Vermutlich würden die Hopi heute weissagen: „Erst wenn das letzte Gedicht verscherbelt, das letzte Foto bei Getty Images, das letzte Buch in Verlagsbesitz und die letzten Filmrechte vergeben sind, werdet ihr merken, dass man Gedanken Anderer nicht verkaufen kann.“
Der nette PR-Gag um die Filesharer-Drohne im All ist erst der Anfang. Auch wenn die Beteiligen es gar nicht wissen oder vielleicht nur ahnen: Wer das Urheberrecht auch nur im geringsten anzweifelt, wetzt ein Messer gegen die heilige Kuh des Kapitalismus – das Privateigentum. Man sollte nicht vergessen, dass die meisten Kriege der Neuzeit darum geführten wurden, um sich die „Rechte“ an irgendetwas zu sichern – Rohstoffe etwa. …
Wer das Urheberrecht anzweifelt, wäre früher als Kommunist beschimpft worden und in Störtebekers Zeiten als „Likedeeler” – als jemand, der etwas mit anderen einfach „gleichteilt“, obwohl er die Rechte an der Beute hat. Daher stehen die Filesharer – auch wenn es sich heute um zum Teil schmierige oder schillernde Gestalten wie Kimble Dotcom handelt – in der historischen Tradition der Linken, ob sie es wollen oder nicht.
Davon will weder die politische Linke in Deutschland etwas wissen noch die Piraten. Nur die, gegen die der Angriff geht – die großen Konzerne, die Privateigentümer an geistigen Schöpfungen sind – haben verstanden und reagieren angemessen und konsequent mit dem totalen juristischen Krieg. / Burkhard Schröder, taz
KREUZWORT wird 1 1/2 Jahre alt! Und lädt ein:
Vielleicht, vielleicht aber auch nicht mit Partyhütchen versehen erscheinen am 26.03. dann Konstantin Ames, Peter Dietze, Simone Kornappel und Dagmara Kraus bei uns. Ihr könnt ebenfalls dabei sein. Geschenke sind gern gesehen, 3€ Eintritt sollten ebenso eingeplant werden wie festes Schuhwerk. Einlass ist ab 20h und sollten Euch Eure Eltern des nachts abholen, sagt ihnen bitte, dass die Party in der Reuterstraße 39 stattfindet, genauer gesagt imDamensalon. Statt in Zellophanpapier eingewickelte Bonschen könntet Ihr alternativ auch Konstantin Ames‘ letzten Band mit nach Hause nehmen, der fast so alt ist wie wir. Oder Dagmara Kraus‘ Debüt, das erst vor Kurzem das Licht der Leipziger Buchmesse erblickte. Oder die Hoffnung, dass Simone Kornappels Erstling ebenfalls bald seinen Weg in unsere Bücherregale findet. Oder vielleicht verrät Euch Peter Dietze, ob er auch schon was in Planung hat. Oder einfach eine Menge Spaß. Tröt.
Konstantin Ames. Geboren 1979. Lebt als Autor, Übersetzer und Texter in Berlin. Das Debüt „Alsohäute“ erschien 2010 in der von Urs Engeler herausgegebenen Reihe roughbooks. Zuletzt erschien, im Literaturheftrandnummer ein Ausschnitt aus dem Roman „Verbleichen immer, verblichen nimmer“
Einen Ausschnitt aus dem Essay Nähmlich ist hier als PDF einseh- und anlesbar.
Peter Dietze. 1987 in Dresden geboren, studierte Geschichte und Literatur in Erfurt und Ústí n. L., seit 2011 in Frankfurt/O. Lebt und arbeitet in Berlin. Veröffentlichungen u.a.
in den Zeitschriften hEFt, h_aluze, randnummer und trashpool. Mitherausgeber des WORTWUCHS Literaturjournals.
Simone Kornappel. Mitherausgeberin der randnummer literaturhefte und -betreiberin von lyrikkritik.de. Debüt “Raumanzug” bald bei luxbooks.
