicht nenne (sie finden ihn hier).
Diese kuriose Form der Presseinformation ist die Zuspitzung einer vielerorts zu beobachtenden Tendenz. In der Regel halten Preisvergeber nicht Namen und Geburtsjahr der Kandidaten oder Datum der Preisverleihung geheim, das ist nach meiner Kenntnis hier durchaus singulär: wohl aber verschweigen viele inzwischen die Namen der Jurymitglieder, wie hier bei Huchel.
Die Meraner Jury besteht aus:
Ilma Rakusa, Autorin, Zürich; Hans Jürgen Balmes, S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main; Maria Gazzetti, Lyrik Kabinett München; Hans Höller, Universität Salzburg; Jan Wagner, Autor, Hamburg
Aus 350 Bewerbern wählte die Jury diese 9 für das Finale aus:
Marie T. Martin (geb. 82, Freiburg), Daniela Danz (geb. 76, Eisenach), Thomas Kunst (geb. 65, Stralsund), Hartwig Mauritz (geb. 64, Eckernförde), Stefan Heuer (geb. 71, Großburgwedel), Christoph Wenzel (geb. 79, Hamm), Karin Fellner (geb. 70, München), Andrea Heuser (geb. 72, Köln) und Uwe Kolbe (geb. 57, Berlin).
Damit stammen, sagt die Pressemitteilung weiter, zum ersten Mal in der Geschichte dieses Preises alle Finalisten aus Deutschland.
Die Lesungen finden am 4. und 5. Mai 2012 im Pavillon des Fleurs in Meran statt. Die Einführungsrede am Eröffnungsabend (3. Mai) hält der Schriftsteller, Übersetzer, Kulturpublizist und Herausgeber Felix Philipp Ingold. Am 5. Mai werden in Meran wieder drei Preise vergeben: Der Lyrikpreis Meran (8.000 Euro; Südtiroler Landesregierung), der Alfred-Gruber-Preis der Stiftung Südtiroler Sparkasse (3.500 Euro) und der Medienpreis (2.500 Euro) des RAI-Senders Bozen. Der RAI-Sender Bozen wird die Lesungen zeitversetzt in seinem Radioprogramm übertragen.
Und hier die offizielle Pressemeldung
Mit Kalligrafie Bilder malen – das gelingt dem Künstler Adel Ibrahim eindrucksvoll. Die Ausstellung des gebürtigen Irakers wurde in der Galerie des Verbandes „Zusammenarbeit mit Osteuropa“ (ZMO) eröffnet. Seine Werke zeigen zum einen die von der klassischen islamischen Kalligrafie geprägten Schriftbilder, welche Koransuren oder Gedichte darstellen. Zum anderen sind es grafisch inspirierte Werke, welche die Schrift als Gestaltungsform einsetzen. Auch die Verwendung von Tusche und Acrylfarben auf Leinwand steht für diese Verbindung von Tradition und Moderne. Dies zeigt das Werk „Die Revolution der Buchstaben“: Ineinander verfließende Schriftzeichen in Orange- und Rottönen, eine Verbindung zwischen Oben und Unten, die sich auf die Umbrüche in der arabischen Welt bezieht. / Main-Spitze
Gedichte gelten heute als voll uncool. Wordrap, das ist dann wieder sehr cool.
Friedrich Achleitner kommt diesem jugendkulturellen Sprachideal wohl ziemlich nahe, wenn er Zeilen zum Besten gibt wie jene, die ein Innviertler „Idyll“ kurzfasst: „jausn trogn / zähnd eischlogn“. Achleitner, 1930 in Schalchen geboren und Mitglied der legendären Sprach-Avantgardisten der Wiener Gruppe, war am Montag zu Gast im vollen Linzer Stifterhaus. Dieses hat es sich zur Aufgabe gemacht, die, wie gesagt völlig uncoole, Frage zu stellen: Was ist ein Gedicht? / Neues Volksblatt
Prosa ist für Erdferkel, Lyrik für Bergsteiger – dieses einfache Wort ist ohne den ordnungsgemäßen Gebrauch von Nachtsichtgeräten und das fachgerechte Verkleben von Zeilenbruch kaum zu verstehen. Das wurde mehrfach untersucht, gilt als bewiesen und ist gleichzeitig eine Chiffre für das Weltkulturerbe, wenn man es in einem Rucksack trägt.