Dagmara Kraus, 1981 in Wrocław geboren, studierte Komparatistik und Kunstgeschichte in Leipzig, Berlin und Paris und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut. Soeben ist “kummerang”, ihr Debüt, bei kookbooks erschienen sowie eine Auswahl von Gedichten Miron Białoszewskis in ihrer Übersetzung bei Reinecke & Voß.
Jeweils mit Textproben und dem netten Hinweis:
Klicken und in völler Gänze genießen (aber bitte nicht raubkopieren!) hier
Sylvia Geist stellt Texte zu Bildern vor
Samstag, 24. März 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Illustratoren bebildern Schriftstücke verschiedenster Art. Sie erläutern und schmücken das geschriebene Wort, indem sie es visuell umsetzen. Wäre es nicht spannend, diesen Prozess umzukehren, sodass ein Schriftstück zu einem Bild entsteht, welches die Eingebung des Betrachters widerspiegelt? Wäre es nicht spannend, diesen Prozess weiterzuführen, sodass zu dem entstandenen Schriftstück ein weiteres Bild entsteht, um das Spiel erneut zu beginnen? Dieser Gedanke führt zu Ilyr, einem Projekt, dass Bild- und Textschaffende zusammenführt und ganze Gedankenketten entstehen lässt.
Asuka Grün und Marina Friedrich haben Autoren wie Ilma Rakusa, Emma Braslavsky und Philip Maroldt mit Bildenden Künstlern zusammengeführt. Das Ergebnis ist ein Bild-Lese-Buch besonderer Art.
Sylvia Geist wuchs in Berlin auf. Sie arbeitete als freie Redakteurin und Rezensentin, u.a. für die Financial Times Deutschland, sowie als Herausgeberin mittelosteuropäischer Literatur. Kurzprosa und Gedichte von ihr wurden in verschiedene Sprachen übersetzt, u.a. ins Französische, Polnische, Weißrussische, Slowakische, Arabische und Englische. Ihre Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Literaturförderpreis des Landes Niedersachsen und einem Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Edenkoben. Zuletzt veröffentlichte sie ihren Erzählungsband Letzte Freunde (Luftschacht Verlag 2011). Sylvia Geist lebt in Hannover und Vancouver.
Lettrétage / Methfesselstr. 23-25 /10965 Berlin / Tel. 030 – 692 45 38
www.lettretage.de / info@lettretage.de
Der Wunsch zu schreiben verfolgte Rivera Letelier. Er begann mit Lyrik, aber er hütete sich, von seinem Hobby zu sprechen: Gedichte schreiben galt als Beschäftigung für Schwule. Konsequenterweise veröffentlichte er seine Lyrik erst 15 Jahre später, nach dem Ende der Diktatur. 500 Exemplare von „Poemas y Pomadas“ ließ er auf eigene Kosten drucken, und er selbst ging von Tür zu Tür, um die Bücher zu verkaufen. / orf
Als „Ava inclusa“ steht sie in den Nekrologien: Am 7. Februar 1127 ist die erste namentlich bekannte deutschsprachige Dichterin vereinsamt in ihrer Turmklause gestorben. Da war sie in ihrer Heimat im Raum Niederösterreich vermutlich schon berühmt, schließlich taucht ihr Todestag in mehreren Klosterchroniken auf.
Fünf epische Gedichte hat sie hinterlassen, insgesamt 3400 Verse. Das Besondere daran: Zum ersten Mal lassen sich Gedichte in deutscher Sprache eindeutig einem Verfasser zuordnen*. Nachnamen waren zu dieser Zeit noch nicht üblich, so bleibt die Schriftstellerin als Frau Ava bekannt. / wochenblatt. Traunstein / Chiemgau
*) Naja – abgesehen von Otfrid von Weißenburg (* um 790; † 875), dessen Werk, eine Evangelienharmonie, in seiner Handschrift überliefert ist und der statt des germanisch-heidnischen Stabreims den nun als christlich empfundenen Endreim einführte.