Aber auch sonst ist klar: Das Wort Quadrat wurde nur erfunden, weil es sich auf Spagat reimt. Pferde, die Sonette schreiben, können nicht mehr als Hering verarbeitet werden. Hymnen sind kein guter Zeitvertreib für Vasen, die Neutralität von Begriffen gilt in Oden über Gleitsichtbrillen oft als unbegründeter Zentralismus. „Poesie“, sagte schon Adam zu Eva, „können wir uns sparen.“ / Jan Ullrich, taz 28.2.
Michael Lentz erhält den Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen.
Lentz, der 1964 in Düren geboren wurde, publizierte nach dem Roman ‚Pazifik Exil‘ (2007) und Lyrikbänden zuletzt die Essaysammlung ‚Textleben‘ (2011). Die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 4. November verliehen.
Auf der Homepage der Walter-Hasenclever-Gesellschaft heißt es:
Die Walter-Hasenclever-Gesellschaft verleiht alle zwei Jahre (d.h. in jedem geraden Jahr) den Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen. Mit einem Preisgeld von 20.000 Euro zählt er zu den höchst dotierten deutschen Literaturpreisen. Entsprechend gehören die bisherigen Preisträger zur ersten Riege der deutschsprachigen Autoren, u.a. Peter Rühmkorf, George Tabori, Oskar Pastior, Herta Müller, Christoph Hein und Ralf Rothmann.
Das Preisgeld wird durch das Zusammenwirken verschiedener Träger aufgebracht, dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach, wo der Nachlass Walter Hasenclevers verwahrt wird, der Stadt Aachen, dem Aachener Buchhandel, dem Verein der Freunde und Förderer des Einhard-Gymnasiums, dessen Absolvent Hasenclever im 1908 gewesen war, und der Walter-Hasenclever-Gesellschaft selbst. Die Findung des Preisträgers erfolgt durch eine siebenköpfige Jury, in die jeder der Träger einen Juror entsendet und die jeweils um zwei Vertreter des Literaturbetriebs ergänzt wird.
Der Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste 2012 geht an den Essayisten, Lyriker und Erzähler Uwe Kolbe. Diese Wahl trafen die Juroren Ina Hartwig, Norbert Miller und Marie-Luise Scherer. Die Jury hebt in ihrer Begründung die „brillante stilistische Vielfalt“ der Essays Uwe Kolbes hervor: „Es sind diese ungeschönte Klarheit und spielerische Sicherheit“, die Uwe Kolbe für den „Heinrich-Mann-Preis geradezu prädisponieren“.
Uwe Kolbe wurde 1957 in Berlin (Ost) geboren. Vermittelt durch seinen Mentor Franz Fühmann veröffentlichte er 1976 erste Gedichte in „Sinn und Form“. Sein erster Gedichtband „Hineingeboren“ erschien 1980 im Aufbau-Verlag. 1987 übersiedelte Kolbe nach Hamburg, seit 2002 wohnt er wieder in Berlin. Zuletzt erschien sein Essayband „Vinetas Archive. Annäherungen an Gründe“ (2011).
Die Laudatio hält Hans Christoph Buch, nach der Dankrede des Preisträgers liest der Schauspieler Christian Grashof aus Texten von Heinrich Mann.
Fr, 30. März 2012
Heinrich-Mann-Preis 2012 an Uwe Kolbe
19:00 Uhr, Pariser Platz
Plenarsaal
Eintritt frei
Im badischen Lörrach prallten die Gegensätze aufeinander, neudeutsch gegen bundesdeutsch, Altmeister gegen Jungslammer und Klassik gegen Moderne:
Der Club der toten Dichter trat im Wettstreit gegen eine bunte Mischung aus Ost und West, aus Neu-Deutschen und bundesdeutsch sozialisierten an.
Max Frisch (weder neu- noch bundesdeutsch) verlor gegen Tilmann Doering:
Max Frisch war der jüngste Tote, der ins Rennen ging. Und er hatte es mit seinen Reflexionen über das Wesen der Liebe schwer gegen Tilmann Doering, der sich sprachlich eher auf die deutschen Klassiker vorbereitet hatte als auf einen der Moderne. Er gewann das Duell trotzdem, so sehr der Zürcher Architekt zwar an seiner Pfeife zog – authentischer wird es deshalb noch lange nicht.