Siehe Lyrikwiki: Der erste deutsche Dichter und Der erste Herz-Schmerz-Reim
Der 1932 in Teterow in Mecklenburg geborene Helms hatte als Jude das ‚Dritte Reich‘ nur mit gefälschten Papieren überlebt und machte sich nach einem Zwischenspiel als Schwarzmarkthändler auf und davon, lebte in Schweden, in Paris und Wien, studierte Sprachen, las Jean Paul, entdeckte Marx und Engels und das Theater am Schiffbauerdamm und traute sich erst 1957 zurück in das ihm so widerwärtige westliche Deutschland. In Köln fand er Anschluss an das Studio für Elektronische Musik des WDR, der ihm als Hörfunkautor fast bis zuletzt die Lebensgrundlage sicherte.
Mauricio Kagel und Stockhausen waren seine Brüder und natürlich der andere große Außenseiter: Arno Schmidt. Noch radikaler als selbst Joyce in seinem Spätwerk hermetisierte und verjuxte Helms die Sprache in der angestrengt ‚Experimentellen Sprach-Musik-Komposition‘ ‚Fa:m“ Ahniesgwow‘ (1959), die selbst den geduldigsten Modernisten mit Feinheiten wie ‚ein neihün flein kon Lübür zeck,/knieweich klumpsupvihlmensch TOrt/wasmaßen umblökkt quärarulerisch/apissaut Trainenfluor heidigutt/prölpsel‘ auf eine harte Probe stellte.
… Als einer der ersten Intellektuellen ließ er sich vom Computer faszinieren. / Willi Winkler, Süddeutsche Zeitung 14.3.
Mit seinen zwischen konkreter Poesie und Musik, Gesellschaftskritik und Sprachwissenschaft changierenden Arbeiten hatte Hans G Helms (*1932) entscheidenden Anteil an den Avantgarde-Bewegungen der Nachkriegszeit. Im Kontakt mit Theoretikern wie Adorno und Kracauer und Komponisten wie Cage und Stockhausen entwickelte er zahlreiche Experimente, darunter die als sein Hauptwerk geltende Sprach-Musik-Komposition „fa:m’ ahniesgwow“ (1959).
Dieses „filigran komponierte Mosaik von äußerster Empfindlichkeit” (Helms), hervorgegangen aus einem gemeinsam mit Komponisten unternommenen James-Joyce-Lesekreis, wurde in diesem Jahr zum ersten Mal vollständig eingespielt (Label: WERGO). / roughblog
Die texanische Schriftstellerin Margrette „Peggy“ Zuleika Lynch starb am 6.3. in Austin im Alter von 94 Jahren. Sie veröffentlichte 9 Gedichtbände.
Lynchs Sohn John J. Nance, 65, ist ebenfalls Schriftsteller, offenbar kommerziell erfolgreicher. 1997 sagte sie dem American-Statesman in einem Interview: „Leider war ich nicht so klug wie mein Sohn. Lyrik verkauft sich nicht.“ / Katie Glueck, AMERICAN-STATESMAN
Seine Gedichte sind nicht traurig, sondern böse. Der Schmerz ist nur indirekt erschließbar. Die Geliebte hat ihn verlassen – und er grollt. „Der Schmerz ist mittlerweile fast verschwunden, / Verdrängt vom Groll. / Ergiebigem, fruchtbarem, stetig wachsendem Groll, / Kein schönes Gefühl, / Ebenso wenig wie Rache, / Vor allem, wenn sie dem Groll entspringt.“ Konkreter: „Möge dein neuer Lover Nesselsucht kriegen / Bei der zärtlichsten parfümierten Liebkosung. / Möge seine schwielig-geile Haut / Nässende Blasen werfen / Aus stinkendem Schweiß.“ / Walter Grünzweig, DER STANDARD, 17./18.3.