Dann wurde es prinzipiell und die Frontlinie verschob sich:
Dem nächsten der „Young Boys“ oblag es, die Unterschiede zwischen Althergebrachtem und Neuem offen zu legen. Max Kennel aus Bamberg nahm sich des lyrischen Herbstgedichts an, der einsamen Dichter, die auf einsamen Spaziergängen durch kahle Wälder streifen, um einsame Entscheidungen zu treffen. Es wurde zum Spiel Mann gegen Mann [?? Else heißt er, M.G.]. Der Junge mit der Mütze hatte genug von Seelenbefindlichkeiten und Weltschmerz und mit ihm sein Publikum. Zweiter Treffer für die Jungen, was auch an der Gegnerin lag. Die verstörende Lyrik Elke Lasker-Schülers kann kaum punkten bei einem überwiegend jugendlichen Publikum, das lieber mitgerissen wird, als über Metaphern zu stolpern.
Am Ende siegt Jung gegen Alt und Ost gegen West. Lyly Schoettle aus Freiburg besiegte die Lichtgestalt Goethe aus Frankfurt und Weimar und wurde anschließend von „derTom“ aus Halle an der Saale besiegt, einer 806 erstmals erwähnten, seit 20 Jahren deutschen Stadt.
/ Zitate aus Badische Zeitung
Die Spiegelungen wird Peter Motzan als Mitherausgeber und in der redaktionellen Tätigkeit weiterhin unterstützen, so u. a. in der Rubrik „Literarische Texte“, für die er diesmal von Anke Pfeifer übersetzte Prosa des Rumänen Constantin Abăluţă, Gedichte des Banaters Horst Samson und der jungen Ungarndeutschen Angela Korb ausgewählt hat. Aus dem im IKGS in Vorbereitung befindlichen Lexikon deutschsprachiger Autorinnen und Autoren aus Südosteuropa werden vom Literaturhistoriker Klaus Werner drei aus der Bukowina stammende Autoren vorgestellt, neben dem Lyriker, am Wiener Deutschen Volkstheater aufgeführten Stückeschreiber und Publizisten Victor Wittner (1896–1949) der in Czernowitz geborene Essayist und Lyriker Jonas Lesser (1895–1968), von dem u. a. das Buch „Thomas Mann in der Epoche seiner Vollendung“ erschien (1952), und sein Landsmann, der Romancier Jacob Klein-Haparash (1897–1970), schlagartig bekannt geworden mit dem im S. Fischer Verlag veröffentlichten Roman „… der vor dem Löwen flieht“ (1961). Wittner starb in Wien, Lesser in London und Klein-Haparash in Israel. Passend zur Beschäftigung mit diesen Vertretern einer ungewöhnlichen literarischen Landschaft Südosteuropas plädiert ein Essay von Martin A. Hainz für ein neues Nachdenken über Czernowitz als Stadt gelebter bzw. intendierter Multikulturalität. …
Im Rezensionsteil des Heftes wird eine Reihe beachtenswerter Neuerscheinungen zur Literatur und Geschichte Südosteuropas besprochen – Lyrik von Dieter Schlesak und Edith Ottschofski, Prosa von Hans Bergel, Bettina Schuller, Marica Bodroić und Dan Lungu, ein Studienband über Immanuel Weißglas, Erinnerungen Edith-Silbermanns an Paul Celan, eine Hans-Bergel-Monografie Renate Windisch-Middendorfs, Anton-Joseph Ilks Dissertation über die mythische Erzählwelt der Zipser im Wassertal sowie Bücher zur Geschichte der Donauschwaben (1918–1945), zur Rolle des serbischen Staatsmodells (1918–1929) und über Osteuropa nach der politischen Wende 1989. / Siebenbürgische Zeitung
Heft 4/2011 der IKGS-Zeitschrift Spiegelungen
Auslieferung, Vertrieb und Abonnementbetreuung erfolgen über: Intime Services GmbH, Postfach 13 63, 82034 Deisenhofen, Telefon: (0 89) 85 70 91 12. Preis: Einzelheft 6,15 Euro (zuzüglich Porto und Versand, Abonnement 22,50 Euro (einschließlich Porto und Versand).