Carl Djerassi, „Tagebuch des Grolls. A Diary of Pique. 1983-1984“. ¬ 19,90 / 191 Seiten. Haymon, Innsbruck 2012
Der italienische Dichter, Schriftsteller und Drehbuchautor Tonino Guerra ist am Mittwoch in Italien im Alter von 92 Jahren gestorben. Der aus der Region Emilia Romagna stammende Guerra war Drehbuchautor mehrerer Meisterwerke von Regisseuren wie Federico Fellini, Michelangelo Antonioni und Andrej Tarkowski. …
Guerra schrieb melancholische, schelmenhafte, naiv-weise Gedichte im Dialekt der Romagna. Seine erste Lyrik schrieb er während der Haft im Arbeitslager von Troisdorf bei Bonn. / kurier.at
Beim Aufräumen fällt mir ein fast 2 Jahre alter Zeitungsartikel in die Hände, klingt immer noch bedenkenswert:
Da es dem Börsenverein nicht erlaubt ist, Geld direkt zu drucken, sieht er sich gezwungen, eine Jury einzusetzen. Manchmal geht das schief: dann halten einige der zusammengewürfelten Kritiker dem Druck stand und geben einer hervorragenden Autorin wie Kathrin Schmidt den Preis. Das ist dann ein Fehler im System. Robin Detje hat 2005 in seiner Rezension des ersten Buchpreis-Romans völlig zutreffend geschrieben: ‚Die Anerkennung für Arno Geigers Buch zeigt uns, mit wie wenig wir Menschen oft schon zufrieden sind. Was sich auf mittlere Weise im Mittleren nur mittel hervortut, drücken wir besonders warmherzig an unsere mittelvollen Herzen. Natürlich ist solcher Konsensschrott im Grunde widerlicher als ehrlicher Trash oder ehrliches Scheitern. Aber das Nichts nichtet. Es gibt keine Gerechtigkeit.‘ / HELMUT BÖTTIGER, Süddeutsche Zeitung 8.11. 2010, S.14
Gestern war Frühlingsanfang und Hölderlins Geburtstag, eine passende Vorbereitung auf den heutigen Welttag der Poesie. Meine Anthologie beschert mir ein spätes Gedicht von Hölderlin. Spät heißt in diesem Fall nach dem 35. Geburtstag, ab 1806, in der zweiten Hälfte des Lebens. 1838 schreibt der Dichter Eduard Mörike an einen Freund: „Ich habe dieser Tage einen Rummel Hölderlinischer Papiere erhalten, meist unlesbares, äußerst mattes Zeug. Ein kurzes seltsames Fragment xstlichen Inhalts muß ich Dir aber doch (…) mitteilen (…) Was sagst Du zu der Schilderung? Das von der Kinderlehre klingt beinah diabolisch naiv, so rührend es gemeint seyn mag.“ Mit Bedacht steht da „mag“: man kann es nicht wissen. Mich erinnert der Ton mancher der „Turm-Gedichte“ Hölderlins an Robert Walser. D.E. Sattler vermutet als Entstehungszeit die Jahre 1808/09 und schreibt: „Der hintergründige, nur zum Schein naive Katalog sonntäglicher Werte erinnert an die Aufzählungen der letzten Homburger Fragmente“ (Friedrich Hölderlin: Sämtliche Werke. Kritische Textausgabe Band 9. Dichtungen nach 1806 – Mündliches. Darmstadt und Neuwied: Luchterhand 1984, S. 38).
Freundschaft, Liebe, Kirch und Heilge, Kreuze, Bilder,
Altar und Kanzel und Musik. Es tönet ihm die Predigt.
Die Kinderlehre scheint nach Tisch ein schlummernd müßig
Gespräch für Mann und Kind und Jungfraun, fromme Frauen;
Hernach geht er, der Herr, der Burgersmann und Künstler
Auf Feldern froh umher und heimatlichen Auen,
Die Jugend geht betrachtend auch.