Angesichts der Allgegenwart von Facebook und Twitter ist eine andere Form der Online-Kommunikation und weltweiten Vernetzung ein wenig ins Hintertreffen geraten: die Blogs. Dabei ist die Blogosphäre älter als Facebook. Die ersten Online-Tagebücher tauchten bereits in den 1990er Jahren auf, Facebook ging erst 2004 ins Netz.
Die Literatur- und Kulturwissenschafterin Christine Zintzen ist zugleich Ko-Herausgeberin des Online-Literaturportals litblogs.net und naturgemäß eine Verfechterin des Blogs. “Man konsumiert nicht nur, sondern gestaltet laufend neue Inhalte”, sagt Zintzen über den Unterschied zwischen Blog und Facebook. / Theresa Sophie Breitsching, Wiener Zeitung 23. 2. (bei in|ad|ae|qu|at)
Sprachsalz-Gala vom 12.9.08, Hall in Tirol; Parkhotel Ausschnitt aus der Lesung von Klaus F. Schneider ; Aufnahme Rainer Haake.
Paul Bogaert
Die Gottheit Internet
Du arbeitest jetzt selbständig und aus eigenem Antrieb
an deinen Angaben und wirst auf Lebenszeit derart
mit der Database intim,
vom Input berauscht, von Scores geküsst.
Du verbesserst / bestätigst, was abweicht,
wenn verlangt.
Wer an nichts glaubt oder
länger nichts einsingt,
sackt weg.
Du profitierst indes davon, sehr viel zu bestellen.
Bei dir selbst kannst du unmöglich tot ankreuzen.
Da ist ein persönliches Textfeld für Zweifel.
aus dem Niederländischen von Christian Filips
Als Verfechter des open source-Gedankens geht Bogaert übrigens mit gutem Beispiel voran und hat alle Gedichte seiner bisherigen vier Bände sowie weiteres Material auf seiner Website frei zugänglich gemacht. Das eine oder andere gibt es auch in deutscher, englischer und französischer Übersetzung. Zudem findet sich auch im Schreibheft 62 und in Zwischen den Zeilen 28 jeweils eine kleine Auswahl von Übersetzungen. Auf lyrikline kann man sich eine handvoll Gedichte aus den ersten beiden Bänden anhören.
Vielleicht gibt roughbooks (mit Bogaert-Übersetzer Filips als Mitherausgeber) ja mal eine kleine Auswahl heraus, dann hätte der deutsche Leser auch was in der Hand – und könnte mal wieder der Gottheit Buch huldigen…
/ Peter Holland, de buurkamer („zwerftochten door de Nederlandse literatuur en cultuur / Streifzüge durch die niederländische Literatur und Kultur“, u.a. mit einem „Gedicht der Woche“ jeweils Flämisch und Deutsch)
Theodor Fontane
SO UND NICHT ANDERS
Die Menschen kümmerten mich nicht viel,
Eigen war mein Weg und Ziel.
Ich mied den Markt, ich mied den Schwarm,
Andre sind reich, ich bin arm.
Andre regieren (regieren noch),
Ich stand unten und ging durchs Joch.
Entsagen und lächeln bei Demütigungen,
Das ist die Kunst, die mir gelungen.
Und doch, wär`s in die Wahl mir gegeben,
Ich führte noch einmal dasselbe Leben.
Und sollt` ich noch einmal die Tage beginnen,
Ich würde denselben Faden spinnen.
Bereits am 9. Februar [schrieb börsenblatt.net bereits am 15.2.] ist der griechische Dichter Dimitri Analis in Piräus gestorben. Das teilte der Salzburger Verlag Jung und Jung heute mit. … Auf Deutsch erschien 1999 im Residenz Verlag Salzburg eine Auswahl seiner Gedichte in der Übersetzung von Peter Handke, der 2001 im Verlag Jung und Jung einen Briefwechsel zwischen Analis und dem syrischen Dichter Adonis herausbrachte, den er initiiert und mit einem Nachwort versehen hat („Unter dem Licht der Zeit“). Im Herbst 2012 wird ein weiterer Gedichtband von Dimitri Analis bei Jung und Jung erscheinen, ebenfalls übersetzt von Peter Handke.
Ein Gedicht hier
Dagegen der Tagesspiegel hat es nicht so mit der Lyrik:
Sind alles richtige Sätze, keine Angst, das ist keine experimentelle Lyrik.
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