Der chilenische Dichter Raúl Zurita gehört zu den renommiertesten Vertretern der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur und ist dennoch in Deutschland bisher wenig bekannt. Nun ist ein neuer Gedichtband erschienen, für den Zurita rund 20 Texte ausgewählt hat, die von Studentinnen und Dozentinnen des Fachbereichs Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft (FTSK) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ins Deutsche übersetzt worden sind. / Jura-Forum
Im Mai 2012 wird der Dichter zu einer Lesung aus dem neuen Band „Die Wasserstädte“ in Germersheim erwartet.
Zurita, Raúl: „Las ciudades de agua. Die Wasserstädte“, 2012, (zweisprachige Ausgabe, dt. u. span.), hrsg. v. Liliana Bizama Muñoz, 132 S., ISBN 978-3-86465-008-6
Am Sonntag kamen hundert Freunde des Varschl-Schreibens im Wasserschloss Klaffenbach bei Chemnitz zusammen:
Zum Mundartstammtisch des Erzgebirgsvereins. Auf den ersten Blick wirkt die Runde wie eine Geburtstagsgesellschaft für Oma. Es sind sechzehn Varschl-Schreiber die hier ihre Haamit-Lyrik vortragen wie Verwandte Glückwunschgedichte. Alle zwischen 60 und 80. Was heute junge Menschen in Szene-Läden mit Poetry Slam als Neuerfindung feiern, wird hier in aller Stille traditionell gepflegt. Ohne Kampf, ohne Sieger, sondern in Harmonie. / Sächsische Zeitung
Heute 19 Uhr beginnen die Rauriser Literaturtage mit der Verleihung des Rauriser Literaturpreises an Maja Haderlap. Bis Montag lesen u.a. Sibylle Lewitscharoff, Patrick Roth, Nicol Ljubić, Nora Gomringer, Christoph Ransmayr, Daniela Seel, Aleš Šteger und Juri Andruchówytsch. Auch eine Hommage an Gert Jonke steht auf dem Programm.
Das Stück „X mm din Y km“ von Gianina Cărbunariu und „Colectiv A“ handelt vom Leben des rumänischen Schriftstellers Dorin Tudoran, über den der Geheimdienst Securitate eine 10.000 Blatt umfassende Akte zusammentrug. Eine Auswahl veröffentlichte Tudoran 2010 unter dem Titel „Eu fiul lor. Dosar de securitate“ („Ich, ihr Sohn. Securitate-Akte“).
Hannelore Baier berichtet in der AdZ:
Das „Gespräch“, zu dem Tudoran „zur Partei“ zitiert worden war, umfasst die Bemühen der beiden Aktivisten, den Schriftsteller von seinem Vorhaben das Land zu verlassen, abzubringen. Der vormalige Redakteur der Kulturzeitschriften „Flacăra“ und „Luceafărul“ hatte die Ausreise aus Rumänien 1984 beantragt, woraufhin er seinen Arbeitsplatz verlor und auch andere Schikanen ertragen musste. Wegen der Weigerung der Behörden, auf den Ausreiseantrag zu antworten, richtete er sich in Denkschriften an Suzana Gâdea, die Vorsitzende des Rats für sozialistische Kultur und Erziehung, und an Nicolae Ceauşescu. Darin schilderte er unter anderem die tiefe Kluft zwischen dem, was die Propaganda vorgaukelt und der Wirklichkeit. Diese Schizophrenie könne er nicht mehr ertragen, schrieb er. Die beiden Funktionäre versuchten diese Kluft zu minimalisieren und zogen im „Dialog“ alle Register: sie appellierten an seinen Patriotismus, führten fadenscheinige Argumente ins Feld, bis zu unverhohlenen Drohungen mit einem Strafprozess und Ohrfeigen.
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